The Pack


  • Original-Titel: The Pack
  •  
  • Regie: Nick Robertson
  • Land: Australien
  • Jahr: 2015
  • Darsteller:

    Jack Campbell, Ann Lise Phillips


Vorwort:

Familie Wilson lebt irgendwo in der tiefsten australischen Provinz auf ihrer maroden Farm – die Bank sitzt Papa Adam (Jack Campbell) mit im Nacken und fordert ultimativ den Verkauf, obwohl Mama Carla (Ann Lise Phillips) zur Ergänzung der Haushaltskasse sogar schon eine Tierklinik eröffnet hat. Die wirtschaftlichen Probleme müssen aber erst mal hintenanstehen, denn ein Rudel wilder Hunde, die schon ein älteres Rancherehepaar getötet haben, hat sich die Wilson-Farm für ihr nächstes großes Fressen ausgekuckt. Es beginnt ein verzweifelter Überlebenskampf…

Inhalt:

Aus Tralien kommt uns Jung-Regisseur Nick Robertson mit einem ganz klassisch angelegten Tierhorrorstreifen, der an verdiente Genre-Veteranen wie „Day of the Animal“ und Co. erinnert. Ein Rudel wilder, bösartiger Tiere belagert eine kleine Gruppe verzweifelter Menschen in ihrem Haus. Das ist alles andere als neu und auch in dieser Variante weitgehend überraschungs- und moralfrei. Während die alten Haudegen des Tierhorrors ja gern ökologische Botschaften pflegten („Long Weekend“ z.B.), haben wir hier einfach ein Rudel böser Wuffs, die ohne tieferen Grund Menschen in ihren Häusern angreift (selbst bei verwilderten Hunden ja ein eigentlich eher untypisches Verhalten). Es sind keine Mutanten, keine „Monster“, sondern ganz normale Köter. Das macht natürlich auch das Bedrohungspotenzial eher überschaubar – und genau genommen wirken unsere Protagonisten ziemlich doof, dass sie, obwohl zu viert und mit einer Schrotflinte ausgestattet (aus dramaturgischen Gründen hat allerdings Sohn Henry ein paar der Patronen gemopst), tatsächlich mit einem halben Dutzend Flohfänger Probleme haben (bei aller Freundschaft: eine robuste geschlossene Tür sollte den meisten Hundeangriffen Stand halten). Und warum der Hundeangriff mit Sonnenaufgang offensichtlich abgehakt ist (sind offensichtlich rein nachtaktive Köter), weiß ich auch nicht so richtig… „The Pack“ ist auch ein ziemlich mutloser Film – er hat keinen Mumm, auch nur einen seiner Protagonisten um die Ecke zu bringen. Der Bodycount (ganze vier) muss sich daher auf „Familienfremde“ beschränken (neben dem alten Ehepaar gehen der „böse“ Bankmann, der völlig unsäglicherweise darauf hinweist, dass eine Farm, die monatlich 20.000 Dollar Miese macht, irgendwie nicht rentabel ist, und der vermutlich dümmste Cop der Welt drauf). Da man das als Zuschauer recht schnell durchschaut, verliert sich die Spannung im Nirvana hektischer Zappelkameraaufnahmen und (durchaus schöner) drone shots für beeindruckende Aerials. Wenn am Ende sogar der auf halber Strecke des Films verschwundene Familienhund zum Total-Happy-End wieder auftaucht (wobei die finanziellen Probleme der Wilsons ja eher nicht gelöst sind) und den ich deshalb entweder undercover-Tätigkeit für die bösen Hunde oder gnadenlosem Opportunismus verdächtige, kann sich selbst das geduldigste FFF-Publikum ein gequältes Lachen nicht verkneifen.

Ergo: technisch durchaus anständig gewerkelter Tierhorror, der dem Genre nicht einmal eine halbwegs aufpolierte alte Facette abgewinnt, geschweige denn eine neue. Anspruchslose Genre-Kucker mögen mal reinschauen, wer wirkliche Spannung erwartet, sollte zu einem Klassiker greifen.

2/5
(c) 2015 Dr. Acula


mm
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