Lost Women – Flucht aus Camp 21


  • Deutscher Titel: Lost Women - Flucht aus Camp 21
  • Original-Titel: Sweet Sugar
  • Alternative Titel: Captive Women 3 Chaingang Girls Hellfire on Ice She Devil in Chains
  • Regie: Michel Levesque
  • Land: USA
  • Jahr: 1972
  • Darsteller:

    Sugar (Phyllis Davis)
    Dolores (Pamela Collins)
    Simone (Ella Edwards)
    Burgos (Cliff Osmond)
    Dr. John (Angus Duncan)
    Mario (James Whitworth)
    Rick (Timothy Brown)
    Fara (Jackie Giroux)


Vorwort:

Nachdem mein Videorecorder (bzw. meine Unfähigkeit, selbigen korrekt zu programmieren – schäm), mein eigentlich angedachtes Reviewvergnügen sabotierte (wollte eigentlich Dr. Mordrid mit Jeffrey Combs auf Pro7 tapen, war aber zu blöde zu prüfen, ob die Recorderuhr richtig geht, wenn man schon ohne VPS aufnimmt), griff ich in meine Funduskiste und förderte den vor ewigen Zeiten erstandenen, aber noch nicht angesehenen Streifen Sweet Sugar in seiner deutschen Inkarnation Lost Women: Flucht aus Camp 21 (aus dem Hause „Stardust Pictures“… komisch, dass das Band sich mit „Perfect Video präsentiert“ meldet… die Freuden der fünftklassigen Videoklitschen) zutage. WIr haben es dabei, wie Ihr mit Eurem fachmännischen Verstand sicher schon realisiert habt, wieder mal mit einem Frauenlagerfilmchen zu tun, und mal wieder mit einem sehr frühen Vertreter des Subgenres, etwa zeitgleich mit Jack Hills Big_Bird_Cage entstanden und, so´n Zufall, auch auf den Philippinen, wo solche Filme in den guten alten 70ern im Wochentakt runtergekurbelt wurden. Sweet Sugar hat gegenüber Big Bird Cage die empfindlichen Nachteile, ohne Jack Hill, einen der versiertesten Low-Budget-Exploitation-Regisseure, und Pam Grier, die Queen aller Women-in-Prison-Movies, auskommen zu müssen. Immerhin: „Star“ Phyllis Davis ist im Genre nicht unbeleckt, gab sie sich doch auch schon in Terminal Island (einem frühen No Escape-Vorgänger, in dem sich auch ein junger Tom Selleck der Öffentlichkeit präsentierte) die Ehre. Na dann… Parental Adivsory recommended, nasty language (allerdings dem Film geschuldet und nur sehr eingeschränkt auf meinem Mist gewachsen) ahead.

Inhalt:

Also, selten hat sich ein Frauenknastfilm weniger Zeit gelassen, um seine „Heldin“ hinter Gitter zu bekommen, das braucht nämlich ungefähr 90 Sekunden. Sugar Bowman, big boobied girl mit gesundem Appetit auf Sex, will gerade ihrem derzeitigen Macker an die Wäsche und schält sich – nach und während gegenseitiger Versicherungen, wie geil man denn schon aufeinander wäre – schon mal (grösstenteils) aus ihrer, Loverboy gibt ihr freundlicherweise einen Joint aus, verabschiedet sich dann kurz mit der Ausrede, die Lümmeltüte vergessen zu haben und ist kaum zur Tür raus, als schon die örtlichen Gesetzeshüter die Wohnung stürmen und Sugar wegen illegalen Drogenbesitzes verknacken. Die Untersuchungshaft, in der sie die Zelle mit einer attraktiven Dunkelhäutigen namens Simone und einem anderen schweigsamen Girl verbringt, dauert ungefähr zwei Minuten und wird mit den üblichen „ich-bin-hier-so-gut-wie-schon-wieder-raus“- (seitens Sugar) und „das-glaubst-du-ja-selbst-nicht“- (seitens Simone) verbracht, ehe der Direx Sugar zu sich kommen lässt und ihre Proteste von wegen „ich will einen Anwalt“ mit dem gnadenlosen Argument „Du bist schuldig wie die Sünde, wir haben Beweise, da hilft dir auch ein Anwalt nix“ (hm, das könnten ungefähr 258 Millionen geldgieriger Winkeladvokaten anders sehen) abschmettert. Eine langjährige Knaststrafe könnte sie sich nur ersparen, indem sie höchst freiwillig zwei Jahre im Arbeitslager Camp 21 Zuckerrüben rodet (Sugar, get it? I guess it´s meant to be ironic or stuff). Sugar macht gute Miene zum bösen Spiel, aber auf das Angebot, gegen gewisse körperliche Dienstleistungen die Aufenthaltsdauer dort zu verkürzen, lehnt sie dann doch ab. Und so wird Sugar schnell auf die Ladefläche eines Lasters geworfen (nach einem zum Scheitern verurteilten Versuch, den Wärter Mario zu verführen: „Ich bin die geile Sugar!“). Dort wartet schon Simone mit einem triumphierenden Grinsen, und dann geht die Reise auch schon los. Die Miezen werden durch die Landschaft gekarrt, auf der offenen Laster-Ladefläche, ohne dass auch nur ein Bewacher mit von der Partie ist oder die Gefangenen in irgendeiner Weise in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt wären… und da die vorchristliche Mühle wahrscheinlich bergab mit Rückenwind maximal fuffzich Sachen aus dem Motor leiert, könnten mutigere Gemüter ohne Risiko für Leib und Leben (oder an der nächsten Ampel, denn der Weg führt lang genug durch die Stadt) abspringen. Da hab ich schon rigidere Sicherheitsmassnahmen erlebt…

