Space Invaders


  • Deutscher Titel: Space Invaders
  • Original-Titel: Killer Klowns From Outer Space
  •  
  • Regie: Stephen Chiodo
  • Land: USA
  • Jahr: 1988
  • Darsteller:

    Mike Tobacco (Grant Cramer)
    Debbie Stone (Suzanne Snyder)
    Dave Hanson (John Allen Nelson)
    Curtis Mooney (John Vernon)
    Rich Terenzi (Michael Siegel)
    Paul Terenzi (Peter Licassi)
    Gene Green (Royal Dano)
    Bob McReed (Chris Titus)
    Stacy (Irene Michaels)
    Tracy (Karla Sue Krull)
    Punk #1 (Brian Degan Scott)
    Punk #2 (Danny Kovacs)


Vorwort:

Vorwort

Bringen wir´s gleich am Anfang hinter uns. „Nichts ist grauenerregender als ein Clown im Mondlicht“, sagte schon Lon Chaney, der es wissen musste. Dieser Satz ist obligatorisch für jedes Review des Chiodo-Brothers-Vehikels KILLER KLOWNS FROM OUTER SPACE.

Die Chiodo Brothers sind hauptamtlich Spezialisten für Spezialeffekte, besonders wenn´s ums Animieren irgendwelcher Kreaturen geht und wohl am berühmtesten für die gefrässigen kleinen Monster aus den CRITTERS-Filmen.

Irgendwann juckte es dann auch die Gebrüder Chiodo in den Fingern, nicht nur immer für andere Leute ihre Arbeit zu machen, sondern ihr eigenes Ding zu verwirklichen. Also organisierten sie irgendwie 2 Millionen Dollar und drehten ihre einzigartige Hommage an den 50er-Jahre-Invasion-aus-dem-Weltall-Film mit einem ganz kleinen bizarren Touch. Eine Invasion mordgieriger ausserirdischer Clowns? Eeeehh, ich glaub, das hat die Welt bislang noch nicht gesehen…

Die KILLER KLOWNS wurden von Orion Pictures in den Vertrieb genommen, floppten anständig an den Kinokassen, erarbeiteten sich aber eine kleine loyale Kultfangemeinde, und die hüpft seit ein paar Wochen ekstatisch im Dreieck, den MGM hat den Film nun aufgekauft und im Rahmen seiner Midnite-Movies-Reihe für kleines Geld (10 $) in einer toll ausgestatteten neuen DVD-Auflage unters Volk gebracht. Endlich KLOWNS für alle…

Inhalt:

Crescent Grove, your generic American small town in the middle of nowhere. Der knurrige No-Nonsense-Cop Mooney (hinreissend: John Vernon) sieht der anstehenden Freitagnacht mit gehöriger Skepsis entgegen, vermutet er doch diverse Shenanigans der örtlichen Dorfjugend, die ja per se nix anderes als Blödsinn im Kopf haben kann.

Die örtliche Lovers Lane, d.h. da, wo die Jungs mit ihren Dates in ihren Kisten hinfahren, um naja-ihr-wisst-schon-was zu treiben, heisst hier passenderweise „Top of the World“ (sic!) und wird gerade von den Terenzi-Brüdern heimgesucht, zwei leicht debilen Volldeppen, die es für eine grandiose Idee halten, den jungen Liebenden aus ihrem Ice-Cream-Truck (mit einem grossen Clown auf dem Dach…) diverse Süssigkeiten zu verkaufen. Das Unterfangen geht tierisch in die Hosen…

Debbie und Mike sind gerade dabei, „damit“ zu beginnen, als eine Sternschnuppe vorbeihuscht und offensichtlich in der Nähe niedergeht.

Ein alter Backwood-Farmer (Royal Dano, bekannt aus MARTIANS) ist der erste, der den „Einschlag“ hautnah erlebt. Der Knabe ist überzeugt davon, den Halleyschen Kometen quasi in seinem Vorgarten gefunden zu haben und scheffelt bereits geistig die Millionen, als er mit seinem Hund „Pooh-Bär“ (don´t ask!) und einem Spaten aufbricht, um den vermeintlichen Kometen auszugraben.
Auch Debbie möchte gerne der Sternschnuppe auf den Grund gehen. Mike hat zwar eigentlich ganz andere Prioritäten, aber wer schlägt schon seiner Flamme einen innig gehegten Wunsch ab (vor allem, wenn sie wirklich so hinreissend gut aussieht wie Sue Snyder).

