In memoriam Markus Nowak aka Dr. Acula
BADMOVIES Gründer, Mastermind, Herz & Seele (1970-2020)



Torsten Dewi

Ich habe es gehasst, zwischen allen Filmen mit dir vors Kino zu müssen, weil du die elende Knarzerei nicht lassen konntest. Die Rotzfahnen, die aus deinen kaputten Nasennebenhöhlen hingen. Deine Hustererei. Deine jahrelange Ernährung aus LIDL-Pizza (Salami) und No Name-Cola. Deine versiffte Wohnung in Berlin, in der ich mein Sakko vergessen habe und es dann hinterher wegschmeißen musste, weil der Tabakgeruch nicht mal mit chemischer Reinigung zu entfernen war. Deine Vorliebe für Frauenknast-Filme und Baby Metal, für Wrestling und Asylum-Schrott. Ich habe deine Unvernunft gehasst, knapp bei Kasse zu sein, aber Hunderte von Euros für jeden Scheiß auf Scheibe und jedes Autogramm drittklassiger TV-Stars rauszuschmeißen. Deine unsägliche Sturheit, bei jeder wohlgemeinten Kritik komplett dicht zu machen. Diese Dummheit, sehenden Auges deinen Körper in eine Ruine zu verwandeln, bei der auch eine Kernsanierung nicht helfen würde. Ich habe es gehasst, dir zu sagen, dass du SO keine 50 wirst, und dass das nicht nur Nicky gegenüber unfair ist, sondern auch mir. Weil ich so viele Freunde nicht habe – und keinen anderen wie dich. Du hattest das erste Mal ein wirklich gutes Programm für dein B-Film Basterds Festival auf die Beine gestellt. Wäre uns Corona nicht dazwischen kommen, hätten wir gestern alle zusammen beim O’Sheas gesessen und über den Brunch hinweg lautstark erbärmliche Filme diskutiert. Stattdessen eine Nachricht von Nicky, dann ein Anruf. Alles vorbei. Keine 50. Ich hab’s dir gesagt. Und was habe ich davon? Die Arschkarte. Onkel Filmi hat das gestern gut ausgedrückt: „Unsere durchschnittliche Alterserwartung ist 80,5. Da fehlten noch drei Jahrzehnte“. Du hast uns um DEKADEN betrogen. Nicky, mich – und vor allem dich selber. Wir hatten doch noch so viel vor – was wird denn nun aus den „Kinosauriern“, unserem neuen Podcast? Oder war das schon prophetisch, weil die Dinosaurier eben aussterben müssen? Andererseits: John Belushi starb mit 33 und wenn Menschen sagen „was hätte der ohne die verdammten Drogen alles werden können?“, dann sage ich immer „vielleicht war er alles nur wegen der Drogen“. Menschen sind kein Puzzle, aus dem man einzelne Teile, die einem nicht gefallen, einfach rausnehmen kann. Das zerstört das Gesamtbild. Du, Markus, warst Zigaretten und Rotzfahnen, Star-Groupie und käsige Wampe, schlechter Geschmack und mangelnde Ordnung – aber eben auch mein Freund. Und ich kann nur hoffen, dass ich für die 15 Jahre, die wir hatten, auch einer war.

Silke König-Bär

Markus Nowak, ich habe dich bei Torsten Dewi kennengelernt und seit ca 20 Jahren warst du fester Teil meines virtuellen Lebens, du hast meinen Film- und Musikgeschmack entscheidend verändert. Im Januar 2014 hattest du rum gefragt, wer auf ein Konzert von Axis of Awesome mit geht und ich sagte, das wäre toll. Ich war der festen Annahme, du würdest noch mal nachfragen und ich würde dann eine freundliche Ausrede finden, weil ich nienimmerniemalsnicht alleine so weit weg fahren würde. Du hast die Karten direkt gekauft und mir fünf Minuten später die Bestätigung geschickt. Ich war die ganzen Monate bis zum Konzert in Panik, aber kneifen kam nicht in Frage. Ich hatte bis ich dich im Bahnhof in Frankfurt treffen sollte nur diverse avatare gesehen und wusste überhaupt nicht, wie du aussiehst, aber ich hab dich dann sofort erkannt. Der große Typ, der trotz meiner Verspätung völlig tiefenentspannt in der hektischen Menge herum stand und darauf wartete, gefunden zu werden. Es war ein fantastisches Konzert und ich hatte nie wieder Angst, irgendwo hin zu fahren. Du hast meinen Radius erweitert. Ohne das und ohne die basterds und den freundschaftlichen Umgang dort von allen untereinander hätte ich das Rüstzeug für den Mist der letzten Jahre nicht gehabt. Jedes Treffen mit dir und Nicky Nowak (und das waren definitiv zu wenige) war, als wäre man nur kurz aus dem Zimmer gewesen und würde den angefangen Satz einfach weiter sprechen. Du fehlst.

Bart van Driessche

Mein bester und ältester Freund (noch aus Schulzeiten) ist von der Bühne dieses Lebens abgetreten. Er hinterlässt eine schmerzliche Lücke bei mir und seinen zahlreichen Freunden und besonders natürlich bei seiner Frau. Nicky Nowak, wir sind alle bei dir und werden dich bei allem unterstützen. Das ist wirklich in jeder Hinsicht ein miserables Jahr, auch wenn noch nicht mal die Hälte durch ist.