Nun gut, nach einer generell in good spirit verbrachten Fahrt (die Mädels cheeren jedenfalls fröhlich vor sich hin) erreicht unsere Wagenladung Girls (selbstredend allesamt gutaussehend und reichlich amerikanisch, ich wusste ja schon immer, dass die Regierungen von Dritte-Welt-Staaten ihre Foltercamps nur für Wessi-Schicksen einrichten) die „Fincä (wenn das Boris Becker wüsste) namens Camp 21. Das schweigsame Girl aus der U-Haft (hört im späteren Filmverlauf auf den Namen Helena), das als einziges der Sache nicht wie einem lustigen Club-Med-Trip gegenübersteht, versucht doch jetzt schon, auf dem Camp-Gelände, den Absprung, wird aber vom Truckdriver und Mario schnell aufgebracht (es hilft natürlich, dass die anderen Girls nicht etwa hilfreich eingreifen, sondern interessiert zugucken). Die beiden Jungs halten es für eine gute Idee, das Mädel bei dieser Gelegenheit noch mal schnell zu vergewaltigen (insert boob shot here), werden aber von der plötzlich doch sich involvierenden Simone abgehalten: „Ich bin besser als die!“ Das Angebot lassen sich die Kerle nicht entgehen (der Plan würde aber absolut ins Höschen gehen, falls die Männer keinen Bock auf Ebenholz haben, if you grasp my view – soll´s ja geben). Okay, hauptsächlich dient das natürlich dazu, dass auch Simone ihre Möpse zeigen kann.

Max und Rick, zwei weitere Camp-Aufseher, sind ob des eintreffenden Frischfleisches begeistert, jede Menge Titten & Ärsche (O-Ton). Zum Entsetzen des Reviewers entpuppen sich Max und Rick auch als das erkleckliche Komedy-Team des Films, begünstigt durch die achtklassige Pennälerhumorsynchro der deutschen Fassung – die beiden werfen sich Shakespeare-Dialoge an den Kopf: „Rein oder nicht rein, das ist hier die Frage!“ meint Max. „Alles Gute kommt von oben,“ entgegnet der junge hübsche Rick (im Gegensatz zum hässlichen älteren Max). „Das ist Schiller, du Idiot,“ erweist sich Max als Streberleiche und ich bezweifle, dass das ganze so auch im englischen Script steht. Anyway, Max betreibt das Magazin des Camps, in dem sich die Schnuckis, nach der unaufregenden, da schon tausendmal gehörten Begrüssungsrede des Camp-Oberhonchos Burgos (das übliche… macht, was man euch sagt, wer faul ist, wird verprügelt etc., man kennt das ja), nicht nur ihre Arbeitsausrüstung (1 Machete – wer hält das für eine GUTE IDEE?) abholen können, sondern auf Kreditbasis auch allerlei Begehrlichkeiten des täglichen Bedarfs wie Parfüm oder Monatsbinden erstehen können. Zu der Lasterbelegschaft gesellt sich auch Carla Ramirez, die von einer Luxuslimousine angeliefert wird, eine piekfeine Lady der Oberschicht zu sein scheint und einen gewissen Dr. John, der hoch zu Ross, eh, angetrabt kommt und offenbar NOCH ´ne grössere Nummer als Lagerchef Burgos ist, nicht ausstehen kann, was der wiederum nicht lustig findet.

Am nächsten Tag geht´s an die Arbeit und die notgeile Sugar, die´s offenbar nicht verkraften kann, einen Tag bzw. eine Nacht ohne Beischlaf zu verbringen, versucht Rick anzubaggern, was ihr Simone allerdings verhagelt (ihre Masche, sich von Rick die richtige Macheten-Technik beibringen zu lassen, ist aber auch zu blöd). Ein Inspektor vom Arbeitsministerium wird angekarrt und erkundigt sich, ob die Girls Beschwerden haben. „Woher sollen wir das wissen,“ stellt Simone fest, „wir sind ja erst seit gestern da!“ Die Logik erschliesst sich dem Regierungsvertreter und er kündigt an, in zwei Wochen wiederzukommen und erneut nachzufragen. Ein anderer Laster karrt einen Haufen Kerle an, die nicht den Eindruck machen, als wären sie „freiwillige“ Arbeiter, sondern echte Knackis. Ein muskelbepackter Schwarzer macht Simone innerhalb von fünf Sekunden Avancen, die das Mädel aber ablehnt: „Was will ich mit einer Schwarzwurzel?“ (Ich schreibe die Dialoge nicht, ich gebe sie nur wieder!)

Egal, die Mädels sind nach dem harten Tagwerk geschlaucht, aber eine Leidensgenossin, die schon länger vor Ort ist, stellt klar, dass die Arbeit nicht das schlimmste ist, was einem anständigen Mädchen hier passieren könne (das will ich, Exploitation-Freak, der ich bin, nun aber auch mal verdammt hoffen), erteilt aber keine weiteren Auskünfte. Ein junges blondes Ding namens Dolores heult vor sich hin und Ramirez verblüfft ihre Barackenkameradinnen mit dem Geständnis, vollständig aus freien Stücken (und nicht etwa gepresst) hier zu sein – allerdings gibt sie zu Protokoll, jemanden gekillt zu haben, womit sich die Freiwilligkeit aus meiner Sicht etwas relativiert. Aber trotzdem – wenn ich eine reiche Pinselin wäre, die nur mal untertauchen will, und so sieht´s ja auf den ersten Blick aus, würde ich mich nicht wirklich für ein Arbeitslager entscheiden, da gibt´s doch sicher auch ein hübsches Chalet in St. Moritz oder eine Jacht in der Karibik – andererseits, manch eine wird von harter Arbeit & Züchtigung ja angetörnt, wenn ich den Inseraten der „Harten Welle“ im Berliner Stadtmagazin Zitty glauben darf…

