The Dragon Lives Again

 
  • Original-Titel: Li San Jiao Wei Zhen Di Yu Men
  • Alternative Titel: Deadly Hands of Kung Fu | La Résurrection du Dragon |
  • Regie: Kei Law (alias Lo Ke)
  • Land: Hong Kong
  • Jahr: 1977
  • Darsteller:

    Bruce Leong (Bruce Lee), Alexander Grand (James Bond), Ie Lung Shen (The Godfather), Eric Tsang (Popeye), Jenny (Emanuelle), Ching Tang (Hades Judge Pao), Chu-Chuan Sai (Hades Maid), Lik Cheung (The One-Armed Swordsman), Bobby Canavarro (The Man With No Name), Hsi Chang (Dracula), Lily Fu Li (The Queen), Mei Wong (Zatoichi)


Vorwort

Bekanntlich gibt’s für Bruceploitation grob drei Kategorien:
1. Straighte Eastern mit einem Bruce-Lee-Imitator, die dem Publikum als bisher unentdeckte Perle des Meisters verkauft wurden (Beispiele: DYNAMO, THE CHINESE STUNTMAN, BRUCE LEE’S DEADLY FINGERS,…)
2. Selbsternannte „Dokumentationen“, die unbeachtete Lebensbereiche des Meisters abdecken wollten (FIST OF FEAR TOUCH OF DEATH, THE REAL BRUCE LEE, BRUCE LEE AND I)
3. Hommagen, Fan-Filme und natürlich die Kalle-Knallkopp-Kategorie (TRUE GAME OF DEATH, SEINE ERBEN NEHMEN RACHE, BRUCE LEE FIGHTS BACK FROM THE GRAVE).
Man muss sich nicht lange die Besetzungsliste ansehen und/oder einen groben Blick auf die Storyline werfen, um die richtige Klassifikation vorzunehmen und doch scheitert hier jede Form der rationalen Beschreibung, wenn man sich mal die „Handlung“ ankuckt:

Bruce Lee landet nach seinem Tod in der Hölle (wo auch sonst?) und muss dort gegen Clint Eastwood, James Bond, Dracula, Emanuelle, Zatoichi, Popeye (!) und sogar den Exorzisten (!!!) kämpfen, die die Höllenherrschaft anstreben, denn Weltherrschaft geht irgendwie schlecht unter den gegebenen Umständen. Wessen Geistes Kind dieses Werk nur sein kann, brauche ich keinem zu verklickern und nach dem eher drögen GAME OF DEATH (also dem 78er-Teil, der allerdings seine Sonderkategorie braucht) brauchen wir es alle mal wieder von der groben Kelle. Die Hong Konger Goldig Film Company kannte keine Gnade und ließ diesen Trash-Hammer auf uns los (ob sich Joseph Lai hier die Inspiration für KICKBOXER FROM HELL holte?)
Okay, alle bereit für diesen Mindfuck? Los geht’s.


Inhalt

Der Film beginnt mit der Widmung: „This film is dedicated to millions who love Bruce Lee.“ Schön, ich fühle mich angesprochen. Aber wat ham wa nu davon? Zum Bleistift, dass wir nun die Eröffnungsmusik aus ENTER THE DRAGON hören, unmittelbar gefolgt vom James-Bond-Theme (dreist). Bruce (Lai, Lea, Leung whatever) liefert hier eine Art Highlight-Reel vor einem roten Hintergrund, ergo er ist konfrontiert mit einem Mann im Anzug, der wohl Ian Flemings bekannteste Figur mimen soll. Man meint zuerst, es gäbe auf die Fresse (und dass sich James Bond in Kung-Fu-Posen wirft halte ich schon für ’nen Mindfuck der allerobersten Güte), doch die beiden vertragen sich und Bruce verkloppt ein paar vermummte Gestalten (sollen es Mumien sein?), das erledigt er in einem augenkrebserregenden weiß-gelben Anzug, für den man selbst im Hong Kong der 70er von einer Horde Samurais persönlich zweigeteilt worden wäre. Bruce, inzwischen mit Nunchaku, wird von einem am Stock gehenden Kerl angegriffen (Zatoichi!), doch Bruce kann ihn durch geschicktes Kitzeln (!!) entwaffnen. Der Soundtrack wechselt wahllos zwischen bekloppt, noch bekloppter und ultra-bekloppt (mit gar spaßigen Boing-Geräuschen), bis wir ein fieses Western-Lied anstimmen. Bruce, inzwischen als Kato maskiert, tritt dem, was wir für Clint Eastwood halten sollen, gegenüber, mit Rauschebart Marke Räuber Hotzenplotz (also Clint, nicht Bruce). Bruce kann seinen Schüssen ausweichen und legt seinen Revolver durch einen Pfeil lahm (so einen wie aus ENTER THE DRAGON). Aus Clints Puste löst sich trotzdem ein Schuss, wo dazu führt, dass sein Poncho in Flammen steht (???); Dracula und den Exorzisten überlistet er damit, dass er sich plötzlich verschwinden lässt, als wäre er David Copperfield. Nun wird er von einem Schwertkämpfer, der später als Gesandter des Königs bekannt sein wird, angegriffen, doch Bruce lässt die Chuck sprechen. Es gab in FIST OF FURY schon mal eine Szene Katana vs. Nunchaku, Bruce meinte damals schon, es ist sehr unwahrscheinlich, in so eine Situation zu kommen. Er hatte wohl recht.
 
