Nackt unter Zombies

 
  • Deutscher Titel: Nackt unter Zombies
  • Original-Titel: Nackt unter Zombies
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  • Regie: Jochen Taubert
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 2022
  • Darsteller:

    Alina Lina (Alina), Sabrina Arnds (Alinas Freundin), Markus Beyer (Mönch), Adrian Franusic, Klaus Thiel Klenner, Ramona Groth, Michaela Krzyzowska, Monika Mellin, Sebastian Rietmann, Erwin Feldkamp, Sascha Goldbach u.a.


Vorwort

Jochen Taubert – ein Ruf wie Donnerhall… Ach so, nein, Moment, genau mit diesen Worten hatte ich ja kürzlich bereits das Review zu „Spur in den Tod“ begonnen, und das hatte bei Michael Winner auch nur bedingt gestimmt, denn so richtig bekannt außerhalb der B-Filmbranche ist er dann zeitlebens doch nicht geworden. Also schütteln wir uns noch einmal kurz und starten das Ganze neu…

Jochen Taubert – ein… äh… Ruf wie Donnerhall? Hm, je mehr ich darüber nachdenke, desto stärker muss ich zugeben, dass auch diese Aussage in gewisser Weise stimmt. Der Name Taubert sagt vermutlich noch weniger Leuten etwas als der Name Winner, aber die, die ihn kennen, werden ihn vermutlich nie vergessen, obwohl sie ihn gern wieder vergessen würden. Der mittlerweile 54-jährige Regisseur dreht seit mittlerweile 25 Jahren unter tatkräftiger Mithilfe eines auf mittlerweile rund 70 Mann angewachsenen Filmteams aus Stadtlohn, einer Stadt im westlichen Münsterland, relativ beständig Filme mit so anschaulichen Titeln wie „Ich piss‘ auf deinen Kadaver“ (mitsamt Remake „I P*** on Your Corpse“), „Piratenmassaker“, „Pudelmützen Rambos“ und „Spiel mir am Glied bis zum Tod“ – und hat damit reichlich Eindruck hinterlassen, zumindest bei den bedauernswerten Geschöpfen, die das Missvergnügen hatten, auch nur einen dieser Filme anzusehen. Einige Autoren auf Badmovies.de können ein Lied davon singen – nachzulesen in den entsprechenden Reviews. Man munkelt vereinzelt sogar, es mussten für diese armen Seelen extra Sanatorien errichtet werden, um Therapien gegen eine Taubert-Überdosis (Überdosis bedeutet mindestens 30 Minuten Taubert) durchzuführen, weil sie sich von dem Gesehenen nur schwer, wenn überhaupt, erholen konnten. Doch so sehr sie auch um Gnade winselten, bitte nie mehr von einem weiteren Taubert-Film behelligt zu werden – der Mann macht unbeirrt weiter, und es scheint kein Ende in Sicht.

Sein neuester Streich ist „Nackt unter Zombies“, der vom Titel her unangenehme Erinnerungen an einen anderen Film weckt: den hierzulande beschlagnahmten „Nackt unter Kannibalen“ aka „Emanuelle und die letzten Kannibalen“ von Joe D’Amato aus dem Jahr 1977, der es für eine gute Idee hielt, der sich im Italo-Kino vermehrt ausbreitenden Menschenfresser-Manie doch gleich auch noch etwas Sex unter anderem mit seinem Lieblings-Starlet Laura Gemser beizumengen – unerklärlicherweise sogar mit internationalem Erfolg. Es war eine verrückte Zeit. Und verrückt macht mich auch der Gedanke, dass Taubert mit diesem Film Joe D’Amato huldigen könnte. Mit viel Bibbern und Zittern lege ich die BluRay ein – ich habe schon andere Opfer gebracht und überlebt, sogar Heiko-Fipper-Anschläge, dann werde ich doch wohl noch so einen läppischen Taubert überleben. Film ab.


Inhalt

Nackt und Zombies. Das sind die beiden Schlagworte, auf die wir zählen. Damit erst gar keine Zweifel aufkommen, dass der Film auch wirklich liefern will, was er verspricht, sehen wir bereits in der allerersten Einstellung einen Typen mit zauseligem Bart tot im Grün liegen – und daneben einen weiteren Typen, dem Fleischabfälle auf den Wanst gelegt wurden, die in bester Amateur-Splatter-Manier seine eigenen Gedärme darstellen sollen. „Blut! Gehirn! Massaker!“, dröhnt eine tiefe Stimme von irgendwoher, woraufhin ein Zombie über den zweiten Typen herfällt.

Irgendwo liegt eine noch lebende blonde Tussi – ebenfalls im Grün, mitsamt bellender Fußhupe. Aus dem Off erzählt sie: „Wenn man stirbt, sieht man noch einmal sein ganzes Leben an einem vorbeiziehen. Scheiße, ich möchte mein Leben gar nicht sehen! Und sterben will ich auch nicht. Verdammt, wie konnte es nur so weit kommen?“ In einer vergleichsweise teuer aussehenden Einstellung zoomt die Kamera aus der Vogelperspektive von einer Nahaufnahme der Tussi zurück in die Totale und gibt preis, dass die Blondine in unmittelbarer Nähe des Mini-Schlachtfeldes mit dem Zombie und seiner zwei Mann starken Totnahrung liegt. „Mein Name ist Alina“, erzählt Alina aus dem Off weiter: „Und ich bin auf dem Weg in die Hölle. Und dies ist meine Geschischte.“ Eine weibliche Stimme flüstert von irgendwoher: „Alina goeth to hell.“

Vorspann. Was man eben so Vorspann nennt: Der Name des Regisseurs steht da und der Filmtitel (weiß auf schwarzem Grund). Mist, und ich hatte schon gehofft, dass der Vorspann gleich fünf Minuten von den 79 Minuten Lauflänge abzieht.

Wir springen offenbar in der Handlung zurück auf ein Bett. Darin liegen Alina in roter Unterwäsche, ihr Hund und eine Stoffvogel-Handpuppe. Alina liest ein Buch oder gibt es vor, denn eigentlich glaube ich nicht, dass sie lesen kann. Die musikalische Untermalung verspricht mindestens „Herr der Ringe“. Dann küsst sie Hund und Stoffvogel und legt sich für einen Mittagsschlaf hin.

So könnte sie sich vom anstrengenden Lesen erholen, würde nicht lautes Gestöhne aus dem Nebenzimmer die Ruhe empfindlich stören. Der Stoffvogel, den sich Alina über die Hand gestülpt hat – und ich bitte euch, nehmt das einfach so hin –, bewegt sich aufgeregt hin und her und pickt die schlafende Alina mit seinem Schnabel an. Er fragt (mit piepsig verstellter Stimme von Alina): „Hörst du das? Da ist jemand verletzt. Das sind bestimmt unsere Nachbarn.“ In Wirklichkeit kopulieren nebenan zwei äußerst unästhetische Gestalten auf die harte Tour (womit auch das zweite Schlagwort „nackt“ nach nicht mal fünf Minuten abgehakt wäre – wenn auch nicht so, wie ich es mir wünschen würde). Sie ist ganzkörpertätowiert und an allen erdenklichen Stellen gepierct, er ein mittelalter Zausel mit Schmerbauch. „Ruhe dahinten!“, ruft Alina genervt und klopft zart gegen die Wand. (Müsste es nicht eher „Ruhe da drüben!“ heißen?) „Die haben doch Schmerzen, da hat jemand Schmerzen“, krächzt der Stoffvogel an Alinas Hand. Alina hält den Vogel zu Recht für reichlich blöde: „Die hat keine Schmerzen! Die poppen!“ Die Nachbarn lassen sich von den Unmutsbekundungen nicht beirren und vögeln zu ein paar Schlucken Wodka nach einem Stellungswechsel munter weiter. „Ist Sex immer so laut?“, fragt sich der Stoffvogel. „Wenn man ihn richtig macht, schon. Und jetzt leg dich hin und schlaf!“, hat Alina die Schnauze voll. Doch der Stoffvogel kann bei dem Krach nicht schlafen. Alina bittet daher nochmals um Mäßigung: „Ruhe dahinten!“ Aber erneut ohne Erfolg. „Oarh, jetzt werdet mal endlich fertig, mein Gott!“, schimpft Alina und hält sich die Ohren zu.

Tatsächlich gelingt es Alina, trotz der lautstarken Aktivitäten nebenan einzuschlafen. So bekommt sie nicht mit, wie ein geheimnisvoller Mann in ihre Wohnung eindringt. Es ist der Schornsteinfeger, der aber nicht kehren, sondern klauen will. Er steckt sich bereits eine bestimmt wahnsinnig wertvolle „goldene“ Kette mit $-Zeichen ein, als Alina wach wird und nach seiner Waffe greift, die er bei seinem Beutezug unbedacht neben sich auf den Stuhl gelegt hat. Zwar zückt er noch sein Klappmesser, aber zu spät: Alina drückt ab und ein primitiver digitaler Schusseffekt in den Kopf, den man auch vor 20 Jahren nicht billiger hinbekommen hätte, streckt den Schurken nieder. „Gott sei Dank, das Arschloch ist tot!“, jubelt Alina und kuschelt mit Töle und Stoffvogel. Schnell entlädt sich aber auch die Anspannung von eben, und sie weint: „Heute kann der Tag nun wirklich nicht mehr schlimmer werden!“

Doch er wird schlimmer. Die örtliche Sirene jault auf, und bei einem fragenden Blick aus dem Fenster sieht sie drei Zombies mit selbst für Kinderkarneval zu hässlichen Masken, wie sie sich ein Stück Gedärm teilen. Verfremdete, kaum verständliche Stimmen von irgendwoher (wenn das Lautsprecher sein sollen, sollte man sie vielleicht auch etwas lautsprechermäßiger klingen lassen) warnen, dass dies keine Übung sei. Das ist auch so ziemlich das Einzige, was ich verstehe. Das Cover blubbert was von Radioaktivität. Vielleicht ist es ja das.