Dolores schmeisst sich am nächsten Tag an Dr. John ran, allerdings nicht aus sexualabstinenten Gründen wie es Sugar tun würde, sondern weil sie auf dem Standpunkt steht, im Gegensatz zu den anderen Girls keinen Arbeitsvertrag unterschrieben zu haben, was sie gar nicht könne, da sie erst siebzehn sei, und demzufolge hier schnellstmöglich weg wolle. Dr. John setzt ein gönnerhaftes Lächeln auf (okay, so he´s evil, I get it) und verspricht, ihren Fall zu prüfen. Wichtiger allerdings ist ihm die umgehende Zuführung von Sugar, auf die er ein bis anderthalb Augen geworfen hat. Sugar wird am herrenhausartigen Anwesen des mysteriösen Dottores von dessen entweder schwulen oder auf „very british“ näselnd getrimmten Butler namens Wolfgang eingelassen, der sie direkt ins Badezimmer führt, wo John in seiner Wanne hockt und eine ordentliche Partei Ficki-Ficki vorschlägt, im Gegenzug zu diversen Vergünstigungen. Sugar bleibt wider Erwarten standhaft. „Du siehst nicht die Vorteile, die dir das bringt,“ versucht John ihr selbige darzulegen, aber Sugar kontert ausgesprochen cool: „Momentan seh ich nur deinen Schwanz.“ Damit lässt sie ihn stehen und wie ich meine typischen B-Movie-Psychopathen-Charaktere so kenne, wird das gar finstere Rache nach sich ziehen.

Tut es, umgehend, denn Dr. John sucht Freiwillige für gar lustige wissenschaftliche Experimente und Burgos erklärt den Lagerladies, wie das gemeint ist: „Ihr seid alle Freiwillige!“ Und was für Experimente sind das? Na, schäbige natürlich. Dr. John outet sich als „Drogenforscher“ und interessiert sich für die von Naturvölkern vermeintlich entdeckten Liebes- und Lustdrogen, und auch Sugar hat das zweifelhafte Vergnügen, eine solche ausprobieren zu dürfen, allerdings in der eher unbequemen Position, auf einen Tisch geschnallt zu sein, per Elektroden an einen handelsüblichen Voltmeter (4,98 Euro bei Conrad), der hier als, eh, „Lustmesser“ dient, angeschlossen zu werden und eine Spritze ins Ärmchen zu erhalten. Sugar führt sich schnell erregter auf als eine rollige Katze in Gesellschaft von acht unkastrierten Katern, stöhnt sich zum Orgasmus („Macht dich das geil?“ fragt John überflüssigerweise – scheint noch nicht viel Sex in seinem Leben gehabt zu haben, aber das ist ja bei B-Movie-Maniacs meistens so) und bringt, ich hab´s geahnt, den Voltmeter zum Durchbrennen (sollte das eine, hüstel, „Hommage“ an die Lustorgel-Szene aus Barbarella sein? [Future Merkwürden: Angesichts einer späteren Szene ist das stark zu vermuten]). Nach erreichtem Höhepunkt schnallt Sugar sich ab und lässt den armen Dr. John kommentarlos stehen, ohne auf dessen hysterisches „Du bist doch gekommen, oder?“-Krakeelen näher einzugehen (das würde auch nicht mal ich mit einer Antwort würdigen). John ist nervlich am Ende und gibt seinem treuen Diener Wolfgang ein „Hau ab, du Arsch“ auf den Weg, das der mit einem dahingemurmelten „jajä quittiert (und wir wissen ja alle, was „jajä bedeutet, nicht erst seit Werner-Filmen und Keilerkopf-Songs). Der grosse Experimentator bricht die Experimentiererei ab, lässt sich aber noch Dolores, wg. der versprochenen Vertrags-Durchsicht, vorführen. Tja, und leider leider, so stellt John fest, ist der Vertrag absolut wasserdicht und rechtsverbindlich, auch wenn Dolores´ Onkel selbigen für das arme Gör im Austausch gegen 200 druckfrische Pesos mit seinem Friedrich Wilhelm gezeichnet hat und daher vor einem halbwegs tauglichen Gericht, also vermutlich nicht dem, was einem in B-Movieland widerfährt, als unsittlich etc. in der Luft zerrissen würde. Aber John ist ja lieb und nett und könnte sich vorstellen, Dolores ab und zu mal ´nen freien Tag zu gewähren, dafür müsste sie aber untersuchen und dafür wiederum müsste sie sich ausziehen (read: next boobs to be found here). Die, cough-cough, medizinische Untersuchung („hab keine Angst, ich bin Doktor“) entwickelt sich nach Beantwortung einiger wichtiger gesundheitstechnischer Fragen, die basically auf „bist du noch Jungfrau?“ hinauslaufen, vorhersehbarerweise in eine (in der DF komplett geschnittene, zumindest vermute ich, dass die OF sich da etwas freizügiger gibt) Vergewaltigung, da John den jungfräulichen Zustand des Teenies natürlich sofort persönlich beenden muss. Dolores ist verständlicherweise emotional von diesem Erlebnis beeinträchtigt, worunter ihre Arbeitsleistung leidet. Sugar hat ihre Menschenfreundlichkeit entdeckt und schiebt, um Dollys Arbeitsquote mitzuerfüllen, freiwillige Überstunden.