35 Millimeter Magazin

Marco Erdmann

In der Nacht auf Sonntag hatte die AEW mal wieder einen Pay-per-view, „Double or Nothing“. Eine Show, die auf dem Papier sehr gut aussah, aber mir dafür wieder einmal die Nacht um die Ohren schlagen, wenn ich das Ganze auch am Morgen darauf noch gucken kann? Ausserdem hat Morgenstund ja auch Gold im Mund (naja, und Mundgeruch). Gesagt, getan. Wachgeworden, den Hund kurz rausgelassen, und vor den Fernseher gehauen. Und die Show war super. Seit langer Zeit hatte ich mal wieder richtig Spaß an Wrestling. Und es gab soviel zu sehen, insbesondere während des Main Events, dass ich mir immer dachte „Scheisse, ist das geil.“ und „Boah, da muss ich später mit Udo und dem Doc drüber reden.“. Irgendwann war dann der PPV vorbei, ich hatte ein dickes Grinsen auf den Backen, warf einen Blick aus dem Fenster – Regen – und auf den Hund – schlief – und dachte mir „Ah, ist noch so früh, hau dich nochmal ’ne halbe Stunde hin. Den Risser kannst du auch später noch anschreiben, der guckt das doch eh erst am Nachmittag.“ Und als ich auf dem Weg aus meinem Wohnzimmer war, machte mein Handy plötzlich „pling“. Normalerweise habe ich es auf Lautlos, und insbesondere die letzten Monate, in denen ich mich bewusst von allen Social Media etc zurückgezogen hatte. Aber irgendwie schien ich wohl in schlaftrunkenem Kopf den Ton wieder lautgestellt zu haben. Und entgegen meiner üblichen „Meh, mir egal was los ist“-Haltung, griff ich mir mein Handy und schaute drauf. Es war 10:29 Uhr, und eine Nachricht von Torsten: „Gestern ist Markus Nowak (Risser) verstorben.“ Und in diesem Moment war es so, als würde mir jemand den Boden unter den Füßen wegziehen. Markus ist tot. Markus ist tot? Was zur Hölle? Warum? Wieso? Sicher, er hatte in den letzten Jahren die ein oder andere schwerere gesundheitliche Episode gehabt, aber… Nein, der ist doch noch viel zu jung? Klar, älter als ich, und jünger als der Dewi, aber… Ich weiß nicht mehr genau, wie lange wir uns kannten. 17 Jahre? 18 Jahre? Irgendwas um den Dreh rum. Torsten kannte den Doc seit 16 Jahren, und ich wusste noch, wie Torsten das erste Mal im damaligen BM-Forum aufgetaucht ist, also waren es wenigstens 17 Jahre bei mir. Ich weiss aber auch noch, dass wir uns (damals noch per E-Mail) bereits über Filme des FFF 2002 unterhalten haben. Also wohl doch eher 18 Jahre? Aber ob 17 Jahre oder 18 Jahre – egal. Wir kannten uns eine verdammt lange Zeit, insbesondere in unserer heutigen, arg schnellebigen Zeit. Und 18 Jahre – das ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Leben. Unsere (die ersten Jahre rein digitale) Freundschaft hätte also dieses Jahr Volljährigkeit gefeiert. Und hoffentlich noch ein paar weitere Jahrzehnte angehalten. Wie ich Torsten schon an anderer Stelle sagte: die durchschnittliche Alterserwartung in Deutschland liegt inzwischen bei fast 81 Jahren. Da hätten also noch wenigstens 30 Jahre kommen sollen. Kommen MÜSSEN. Die frühen Nuller waren eine seltsame Zeit. Sicher, das Internet war damals schon um einiges verbreiteter als in seinen mehr oder minder Anfangsjahren, die eher dem Wilden Westen glichen denn dem WWW wie wir es heute kennen. Aber es war noch immer ein Ort (vor Facebook und sogar vor Myspace oder gar Friendster) an dem die Freaks, Geeks und Outsider sich nicht so einfach vernetzen konnten wie es heutzutage möglich ist. Klar, es gab damals für mich pxf und das GF, aber da war ja immer noch genug Platz für weitere Chaoten und Bekloppte, und irgendwann, auf meinen Reisen durch die unendlichen Weiten der Binärwelt, stiess ich auf Badmovies.de. Diesen doch recht dreisten (Wie kann man sich nur den Namen einer US-Seite klauen?) und recht stümperisch und wirr zusammengebastelten Kladderadatsch den eine Type namens „Merkwürden“ betrieb. Wobei ich da weniger auf diese Seite, denn auf diesen Typen stiess, denn genau das war Badmovies.de. Eine Erweiterung, ein Wurmfortsatz des Mannes, der diese Seite zu verantworten hatte, ein digitaler Ausdruck der Person Markus Risser (wie er damals ja noch hiess). Markus war Badmovies, und Badmovies war Markus. Hätte ich Markus beschreiben müssen (bzw, das habe ich auch so getan), dann als „wirr“, „bekloppt“, „irre“, „seltsam“. Aber all das halt im positiven Sinne. Er war halt ein Charakter im wahrsten Sinne des Wortes. Wäre er die Schöpfung eines Drehbuchautors gewesen, hätten die Produzenten irgendwo ein Post-it dran geklemmt mit der Notiz „Dreh mal ’nen Tacken runter, diese Figur ist ja ein fleischgewordener Zuckerschock“. Was auch irgendwie stimmt, denn so trantütig und lahm er oft rübergekommen ist, so aufgedreht konnte er im nächsten Moment sein, da für die Dinge, die ihm wichtig waren, die ihm am Herzen lagen, in ihm nicht nur ein Feuer, sondern ein wahrer Waldbrand loderte. Und wenn man das dann noch mit seinem Äusseren paarte… Ja, wenn man ihn das erste Mal (und nicht nur unbedingt dann) sah, dann dachte sich nicht nur der ein oder andere „Was für ein Vogel“. Markus war halt ein wenig „speziell“, und ich glaube, er wäre der letzte gewesen, der das anders gesehen hätte. Aber es passte halt. Ich glaube keiner von uns, die wir ihn kannten, hätte ihn sich glattrasiert, frisiert und in feinem Zwirn vorstellen können. Das hätte nicht zu ihm gepasst, das wäre nicht er gewesen. Er war innerlich und äusserlich der sympathische unrasiert-zottelige Wirrkopf mit grossem Herzen, Humor und Nikotinflecken. Natürlich lud seine Erscheinungsweise auch dazu ein, ihn in schöner Regelmässigkeit zu foppen und ihm irgendwelche Spitznamen anhängen zu wollen. Für mich war er mal der „Ötzi“, dann „Papa Flodder“, „Grizzly Addams“ oder „Captain Caveman“. Und als der kanadische Komiker Jon LaJoie auf YouTube Skits wie „Pedophile Beards“ und „Rapist Glasses“ einstellte, war natürlich klar, dass die immer irgendwie ihren Weg Richtung Doc fanden. Ich meine, hallo? Schaut euch die Teile an, wenn das nicht nach unserem Merkwürden aussah… Von ihm kam aber immer nur ein „Pöh“ oder „Doppel-Pöh“. Vielleicht mal ein „Grrmbll“ oder (viel später) ein „Möge Dir Dein Knie implodieren“. Aber so war er halt, und so war unsere Freundschaft. Wenngleich die auch, trotz ihrer Länge, durchaus enger hätte sein können. Grösstenteils spielte sie sich leider nur online ab. Wir haben uns zwar über die Jahre öfters gesehen, aber bei weitem nicht so oft, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber so ist das nunmal, wenn zwei Leute aufeinandertreffen und sich anfreunden, von denen der eine in Berlin bzw Nürnberg wohnt, und der andere sich in seinem Sauerländer Wald am wohlsten fühlt. Wenn wir uns aber mal gesehen haben, dann war es immer so, als würde man sich eigentlich andauernd sehen, und der eine wäre nur mal kurz Zigarettenholen gewesen. Man kannte sich halt durch jahrzehntelangen E-Mail Austausch, durch Forenbeiträge, durch Facebook-Posts, SMS oder zehntausende Blogkommentare und „Beef“ mit Leuten wie Kammermeier oder MV mehr oder weniger durch und durch. Wobei ich aber auch zugeben muss, dass es durchaus mehr Treffen hätte geben können. Wie oft hat der Doc mir gesagt „Zum nächsten Festival musst Du aber nach Nürnberg kommen“, und ich faule Sau mit „Also, den Film hatten wir schon beim Bali, den beim Buio, den im Filmhauskino, der Kessler war auch schon bei uns… Bring doch mal was, das ich nicht schon kenne.“ abgewunken habe. Markus Antwort darauf? „Pöh“, „Doppel-Pöh“, „Grrmbll.“ Ich hätte einfach wegen ihm kommen sollen (und wegen all der anderen natürlich). Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Markus konnte das allerdings auch ganz gut. Ich weiss noch, wie ich ihn mal versucht habe zum damaligen WOH nach Oberhausen zu bekommen. Conventions waren schliesslich sein Ding, und Horror auch. Er hat aber dankend abgesagt. Aber nicht, weil er sich für mein schmächliches Nichtbeachten der B-Film Basterds revanchieren wollte, sondern aus einem Grund, der ebenso einleuchtend, wie einfach zu 100% Markus war – „Ich glaube, da gibt es nicht wirklich was für meine Frau.“ Unser Merkwürden wusste halt genau, was wichtig war im Leben. Gestern vor einem Jahr habe ich meine Idi einschläfern lassen müssen. Der wahrscheinlich liebste Hund, den ich je hatte. Warum ich das jetzt erwähne? Weil ich mir nie vorstellen konnte (oder wollte) wie es mal ohne sie sein würde. Und genauso ging es mir beim Doc. Er gehörte seit fast zwei Jahrzehnten immer irgendwie zu meinem Leben. Er schrieb immer viel zu lange und viel zu verschwurbelte Reviews. Postete Trailer zu irgendwelchen Kackfilmen von The Asylum. Meckerte groß und breit über Dinge, die er bei der Arbeit und im Umgang mit Klienten erlebt hat. Postete Fotos von Conventions auf denen er aussah, als hätte er seit fünf Wochen in den gleichen Klamotten geschlafen. Fotos von Haustier Nr #563, bei denen man sich immer nur dachte „Boah, Doc, NOCH ein Viech?“. Egal wo, irgendwo tauchte Markus immer auf, und gab seinen Senf dazu. Er war gefühlt immer da. Und all das ist jetzt, auf einmal, ohne Ankündigung verstummt. Nicht, dass es das auch nur im entferntesten besser gemacht hätte. Aber so ist es halt immer in so einer Situation. Man denkt sich, dass man sich gerne noch verabschiedet hätte. Einfach ein paar letzte Worte. Aber das Leben ist halt nicht fair. Sonst würde ich diese Zeilen nicht jetzt schreiben, sondern erst in 30 Jahren, nachdem wir uns jahrelang wieder und wieder darüber aufgeregt haben, wie scheisse doch das Booking der WWE unter HHH McMahon jr ist – und wie ignorant der alte Dewi ist, weil er immer noch nicht erkannt hat, wie toll Wrestling ist. Markus Nowak. Markus Risser. Doc Acula. Merkwürden. Bärtiges Ungetüm mit schlechtem Filmgeschmack. Herrscher über Badmovies. Ich werde jetzt nicht schreiben, dass Du mir fehlen wirst. Das wirst Du zwar, aber halt nicht nur mir, sondern einer ganzen Menge Leute (und allen voran Deiner Nicky). Denn wenn es ein Vermächtnis gibt, das Du hinterlassen hast, dann sind es nicht Deine Reviews, Deine 10k ungeschauten DVDs oder Deine Blurbs auf den Covern irgendwelcher deutscher „The Asylum“-Scheiben, sondern: Wir. All die Leute, die Du – ob gewollt oder ungewollt – zusammengebracht hast. Torsten. Silke. Thomas. Gunnar. Dirk. Jens. Udo. Gregor. Sebastian. Andreas. Den Krauli. Mich. Und einen Haufen weiterer Leute, die mir gerade nicht einfallen (sogar Peroy). Du hast ein echt tiefes Loch in unser Leben gerissen, Du alter Sack. Wir sehen uns auf der anderen Seite.

Kerstin Ludwig

Oh verdammt, jetzt ist es auch bei mir angekommen. Mensch Markus, mach doch nicht sowas. Du hättest… nein. Du HAST. Das Leben vieler Menschen bereichert. Du warst der lustige Kumpel, mit dem man Gespräche… und ich fühle mich gerade, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Mensch, Markus…

David Croll

Ich habe mit Markus Nowak jemanden verloren, der immer wieder wunderbar skurrile Filme ausgegraben hatte. Die Threads hier auf Facebook, wo wir über seinen Filmgeschmack stöhnten und ihn doch für seine Arbeit schätzten, werde ich nie vergessen. Titanic II, Sumuru, The Room, Megapiranha, Giant Octopus vs. Megalodon… und dank ihm besuche ich das B-Movie in Basel öfters als jedes andere Kino.

