Valkyrie


  • Deutscher Titel: Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat
  • Original-Titel: Valkyrie
  •  
  • Regie: Bryan Singer
  • Land: USA
  • Jahr: 2008
  • Darsteller:

    Drehbuch: Christopher McQuarrie, Nathan Alexander
    Musik und Schnitt: John Ottman
    Kamera: Newton Thomas Sigel

    Besetzung: Tom Cruise (Oderstleutnant Klaus von Stauffenberg), Kenneth Branagh (Major-General Henning von Tresckow), Bill Nighy (General Olbricht), Tom Wilkinson (General Fromm), Carice van Houten (Nina von Stauffenberg), Thomas Kretschmann (Major Otto Ernst Remer), Terence Stamp (Ludwig Beck), Tom Hollander (Col. Heinz Brandt), Christian Berkel (Quirnheim), Kevin McNally (Gördeler), Eddie Izzard (General Fellgiebel), Jamie Parker (Lieutenant von Haeften), David Bamber (Adolf Hitler) u.a.


Vorwort:

Der Film beginnt mit Stauffenberg in Afrika und zeigt den Angriff, bei dem er sein Auge, eine Hand und zwei weitere Finger verliert. Kurz davor hat er noch seine Gedanken darüber niedergeschrieben, wie Hitler seiner Meinung nach Deutschland zerstört.

Nächste Szene: Hitler besucht eine Art Basiscamp in Deutschland. Mit dabei ist auch der sehr nervös wirkende von Tresckow. Seine Nervosität hat einen guten Grund: Er hat mit einem Komplizen soeben eine Bombe in eine Flasche Cointreau eingebaut ud es tatsächlich geschafft, diese an Bord von Hitlers Flugzeug zu schmuggeln. Aus ihnen unbekannten Gründen detoniert die Bombe aber nicht. Tresckow trifft sich in Berlin mit General Olbricht, einem weiteren Verschwörer. Sie reden über einen ihrer Gesinnungsgenossen, der vor kurzem verhaftet wurde. Man einigt sich darauf, zu versuchen, Stauffenberg (der nach Berlin versetzt wurde) als Ersatzmann für den Inhaftierten zu gewinnen. Tresckow gelingt es, die Bombe an sich zu bringen und so ein Auffliegen der Verschwörung zu verhindern.

Olbricht bringt Stauffenberg zu einem Meeting der Verschwörer, wo Stauffenberg auf Dr. Gördeler, General Beck und Witzleben trifft. Gördeler soll nach dem erfolgten Putsch Kanzler von Deutschland werden und den Frieden mit den Alliierten aushandeln. Wie erwartet wird Stauffenberg einer der Verschwörer. Bei einem späteren Treffen schlägt Stauffenberg vor, „Operation Walküre“, ein Plan, der eigentlich dazu gedacht war, etwaige Bürgerkriege oder Putschversuche im Keim zu ersticken, FÜR ihren Umsturz zu verwenden. Stauffenberg schreibt den Plan so um, dass die SS außen vor bleibt und alleine das Ersatzheer dabei zum Einsatz kommt. Es gelingt ihm tatsächlich, Hitlers Unterschrift für die Änderungen zu bekommen.

Wieder zurück lernen die Verschwörer von Quirnheim, wie man Bleistiftzünder (hoffe der Name sitmmt) benutzt. Stauffenberg erfährt von Gördeler, dass er nicht nur Hitler, sondern auch Himmler töten soll, was Stauffenberg zwar nicht gefällt, aber er akzeptiert es widerstrebend. Ein paar Tage vor dem 20. Juli wird Stauffenberg zu einem Treffen der Generäle mit Hitler gebeten. Er und Haeften bereiten die Bombe im Waschraum vor. Dann erfahren sie, dass Himmler nicht anwesend sein wird, und Stauffenberg ruft die Mitverschwörer an, um diese zu fragen, ob er dennoch weitermachen soll. Als dies verneint wird, sichern er und Haeften im letzten Moment die Bombe und verlassen die beendete Konferenz, ohne Olbricht zu sagen, dass der Anschlag abgeblasen wurde. Dieser hat plangemäß aber bereits dass Ersatzheer und dessen Chef, Major Remer, in Bewegung gesetzt. Man vertuscht dies, indem man verkünden lässt, dass es sich nur um eine Übung gehandelt habe (genial ist dabei Thomas Kretschmann, dem man bei den Worten „Es war nur eine Übung!“ deutlich anmerkt, dass er sich am liebsten einen der Rekruten zum nach-Lust-und-Laune-verprügeln-um-sich-abzureagieren schnappen würde). Olbricht und Stauffenberg werden von Fromm, der eigentlich für so etwas zuständig wäre (und der – obwohl er von der Verschwörung weiß – nichts gegen sie unternimmt), niedergemacht.