Unser Farmerfreund ist derweil schon vor Ort, aber was er findet, ist weniger ein Komet denn ein Zirkuszelt! „I´ll be greased and fried“, stellt der Farmer fest, aber da „I love them cirucuses“ und vielleicht gibts ja Freikarten… Auf der Suche nach dem Ticketschalter geht aber schnell „sumpthin funny“ vor, denn hinter der Zeltwand schleicht die finstere Silhoutte eines Clowns und greift sich Pooh-Bär! Tja, und auch unser etwas langsam denkender Farmer sieht sich baldeinem fröhlich grinsenden Clown und seiner Candy-Kanone gegenüber…. ZZZAAPP!

Mooney buchtet derweil zwei College-Studenten ein, die es gewagt haben, im Park eine Flasche Wein zu killen. Junior-Cop Dave bringt seine deutliche Missbilligung zum Ausdruck, aber da mit Mooney nicht gut Kirschen essen ist, belässt er es bei einem „no beat-ups here“.

Mittlerweile sind auch Debbie und Mike (der auf den unwahrscheinlichen Nachnamen „Tobaccö hört) am Zelt eingetroffen. Debbie verlässt ihr Mütchen, aber nun pusht Mike voran. Tatsächlich finden sie einen Eingang. „Das muss einer dieser europäischen New-Wave-Circus-fantastique´ sein,“ resümmiert Mike das, eh, extravagante Interieur des Etablissements und vermutet „das wurde von Clowns-R-Us dekoriert“. Durch diverse Gänge und Türen landen Debbie und Mike schliesslich vor einem abgrundtiefen Schacht mit einer „Energiekugel“, die Mike, physikalisch offenbar wenig vorbelastet, als „nuclear reactor“ identifiziert. Immerhin, „this is no funhouse“, das sollte tatsächlich feststehen. Klowns nähern sich und Debbie und Mike geben vorsichtshalber Fersengeld und landen in einer Art Lagerraum, wo riesige Zuckerwatte-Ballen an Haken hängen. Debbie ist inzwischen überzeugt davon, in einem UFO zu sein, während Mike erst mal die Süssigkeiten probieren will, doch, SCHRECK, in der Zuckerwatte sind Leichen verstaut!!! Endlich bemerkt auch ein Klown die Eindringlinge und verfolgt sie mit seiner Popcorn-Pistole. Debbie und Mike verduften, aber das Popcorn erfüllt seinen Zweck. Ein Klown bläst einen Ballon auf und knetet diesen in einen Spürhund, der die Verfolgung aufnimmt.

Mit letzter Müh und Not erreichen unsere Helden ihr Auto und können fliehen. Debbie will die Sache der Polizei melden, was Mike für keine gute Idee hält. „Uns wird keiner glauben, ich glaub uns ja nicht mal selbst!“ Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, oder wie war das? Während ein Batallion Klowns sich in Richtung Stadt aufmacht, kann Debbie Mike soweit überzeugen, dass sie einen Freund bei den Cops hat, und der wird ihr die Story schon abkaufen.

Die ersten Klowns sind in der Stadt und einer „entdeckt“ einen Drugstore. Mike und Debbie erzählen ihre Geschichte Dave, der lustigerweile Debbies Ex-Freund ist, Mooney hört mit und hält die Story, nicht ganz unnachvollziehbarerweise, für absolut und total bescheuert. „Du hängst doch mit den Terenzi-Brüdern rum, das erklärt das mit den Clowns,“ erweist sich Mooney als Logiker vor dem Herrn. Immerhin, Dave erklärt sich bereit, vor Ort nach dem Rechten zu sehen, während die Klowns schon heftig auf ihrer mörderischen Rampage durch Crescent Grove sind.