Michael Heissmann

Erschüttert und tief getroffen muss ich heute Abschied nehmen von einem besonderen Wegbegleiter, mit dem ich eine viel zu kurze Zeit lang kreativ tätig war und dem ich es ein Stück weit verdanke, wieder Freude an der Welt des „B-Movies“ und der Filmkultur allgemein gefunden zu haben. Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit, in der ich an seinem #Badmovies-Projekt mitwirken durfte und werde ihn und sein Schaffenswerk immer im Herzen behalten. Ruhe in Frieden, mein Bester Markus Nowak. „Alle weltlichen Dinge sind nur ein Traum im Frühling. Betrachte den Tod als Heimkehr.“ (Konfuzius)

Sandriano Mallesahno

Mensch Markus, vor 20 Jahren war Badmovies.de für mich das Tor zu einer anderen Welt. Im deutschsprachigen Raum gab es nix Vergleichbares. Bis heute war Deine umfangreiche Arbeit ein Pflichtbesuch für mich. Vor einem Jahr durfte ich Dich endlich persönlich kennenlernen und seither haben wir sehr oft geschrieben. Wir hatten wohl einen ähnlich schäbigen Humor. Nun haust Du einfach ab. Mensch Markus…

Jens Brugger

Gestern starb vollkommen unerwartet Markus Nowak alias Dr. Acula oder einfach nur “der Doc”. Wir kannten uns lange durch das Badmovies-Forum, Facebook und natürlich durch die B-Film Basterds, sein jährliches Filmfestival, das ohne Corona just in diesen Minuten zu Ende gehen würde. Persönlich trafen wir uns zum ersten Mal im Mai 2013. Ich hatte ein Vorstellungsgespräch in Nürnberg und fragte ihn, ob er Lust auf ein Treffen hätte. Er sagte zu und so standen wir uns an einem Freitagmittag endlich einmal gegenüber: ich fein herausgeputzt im Konfirmationsanzug (Vorstellungsgespräch!) und er, gerade von der Arbeit kommend, unrasiert und in verblichenen Jeans, Basterds-T-Shirt und gammeligen Turnschuhen. In Gedanken musste ich ein wenig über dieses Outfit die Stirn runzeln, würde ich doch so nicht an meinem Arbeitsplatz erscheinen. Andererseits: er hatte einen festen Job, ich hingegen war auf der Suche nach einem… Das Eis zwischen uns war ohnehin schnell gebrochen, denn mein “Statt des Irish Pubs hätten wir ja auch ins türkische Bad gehen können!” konterte er sicher mit “Dafür hättest du aber Tea For Two pfeifen müssen!” (Wer nicht weiß, auf welchen Film wir anspielten: selber schuld!). In der Zeit bis zu meiner Rückfahrt plauderten wir im O’Shea’s dann über Gott und die Welt, Wrestling und natürlich Filme, insbesondere die Werke mit Louis de Funès und die Spessart-Trilogie. Gerade von letzterer waren wir große Fans und es war schön, mit jemanden die Dialoge nachsprechen zu können. Mensch, einmal “Das Spukschloß im Spessart” auf den Basterds, das wär’s gewesen! Was kann ich noch über Markus schreiben, was nicht schon Andere, die ihm näher standen, bereits erzählt haben? Mir fehlen die Worte. Stattdessen will ich diesen Text mit einer Abwandlung jener zwei Sätze beschließen, mit denen ich regelmäßig seine Missgeschicke aus dem Alltagsleben kommentierte: Heimgehen? Das wird diese Woche wohl nichts mehr…

Manu Magno

Ich hatte das Glück/Vergnügen/die Ehre, ihn mal auf einer Con zu treffen und kurz mit ihm zu quatschen. Was für ein bescheidener und sympathischer Mensch. Es trifft mich ebenfalls und ich habe tiefstes Mitgefühl für seine Liebsten.

Thomas Hortian

Eigentlich bin ich nicht gut in so etwas. Mir fällt es in diesen Situationen immer schwer, die richtigen Worte zu finden. Doch heute habe ich das Gefühl, dass es eben sein muss. Ich war vorhin geschockt, als ich vom Tod eines guten Freundes gehört habe. Markus Nowak, Herz und Seele der Seite Badmovies.de, ist von uns gegangen. Es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich den Tod eines Menschen aus meinem digitalen Freundeskreis erlebe, der mir wirklich sehr nahe geht. Ich muss weit zurückgehen, wenn ich auch nur umreißen möchte, welchen Stellenwert die Freundschaft mit Markus für mich inne hatte. Es war 2003 oder 2004, als ich anfing, mich über den PC meines Bruders erstmals umfassend im Internet zu orientieren, an den dort entstandenen sozialen Knotenpunkten anzudocken. In meinem Fall waren es natürlich die Seiten, die sich mit Filmen, vorzugsweise B-Filmen, beschäftigten, in denen ich Lesestoff und dann auch ein Forum fand, das ich ein zweies digitales Zuhause nennen konnte. Aber ich landete nicht sofort auf Badmovies.de, das erste Filmforum, dessen ich Teil wurde, war das von Carsten Henkelmanns toller Seite SenseofView.de, welches leider schon seit geraumer Zeit seine Pforten geschlossen hat. Es herrschte eine anheimelnde, familiäre Atmosphäre, wurde regelmäßig von meist nicht mehr als ein oder anderthalb Dutzend Filmfreunden frequentiert. Ich hatte schon recht früh dort in der Link-Sammlung die Seite Badmovies.de entdeckt und fräste mich mit der Zeit durch die ellenlangen Reviews obskurer Filme. Im Forum von SenseofView wurde es allerdings immer leerer, einige von ihnen starteten neue, eigene Projekte, andere verschwanden einfach auf Nimmerwiedersehen. Da entdeckte ich, dass auch auf Badmovies ein Forum, der existierte, und meldete mich dort an. Zum ersten Mal, wie ich dachte. Denn das ist eine lustige, kleine Anekdote. Als ich mich anmeldete war der von mir bevorzugte Nutzername „TomHorn“ schon vergeben, und ich entschied mich dafür, mich „Mengele“ zu nennen, in Anlehnung an Tromas SURF NAZIS MUST DIE. Ja, eine reichlich kontroverse Entscheidung, wie auch Markus „Dr. Acula“ Nowak befand, seines Zeichens Hausherr. Ich erzählte ihm, dass halt „TomHorn“ schon besetzt war und wie es zu meiner, zugegebenermaßen etwas unglücklichen, Namenswahl kam. Er meitne, dass der Benutzer „TomHorn“ schon seit einem Jahr die Forum fern bliebe und sich eigentlich auch noch nie großartig beteiligt hätte, deswegen können man ihn ruhig löschen und ich mich dann als „TomHorn“ anmelden. Als ich mir Anmeldedatum und das Datum des letzten Logins ansah, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren – ich war „TomHorn“ gewesen! Ich hatte mich kurz vor dem Jahreswechsel 2003/04 schon einmal hier angemeldet, aber kurz darauf mein Passwort verlegt und hatte es dann schlicht vergessen. Und so wurde ich am 5. Januar 2005 nochmals als Mitglied „TomHorn“ in der Gemeinde vom wiedergeboren. Es dauerte nicht lange, dass die Online-Gemeinschaft von Badmovies.de mein neues, digitales Zuhause wurde. Ich habe dort viele Leute kommen und gehen sehen, einige wenige sind sogar mit der Zeit wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Es gab viel zu lachen, zu diskutieren, zu streiten. Ich weiß noch, wie der Doc vor einigen Jahren die Schnauze voll hatte, weil er seine Arbeit nicht genug gewürdigt empfand. Es war auch tatsächlich so, dass sich zu dieser Zeit eine Alltagsmüdigkeit, ein wenig Faulheit bei uns eingeschlichen hatte, man nicht mehr jeden neuen Erguss des Docs mit Inbrunst kommentierte und diskutierte. Es war das Jahr des „Projekts 300“, in dem Markus, quasi als Herausforderung, als großes Ziel, um sich selbst zu motivieren in einem Jahr 300 Filme besprechen wollte. Es schwang leicht mit, dass, wenn er es nicht schaffen sollte, das Projekt „Badmovies.de“ zu Grabe tragen wollte. Ich habe in dieser Zeit oft mit ihm privat geschrieben, wir haben diskutiert, wie man die Gemeinschaft mal wieder anstoßen, die Risse, die entstanden waren, kitten könnte. Es war auch da noch sein Herzensprojekt, doch der Frust hatte sich seit einiger Zeit aufgestaut und nun seinen Weg nach draußen gebahnt. Er hat die 300 Reviews nicht geschafft, aber wir sind alle wieder näher zusammengerückt, und schließlich konnte er es einfach nicht hinter sich lassen, es einfach beenden. Nebenher war es zu einer Institution geworden, dass der Doc einmal im Jahr zu sich nach Hause lud, zuerst nach Berlin, später dann nach Nürnberg, um dort mit einigen Forenmitgliedern eine ausgiebige Filmsession abzuhalten. Ob es nun Ehrgeiz oder Übermut war, erwuchs daraus die Idee, ein Filmfestival aus dem Boden zu stemmen. Nachdem er vor Ort die Rahmenbedingungen geklärt hatte, ein kleines Kino als Partner gewinnen konnte und Kontakte zu Verleihern und Filmsammlern geknüpft hatte, stieg das allererste „Badmovies Festival“. Dies fand einige Male (fragt mich jetzt bitte nicht, ab wann und wie oft) im eher kleinen Rahmen statt, aber mit dem schnöden Namen war der Doc nicht wirklich zufrieden. Es brauchte etwas eigenes, griffiges, um es auch besser vermarkten zu können und nicht nur eine Handvoll Freaks aus dem Forum anzuziehen. Es wurden im Trashtalk Vorschläge zur Abstimmung gesammelt. Ich saß damals des Abends, wohl leicht angetrunken, vor dem PC und schmiss einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag in die Runde: B-Film Basterds. Ich hätte nie gedacht, dass der Name es überhaupt in die Auswahl schafft, denn es war bekannt, dass meine werten Forenmitmenschen Quentin Tarantinos INGLOURIOUS BASTERDS zwar liebten, aber die Vergewaltigung der englischen Sprach im Titel genauso sehr hassten. Trotzdem setzte sich der Name in der Abstimmung durch, ich weiß immer noch nicht, warum. Dieses Wochenende, vom 21.-24. Mai 2020, sollte eigentlich die zehnte Ausgabe des B-Film Basterds im Nürnberger KommKino stattfinden, was ja aufgrund der anhaltenden Krise ins Wasser gefallen ist. Ich habe es in dieser Zeit nicht einmal dorthin geschafft, noch nicht einmal 2016 zu dem Ableger nach Hamburg, wo es neben Frankfurt und Berlin auch kurzzeitig gastierte. Ich habe den Austausch mit Markus immer sehr genossen. Er hat mich schon 2005 dazu ermutigt, auch mal eine Film-Review für Badmovies dazuzusteuern. Das hat dann bis 2017 gedauert, aber seit drei Jahren bin ich auch wieder mehr auf der Seite an sich, und nicht nur im Forum, involviert. Seit sich Michael Heissmann um die Belange rund um Badmovies.de kümmert, hat er auch der Seite einen neuen Look verpasst. Es war nicht das erste Redesign, vor WordPress machte man Zwischenstation als Wiki, und es sollte auch nicht final sein. Seit einigen Monaten waren wir hinter den Kulissen immer mal wieder am Diskutieren, um diesen Look noch zu verfeinern, den Aufbau, den Begrüßungstext, das Banner. Auch die Seite vom B-Film Basterds sollte eigentlich mit Badmovies.de zusammengeführt und aktualisiert werden. Es verlief alles ein wenig schleppend, Markus war kein entscheidungsfreudiger Mensch und sagte gerne „Mach Du einfach mal, wird schon passen!“ Aber es lag Aufbruchstimmung in der Luft, man hatte so etwas wie einen Plan. Es sollte so etwas wie die nächste Stufe von Badmovies werden. Und hier musste ich inne halten, denn die Gedanken an die beschriebene Zukunft der Seite weichen wieder der Erkenntnis, dass Markus nicht mehr ist. Jetzt, hier und heute, so schön es für einige Minuten war, sich an all das zu erinnern und es mit euch zu teilen, ist nur noch Trauer in meinem Kopf und meinem Herzen. Es gab in den letzten beiden Jahrzehnten immer wieder Stimmen, die gesagt haben, dass es ungesund ist, zu viel soziale Aktivitäten ins Netz zu verlagern, dass das digitale Leben ein echtes nicht ersetzen kann, vielleicht sogar das eigene Wesen verkümmern lässt. Momente wie diese beweisen, dass dies falscher kaum sein kann, denn diese Freundschaft, diese Gemeinschaft hat mein Leben in den letzten mehr als 15 Jahren bereichert, wie kaum etwas anderes in meinen Umfeld, hat mich durch schwere Zeiten begleitet und mir Halt gegeben. Ohne Menschen wie Markus wäre auch ich vielleicht jetzt gar nicht mehr hier. Ich werde Dich vermissen, mein Freund! Farewell!

