Mark of the Vampire

 
  • Deutscher Titel: Das Zeichen des Vampirs
  • Original-Titel: Mark of the Vampire
  • Alternative Titel: La Marque du Vampire | I vampiri di Praga | La marca del vampiro |
  • Regie: Tod Browning
  • Land: 1935
  • Jahr: USA
  • Darsteller:

    Lionel Barrymore (Professor Zelen), Bela Lugosi (Graf Mora), Lionel Atwill (Inspektor Neumann), Carroll Borland (Luna), Elizabeth Alan (Irena Botoryn), Henry Wadsworth (Fedor Vincente)


Vorwort

Natürlich bin ich mit Bela Lugosis Filmographie noch lange nicht am Ende, auch wenn ich mir knapp einen Monat (und zwei Reviews) Pause genommen habe. Diesmal habe ich mir aber keinen von seinen Poverty-Row Filmen ausgesucht, sondern einen aus seiner „Hochphase“, so könnte man sagen. Die Rede ist von MGMs MARK OF THE VAMPIRE aka DAS ZEICHEN DES VAMPIRS von 1935. Der stand schon lange Zeit auf der Liste, lesen sich die Ingredienzen doch vorzüglich: Browning auf dem Regie-Stuhl, Lugosi als Vampir in einem klassischen Gothic-Horror, der dazu auch noch mit einem guten Budget bedacht ist, und gleichzeitig Lionel Barrymore und Lionel Atwill im Cast. Als Lugosi-Fan muss man da schon mit einer großen Erwartungshaltung herangehen, obgleich ich zuvor natürlich schon viel über den Film gehört hatte (und so leider schon gespoilert wurde, was das Ende anbelangt, aber darauf komme ich später noch zurück). Was also bringt uns das Zeichen des Vampirs?


Inhalt

Der MGM Löwe brüllt und schaurige Klänge ertönen. Im Hintergrund schon ein schaurig-mysteriöser Freidhof, wie es sich gehört. Dann das Bild eines goldenen Kreuzes und ein… sehr seltsamer Schnitt zu einer Gruppe (damals benutzte man wohl ein anderes Wort), zumindest vermute ich es, Sinti und Roma, die am Lagerfeuer Singen und Gebete sprechen. Dann läuft irgendeine Alte über den Friedhof, wird von einer Kutsche aufgescheucht und als eine Fledermaus vorbeifliegt, läuft sie kreischend davon.

Im nahen Gasthaus werden die Gäste derweil vor der Dunkelheit gewarnt, was diese mit Gespött quittieren. Bei den nahen Adeligen indessen gibt’s eine schlechte Nachricht: Der Herr Baron Borotyn wurde ermordet aufgefunden, wie der somit jetzige Baron von Zinden traurig erklärt (die Angestellten sollen sich aber ja nicht grämen, jetzt wieder husch an die Arbeit, das faule Pack!). Der Dorfarzt erklärt dem angekommenen Inspektor Neumann (Lionel Atwill), dass ein Vampir daran schuld sei. Der Inspektor will dies natürlich nicht gelten lassen und befragt sogleich alle potenziell Verdächtigen. Irena, die Tochter des Barons, heult sich währenddessen in den Schultern ihres Verlobten Fodors aus. Und Neumann verdächtigt nun den jetzigen Vormund Irenes, Baron von Zinden.

Der Dorfarzt beharrt aber weiter, dass ein Vampir schuld sei, denn inzwischen wurde ein toter Bauer aufgefunden – ebenfalls vollkommen blutleer! Und einer der Dorfbewohner will auch noch Graf Mora als Fledermaus gesehen haben. „Die armen Irren“, wie Neumann schlussfolgert. Doch das Lachen soll ihm noch vergehen, denn auch der renommierte Professor Zelen (Lionel Barrymore) schließt sich der Vampir-Theorie an, als er seine Untersuchungen anstellt. Alsbald häufen sich die Vorkommnisse und Professor Zelen muss sich den Vampiren stellen…

Besprechung:

Nun, vorweg, bei allem, was man dem Film vielleicht ankreiden könnte (besonders, was eben dieses berüchtigte Ende angeht): Der Film sieht absolut phantastisch aus! Das ist purer, klassischer Gothic-Horror, wie er im Bilderbuch steht. Deswegen liebe ich den Horrorfilm von früher so und ziehe ihm den heutigen Vertretern vor: Die Atmosphäre ist ganz, ganz großartig. Besser kann es im Genre diesbezüglich eigentlich nicht mehr werden: Ein altes Schloss, dunkle Katakomben, Spinnenweben, allerlei Ungeziefer, ein Friedhof mit Nebel, Grüften, knochigen Bäumen und schiefe Kreuze. Und wenn dann auch noch Lugosi in seinem Cape durch die Kulisse läuft und mit großen Augen in die Kamera schaut, ja, was könnte der Fan da mehr wollen?

Das alleine reicht mir schon, aber auch ansonsten weiß der Film zu überzeugen. Tod Browning kehrte hier das drittletzte Mal in seinem Leben auf den Regiestuhl zurück und kreierte gleich noch das „Talkie“-Remake des berühmt-berüchtigten LONDON AFTER MIDNIGHT mit Chaney von 1927, den ich aber noch nicht gesichtet habe (ich hoffe, das kann ich noch irgendwann nachholen. Wenn ich das noch erleben dürfte…). Nach FREAKS von 1932 (auch bei MGM) hatte seine Karriere ja einen Knick nach unten gemacht, wurde dieser Klassiker damals überhaupt nicht angenommen (und zu meiner Schande: Auch den habe ich noch nicht gesehen). Und auch bezüglich seines wohl wichtigsten Werks (vielleicht nicht seinem Besten, aber wichtigsten) DRACULA von 1931 gibt’s ja einige Kritik (vor allem aus der Review vom Doc).

Aber erstmal zur Story: Wie man der Inhaltsangabe entnehmen kann ist es zuerst wirklich eine ganz stereotype (gut, damals war das noch vielleicht noch nicht so) Vampir-Geschichte á la Dracula. N’ paar Leute sitzen halt in nem Haus, das von einem Vampir bedroht wird: Leute werden gebissen und ein Professor versucht, der Lage Herr zu werden. Entsprechend ist die Rollenverteilung: Barrymore gibt als Professor Zelen einen quasi Van-Helsing, Irena ist Mina und Atwill als Inspektor nimmt als anfänglicher Skeptiker aber späterer Helfer die Figur von John/Quincey. Und Bela ist (natürlich) Dracula, auch wenn MGM das aufgrund der Rechte nicht so sagen konnte. Bis zum Ende gibt’s dementsprechend auch keinerlei Überraschungen oder einen besonderen Spannungsbogen: Nachdem Baron Borotyn tot aufgefunden und Atwill seine Skepsis bezüglich des Vampir-Mythos ausgesprochen hat, kommt das, was man aus DRACULA genug kennt: Leute werden gebissen, hypnotisiert, ab und zu taucht der Vampir auf (dafür muss es auch keinen triftigen Grund geben), Leute schreien (in diesem film wird wirklich SEHR häufig rumgeschrien) und Van Helsing (also Barrymore) darf über die Natur des Vampirs palavern.

Aber das hat ja auch in DRACULA funktioniert, wieso sollte es hier nicht funktionierten? Zumal der Film, zumindest vom Set-Design in den Innenräumen, besser aussieht als Universals Klassiker. Klar, an das Schloss in den Karpaten kommt MARK OF THE VAMPIRE nicht heran, aber das Innere des Anwesens sieht prächtiger aus als seiner Zeit Sewards gewöhnliche Irrenanstalt. Über das Set-Design des Friedhofes und des Schlosses habe ich oben schon geschrieben, das ist klassischer Horror, wie es sich gehört. Im Schloss selbst orientiert sich Browning aber auch an seinem vorigen Vampir-Vehikel. Große Spinnennetze und dazu auch die vielen kleinen Tierchen, Käfer (oder Wanzen oder was auch immer auf Lunas Umhang kreucht und fleucht), niedliche Tarantelattrappen (mit herrlich automatisierten Laufmechanismus) und natürlich wieder ein Opposum, das um die Ecke schielen darf. Ein Mini-Sarg für die Grillen fehlt leider, dafür gibt’s eine ziemlich hässliche, weitere Spinnen-Attrappe (zumindest glaub ich, dass es eine sein soll), die mich dezent an die Spinne aus BESTIE DES GRAUENS (1958) erinnert.