Irgendwo kommt ein langhaariger Zottelbart in Mönchskutte zu sich. Er blutet aus dem Mund. Eine Katze irrt auch umher. „Blut! Gehirn! Massaker!“, dröhnt die tiefe Stimme von vorhin von irgendwoher. Der Mönch schnappt sich die maunzende Katze und beißt außerhalb des Kamerawinkels zu. Der ist nun wohl auch ein Zombie. Oder ein radioaktiv verseuchter Untoter analog zu den fiesen Gesellen beispielsweise in „Hölle der lebenden Toten“. Taubert macht da aber keinen Unterschied.

Dann sind wir auch schon wieder bei Alina, die immer noch mit offenem Mund aus dem Fenster stiert. Die verwirrende Montage lässt vermuten, dass sie eben Zeuge dieses Ereignisses geworden ist, aber war sie gar nicht. Was ich noch nicht erwähnt habe: Der Film wird permanent mit diverser Musik zugeballert, weibliche Choräle, Technomusik, das volle Programm. Die Tonmischung ist nicht nur an dieser Stelle katastrophal, denn wieder spricht eine (Lautsprecher-?)Stimme von irgendwoher etwas, was ich nicht richtig verstehe. Irgendwas mit Jod und Fortbestand der Menschheit gesichert. Aus einer roten Kfz-Verbandstasche schnappt sich Alina auf diese Aufforderung hin eine Plastikspritze mit vermutlich eben dieser Jodlösung und setzt sich einen Schuss in den Hals. Sie windet sich.

Dann sind wir wieder beim Mönch. Der Mönch hatte bekanntlich Hunger und hat nur noch ein (lachhaftes) Katzenskelett übriggelassen.

Und wieder zurück zu Alina. Alina ist sich sicher, dass ihr soeben gesetzter Jodschuss Wunder wirkt. Ihr Stoffvogel an der Hand findet die Situation lustig: „Also, mir macht die Atomstrahlung gar nichts aus, aber dir ja. Du wirst gleich elendiglich verrecken.“ Alina glaubt das nicht und verabreicht auch ihrer Töle etwas Jod. Sie hört von nebenan Poltern und freut sich: „Unsere Nachbarn leben! Unsere Nachbarn leben! Die machen uns doch Klopfzeischen!“ Sie steckt ihren Kopf durch die Tür, um nachzusehen: Die angeblichen Klopfzeichen resultieren jedoch lediglich daraus, dass der wie der Mönch ebenfalls blutende zombifizierte (oder radioaktivisierte) Zausel den Kopf seiner ebenfalls blutenden zombifizierten (oder radioaktivisierten) Gespielin immer gegen die Wand donnert. Folglich macht Alina doch lieber die Biege.

„Blut! Gehirn! Massaker!“, dröhnt die tiefe Stimme von irgendwoher – woraufhin das Pärchen (sie wohlgemerkt immer noch splitternackt – es bleibt ein unerfreulicher Anblick) aufsteht. Sie probiert einen grünen Apfel, aber der schmeckt ihr nicht (mehr). Er zieht sich an und fesselt die Frau mittels Handschellen an den Wandschrank in der Küche. „Blut! Gehirn! Massaker!“, dröhnt die tiefe Stimme von irgendwoher, und plötzlich sitzt da einfach ein Typ im Matrosenanzug in der Wohnung rum, den wir noch nie gesehen haben, und mampft irgendwelche undefinierbaren Gedärme von irgendwem, den wir noch nie gesehen haben. Der Zausel antwortet auf den Hausfriedensbruch mit einem lächerlich animierten Kopfschuss, nimmt sich ein Stück rohes Fleisch von dem nun toten Eindringling und gibt das seiner noch angeketteten Geliebten. Die wiederum schlägt ihn mit der Bratpfanne nieder und brät sich das vom Partner geschenkte rohe Fleischstück auf der Herdplatte. Dann isst sie es, der eben niedergeschlagene Zausel kommt zu sich, knallt die Frau ab und dann sich selbst. Sollte das alles sehr, sehr wirr klingen – bitte denkt daran: Das ist ein Taubert-Film. Einen sinnvollen Handlungsaufbau hat der Regisseur in einem Vierteljahrhundert nicht gelernt – warum sollte er also JETZT damit anfangen?

Bei Alina klingelt es an der Haustür. Sie greift sich die Waffe vom Einbrecher und wird beim Öffnen der Tür von einem Typen mit Gasmaske angefallen. Die Rettung kann einmal mehr nur ein zielsicherer Pistolenschuss sein. Alina ist halbwegs entsetzt: „Das war mein Freund Dr. Kant.“ Es ging aber in diesem Fall nicht anders: Sie glaubt, dass er ihr das Jod stehlen wollte. Der Stoffvogel drängt zum Aufbruch, aber aus Alinas Sicht piept’s bei dem Vogel, wenn sie an das ganze Chaos da draußen denkt. Sie sitzt am längeren Hebel, man bleibt hier – basta.

Dann geht es mal wieder zu unserem katzenfressenden Mönch, der in seinem Tun (was auch immer für ein Tun das gerade ist, außer zu gronfen) von einer zombifizierten (oder radioaktivisierten) Nonne überrascht, die ihm ein Beil in den Rücken haut. Das missbilligt er zutiefst und würgt sie. Mit einer Handsäge will er ihr den Kopf absägen, aber die Nonne greift zum letzten Mittel und lüpft ihre Tracht, um ihn mit nackten Tatsachen (Titten!) zu überzeugen. Im Mönch werden dadurch letzte Zuckungen menschlicher Begierden geweckt: Er wird tatsächlich schwach und lässt sich von der Nonne einen blasen (insert Lutsch- und Sauggeräusche here). Doch eigentlich will sie ihm gar keinen blasen – und beißt ihm kurzerhand den Schwanz ab. Aus ihrer Hockposition zurückgekehrt greift der Mönch ihr in den Mund und zieht ihr (s)einen Gummipimmel aus dem Hals. Mit Klebe will er seine Mannespracht wiederherstellen, aber erfolglos: Der Penis fällt zu Boden. Zum Glück liegt aber noch ein Tacker griffbereit. Mit dem klappt das wesentlich besser.

Zurück zu Alina. Alina hat Hunger. Da sie aber im Gegensatz zu ihrem gesamten Umfeld noch nicht zum Zombie respektive radioaktiv verseuchten Untoten (ach, scheiß drauf – ich schreibe ab sofort „Zombie“ in Anführungsstrichen) mutiert ist, muss sie sich mit nichtmenschlichen Genüssen zufriedengeben. Ihr Stoffvogel schlägt den Hund vor (hm, und ich schlage den Stoffvogel vor), aber da zeigt sie ihm doch lieber verbal den Vogel: „Bist du bescheuert? Niemals! Niemals! Aber da vorn habe ich Fische. Die kann ich essen.“ Das macht sie dann auch mit einem Griff ins Aquarium. Und sie fragt sich, was ihr Bruder jetzt wohl macht.

Als Nächstes sehen wir den Mönch – und trotz der restlos konfusen Parallelmontagentechnik denke ich, dass mit Alinas Bruder der Mönch gemeint sein könnte. Die immer noch anwesende Nonne möchte durch sanftes Streicheln über die langen Haare des Mönchs die noch in ihm steckenden menschlichen Gefühle freikitzeln, ist damit aber äußerst erfolglos, sodass er ihre eine Hand in eine Schraubzwinge steckt und ihre andere in den Häcksler klemmt. Sie solchermaßen gefangen habend greift er noch den günstig herumhängenden Stacheldraht und umwickelt ihren Kopf und Oberkörper damit.

Die nächste Szene spielt wieder bei Alina. Der Stoffvogel langweilt sich: „Was sollen wir jetzt den lieben langen Tag hier machen?“ Alina ist auch zunächst ratlos, entdeckt dann allerdings ihren Vibrator im Bett, mit dem sie sich glatt ein paar Minütchen beschäftigen könnte. Doch zu früh gefreut – die Batterien sind leer. „Scheiße, schon wieder durchgenudelt“, flucht sie – und greift stattdessen zu ihrem Handy. Kurz die Vibrationsfunktion eingestellt kann der Spaß losgehen. Und ja, sie trägt immer noch ihre rote Unterwäsche. Und nein, sie hat sich im Gegensatz zu allen anderen bisher aufgetretenen Frauen immer noch nicht nackt gemacht.

Und so vergehen die Tage. Jedenfalls deute ich es so, da Alina – immer noch in roter Unterwäsche (die muss doch inzwischen stinken) – die Tage auf ihrem Kalender mit einem Filzstift durchstreicht. Gezwungenermaßen, weil man ja irgendwie Zeit totschlagen muss, spielt sie Mau-Mau gegen ihre Töle. So richtig tagesfüllend ist das nun wahrlich nicht. Zudem gehen leider auch noch Schritt für Schritt die Lebensnotwendigkeiten zur Neige: Während eines Klogangs stellt sie fest, dass das Toilettenpapier alle ist.

Der Mönch wiederum hat immer noch Spaß am Nackte-Nonnen-Foltern. So wirr die Szenenfolge, so wirr der Zeitablauf. Während bei Alina Tage ins Land gezogen sind, scheinen beim Mönch nur zwei Minuten vergangen zu sein. Egal – zu viel Foltern macht Hunger. Deshalb will er seiner SM-Gespielin die Brust abschneiden und hält dafür bereits einen Teller mitsamt Schneidewerkzeug in der Hand, als seine Schwester bei ihm durchruft – nicht telefonisch, sondern per Funkgerät (!): „Mayday! Mayday! Hallo Bruderherz, hörst du mich?“ Er hört sie und grumpft: „Wer ist da? Wer ist da?“ Schon an diesem Unterton erkennt Alina, dass es ihm nicht gut geht, und sie rät ihm, sich Jod zu spritzen. Nur fürs Protokoll: Sämtliche Szenen des Mönchs spielen bislang in einer Kellerwerkstatt (glaube ich). Daher auch die vielen tollen Werkzeuge, die er nutzen kann.