Vorspann vorbei. Wir befinden uns an einem Ort, an dem Bruces Leiche aufgebahrt ist, wie wir erfahren werden, die buddhistische/taoistische oder was auch immer Hölle (für den Rekord: Bruce Lee glaubte an gar nüscht, sein Vater war Buddhist und seine Mutter Katholikin). Der scheinbaren Leiche hat es auffällig das Zelt aufgestellt, wie man auf gut Deutsch sagt, sprich der olle Bruce hat eine Morgenlatte, auf die selbst John Holmes neidisch wäre. Die unentdeckten Sexualfetische von Bruce Lee haben schon viele Filmverbrecher Lunte wittern lassen, sagt das mehr über Bruce oder über die Filmemacher aus? Die asiatische Hölle funktioniert in etwa so wie der katholische Himmel, die Männer in der Verantwortung schlagen ihr großes Buch auf und stellen fest, mit wem sie es zu tun haben. Sie sagen übrigens „cause of death unknown“, die haben FIST OF FEAR TOUCH OF DEATH nicht gesehen (halt, der kommt erst zwei Jahre später raus).
 
Nun tut sich was, nicht nur dass wir Ohoo-hoho hören (wie in „Everybody was Kung Fu fighting…“) und ein paar Höllenbewohner weiblichen Geschlechts fallen fast in Ohnmacht bei Bruces Sexappeal. Hierbei erfahren wir auch, dass Leute in der Hölle komplett anders aussehen als auf der Erde, deshalb auch der Imitator (der lameste Hand Wave aller Zeiten). Als er am Leben war, waren alle Frauen außerdem hinter ihm her. Aha, haben wir wieder was gelernt. Inzwischen macht Bruce erste Zuckungen, die uns darauf schließen lassen, dass er es bald seinem Mörsergeschütz gleich tun und sich bald erheben wird.
 
Der geistig minderbemittelte Höllendiener greift unters Laken um der Ursache für die ungewöhnliche Wölbung auf Hüfthöhe auf den Grund zu gehen. Er holt, nein, nicht Bruces Mega-Schlong hervor sondern sein NUNCHAKU (??!! wtf ??!!), klar, ohne das tut Bruce keinen Meter weit, auch nicht im Abyssos, was den Höllenwächter trotzdem zu der Bemerkung „it’s big, enormous“ hinreißt. Abgesehen von den leicht homoerotischen Konnotationen hier, sollte ihm das Nunchaku nicht irgendwie bekannt sein oder so? Ist es nicht, denn er zieht es sich erst mal gepflegt selbst über die Rübe (kann nicht viel kaputtgehen). Der Chef der Hölle, also der König, ist erzürnt, dass Bruce eine Waffe mit nach unten genommen hat (selber schuld, wenn ihr ihn durch die Kontrolle einfach so damit durchlasst) und die Wachen sollen ihm eine Lektion erteilen. Bruce erwacht aus seinem Schönheitsschlaf und ein instinktiver Griff in seinen Schritt lässt ihn bemerken, dass sein Würgeholz verschwunden ist, die dortige Platzierung war also kein Zufall.
 
Bruce hat keinen großen Respekt vor den beiden Erzengeln („I’m gonna die, YOU’RE gonna die“) und bezeichnet den Obermufti als „Ratte“. Jetzt erst bemerkt Bruce, dass er sich in der Unterwelt befindet und schmeißt sich in eine idiotische Denkerpose. Er fragt den Obermacker von König, wie ein solcher Pfeifenheini wie er Chef der ganzen Hölle werden konnte, doch der verweist auf eine Säule, die die Unterwelt in ihren Angeln hält und auf sein Geheiß sofort putt sein könnte. Bruce muss seine Niederlage in diesem Punkt eingestehen, insbesondere als der Scheffe tatsächlich an dem Ding rüttelt und ein mediokres Erdbeben verursacht (und sich damit ins eigene Fleisch schneidet, wenn sein eigener Raum einstürzt, oder?) Wenn Bruce ein paar böse Elemente aus dem benachbarten Teehaus (!) zur Strecke bringt, darf er vielleicht wieder auf die Erde zurück. Aber nur vielleicht (das ist immerhin die Steigerung von „leicht“). Bruce bekommt als Ansporn sogar seine Waffe zurück, versteckt sie aber so, dass sie keine phallische Symbolik mehr erzeugt (LAAAAAAME!)
 
Kompletter Szenenwechsel. Bruce schlendert durch eine Kulisse, die verdächtig nach FIST OF FURY aussieht und geht erst mal zum Happa-Happa-Machen (scheint in der Hölle immer noch notwendig zu sein) ins besagte Teehaus. Der schielende und hyperaktive Kellner ist ihm keine große Hilfe. Inzwischen spielt der chinesische Popeye (uns wurde nicht zu viel versprochen) Stein-Schere-Papier mit einem Hutträger, ergo dem Mann ohne Namen, weil bekanntlich Popeye den ganzen Tag nichts anderes tut als mit dem Mann ohne Namen Stein-Schere-Papier zu spielen. Popeye hat verloren und muss trinken, entscheidet sich am Ende doch, die gute Stube zu verlassen. Beim Rausgehen erkennt Popeye Bruce Lee natürlich sofort, obwohl Popeye eigentlich eher die 30er–50er unsicher gemacht hat (in einem lakonischen „hey, that’s Bruce Lee“ und mit herrlich debilem Marinegruß), um sich schlussendlich zu verpissen.
 
Der Mann am Nebentisch grämt sich etwas ob der Fliege in seinem Fresschen und kommandiert den Kellner herbei (oha, auf wie viele Herr-Ober- und Fliege-in-der-Suppe-Witze das wohl rauslaufen wird?) Er ist der blinde Zatoichi und stolpert gedankenverloren zum Nebentisch und bekommt zufällig Bruces Nunchaku zwischen die ungewaschenen Wichsgriffel um auch hier wieder abzuziehen. Doch kurz vorm Ausgang schmeißt er ein paar Stäbchen auf Bruce, der diese mit der Nunchaku (!) abfangen kann und sie ihm prompt zurückschleudert, ihn aber verfehlt. Der Kellner fragt, warum er sich ausgerechnet mit den Triaden (Zatoichi bei den Triaden, buahahahah….) anlegt und Bruce meint, in den Staaten hat er die Mafiosis auch reihenweise mit bloßen Händen auf die Bretter geschickt. Der Kellner warnt ihn das die Triaden die persönliche Leibgarde des Paten sind (und damit ist nicht der Pate von Reinickendorf gemeint) und wir stellen fest, wie sich Bruces Sprecher erfolglos bemüht, den kantonesischen Akzent von Bruce zu kopieren.
 