Beim nächsten Treffen geraten Gördeler und Stauffenberg in einen heftigen Streit miteinander. Gördeler will, dass Stauffenberg quasi aus ihren Zirkel ausgeschlossen wird, was die anderen aber ablehnen. Außerdem erfährt Gördeler, dass gegen ihn ein Haftbefehl erlassen wurde, er wird von den anderen bekniet das Land zu verlassen, was er auch tun will. Quirnheim nimmt seinen Platz als Kopf der Verschwörung ein und gewährt Stauffenberg beim nächsten Versuch absolut freie Hand. Am Tag des 20. Juli 1944 ist es soweit: Stauffenberg wird zu einem weiteren Meeting mit HItler und den Befehlshabern gebeten und diesmal soll die Bombe hochgehen. Quirnheim erklärt, dass im Bunker alleine durch die Druckwellen alle Anwesenden innerhalb von Sekunden getötet werden, daher sei es besser, wenn Stauffenberg zum Zeitpunkt der Explosion nicht mehr in der Nähe der Bombe ist. Der Ort des Treffens wird jedoch geändert, außerdem wurde der Zeitpunkt vorverlegt. Stauffenberg und Haeften haben keine Zeit mehr, sich wirklich vorzubereiten, und so können sie nur einen Sprengsatz scharf machen, anstelle der geplanten zwei. Er positiooniert die Aktentasche mit der Bombe neben Hitler und verlässt unter einem Vorwand den Raum. Hitler wirft wütend versehentlich die Tasche um und diese wird von einem der Anwesenden ein kleines Stück weit entfernt ihm gegenüber wieder aufgestellt. Als die Bombe explodiert, ist Stauffenberg bereits auf dem Weg zu seinem Flugzeug. Fellgiebel, ein weiterer Verschwörer, meldet sich bei Quirnheim und Olbricht und berichtet vom Erfolg des Anschlages. Aufgrund der miesen Verbindung versteht Quirnheim aber nur, dass die Bombe explodiert ist, nicht aber, dass Hitler nach Fellgiebels Meinung tot sei. Fellgiebel trennt, im Glauben seinen Job erledigt zu haben, wie vereinbart sämtliche Verbindungen von der Wolfsschanze nach außen und verhindert damit das Ankommen von Olbrichts Rückruf, der sich letzte Gewissheit verschafen wollte. Olbricht bekommt es nun, aufgrund seines Fehlers einige Tage zuvor, mit der Angst zu tun. Er weigert sich, das Ersatzheer zu mobilisieren. Quirnheim gerät in Streit mit ihm und kaum hat Olbricht nach einiger Zeit sein Büro verlassen, setzt Quirnheim, in Olbrichts Namen, den Marschbefehl für das Ersatzheer ab.

Stauffenberg und Haeften sind mittlerweile angekommen und Stauffenberg ist von der durch Olbricht verursachten langen Verzögerung mehr als schockiert. Man entschließt sich dennoch dazu, weiterzumachen, da es nun ohnehin kein Zurück mehr gibt. Fromm will die Verschwörer verhaften und erfährt aus der Wolfsschanze, deren Kommunikationswege wieder hergestellt wurden, dass Hitler noch leben würde. Olbricht und Stauffenberg glauben dies nicht und verhaften Fromm ihrerseits. Es wird das Gerücht in Umlauf gebracht, die SS hätte Hitler mit der Bombe getötet und würde versuchen, die Macht in Deutschland an sich zu reißen. Major Remer wird mit seinem Heer in Bewegung gesetzt. Im Glauben, für den toten Hitler zu kämpfen, helfen sie nun unbewusst den Verschwörern dabei, die Macht zu übernehmen. Remer folgt den Anweisungen der Verschwörer, bis es schließlich immer mehr widersprüchliche Befehle von verschiedenen Stellen – aus der Wolfsschanze den Haftbefehl für Stauffenberg und von den Verschwörern einen für Goebbels – gibt. Als Remer schließlich bei Goebbels vorstellig wird, um diesen mitzunehmen, hält dieser (der zuvor schon seine Zyanidkapsel in den Mund genommen hat) ihm einen Telefonhörer hin. Remer nimmt den Hörer und hört Adolf Hitler: „Erkennen sie meine Stimme?“ Remer erhält den Befehl, alle Verhafteten sofort frei zu lassen und die Verschwörer lebend zu fangen.