Das ändert sich aber jetzt. Auf Anraten seiner Schwester befindet er sich im nächsten Augenblick auch schon vor der Apotheke, um sich Jod zu holen. Dort hat sich der Apotheker bereits in einen der zahlreichen übelgelaunten „Zombies“ verwandelt und beißt dem Gast zur Begrüßung erstmal in den Arm. Der Mönch hält als Erwiderung einen Fingerdoppelpiekser in die Augen des Apothekers für angemessen. Splotsch.

Dann steht der Mönch plötzlich vor der Samenbank. Bei Taubert sieht das so leicht aus. Mit nur einem Schnitt kann er sämtliche Distanzen überwinden. Eben noch Apotheke, zack, Samenbank. An der Tür steht in großen Lettern „SAMENBANK“, und der Mönch liest laut „JOD“. (Verdammt, ich habe gelacht.) Dort späht er durchs Schlüsselloch eines Klos und sieht dabei einen weiteren „Zombie“, der sich mithilfe eines Tittenhefts gerade einen runterholt. Kaum ist er fertig, geht er raus und kippt dem Spanner-Mönch das Frischgewichste übers Gesicht. Bemerkenswert viel Sperma hat der Mann. Der Mönch grollt ihn an, reißt sich das seltsamerweise immer noch volle Spermagefäß vom Toiletten-„Zombie“ unter den Nagel und übergibt es dem Apotheker-„Zombie“ (hä? Ist das hier eine Apotheke mit eingebauter Samenbank?). Und mit „übergeben“ meine ich: Er schüttet es auch ihm in den Hals. Mit dem „Jod“ ausreichend gestärkt verlässt der Mönch die sogenannte Apotheke wieder. Der Toiletten-„Zombie“ kommt ihm mit heruntergelassenen Hosen hinterher, scheitert aber an einem Holzbalken, den irgendein Scherzkeks quer vor das Gebäude gelegt hat. Und fürs Drunter-Durchkriechen fehlen ihm – im Gegensatz zum Mönch – mittlerweile sämtliche Geisteskapazitäten. Die Kamera fährt dabei auch von den Füßen aufwärts über den blanken Schniedel des Toiletten-„Zombies“. Oh, ein baumelnder Pimmel. Tabubruch-Taubert. Wow.

Frisch gestärkt vom Sperma kehrt der Mönch in seine Bleibe zurück, wo die in Schraubzwinge und Häcksler eingeklemmte Nonne auf ihn wartet – aber nicht mehr lange. Der Mönch schaltet den Häcksler an und schreddert die Nonne. Auf das fleischhaltige Nonnenmus kippt er für die bessere Verdauung auch einen Schluck Bier.

Alina streicht wieder einen Tag auf ihrem Kalender durch. Ihre Situation wird immer prekärer: Mittlerweile hat sie nicht mal mehr was zum Trinken. Eine aus dem Schrank geholte Colaflasche ist so leer wie ihr Kopf, und auch mit Wasserversorgung aus dem Hahn ist Essig. Noch mehr Ärger: Der Verwesungsgeruch des Schornsteinfegereinbrechers hat inzwischen auch die Fliegen angezogen. In ihrer Not greift sie zum Messer und vertilgt das Gehirn des Einbrechers. Hoffen wir, dass es größer ist als ihres. So richtig durstlöschend ist das alles dennoch nicht.

Wieder sieht es so aus, als wären seit seiner letzten Szene lediglich zwei Minuten vergangen, weil der Mönch immer noch vom Lecker-Schmecker-Nonnengulasch nascht. Nun zieht er einen blutigen Tampon aus seinem Essen, den er zunächst vorsichtig beschnuppert und dann als zum Verzehr geeignet ansieht. Yummy.

Alina streicht erneut einen Tag auf ihrem Kalender durch. Ihre Psyche ist gebrochen, und sie spielt eine Solorunde russisches Roulette. Sie drückt ab, aber nichts passiert. Das hellt ihre Stimmungslage auf (?). „100 Zombies, aber nur ein Revolver“, dröhnt eine tiefe Stimme von irgendwoher. Diese tiefe Stimme gehört aber wohl dem Stoffvogel (wohl etwas mit der Kontinuität durcheinandergekommen, was, Taubert?), denn warum sonst sollte Alina ihn wie folgt zusammenscheißen: „Du gehst mir auf den Keks. Ich knall‘ dich jetzt ab!“. Jetzt wieder mit Alinas Piepsstimme reagiert der Stoffvogel eher noch provozierender: „Bist du doof! Dann schießt du dir ja selber in die Hand.“

Falls sie doch noch vorgehabt haben sollte, ihre ursprünglichen Worte in die Tat umzusetzen, so wird sie durch die Türklingel daran gehindert. In Erwartung eines weiteren „Zombies“ öffnet Alina die Tür – und fällt erleichtert ihrer besten Freundin um den Hals, die – sichtlich noch kerngesund, weil vermutlich mit ausreichend Jod intus – den Weg zu ihr gefunden hat. Alinas Handpuppen-Stoffvogel starrt der dickbrüstigen Freundin in den Ausschnitt und krächzt: „Was reimt sich auf Fritten?“ Derartige Scherze sind in der aktuellen Situation allerdings unangebracht, denn jene Freundin hat unabsichtlich ein ganzes Rudel „Zombies“ vor die Eingangstür des Wohnkomplexes geführt, in dem Alina wohnt. Die weiß Rat und drückt ihrer Freundin umgehend ein paar Kondome in die Hand mit der Aufforderung, sie vollzumachen. Findet die gar nicht gut: „Dein Ernst? Wie soll ich das denn machen? Ich hab‘ nicht mal einen Freund.“ Alina schüttelt über so viel Begriffsstutzigkeit den Kopf: „Du Dummie! Da kommt Säure rein!“ Wie jeder Mensch auf dieser Welt hat Alina nämlich eine große Flasche mit ätzender Säure (und stilecht mit Totenkopfetikett) im Haushalt stehen – für den Fall, dass einem irgendwann mal „Zombies“ nach dem Leben trachten. Sie füllen die Kondome also mit Säure (dass die Kombination Kondome + Säure so niemals funktionieren könnte, interessiert Taubert angesichts seiner originellen Idee nicht) und werfen sie aus dem Fenster. Ihre Waffen entpuppen sich frühzeitig als äußerst wirksam, die Angreifer fliehen und wären somit fürs Erste abgewehrt.

Doch neues Ungemach droht. Plötzlich blutet die Freundin aus dem Mund und macht Groar-Groar-Zombiegeräusche, zuckt wie an der Starkstromleitung angeschlossen und liefert ab sofort mit Zähnefletschen und weißen Kontaktlinsen eine große Show ab – sprich: Das Wort Overacting muss von nun an neu definiert werden. Was tun? Auch eine Jodspritze bringt nicht den gewünschten Erfolg. Dem brennenden Hungergefühl der Freundin kann hingegen vorerst Abhilfe geschaffen werden: Alina stellt eine Mausefalle auf. Es dauert vielleicht 0,5 Sekunden, da schnappt die Falle auch schon zu. Die Freundin stürzt sich begierig auf den Snack. Streng nach dem Motto „Was wir nicht zeigen können, können wir nicht zeigen“ (aber warum zeigt Taubert uns dann die ganze Zeit CGI-Effekte aus der Ramschecke?) erhaschen wir nicht mal andeutungsweise einen Blick auf so etwas wie eine Mausattrappe.

Alina rammt ihrer Freundin noch eine Spritze in den Körper, nur leider versehentlich in den Kopf, woraufhin diese auf dem Bett scheinbar tot zusammensackt. „Sieh’s mal von der guten Seite: Jetzt haben wir wieder was zu essen“, versucht der Stoffvogel die verzweifelte Alina zu beruhigen, und trotz anfänglicher Widerworte („Ich esse auf gar keinen Fall meine beste Freundin, hörst du?“) greift sie zum Messer und will sie filetieren. Nur wo anfangen? Die Lauscher sollen’s nach Ansicht des Stoffvogels nicht sein: „Das ist voll eklig! Da ist bestimmt noch Ohrenschmalz dran!“ Aber: „Hier, nimm die Titten!“

In den Vorbereitungsmaßnahmen wacht die Freundin auf und zeigt sich wenig erfreut, dass hier ihre Verstümmelung geplant wird. Daher würgt sie Alina, die nur mit Müh und Not mit ihrem Hund ins Badezimmer entkommen und sich dort einschließen kann. Doch so schnell gibt die Tollwütige nicht auf: Sie nimmt den auf die Schnelle zurückgelassenen Stoffvogel als Geisel und deutet an, ihm mit dem Messer die Kehle durchzuschneiden. Das geht Alina zu weit: Sie öffnet die Badezimmertür und bittet auf Knien um Verschonung des armen Plüschtiers, ist es doch das Einzige, was ihr noch von ihrer Mutter geblieben ist. Mit derartigen Sentimentalitäten erreicht sie immerhin weiteres unkontrolliertes Zucken bei ihrer Freundin, sodass Alina den Stoffvogel an sich reißen und sich wieder im Bad verkriechen kann. Jeglicher Druckmittel beraubt nimmt die Freundin den Kadaver des Einbrechers und schleift ihn an den Beinen nach draußen, um ihn an der frischen Luft zu verschnabulieren.