Bei der Lohnauszahlung (abzüglich der zu erwartenden Unkosten wie Kost, Logis und Macheten-Miete [!]) verblüfft Max die Mädels mit der Einführung einer „Vergnügungssteuer“ – nicht nur wir fragen uns, wofür. Für eine Party, die Max organisiert hat! „Ich hoffe, sie wird geil,“ freut sich Simone. Ohja, and what a party it is! Mit mir vollkommen schleierhaften Kompetenzen vereinigt Max Mädels und Jungs (aus der erwähnten Strafgefangenen-Kolonie) zu einem gar putzigen Lagerfeuer-Festival inklusive Kumbaya-singenden Akustikgitarrenschändern (okay, sie singen nicht „Kumbayä, aber den Gag konnte ich mir nicht verkneifen). In erster Linie dient die Veranstaltung selbstredend für verschiedentliche Kopulierungsversuche bzw. Anbahnung der selben, so hauen sich zwei Kerle im Streit um Sugar gegenseitig bewusstlos („wenn das so weiter geht, bleibt kein Schwanz übrig,“ kommentiert Sugar trocken). Auch der drollige Rick, seines Zeichens männliche Jungfrau, versucht zum Zug zu kommen, erntet aber für seine tiefempfundene Ehrlichkeit („ich will jetzt mit dir ficken“) von seiner Angebeteten einen Tritt in die Weichteile. Komedy! Nichts ist lustiger als der gute alte Kick in die Familienjuwelen. Ramirez führt Dolores in die Freuden der lesbischen Liebe ein, und zwar mit einem gemeinsamen Nacktbad (als Vorspiel) im obligatorischen malerischen Wasserfall (ohne den bekanntlich ein primitiver Dschungelknast nie ausgeliefert wird, dat is serienmässig). Während Sugar ihre Verführungskünste an Wärter Carlos testet, kommen sich Simone und der big black guy, der auf den putzigen Namen „Muchö hört („weil ich den Längsten habe“ – und ich dachte, den hätte Mirco Nontschew. Ich hab immer geahnt, dass Comedystars lügen, wenn sie singen. Eh, natürlich wortet Simone darauf „das glaub ich erst, wenn ich es sehe“ ant), näher und verziehen sich in die Büsche, doch der grosse schwarze Mann wird von unheimlichen Geräuschen verängstigt. Sugar überredet Carlos, das Liebesspiel nicht in der rauhen Natur, sondern in den weichen Betten des Johnschen Anwesens zu vollziehen, da der Mad Scientist gerade aushäusig sei. Diener Wolfgang scheint ´nen gesunden Schlaf zu haben, denn es entgeht ihm, dass die beiden sich einlassen, in der Badewanne schäkern und dann die Matrazen testen. Dumm nur, dass Dr. John früher als geplant zurückkommt, die beiden in vollster Action erwischt und das verständlicherweise nicht lustig findet.

Und so findet sich Sugar am nächsten Morgen zwischen zwei Bäume gefesselt wieder und sieht einer Auspeitschung ins Auge und die soll, so der sadistische Burgos, Carlos persönlich durchführen. Als der sich weigert, greift Burgos persönlich zur Peitsche und landet einen soliden Treffer. Carlos kann´s nicht mit ansehen und bittet darum, doch selbst handgreiflich werden zu dürfen. Burgos händigt ihm die Peitsche aus, aber Carlos, Gutmensch, der er als Wärter eines Arbeitslagers selbstredend ist, nutzt sie, um auf Burgos einzuprügeln. Apropos „Prügel“, Burgos hat blöderweise für Carlos einen Schiessprügel und erschiesst den armen Carlos ungefähr acht- bis neunmal, aber immerhin plagen ihn Gewissensbisse und mit einem angefressenen „du bist an allem Schuld“ schiebt er den heissen Lauf (und ich meine den der Pistole, Ihr Perverslinge) in Sugars Höschen, was wehtut.

Auch ihre Mitgefangenen sind sauer auf Sugar, denn aufgrund ihrer sexuellen Eskapaden hat Burgos dem kompletten Lager das lecker Frühstück verweigert (und ich kann die Girls verstehen – Loyalität unter Gefangenen schön und gut, aber nur weil Sugar dringend ´ne Nummer mit ´nem Wärter in Johns Laken schieben muss, muss man schliesslich nicht die „ich bin Spartakus“-Geschichte durchziehen). Sugar heult rum, dass Burgos deswegen schon Carlos erschossen habe, was aber meiner Ansicht nach für die Lagerinsassinnen ein ziemlich klares PAL (Problem Anderer Leute) sein sollte (oder persönliches Pech für Carlos, mir jedenfalls wäre das in der Lage einer Gefangenen reichlich schnurz).

Von ihren Kameradinnen unverstanden entschliesst sich Sugar zur Flucht bei Nacht, was problemlos gelingt, auch wenn sie einem Panther oder ähnlichen Tierchen begegnet (was sie zu dem Spruch „Du wärst ein schöner Mantel“ hinreisst). Burgos und seine Schergen sind nicht dumm, nehmen die Verfolgung auf, täten aber scheitern, würde Sugar nicht in treudoofer Naivität in einen Fallstrick laufen und sich am Fuss an einem Baum aufgehängt wiederfinden. Back to camp, my dear.

Dr. John hat schon ein neues Experiment auf Lager – einer armen Pussykatze (und ich meine jetzt wirklich die Viecher, die schnurren) injiziert er eine weitere Droge, die „die primitivsten Instinkte“ wecken soll (hm. Was sind die primitivsten Instinkte einer Katze? Wenn ich nach Pucki, dem badmovie-Kater, dem die Tierquälerei on screen relativ am behaarten Hinterteil vorbeiging, gehe, fressen und schlafen, in dieser Reihenfolge). Die Gefangenen, hence die üblichen Verdächtigen Sugar, Simone, Helena, Dolores, Ramirez und ein paar andere, kucken hinter einem Drahtgeflecht zu und machen dumme Gesichter, als das Kätzchen in seinem Käfig ob der Drogenwirkung mächtig ausflippt (ungefähr so, als würde Pucki seine Wohnung mit einem Schäferhund teilen müssen, alles schon dagewesen). Was soll das ganze? Tja-haa-haa! Vor dieser Vorführung hat John schon ein paar Dutzend andere Stubentiger mit der Suppe geimpft und die werden jetzt von den Wärtern über den Drahtzaun zu den Mädels geworfen, wo die hochgradig gereizten Miezen die zweibeinigen Miezen mit Krallen und Zähnen malträtieren (zumindest soll es so aussehen… in Wirklichkeit sieht es in keiner Sekunde anders aus, als würden unschuldige Katzen auf spärlich bekleidete Frauen geworfen und sich nicht weiter für letztere interessieren). Dies bestätigte mich in meiner Ansicht, dass wir es mit einer dezenten Anspielung (man könnte auch Rip-off sagen) an Barbarella und die Vogelkäfig-Szene befinden – ist ungefähr genauso realistisch und horribel, nämlich gar nicht, Kunstbluteinsatz her oder hin (zumal keine der Protagonistinnen in den Folgeszenen auch nur etwas ähnliches wie eine Schramme davonträgt).