Clint Eastwood, James Bond (mit Koteletten für die sich selbst 70er-Jahre-Schlagersänger schämen würden) und ein paar Komparsen im Skelett-Faschingskostüm betreten das Teehaus. Clint Eastwood kann es nicht vergnusen, dass Bruce nicht „Hallo“ gesagt hat. Nun greift Zatoichi ins Geschehen ein, dummerweise nicht mit Katana sondern nur mit Stöckchen, was Bruce nun vor keine größeren Herausforderungen stellt. Bruce nutzt den Moment um ein paar Skelette zu stiefeln und James Bond nimmt seine Wolder, doch Clint Eastwood hält ihn ab davon (Idiot…) Als Bruce gerade den Kampf zu seinen Gunsten drehen kann, wird ihm plötzlich schummrig und er sieht eine Vision in der ein paar scharfe Girls um ihn herumtanzen (hä??) Clint teilt nun selbst einen fiesen Kick aus (!!), das haut selbst Bruce Lee um und die Bad Guys machen sich aus dem Staub.
 
Da taucht plötzlich ein weiser alter Chinese auf (wenn man vermutet, dass es Konfuzius persönlich ist, liegt man in diesen Filmen meistens richtig) mit zwei Chikas, die messerscharf feststellen, dass er popöse verletzt ist: „They are such cowards, they just beat him up“ – Bruce Lee zu verkloppen würde ich jetzt nicht unbedingt als feige bezeichnen, selbst wenn man 10:1 in der Überzahl ist. Konfuzius stellt sich vor als Wa Tou oder so ähnlich (ich glaube ich bleibe aber bei meiner Namensgebung), der mal Doktor des Königs gewesen ist, er kam in die Hölle wegen seiner Sünden. Auch wenn er das mit dem Hippokratischen Eid früher irgendwie missverstanden zu haben scheint, hilft er nun den Armen und Schwachen, der elende Gutmensch.
 
Konfuzius bringt ihn zu seinem Haus, wo wir von einem sprechenden Skelett (!) begrüßt werden, sogar ein echtes, also kein Mann im Kostüm. Das Skelett gibt einen unverständlichen Satz von sich und verpisst sich wieder, denn dass Skelette immer schwer beschäftigt sind, wissen wir ja von ThatPoppy (oder nur noch Poppy seit unlängst). Bruce gibt selbstkritisch gegenüber sich selber zu, dass sie ihn genau an seiner Achillesferse erwischt haben, nämlich seinem unstillbaren Sextrieb und er entschuldigt sich bei seiner Frau Linda, dass er ihr untreu war (die Macher schrecken auch vor gar nichts zurück, schon BRUCE LEE AND I geht von dieser Prämisse aus). Fuzis Enkelin stellt sich dumm und fragt, wer diese Linda schon wieder ist (aua…). Bruce fragt ob ihn Fuzi nicht doch wieder irgendwie auf die Erde zurückbeamen kann, doch seine unendliche Weisheit scheint das nicht herzugeben.
 
Die Bösen feiern inzwischen eine wilde Orgie, bestehend aus Zatoni, James Plomb, Clint Westwood, dem (S)exorzisten, Emanuelle und dem Paten von Reinickendorf. Der Exorzist muss trotz seines Askesegelübdes einen über den Durst mittrinken, denn er wird bald der König sein (und warum ausgerechnet der???) und er verspricht Emanuelle, ihr alles zu geben, was ihr Herz begehrt. Das Zölibat war auch schon mal strenger. Sobald die Zeit gekommen ist, wird man losschlagen und auch mit Bruce Lee muss man sich nicht die Denkmurmel zerbrechen, schließlich haben sie Dracula auf ihrer Seite und der kann jederzeit sämtliche verfügbaren Zombies beschwören und jetzt denken wir mal einen Moment an Bram Stokers Roman und fragen uns, wie viele Zombies er dort beschworen hat. Der Pate persönlich (mit weißem Anzug, weißen Handschuhen und schwarz-blauem Schal) wird Bruce aus dem Weg räumen.
 
Bruce ist inzwischen wieder wohlauf und beim Glückspiel um die fetten Lappen (irgendeine chinesische Würfelpoker-Variante). Bruce gewinnt zwar, aber hält ihnen eine Moralpredigt, dass sie in ihrem früheren Leben gezockt und sich dann umgebracht haben (woher auch immer er das so genau wissen will) und jetzt gambeln sie schon wieder. Und was ist das Problem, toter als tot kann man doch überhaupt nicht mehr werden, oder? Er schlägt kommunistischerweise vor, alles Geld gerecht aufzuteilen. Das stellt alle zufrieden außer einem Typen, der seinen Anteil erst bekommt, nachdem sich Bruce bei seiner Schwester Siu Man vorgestellt hat (ich ahne schlimmstes) und den Chef der Spielbank, doch Bruce kann ihn mit einer heftigen Drohgebärde vom Gegenteil überzeugen, doch der will ihm nun in den Rücken fallen. Zusammen mit dem anderen Typen (er hat nur einen Arm, ich nehme also an, dass es sich um den One-Armed Swordsman handelt) kloppt sich Bruce durch eine Horde. Bruce sagt zum Einarmigen, er soll ihm folgen, wenn er an die Kohle will (warum so kompliziert?) Sie schauen vorbei bei der Schwester des Einarmigen, der seine Extremität beim Kämpfen verloren hat (wo sich komischerweise auch Popeye und der Namenlose aufhalten) und Bruce drückt ihr die Kohle in die Hand und gibt One-Arm den brandheißen Tipp, seiner Sis‘ im Geschäft zu helfen. Bruce, immer der Rächer der Enterbten, hält am Marktplatz zu Musik ganz selbstlos eine Unterrichtseinheit Kung Fu ab, wer also schon immer Popeye Kung Fu machen sehen wollte, sollte jetzt einschalten.
 
