Eine Faust wie ein Hammer

 
  • Deutscher Titel: Eine Faust wie ein Hammer
  • Original-Titel: Du Bei Chuan Wang
  • Alternative Titel: The One-Armed Boxer | Le boxeur manchot | Wang Yu - Eine Faust wie ein Hammer |
  • Regie: Jimmy Wang Yu
  • Land: Taiwan
  • Jahr: 1972
  • Darsteller:

    Jimmy Wang Yu (Yu Tien Lung)
    Mai Kei (Meister Han Tui)
    Tien Yeh (Meister Shao Liu)
    Ko Yu-Min (Tien Pao)
    Tang Hsin (Hsiao Yu)
    Wong Fei-Lung (Karateka)
    Chang Yi-Kuei (Ko Fu)
    Su Chen Ping (Cho Lung)


Vorwort

Abt. Mehr als ein Arm ist Ballast, man(n) braucht ja auch nur einen Schwa** (und damit hören für heute die Phallus-Vergleiche auch auf, versprochen)

Wenn es zum Sprichwort „Lieber arm dran, als Arm ab“ kam, schwamm Martial-Arts-Star Jimmy Wang Yu schon immer lieber gegen den Strom, denn „Arm ab“ war für ihn ein Glücksgriff. Schon bei seiner Zeit als Star der Shaw Brothers Studios unter Regie-Legende Chang Cheh ging er als einarmiger Schwertkämpfer in zwei Filmen in die Geschichte ein. Diese Filme waren so erfolgreich, dass das Studio nach dem Bruch mit dem Star sogar noch ein Remake von Chang Cheh in Auftrag gab – in DAS SCHWERT DES GELBEN TIGERS konnte sich David Chiang, wie fast immer an der Seite von Ti Lung, nach einem schicksalhaften Duell nicht mehr beim Schwertkampf in der Nase popeln (es sei denn mit dem gehaltenen Schwert selbst). Wang Yu selbst stieg noch zweimal in die Rolle des „One-Armed Swordsman“, zum einen, um gegen Japans blinden Kult-Schwingen-Fuchtler Zatoichi in ZATOICHI VS. THE ONE-ARMED SWORDSMAN anzutreten, sowie sich in THE ONE-ARMED SWORDSMEN mit seinem Nachfolger David Chiang im Duell der Einarmigen zu messen. Außerdem erschuf er 1972 die Figur des „One-Armed Boxer“, der im vorliegenden EINE FAUST WIE EIN HAMMER sein Debüt gab, und schenkte uns in der Folge den Kult-Klopper DUELL DER GIGANTEN, in dem er nicht nur gegen den blinden Meister der fliegenden Guillotine antritt, sondern auch noch einen Inder mit ausfahrbaren Gliedmaßen ins Spiel bringt (der als Dhalsim sogar Eintritt in das populäre Arcade-Spiel STREET FIGHTER II fand). Aber ich schweife wieder ab. Jimmy Wang Yu war nach dem Eastern-Hype um Bruce Lee (der uns leider nicht mit allzu vielen Filmen bedenken konnte) um 1973/74 herum einer der ersten Stars dieses Trends, die auch in die bundesdeutschen Bahnhofskinos als gern gesehene Gäste geladen wurden. EINE FAUST WIE EIN HAMMER wurde sogar ungeschnitten mit einem Spio-Gutachten veröffentlicht, was aber mal wieder zu Schwierigkeiten im süddeutschen Anhängsel-Freistaat der Bayern für Ärger sorgte. Hier und heute können wir uns des Films in prachtvollem HD-Gewand, lückenloser deutscher Synchro und voll ausgespielten, teils skurrilen Grausamkeiten erfreuen, die uns der gute Jimmy da kredenzt.