Ein Klown führt einem nichtsahnenden Passanten ein Puppenspiel auf, ehe er ihn in einen Zuckerwatte-Kokon zappt, der Drugstore wird heftigst aufgemischt und seine Kunden „versüsst“, andere betätigen sich als Pizza-Bringdienste der etwas… anderen Art, full mayhem is on the way.

Mike und Dave setzen Debbie zuhause ab und ringen ihr das Versprechen ab, ihnen nicht zu folgen (und das wird sogar eingehalten, surprise-surprise). Jedoch im finstren Wald, am Ufo-Landeplatz, ist kein Zirkuszelt gesehen, nur ein auffällig tiefes Loch im Boden. Dave jedenfalls ist nun auf Mooney-Linie und nimmt Mike prophylaktisch erst mal fest.

Indes hat ein Junior-Klown, der zumindest nur die halbe Grösse seiner Spiessgesellen hat, ein Encounter mit einer Biker-Bande. Klown jr. findet es wenig spassig, dass ihm einer der Biker sein Cartoon-Mofa in die Einzelteile zerlegt und revanchiert sich damit, ihm die Rübe vom Hals zu boxen (die eigentlich einzige echte Gore-Szene… immerhin, ist ja technisch gesehen PG-13). Ein Klown-Kollege versucht derweil, ein kleines Mädchen aus einem Burgerrestaurant zu locken, um ihr mit einem überdimensionalen Gummihammer eins überzubraten.

Auf dem Rückweg aus dem finsteren Wald kommen Dave und Mike an „Top of the World“ vorbei und dort entdeckt Dave etwas, was seine Meinung ändert… Zuckerwatte… und in der Zuckerwatte eine Brille… Mike wird umgehend entlastet, aber der Hilferuf per Funk ist bei Mooney natürlich an der falschen Adresse. Auch sprichwörtlich etliche weitere Anrufe von verstörten Bürgern, die von Klowns angegriffen werden, überzeugen Mooney höchstens darin, dass die ganze Stadt Mooney verarschen will.

Die Methoden der Klowns werden immer ausgefeilter. Ein Autofahrer fühlt sich von einem Klown-Motorradfahrer bedrängt, bis er bemerkt, dass der Klown gar kein Motorrad unterm Hintern hat.

Debbie begibt sich (für lange lange Zeit…) unter die Dusche und schüttelt dabei noch Popcorn-Reste ab, die unbeobachtet Eigenleben entwickeln (für die Voyeure: nein, leider gibt´s dabei nix von Debbie zu sehen, was ansonsten verborgen wäre… PG-13!). Was dieses Popcornteile machen, demonstriert unser Klownfreund vor dem Burger-Restaurant, wo er ein paar Popcorns in die Mülltonne stopft. Der arme Tropf, der die nächsten vollen Müllsäcke einwirft, wird prompt in die Tonne gesaugt und vermutlich gefressen…

An einer Bushaltestelle liefert ein Klown das Meisterstück der ausserirdischen Invasoren. Zunächst unterhält er einen zusammengewürfelten Haufen mit Schattenspielen… nach den üblichen Auftaktnummern Hase, Hund etc. steigert er sich über George Washington im Boot und Bauchtänzerin zu einem gefrässigen T-Rex… und der Schattendino frisst die ganze Bande auf. Das ganze beobachten Mike und Dave aus sicherer Entfernung. Mike dreht durch, sappt Dave auf den Gasfuss und der Polizeiwagen kracht gegen die Wand, von der sich der Klown durch einen Sprung nach senkrecht oben schon entfernt hat. Um das Budget nicht mit einem kaputten Auto zu belasten, findet der Crash gaaaaanz langsam statt :-).

Dave funkt wieder Mooney an, doch die Geschichte mit Killer Klowns ist dem Veteranen-Cop doch ganz entschiedend eine Ecke zu blöd: „Screw you!“. Zum Glück läuft unserem noch recht undynamischen Heldenduo der Ice-Cream-Truck der Terenzis über´n Weg. Mike entert diesen mit der Aufgabe, über dessen Lautsprecher die Bevölkerung zu warnen, während Dave zur Polizeistation fahren will. Die Terenzi-Brüder glauben Mike natürlich ebensowenig ein Wort von der Klown-Story wie Mooney („und man sagt uns, WIR wären verrückt…“), lassen sich aber immerhin dazu herab, Mike zu Debbie zu fahren.