Max und Rick sind ob des zur Schau gestellten Sadismus ihres Brötchengebers (oder zumindest Befehlsgewaltigen) terrified: „Der Alte gehört in die Klapsmühle!“ Ach ehrlich? Scharfsinnig beobachtet… Simone kommt naheliegenderweise zum Schluss, dass Sugar an der ganzen Misere schuld ist, womit sie – wie schon erwähnt – vollkommen recht hat und verwickelt sie in einen kurzen Catfight, bis Dolores fiept, dass „das genau das ist, was Dr. John will“. Yep, it´s time for the good ole „wir müssen zusammenhalten“-Pep-Talk.

Zumindest Sugar ist beeindruckt und überredet im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Duschszene Dolores, mit ihr gemeinsam zu fliehen. Dolores bringt Ramirez mit ein und verspricht, eine Pistole zu besorgen, während Sugar sich um einen Fluchtwagen kümmern will.

Nach so viel unverhohlenem Sleaze, sinnlicher Erotik und grauslicher Foltermethoden (ich hoffe, ich muss nicht darauf hinweisen, dass das jetzt ironisch gemeint war) ist es Zeit für was? Genau!!! More hilarious Komedy with our funnymen-extraordinaire duo Max und Rick. Max ist nämlich zuständig für die sexuellen und nie funktionierenden Ratschläge an den diesbezüglich gefrusteten Kollegen, der aber natürlich dusslig genug ist, auch auf den nächsten reinzufallen: Max bringt einen supergeilen dänischen Porno an den Mann (würde überzeugender wirken, wenn Max auch einen entsprechenden Bildband zur Verfügung hätte und nicht etwas, was mehr wie eine unillustrierte Brockhaus-Ausgabe wirkt oder, was noch wahrscheinlicher ist, ein absolut leeres Notizbuch). Die dort geschilderten Techniken will Rick gleich bei Dolores ausprobieren (ich dachte, das ist ein Porno? Jetzt ist es ein Selbsthilferatgeber a la „In fünf einfachen Schritten zwischen die Beine des Mädchens deiner Wahl“), was more comedic hijinx ermöglicht (gähn), inklusive dem obligatorischen „ich-klau-dir-deine-Pistole-während-du-mich-küsst“. Dann kommt Rick intelligenterweise zum Zielpunkt seiner Bemühungen „ich will dich bumsen“, und fängt sich dafür gerechterhalber eine ein. Und wieder kam er nicht zum Stich, der arme Jung.

Sugar rekrutiert dieweil die Fluchthilfe von Mucho, indem sie ihm den Kreuzanhänger einer verschwundenen Gefangenen schenkt (? Woher hat sie den? Woher weiss sie, dass Mucho auf so was anspringt?) Mucho springt allerdings, denn er ist Voodoopriester (!) und willigt in die Fluchthilfe ein, sofern Sugar ihm einen Gefallen tut. Selbiger Gefallen ist ein Voodoo-Ritual, das die Beteiligten in die Büsche führt (einmal mehr unbeheilligt von jeglicher Security, obwohl es während der Arbeitszeit ist), wo Sugar im Zustand voodoomässiger Besessenheit, sprich Trance, ein Massengrab (okay, zwei Skelette) beseitigter ehemaliger Arbeitssklavinnen lokalisiert. Simone übernimmt ob dieser Entdeckung das Kommando und dringt, bewaffnet mit Schädeln und Knochen und mit Mucho und Sugar als Eskorte, gegen den Widerstand Burgos´ zu Dr. John vor und erzwingt unter Androhung der Anschwärzung beim Arbeitsministerium Lohnerhöhung und Experimentierstop. EXCUSE ME??? Würden vernunftbegabte Wesen nicht mit diesen Beweisen zur Not die paar Tage bis zum Auftauchen des Ministerialbeamten abwarten und dann auf alle Fälle Johns schmutziges Handwerk legen?? Sorry, war wieder mal ein Fall von common sense, hat natürlich nichts mit der Wirklichkeit von Exploitationfilmen zu tun…

Burgos wittert den Voodooman Mucho als Wurzel alles Übels und plädiert für dessen Beseitigung, aber John knickt ein, was bedeutet, das wir nach more unbelievable comedy mit Max und Rick (Max bringt Rick den todsicheren koreanischen Fingertrick bei, der jede Frau zum Dahinschmelzen bringt. Falls Ihr´s ausprobieren wollt: man bohrt der Dame des Herzens bei inniger Umarmung den Daumen in den Popo. Für körperliche Schäden bitte ich die Drehbuchautoren und nicht mich haftbar zu machen), eine weitere kumbaya-Lagerfeuer-Fete feiern können. Mucho, der John als eindeutig vom Teufel besessen diagnostiziert und zu Protokoll gibt, dass der Teufel, bekanntlich ein Weichei, sich sofort zurückzieht, sobald man ihm Widerstand entgegenbringt, weswegen John so leicht eingeknickt sei, ist bestens drauf und liefert sich mit Sugar eine Art pantomimische Ausdruckstanzvariante einer Teufelsaustreibung mit Sugar, was bei Simone die Eifersuchtshormone einkicken lässt, ist sie doch mittlerweile schwer in die „Schwarzwurzel“ verkuckt, und stürzt sich einmal mehr mit gespreizten Krallen auf unsere Titelheldin (die Akustikgitarrenschänder klampfen dazu fröhliche Lagerfeuerliederakkorde), den Kampf gewinnt aber Sugar durch Aufgabe (Simone: „Du kannst ihn ja haben!“ Sugar: „Ich will ihn gar nicht!“ Mann, das hättet ihr auch einfacher ausdiskutieren können), so dass sie sich der Verführung Ricks widmen kann, denn der ist der Verwalter des Fuhrparks. Dumm für Max, dass er bei der restlichen Wärterbrigade als Wettbüro fungiert und heftigst darauf setzt, dass Rick trotz des koreanischen Fingertricks wieder nicht zum Zug kommen wird. Da Sugar aber aus egoistischen Gründen willig ist, muss er seine Kundschaft zähneknirschend (und nach unauffälligem Fluchtversuch) auszahlen, während Rick den Fingertrick ausprobiert – Sugar ist nicht wirklich beeindruckt, aber Rick ist ganz mächtig stolz auf sich.