Sönke Meyer

Puh… Auch wenn ich Markus nur digital kannte, ist das ein ordentlicher Schlag. Was mit so einem Gewinnspiel für eine DVD begann und darin endete, dass er die einzige Person in meinem Profil geworden ist, die ich (leider) nicht persönlich kennenlernen durfte. Er konnte sich als einziger über das seit 20 Jahren bewährte Prinzip des „ich will die Person erst treffen, bevor ich sie adde“ hinwegsetzen. Sein Humor, seine Schreibweise war unverwechselbar… Über sich selbst lachen zu können ist ein Schatz, sich nicht selbst allzu ernst zu nehmen eine Gabe. Er war eine eigene Marke, die wie ein Fels in der Brandung war. Er schlich sich erst ein oder zweimal auf meinen Feed, bis er dann ein fester Bestandteil war, ein Quell der Freude auch an schittigen Tagen. In dieser stürmischen digitalen Welt war er ein Ruhepol für mich, einem mit dem man auch einfach so Spaß haben konnte. Danke für all die tollen Stunden.

Dirk M. Jürgens

Ich bin kein großer Fan von Nachrufen (wenn es also bei mir soweit ist – ich weiß es zu würdigen, es braucht aber keinen), besonders auf jemanden, auf den aufgrund seiner Beliebtheit schon mehrere geschrieben wurden, aber … dass die Welt jetzt ohne Markus Nowak alias Doc alias der Risser alias Er-der-auf-Fotos-die-Augen-halb-zu-hat auskommen muss, ist ein so schwerer Schlag, dass ich jetzt zumindest ein paar Worte verlieren muss. Die zentralen davon: Verdammte Scheiße, das ist ja nicht zu glauben! Fick dich, 2020! Zwar war ich nur einmal auf dem Doc’schen Filmfestival, aber zumindest habe ich ihn ein paar Mal getroffen, was stets eine Freude war. Seine Filmreviews auf badmovies.de (lange, bevor Trashfilme Teil der Mainstreamkultur wurden) waren oft Meisterwerke des Ausdrucks, als auch solide Kritiken und über sein Forum habe ich viele Leute kennengelernt, die bis heute Freunde und Mitarbeiter sind. Da habe ich auch meine ersten Comicversuche unternommen mein Humorverständnis entscheidend geprägt bzw. verdorben. In letzter Zeit hatte ich nicht mehr viel Kontakt zu ihm, las ihn aber noch regelmäßig, auch wenn ich seltener zum kommentieren kam. Gerade jetzt habe ich noch Lesezeichen bei zwei seiner Artikel, die ich mir im Laufe der nächsten Tage vornehmen werde. Insofern möchte ich mit einer seiner schönen Formulierungen schließen und traurig feststellen, dass ich – und mit mir die Welt – heute eine Fehlmenge an Markus Nowaks bemerken.

Gunnar Sadlowski

Heute Mittag musste ich lesen, dass Markus Nowak verstorben ist. Markus mag einer der einflussreichsten Menschen in meinem Leben gewesen sein – direkt oder indirekt. Es muss so 2004/2005 rum gewesen sein, als ich das erste mal auf badmovies.de stieß – eine Seite, die sich Thrashfilmen und sonstigen Absonderlichkeiten des Zelluloids verschrieben hatte, lange bevor das Wort auch nur im entferntesten salonfähig wurde. War ich bis dahin mit einer Liebe zu Horror-Gurken und anderen Ausfällen der Filmkunst recht alleine, fand ich in dem Forum dort schnell ein zu Hause und auch ein paar Freunde. Markus, in Fachkreisen als Dr. Acula oder auch „der Doc“ bekannt, lieferte Reviews von Trashfilmen, B-Movies und Absonderlichkeiten, mit Nacherzählungen der Handlung, die sich oft so lasen, als würde dir ein Kollege in der Kneipe bei einem Bier die Handlung eines Films weitschweifig erzählen, und einer Bewertung, die durchaus mit Hand und Fuß und Kompetenz aufwarten konnten. Meine ersten Schreibversuche habe ich damals als Gastrezensent gemacht und gleich die erste Lektion gelernt: So launig und witzig daherschreiben wie der Doc, das macht man nicht mal eben. Klar ist sein Stil sicher nicht jedermanns Sache, aber es ist zumindest ein unverwechselbarer Stil. 2005 trafen wir uns dann persönlich in seiner vollgequalmten Berliner Hütte – wir, das waren der Doc, ich und eine Handvoll anderer Bekloppter aus dem Badmovie-Forum, wir stellen uns ein paar Kisten Bier in die Mitte und ließen schlechte Filme laufen. Und ab dann rannten wir uns regelmäßig über den Weg, bei dem einen oder anderen Forentreff, bei den B-Movie Basterds in Berlin oder über viele Jahre auf der Spielemesse in Essen. Sicher gab es Menschen, die ihm näher standen als ich, die ihn besser kannten, mehr Zeit verbrachten und was weiß ich nicht alles. Aber wichtig war: Wenn wir uns sahen, dann dauerte es 5 Minuten, bis einer den anderen beleidigte, was der andere dann im gleichen Tonfall zurückgab und wir dann die nächsten 48 Stunden nichts besseres zu tun hatten, als uns anzugiften – ich hatte jedes Mal den Spaß meines Lebens und, da er bereitwillig immer wieder zu Besuch kam, schien es ihm auch ein wenig Spaß gemacht zu haben. Ich werde Markus immer als einen herzensguten Menschen in Erinnerung behalten, dessen Geschmack in filmischen, literarischen und vor allem musikalischen Bereichen sämtliche Konventionen sprengte. Mit einem geballten Maß Wahnsinn musste man immer rechnen, wenn man mit dem Doc unterwegs war. Und das ist etwas, das mir sehr fehlen wird.

