Mystery in Bermuda


  • Original-Titel: Misterio en las Bermudas
  • Alternative Titel: Mystery in Bermuda
  • Regie: Gilberto Martinez Solares
  • Land: Mexiko
  • Jahr: 1979
  • Darsteller:

    Santo, Blue Demon, Mil Mascaras, Silvia Manriquez


Vorwort:

End of an era. Der letzte „offizielle“ Lucha-Film (auch wenn Santo noch ein paar Ultra-Cheapies in Florida drehte, die aber von den Scholaren nicht wirklich zum „echten“ mexikanischen Lucha-Film gezählt werden), und offensichtlich waren sich alle Beteiligten über diesen Umstand auch klar und einig – heck, der Film beginnt damit, dass ein Angler Santos Maske aus dem Meer fischt und damit eine Flashback-Erzählung auslöst, die den Rest des Films in Anspruch nimmt.

Santo, Blue Demon und Mil Mascaras kommen auf eine Karibikinsel, um dort ein paar Matches zu wrestlen, aber nicht nur – die mexikanische Regierung möchte mit dem Reich von Irania einen Vertrag zum gegenseitigen militärischen Beistand und Technologietransfer (einschl. Nukleartechnik) abschließen und weil man fürchtet, Bösburschen könnten die iranianische Prinzessin Sobeida entführen, damit sie den Vertrag nicht unterzeichnet. Praktischerweise ist Sobeida aber eine Freundin und Martial-Arts-Schülerin Santos und soll daher getarnt als Karateexpertin einreisen, während ein anderes Girl die Prinzessinenrolle nach außen übernimmt. In der Tat gibt es eine fiese fremde Macht, repräsentiert durch den bösen Godard und sein Trio gedungener Scherginnen, die Sobeida kidnappen will. Da die Luchadores keine Kostverächter sind, machen sich die drei Grazien an Santo & Co. ran. Rina allerdings, die auf Santo angesetzt ist, hat ihre ganz eigenen Gründe, warum sie bei diesem Komplott mitwirkt – sie möchte so nur an Santo herankommen, damit der ihr hilft, ihren verschollenen Vater, einen genialen Wissenschaftler, zu finden, der im Bermuda-Dreieck verschwunden ist (was, wie man uns bereits informiert hat, derzeit eine rechte Plage ist). Santo verspricht zu helfen, aber zwischenzeitlich wird die falsche Prinzessin ermordet und Rina von seltsamen Typen in futuristischen Silberanzügen entführt…

Inhalt:

Irgendwann geht alles Schöne mal zu Ende, und die Lucha-Filme waren schon seit Anfang der 70er kommerziell unter Druck. Zudem wurde auch ein Santo nicht jünger (der war zum Drehzeitpunkt 57 Jahre alt), und auch wenn Blue Demon und Mil Mascaras ebenfalls populär waren, konnten sie das Genre nicht ohne den Top-Star tragen (und mit „Nachwuchs“ sah’s eher schlecht aus – Versuche wie Superzan, ein speziell für den Film geschaffener Luchador, schlugen nicht so ein wie erhofft). „Mystery in Bermuda“ kommt grad noch auf 77 Minuten Laufzeit und ist sehr, sehr, sehr billig realisiert – da gibt’s kein einziges selbst gebautes Set mehr, alles wird in nicht sonderlich eindrucksvollen Locations (Hotelterrassen, Turnhallen, Strände) gedreht und auch die Action ist reduziert (vor allem, was Santo angeht – das „heavy lifting“ übernimmt zum Großteil Mil Mascaras, der auch eine Solo-Prügelszene spendiert bekommt). Die zwei Hauptplots kommen kaum in Berührung und niemand wirkt sonderlich motiviert.

Das Ende ist geradezu … dadaistisch. Aber immerhin mit impliziertem nuklearen Holocaust. Da wollte jemand auf Nummer Sicher gehen…

Einer für die Nostalgiker.

3/5
(c) 2016 Dr. Acula


mm
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