Also insgesamt ist das Drehbuch bis auf das Ende wenig einfallsreich, aber es reicht eben auch aufgrund der aufgezählten Qualitäten an anderen Stellen. Anbrennen lässt das Drehbuch in diesem Teil nichts, es passiert immer genug, um uns bei der Stange zu
halten und bietet den ein oder anderen memorablen Moment. Die Komplettisten-Pflicht gebietet mir es auch, kurz den Schreiberling zu erwähnen, der bekannt sein sollte, wenn man sich im genre bewandert sieht. Geschrieben wurde es von Guy Endore, der u.a den Roman „The Werewolf of Paris“ verfasste, aus dem Universal dann THE WEREWOLF OF LONDON machte. Für Browning schrieb er 1936 auch noch THE DEVIL DOLL und ansonsten war er als Co-Autor auch noch bei einigen anderen Genre-Filmen dabei (u.a bei DER RABE von 1935). Wenn man Endore hier etwas vorwerfen könnte (bis auf das Ende, aber wie gesagt, dazu komme ich noch), dann, dass er dümmliche Comic-Reliefs einbaute. Mein Gott, wieso? Also, ich habe schon schlimmere Sorten dieses in 99% der Fälle grausamen Charakter-Typus gesehen, aber trotzdem ist auch der hiesige Vertreter hier eher nervig: Der überängstliche Butler, der gerne mal den Arzt umarmt, weil sich die Ritterrüstung umarmt oder der sich nicht traut, alleine im Haus herumzulaufen. Gerade bei einigen Momenten ist das wirklich Fehl am Platze, aber es hätte noch schlimmer kommen können… immerhin. Interessant wäre auch noch die Verordnung: Spielten die Whale-Horrorstücke irgendwie in einer Art Paralleluniversum, wird hier zumindest das Jahr 1934 klar benannt (trotzdem fahren alle Kutsche). Aufgrund der Trachten wirkt es manchmal, als würde es in Bayern spielen, der Arbeitstitel „Vampires of Prague“ legt selbstredend Tschechien bzw. die Tscheslowakei als Handlungsort nahe. Andererseits wirkt es aufgrund der Einheimischen am Anfang wieder wie Transsilvanien.

Browning fängt das alles gut ein, wie könnte es bei seiner Erfahrung auch anders sein. Der Kritikpunkt, den ja vor allem der Doc in seiner DRACULA-Review hervorhob, dass Browning viel zu altmodisch sei, konnte ich bei einer kürzlichen Sichtung des Klassikers meinerseits für mich unterstreichen. Hier aber inszeniert er das schon lebendiger, die Kamera bewegt sich mehr, auch wenn noch nicht so wirklich dynamisch. Whales FRANKENSTEINS BRAUT aus demselben Jahr ist da schon ein ganz anderes Kaliber, aber die Werke sollte man wohl auch kaum vergleichen. Als ich DRACULA von ihm vor kurzen nochmal sah ist mir die Starrheit der Kamera wirklich speziell aufgefallen, im Vergleich mit MARK ist das schon besser.
Also, Sets und Ausstattung, Top! Regie ist auch annehmbar.

Zu den Schauspielern: Lionel Barrymore bekam das Top-Billing, und auch wenn ich ihn bisher nur noch aus IT’S A WONDERFUL LIFE (1946) kenne, hat er mir sofort gefallen. Als quasi Van Helsing gefällt er mir tatsächlich auch mehr als Van Sloan (den ich auch ziemlich gut finde). Er hat sofort das Charisma eines älteren, intelligenten Professors, dem man vertraut und der so wirkt, als wisse er, was er tut. Mit seiner Brille, die er bei Gelegenheit hervorholt, dem vorgebeugten Gang und der Mimik und Gestik macht seine Rolle definitiv Spaß. Selbiges ist bei Lionel Atwill der Fall, der mir in letzter Zeit auch aufgefallen ist. Zuerst letztens in SON OF FRANKENSTEIN als schneidiger Inspektor, dann in GHOST OF FRANKENSTEIN als hinterhältiger Arzt und jetzt hier als selbstbewusster Kommissar. Er ist zwar nicht mein Lieblings-Mad-Scientist, aber als Horrorstar der zweiten Reihe hat er schon seinen Platz in der Geschichte verdient. Auch wenn sein charmantes Äußeres im Gegensatz zu Karloff oder Lugosi vielleicht nicht die Realität widerspiegelte, Stichwort die angeblichen Orgien in seinem Haus Anno 1941, die ihm auch ein Gerichtsverfahren einbrachten… aber das ist hier ja nicht das Thema und ich habe mich damit bisher auch kaum auseinandergesetzt. Ich weiß auch gar nicht, ob diese Sache damals oder später jemals völlig geklärt wurde. So oder so: Hier gefiel er mir in der Rolle.