René Rausch

Lieber Markus Nowak, da bist du einfach so weg. Für immer. Und ich bin geschockt und unfassbar traurig. Es war ein Schlag in die Magengrube. Klar, wir waren keine besten Kumpels. Aber uns verband eine Bekanntschaft, die ich nicht missen möchte. Damals auf deiner legendären Seite Badmovies hast du seinerzeit 2003 einen unserer Filme besprochen. Daraus wurde ein jahrelanges Begleiten deiner Reviews zu unseren Werken. Du warst immer äußerst positiv und zuversichtlich unserer Filmtruppe gegenüber – man nannte dich in einschlägigen Kreisen gar abfällig „Transcendental Pictures-Fanboy“. Aber lasse mal reden, ich fand es gut und du warst ja immer schon talentiert darin, Dinge zu mögen, die andere nicht mal mit der Kneifzange anfassen würden. Asylum, Charles Band-Spätwerke und so weiter, du warst hart im Nehmen. Badmovies halt, das war dein Credo und Lebensmotto. Jeden Tag warst du auf Facebook und hast dich ausgetauscht, geranted, empfohlen, kundgetan und vieles mehr. Ein sehr aktiver Zeitgenosse. Deine Beiträge gehörten zum Standard-Repertoire auf meiner Timeline, du wurdest immer mit irgendeinem Post angezeigt. Und das war schön und hat Freude bereitet. Besonders dann, wenn du dich mit anderen Freaks und Nerds gekabbelt hast. Good stuff. Und nicht nur das, du hast dich sogar herabgelassen, in einem meiner Kurzfilme aufzutreten. Weil ich das wollte. Der Doc mal vor und nicht hinter den Kulissen. Du bist das Wagnis eingegangen und hast den Quatsch mitgemacht. Aus Bock heraus. Das war wunderbar und ein schönes Erlebnis. Das wird für immer für die Nachwelt erhalten bleiben, haha (nein, das ist doch keine Drohung, sondern ein Monument). Nun bist du nicht mehr da. Einfach so. Gestern noch hast du ein Meme geposted (das war die letzten Monate über ja dein geliebtes Ding geworden) und dann die Nachricht, dass du für immer gegangen bist. Es wird leer sein auf Facebook, in meiner Timeline und ohne Badmovies.de … ohne dich schrägen Vogel. Ich vermisse dich jetzt schon. Mach es gut, mein Lieber. Ich hoffe, da oben zeigen sie ausreichend Filme nach deinem schlechten Geschmack. Das hast du verdient. Ruhe in Frieden.

Oliver Naujoks

Ich musste gerade mit Schrecken lesen, dass Markus Nowak plötzlich verstorben ist. Markus kannte ich nur von Facebook, unsere gemeinsame Leidenschaft für schöne Filme verband uns und sorgte für häufigen Austausch. Facebook kann häufig nerven, manchmal aber auch sehr schön sein. Mit Markus war es hier immer schön. Das werde ich vermissen. R.I.P., Markus. Ich wette, da, wo Du jetzt bist, gibt es auch eine Menge obskure Filme, denen Du Dich noch mit Hingabe widmen kannst.

Andreas Arimont

Es gibt diese Tage, da dauert es eine Weile, bist du es begreifst du glaubst. Ruhe in Frieden Markus Nowak und viel Kraft allen seinen Freunden sind Angehörigen.

Markus Haage

BadMovies.de stellte eine Konstante dar, die seit 2000 existiert und stets weiter betrieben wurde. Als ich als Teenager dieses Projekt hier 1999 begann, war BadMovies.de eines der ersten Projekte, welches mir begegnete. Über diese zwei Jahrzehnte hat sich alles gewandelt. Persönlich, politisch, gesellschaftlich, technisch, kulturell. BadMovies.de blieb aber und ging nicht wie so viele andere und längst vergessene Projekte nach großem Trommelwirbel unter. Acula durchwühlte sich vollkommen Schmerz-befreit durch die absurdesten und abseitigsten Perlen der Filmgeschichte und drang dabei in cineastische Galaxien vor, die kein Mensch zuvor betreten wollte. Vieles, was nun gar wieder Mainstream oder im Trend ist, hatte er schon Jahre vorher abgearbeitet. Erst gestern Nachmittag wies Doc Acula noch auf ein Film-Review von ihm hin. “Computer für Mord”, ein obskurer italienischer Krimi von 1966. Es sollte sein letztes Review von Tausenden sein. Lange bevor Trashfilme und B-Movies wieder populär wurden, beschäftigten wir uns damit. Ich via TrashZombies.de, gegründet 1999, und er via BadMovies.de, gegründet 2000. Und es ist rückblickend ein merkwürdiges Gefühl, dass bestimmte Filme, die nun sogar im Fernsehen von Stars zelebriert werden, damals anno 2003 kaum noch aufzutreiben waren. So hielten wir frühzeitig sporadisch Kontakt und tauschten gegebenenfalls Filme, oftmals VHS-Ripps, untereinander aus. Wir waren nie Freunde im klassischen Sinn, eher digitale Bekanntschaften, aber achteten uns gegenseitig. Als aus TrashZombies.de im Jahre 2008 VideoRaiders.net wurde, neckten wir uns über die sozialen Netzwerke gegenseitig, um unsere Präsenzen humorvoll zu pushen. Für sein Filmfestival B-Film Basterds! im Nürnberger Kommkino anno 2011 übernahm ich Design-Arbeiten und programmierte die erste Website. Als VideoRaiders.net zum Print-Magazin Neon Zombie wurde, bot er als einer der ersten Personen seine Hilfe an und hat die zweite Ausgabe mit einem Artikel über das Godzilla-Revival anno 1984 unterstützt. Wegen einer Nichtigkeit brach zwischen uns irgendwann Ende 2015 der Kontakt ab. Zu einem persönlichen Treffen kam es nach fünfzehn Jahren leider nie. Ich bereue dies enorm. Vielleicht waren wir uns ähnlicher, als wir jemals zugeben wollten. Eben einfach Dickköpfe. Dennoch kehrte ich ab und an bei BadMovies.de wieder ein, durchstöberte das legendäre Forum, den sogenannten Trashtalk, und las die präzisen und manchmal nicht enden wollenden Reviews obskurer filmischer Werke aus aller Welt. In unserem kleinen Nischenbereich stellte BadMovies.de, im Grunde das Lebenswerk von Doc Acula, eine feste Konstante dar. Docs Tod hinterlässt ein unglaublich großes Loch, welches nicht zu füllen ist. Es macht fassungslos, auch weil es so plötzlich kam. Ohne jegliche Vorwarnung. Es erinnert auch daran, wie wertvoll die vielen kleinen Momente sind, die rückblickend immer ein Ganzes ergeben, auch wenn man sie nicht sofort zu schätzen weiß. Ruhe in Frieden, Doc. Dein Werk bleibt unvergessen.

Lars Johansen

Ich möchte diesen Nachruf hier teilen, weil auch ich geschockt bin. Ich habe Markus Nowak nie persönlich getroffen, ihn aber oft und gerne gelesen. Ein kluger, humorvoller Zeitgenosse mit extrem hoher Sachkenntnis, der genug von Film verstand, um angenehm souverän mit diesem Wissen umgehen zu können. Als Mitredakteur beim 35 Millimeter – Das Retro Filmmagazin hat es mich froh und stolz gemacht, dass er dabei war. Ohne ihn wird die Welt der Filme, die ich so mag, sehr viel ärmer sein. R.I.P., Dr. Acula.

Udo Seelhofer

Lieber Markus Nowak, nachdem ich jetzt einen Tag Zeit hatte, den Schock von der Nachricht deines Todes zu verdauen, möchte ich noch eine Kleinigkeit sagen. Markus, du hast mein Leben auf so viele Arten positiv beeinflusst, die dir selbst wahrscheinlich nie bewusst waren. Damit meine ich gar nicht so sehr, dass deine Seite mich in Sachen Trashfilme auf den Geschmack gebracht hat. Auch nicht, dass deine Reviews mir so manchen langweiligen Nachmittag aufgelockert haben. Dass wir uns gemeinsam mit Gunnar Sadlowski, Marco Erdmann und all den anderen stundenlang über Wrestling, Trashfilme und alles Mögliche unterhalten haben, schon viel eher. Vor allem aber: Ich habe durch dich, ob du das wusstest oder nicht, mit Thomas Nezold meinen heute mit Abstand besten Freund kennen gelernt. Als ich die Nachricht von deinem Tod erhalten habe, ist mir bewusst geworden, dass ich mich dafür nie bei dir bedankt habe. Dass ich das jetzt nicht mehr kann, tut mir in der Seele weh. Machs gut, mein Freund. Denn genau das wirst du immer für mich bleiben, auch wenn wir uns nur einmal persönlich gesehen haben und zwischen Nürnberg und Wien doch ein paar Kilometer mehr liegen: Ein echter Freund.

