Santo y Blue Demon en la mondo de los muertos


  • Original-Titel: Santo y Blue Demon en la mondo de los muertos
  •  
  • Regie: Gilberto Martinez Solares
  • Land: Mexiko
  • Jahr: 1970
  • Darsteller:

    Santo, Blue Demon, Pilar Pellicer, Carlos Leon


Vorwort:

Hoi, das ist einer von den ganz deliriösen Santos...

Wir beginnen im, naja, späten 16. Jahrhundert in den spanischen Kolonien in der Neuen Welt. Keine Kolonie ist neu genug, dass sich nicht schon ein paar Satansbraten eingefunden hätten und einen Teufelskult praktizieren. Die Inquisition setzt drei Teufelsanbeter fest (nachdem man vorher ein Mädel gefoltert hat) und verbrennt sie auf dem Scheiterhaufen. Dona Damiana (!) Velasquez, Vorbeterin des örtlichen Satanszirkels, ist not amused und nutzt ihre Connections zum Höllenfürsten, um nicht nur ihre drei verbrutzelten Kumpels als Zombies wiederzuerwecken, sondern auch einen Spezialsuperduperkämpfer in Diensten des Bösen herbeizurufen - Blue Demon, damit der dem Krieger des Guten, Santo, dem Ritter mit der silbernen Maske, aufs Haupt schlägt. Santo weiß sich aber durchaus zu helfen (zumal auch Zombies und blaue Dämonen allergisch auf Kruzifixe und Sonnenlicht reagieren). Obwohl er selbst auch nicht gerade ein glühendes Beispiel für vollständigen Triumph ist, ist Blue Demon mit Damiana unzufrieden und bringt sie ins Reich der Toten - von nun ist sie auch ein Zombie. Was ihr bei Rückkehr ins Land der Lebenden nicht hilft - nachdem sie Santos Geliebte Aurora getötet hat, kann Santo sie gefangen nehmen und der Inquisition übergeben. Resultat: Damiana-Kebab am offenen Feuer. Mit einem Fluch auf den Lippen verschmurgelt Damiana.

Zighundert Jahre später haben sich alle Beteiligten in günstiger Konstellation reinkarniert. Der seinerzeitige Großfürst ist jetzt ein reicher Pinkel mit einer Tochter, die Damiana aufs Haar gleicht, der Chef der Inquisition ein Priester, einer der Henker Santos Sekundant im Ring, und Santo selbst ist halt Santo, König aller Luchadores. Damiana ergreift von Alicia, der bewussten Doppelgänger-Tochter, Besitz und beginnt mit ihrem Racheplan - alle, die ihr damals ins Handwerk gepfuscht haben, sollen durch ihren magischen Dolch sterben und ihre drei Zombies vom Grill hat sie auch zur Hand. Das Fiesmolchquartett meuchelt sich in umgekehrter Wichtigkeit der Charaktere durch den supporting cast - durch ein raffiniertes Täuschungsmanöver gelingt es den Zombies sogar, Santo im Ring den Dolch in die Brust zu jagen! Mit Hilfe authentischer OP-Footage (Gore! Real Gore!) kann des Luchadores Leben gerettet werden. Jetzt ist schluss mit lustig - Alicia muss exorziert werden und damit das auch klappt, muss Santo sprichwörtlich ins Land der Toten reisen, wo er allerdings auf unerwartete Unterstützung in blau trifft...

Inhalt:

Okay, this one is really really weird - die erste halbe Stunde ist ein period piece, in der Santo von Kopf bis Fuß in Silber den Degen schwingt und Blue Demon mal nicht sein Kumpel, sondern sein schlimmster Feind ist, klar gestellt wird, dass die Inquisition schon 'ne prima Sache war und es kein Problem gibt, das nicht durch die reinigende Kraft eines ordentlichen Scheiterhaufens gelöst werden kann. Nach dem Sprung in die relative Gegenwart bleibt der Film, obwohl er sich dann eher den Konventionen des lucha-Films unterwirft (zwei In-Ring-Kämpfe), immer noch schräg und für Santo-Verhältnisse außergewöhnlich brutal. Der Body Count ist überraschend hoch und ist gar nicht mal so ungraphisch - die mehrere Minuten lange OP-Szene ist dann auch hinreichend eklig (da hat man sich wohl an Rene Cardonas offene Herz-OP aus Night of the Bloody Apes erinnert und gesagt, was der kann, könn' wa schon lange). Im Showdown im Reich der Toten werden dann Farbfilter & stock footage angeworfen, bis einer lacht - leider sind die Kämpfe durch die Bank *stark* hochgespeedet. Das Make-up von Damianas Zombies ist, eh, übersichtlich (blaß geschminkt muss reichen). Bei 80 Minuten Laufzeit ist das Tempo hoch, der Plot ist wieder ohne Spanischkenntnisse mühelos zu verfolgen. Thumbs up - der ist 'ne Granate :D

4/5
(c) 2016 Dr. Acula


mm
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