Inhalt

Irgendwo, irgendwann vorvorgestern in China – Als der fiese Tien Pao, Mitglied der berüchtigten Hakenbande (so im Deutschen, weil sie als Waffe bevorzugt einen Haken tragen, wie man sie von Hafen- und Lagerarbeitern kennt), im Teehaus einen Vogelhändler seines ihn begleitenden, exotischen Federviehs (auch so eine Eigenart da unten, seine nervigen Piepmatze zur Entspannung dorthin mitzuschleppen, wie Actionfilmkundige sicherlich spätestens seit John Woos HARD BOILED wissen) abspenstig machen will, auf die unnette „ich nehm ihn mir einfach“-Art. Doch ein paar Tische weiter nimmt nun Tien Yung, seines Zeichens Kung-Fu Meisterschüler, diesen Stunk wahr, sein siebter Sinn für miese Typen, die Stress machen, schlägt voll aus. Also geht er dazwischen und schenkt Tien Pao erst einmal ein paar ein. Doch der Hakenbandige und die seinigen haben noch nicht genug, weswegen man eine Fortsetzung der handgreiflichen Affäre, die sich schon bald als verhängnisvoll herausstellen soll, auf einen Weg abseits der Stadt vertagt. Die Kontrahenten haben hierfür beiderseits Unterstützung zusammengetrommelt, doch das Ergebnis bleibt ungefähr das gleiche – man tut sich teils mächtig weh, aber die Hakenbande ist schließlich diejenige, die mit eingekniffenen Schwanz (okay, der musste noch) stiften geht.

Allerdings ist sein Meister Tan Hui nicht so sehr erfreut. Zwar vermag er das Eingreifen im Teehaus als ehrenwerte Handlung gutheißen, die daran angeschlossene Massenschlägerei vor der Stadt, die zudem einige seiner Schüler, u.a. eben Tien Lung selbst, nicht nur leicht verletzte, eben nicht, also verurteilt er seinen besten Schüler zu einigen unangenehmen Stockhieben in Front seiner Schulkameraden. Außerdem fürchtet der Meister nun eine aufkommende Fehde mit Meister Shao Liu und seiner Hakenbande, die es als gute Gelegenheit sehen könnten, sie nun anzufeinden und sich ihren Ziegeleibetrieb unter den Nagel zu reißen. Und das alte Sprichwort, das bärtige chinesische Zausel in solchen Filmen mit solch Weissagungen zumeist recht behalten, bewahrheitet sich sogleich. Meister Shao betritt mit Tien Pao und weiteren Schülern die Bühne, er fordert die Herausgabe von Tien Lung, der gerade im Nebenzimmer seine Wunden versorgt. Als Meister Tan Hui dem verständlicherweise dem nicht nachkommen will, gibt es erfreulicherweise die nächste Runde Prügel, wobei sich auch im Kampf der Meister herausstellt, dass die Hakenbande es mit dieser Schule nicht mithalten kann, denn Meister Shao muss geschlagen und gedemütigt den Rückzug antreten.

Doch das Böse sucht sich bekanntlich immer neue Wege, sein böses Werk zu einem lukrativen Ziel voranzutreiben. Deswegen schickt Meister Shao aus, um außerhalb Chinas verschiedene Meister des Kampfsports zu rekrutieren, die als Söldner gegen die Schule von Meister Tan Hui zu Felde ziehen. Zu Dienst melden sich schließlich ein Teakwondo-Meister aus Korea, zwei Muay Thai Kämpfer aus Thailand, zwei Llamas aus Tibet (die als Schüler des blinden Meister der fliegenden Guillotine auch quasi schon die Story des Nachfolgers DUELL DER GIGANTEN einleiten), ein bärtiger Yoga-Meister aus Indien und der von zwei Schülern begleitete, ultra-fiese Karateka Da Leung aus Japan. Mit der geballten Schlagkraft dieser versammelten Streitmacht fällt Shao nun über die Betriebe der Schule von Meister Tan Hui her. Am Ende des Tages erliegen in einem Massaker der Meister und alle seiner Schüler. Nur Tien Lung, dem von Da Leung ein Arm abgeschlagen wurde, kann sich zur schönen Krankenschwester Hsiao Yu retten, die ihn gesund pflegt. Und da die Rache zumeist auf den Fuß folgt und dabei keine zwei Arme nötig sind, lädt er die multi-kulturelle Runde der Bösewichter, fit gemacht durch die unschlagbare Eisenhand-Technik, zum alles entscheidenden Duell im Steinbruch…

Besprechung:

Man mag ja von Jimmy Wang Yu denken, was man will, aber wenn er das Sagen bei einem Film hat, dann gibt es zumindest immer gut was auf die Fresse. Außerdem merkt man, dass er Einschränkungen dabei nicht in Kauf nehmen wollte, denn schon hier hetzt er gleich ein halbes Dutzend Kampfsportstile auf die natürlich von ihm gespielte Hauptfigur (in späteren Filmen wie DAS TODESLIED DES SHAOLIN sollten ja hier und da noch allerlei fantastische Waffen und sogar Kung-Fu-Zombies dazustoßen). Nun muss man aber auch gleich mal einwerfen, dass Wang Yu damals gewiss nicht der akrobatischste unter den Hongkong-Recken war. Sein Kampfstil wird von Leuten, die es wahrscheinlich besser wissen als ich, gerne als Streetfighting beschrieben, also eher roh, brutal und dreckig, weniger grazil und von ausgeklügelter Choreographie, wie es später in den Filmen von Lau Kar-Leung (DIE 36 KAMMERN DER SHAOLIN, DER TÖDLICHE SPEER DER SHAOLIN) oder bei den Venoms (DIE UNBESIEGBAREN FÜNF, MASKED AVENGERS) der Fall war. Das mag den Wang-Yu-Fan an sich weniger kümmern, denn bei dem Meister von der Straße (oder eigentlich eher Soldaten und Schwimmer) geht es eher um die einfalls- wie abwechslungsreiche Darstellung der Kämpfer, der damit einhergehenden derben Brutalität (auch wenn das nie das Level an Blutvergießen erreichte, das sein Entdecker Chang Cheh Anfang der 70er mit seinen Stars David Chiang und Ti Lung auf das Kinopublikum losließ) und, was wohl auch vor allem wichtig war, um das Verhältnis von Kampf- und Spielszenen, das in den populärsten Filmen des Stars beinahe immer nahezu 1:1 betrug (hier schlägt es wohl sogar noch zugunsten Kämpfe ins Ungleichgewicht aus). Sie dürfen wir auch in EINE FAUST WIE EIN HAMMER ganze neun, teils ausufernde Action-Szenen bestaunen, an denen unser Held zu drei Vierteln beteiligt ist. Alleine das Massaker in der Schule, bei dem Wang Yu seiner linken oberen Extremität verlustig geht, wie auch der Endkampf im Steinbruch nehmen jeweils gut 15 Minuten ein. Langeweile kann da gar nicht aufkommen.

Zwar kann die Kampf-Choreographie mit den hohen Standards, die etwa die Werke aus den Shaw Studios oder zur selben Zeit die Bruce-Lee-Filme setzten, nicht mithalten. Aber Jimmy Wang Yu verstand sich eben sowieso eher dem Schauwert aus Sensationslust verpflichtet (wohl auch der Hauptgrund, warum seine Filme derart exploitativ wirken, nämlich weil sie es eben auch sind) und arbeitet gerne mit Tricktechnik (minderer Qualität) und (einigermaßen gelungener) Schnittmontage – wer minutenlange One-Shot-Fights sehen will, muss halt woanders hingehen. Darüber hinaus muss man unweigerlich konstatieren, dass der Star bei der Arbeit mit seinem Förderer Chang Cheh wohl gut aufgepasst hat, denn er liefert als Regisseur sehr solide Arbeit ab, wusste scheinbar ganz genau, was er sehen wollte und wie er es umsetzen musste. Einzig die unspektakulären Sets zeugen davon, dass er wohl doch auch bei Golden Harvest und Raymond Shaw, unter dessen Federführung EINE FAUST WIE EIN HAMMER produziert wurde, in einem finanziell eher eng gesetzten Rahmen arbeiten musste. Allerdings passen die taiwaneischen Landschaften auch viel besser zu seiner teils rohen, actionbetonten Inszenierung, als es die wunderschönen, aber künstlichen Shaw Brothers Studios in Hongkong vielleicht je könnten. Der Martial-Arts-Star begriff sein Exil (er durfte nach dem Bruch seines Vertrages mit den Shaws nicht mehr in Hongkong als Schauspieler arbeiten) wohl als Chance, als Emanzipation von den Fesseln des Studio-Systems.