Stefan Meckel

Ich war schon von Kindesbeinen an ein leidenschaftlicher Filmfan. Ich schaute früh Alfred Hitchcock und Roman Polanski, die Coen-Brüder und David Cronenberg, die mich und meinen Filmgeschmack sehr prägen sollten. Und dann kam badmovies.de – eine Seite, die sich den stiefmütterlicher behandelten Vertretern der Filmgeschichte verschrieben hatte und zahlreiche lange, außerordentlich amüsant geschriebene Reviews beherbergte. Dort wurden weniger die guten, sondern – wie der Name schon sagt – vielmehr die schlechten Filme gewürdigt. Fortan erweiterte ich meinen Horizont, und so hieß ich plötzlich auch Regisseure wie Edward D. Wood jr., Jess Franco und Luigi Cozzi herzlich willkommen, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass sie überhaupt existieren. Plötzlich hatten auch Filme mit an Schnüren befestigte Radkappen, die UFOs darstellen sollten, oder mit Seefahrern, die sich durch das Zusammenknoten von Gummischlangen aus einem Kerker befreien konnten, einen festen Platz in meinem Herzen. Auch selbst steuerte ich Filmkritiken für diese Seite bei – zuletzt erst wieder im April dieses Jahres. Wie ich vorhin erfahren habe, ist der Seitenbetreiber Markus Nowak, den ich damals als Doc kennenlernte, gestern für mich völlig unerwartet und viel zu früh verstorben. In den über 15 Jahren, die ich sein Schaffen verfolgte, habe ich ihn immerhin auch einmal persönlich getroffen, als er sein erfolgreiches alljährliches Badmovies-Festival, die B-Film-Basterds in Nürnberg, auch einmalig nach Hamburg brachte (mit leider überschaubarem Erfolg). Just an diesem Wochenende hätte das Festival eigentlich zehnjähriges Jubiläum feiern sollen, konnte aber wegen Corona nicht stattfinden. Danke für die unzähligen Stunden voller Heiterkeit, Doc! Noch heute stehen einige Leitz-Ordner mit deinen ausgedruckten Kritiken bei mir im Keller. Mach’s gut! Ein trauriger Fan

Dominik Weiß

Meinen trashologischen Hallowach-Schuss kann ich relativ fix auf das Jahr 1994 festmachen. Damals war Helge Schneider bei Wetten Dass und hat „Katzeklo“ einem Millionenpublikum bekannt gemacht. Ich als kleiner Stopsel konnte das noch nicht vollkommen verarbeiten, wusste aber, da ist was, das nennt man „Trash“. Man kann sagen: ich hatte das wichtigste kapiert. Mehr Reim konnte ich mir darauf noch nicht machen, nur dass im Fernsehen manchmal die Zeichentrick-Serie „Killertomaten“ lief. Die hab ich mir wahrscheinlich zur selben Zeit angeguckt aber nicht kapiert. Ich spürte nur, dass irgendeine Verbindung besteht. Ein Jahr später lief auf SAT 1 „Space Mutiny“, ich bilde mir ein, dass ich den damals gesehen habe, wenn ja, dann konnte ich mir da noch nicht die nötigen Augen aufsetzen, die man dafür braucht. Jahre vergingen, in denen ich immer mehr vage in Richtung Trashie entwickelte, über Bruceploitation, 70er „Aufklärungs“-Filme, schlechte Action-Klopper. Ich weiß noch als ich im Fernsehen damals „American Cyborg Steel Warrior“ gesehen habe und den tagelang diskutieren musste, auch wenn der Film aus heutiger Sicht besser ist als damals angenommen. Auch Eurodance der 90er sollte mich zeitlebens nie wieder loslassen. Womit man halt so groß geworden ist. Deutscher Schlager kam immer wieder mit rein, ob ich wollte oder nicht. Ein damals bester Freund nahm per Kassettenrekorder so mal eben zur Gaudi in Eigenregie ein Album auf. Es sollte sich als Trash-Gold herausstellen. Leider verlief sich der Kontakt bald. Mein Interesse fand keine so rechte Ausdrucksform, verlosch aber nie, ich erinnere mich an irgendein Interview mit Bela B., in dem er seine Liebe zum Trash offenbarte. Mir war warm ums Herz. Als mir BM.de ins Auge fiel war ich viel in der Ofdb unterwegs, ich habe keine Ahnung, wonach ich damals gesucht habe, jedenfalls wurde als externe Reviews immer wieder die vom Doc angegeben. Das muss wohl so ca. Oktober-November 2015 gewesen sein, das mache ich daran fest, dass wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, Daniel der Zauberer das gerade aktuellste Review war, Nr. 541 oder so, also schon etwas nach der schreibintensivsten Zeit. Der Fokus hatte sich etwas auf Amateur/Independent verlagert. Viele User der ersten Stunde waren gar nicht mehr da und ich habe sie nie kennengelernt. Nichtsdestoweniger, es dauerte nicht lange, bis ich voll in der Spur war, um das Feld von hinten aufzurollen. Tatsächlich habe ich damals alle Reviews durchgeklickt, Filmtitel plus Wertung in ne Liste geschrieben, mir die Top150 oder so grob nach Wertung sortiert ausgedruckt und durchgelesen. Mein erstes vollständig gelesenes Review war demnach „Turkish Star Wars“, zugleich eines der besten Doc-Reviews. Die Review-Länge nahm man dabei absolut in Kauf. Ich habe nicht alle Reviews gelesen, aber über 80 % mit Sicherheit. Man darf sich sicher sein, Filme wie die von Doris Wishman, Coleman Francis oder „The Apple“ hätte ich ohne den Doc nie kennen oder schätzen gelernt. Zeugs wie Fred Olen Ray, David DeCoteau oder auch der olle „Roller Blade“ hätte ich wenn überhaupt erst Jahre später habhaft werden können oder hätte in diesen Filmen nicht nach dem gesucht, was ich laut Doc darin hätte finden sollen (und: meistens hatte er recht). Dinge, die heute selbstverständlich ins Arsenal des versierten Trashologen gehören, wie Troma oder die Godfrey-Ho-Ninjastreifen habe ich erst durch den Doc kennengelernt. Selbst Jess Franco sagte mir vorher nur dem Namen nach was. Hyper obscure shit wie „The Naked Witch“ hätte ich nie gefunden. Ed Wood kannte ich vorher schon, doch niemand außer dem Doc konnte so viele Geschichten (und die waren meistens tragisch) über den erzählen. Und schirmte ihn vehement gegen den Vorwurf „worst director ever“ ab. Trotz der bekannten Schwächen hat er nie einem Wood-Film 10 Bomben gegeben. Auch gute Filme wie „The World of Kanako“ oder „Secretary“ wären wohl ohne bm.de unter meinem Radar weggeflogen. Der Schreibstil vom Doc war immer ne Mischung aus rhetorisch gekonnt und informativ. Seine eigentümliche Art, wie er auf die Filme blickte, übertrug sich quasi sofort auf den Leser. Man konnte sich dem kaum entziehen. Auch Reviews mit denen ich nicht oder nur teilweise mitgehen kann, haben eine tiefe Wirkung auf mich gehabt. Ich habe viel überlegt, was das meistgelesene Doc-Review bei mir gewesen ist. Es müsste „Dungeon Girl“ gewesen sein, aber genau kann ich das nicht mehr feststellen. Weitere Kandidaten sind sicher, neben allem was mir grade nicht mehr einfällt: „Manos the Hands of Fate“, „Blaze Starr Goes Nudist“, „The Apple“, „Glen or Glenda“, „Roller Blade“, „Jimmy the Boy Wonder“, „Frauenlager der Ninja“, „Mr. Babysitter“, „Space Mutiny“, „Double Agent 73“, „Plan 9“, „Die wilde Welt der Jayne Mansfield“, „Kidnapped Coed“ „Van Helsing“, „Nemesis 3“, „Timesweep“ und seltsamerweise „Kichiku dai enkai“. Februar 2008 habe ich mich dann nach über 2 Jahren mitlesen selbst angemeldet. Ich muss sagen trotz des ruppigen Umgangstones, der offenen Kämpfe zwischen bestimmten Usern und dem Hinweis auf der Startseite eigentlich den Stall an Gastreviewern voll zu haben. Mein erstes Review war damals „Challenge of the Tiger“ (natürlich Bruceploitation), das mit freundlicher Mitwirkung vom Manhunter (vielen Dank noch mal) entstand. Ich hab’s seitdem nie wieder komplett gelesen. Nur unlange später habe ich in meinem neueröffneten Review-Thread mal ohne mir was dabei zu denken die Bemerkung fallen lassen, ein Praktikum in Nürnberg zu absolvieren, ich dachte zu dem Zeitpunkt, der Doc würde noch in Berlin wohnen. Er lud mich in einem Akt der erstaunlichen Spontanität und Publikumsnähe sofort zu sich nach Hause ein und wir hörten einen Haufen Musik-Zeugs und schwafelten, ich glaube über Battlefield Earth wenn ich nicht irre. Whatever, ich habe ihn dann irgendwann noch mal besucht, das muss wohl während der Europameisterschaft gewesen sein. Ich habe ihn immer wieder auf den Forentreffen gesehen. Ich war bei allen außer bei einem (dem auf dem „Paco – Kampfmaschine des Todes“ gelaufen ist). Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich tatsächlich Filme wie „Manos the Hands of Fate“ oder „Frauenlager der Ninja“ auf der großen Leinwand gesehen habe. Das kann ich aber von „Libido Mania“ und „Revenge of the Alligator Ladies“ (letzterer wirklich nur noch mit dem Label „unwatchable“ zu versehen) behaupten. In Erinnerung bleibt auch das ganze Gedöns um „Showgirls Exposed“, das ging zu Anfang vollkommen tutti completti an mir vorbei, erst als die Sache ihren Siedepunkt erreichte, habe ich mich retroaktiv reingehauen. Es war eine Erfahrung fürs Leben. Unvergessen bleibt auch die Präsentation in Greifswald (Anfang 2012 glaube ich). Ich hatte damals auf Anfrage vom Reini zugesagt mitzufahren, fest in dem Glauben es käme eine größere Delegation aus dem Forum. Tatsächlich waren nur wir drei (der Doc, der Reini und ich) dort. Und nicht nur das: zuerst dachte ich, wir würden gemeinsam ein paar Musikstücke vorspielen und evtl. ein paar Takte quatschen. Fakt war dann, dass ich dann mehr oder weniger alleine ne komplette Disko stemmen musste, wohlgemerkt ohne Festplatte und nur mit 4-5 selbstgebrannten CDs die ich dabei hatte, während der Doc auf der Tanzfläche abging. Es kam an beim Publikum und schnell hieß es, wir sollen die Show wiederholen, leider kam’s nie dazu. Gesehen hat man sich trotzdem immer wieder, in Nürnberg, in Frankfurt, leider nie in Berlin. Es war immer eine Gaudi. Es wäre eine Gaudi gewesen wenn das Forentreffen wie geplant hätte stattfinden können. Und jetzt soll er nicht mehr da sein? Kann man sich nicht vorstellen, auch wenn man es ganz genau besser weiß. Schon meine Online-Zeit in diesem Forum sollte für sich sprechen, wie viel Einfluss dieses Projekt auf mich hatte. Auch wenn ich mich dann in den letzten Jahren immer mehr zurückgehalten habe. Unerledigte (Review-)Baustellen sind immer mehr geworden, irgendwann habe ich zu meiner eigenen Überraschung angefangen dem Anime zu frönen. Badmovies.de war immer eine feste Größe. Für Interne-Verhältnisse ein biblisches Alter angehäuft, es hätte immer so weitergehen können. RIP Doc.