Die Frauenschar des Königs badet sich (tatsächlich mit sichtbarer Nudity). Es taucht die Frage auf, ob Bruce Lee tatsächlich so viel drauf hat, wie es immer heißt. Logisch, sagt die Königin und weiß dies mit schwanzharten Fakten zu belegen. Dass Steve McQueen und James Coburn Schüler von Bruce Lee waren, wissen wir, aber dass auch Charles Bronson dazugehörte, ist mir neu. Und er soll reich sein, aber nicht so reich wie die Frauen. Angeblich soll er sogar sehr spendabel zu seinen Freundinnen sein, meint die eine, „I’m just crazy about him“ und „I wish I could try him up for size“ (Frauen… immer nur das eine im Kopf). Nun taucht der König auf, „that dirty old man“. Das ist nicht übertrieben, denn er komplimentiert die Damen tatsächlich für ihre Assets, der alte Lustgreis, doch äußert er die vage Vermutung, sie könnten über Bruce Lee getrascht haben. Plötzlich verschwindet wie von Geisterhand das Wasser und die Damen sind entblößt.
 
Zwei unterbelichtete Bullen klauen einer Dame einen Apfel (viel Komedy hier), diese wehrt sich und Popeye und sein Atze werden etwas unmotiviert von der Polizei angelabert. Es kommt zum Fight, in dem sich Popeye in merkwürdige Schlangen-Kung-Fu-Posen wirft (aua) und wir sehen einen Slapstick-Fight mit Fermschämfaktor hoch 70. Ein paar Bewohner dieses Städtchens beobachten den Shit und applaudieren ununterbrochen (die Bullen scheinen nicht gerade geliebt zu sein hier) und ein paar Boing-Geräusche später taucht Bruce auf (woher???) und gibt ihnen den brandheißen Tipp, sich hier in der Gegend nicht mehr sehen zu lassen. Zatoichi hat ein paar fehlartikulierte Einwände und fordert die Helden zum Kampf mit dem Angebot, sich dann hier nie wieder sehen zu lassen. Bruce lässt sich das nicht nehmen und wir sehen einen gar nicht mal soooo üblen Fight, der jedoch etwas dadurch verhunzt wird, dass wir uns in einer Studio-Kulisse mit gemaltem (!) Hintergrund befinden, aber ist ja auch schließlich die Hölle, newa?
 
Eine Szene später finden sich die beiden in einer Felsenlandschaft (die Zuschauer haben sich inzwischen alle verpisst) und Zatoichi hat sein Schwert immer noch nicht wiedergefunden, er muss also weiter mit dem Stock kämpfen. Bruce kann ihn entwaffnen und Zato muss sich auf sein Kung Fu verlassen (und jetzt denken wir scharf drüber nach: Japaner – Kung Fu, time to shoot yourself). Die Mucke von ENTER THE DRAGON im Ohr habend kickt Bruce ihm gar heftig in Zahnleiste und kündigt seine nächste Attacke an: „enter the dragon“, die sich aber von seiner nächsten Attacke „way of the dragon“ (Bruce-Lee-Veteranen wird das bekannt vorkommen) dadurch unterscheidet, dass sie Erfolg hatte, sprich bei „way of the dragon“ geht Bruce zu Boden und kann sich nur durch einen „fist of fury“ befreien. Man sieht es nicht genau, aber er setzt jedes Körperteil ein AUSSER seinen Fäusten.
 
Zatoichi macht eine sehr merkwürdige Arsch-vorwärts-Attacke (???), Bruce wirft ihn mit den Worten „Game of Death“ zu Boden (der ’77 bestenfalls vom Hörensagen bekannt war). Zatoichi kriegt seinen Stock zu greifen (macht daraus, was ihr wollt, ihr Säue) und zieht DOCH NOCH ein Schwert daraus hervor. Mann, das hätte er aber früher auch haben können. Bruce zieht sich das Nunchaku (vermutlich) aus dem Arschloch und wir sehen Bruce vs. Zatoichi mit ihren jeweils ikonischsten Waffen – ein Setup, das trotz klitzekleinem Anachronismus durchaus zu gefallen weiß, dieses Territorium hätte man gerne noch öfters beackern können. Bruce entwaffnet ihn innerhalb von geschätzten 0.0000251 Sekunden (LAME!) und Zatoichi, jetzt seltsamerweise chancenlos verabschiedet sich aus der Handlung. Hat er sein Kung Fu plötzlich verlernt, das er eigentlich nie hätte können dürfen?
 
Die Bösen schieben den Blues darüber, dass Bruce den fehlsichtigen Meister besiegt hat, und James Bond, inzwischen mit leicht beschürzter Emanuelle (der weißen übrigens, nicht Laura Gemser, aber durchaus in der optischen Klasse wie Sylvia Kristel, *lechz*) im Arm, erklärt feierlich, dass Kung Fu keine Chance hat gegen seine von Q handgetüftele Bleispritze. Wenn er sich da mal nicht ganz gewaltig täuscht. Clint Eastwood traut der Sache nicht und Emanuelle nimmt sich schließlich der Angelegenheit an. Wenn sie erst mal seine Maße rausgefunden hat, wird er keine Chance mehr haben.
 