Mooney hat derweil Besuch von einem Killerklown. Der Cop hat die Faxen dicke und verhaftet den Klown und stopft ihn in eine Gefängniszelle, aber das bekommt ihm natürlich nicht gut (und den beiden ebenfalls eingebuchteten College-Jungs vom Anfang auch nicht wirklich).

Dave entdeckt in der Polizeistation merkwürdige Fussabdrücke (selbstverständlich bunte Clowns-Schuhe, an Fussboden, Wänden, Decke etc.) und wird von diesen in den Zellenblock geführt, da allerdins findet er nur zwei Zuckerwatte-Kokons. Der Klown erwartet ihn in der Dienststube und er hat sich einen Bauchrednertrick ausgedacht, als Puppe dient Mooney. „Wir wollen dich nur töten,“ beruhigt der Klown, aber Dave ist dem Gedanken verständlicherweise wenig zugeneigt und ballert, was das Zeug hält, was den Klown aber wiederum wenig stört, bis Dave auf den Trichter kommt, dem Klown in seine rote Nase zu schiessen. Das quittiert der Klown mit ein paar Spezialeffekten und anschliessender Explosion. Okay, now we know the weak spot.

Mike und die immer noch ausgesprochen skeptischen Terenzis stossen auf ein weiteres bizarres Bild, eine Art mitternächtlicher Klown-Parade, bei der die Klowns mit einem Sauggerät die von ihren Kollegen auf die Strasse geworfenen Zuckerwatte-Kokons (und REICHLICH davon) aufsaugen. Jetzt sind auch die Terenzis überzeugt.

Habt ihr Debbie vergessen? Schämt euch. Die kommt nämlich nach der längsten Dusche der Filmgeschichte aus der Wanne (immer noch keine Nudity, der Film bleibt unverfrorenerweise PG-13…) und wird von einigen Jack-in-the-Boxes angegriffen (natürlich die Popcorn-Wesen), die sogar aus der Kloschüssel springen. Haarspray erweist sich als praktikables Gegenmittel, doch die Klowns belagern ihre traute Wohnstatt und überwältigen unsere Heldin. Da sie aber solches ist, nämlich Helden, und demzufolgen nicht einfach in Zuckerwatte eingesponnen werden kann, zappen die Klowns sie in einen Ballon und hängen selbigen an ihr Fahrzeug. Mike und die Terenzis kommen zur akuten Rettung zu spät, können aber die Verfolgung aufnhmen, was wiederum Dave auf den Plan ruft, der die Verfolger verfolgt. Ob eines blaulichtenden Polizeiautos im Schlepptau ziehen die Terenzis natürlich die vollkommen falschen Schlüsse und treten in die Eisen, womit wir wieder einen extreeeeem laaangsaameeen Auffahrunfall begutachen dürfen. Rätselhafterweise ist der Crash mit ca. 10 km/h für den Polizeiwagen tödlich (wusste immer, dass die Cops mit minderwertigem Material unterwegs sind), so dass Dave den Ice-Cream-Truck entert. Der neue Hideout der Klowns ist schnell gefunden, denn wo würde sich ein Clown schon verstecken als im örtlichen Vergnügungspark…

Dort hat ein Nachtwächter ein seltsames Erlebnis, als sich aus einem Auto von ungefähr Trabi-Grösse sechs 2,30 m grosse Clowns schälen und ihn dann noch mit Torten bewerfen. Als wenig später die Good-Guy-Fraktion aufkreuzt, stellt diese fest, dass unter dem Tortenzeuch nur noch ein qualmendes Skelett steckt… lecker…

Die Helden ergehen sich in Spekulationen über die Herkunft der Klowns. „Vielleicht haben sie uns schon mal besucht und davon rührt unsere Idee über Clowns,“ vermutet Mike (den Spruch kenn ich, glaub ich, aus LIFEFORCE und im Zusammenhang mit Vampiren…), aber wir wollen ja nicht zu lange nachdenken, deswegen stürmt die Heldenparty ins „Funhouse“. „Unter keinen Umständen dürfen wir getrennt werden“, mahnt Dave und schon stürzen die Terenzis eine Rutsche runter, landen in einem Pool mit kleinen Bällen und sehen sich … KLOWNETTES gegenüber!!!