Damit dieser völlig hirnlos-inkonsistente Monsterquatsch nicht völlig zum Kammerspiel verkommt, braucht es einen neuen Schauplatz. Sicherlich für alle überraschend verlagert Taubert das Geschehen in den kommenden Minuten – in die Botschaft der Russischen Föderation! Bemerkenswert: Im gesamten Gebäude arbeitet genau EIN russischer Angestellter. Wobei „arbeiten“ schon sehr euphemistisch ausgedrückt ist: Er schläft an seinem Schreibtisch und unterbricht seine Nickerchen nur vereinzelt für den einen oder anderen Schluck aus der Wodkapulle. Ha, nimm das, Putin! Die dröhnende Stimme von irgendwoher meldet sich wieder zu Wort – und variiert sensationell ihre Wortwahl: „Blut! Gehirn! Blut! Gehirn! Massaker!“ Die Frau, die wir irgendwie nur als „Alinas Freundin“ kennen, taumelt zufällig genau an der Botschaft vorbei und riecht frisches Menschenfleisch. Da muss sie doch gleich mal gucken.

Der Russe hinterm Schreibtisch schrickt aus dem Schlaf hoch, weil ihm Blut aus dem Mund sickert. Ihm droht also ebenfalls akute „Zombie“werdung. Er ist spät dran, wo doch offenbar schon jeder Hinz und Kunz verseucht ist. Vielleicht hat ihn aber auch sein Alkoholüberschuss bisher über die Runden gebracht. Ich meine, wenn Jod hilft? Die plötzliche Blutung bringt ihn nicht aus der Ruhe: Er greift nach einer noch ungeöffneten Wodkapulle. Unglückseligerweise sackt er danach an seinem Schreibtisch zusammen und betätigt dabei aus Versehen den Knopf für das Tor, das Alinas blutdurstiger Freundin direkten Zugang zum Gebäude verschafft. Zu spät bemerkt der Russe beim erneuten Erwachen den Lapsus und will die Toröffnung rückgängig machen, aber wir wissen ja: zu spät. Er torkelt in einen anderen Raum, aber Alinas Freundin hat bekanntlich längst Witterung aufgenommen und wankt auf ihrer Suche durch diverse Räume und Etagen. Es ist etwas merkwürdig – und andererseits bei einem Nichtskönner in Sachen Dramaturgie auch wieder überhaupt nicht verwunderlich –, dass Taubert für zwei maximal Nebenfiguren tatsächlich so etwas wie die Suspense-Karte zieht und für ewig langes Geschleiche und Geschlurfe gleiche mehrere Minuten vertrödelt. Der Russe schnappt sich in der Zwischenzeit ein Maschinengewehr und tankt sich zwischendrin – natürlich! – mit Wodka auf.

Schließlich – und endlich!! – setzt sich der Russe unwissentlich an einen Schreibtisch, unter dem Alinas Freundin hockt. Sie beißt ihm ins Bein. Nach kurzem Bodenzweikampf kann er sich ihrer entledigen und in einer Kombination aus Torkeln und Humpeln fliehen. Sie schleicht hinterher, was – gääähn – für noch mehr Geschleiche und Geschlurfe sorgt. Das Ende vom Lied: Der Russe stellt die „Zombie“-Frau und durchlöchert sie mit den wie üblich miesen CGI-Effekten. Da auch er sein eigenes Ende kommen sieht – ich meine, er ist radioaktiv verseucht UND wurde gebissen, er ist quasi ein Doppelzombie –, feuert er sich selbst eine Kugel in den Kopf. So viel menschliches Drama, das verkrafte ich nicht.

So, wären wir nun also durch mit dieser völlig sinnfreien Zwischenepisode, die sich damit andererseits in alle anderen völlig sinnfreien Episoden des restlichen Films hervorragend einreiht. Schauen wir mal, was der Mönch inzwischen anstellt. Der funkt Schwesterherz Alina mit seinem Funkgerät an: „Mayday! Mayday!“ Alina ist überglücklich über die unerwartete Nachricht, zumal der Bruder Großartiges zu berichten hat. „Was? Du kennst einen sicheren Ort? Ich komme!”, freut sich Alina, auch wenn Taubert irgendwie vergessen hat, die Stelle zu filmen, in der der Mönch diesen sicheren Ort nennt. Oder es war ihm egal. Sie, die – das habe ich bislang zu wenig betont – IMMER NOCH in ihrer roten Unterwäsche herumläuft („Halbnackt unter ‚Zombies‘“ wäre also eigentlich der gerechtere Titel bisher), geht schnell ins Bad und zieht sich was über: ganz in Schwarz und mit Zylinder, ihre Fußhupe und den Stoffvogel immer mit dabei. Ein eher exzentrisches Ausgeh-Outfit, aber jeder soll das tragen, was er will. Toleranzgesellschaft!

Der sichere Ort, den der Mönch seiner Schwester versprochen hat, erweist sich als irgendeine für jedermann zugängliche Gartenlaube. Dort hat er ein Jesus-Kreuz aufgehängt und betet: „Oh Herr! Bitte gib mir genug zu essen!“ Und die dröhnende tiefe Stimme von irgendwoher insistiert: „Blut! Eingeweide! Kadaver!“ Gerade als der Mönch sich Alina herbeiwünscht, kommt sie auch schon.

Alina: Mensch, Bruder, du siehst ja richtig scheiße aus!
Mönch: Ich hab‘ mich extra für dich sauber gemacht.
Alina: Dann bekommst du jetzt erstmal eine Jodspritze.
Mönch: Brauch‘ ich nicht. Gott hilft mir.
Alina: Ich habe draußen Hühner gesehen. Ich hol‘ uns ein paar Eier.

Alina geht deshalb gleich mal los, um das Essen zu besorgen (ihr Bruder würde sich vermutlich eher über rohe Hühner als über rohe Eier freuen), doch da schält sich ein bewaffneter Typ im Tarnanzug aus dem nächstbesten Gebüsch. Dieser hält sie für einen Zombie, aber sie kann ihn mit dem stichhaltigen Argument „Ich bin kein Zombie“ überzeugen, ihr nichts zu tun. Da wäre ja aber noch ihr Bruder, der sich beschützend zu seiner Schwester gesellt. Zumindest den würde der Tarnanzugträger gern abmurksen, weil der ja nun ganz eindeutig ein „Zombie“ ist. Das mag Alina natürlich nicht zulassen. Deshalb hält sie dem Mönch ihre Hand hin, um zu beweisen, dass dessen Wille stärker ist. Ihr Bruder ringt mit sich, denn Menschenfleisch ist nun mal Menschenfleisch, beschnuppert ihre Hand und beißt schließlich doch zu, allerdings ins Leere, weil sie ihre Flosse rechtzeitig wegzieht. Da es kein Blutvergießen gibt, ist der Tarnanzugträger trotzdem von der Ungefährlichkeit des Mönchs überzeugt. Er wird schon sehen, was er davon hat.

Nun also zu dritt gehen sie zur Gartenlaube zurück, wo der hungrige Tarnanzugträger erstmal eine Dose Ravioli hervorzaubert. Alina ist baff: „Gibst du uns etwas ab? Wir haben schon ewig nicht mehr etwas so Leckeres gesehen.“ „Und ich hab‘ schon lange nicht mehr so was Heißes wie dich gesehen“, stellt der Tarnanzugträger ob der toughen Superfrau fest und würde ihr die gesamte Dose überlassen. Voraussetzung ist aber ein Kuss. Nicht mit Alina: Sie hält ihm ihre Knarre vors Gesicht, sodass er unfreiwillig die Ravioli auch ohne ergatterten Schmatzer rausrücken muss. Der Mönch fällt wider seine eigentliche „Zombie“-Natur sofort begierig über die Dose her. Mit Zombie-Logik muss man einem Mann wie Taubert, der absolut nichts von der Zombie-Mythologie verstanden hat, nicht kommen. Oder sie ist ihm egal.

Der Tarnanzugträger verkraftet den Verlust der Dose locker, denn er hat ja noch mehr zum Futtern in seinen Tarnanzug gesteckt: eine Möhre! Auch die würde Alina sofort nehmen. Na, was ein Glück, dass der Tarnanzugträger ein liebenswerter und gebefreudiger Mensch ist. Er stopft sich die Karotte in den Mund und lässt auch Alina von der anderen Seite daran knabbern. Ja, ich bin erstaunt: Taubert kennt nicht nur blutige Italo-Splatter-Filme, er kennt auch „Susi und Strolch“ – und so kommen wir zu unserer romantischen Liebesszene, nur eben mit einer Karotte statt mit Spaghetti. So knabbern sich die beiden bis zu ihren jeweiligen Mündern und entbrennen dann in wilder Leidenschaft, die dazu führt, dass sich der Tarnanzugträger auf Alina wirft und sie bis auf ihre bekanntlich immer noch rote Unterwäsche auszieht. Mehr zu zeigen, dazu scheint Frau „Schauspielerin“ nicht bereit. Der Mönch hat mittlerweile die Ravioli verschlungen und entdeckt eine weitere Karotte im Tarnanzug des Tarnanzugträgers. Jetzt wieder im vollen Zombie-Modus schmeckt sie ihm aber nicht. Gemüse, bäh.

Während sich Alina und der Tarnanzugträger fast gegenseitig aufessen, nähert sich ihnen eine frische Gruppe „Zombies“ in Hochzeits- und Bauarbeiterkluft. Tja, die Gartenlaube – ein todsicheres Versteck. Alina ist sich sicher: „Die Arschlöscher kenn‘ isch! Die wollten bei mir zu Hause eindringen. Ich hab‘ sie mit Säurekondomen beworfen.“ Schnell überreicht sie dem Tarnanzugträger sein Gewehr, aber da es nur noch einen Schuss hat, holt er sich eine (Plastik-)Handgranate aus seiner Unterhose. Da die „Zombies“ laut Alina zu weit auseinanderstehen (tun sie zwar nicht, aber laut Drehbuch soll das so sein), ist ein Köder notwendig. Der Mönch opfert ein nicht mehr ganz so saftiges Fleischstück seines Beins bereitwillig, denn die Menschenfresserbrigade mag kannibalistisch veranlagt sein – totes Fleisch ist so gar nicht nach ihrem Geschmack (warum auch immer – ist ja nicht so, als hätten die „Zombies“ in diesem Film noch keine Leichenteile gefressen). Also schneidet sich der aufopferungsvolle Tarnanzugträger selbst einen großen Humpen seines Schienbeinfleischs ab. Die „Zombies“ stürzen sich darauf, die Granate wird gezündet – schlechte CGI-Explosion, aber egal: BUMM!