Der notgeile König verlustiert sich inzwischen wieder mit seinen Pool-Miezen. Da er sie nicht zu fassen kriegt, bietet er an, Blinde Kuh zu spielen, d.h. er verbindet sich selbst die Augen und die Königin geht im ins Netz. Das sieht… ulkig aus.
 
Bruce verschwendet keine Zeit und sippelt Bruderschaft mit Emanuelle und man beginnt zu tanzen, was beide sagenhaft witzig finden. Während Emanuelle nun ziemlich scharf rangeht, bemerkt Bruce die Anwesenheit der anderen Unholde. Bruce durchschaut ihre fiesen Tricks („get out, you bitch“) und sie kriegt einen Heulkrampf. Wir stellen also fest, die Aktion hat absolut gar nicht gebracht. Bruce setzt sich zusammen mit den Schurken („you are a pretty famous fighter, how are you feeling?“) Der Pate erinnert sich schwermütig an die Zeit zurück, wo sie noch die Hähne im Korb waren, doch Bruce will davon nichts hören. Man lässt ihn entkommen.
 
Die Frauen nehmen eine Dame, die Bruce Gesellschaft leistete (höchstvermutlich Siu Man) gefangen und spielen Schnick-Schnack-Schnuck wer ihn zuerst verführen darf. Die Dame in Rot, die Königin persönlich, gewinnt und verwandelt sich in die Gefangene (wat?), zaubert eine Tasse Tee herbei (!) und gibt ein Mittel hinein, dass Männer in Wallung versetzt aber für Frauen desaströse Konsequenzen hat (Alkohol?) Weder das Gebräu noch Fake-Sius Verführungskünste können „Brucie“ (der aus GTA 4?) was anhaben. Sie ist enttarnt und muss sich nun zurückverwandeln. Inzwischen taucht auch die andere Frau auf und sagt Bruce, er soll tief in ihre „Augen“ blicken (Kenner wissen, was damit gemeint ist). Bruce wird langsam sauer, doch die Königin meint, wenn er sie schlägt, liebt er sich nur noch umso mehr: „Beat me hard with that terrible weapon“ – ganz schön masochistisch die Alte, bei DEM König zwar mehr als verständlich, doch warum man sich gleich mit dem Nunchaku spanken lassen muss? Die sexuellen Fetische in diesem Film werden immer bizarrer. Die beiden werden sich nicht handelseins und gehen aufeinander los, was Bruce mit einem genervten Blick „so sind sie die Weiber“ quittiert. Die beiden flößen sich gegenseitig das Gebräu ein.
 
Sie stehen vorm König und die Königin hat plötzlich Schminke im Gesicht, die für mich aussieht wie ein halbes Blackface (?!), ihre Begleiterin hat auch braune Farbe im Gesicht, aber symmetrischer verteilt. Der König hat die Schnauze voll von seinen undankbaren Weibern und droht ihnen, wenn sie nicht bald wieder Schönheiten werden, wird er sie vor die Tür setzen. Enter Emanuelle. Ihr Begleiter lobt ihre Vorzüge („she’s desirable and she’s clever“), sie selbst übt sich in Selbstkritik („I’m such a silly little pussy“) und er soll ihr doch mal den Arsch versohlen, wenn er möchte. Der König kann einem solchen Charme natürlich nicht widerstehen und ernennt sie direktemang zur Königin (!!!), womit sie ihm voller Dankbarkeit um den Hals fällt. Das Publikum darf die Taschentücher schon bereithalten (für was auch immer).
 
Bruce und die (echte) Siu Man steuern über den ziemlich putten Marktplatz. Sie finden ein Dokument dass ich mangels Untertitel nicht entziffern kann, aber irgendwer sucht Stress und er wird ihn bekommen, wenn’s nach Bruce geht. Urheber der Nachricht war Dracula mit seinen Skelettschergen, die bei gleißendem Tageslicht (Jess Franco?) in die Felsenwüste gehen. Bruce, als Kato verkleidet (hä?) seilt sich ab (??!!) und droht Dracula, dass ihm seine Zombies (äh, sind alle Skelette automatisch Zombies?) ihm nicht helfen können und flechtet sie standesgemäß., natürlich nach der guten alten „Warten bis man dran ist“-Schule. Schön, dass auch unsere untoten Freunde so doof sind. Dracula tut nicht viel außer mit erhobenen Händen debil aus der Wäsche zu gucken. Die Skelette umkreisen nun Bruce mit gespenstischen „Hu-hu“-Lauten (zitter) und können Bruce sogar aufs Kreuz legen. Dracula will ihn beißen, ist aber nach nicht mehr als EINEM Tritt in die spitzige Kauleiste knock-out und Bruce kann ihm (nach einem letzten Aufbäumen durch den Herrn der Nacht) einen gelben Wisch abnehmen.
 
Der König tut inzwischen das was jeder an seiner Stelle tun würde, er treibt es vogelwild mit Emanuelle (*sabber*), ist aber von ihren Liebeskünsten deutlich überfordert (was hätte er erst gemacht, wenn sie ihm die Gemser vorbeigeschickt hätten?) und wiederholt fortwährend die Worte „slow down“ (Flasche). Ein Typ, anscheinend ein Kanzler oder so, spielt sich mit einem Rechenschieber (?!) und dann mit einem Taschenrechner (!!!) Er liefert dem König den mathematischen Beweis, dass er die seismischen Vibrationen, die er anrichtet, noch was kaputtmachen könnten. Selbst Bruce, der inzwischen seinen Weg hierher gefunden hat, meint er wird bald an einem Herzkasperl verrecken.
 