Simone und Mucho, die sich zwecks Paarung ebenfalls irgendwo ins Gewölle verdrückt haben, werden von einem an einem Seil aufgehängten Kuhkopf erschreckt. Mucho ist sich dennoch sicher, den Teufel besiegen zu können, denn „die Götter werden mich stärken!“ (Leute, ich erfinde das wirklich nicht! Nicht mal ich habe eine so kranke Phantasie!). Um sich so zu stärken, muss Mucho sich erst mal aus dem Männerlager subtrahieren, was prompt auffällt, und da Burgos nicht ganz dämlich ist, vermutet er ihn in der Frauenbaracke und veranstaltet eine Razzia. Zum „Entsetzen“ der Girls stürmt er sogar die Dusche, belässt es aber bei einer sehr oberflächlichen Inaugenscheinnahme, sonst würde ihm sicher auffallen, dass sich der baumlange Schwarze hinter den grazilen nackten Mädchenkörpern versteckt. Sei´s drum, so kann Mucho es der guten Simone endlich besorgen (auch zweimal, wenn´s verlangt wird), bevor er sich zu seinem nächsten Voodoo-Ritual verabschiedet (und als taffer Voodooman muss er das natürlich alleine durchziehen). Mucho baut sich also im nahen Wald seinen Voodoo-Zirkel und fleht seine Götters um Beistand an, wird aber von Mario gestört. Der Wärter liefert Mucho einen heftigen Kampf, zieht aber den Kürzeren und wird ausgeknockt (klar, dass der gute alte Tritt ins Gemächt nicht fehlen darf). Bevor Mucho nun aber den coitus interruptus mit seinen himmlischen Mächten fortsetzen kann, schiesst der fiese Burgos auf ihn. Der nächste Faustkampf, und wieder würde Mucho klar gewinnen, täte nicht Mario die wundersame Erholung feiern (der scheint tauglichere Götter zu haben als Mr. Voodoo) und ihn hinterrücks mit einer improvisierten Keule fällen. Extremely unpleasant für den armen Mucho, denn zu seiner persönlichen Belustigung lässt Dr. John als Abendprogramm (kam vermutlich nix gutes in der Glotze, wie im richtigen Leben) den Voodoomeister bei lebendigem Leibe verbrennen (und, „wie der Teufel werde ich deine Seele zerstören“, auch das noch!) Während Mucho brutzelt (a teeny bit of gore), lacht John das Lachen aller irren B-Film-Psychopathen.

Am Morgen verkündet Burgos den nichtsahnenden Mädels, dass sich, so lange er hier was zu sagen hat, nichts an den Zuständen ändern werde und er Mucho im übrigen gemeuchelt habe. Simone greift daraufhin zur Machete und trennt Burgos einen Finger ab (schon echt doof, dass man den Mädels beim Frühstückfassen Jasons bevorzugtes Mordwerkzeug belässt). Sugar hält das für den idealen Zeitpunkt, zum allgemeinen Aufstand aufzurufen, aber da schon die Wärter in die Kantinenbaracke stauben, ist der Riot erstickt, ehe er ausbricht und Simone wird abgeschleppt. Die darauffolgende Nacht ist die, in der Sugar zum Ausbruch bläst. Auch Helena darf mit türmen. Ramirez und Dolores sollen die Zuckerrohrfelder anzünden, während Sugar und Helena Simone befreien und das Auto besorgen wollen.

Also muss Sugar wieder bei Rick vorstellig werden und der Kerl ist zwar vom Zeitpunkt des Fluchtversuchs (er ist voll im Bilde, was die Girls vorhaben) nicht überwältigt, aber immerhin so schwanzgesteuert, dass er sich bei einer inniglichen Umarmung zum ZWEITEN MAL auf selbe Art und Weise sein Schiesseisen entwenden lässt (der Junge muss vermutlich einen Grossteil seines Gehalts für verlorene Ausrüstungsgegenstände ausgeben). Simone wird indes von Dr. John, der auf einem vermutlich bei Madmen-R-Us gekauften Billig-Thron residiert, auf kleiner Flamme geschmort, d.h. sie hängt etwa einen Meter über einer Feuerstelle in einem Bambuskäfig und tut so, als würde sie leiden. Sugar eilt zur Rettung, schlägt John eine auf den Dez und befreit die Freundin, die vorschlägt, John als Lebensversicherung mitzunehmen. Während Dolores und Ramirez in den Zuckerrohrfelder ihre pyromanischen Tendenzen ausleben, spielt der wiedererwachte John die Mitleidsnummer. „Ihr wollt fliehen? Ich kann euch gut verstehen. Kann ich euch vielleicht helfen?“ Da aber stürmt Burgos herein und kloppt Sugar die Kanone aus der Hand. John soll sie aufnehmen, aber „Dr. John kann keine Pistole anfassen“ (O-Ton JOHN!). Dann wenigstens die Schicksen fesseln, aber „Dr. John weiss nicht, womit (erneut O-Ton John! – oh boy, this guy is seriously DISTURBED!). Die Lage ändert sich erneut, als das Tatü-Tata der Feuerwehr (!), die zur Zuckerbrandlöschung schreitet, eine kurzzeitige Verwirrung der Fieslinge verursacht, die Sugar dazu nutzt, Burgos mit einem Deko-Schwert zu pfählen. Die Flucht kann weitergehen.