In der Maschinerie der Shaw Brothers Studios konnte Jimmy Wang Yu sich, vor allem durch sein Charisma, schnell einen hohen Stellenwert erarbeiten. Er hatte das Glück als erste Entdeckung des studioeigenen Regie-Titans Chang Cheh in den frühen Tagen des aufkommenden Hongkong-Actionfilms zum Star zu avancieren. Es ist kein Zufall, dass er in dem 1966 (im Bond-Hype) von den japanischen Nikkatsu Studios koproduzierten Agentenabenteuer ASIA-POL/MR. KUGELBLITZ SCHLÄGT ZU in der chinesischen Version den Bond-Ersatz gab (in der japanischen spielte Hideaki Nitani die Rolle, während Jô Shishido in beiden Varianten den Superbösewicht gab; in Deutschland kamen wir komischerweise in den Genuss eben der japanischen Fassung mit Nitani, wahrscheinlich teilte man sich den internationalen Verleih mit Nordamerika, wo ebenfalls diese Version zu sehen war). Seine Hauptrolle als Tien Yung legte Wang Yu, der auch das Drehbuch schrieb, auffällig uneitel an. Seine hitzköpfige Art, die ja auch den Streit vom Zaun bricht und so zum Massaker an seiner Schule führt, wird ganz klar als Schwäche ausgeschrieben, für die er dann auch reumütig die Bestrafung hinnimmt. Tien Yung ist auch anfangs alles andere als ein unbesiegbarer Kämpfer, genau wie sein Meister steht er den ausländischen Kontrahenten etwas ratlos gegenüber, was ihn einen Arm kostet (und den anderen das Leben). Erweisen sich die Kämpfe bis dahin noch weitestgehend geerdet, führt das Training seines verbliebenen Arms (inklusive Abhärtung durch Abtötung aller Nerven und einer Stills-Montage) zu einer tödlichen Eisenfaust dann doch noch in die Geschichte der unbesiegbaren Helden des Wuxia. Aber alleine schon die Tatsache, dass letztendlich er all die verschiedenen Kontrahenten im Zweikampf dem Tode überstellt, schafft Raum für interessante Choreographien und Montagen, die es sicherlich bis dato im Eastern so noch nicht zu sehen gab. Den Höhepunkt des Films bildet aber zugegebenermaßen eher das abwenglungsreiche Massaker in der Schule, die Kämpfe im Finale fallen dagegen nämlich etwas zu kurz und teils auch beliebig aus – hier ist es mehr die Quantität der Feinde, die einem einzigen Mann erliegen. EINE FAUST WIE EIN HAMMER eignet sich eben weniger für Feingeister denn Kuriositäten-Liebhaber des Kampfsports. Es geht hier halt eher um den Spaß an der Freud.
Als Bösewicht Shao Liu, der sich aber schon schnell als kein unbesiegbarer Gegner herausstellt, ist der Taiwaner Tien Yeh zu sehen, der ähnliche Rollen in vielen von Wang Yus Filmen (u.a. WANG YU KENNT KEIN ERBARMEN, DIE TODESKARAWANE DER SHAOLIN, DIE TODESBUCHT DER SHAOLIN) zum Besten gab. Er macht das wirklich gut und gibt auch kampftechnisch eine gute Figur ab. Das gleiche lässt sich sicherlich über Fei Lung, der den fiesen Japaner spielt, sagen, er war sogar noch häufiger in Wang Yus Filmen (u.a. DER KARATEBOMBER, DIE STAHLHARTEN VIER, DAS TODESLIED DES SHAOLIN) zu sehen. Etwas leid tun kann einem Hsin Tang, die als Hsiao Yu die einzige Frauenrolle des Films bekleidet und eigentlich nur dafür da ist, den Helden gesund zu pflegen und Zugang zur final unüberwindbaren Kampftechnik (durch ihren Vater) zu verschaffen. Die hübsche Aktrice verstarb schon 1978 mit nur 27 Jahren; woran, ließ sich auf die Schnelle nicht eruieren. Im Allgemeinen passt der Cast sehr gut und transportiert die bunte Mischung sehr gut, was auch einen großen Teil des Reizes, den EINE FAUST WIE EIN HAMMER versprüht, ausmacht. Allerdings sei hier noch eingeräumt, dass ihre Charaktere an sich die zweiten Geigen spielen, dem Film ist natürlich mehr an der Exotik, die sie mitbringen, interessiert. Neben Shao Liu und dem japanischen Karateka Da Leung ist es eigentlich niemanden vergönnt, sich auch in den Spielszenen hervorzuheben. Nur die beiden Tibetaner, deren Tode den Aufhänger für das berühmte Sequel DUELL DER GIGANTEN bilden, bleiben vielleicht noch länger im Gedächtnis. Damit kann man leben, das ist ein B-Film, der um seinen Star und Macher inszeniert wird, der sich in der ersten Filmhälfte sogar noch vornehm zurücknimmt.