Bruce bewirft die beiden Liebenden mit dem Schrieb, den er bei Dracula gefunden hat. Der König erhebt sich von seinem Liebesakt und muss einsehen, dass sich seine Untergebenen gegen ihn verschworen haben. Hm, inwiefern das aus dem Zettel hervorgeht würde mich echt interessieren und selbst wenn, warum sollte Dracula den Zettel mit dem Komplott permanent bei sich tragen? Sollte sich das Dracula nicht auch so merken können?
 
Dem König kam es ohnehin schon komisch vor, dass Emanuelle trotz seinen Warnungen immer schneller gemacht hat und da geht ihm schlagartig ein Licht auf: „That’s it, her pussy is in this plot too!“ Okay, das nominiere zu einer der besten Dialog-Lines der Filmgeschichte.
 
Da der Exorzist darf seinen Hof nicht mehr betreten darf, ernennt der König Bruce zum neuen Hauptmann seiner Bodyguards. Die Skelette heulen sich bei Clint Eastwood derweil aus, dass der neue Hauptmann der Bodyguards ihnen die Kohle gemopst hat. Das ging so her, dass James Bond die Brücke passieren wollte, doch dem neuen Hauptmann sein ominöser Koffer ins Auge fiel. Nach einem gezielten Tritt in den Hals (police brutality?) gibt James Bond den Löffel ab (dieser Bond ist sogar ein noch größerer Lauch als George Lazenby und Timothy Dalton zusammen) und die Klauknete verteilt sich kreuz und quer auf dem Boden.
 
Clint Eastwood hat die Schnauze voll und liefert sich mit Bruce einen Staredown-Contest in der Felsenwüste, natürlich mit stimmungsvoller Western-Mucke. Clint ist zu blöd, ihn mit seiner bis Sechs kalkulierenden Rechenmaschine auf drei Meter Entfernung zu treffen und will ihm nun mit seinen Fäusten eins überbraten. So sehr man Eastwood in den erlauchten Kreis der Broforce aufnehmen muss, aber DAS halte ich für etwas überoptimistisch. Bruce kann ihm eins auf den Poncho geben und nun ist auch Clint Eastwood Geschichte. Ich stelle fest, auch Clint Eastwood ist eine verdammte Flasche. Wofür habe ich solche Champions in meinem Team, wenn die dann sowieso zum Scheißen zu blöd sind? Selbst die Unterhosen-Bronzekämpfer in SEINE ERBEN NEHMEN RACHE haben mehr ausgehalten.
 
Party im Teehaus! Nachdem Bruce die Bösewichte entscheidend dezimiert has, muss man sich erst mal zur Feier des Tages ordentlich die Neese begießen. Inzwischen verpasst der Exorzist Clint Eastwood posthum die letzte Ölung und man schickt den Revolverhelden nach Mexiko, so sein letzter Wunsch (aha). Der Exorzist und der Pate nutzen das Saufgelage der Helden, um nun endlich den König plattzumachen (Lord Helmchen hat immer recht: „Evil always wins because good is too dumb!“) und werden geschätzte drei Sekunden später von demselben entdeckt. Sie verklickern dem Monarchen, dass seine Exzesse langsam allen auf den Senkel gehen und es entbrennt ein wilder Fight mit den letzten paar verbliebenen Guards. Wer also schon immer sehen wollte, wie der Exorzist und der Pate Kung Fu kämpfen, sollte dranbleiben. Die beiden schlagen die Wächter nieder und folgen dem König in seine Höhle, wo er durch präzises Rütteln einer Säule ein mittelschweres Erdbeben auslöst, das sogar im Teehaus für Verwüstungen sorgt, sprich die komplette Kulisse stürzt ein und der Kameramann darf etwas seekrank an der Kamera wackeln (das sieht in etwa so scheiße aus, wie es sich anhört).
 
Exie und Patie (haha) stolpern erwartungsvoll durch die Felsenlandschaft, wo sie nicht lange auf „Ich kann die Arme verschränken wie mein großes Vorbild“-Bruce warten müssen. Ohne langes Aufhalten geht die Klopperei los, in der Bruce etwas artistisches Footwork präsentieren darf. Der Exorzist muss dabei noch die härtesten Treffer einstecken. Der (Psycho-)Pate trennt sich von seinem Oberteil (original Der Pate, genau) und kriegt Bruce irgendwann in den Würgegriff, den Bruce durch eine fiese Beißattacke aufzulösen versteht und kann ihm seine Finger in den Oberkörper rammen, die dringen auch gleich ganze 1,5 cm ein, wenn das nicht binnen 0.0000341 Sekunden tödlich ist, weiß ich auch nicht mehr.
 
Der König, der bisher mehr Glück als Verstand hatte, jammert seinem Untergebenen die Hörlappen voll, dass er jetzt keinen Platz mehr zum Verstecken habe (selber schuld du Trottel, du musstest doch an der Säule rütteln). Der König hat genug vom Regieren und will einfach bloß am Leben bleiben. Sein Untergebener zaubert nun einen Schwung Mumien herbei (!) und man landet SCHON WIEDER im Steinbruch (gähn). Bruce droht dem König an, mit ihm abzurechnen und sein Hombre schickt die Klopapier-Brigade los, um Bruce zu umzingeln. Bruce wirft dem Kronenträger vor, zu so dreckigen Mitteln wie Erdbeben zu greifen und kündigt ihm seine Gefolgschaft. Das Mitteldings zwischen Dame und As verbietet ihm lautstark, sich in solche royalen Belange einzumischen. Natürlich gibt’s nun auf die Mütze bzw. die Mullbinde. Der Anführer befielt ihnen, „berserk“ zu gehen, d.h. sie tanzen Ringelreia um ihn und umwickeln ihn völlig (no homo). Die nächste Kampftaktik ist sogar noch seltsamer: Sie stellen sich alle gegenüber in zwei Reihen auf, strecken die Arme aus und lassen sich auf die Fresse hauen (inwiefern ihn das außer Gefecht setzen soll?) Zu schlechter Letzt lassen sie sich von Bruce zu einem wilden Sauhaufen formen und wie die Bowling-Pins niederhauen (KOMEDY galore).
 