Max überrascht Rick in der Garage und bittet, auf dessen offenherzige Auskunft, dass ein Ausbruch von statten geht, „nimm mich mit! Du bist doch mein einziger Freund!“ (Schöner Freund… und abgesehen davon, könnt ihr nicht einfach KÜNDIGEN, wenn euch der Job nicht taugt???). Mario schiesst Ramirez tot (das hat sie nun davon, von der Freiwilligkeit…), Dolores kann in die Garage flüchten, wo aber Helena in einem kleinen shoot-out, bei dem Max und Rick fröhlich ihre Kollegen abknallen, erschossen wird. Die Fluchtwilligen verbarrikadieren sich und erzwingen dann unter der Drohung, den als Geisel gehaltenen John über´n Jordan zu schicken, freien Abzug. Simone kutschiert den gefesselten John im Jeep, Sugar, Dolores und die beiden arbeitsscheuen Wärter folgen im Laster. John blökt die dumm herumstehende bewaffnete Meute an, doch gefälligst etwas zu unternehmen, was zu mehr Geballere führt, aber Fatalitäten nur unter den Bösmännern zur Folge hat. Nixdestoweniger schaltet John wieder in den totalen loony-Modus um und gibt Weisheiten a la „Dr. John ist unsterblich“ zum Besten. Das scheint Simone so zu irritieren, dass sie sich mitsamt dem Jeep gegen die stabile Lagermauer schraubt und tödliche Verletzungen davonträgt (zumindest kann ich keine andere Ursache für den Crash erkennen). John bleibt unverletzt und sieht dies als Beweis seiner Unsterblichkeits-These, aber bevor Simone verröchelt, schiesst sie noch schnell einen Benzinkanister in Brand und sorgt für eine Explosion. Guess Dr. John war doch nicht so unsterblich, wie er sich das dachte…

Den Anderen geringt die Flucht und Sugar ist grateful, sie gewährt Max einen Wunsch. Klar wie der ausfällt, aber da hat Rick etwas dagegen. „Ich LIEBE sie!“ stellt er fest, während der Laster, nur unwesentlich durch zwei-drei halbherzige Schüsse der Grenzer durch die Schranke ins Nachbarland brettert, was nach Maxens Ansicht nicht gegen eine Nummer seinerseits mit Sugar spricht. Jedoch, als die beiden in Sicherheit den Laster anhalten und auf der Ladefläche nachkucken, ist Sugar nicht mehr da. „Die ist kurz nach der Grenze abgesprungen,“ smiled Dolores. „Und was sollen wir jetzt machen?“ „Nehmt mich!“, schlägt die Ex-Jungfrau grinsend vor und ich denke, die beiden Kerle können mit dieser Alternative ganz gut leben.

In der letzten Einstellung sehen wir Sugar mit einem neuen Macker durch eine Stadt traben. The End.

Err. Oh. Weia. I know, I know, ich sag´s ja selbst alle Nase lang, wer grosses Kino bei einem Frauenlagerfilm erwartet, der sollte schleunigst überprüfen, ob er nicht versehentlich aus seiner etwas anders gepolten Dimension in unsere geraten ist, aber Sweet Sugar is something else – und zwar vermutlich der idiotischte Frauenknaster, naja, vielleicht mal abgesehen vom legendären Trashfest Frauenlager_der_Ninja, der mir bislang vor die Flinte lief. Gut, ich weiss nicht, wie die ursprüngliche Intention des Streifens war und inwiefern die absolut grottenschlechte deutsche Synchronisation, die mit Sicherheit die schäbigste ist, die ich jemals diesseits eines schlechteren Hardcore-Pornos gehört habe (und vermutlich von einem Studio durchgeführt würde, das sonst sein Geld mit der Übersetzung von solchen verdient, denn ausserhalb von eben solchen schlechten Pornos und unterbelichteten Deutsch-Rappern habe ich die Vokabeln „geil“, „ficken“ und „bumsen“ selten bis nie so oft gehört), selbige verfälscht hat, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Sweet Sugar als was anderes durchgeht als eine durchgeknallte Parodie auf das Frauenknast-Genre (das damals ja eigentlich noch kein eigenes war, da bis auf Jess Francos Schwachmatigkeiten und Hills Big Doll House kaum andere Konkurrenzprodukte existierten), speziell auf die Dschungel-Frauenlager-Eskapaden. Da die IMDB den Streifen aber unter „Action/Dramä führt, kann man vielleicht doch davon ausgehen, dass viel der Schwachsinnigkeit des Films auf die Dumpfbackigkeit der deutschen Synchronverbrecher zurückzuführen ist.

Gut, aber auch „ernsthaft“ taugt der Film als solcher natürlich nicht viel und erweist sich gerade im Vergleich zu den dagegen hyperprofessionellen Jack-Hill-Werken aus der Roger-Corman-Schmiede als minderbemittelte Zelluloidware. Die Story scheint grösstenteils nach dem Prinzip „we´ll make things up while we gö gestrickt zu sein, spätestens, als der Film allen Ernstes (naja, wie gesagt, darüber kann man diskutieren) Voodoo-Hokuspokus inkorporierte, ging mir doch mein nicht vorhandener Hut hoch und ich konnte nur mit Müh & Not einen tödlichen Lachkrampf vermeiden. Ähnliches gilt für die ausgefuxten „perfiden“ Foltermethoden und -experimente des gnadenlos hysterisch überzeichneten mad scientist Dr. John (immerhin, das ist mal etwas halbwegs originelles im nicht sonderlich kreativen Subgenre, ein kleines Horror-Motiv, das kam mir sonst nur noch in dem in absehbarer Zeit zu besprechenden Schlocker Human Experiments unter die Pupillen). Naja, und wenn man sich den comic antics des Laurel & Hardy und Pat & Patachon sicher keine Konkurrenz machenden Blödelduos Max und Rick aussetzt, hält man Paul Marco in seinen relativ ungeniessbaren Kelton-the-Cop-Spässchen aus Ed Woods Filmen für Buster Keaton. Kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass deren Zoten in englischer Originalsprache wesentlich erheiternder sein könnten als in der deutschen „Was-bin-ich-LUSCHTIG“-Synchro.

