Rock’n’Roll Space Patrol Action Is Go!


  • Original-Titel: Rock'n'Roll Space Patrol Action is Go!
  •  
  • Regie: Jim Bultas
  • Land: USA
  • Jahr: 2005
  • Darsteller:

    Glen Perkins (A Fine Intellectualized Gentleman), Alex Warren (Buck Fiesta), Chris Stewart (Buck Fiesta Mark II), Mike Oettle (The Red Arrow), Idan Flasterstein (Dr. Spider Jones)


Vorwort:

Seltsame Dinge gehen vor sich auf Außenposten 11 in Sektor 219A. Was eigentlich eine blühende Kolonie voller intellektuell hochstehender, nach Wissen strebender Feingeister sein sollte, ist inzwischen ein eher nutzloser Haufen blindwütiger Konsumenten – von Fortschritt und Wissenschaft keine Spur. Grund genug für Super Silver Base Alpha, den Feldagenten Buck Fiesta loszuschicken, auf dass der mal nachkuckt, was eigentlich dort passiert ist. Buck Fiesta hält den Auftrag, im galaktischen Hinterwald recherchieren zu müssen, für erheblich unter seiner Würde als Senior-Agent, aber was willst machen?

Buck versucht, mit dem Red Arrow Kontakt aufzunehmen, der zu den ursprünglichen Siedlern gehörte und daher wissen müsste, welch schreckliche Geschehnisse zu der infektiösen Konsumwut geführt haben. Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten gelingt die Kontaktaufnahme, doch kann Red Arrow Buck auch nicht besonders weiterhelfen. Allerdings wird das Duo verhinderter Weltenretter von diversen Ninjas angegriffen, deren sie sich aber mit ihren Laserwaffen entledigen können.

Die Spur führt zu Dr. Spider Jones, einem weiteren Original-Kolonisten, der irgendwann mal eine Art Erweckungserlebnis gehabt hat, seine Kolonistenaufgaben Kolonistenaufgaben hat sein lassen und sich ein ordentliches Evil-Schurken-Lair gebaut hat, in dem er seinen finsteren Plänen nachgeht. Was genau die sind, weiß niemand, aber offensichtlich plant er, die von ihm infizierten Konsumdrohnen zu einem „Mighter’s March“ – whatever that may be – aufzustacheln. Damit droht die Seuche auch auf andere Kolonien überzugreifen, und das muss verhindert werden.

Inhalt:

Tromas Release-Politik ist mir manchmal schwer verständlich. Klar, so ein kleiner Indie-Schuppen muss unter die Leute bringen, was immer auch so aussieht, als könne es ein paar Dollar einspielen, und wenn’s irgendwie zu Tromas Sex & Violence-Firmenmotto passt, hab ich damit auch kein großes Problem, auch wenn unerträglicher Schwachfug wie „Igor and the Lunatics“ oder „Redneck Zombies“ so zu Veröffentlichungsehren kommt. Warum allerdings Troma mittlerweile sogar lupenreine Amateurfilme veröffentlicht, die nicht mal im Kontext anderer lupenreiner Amateurfilme „gut“ oder auch nur „bemerkenswert“ sind, muss ich nicht kapieren.

Womit schon mal klargestellt wäre, dass „Rock’n’Roll Space Patrol Action Is Go!“ außer seinem fetzigen Titel und der Behauptung, ein SF-Rock-Musical zu sein, nichts zu bieten hat. Der Film von Jim Bultas läuft gerade mal 60 Minuten, hat vielleicht Ideen für 20 und fühlt sich an wie 200. Es ist eine konzeptionelle und, hüstel, „künstlerische“ Totgeburt, die Sorte Film, die man wirklich nur aus Spaß mit seinen Kumpels dreht und dann vielleicht auf dem Schulhof verteilt und sich dadurch ein paar Coolnesspunkte verdient (obwohl ein IMDb-Reviewer nicht ganz fehlerhaft anmerkte: „The guys you beat up in high school made a movie“). Ich hab jede Menge ambitionierterer Amateurfilme gesehen – auch solche, die lustig gemeint waren -, die einen richtigen Vertrieb deutlich mehr verdient hätten als dieser Krampf hier, der von Unfähigen gedreht, geschnitten, gespielt und vertont wurde. Die Schäbo-Spezialeffekte kann man sich ja noch als beabsichtigt lustig saufen, das Plündern von „Planet der Stürme“ für „Weltraumszenen“ und als „Super Silver Base Alpha“ hat auch Corman schon erledigt, mache ich daher auch keinem Filmamateur zum Vorwurf, aber dass der Rest des Materials so frei von eigenen Einfällen und annähernd lustigen Gags ist, das schon. Im Zweifelsfall soll’s eine „lustige“ Pseudo-Martial-Arts-Szene regeln, aber irgendwann merkt man, dass selbst den Beteiligten die Lust am eigenen Film verging, ganze Szenen wiederholt werden und der ganze Schmu dann auch noch ohne Ende aufhört, sondern von dem „fine intellectualized gentleman“ mit ein paar salbadernd-sinnfreien Worten weggequasselt wird.