Als sich der Rauch lichtet (sehr auffällig überkopiertes CGI-Feuer bleibt), ist immer noch ein Zombie übrig: eine halbnackte Frau im Minirock. Der Mönch stürzt sich auf sie und gewinnt alsbald die Unterhand, denn seine Gegnerin rammt ihm ein Schwert in den Bauch und wühlt damit enttäuschend unexplizit in seinen verfaulten Eingeweiden. Seinen Widerstand gibt er aber damit noch lange nicht auf, nicht mal dann, als der Minirock-„Zombie“ auf faule Tricks setzt. Schnell den Minirock weggerissen, pinkelt er dem Mönch in den Mund. Kopfschüsse mögen Zombies – oder „Zombies“ – töten, nicht aber „Zombie“-Urin – und so greift sich der Mönch einen rumliegenden Backstein und bewirft den Minirock-„Zombie“ damit. Der fällt bewusstlos (ja, ein bewusstloser „Zombie“!) zu Boden, und der Mönch hat nun leichtes Spiel und sticht der Gegnerin mit dem Schwert in den Kopf. Vermutlich als Andenken schnappt sich der Mönch triumphierend noch den Blumenstrauß der durch die Explosion getöteten „Zombie“-Braut und lacht: „Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.“ Mit diesen Worten stürzt er sich hungrig auf die erstaunlich intakten Leichen. Endlich wieder normales Essen.

Das „Abschlachten“ der „Zombies“ hat unsere drei „Freunde“ müde gemacht, und sie gehen in der Gartenlaube schlafen (ja, ein schlafender „Zombie“!). Matratze ist nicht, sie legen sich auf den immerhin mit Stroh angereicherten Boden. Da kommt aber schon der nächste ungebetene Gast an diesen „sicheren Ort“: ein weiterer „Zombie“ im Tarnanzug. Der Tarnanzugträger (also der Freund von Alina jetzt) schnappt sich einmal mehr sein Gewehr, ist aber entsetzt, als er sieht, wer da vor ihm steht: „Oh nein, nicht du auch, mein Kamerad! Es tut mir leid!“ Er schießt den Typen resolut mit der letzten verbliebenen Kugel ab. Alina hat Mitleid mit dem Tarnanzugträger (also dem Tarnanzugträger, nicht dem „Zombie“-Tarnanzugträger), dass er seinen eigenen Kameraden richten musste: „Schlaf erstmal ein wenig. Das hilft zu vergessen.“

Es wird also weiter geratzt. Wobei das nicht ganz stimmt: Der Tarnanzugträger würde gern ratzen, aber das Schnarchen des Mönchs weckt ihn unsanft. Er erlaubt sich sogleich einen kleinen Spaß und kramt einen Strauch Weintrauben aus seinem Multifunktions-Tarnanzug, der ja auch schon Ravioli und Möhren beinhaltete, hervor und wirft eine davon in den offenen Mund des Schnarchers. Alina wird auch wach und lacht. Sie bittet den Tarnanzugträger, ihr doch auch eine Weintraube in den Mund zu werfen. Das macht er, er trifft – allgemeiner Jubel. Hurra. Hatschi-mutschi-ratschi-rei, dudel-bladel-blumm.

Und dann – schlafen sie weiter. Also diesmal wirklich. Leider macht der Tarnanzugträger im Schlaf den verhängnisvollen Fehler, seine Hand zu nah ans Gesicht des Mönchs zu halten. Der kann sich bei so einem verlockenden Angebot nun ja auch nicht immer zusammenreißen und schnappt zu. (Man darf Fremden einfach nicht vertrauen.) Daraufhin beginnt der Tarnanzugträger in einem Bruchteil von Sekunden wild zu zucken und verwandelt sich in einen Zombie – in einen richtigen Zombie wohlgemerkt. Obwohl – ist man ein richtiger Zombie, wenn man von einem „Zombie“ gebissen wird? Hm, schwierig.

Alina ist untröstlich und schneidet ihm notgedrungen die Kehle durch – tot. So tot, wie ein Zombie („Zombie“?) halt sein kann. Nichts mit Kopfschuss, ein solider Kehlenschnitt tut’s auch. Das traurige Ende einer so vielversprechend begonnenen Love Story. Zuvor hat der Tarnanzugträger – je nach Sichtweise (Alina sieht das sicherlich anders, als es ein Großteil ihrer Mitmenschen sehen würde) – eine gute Tat vollbracht und auch den Mönch plattgemacht, auch wenn ich nicht so recht weiß, wie. Alina zieht einsam mit ihrem Köter (und dem Stoffvogel – den sollten wir an dieser Stelle vielleicht auch mal wieder erwähnen, denn zu sagen hatte er schon seit Ewigkeiten nichts mehr) weiter. Eine weibliche Stimme flüstert von irgendwoher: „Alina goeth to hell! Alina goeth to hell!“

Alina stößt bei ihrem Spaziergang auf zwei Männer: Der erste von ihnen ist mit seinem eigenen Lebenssaft beschmiert und gurgelt Blut. Sie hat Erbarmen und jagt ihm eine Kugel in den Kopf. Der zweite Mann steht mit einer Art Gasmaske da. Ich weiß nicht, warum. Um der radioaktiven Strahlung zu entkommen? Ich weiß ja nicht, ob das so funktioniert. Alina fordert ihn auf, sie runterzunehmen, aber er schüttelt den Kopf. Erst ihre Waffe überredet ihn zur Maskenabnahme. Er jammert: „Die haben meinen Bruder angefressen.“ In seinem Kummer kniet er sich vor seinem toten Bruder hin – und das eine Knie sieht dabei verdächtig blutig aus. „Oh scheiße, das ist ein Zombiebiss!“, stellt Alina entsetzt fest – und knallt auch ihn ab.

Nach so viel Aufregung bleibt Alina etwas Zeit für sich – und sie trägt Lippenstift auf?! Dabei fällt sie ungefragt ein weiterer „Zombie“ an und stupst sie dezent gegen ein hinter ihr stehendes Auto, was in diesem Universum für einen Knockout ausreicht. Ihr Angreifer hat aber zunächst weniger Interesse an ihr als an den beiden „Zombies“, die sie eben exekutiert hat. Wir stellen fest, dass wir uns hier und jetzt in der Eingangsszene des Films befinden – in jener Szene, in der Alina bereits ihren drohenden Tod anteaserte. Wir hören dieselben Worte wie vorhin, also neben Alinas Off-Stimme auch das geflüsterte „Alina goeth to hell!“ von irgendwoher. Doch von wegen drohender Tod (streng genommen macht das die so dramatisch aufbereitete Eingangssequenz völlig überflüssig – aber gut, Flashback-Filme sind ja gerne mal überflüssig) – Alina wacht rechtzeitig wieder auf und tritt dem „Zombie“, der nun auch ganz gern über sie herfallen würde, mit Schmackes in die Eier. Ihr gelingt die Flucht in einen nahegelegenen Wald, wo sie ihn schließlich stellt: Sie holt ein gefülltes Säurekondom aus ihrer Tasche (fragt nicht) und bewirft ihren bösartigen Verfolger. Brutzel, Rauch, finaler Schuss, tot. Alina holt die Hundeleine raus und geht mit ihrem Köter (ja, den gibt es auch noch – und zur Info: der Stoffvogel ist auch immer noch mit dabei) gemütlich Gassi (!).

In einer dramatischen Wendung stellt sich heraus, dass der Mönch immer noch am Leben ist (oder eben nicht am Leben – ihr versteht, was ich meine). Er wankt aus seiner Gartenlaube und guckt genau den drei „Zombies“ mit selbst für Kinderkarneval zu hässlichen Masken beim Verspachteln eines Körperteils zu, denen Alina vorhin schon kurz nach dem GAU zugesehen hatte. Szenen-Recycling rockt.

Nach kurzer Zeit bekommt es Alina mit dem nächsten „Zombie“ zu tun. Ach, höre ich da Wehklagen aus dem Zuschauerrund? Zu eintönig? Ja gut, was will man machen? Taubert wollte den Film genauso. Kann ich ja auch nichts dran ändern. Alina versteckt sich hinter einer Mülltonne, und der „Zombie“ wackelt an ein Garagentor. Überraschenderweise wird er dabei durch einen elektrischen Schlag zu Tode geröstet. „Voll krass“, findet Alina, als sich plötzlich das Garagentor öffnet – und dahinter erscheint eine missmutig dreinblickende Nonne mit einem Gewehr in der Hand. Alina winselt um ihr Leben: „Mein Bruder schickt mich. Er hat gesagt, ihr seid total die netten Menschen, und ihr nehmt mich auf.“ Das muss er dann in einer Minute gesagt haben, in der die Kamera gerade nicht mit dabei war. Die Nonne bleibt skeptisch und führt sie mit ihrer Knarre wortlos hinter ein Gitter, womit Alina wohl eingesperrt wäre. Allerdings vergewissert sich die Nonne umgehend bei zwei am Esstisch sitzenden Mönchen, ob sie Alina zu ihnen führen darf. Sie darf, denn der ältere Mönch nickt gütig.