Aus heiterem Himmel tauchen nun der Namenlose (mit Nunchaku, der damit ungefähr so sinnvoll umgehen kann wie der durchschnittliche Trump-Unterstützer mit dem Wahlzettel), der einarmige Schwertkämpfer (leider nur mit Mini-Schwert) und Popeye auf. Popeye gerät in missliche Lage und muss auf den Schultern von einer Mumie aus weiterkämpfen (FRAUENLAGER DER NINJA?). Jetzt packt auch Bruce sein Chuck aus und flechtet wie noch nie zuvor einer geflechtet hat. Popeye steckt in der Klemme, er liegt am Boden doch da kommt ihm die zufällig rumliegende Dose Spinat gerade recht (wenigstens einer, der seine Fähigkeiten mal richtig ausspielt). Das Grünzeug verwandelt ihn (logischerweise mit der nie alt werdenden Popeye-Mucke) vom Oberlappen zum stählernen Kampfkoloss und er verpasst den Pampers-Trägern den alles-entscheidenden Vernichtungsschlag.
 
Der letzte Getreue zückt sein Schwert und stürzt sich ins Getümmel (ich dachte, Popeye hätte schon alle erledigt??) Bruce bekämpft ihn mit seinem Chuck (FIST OF FURY again) und lässt ihn ziemlich schnell verdammt alt aussehen. Der König ist nun alleine, als sowohl unsere Helden als auch die (guten) Bewohner der Hölle auf ihn einstürmen und vehement seine Entleibung fordern. Der König winselt um Gnade und bietet Bruce sogar an, den Thron (und möglicherweise Emanuelle) besteigen zu dürfen, lehnt dies jedoch undankend ab, denn er will bloß zurück auf die unsere Mutter Erde (warum auch immer man das wollen sollte). Der König lässt nur Bruce gehen, denn wenn er die anderen gehen ließe, wäre die Welt ein noch verrückterer Ort – vergiss es Keule, DAS ist unmöglich – und dann hätte er auch niemand mehr zum Rumkommandieren und/oder zum Vögeln.
 
Bruce verabschiedet sich bei Siu Man und seinen Mitflechtern. Der König zaubert ein bisschen Ibra-Kadabra und schon isser futsch. Ich hätte ja was drum gegeben, zu sehen, wie er wieder auf der Erde wandelt, doch das muss unserer Fantasie überlassen bleiben. Toll, und was ist jetzt aus Emanuelle geworden???
 
 
Analyse
 
So eine Quatsch-Irre-Parade entzieht sich natürlich einer sachlichen Analyse, also versuche ich es gar nicht und komme gleich auf den Punkt: den Film muss man einfach geil finden, auch wenn er ein kleines bisschen von seinem Potenzial liegen lässt und sich zu viel in seiner Komedy verliert, trotz aller Grandiosität. Den Machern war natürlich von Anfang an klar, hier eine absolute Trash-Granate zu produzieren und somit nimmt sich der Streifen zu keinem Zeitpunkt ernst. Wo der Film trash-mäßig voll auf die Kacke haut sind natürlich Bruce Lees Sexfetische, wie z.B. die Nunchaku als Morgenlatte oder seine überproportionale Libido (die ihn allerdings trotzdem nicht davon abhält, Emanuelle abzuweisen, auch eine Leistung) bzw. alles mit der ober-wuschigen Emanuelle („her pussy is in this plot too“). Diesem, ich nenne es mal erwachsenen Humor steht leider oft genug ziemliche Slapstick-Blödelei gegenüber, die zwar einerseits in die Kategorie „so unfunny it’s funny again“ fällt, aber auch immer wieder nerven kann und duch bessere Einfälle hätte ersetzt werden können.
 
Die Ansammlung an bekannten Helden ist natürlich gigantisch, dummerweise wird nicht bei jedem Charakter das volle Potenzial genutzt. Das sorgt zwar für viele Kopfpatsch-Momente, z.B. zuerst wird Emanuelle von Bruce abgewiesen, vögelt dann den König ins Nirvana um dann komplett aus der Handlung zu verschwinden oder die dusslige Mythologie (Dracula beschwört bei vollem Tageslicht Zombies) und auch den Paten oder James Bond mit Kung-Fu-Moves zu sehen rockt die verdammte Hütte, doch oft genug wäre etwas mehr drin gewesen. Clint Eastwood, Dracula und James Bond gehen relativ schnell zu Boden und können ihre Catchphrases oder Gimmicks nicht richtig ausspielen (kein einziger Martini? Ich bin schwer enttäuscht, sogar „Double Bro Seven“ in BROFORCE durfte seine Gegner damit bewerfen), lediglich Popeye hat seinen Spinat-Heureka-Moment. Tiefpunkt ist leider der Kampf mit dem Exorzisten, der einfach nur ein x-beliebiger Kung-Fu-Fight, wo der Exorzist sogar noch oben ohne rumläuft und somit sein distinktes Äußeres verliert. Warum versucht er keine Teufelsaustreibung? Allerdings hat er ein Innuendo mit Emanuelle, immerhin. Wenn sich das eher negativ anhört dann betone ich, dass das alles Jammern auf hohem Niveau ist.
 
Die Story ist natürlich komplett für den Eimer, deshalb habe ich gar nicht damit angefangen. Einzige Überraschung ist eigentlich nur, dass am Ende der König zur zentralen Figur wird und Bruce Lee sich gegen ihn wendet, um wieder auf die Erde zu kommen. Ansonsten kann man dazu wohl kaum viel sagen. Viele Plotelemente sind völlig konfus (wie etwa das Bruce Bodyguard wird oder dass am Ende der letzte Getreue des Königs noch ins Geschehen eingreift), vieles natürlich vom Zufall abhängig (wie am Schluss Popeye mit seinen Kumpels auftaucht), aber was soll man erwarten von so einem Film, wo Bruce in der Hölle für einen überrattigen König im Teehaus subversive Elemente bekämpfen soll? Ebent.
 
