The Void


  • Original-Titel: The Void
  •  
  • Regie: Jeremy Gillespie, Steven Kostanski
  • Land: Kanada
  • Jahr: 2016
  • Darsteller:

    Kathleen Munroe (Allison), Ellen Wong (Kim), Kenneth Welsh (Dr. Richard Powell), Art Hindle (Mitchell), Aaron Poole (Daniel Carter), Stephanie Belding (Beverly), Mik Byskov (Simon), Daniel Fathers (Vincent), Grace Munro (Maggie), Evan Stern (James)


Vorwort:

Eigentlich wollte Sheriff Carter ja heute nacht ’ne eher ruhige Kugel schieben, aber als ihm ein verletzter junger Mann vor den Streifenwagen fällt, bringt er ihn dann doch sicherheitshalber ins nächstgelegene Krankenhaus. Das Hospital von Marsh County ist aber aus verschiedenen Gründen vielleicht nicht der ideale Ort dafür – einerseits ist der Laden größtenteils abgebrannt und arbeitet nur noch in Notbesetzung, andererseits gehört zu dieser Notbesetzung Carters Ex Allison, die sich von ihm getrennt hat, als die beiden ihr Baby verloren. Beziehungsgedöns muss sich aber rasch hintanstellen, als Schwester Beverly einen Patienten tötet, sich selbst die Haut vom Gesicht zieht und mit einer Schere auf Carter los geht. Chaos! Panik! Aufruhr! State Trooper Mitchell, gerade erst von einem amtlichen Massaker in einem Farmhaus zurückgekommen, versucht für Ruhe und Ordnung zu sorgen, doch das gestaltet sich schwierig. Weiß bekuttete Kultisten belagern das Krankenhaus und Beverlys Leiche verwandelt sich in ein garstig-schleimiges Monster. Der Schlüssel zum Mysterium könnte eben der verletzte junge Mann sein – und was hat Dr. Powell, der Klinikarzt, mit der ganzen Chose zu tun?

Inhalt:

Manchmal kann eine Ankündigung voll und ganz der Wahrheit entsprechen und einen trotzdem total enttäuscht zurücklassen. „The Void“ wurde als throwback zum klassischen, unironischen 80er-Horror mit handgemachten Effekten annonciert, und damit trifft man auch voll ins Schwarze. Dumm nur, dass „The Void“ auch alle seine Ideen unbedarft aus dem Fundus des 80er-Horrors klaut und sie zu einem letztlich ziemlich unverträglichen Ganzen zusammenstückelt.
Die erste halbe, dreiviertel Stunde ist großartig und verspricht wirklich einen denkwürdigen Horrortrip. Klar, da ist schon das klassische Carpenter-Belagerungsmotiv im Vordergrund stehend, aber die mysteriösen Kutten-Kultisten machen neugierig, und erst recht, in welcher Verbindung sie zu einem einem ultra-eklig-schleimigen Monster, das nur aus Tentakeln, Schläuchen und Körperöffnungen, aus denen eklig-schlemige Flüssigkeiten herausekeln und -schleimen können, zu bestehen scheint, stehen. Mit fortschreitender Laufzeit stellt sich aber die Ernüchterung ein, dass Jeremy Gillespie und Steven Konstanski, das Writer/Director-Duo, das selbst nicht so genau wissen und sich daher darauf beschränken, eine – zugegeben impressive – Schau an grotesken Effekten, Kreaturen und Masken abzuliefern, ohne sich gesteigert um Sinn, Verstand oder eine schlüssige Story zu scheren, wenn man statt dessen doch einfach ganze Dialogzeilen wholesale aus „Hellraiser“ „leihen“ kann („such sights I have to show you…“).
Es mag anspruchslose Horrorfans geben, die sich von genügend Schleim, Blut und Latex blenden lassen, aber wer ein bisschen mehr von seinem Horror erwartet, der merkt schnell, dass „The Void“ keinerlei Substanz hat, sondern offensichtlich nur um einiges an Imagery rumgeschrieben wurde, mit den Zutaten, die der Carpenter/Barker-Baukasten eben so her gibt (aber immerhin, die Macher kennen wohl auch den Euro-Horror der 80er, denn es gibt ein Fulci-„The Beyond“-Gedächtnis-Ende).

Die Darsteller sind… okay. Weder Aaron Poole als Carter noch Kenneth Walsh als Dr. Powell reißen Bäume aus, die Akzente setzen eher Daniel Fathers und Kathleen Munroe. Routinier Art Hindle absolviert einen charmanten kurzen Altersauftritt.

Man kann sich, wie gesagt, von den Special FX und der morbiden Krankenhaus-Atmosphäre einlullen lassen und dann sicherlich ein wenig Spaß mit „The Void“ haben, aber im Endeffekt ist das brotlose Kunst, wenn eine interessante Story, eine packende Mythologie oder auch nur nenneswert likeable Charaktere fehlen.

2,5/5
(c) 2017 Dr. Acula


mm
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