Die anderen Protagonisten sind nicht der Rede wert. Elizabeth Allan als generische Frau in Nöten kann nicht mehr Eindruck erwecken als seiner Zeit Helen Chandler als Mina. Bei ihrem Verlobten Henry Wadsworth als Graf Fedor (bei seinem ersten Auftritt habe ich „Frodo“ verstanden) ist es dasselbe: Die beiden haben im Skript aber eh nicht viel zu tun, bis auf das übliche: Sie muss weinen, schreien und vom Vampir hypnotisiert werden, er muss besorgt sein. Die beiden hatten ansonsten auch keine größeren Auftritte mehr.

Das bringt mich wieder zum Kern der Sache: Barrymore, Atwill, Browning, alles schön und gut. Wir schauen den Film doch wegen dem One-and-Only Bela, oder etwa nicht? Was soll man auch groß sagen? Die Szenen, in denen er auftaucht (und das sind gar nicht mal so viele) sind die besten des Films. Bis zur letzten Szene sagt er auch kein Wort, aber dessen bedarf er auch gar nicht: Seine Ausstrahlung, seine Aura ist ein ums andere Mal unschlagbar. Mit seiner Schminke und seinem Umhang sind seine Auftritte unanfechtbar die besten Vampir-Szenen aller Zeiten, ob nun hier oder in DRACULA. Diesbezüglich muss ich auch meine Aussage widerrufen, die ich in der Kritik zu DRACULA – NÄCHTE DES ENTSETZENS tätigte. Nachdem ich mir Lugosis DRACULA nun nochmal zu Gemüte führte, will ich ihm wieder zusprechen, der beste Dracula der Filmgeschichte zu sein. Hier spielt er die Rolle zwar eigentlich nicht, aber der Graf ist ja auch eher ein Charaktertypus als eine wirkliche Figur. Ich kann mir auch vorstellen, dass seine Szenen das Publikum damals durchaus gegruselt haben: Ganz in weißer schminke, mit seiner Mimik, und dann taucht er plötzlich im dunklen Gang auf und läuft grinsend zur Kamera. Eine sehr schöne Szene, auch wenn zu Plötzlich weggeschnitten wird. Zu seiner besten Zeit konnte einfach keiner zu Lugosi aufschließen, weder Karloff, noch Leute wie Chaney Junior oder, Gott bewahre, der im Umhang völlig uncharismatische Carradine (wenn das hier Fans von Carradine lesen sollten; ich bitte um Verzeihung für diese Feststellung).

Aber bevor ich völlig dem anhimmelnden Fan-Tum verfalle: Wir wollen auch nicht Carroll Borland als Luna, des Grafen Tochter vergessen. Auch sie hat bis zum Finale keine Zeile Text, überzeugt aber wie Lugosi durch ihr Aussehen und ihre Ausstrahlung. Die Maske hat hier ganze Arbeit geleistet, sie sieht wirklich schön-schaurig aus und besonders die Szene, in der sie in das Schloss „hereinfliegt“ ist handwerklich gekonnt umgesetzt, auch wenn es irgendwie seltsam aussieht. Als Lugosis Protegé hatte sie neben ihm schon auf der Bühne gespielt, verließ die Filmwelt nach einem kleinen Auftritt in FLASH GORDON (1936) aber schon wieder. Als später der Lugosi-Kult entstand, rückte sie wieder etwas ins Rampenlicht, gab Interviews und so weiter und dies führte dazu, dass ihr einige kleine Auftritte in Fred Olen Rays SCALPS (1983) und BIOHAZARD (1985) zuteilwurde (die beiden Filme finde ich auch durchaus unterhaltsam, das nur am Rande). Lugosi und sie haben einfach eine mysteriöse Chemie, die sich auch im Film wiederfindet. In einer ursprünglichen Version war auch ein inzestuöses Verhältnis zwischen Lugosis Graf Mora und Borlands Luna (Vater und Tochter) vorgesehen, weshalb sich der Graf erschießen sollte. Deswegen blutet Lugosis Stirn im Film auch die ganze Zeit. Die Szenen wurden laut ihr aber nie gedreht, was wiederum die Frage aufwirft, wieso Lugosis Stirn dann trotzdem blutet. Aber das bringt mich schon zum Ende: Nicht zum Ende der Review, aber zum Ende des Filmes. Deswegen SPOILER für den nächsten Absatz.