Im Verschwörerhauptquartier geht alles drunter und drüber. Es machen Gerüchte die Runde, dass Hitler überlebt habe, was Stauffenberg zunächst als SS-Propaganda verwirft, während seine Helfer der Verzweiflung nahe sind. Als sie schließlich alle die bittere Wahrheit über ihr SCheitern erfahren und Remer ihnen mit dem Ersatzheer quasi schon die Tür eintritt, versuchen sie zu entkommen, was aber keinem gelingt. Stauffenberg, Haeften, Olbricht, Beck und Quirnheim werden gefnagen genommen. Entgegen Remers Protest, lässt Fromm, der seine Verbindungen zu den Attentätern verschleiern will, alle Gefangenen sofort exekutiern. Nur Beck gibt er die Möglichkeit, mithilfe einer Pistole Selbstmord zu begehen. Während die anderen nach und nach erschossen werden sehen wir noch, wie der gefangengenommene Gördeler erhängt, Fellgiebel verhaftet und Witzleben von Freisler zum Tode verurteilt (die Szene wurde eins zu eins aus Originalaufnahmen, inklusive der Tatsache, dass Witzleben seine Hose festhalten musste, weil man ihm die Träger/den Gürtel/whatever weggenommen hattte, um ihn lächerlich zu machen, übernommen) wird. Tresckow sprengt sich mit einer Granate selber in die Luft. Außerdem informiert uns eine Einblendung darüber, dass Fromm seiner Hinrichtung nicht entkam. Dann wird schließlich Stauffenberg vor das Erschießungskommando gestellt, als Haeften vortritt, sich Stauffenberg gegenüberstellt und mit seinem Rücken die erste Salve abfängt. Als dieser tot zu Boden fällt, legen die Soldaten erneut an, Stauffenberg schreit „Es lebe das heilige deutsche Reich!“ und wird erschossen. Filmende mit diversen Texteinblendung zum Weitergang und Ende des Krieges.

Inhalt:

Dieser Film wurde ja bereits im Vorfeld sehr kontrovers diskutiert, was vor allem an dem ewigen Hin und Her wegen der Drehgenehmigungen lag. Man hatte wohl Angst davor, dass ein Anhänger von Sicentology unseren hochoffiziellen guten Nazi nicht adäquat darstellen könnte. Um es kurz zu machen: Diese Angst war vollkommen unberechtigt.
„Valkyrie“ ist zum Einen ein Film, der die Hintergründe und den Ablauf des Attentates und des versuchten Umsturzes detailgetreu rekonstruiert. Es wurden nur kleine dramaturgische Änderungen vorgenommen, manchmal hat man das Gefühl, die würden da sowas wie „Mission Impossible in der Wolfsschanze“ spielen, was durch Anwesenheit von Tom Cruise natürlich noch verstärkt wird. Zum Anderen ist der Film aber auch eines, nämlich verdammt spannend. Es war schon ein gewisses Risiko von Bryan Singer, einen Film, dessen Ausgang bereits jeder kennt, als Spannungsfilm zu inszenieren, aber, ich will verdammt sein, es hat sich gelohnt. Singer schafft es, das man von Anfang an mit den Verschwörern mitfiebert und ihnen, obwohl man – wie gesagt – das Ende schon kennt, die Daumen drückt.
Das liegt aber auch daran, dass die Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle hinein absolut perfekt ist. Tom Cruise ist als Stauffenberg schlichtweg fantastisch, Kenneth Branagh, Bill Nighy, Thomas Kretschmann und Terence Stamp sind eh über jeden Zweifel erhaben und auch Carice van Houten und Tom Hollander (Fluch der Karibik 2 bzw. 3) holen aus ihrer eher begrenzten Screentime das Optimum heraus.
Die Effekte sind ebenfalls gut, die Explosion der Bombe wird mit einem entsprechenden Knaller in Szene gesetzt und die Musik ist sehr mitreißend.

Hervorheben möchte ich noch ein paar Szene, bei denen ich mir gedacht habe: „Ja DARUM gehe ich ins Kino!!“ Da wäre zum Einen das Eintreffen der Meldung vom Tod Hitlers in der Nachrichtenzentrale, als erst ein Frau zögernd die Hand hebt und zu ihrem Chef schaut und als dieser genervt antanzt, plötzlich ALLE Frauen ihre Hände heben und ihren ratlosen Boss mit verzweifelt flehenden Augen anstarren, dann wäre da noch die Stelle aus dem Trailer in der Stauffenberg fragt, ob er auf alle zählen könne, und natürlich der große Wendepunkt, das Telefonat Hitler/Remer.

Es übrigens eine seltsame Koinzidenz, dass Branagh, McNally und McNeice bereits in dem 2001 entstandenen Film „Conspiracy“ (dt. Titel: „Die Wannseekonferenz“ – übrigens auch empfehlenswert, mit Stanley Tucci als Adolf Eichmann, Colin Firth als Dr. Willhelm Stuckart und Kenneth Branagh als Reinhard Heydrich) schon als „Hitlers Helfer“ vor die Kamera traten und hier wieder in einem Film mit ähnlicher Thematik in mal mehr (Branagh, McNally) und mal weniger (McNeice) wichtigen Rollen zu sehen sind; ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass das durchaus mit Absicht war. Ursprünglich hätte übrigens Tobias Moretti Adolf Hitler spielen sollen. Schade, dass da nichts draus wurde, in „Speer und Er“ war Moretti als Hitler großartig.

Zum Abschluss gibts noch ne Buchempfehlung von mir: Ueberschär, Gerd R.: „Stauffenberg. Der 20. Juli 1944“ erschienen bei S. Fischer, Frankfurt am Main 2004.

Fazit:

Der Film hat mich trotz meiner hohen Erwartungen positiv überrascht. Daumen hoch kann ich nur sagen!

G


mm
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