Mike und Dave haben sich derweil ins Ufo vorgekämpft und dort in den Zuckerwatte-Lagerraum, wo sie Zeuge werden, wie ein Klown seinen Late-Night-Snack zu sich nimmt, in dem er einen der Kokon auf Reife überprüft, dann einen dieser lustigen „curly“ Strohalm reinsteckt und den Inhalt aussaugt…. RÜLPS (na logisch).
Tatsächlich können Mike und Dave aber den Ballon ausfindig machen, in dem sich Debbie noch bester Gesundheit erfreut. Ein Pistolenschuss und Debbie ist befreit, das ruft aber natürlich die Klowns auf den Plan und man verfolgt sich. Dave erledigt zwei Klowns per Nasenschuss, man stürmt durch diverse verwegene Kulissen (die zwar oft ein wenig billig wirken, nichtsdestotrotz ausreichend bizarr sind und gelegentlich einen Ausflug ins Surreale nehmen), bis die drei Freunde schlussendlich auf einer Pyramidenspitze festsitzen und von Klowns belagert werden. Da bricht der Ice-Cream-Truck durch die Wand und die beiden von Kussmündern übersäten Terenzis lassen ihren Clown auf dem Wagendach den Grossen Clowngott Jojo spielen und das Kommando „Lasst sie in Ruhe“ sprechen. Das funktioniert sogar, die Klowns ziehen sich zurück und die Freunde scheinen sicher zu sein, doch da… von der Decke seilt sich ein Riesen-Klown-Monster ab… KLOWNZILLA!!! Klownzilla macht sich am Truck zu schaffen, die Terenzis weigern sich, trotz der Todesgefahr denselben zu verlassen („das Ding ist gemietet!“), Klownzilla schmeisst den Truck gegen die Wand, der explodiert und reisst aber praktischerweise ein Loch und damit einen Fluchtweg in die Wand. Dave spielt den aufopferungswillen Bullen, der seiner alten Flamme und ihrer neuen Liebe das Leben in Frieden und Glückseligkeit ermöglichen will und startet ein Ablenkungsmanöver. Mike und Debbie geben Fersengeld und laufen der vorher von Dave alarmierten State Police-Streitmacht in die Arme, Dave wird von Klownzilla gegrabscht. Die Klowns haben die Nase voll, starten das Ufo in den Nachthimmel, während Dave noch mit Klownzilla kämpft. Die Nadel seiner Bullen-Marke erweist sich schliesslich als nasensprengend und mit dem Ableben von Klownzilla explodiert das ganze Ufo in einem hübschen Feuerwerk (literally). Da stürzt das Klown-Mini-Mobil den verblüfften Überlebenden vor die Füsse und daraus klettert … Dave! Und die Terenzi-Brüder (die die Explosion ihres Vans im Tiefkühlfach überlebt haben)! Hach! Alles könnte Friede Freude Eierkuchen sein, doch da … werden unsere Helden von Torten getroffen… THE END.

Wenn man leichtsinnig wäre, könnte man glauben, dass KILLER KLOWNS FROM OUTER SPACE ob seines grotesken Inhalts eine gagreiche Horrorkomödie wäre. Aber dem ist überraschenderweise gar nicht so, denn die Chiodo Brothers entscheiden sich (zum Glück? leider?) dafür, den Streifen komplett ERNSTHAFT über die Laufzeit zu bringen. Klar, es gibt ein genügend Humor-Elemente, die einfach durch das gewählte Sujet „notgedrungen“ notwendig sind, sei es allein durch die Klown-Charaktere und die von ihnen verwendeten Gadgets (die wirklich bizarr sind… hm, vermutlich eines der häufigsten Wörter im Zusammenhang mit KILLER KLOWNS… „bizarr“), sei es durch kuriose Charaktere wie Mooney und absurde Situationen, aber das vermeintlich offensichtliche, nämliche diese Absurditäten und grotesken Elemente durch komödiantische Überzeichnung in ein Gag-Feuerwerk a la BRAINDEAD zu verwandeln, das lassen die Chiodos aussen vor, sondern liefern statt dessen ein plotmässig eigentlich ziemlich klassisch-straightforward daherkommendes Alien-Invasion-Drama im besten Geist der 50er Jahre-Drive-In-Zeiten ab. Und das erstaunlichste daran? Das funktioniert! Und es funktioniert ziemlich gut!