Alina rechtfertigt sich: „Mein Bruder Markus, er hat mich zu euch geschickt. Er ist auch ein Mönsch. Bitte lasst mich bei euch bleiben.“ Nach einer für sie aufregenden Bedenkzeit von nicht einmal einer Sekunde sagt der ältere Mönch: „Na gut.“ Alina ist atemlos vor Glück: „Endlich habe ich ein neues Zuhause!“ Die beiden Mönche klatschen anerkennend. Und da sie ja nun in den Orden aufgenommen wäre, darf sie gleich bleiben und sich zu den Mönchen setzen. Passenderweise gibt es nämlich gleich Mittagessen. „Mein Bruder hat recht gehabt. Hier ist der beste Ort der Welt!“, kriegt sich Alina gar nicht mehr ein. Es könnte also alles so schön und happy sein und alle gemütlich bei strahlendem Sonnenschein über eine Blumenwiese hüpfen (solange kein „Zombie“ in Sicht ist zumindest), wenn denn die Nonne, die nach klassischer Arbeitsteilung fürs Kochen zuständig ist (das Aufs-Essen-Warten schlaucht Männer schließlich mehr als genug), nicht in der Küche Blut husten würde. Davon ahnen die drei Personen am Esstisch noch nichts. Der ältere Mönch (das ist übrigens neben Alina auch die einzige verbliebene Person mit Sprechrolle – weder die Nonne noch der andere Mönch reden auch nur ein Wort) fährt die ganz großen Geschütze auf und schenkt Alina als Willkommensgeschenk eine Kette (oder das, was Taubert als Kette bezeichnen würde – sieht eher nach einem Armband aus). Dankbar drückt die Beschenkte dem Schenkenden einen fetten Kuss auf die Stirn und hinterlässt einen Lippenstiftabdruck auf seiner Stirn. Das weckt die Eifersucht der inzwischen den Tisch deckenden Nonne – und sie ersinnt zurück in der Küche einen teuflischen Racheplan: Wenn sie schon Blut kotzt, kann sie das ja genauso gut heimlich in die zubereitete Suppe panschen. Gedacht, getan.

Die dröhnende tiefe Stimme von irgendwoher meldet sich mal wieder: „Blut! Gehirn! Massaker!“ Da wird auch schon das Essen serviert, und Alina füllt sich und den Mönchen – denn sie kennt noch das Wort Gastfreundschaft – je eine Schüssel voll auf. „Das sieht ja klasse aus! Currywurstsuppe!“, jubelt Alina und will sofort ihren Kohldampf stillen, aber dafür erntet sie ein paar verächtliche Blicke. Schließlich hat der liebe Gott vor das Essen das Gebet gesetzt. Der ältere Mönch spricht es. Leider stottert er dabei, was Alina – Stichwort: Gastfreundschaft, hüstel – ziemlich erheitert: „Wenn ich eine Buchstabensuppe essen würde, dann noch aufs Klo gehen würde, könnte ich viel besser Buchstaben scheißen wie du sprechen.“ Aber sie hat auch tröstende Worte parat: „Das wird schon wieder. Mach dir nichts draus.“ Die Strafe für ihre vorlaute Schnauze folgt auf den Fuß: Alina wird schlecht – und die missgelaunte „Zombie“-Nonne, die sich fürs Essen schon mal prophylaktisch gleich zwei Knarren auf den Tisch gelegt hat, ohne dass es jemanden interessierte, greift danach und knallt die Mönche ab.

Die bereits vor Schmerz über den Boden kriechende und röchelnde Alina braucht dringend das Heilmittel gegen alles Böse dieser Welt: Jod. Tja, Pech gehabt: Die „Zombie“-Nonne wirft die entsprechenden Utensilien weg und zerrt Alina an den Beinen ins Badezimmer und dort in eine Badewanne. Anstatt sich sofort an ihr gütlich zu tun, holt die Nonne einen Korb mit den unterschiedlichsten Zutaten aus der Küche – und zieht sich aus?! Taubert scheint einen Nackte-Nonnen-Fetisch zu haben, anders kann ich mir das nicht erklären. Dann steigt die Nonne zu Alina in die Wanne, aber wer nun auf eine Runde heißen Lesbensex spekulierte, liegt daneben. Vielmehr bewirft die „Zombie“-Nonne die arme Alina mit Lebensmitteln: Weintrauben und Karotten (die gab es wohl während des Drehs im Angebot), aber auch Dressing und Mayonnaise. „Blöde Stinkfotze! Die haben dir wohl ins Hirn geschissen!“, keift Alina und wird für diese Schimpfkanonade von der „Zombie“-Nonne unter Wasser getunkt. „Blut! Gehirn! Massaker!“, dröhnt die tiefe Stimme von irgendwoher. Mit letzter Kraft greift Alina einen neben der Wanne liegenden Strick, den ihre Gegnerin eben beim Entledigen ihrer Kleidung hat fallen lassen (?), und legt ihr ihn um den Hals. Damit wäre auch schon jeder Widerstand aufgegeben, und die „Zombie“-Nonne stirbt an Atemnot (!). Halbtot kriecht Alina aus der Wanne in die Küche, wo die Nonne die rettende Jodspritze in den Mülleimer geschmissen hat – und kann sich den goldenen Überlebensschuss setzen.

Unsere Heldin taumelt aus dem „Kloster“ (natürlich spielte keine dieser Szenen in einem echten Kloster, sondern wahrscheinlich im Wohnzimmer eines am Dreh Beteiligten) und hört eine Stimme. Sie öffnet das Garagentor, das offenbar der offizielle Ein- und Ausgang ins „Gotteshaus“ ist, und entdeckt dahinter – ihren Mönchsbruder Markus, der „Schwester, Schwester“ stammelt. Das kulminiert natürlich in einer herzlichen Umarmung. „Es wird alles wieder gut. Es wird alles wieder gut. Jetzt sind wir endlich wieder zusammen“, ist Alina einfach überglücklich. Doch seid ihr bereit für die finstere Schlusspointe? Auch Schwesterfleisch ist gutes Fleisch – und so rammt der Mönch seiner Schwester ihre Zähne in den Hals, holt das Beil hervor, das als bisher von mir nicht genannter Running Gag noch vom Kampf mit der ersten Nonne von vorhin immer noch in seinem Rücken steckte (los, lachen! Jetzt!), und schlägt es ihr in den Kopf.

Und wisst ihr was? Das ist noch nicht mal die finale Schlusspointe, denn leider hat Taubert offenbar Umberto Lenzis „Großangriff der Zombies“ viel zu oft gesehen – und er dachte: Mensch, das Ende war doch so geil, das muss ich auch mal bringen (ergo: klauen). Folglich schreckt Alina im nächsten Moment in ihrem Bett aus dem Schlaf hoch: Die letzten 75 Minuten waren nur ein einziger langer Traum. „Fuck, alles nur geträumt“, seufzt sie. Aber warum? Sollte sie nicht eher erleichtert sein? Aber vielleicht kennt sie ja auch „Großangriff der Zombies“ und weiß daher, dass es dort mit dem bösen Traum noch nicht getan war. Prompt geht die Sirene los, eine „Lautsprecherdurchsage“ warnt vor austretender Radioaktivität – und Alina kriecht panisch unter das Bett, als auch schon eine CGI-Feuerwand durch ihre Wohnung zieht und ihren geliebten Stoffvogel jämmerlich verbrennt…

Während des Vorspanns gibt es dann noch ein paar Pannen…

Auweia, Taubert! Es ist nun wahrlich nicht so, dass ich über die Qualität von „Nackt unter Zombies“ sonderlich schockiert wäre. Auch wenn ich persönlich kein großer Taubert-Experte bin – aus den zwei oder drei Filmen, die ich von ihm gesehen habe, ließ sich schon ableiten, dass er das typische Klischee des stupiden Gore-Bauern vollauf erfüllt. Blut und Gewalt sind alles, Story und Figuren nichts – Hauptsache, es ist alles schön rot. Was allerdings schon ein Stück weit entsetzlich ist, ist, dass der Regisseur über all die Jahre – wie gesagt: ein Vierteljahrhundert mittlerweile (sein Debüt stammt aus dem Jahr 1997, „Maniac Killer“ aka „Mr. Miller ist ein Killer“, nicht zu verwechseln mit „Mr. Miller ist kein Killer“ mit Peter Sellers) – sich nicht einmal die Grundelemente des Filmschaffens angeeignet hat. Er filmt einfach drauf los, vermutlich ohne echtes Drehbuch mit viel Improvisation und völlig planlos, und am Ende sieht das Ganze so aus, als wäre man Zeuge eines enthusiastischen Hobby-Projekts geworden.

Das immerhin will ich ihm bescheinigen: Er ist enthusiastisch bei der Sache – und zwar nicht nur er, sondern die gesamte Stadtlohner Filmcrew, die ihm ja seit Jahrzehnten bei der Umsetzung seiner kläglichen Visionen unterstützend unter die Arme greift. Taubert trotzt sozusagen allem Untalent und versucht, es durch Feuereifer irgendwie auszugleichen. Und was soll ich sagen? Es fällt mir schwer, das zuzugeben, aber: In diesem Fall funktioniert das sogar ein Stück weit gleich in mehreren Szenen. Wir brauchen garantiert nicht darüber zu streiten, wie bekloppt jede einzelne Szene ist und dass sich hier offenbar niemand auch nur im Entferntesten Gedanken über logische Zusammenhänge gemacht hat. Hier wurden einfach nur abstruse Gaga-Ideen in einen Topf geworfen und mühsam zu einem Film zusammengemanscht, der eher einer Nummernrevue gleichkommt. Eine sprechende Vogelhandpuppe? Muss rein. Ein folternder Mönch? Muss rein. Ein gefressener blutiger Tampon? Muss rein. Irgendwas mit Sperma? Muss rein. Eine „Susi und Strolch“-Reminiszenz nur mit Karotte statt mit Spaghetti? Muss rein. Ein pissender Zombie? Muss rein. Vermutlich ist jeder einzelne Einfall, der Taubert und seinem Team gekommen sind, in den Film eingeflossen – und das Schwierigste war, die Einfälle zu einem Film zu verbinden. Und nun ja – natürlich sind die Ideen durchweg völlig bekloppt und beleidigen die Intelligenz selbst des dümmsten Zuschauer, aber verdammt: Manches ist so jenseits von allem, was ein denkender Mensch als lustig empfinden könnte, dass ich dann doch nicht umhinkam, unkontrolliert zu giggeln, weil tief in meinem Inneren offenbar doch noch das Höhlenmenschen-Gen schlummert, das es unter Umständen lustig finden kann, wenn sich zwei brabbelnde Typen mit einer riesigen Holzkeule bewusstlos schlagen. Ungefähr mit diesem bildhaften Beispiel wäre „Nackt unter Zombies“ vom Niveau her auch umfassend umschrieben: Es ist das filmische Äquivalent von zwei Typen, die sich abwechselnd eins auf die Glocke geben, bis sie umfallen (und sämtliche Gehirnzellen abgetötet haben).