Am Ende entpuppt sich der ganze Spaß ja als Fake, wie man heutzutage sagt. Alles Lüge, nichts isses mit Vampirismus. Alles nur eine geschickt inszenierte Show von den Herren, um Baron von Zinden des Mordes an seinem Freund zu überführen. Das ist ja eigentlich eine nette Idee und ich habe auch nichts dagegen, dass es im Film somit keinerlei echte Vampire gibt. Die schönen Sets und die einnehmenden Auftritte von Lugosi bleiben ja – andere sehen es aber vielleicht anders. Nein, stören tut mich persönlich mehr, dass der erste Teil des Films dadurch irgendwie keinen Sinn macht. Barrymore hypnotisiert Baron Otto ja und lässt ihn glauben, er würde den Abend vor dem Mord an Baron Borotyn nochmal durchleben, um ihn des Mordes zu überführen. Abgesehen davon, dass das so nicht möglich wäre: Wieso dann überhaupt die ganze Vampir-Nummer? Was bringt das? Man hätte Baron Otto doch auch so hypnotisieren können? Was bringt es, ihn glauben zu lassen, die anderen würden denken, dass ein Vampir am Mord von Borotyn schuldig wäre und nicht er? Gut, dann hätte man den Film auch nicht als Horror verkaufen können, aber trotzdem, im Nachhinein fällt es schon auf. Aber gut, selbst wenn man das hinnimmt: Wieso muss Lugosi als Vampir dann überhaupt den Angestellten des Hauses gegenübertreten, die eh eingeweiht sind? Eigentlich müssten Luna und er sich doch bemühen, Baron Otto zu ängstigen? Das Drehbuch ist hier einfach nicht zu Ende gedacht, aber das hat meinem Filmgenuss trotzdem nicht geschadet. Wer ganz darauf erpicht sein will, kann dem Werk daraus aber auch einen Strick binden, wenn man unbedingt will. Aber das Ganze führt auch zu einer netten Meta-Szene am Ende, wenn Lugosi sagt, er würde in seine nächste Show einen Vampir einbauen wollen.

Gesehen habe ich den Film vorerst leider nur in der deutschen Synchronfassung, wobei ich auch nicht weiß, ob es sich dabei um die Fernsehsynchro oder um die österreichische Kinofassung handelt, wo der Film damals sogar in den Kinos lief. Die Synchro ist an sich aber wirklich passend, und Lugosi hat ja eh kaum Text, weswegen dies zu verkraften ist. Ein paar Szenen habe ich mir dann aber auch noch auf Englisch auf YouTube angeschaut. Lustig finde ich immer, dass in den deutschen Fassungen von „Vampyr“ die Rede ist, ausgesprochen „Wamm-Pier“. Klingt fein altmodisch.

Fazit:

Also, MARK OF THE VAMPIRE ist für den Fan klassischen Horrors eigentlich eine sichere Bank, wenn man auf Logik und Schlüssigkeit am Ende verzichten kann. Für Lugosi-Fans ist es eh ein Muss, der Ungar überzeugt in seiner Parade-Rolle ein ums andere Mal, aber auch Barrymore und Atwill machen eine gute Figur. Natürlich kein Klassiker wie DRACULA oder die Zusammenarbeiten mit Karloff, aber trotzdem ein sehenswerter, vor allem kurzweiliger klassischer Gruselfilm: Sieben Biere auf der Skala.


BOMBEN-Skala: 2

BIER-Skala: 7


mm
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