Was wohl sicherlich auch daran liegt, dass die dieses Review einleitenden Worte von Lon Chaney schlicht und ergreifend völlig zutreffend sind. Clowns sind per se unheimlich. Klar, die oberflächliche Lustigkeit ist zweifellos vorhanden, doch fragen wir uns nicht alle, was hinter den ach so lustigen Visagen vor sich geht? Ich schätze mal, dass Clowns für die meisten Alpträume überhaupt verantwortlich sind… allein dafür, diese Idee konsequent für einen reinen Horrorfilm auszureizen und eben NICHT auf den scheinbar naheliegenden Kurs einer Horror-Klamotte einzuschwenken, gebührt den Chiodos allerhöchster Respekt.

Ansonsten bewegt sich das Drehbuch auf den, naja, vielleicht nicht ausgetrampelten, aber doch zumindest gut besuchten Pfaden des klassischen Invasionsfilms, in denen das Unheil ja auch oft und gern über eine amerikanische Kleinstadt hereinbricht (man vergleiche mit INVADERS FROM MARS, BODY SNATCHERS etc. pp.). Der bärbeissige Cop Mooney, der alle Jugendlichen von Haus aus für potentielle Kriminelle hält, könnte einem typischen Drive-in-Flick aus den 50ern entsprungen sein, der Plot-Angle „Ex-Freund und aktueller Freund der Heroine müssen notgedrungen zusammenarbeiten“ ist vermutlich so alt wie die Idee belichteten Zelluloids selbst, aber die Chiodos gewinnen, hier wieder begünstigt durch die abstruse Grundidee, dem an sich recht vorhersehbaren Plot genügend, hm, „frische Ideen“ klingt falsch, aber ganz einfach bizarre (da ist es wieder, das Wort) Ideen ab, um über die (dankenswerterweise recht kurze) Laufzeit von knapp über 80 Minuten – die Chiodos unterliegen zum Glück nicht dem Bedürfnis, die Grundidee zu Tode zu reiten, indem sie die Laufzeit ins Bodenlose padden – immer wieder zu unterhalten und sogar ein gerüttelt Mass an Spannung zu erzeugen – die kurze Filmlaufzeit sorgt (wie es eigentlich immer sein sollte, aber doch nur selten ist) für ein rasantes Tempo, das kaum Langeweile aufkommen lässt.

Bei einem Film der Chiodo Brothers muss man natürlich besonderes Augenmerk auf die Special Effects legen. Die verwendeten FX (es sind eigentlich nicht gar so viele) sind meist recht simpel, dafür aber ebenso meist wirkungsvoll (die von Fantasy II beigesteuerten UFO-Effekte sind da qualitativ sicher die schwächsten), aber wirklich gelungen sind die wirklich furchteinflössenden Klowns-Masken mit ihren scharfen Reisszähnen (hm… könnten die Killer Klowns Tim Currys ES Pate gestanden haben?) – die Masken sind sehr überzeugend geraten und haben hohes Alptraumpotential (womit wir wieder beim Thema wären…).

Schauspielerisch werden keine Academy Awards gewonnen. John Vernon, immer wieder gern im B-Film unterwegs (ich erinnere da nur an die frühe Wayans-Parodie I´M GONNA GIT YOU SUCKA – passenderweise der nächste Film, den Vernon nach KILLER KLOWNS drehte – oder WARBUS 2, CHAINED HEAT, SAVAGE STREETS, the list is endless)), aber auch mit Meriten in A-Klasse-Filmen wie DIRTY HARRY, TOPAZ oder BRANNIGAN, stiehlt mit unnachahmlicher Souveranität jede Szene, bis ihn sein verdientes Ende ereilt.