Veröffentlichung:

In den bundesdeutschen Kinos lief EINE FAUST WIE EIN HAMMER, wie eingangs erwähnt, 1974 sogar ungeschnitten, machte aber zwischenzeitlich Bekanntschaft mit der unliebsamen bayrischen Justiz. Auch auf VHS vergönnte uns UFA diese Fassung, die, wenig überraschend, 1985 auf den Index gesetzt und nach den üblichen 25 Jahren wieder gestrichen wurde. Das hat den unleugbaren Vorteil, dass der Film komplett in deutscher Sprache, mit einer qualitativ guten Synchro der 70er (Wang Yu wird von Tommy Piper gesprochen, Tien Yeh von Christian Marschall, bekannt als Erzähler der NICK KNATTERTON-Abenteuer), vorliegt. Noch vor der Listenstreichung erschien der Film in guter Bild- und Tonqualität in großen und kleinen Hartboxen des dubiosen Labels NEW, 2013 fand er sich in der Wang Yu Superstar Box von Maritim Pictures wieder (8 Filme auf 3 DVDs, etwas für Sparfüchse mit wenig Anspruch an Qualität). Erst letztes Jahr schob dann Cargo Records die deutsche HD-Premiere in Form eines Mediabooks nach. Schon ein halbes Jahr früher erschien der Film als ONE-ARMED BOXER beim englischen Label Eureka! in einer würdigen Edition – die Erstauflage kam im O-Card-Schuber und mit einem doppelseitigem A5-Poster sowie 20-seitigem Booklet. Bildtechnisch nehmen sich beide Veröffentlichungen nichts, das Bildmaster stammt in jedem Fall von Fortune Star aus Hongkong und sieht wirklich gut aus. Die Veröffentlichung von Eureka! enthält natürlich nur englischen und O-Ton, die deutsche Ausgabe dementsprechend deutschen und O-Ton. Bemerkenswert ist, dass der Soundtrack in den gewählten Musikstücken in allen drei Tonspuren gelegentlich variiert (oder eher gesagt allen vieren, denn die Eureka! besitzt von denen in Mandarin derer zwei, deren Unterschiede ich aber nicht in Ohrenschein genommen habe).

Fazit:

In seiner erst dritten Regiearbeit (zwischen WANG YU – SEIN SCHLAG WAR TÖDLICH und EINE FAUST WIE EIN HAMMER lag der mir noch unbekannte THE BRAVE AND THE EVIL) erweist sich Jimmy Wang Yu als ein versierter Filmemacher der zweiten Reihe. Technisch ist das alles sehr solide, Kamera und Schnitt gehen gut Hand in Hand; man merkt, dass er schon sehr genau wusste, was er machen konnte und was nicht. Einige Trickszenen (etwa wenn der Inder auf den Händen, bzw. Wang Yu auf den Fingern, läuft) wirken heutzutage natürlich etwas naiv und abgehackt, waren für die damalige Zeit aber sicher schon recht nett anzuschauen. EINE FAUST WIE EIN HAMMER wird als klassischer Drei-Akter erzählt (Einführung des Konflikts, Massaker, Training & Rache), wobei man bemängeln könnte, dass hierin etwas uneinheitlich wirkt, was auf die von Wang Yu bevorzugte Dichte an Action zurückzuführen ist – aber wer will sich bitte gerade darob echauffieren? Am Ende steht da ja auch ein sehr unterhaltsamer, da fantasievoller, flott vorangetriebener, weil aufs Nötigste reduzierter Karate-Klopper aus der B-Ecke, der sich vor der Konkurrenz kaum verstecken braucht, weil er sie in manchen Belangen eben im Sprint überholte. Unter den Einarmigen ist halt Wang Yu der König. Für Fans zünftiger Keilereien ohne unnötigen Tiefgang eine faustdicke Empfehlung!


BOMBEN-Skala: 4

BIER-Skala: 8


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