Die Schauplätze sind die halbwegs kompetente Höhle, dann die wunderbar-doof gemalten Hintergründe in der Höllenkulisse und die etwas überanspruchte Felsenlandschaft, die nun wirklich nicht viel hat und auf die Dauer langweilt. Wenn wir uns noch vor Augen halten, dass das Ding in der Hölle sein soll, ist das schon eine ziemlich lahme Ausrede. Trotzdem ist mir immer noch nicht ganz klar, in welcher Hölle genau wir eigentlich sind. Ich dachte immer, in der buddhistischen Hölle findet man alles mögliche Zeug aus Papier und kann es dann am Feuer in echtes Zeuch umwandeln (wissen wir aus FEAR EFFECT für die olle PSX)?
 
Die Fight sind halbwegs solide choreographiert, sofern es Martial Artists waren, die sich hier vergnügt haben. Clint Eastwood etc. haben leider keine besonderen Skills drauf, dafür der Exorzist umso mehr (leider ziemlich lahm umgesetzt). Siu-Lung Leung zieht sich dabei relativ gut aus der Affäre. Er kann einigermaßen gut springen und kicken aber seine Lee-Gestiken sind ziemlich übel. Er ist natürlich Bruceploitation-Veteran und ist wahlweise unter den Namen Bruce Leung und Bruce Liang aufgetreten (was ich nicht so recht verstehe, keiner dieser beiden Namen ist doch ernsthaft dazu angetan, dass man ihn mit Bruce Lee verwechseln könnte?) Er hat laut Imdb 70 Acting-Credits im Eastern-Bereich, darunter INVINCIBLE KUNG FU, DIE TODESFAUST DER KILLERKRALLE, DER SUPERMANN MIT DER TODESPRANKE und sogar SEINE ERBEN NEHMEN RACHE. Er ist bis heute im Geschäft, so hat er etwa 2010 in einer völlig obskuren TV-Serie namens JEET KUNE DO den Meister erneut gedoubelt.
 
Die anderen Darsteller sind ebenfalls Eastern-Veteranen. Kurios ist hier vor allem Hsi Chang (Dracula), der tatsächlich mit Bruce Lee gedreht hat (FIST OF FURY), auch Alexander Grand (James Bond) hatte einen kleinen Auftritt in WAY OF THE DRAGON. Er ist neben Emanuelle (in der Imdb nur als „Jenny“ ausgewiesen) der einzige westliche Akteur. Besagte Jenny hat keinen weiteren Filmauftritt, aber dieser hier ist memorabel genug (*sabber*). Leider gibt die Imdb nicht bekannt, wer Clint Eastwood gespielt hat (möglicherweise doch er sich selbst?)
Eric Tsang als Popeye scheint dieser Film nicht geschadet zu haben, 1977 war er gerade mal drei Jahre im Geschäft, inzwischen hat er über 250 Acting-Credits und liefert bis heute. Natürlich hat er auch mit Jackie Chan gedreht. Schauspielerische Leistungen sind natürlich keine zu erwarten und wenn doch, dann kann man sie getrost in die Tonne kloppen, aber das ist ja grade der Sinn der Sache.
Regisseur Kei Law (hier als Lo Ke, eine Anspielung auf Lo Wei?) liefert eine uneinheitliche und konfuse Regie ab, das passt sich aber dem Rest des Films perfekt an. Er drehte in den 60ern bis 80ern eine überschaubare Anzahl von Eastern, darunter auch den kontroversen THE CRIPPLED MASTERS (um den habe ich mich bisher noch erfolgreich drücken können).
 
Der Film ist in Deutschland nie veröffentlicht worden (warum eigentlich nicht? Ich stelle mir den Film grade mit einer bekloppten Reiner-Brandt-Synchro vor… DAS wäre eine Obergranate!), DVDs kommen uncut aus Großbritannien und den Staaten. Zudem noch zwei Tapes aus Frankreich bzw. Holland. Lediglich die US-DVD wird als möglicherweise cut ausgegeben in der Ofdb. Der Print den ich gesehen habe ist ziemlich verwaschen , beschädigt und verschmutzt, das muss man bei so einem Film natürlich in Kauf nehmen, auch der Ton ist ziemliche Grotte. Trotzdem noch ansehbar. Der Härtegrad ist insgesamt eher niedrig, da viel auf Slapstick-Niveau passiert, heute wäre FSK 16 überhaupt keine Sache mehr. Der Film hat auch etwas an Sex und Nudity, aber auch hier nix wirklich explizites.
 
Fazit: Die Inhaltsangabe spricht natürlich für sich selbst. Den Film kann man natürlich nur lieben. Auch wenn er manches von seinem Potenzial nicht richtig nutzt hat er trotzdem genug Irrsinn zu bieten für eine zünftige Bierrunde, ist ein perfekter Crowdpleaser, d.h. Trash-Vorkenntnisse sind nicht vonnöten, allerdings sollte man Leute wie Zatoichi oder den One-Armed Swordsman kennen. Zusammen mit halbwegs soliden Fights, idiotischen Sprüchen und ’nem gesunden Maß an Erotik addiert sich das zu einem spaßigen Haufen Quark auf, der trotz mancher Schwachpunkte Bruceploitation at it’s finest ist. Komplett Trash-Unbeleckte kann man damit aber ins Nirwana pusten. Warum werden solchen Filme heute nicht mehr gedreht?
 
(c) 2018 Diamond Bentley


BOMBEN-Skala: 8

BIER-Skala: 7


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