Die Geschmacklosigkeiten in Form von blutigen Tampons, Sperma und Pisse – geschenkt. Das sind im Splatter-Genre inzwischen, da man ja über die Jahre in puncto Zeigefreudigkeit immer weitergehen durfte, derart abgeschmackte Elemente, dass sie nicht mehr provozieren, sondern maximal das Hochziehen einer Augenbraue zur Folge haben und den Zuschauer sagen lassen: „Echt jetzt, Taubert? Das magst du noch bringen?“ Vielleicht mag ich schon zu abgehärtet sein wegen zu zahlreichen Horrorfilmkonsums, aber für mich ist da auch nichts Ekliges mehr, keinerlei Emotionen, die geweckt werden würden, wenn ein Mensch einen anderen vollpisst oder genüsslich einen versifften Tampon verschlingt. Ich nehme das zur Kenntnis, zucke mit den Achseln und gehe weiter – zumindest in der hier präsentierten Hauruck-Form. Ich meine, das Sperma ist so überdeutlich irgendwelche Gallertmasse, dass man davon eigentlich nur ungerührt sein kann. Wie gesagt: Schwamm drüber, vergessen wir.

Aber womit mich Taubert tatsächlich gekriegt hat, ist dieser beschissene Stoffvogel mit seinen blöden Sprüchen (okay, damit ist er nicht allein – hier ist jeder Dialog blöd)! Allein diese primitive Idee: Die Hauptdarstellerin spricht mit einer idiotischen Handpuppe und imitiert die Stimme des Vogels. Gut, das hat letztlich schon Jodie Foster mit Mel Gibson im seriöseren, jedoch trotzdem skurrilen „Der Biber“ machen lassen – und vielleicht hat das Taubert auch genau da her –, aber dort war es ernst gemeint. Alles daran ist so flach und so niveaulos und so „Das kannst du nicht mal im plattesten Klamauk-Streifen bringen“, dass man nicht fassen will, dass das doch jemand bringt. Sprechende Kuscheltiere, die menschliche Figuren piesacken, habe ich im Schulalter bei meinen minderbemittelten selbst gedrehten Privatfilmen eingebaut, aber als Zehn- bis Zwölfjähriger vielleicht ganz für mich allein und doch nicht in einem Film, den ich einem Publikum zumute. Es regiert Fassungslosigkeit, und das Schlimme daran ist: Ich amüsiere mich da auch noch drüber (und fand es überdies schade, dass der Stoffvogel so ab dem letzten Drittel einfach nicht mehr gebraucht wurde – buuuh). Vielleicht sind auch meine Geschmacksknospen total im Arsch – dieser Film bringt mich da echt zum Nachdenken wie lange keiner mehr.

Vor allem, weil in „Nackt unter Zombies“ noch mehr dämlichster Schwachsinn enthalten ist, der bei mir – warum auch immer, ich verzweifle wirklich an mir – irgendwie zündete, auch weil die sogenannten Figuren sich von Taubert gewollt so blöd und unverständlich verhalten. Nehmen wir doch nur das vögelnde Pärchen nach dem Super-GAU, als es sich bereits in „Zombies“ verwandelt hat: Er kettet sie an den Schrank, tötet einen einfach so in der Wohnung rumsitzenden anderen „Zombie“, gibt ihr ein Fleischstück, sie haut ihn mit der Bratpfanne ins Reich der Träume und brät sich das Fleisch, er wacht wieder auf, knallt sie ab und dann sich selbst – hääääää?! Nehmen wir den noch sinnfreier als alles andere stattfindenden und viel zu ausgedehnten Abstecher in die Russische Föderation, wo ein einzelner Mitarbeiter rumsitzt und die ganze Zeit pennt und wieder säuft, pennt und wieder säuft, pennt und wieder säuft. Oder nehmen wir das „Finale“ im „Kloster“, wo die verlorene Seele Alina widerstandslos sofort aufgenommen wird, erst dankbar ist und dann den stotternden Mönch mit einem bescheuerten Spruch auslacht, ehe sie es mit einer eifersüchtigen, wenn auch bereits infizierten Nonne zu tun bekommt, die sich mit ihr in die Badewanne legt und sie dabei mit Essen bewirft und beschmiert. Das ist objektiv gesehen nicht im Ansatz lustig, aber weil Taubert mit einer Selbstverständlichkeit diese hirnigen Verhaltensweisen abfilmt, sorgte er damit bei mir für vereinzeltes Kopfpatsch-Schmunzeln. Meine beiden „Highlights“ sind aber Alinas hemmungslos chargierende Freundin, die kaum infiziert eine wilde Chargier- und Zuck-Show aufs Parkett legt, und vor allem der Tarnanzugträger, der sich ständig aus seinen Kleidungsstücken irgendwelche gerade nützlichen Gadgets herauszieht. Hallo, der holt sich eine Ravioli-Dose aus dem Anzug! Eine gottverdammte Ravioli-Dose!!! Ist das nicht zum Schießen? Oh Mann, ich wünschte, ich wäre tot. Ich schmunzle schon wieder, während ich das schreibe. Ich kann doch auch nichts dafür.

Sind das alles Beispiele für abgrundtief miesen, aber durchaus beabsichtigten Humor (von den „Dialogen“ fange ich an dieser Stelle gar nicht erst an), so liefert der Film auch auf unfreiwillig komischer Basis ab – und das betrifft vor allem das Handwerkliche. Taubert kann in der Hinsicht nichts. Immerhin: Was den Film von seinen früheren Werken unterscheidet, ist, dass der Film nicht mehr diesen absolut scheußlichen Amateur-Look hat, sondern tatsächlich dank des höherwertigen Equipments nach ein bisschen mehr aussieht. Das Bild ist herausgeputzter, die blutigen Effekte verbessert (wenn auch nicht die CGI-Effekte), die Dialoge verständlicher und die musikalische Untermalung professioneller – darüber hinaus ist der Film aber inszenatorisch ein ganz großes Schlachtfeld.

Die im Film präsentierten Zeitabläufe bleiben völlig unklar: Minutenlang werden Alinas Eskapaden in ihrer Wohnung mit den Eskapaden ihres Bruders quasi parallelmontiert, als stünden die Szenen auch zeitlich in unmittelbarem Zusammenhang, aber während es beim Mönch so aussieht, als würde er immer nahtlos genau da weitermachen, wo er bei seiner vorherigen Szene aufgehört hat, was den Eindruck vermittelt, dass alles in einem Zeitraum von vielleicht einer Stunde stattfindet, streicht Alina in ihren Szenen ständig Kalendertage durch, womit simuliert werden soll, wie die Tage vergehen. Nichts deutet aber auf die Zeitsprünge hin: Zwar wird immer wieder in kurzen Ausschnitten Alinas Alltag gezeigt, in dem das Toilettenpapier aufgebraucht oder kein Wasser mehr da ist, aber sie läuft immer in derselben Unterwäsche herum, und der Hund überlebt anscheinend auch ohne Hundefutter (und der Stoffvogel ohne Vogelfutter!!). Die Schnittarbeit ist eine einzige Katastrophe.

Vollends die Orientierung verliert man dann bei der Etablierung (Etablierung? Pah!) der einzelnen Schauplätze, die sich räumlich gar nicht mehr zuordnen lassen. Man versuche bitte einmal, eine Skizze für die Orte anzufertigen, innerhalb derer sich die sogenannten Protagonisten bewegen. Gut, Alina ist ungefähr die Hälfte des Films ausschließlich in ihrer Wohnung, das lässt sich noch verorten. Aber was ist mit dem kopulierenden Pärchen? Sind das WG-Mitbewohner? Oder befinden die sich in ihrer eigenen Wohnung? Und der Mönch? Wo stolpert der in der ersten Hälfte des Films herum? Soll das ein Kloster sein? Die Nonnenfolterung absolviert er in einer Werkstatt. Eine Werkstatt im Kloster? Am Ende kommen zwei weitere Mönche und eine Nonne ins Spiel. Soll das auch ein Kloster sein? Dasselbe Kloster wie das, wo sich Alinas Bruder früher im Film aufgehalten hat? Die Essecke sieht wiederum eher nach Wohnzimmer aus. Und das Garagentor? Ist das der offizielle Eingang zum Kloster? Zwischendrin wankt der Mönch zur Apotheke, was sich wie folgt abspielt: Werkstatt – Schnitt. Apothekeneingang – Schnitt. Apothekeninnenraum – Schnitt. Samenbankeingang – Schnitt. Toilette – Schnitt. Samenbankeingang – Schnitt. Apotheke – Schnitt. Dabei werden nie die Bewegungsabläufe gezeigt, wie der Mönch von A nach B nach C und wieder zurückgeht, sodass der Eindruck entsteht, alle Räumlichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft direkt unter einem Dach. Das hat schon fast klaustrophobischen Charakter und verwirrt in großem Maße. Im Vergleich dynamisch ist die Kamera dann in der „Russischen Föderation“ beim Katz-und-Maus-Spiel unterwegs, die, eben weil sonst alles so eng wirkt und hier die Handkamera auch mal etwas durch mehrere Räume bewegt wird, wie aus einem anderen Film entlehnt erscheint.