Die filmischen Mittel sind die primitivst denkbaren – wenn ein Kindercassettenrecorder mit Mitsing-Mikro als Universalkommunikator verkauft wird und das noch einer der besseren Gags ist, spricht das Bände (lachen musste ich nur über den „Robo-Puter“, der, wenn er Koordinaten ausspuckt, diese mit einer „künstlichen Hand“ handschriftlich auf einen Zettel malt). Im Endeffekt ist das aber alles einfallslose Scheiße ohne Sinn, Wert und Verstand, und wieso, ich wiederhole mich, mit Troma ein professioneller Publisher auf den Trichter kam, ausgerechnet diesem Hirnschmu einen DVD-Release zu spendieren, ist ein Mysterium des Universums (gut, ich hab wenigstens nur 98 US-Cent dafür bezahlt, und trotzdem fühle ich mich abgezogen).

Was den Musical-Aspekt angeht – es gibt tatsächlich Rockmusik im Film und eine im weitesten Sinne als Musicalnummer erkennbare Sequenz (eine Art Identity-Song für Spider Jones); die Mucke ist sicher das beste am Film, was aber a) nicht viel heißt und b) im Endeffekt auch nicht viel heißt, wenn Ihr versteht, was ich meine. Recht öde Versuche, David Bowies Glamrock-„Ziggy Stardust“-Phase zu simulieren.

Die DVD kommt mit einem Bonus-Kurzfilm namens „Hick Trek 2“ (USA 2005, Regie: Tony Trumbo), eine Star-Trek-Parodie mit Rednecks als Protagonisten, die gegen das böse K9-Imperium shapeshiftendre Hunde kämpfen. Auch ultrabillig, aber zumindest mit einer Handvoll Lacher und einer mit etwas über 30 Minuten erträglichen Strecke. Würde mir normalerweise auch nicht gerade einen Abend versüßen, war gegen den „Hauptfilm“ aber praktisch eine Offenbarung, obschon auch „Hick Trek 2“ nicht sonderlich gut ist, running gags überstrapaziert und von keinerlei darstellerischen Leistungen behelligt wird (Gag-Niveau? Der Captain heißt Dawn-Puke ReTard, ausgesprochen Retardé). Höhepunkt des sonstigen Bonusmaterials ist der Trailer auf das Mockumentary „LolliLove“ von Jenna Fischer und James Gunn (ja, dem „Guardians of the Galaxy“-James Gunn), in dem die beiden ein Celebrity-Couple spielen, das sich der Charity verschrieben hat, Obdachlosen Lollis verpackt in James-Gunn-Artworks zu schenken. Klingt dämlich, ist aber dem Trailer nach eine ganz nette Verarschung des Charity-Gedöns so mancher Prominenter. Aber den Trailer findet man sicher auch auf YouTube und muss daher nicht die DVD dieses Krampffilms dafür erwerben.

Ergo: blanke Nullnummer, die sich niemand versehentlich anschaffen sollte, der irgendetwas „lustiges“ erwartet (und glaubt auch nicht, dass in dem Film ein Babe wie das auf dem Cover vorkommt. In dem Film gibt’s keine einzige weibliche Rolle. Dito übrigens das Alien – beide stammen aus der Anmoderation).

0,5/5
(c) 2017 Dr. Acula

  • Okay, I sorta like the planet made of food on the right.

  • Alle Regler stehen auf elf. Und trotzdem kein Spinal Tap weit und breit.

  • Ninja-Teleporter.

  • Man behauptet, das wäre ein Ninja. Kann nicht sein. Wo ist das Stirnband?

  • Nicht grad ein Orion-Bügeleisen.

  • Dr. Spider Jones - Geißel des Universums.

  • Hick Trek 2 - Die USS Bovine.

  • Hick Trek 2 - Das Evil Happy Smiley Face Thingy verfolgt Jordash LaGrange.

  • Jenna Fischer und James Gunn in LOLLILOVE.


mm
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