Cutie Suzanne Snyder tauchte erstmals gewinnbringend in WEIRD SCIENCE auf, gewann Horror-Meriten durch Rollen in den minor classics NIGHT OF THE CREEPS und RETURN OF THE LIVING DEAD PART II und hat hier eher genre-typisch wenig wirklich sinnvolles zu tun, ist aber ausgesprochen schmuck, wie der Ami sagen würde „easy on the eye“ – eine „gratitious nude scene“ hätte mir hier ausgesprochen gut gefallen (Chauvi! – Anm. des Setzers; Na und? – Anm. des Verfassers).

Grant Cramer sollte eigentlich für das Mitwirken bei TRABI GOES TO HOLLYWOOD mindestens öffentlich gegeisselt werden, andererseits muss jeder ja seine Miete zahlen. Cramer verdingte sich in der Folgezeit in der Soap YOUNG & RESTLESS und war jüngst in Direct-to-Video-Werken wie MACH 2 und RAPTOR am Werke. Den Mike gibt er hübsch naiv-charmant, eine im Genrerahmen durchaus akzeptable Vorstellung.

John Allen Nelson wird nicht gerade als Ruhmesblatt seiner Karriere DEATHSTALKER III vermerken, verdiente sich stolze sechs Jahre lang seine Brötchen als Rettungsschwimmer in BAYWATCH (woför er auch einige Scripts verfasste). Er bleibt im Vergleich zu Cramer hier vielleicht etwas farblos.

Insgesamt kann man dem darstellenden Ensemble aber durchaus bescheinigen, sich für eine nicht wirklich hoch budgetierte Independent-Produktion recht achtbar aus der Affäre zu ziehen.

Erwähnenswert bleibt noch der recht gute Score von John Massari und der absolute Killer-Titelsong „Killer Klowns from outer space“ von The Dickies, eine famose 80er-Nummer mit absolutem Ohrwurmcharakter (obwohl ich den Film vor dem heutigen Review sicher zehn Jahre nciht mehr gesehen hatte, konnte ich den Titelsong auf Anhieb wieder mitsingen – that´s catchy for ya).

Noch kurz zur neu erschienenen MGM-DVD. Wow! So muss eine DVD aussehen, noch dazu, wenn es sich um eine Low-Price-Disc handelt. Neben dem fast schon zu erwartenden Commentary-Track mit den Chiodo Brothers gibt´s zwei deleted scenes (die allerdings in der US-Fernsehfassung enthalten sind, als Ersatz für ein-zwei Gore-Szenen), umfangreiche Foto- und Storyboard-Galerien, nicht weniger als vier Featurettes über die Filmentstehung (Making of, Score, Special FX) und zwei Kurzfilme aus Chiodo-Jugendjahren (die frühen 60er), in denen sich schon Animationstalente zeigen. Überdies habe ich mir sagen lassen, sind auf der DVD noch ein paar „Easter Eggs“ versteckt. Der verwendete Print ist erstklassig mit ein-zwei leichten Aussetzern, die aber absolut zu verschmerzen sind und einem klaren Dolby-5.1-Ton.

Fazit-Time… es ist natürlich irgendwo verständlich, warum KILLER KLOWNS kein Massenerfolg war, sondern das eher übliche Dasein eines halbvergessenen Kultfilms fristet. Das geeignete Publikum für diesen Film zu finden, ist sicher nicht ganz einfach. Eine Horror-Komödie ist es, wie schon erwähnt, nicht, da insgesamt zu straight, zu ernsthaft inszeniert (und bewusst so), für reinrassiger Horrorfilm fehlt die zwingende Härte (aufgrund des PG-13-Ratings ist Gore nicht wirklich zu erwarten, ich war sogar eher überrascht, dass doch ein paar wenige doch heftigere Szenen enthalten sind), zum anderen ist natürlich die zugegeben groteske Grundidee für den klassischen Horrorfilmfreak möglicherweise unverdaulich. Dennoch kann ich eigentlich nur jedem Horrorfreak (und jedem Sammler cineastischer Kuriositäten aller Art sowie jedem, der jemals Angst vor einem Clown hatte) wärmstens ans Herz legen, ganz besonders natürlich in der jetzt neu erschienenen RC-1-DVD. Buy & enjoy!

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BOMBEN-Skala: 5

BIER-Skala: 7


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