Dass ich Taubert einigermaßen versöhnlich gestimmt bin, auch wenn ich ihn für einen hirnlosen Dünnbrettbohrer halte, liegt auch an der Art, wie er seinen Film präsentiert. Da kann ich als Vergleich am besten meinen Erzfeind Heiko Fipper heranziehen, der mich ja mit seinen beiden Machwerken, den oberoberoberoberoberober[…]oberoberoberdebilen „Das komabrutale Duell“ und vor allem „Ostermontag“, schwer beleidigt hat. Taubert hat den Film von vorn bis hinten als groteske Horrorkomödie angelegt, bei der schlichtweg alles geht. Dabei stellt er eine sehr dumme, aber immerhin sehr tatkräftige „Zombie“schlächterin in den Mittelpunkt, die sich bis zum – hust-hust – fiesen Schlusstwist zu wehren weiß. Fipper mag im Fall von „Das komabrutale Duell“ auch eine Horrorkomödie im Sinn gehabt haben, liefert uns dabei aber eine Gruppe von sich gegenseitig bekriegenden Vollidioten, die sich monoton auf fast 90 Minuten gestreckt gegenseitig verstümmeln, Körperteile amputieren, sie wieder annähen und wieder von vorn – und dann noch die einzigen (schwangeren) Frauen im Skript regelrecht zerfleischen und zerreißen und allerlei schöne Sachen mit ihren Föten anstellen. Noch unangenehmer wird die Gewalt gegen Frauen in „Ostermontag“ ausgeübt, verstärkt dadurch, dass es sich dabei eindeutig um keine Komödie handelt.

Taubert setzt hier wie gesagt auch auf den einen oder anderen Tabubruch und baut auch eine Nonnen-Folterszene ein, aber die darf sich ja wenigstens zu Anfang noch wehren und dem Quäler den Schwanz abbeißen – mal ganz davon abgesehen, dass die Schurken hier „Zombies“ sind, die vor keinem Geschlecht Halt machen, während die Frauen bei Fipper lediglich als zu quälendes Foltermaterial dienen. Das macht mir den Regisseur des hiesigen Streifens schon mal grundsätzlich – gut, das ist vielleicht auch das falsche Wort, aber ich benutze es mal trotzdem – sympathischer. Ja, er ist ein Kindskopf, ja, er mag auch ein Schwachkopf sein, und ja, er hat auch nicht den geringsten Geschmack (aber ich ja offensichtlich auch nicht), aber mit so einem Typen kann ich besser leben als mit Leuten wie Fipper, der seinen Filmen nach zu urteilen (auch wenn das Jugendsünden sein mögen) ein unangenehmer Mensch zu sein scheint. Ich kann ihn natürlich auch nur nach diesem Film beurteilen. Einen Persilschein mit dem Prädikat „besonders frauenfreundlich“ mag ich ihm grundsätzlich in Unkenntnis so vieler seiner Filme auch nicht aussprechen.

Für die Musik zeichnen mit Oliver Pietsch, Bianca Stücker und Michael Donner gleich drei Leute verantwortlich – und ich sage euch: Man hört es. Völlig unterschiedliche Musikstile treffen hier aufeinander und gehen einem aufgrund der Dauerbeschallung (es gibt kaum eine Szene, in der keine musikalische Untermalung laufen würde) mit zunehmender Laufzeit doch ganz gehörig auf den Wecker.

Darstellerisch müssen wir unsere Ansprüche schon deutlich nach unten schrauben, doch ich denke, davon ist jeder ausgegangen, oder? „Nackt unter Zombies“ hatte letzten Endes kein nennenswertes Budget und setzt daher auf Amateure. Da der Abspann leider auch keine Rollenzuteilung vornimmt, sondern nur die richtigen Namen der Darsteller nennt, möchte ich an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen und mich lieber auf die drei Hauptfiguren konzentrieren.

Die Hauptrolle spielt Alina Lina, die bislang exklusiv für Taubert vor der Kamera stand und neben besagtem „I P*** on Your Corpse“ auch in „Spiel mir am Glied bis zum Tod“, „Die Papsttochter – Wir kommen im Namen des Herrn“ und „Lebendig skalpiert“ mitspielte. Wenn ihr auch das Talent für größere schauspielerischen Aktivitäten fehlt und sie teilweise unter ihrem Dialekt leidet („Geschischte“, „Arschlosch“), ist sie doch immerhin mit Freude bei der Sache und hat auch kein Problem mit den debilsten Dialogen. Sie legt ihre Rolle augenscheinlich übertrieben-komödiantisch an und kommt dadurch automatisch besser weg, als wenn sie hätte straight spielen müssen.

Ich bin nicht hundertprozentig sicher, aber ich würde Markus Beyer den Mönch zuordnen, weil Alina gegen Ende, also so zehn Minuten vor Schluss, dann doch mal den Namen Markus in den Mund nimmt, und da die Rollennamen vermutlich identisch mit dem Vornamen der Darsteller sind – der bereits angesprochene Fipper hat das in seinen Filmen ja auch so gehandhabt; macht halt vieles einfacher –, wird er es vermutlich sein. Viel zu sagen hat Beyer nicht, weil er auch von seiner ersten Szene an ein Gröle-„Zombie“ ist, der zwar auch in diesem Zustand ein paar mit tiefer Stimme gesprochene Wortfetzen herauswürgt, aber ansonsten nur Gronf-Gronf machen und seine Gesichtszüge so verziehen muss, dass es halbwegs so aussieht, als sei er ein „Zombie“.

Aus Trash-Sicht am besten arbeiten konnte ich aber mit Sabrina Arnds als Alinas Freundin, die ebenso wie Lina nicht als Schauspielerin geboren sein mag, aber ab der zweiten Minute ihres Auftritts bis zu ihrem Filmtod – gut, sie als eine der Hauptfiguren zu betiteln, wie ich es oben gemacht habe, war wohl doch zu viel des Guten – so wild grimassiert, dass ich ihr unterstellen möchte, während und/oder nach den Dreharbeiten fiesen Muskelkater im Kiefer davongetragen zu haben. Sie hat nicht nur für Taubert vor der Kamera gestanden, sondern auch in anderen Amateur-Produktionen mitgewirkt, darunter in „Portae Infernales“, einem Horror-Episodenfilm, in dem sogar der altehrwürdige Helmut Berger einen Gastauftritt hatte.

Als Rezensionsexemplar wurde mir die BluRay vom Label Busch Media Group zur Verfügung gestellt. Der Film hat eine FSK-18-Kennzeichnung und führt einem mehr vor Augen, in was für liberalen Zeiten wir doch leben. Denke ich ein paar Jahre zurück, hätte „Nackt unter Zombies“ keine Freigabe erhalten. Zum Glück erkennen die Zensoren inzwischen, wenn ein Splatterfilm auf Komödie getrimmt ist, sodass dann bei blutigen Verhackstückungen im Häcksler und diversen Verstümmelungen auch mal gnädig weggesehen wird. Die Extras beschränken sich auf etwas „Behind the Scenes“ und eine Trailershow (auch für einige Taubert-Werke). Die hinten auf dem Cover angekündigte „Blooper Reel“ befindet sich, wenn ich das richtig überblickt habe, im Abspann. Nähere Informationen zu diesem und anderen Filmen gibt es auf www.buschmediagroup.de oder auf der Facebook-Seite www.facebook.com/buschmediagroup.

Was kann ich also letzten Endes sagen? Entgegen meinen vorherigen Erwartungen ist „Nackt unter Zombies“ kein weiteres 10-Bomben- und 0-Bier-Review wie bei besagten unerträglichen Heiko-Fipper-Schundprodukten. Klar ist das alles dumm hoch fünftausend und ergibt schlicht und ergreifend nicht den Hauch eines Sinns, aber jeder, der mit anderen Erwartungen an einen deutschen Amateur-Splatter-Streifen herangeht, ist selbst schuld. Auch der Humor ist mehr als zweifelhaft und eigentlich schon Minus-Humor, so tief, wie er angesiedelt ist – und doch kann ich dem Film einen gewissen Unterhaltungswert auf wie gesagt plattest möglichem Niveau nicht absprechen. Wenn der Regisseur einen halt pausenlos mit irgendwelchen garantiert kindisch-idiotischen Ideen bombardiert, die eigentlich unmöglich einem 54-jährigen Kopf entsprungen sein können (maximal noch Til Schweiger – womit ich mit Stolz verkünden kann, unseren Vorzeigeregisseur sogar im Zusammenhang mit Jochen Taubert genannt zu haben, aber wenn wir ehrlich sind, bewegen sich beide ja auch auf einem ähnlichen Level, nur eben dass Schweiger für seine Komödien mehr Geld in die Hand gedrückt bekomt), treffen wohl zwangsläufig mal welche ins Schwarze. Taubert bleibt letztlich Taubert – auch noch nach 25 Jahren hinter der Kamera. Kennt man seinen ersten Film, kennt man auch seinen letzten. Und trotzdem: Ich habe viel Schlimmeres erwartet. Eine Empfehlung für „Nackt unter Zombies“ soll das hier jetzt aber auch nicht sein – nur für den Fall, dass meine Analyse positiver geklungen haben sollte, als sie gemeint war.


BOMBEN-Skala: 9

BIER-Skala: 4


mm
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