Reinhard Rieß

Gestern habe ich leider erfahren müssen dass am 23.05.2020 völlig überraschend mein Freund Markus Nowak verstarb. Markus war Autor beim 35mm-Magazin, der Schöpfer von Badmovies.de (mittlerweile eine der ältesten deutschsprachigen Genrefilmseiten), Buchautor, als „Dr. Acula“ Schreiber unzähliger Film-Reviews, der Macher und Leiter des B-Film Basterds Filmfestival (gibt es auch schon seit zehn Jahren) und auch Gast bei zwei Deliria-Forumstreffen. Ich kannte wirklich niemanden, der so ein unfassbar großes Wissen in Sachen schräger und ungewöhnlicher Film besaß. Die Nachricht über deinen Tod war ein völliger Schock für mich. Ruhe in Frieden, Markus!

Gordon Volkmer

Ja, keine Ahnung, ob ich hier überhaupt in denselben Lauf einschreiten und schreiben kann wie vermutlich viele Andere hier. Aber immerhin war ich mit meinem Kumpel Ralle (nein, nicht der Ralle) beim ca. 2. Treffen ever in des Docs Bude in Berlin zu Gast. Dort haben wir dann mit Schlafsäcken auf dessen Fußboden verbracht anno Dunnemal. Ich glaube, dass 3D-Razor, der Riddler und Neo mit dort waren. Wir haben dann so Perlen wie „Requiem der Teufel“, „Teutobill“… äh kill 2, „Apple“, „Cabin Fever“, „Freax“ und „Arcade“ geguckt… so ausm Kopf. Zudem hat er uns den schönen „Dead Heat“ (inkl. des Docs aus Voyager, worauf es noch Diskussionen gab, ob er’s denn wirklich sei – Hint: er ist) sowie die Series „Spaced“ nahe gebracht. Allein für die letzten beiden werde ich ihm ewig dankbar sein. Und dass ich mich ausm Kopf an all den Kram erinnere, sagt schon aus, dass es ein unvergessenes Erlebnis war, irgendwo neben korpulierender Katze und unendlichen VHS zu liegen. 2004 waren DVDs noch eher rar, aber der Doc hatte natürlich schon über 200 Stück. Und als ich in den Raum kam, dachte ich noch: „Krass, was ne Schallplatten-Sammlung“, bis ich mitbekam: „Achsoooo… das sind alles Laser Discs… sehr realistisch“. „Arcade“ – dieser stoische Klassiker – war dann auch auf einer dieser Discs zu sehen. Markus und ich sind dann immer mal wieder sporadisch in Kontakt geblieben. Gerne hab ich ihn mal in meiner Studentenzeit aus dem Callcenter angerufen, um ihm was aufzuschwatzen (selbstverfreilich spaßeshalber) und ungelogen JEDES MAL ist er wieder drauf reingefallen. Wir haben uns dann ausgetauscht über die neuesten Idiotenfilme, die wir gesehen haben. Er freute sich geradezu, als ich ihm erzählte, dass ein Arbeitskollege mir „Wurmfresser“ vorschlug, und ich den dann auch noch geguckt hab… :umbra: Und dann sagte der Kollege „Der hat Charme“… und ich fragte mich nur „Wann?“, und der Risser (damals noch) lachte sich scheckig. Ich wollte immer mal wieder zu den Treffen kommen, aber Zeit, Geld und Entfernung waren meist Hindernisse, v.a. als er dann gen Nürnberg umgezogen war. Ist halt nicht so einfach ausm „Hohen Norden“ da jedes Mal kurz hinzufliegen… leider. Zum Glück hatte ich wenigstens ein BadMovies Festival mitgenommen, in welchem er so Perlen wie „The Room“, „Manos“ (wenn der beschissene Teufel den Typen nur noch eine Sekunde länger an den Baum gefesselt hätte, wär ich kurzum Amok gelaufen) oder „Das Geheimnis der 14 Geisterreiter“, der ungefähr drölf Mal gerissen ist. Und auch dort taugte es dann doch noch zu dem ein oder anderen Plausch vor oder nach den Filmchen, über eben jene, aber auch das Leben allgemein. Es hat mich, obschon ich jetzt bestimmt ein Jahr oder so nicht mehr aktiv war (vielleicht auch länger?), doch kalt erwischt, wirkt immer noch surreal. Aber genau das ist es eben: Das Leben ist zu kurz. Es ist zu kurz, um sich mit halbgarem Blödsinn aufzuhalten und was mir Markus auf jeden Fall beigebracht hat: Es ist es nicht Wert sich über Internetfrotzeleien zu ärgern. Man kann ja schließlich auch abschalten. Also… alter Haudegen… auch wenn Andere Dich besser kannten als Meinereiner wollte ich Dir klarmachen, Du hast etwas für mich hinterlassen. Ruhe in Frieden.

Lars Dreyer-Winkelmann

Je länger das geht, desto unwirklicher fühlt es sich an, tatsächlich. Ich meine: Hey, der war nur vierzehn Jahre älter als ich. Immerhin ist es sehr tröstlich, zu sehen, wie vielen Menschen der Tod des Docs nahe geht und wer sich darob zu Wort meldet. Da ja viele ihren Weg zu BM beschrieben haben, will ich auch noch einmal nachlegen. Bei mir muss das 2005 gewesen sein. Da erzählte mir der René, dass so ein komischer Typ ein ellenlanges Review zu ES WAR EINMAL… geschrieben hätte und der Film sogar ziemlich gut bei weggekommen wäre. Das musste ich mir also durchlesen. Und schwuppdiwupp las ich Review um Review und fand die ziemlich töfte – vor allem natürlich die Rants wie DARK AREA oder VIOLENT SHIT 3. Gelungene Unterhaltung und mit einem guten filmischen Sachverstand fürs Abseitige geschrieben. 2007 meldete ich mich dann nach einigem stillen Mitlesen im Forum an. Zwischenzeitlich hatte ich danach eine Pause eingelegt, weil ich meine Logindaten verbaselt hatte. Irgendwann schrieb ich den Doc an und er setzte mein Passwort wieder zurück – ab da war ich regelmäßiger Gast hier im Forum. Irgendwann hatte ich Bock, selbst Besprechungen zu schreiben, was mal mehr und mal weniger aktiv auch von statten ging. Netterweise bot er sich auch an, den einen oder anderen Film, den ich entweder selbst fabriziert oder an dem ich mitgearbeitet hatte, hier zu besprechen und ihm somit eine Plattform zu geben. Persönlich kennengelernt hatte ich den Risser damals beim Dreh von SACKAFFEN und ja – er war ein absolutes Unikum, irgendwie merkwürdig, aber total liebenswert. Das waren schöne zwei Tage damals. Beim BM-Festival 2014 war ich dann kurzfristig auch dabei, hatte aber auf Grund der Kürze der Zeit keine Unterkunft – der Doc bot sich dankenswerterweise an, mir ein Dach über dem Kopf zu gewähren. Und während der Horscht und der Krauli sich gemeinsam im Wohnzimmer verlustierten, schlief ich in des Docs geheiligter Schlafkammer inmitten von halbherzig zusammengekehrten Katzenstreuresten. Eine absolute Erfahrung, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. In den letzten Jahren wurde der Kontakt dann etwas weniger, aber hier und da gab’s schonmal eine Mail oder einen kommentierten Beitrag. Irgendwo gelesen hat man sich eh immer, ob beim Wortvogel oder sonstwo. Und nun ist er nicht mehr da. Trotzdem man sich nicht so nah war wie bei engen Freunden oder Verwandten, kommt das seltsame Gefühl auf, dass da jemand fehlt. Vielleicht hätte Markus es sich nicht träumen lassen, wie viele Menschen er irgendwie zusammengeführt, unterhalten, verärgert und wieder versöhnt hat. Vielleicht wusste er gar nicht, was für eine irgendwie magnetische Wirkung von ihm und seinem BM-Projekt ausging. Und doch war es so. Und das ist eine großartige Leistung, die sich kaum in Worte fassen lässt und mehr, als den meisten Menschen gegeben ist. Alles Gute, Merkwürden.

Thomas Nezold

Über Dein Review über „Battlefield Earth“ habe ich Deine Seite gefunden. Wenige Wochen später war ich bei Dir in damals noch Berlin im Urlaub und wir haben uns nach regem eMail-Kontakt das erste mal gesehen. Sehr schnell sind wir Freunde geworden (auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren). Die Nachricht über Deinen Tod traf mich wie ein Donnerschlag. Das kann nicht sein. Der „Doc“ kann nicht tot sein. Der Doc, mit dem ich in Essen auf der Spiel war… der Doc, mit dem ich nächtelang über Filme diskutiert hat… der Doc, mit dem ich „Dark Darker Darkest“ durchlitten und bis zum Abwinken „Ancient Terrible Things“ gespielt habe… Auch wenn wir uns wegen der Entfernung nur selten außerhalb des Netzes gesehen haben, Freundschaften sind nicht an Geographie gebunden. Du wirst mir fehlen, Markus „Doc“ Nowak. Ruhe in Frieden.

Sven Last

Es war der Zufall, der mich seinerzeit zu den Badmovies gelotst hat. Mit meinen Kumpels schaue ich nun schon seit über 25 Jahren Trashfilme und irgendwie bin ich damals auf die Seite von Christian Keßler gestoßen. In der dortigen Linksammlung fand die ‚Badmovies.org‘ Erwähnung, wo Schrottfilme rezensiert wurden. Aus dem ‚.org‘ machte ich aus alter Gewohnheit (oder Schusseligkeit) ein ‚.de‘ und durch diesen Tippfehler gelangte ich in die Fänge des Docs. Ich las mich begeistert durch die zahlreichen Reviews und war erfreut, dass Herr Risser (so hieß er damals ja noch) die Filme so herrlich ausschweifend in aller Ausführlichkeit besprach. Tonnenweise Lesestoff, der sich um den Bodensatz des Kinos drehte: Grandios. Irgendwann entdeckte ich, dass der Seite ja auch noch ein Forum angeschlossen war, las mich dort durch die Beiträge und der ruppige Charme veranlasste mich zur Anmeldung. In den folgenden Jahren wurde mir Badmovies.de eine zweite Heimat, eine virtuelle Zuflucht, in der man sich wunderbar mit Gleichgesinnten austauschen und ein wenig dem Stress des Alltags entfliehen konnte (und hätte mein Arbeitgeber nicht irgendwann eine Firewall geschaltet und sich meine persönlichen Prioritäten etwas verschoben, würde ich hier wohl auch heute noch regelmäßig herumstreunen). Das Herzstück dieser Seite war natürlich der Doc himself. Eine Facette möchte ich hier einmal gesondert erwähnen und das waren seine legendären Radioabende. Sein Musikgeschmack war genauso abseitig wie seine Vorlieben in Sachen Film und so waren diese Abende für mich immer absolute Highlights. War die Woche auch noch so scheiße gelaufen, sorgte die musikalische Auswahl des Docs doch stets für gute Laune. Egal ob es sich um die 80er, den ESC oder schräge Coverversionen handelte: Markus war immer ein Garant für Überraschungen und Abwechslung. Durch ihn lernte ich Gutes (Katzenjammer), Albernes (Ilona) und auch Skurriles (‚Mädchenschreck‘ John Dattelbaum) kennen und dafür bin ich ihm dankbar. Das sind kostbare Erinnerungen, an die ich gerne zurückdenke. Ebenso wie an das Fußball-Tippspiel zur WM 2018, bei dem der Doc mir bis zum Schluss ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte oder sein Fliegenklatschenfoto, das ich seinerzeit nachstellte und als ‚Original und Fälschung‘-Vergleich im Forum hochlud. Die Nachricht seines Todes hat mich schockiert und ich wünschte, ich hätte ihn einmal persönlich getroffen. Zu den Basterds habe ich es nie geschafft und da ich über den allgemeinen Gesundheitszustand des Docs auch nicht recht informiert war, dachte ich immer so bei mir: Wird schon irgendwann mal klappen. Es hat nun leider nicht mehr geklappt.
Den Hinterbliebenen (besonders natürlich seiner Frau Nicky) wünsche ich ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit und Markus selbst einen Logenplatz im großen Kino auf der anderen Seite. Wo natürlich kein blankpolierter Hollywood-Blockbuster über die Leinwand flimmert, sondern irgendein unfreiwillig komisches Machwerk mit wenig Budget aber ganz viel Herzblut.

Daniel Günter

Ich kann gar nicht mehr sagen wann ich badmovies.de und wie entdeckt habe, aber es muss irgendwann 2002 oder 2003 gewesen sein. Wie ich in das Forum fand weiß ich auch nicht mehr genau, ich kann mich nur noch erinnern das es quasi außer mir und zwei, drei anderen Verrückten kaum jemanden hier gab. Irgendwie, irgendwann habe ich dann beschlossen gehabt diesen merkwürdigen Typen, der die Website und das Forum betrieb, dann doch mal besuchen zu gehen. Da ja 2003 das Besuchen von merkwürdigen Leuten aus dem Internet ja noch Neuland war, hatte ich mir sicherheitshalber noch einen Kumpel geschnappt und Herrn Risser mal besucht. Damals wusste ich noch nicht das Coca-Cola quasi ein Luxusgut in diesem Heim ist, in dem man sich sonst nur von ja!-Produkten ernährt. Auch diese Riesenkatze die von einem Schrank in den anderen sprang war eine etwas spezielle Erfahrung. Genauso wie der Zustand der ganzen Bude, den der Hausrocker noch recht nett umschrieb. Mir kräuseln sich heute noch die Nackenhaare, wenn ich Güntzelstr. höre oder lese. Aaaabeerrr….das machte alles nix. Der Verrückte den ich vorfand war ungepflegt, ein Messie wie ich ihn noch nie vorher erlebt hatte, aber einfach ein total netter und liebenswürdiger Zeitgnosse, mit dem man gerne Zeit verbrachte. Der Doc halt… Und so kam es halt das ich für eine Zeitlang quasi regelmäßig meinen Platz auf der Doc-schen Couch einnahmen, Computer-Magazine las, während der Doc unter meiner Obhut italienische Splatterfilme gucken und reviewen musste (und seinen Hass darüber in den Reviews niederschrieb). Ich kann nicht sagen das ich ein intimes freundschaftliches Verhältnis mit dem Doc unterhielt, wie es der Hausrocker tat . Aber wir hatten gemeinsam eigentlich immer eine coole Zeit und viel Spaß bei ihm daheim und auch in diversen Berliner Kino-Vorstellungen. Unvergessen wie wir mal zusammen im Kino waren (der Doc klagte über Kopfschmerzen, kam aber trotzdem mit…so war er, konnte nie nein sagen) und der Doc plötzlich aufs Klo musste während der Vorstellung. Nach 10 Minuten kam einer der Einlasser und fragte mich ob ich der Begleiter von Herrn Risser wäre…. Der wäre gerade vor dem Pissior zusammengebrochen. Glücklicherweise stand ein Arzt daneben. Ja, wie sich im Nachheinein heraustellte halfen beim Doc auch >10 Paracetamol nicht mehr gegen Kopfschmerzen, dafür brachten sie aber scheinbar einiges sonst ziemlich durcheinander. Das er so nicht ewig leben würde sagte ich damals schon. Umso trauriger ist es das der terminale Zustand nun doch so früh eingetreten ist. Nach seinem plötzlichen (und Doc-typisch selbstinduzierten) Wegzug aus Berlin nach Nürnberg haben wir uns ein wenig aus den Augen verloren, nur noch 2 Mal gesehen. Umso mehr freute es mich in den letzten Jahren aus der Ferne beobachten zu können wie sich der Doc doch sehr positiv entwickelt hatte. Ich glaube seine Nicky hatte da einen großen Anteil dran und ihn aus einem Loch herausgezogen, aus dem er in Berlin selbst nie rausgekommen wäre. Insofern sehe ich alles mit einem lachenden und weinenden Auge. Der Doc hat in den letzten Jahren so viel auf die Beine gestellt, was ich ihm damals nie zugetraut hätte und deshalb weiß ich auch gar nicht ob ich den Dr. Acula, jetzt Nowak, nicht mehr Risser, wirklich so gut kannte wie viele von euch hier. Aber ich kannte noch den Ursprungs-Doc und ich bin immer froh gewesen so einen coolen, netten, liebenswürdigen Menschen kennengelernt zu haben. Schade das er nicht mehr bei uns ist.

Christian Keßler

Es ist immer traurig, wenn es Seelenverwandte auf einmal nicht mehr gibt. Im Falle von Markus Nowak traf es jetzt jemanden, der das „eigentümliche“ Kino nicht nur liebte, sondern sich mit seinen Texten nachdrücklich dafür einsetzte, etwa jenen, die er auf seiner Website „Badmovies“ ins Netz stellte. Ich hatte selber mehrere Male Gelegenheit, auf seinem Festival „B-Film Basterds“ in Nürnberg mitzumischen und lernte ihn dort als ebenso humorbegabten wie klugen Zeitgenossen kennen und schätzen. Die Leute von der besonderen Schönheit der Darbietungen eines Bela Lugosi zu überzeugen, wenn er etwa in GLEN OR GLENDA seine Nicht-Kaiserzeit begeht, ist immer eine Nischentätigkeit, denn viele andere mit einem Sinn für die besondere, fragile Schönheit des Kompromittierten gibt es nicht, die Welt jenseits des berühmten „Höher, schneller, weiter“, der gut vermarktbaren Gewandung. Bei Markus rannte man diesbezüglich offene Türen ein, der hatte das wohl ab Werk eingebaut. Diesen Funken hat er in seinen Texten und sonstigen Aktivitäten weitergereicht, und dafür gebührt ihm Dank. Mein Mitgefühl gilt seinen Hinterbliebenen, denen ich ganz viel Kraft wünsche, um durch die schweren Tage hindurchzukommen. Dem Markus ein letztes „Beware! Beware of ze beeg green dragon, who eats leetle boys, puppy dog tails and beeg fat snails! Beware!“