Okay, auf der anderen Seite sind Max und Rick auch nicht schlimmer oder besser als die restlichen Charaktere, die alle im Grenzbereich der absoluten Debilität angesiedelt sind und selbst mit äusserstem Wohlwollen nicht mal als cartooneske bewusste Überzeichnungen von Klischees verstanden werden können. Jede, aber ausnahmslos JEDE der portraitierten Figuren verhält sich auf die depperstmöglichste Weise – irrationales character behaviour ist zwar im B-Film im allgemeinen und im WIP-Film im speziellen keine bahnbrechend neue Errungenschaft, aber this film is takin´ it over the edge. Das hat schon Ed-Wood-Charakter…

Dabei ist der Film vom handwerklichen Standpunkt nicht gar so schlecht – da hängt keine Mikroangel im Bild, der Schnitt sieht halbwegs professionell aus und die Production Values sind für einen Film des Genres und des Budgets durchschnittlich gelungen – zumindest letzteres kann man von einem Regisseur, der seine Brötchen normalerweise eben mit Art Direction und Production Design verdient, auch erwarten. Michel Levesque, dessen wesentliche weitere Regiearbeit der dem Vernehmen nach grausig schlechte Biker-Horror-Streifen Werewolves on Wheels ist, fabrizierte u.a. Sets für Knight Rider oder das Belushi-Goldberg (Whoopi, nicht der Wrestler)-Vehikel Homer & Eddie. Sein Regiestil ist schnörkellos, aber auch nicht so exploitativ oder voyeuristisch (zumindest nach Sichtung der gekürzten DF) wie der von Kollegen wie Jess Franco oder italienischen Sleazemeistern. Okay, jede der Hauptdarstellerinnen zeigt mindestens einmal, was der liebe Gott ihr so an Ausstattungsmerkmalen mitgegeben hat, aber das hält sich im Rahmen des 1972 erlaubten und gängigen, die, ähem, so gedachten „Exploitation-Elemente“, sprich Flterszenen etc. sind dermassen lächerlich, dass man sie einfach selbst beim bösesten Willen nicht ernst nehmen kann – pure camp, if I´m any judge (und ich muss zugeben, dass ich die Anspielungen auf Barbarella, so sie beabsichtigt waren, and they better were, recht köstlich fand – vor allem die Szene mit dem Voltmeter… echt süss). Am „derbsten“ fallen da noch die ziemlich brutale Erschiessung von Carlos und die skurille Verbrennung von Mucho aus. Ansonsten rollt der Streifen in annehmbaren Tempo dahin, es stören eigentlich nur die partout nicht witzigen Comedy-Einlagen, die selbst ein unterprivilegierter Stand-up-Comedy-Club im Slum eines Ghettos als peinlich einstufen und ablehnen würde, und die man, wenn´s nach mir geht, bedenkenlos aus dem Film schneiden könnte.

Die grosse Überraschung: keiner der beteiligten Mimen hat auch nur einen Funken darstellerischen Talents. Das hat Euch nicht überrascht? Sowas aber auch… dennoch hat man selten einen Haufen zwar sichtlich Spass habender, aber von jeglicher Form schauspielerischen Könnens sichtlich unbeleckter Knallchargen am Werk gesehen. Die schon mehrfach gedisste deutsche Doofus-Synchro tut zwar ihr übriges, um den versammelten Akteuren jegliche möglicherweise mal vorhandene menschliche Würde durch inflationären Gebrauch von eigentlich für Pornos reservierten Dialogperlen zu nehmen, aber auch in ihrer Muttersprache bekleckert sich sicher keiner der Beteiligten mit Ruhm und Ehre. Phyllis Davis ist die renommierteste Darstellerin (bzw. die einzige, bei der ich mir die Mühe gemacht habe, ihre Filmographie etwas auszuleuchten); angesichts ihrer beachtlichen Oberweite wundert es nicht, dass ihre bedeutungsvollste Filmrolle die in Busenfetischist Russ Meyers Magnum Opus Beyond the Valley of the Dolls (ja, der, der von Kritikerpapst Roger Ebert geschrieben wurde) war. Ansonsten findet sich neben de oben angesprochenen Terminal Island (der allerdings doch erst ein Jahr nach Sweet Sugar entstand nichts bemerkenswertes, es sei denn, man zählt die Rolle „Geisel Nr. 2“ in Under Siege 2 zu den schauspielerischen Highlights einer Karriere. Unnötig zu sagen, dass die angesprochene Oberweite zweifellos das grösste bis einzige Talent der Dame darstellen. Ella Edwards müht sich als Ersatz-Pam-Grier für Arme redlich, aber wenn man sich ihre Performance so ansieht, weiss man den Verve, den die gute Grier in ihre ähnlichen Rollen legte (die auch nicht unbedingt immer besser geschrieben waren), mal wieder so richtig zu würdigen – es gibt eben B-Movie-Darsteller und B-Movie-Schauspieler, und während Grier der zweiten Kategorie zuzurechen ist, muss man für Miss Edwards schon verdammt wohlwollende Massstäbe anlegen, um sie wenigstens in die „Darsteller“-Kategorie zu hieven. Pamela Collins kämpft als Dolores mit dem Problem, dass ihre Rolle wohl die absolut debilste des ganzen Films ist (zumindest, was die Damenfraktion angeht) – eben noch entjungfertes Nervenbündel, jetzt schon männerfressende Pistolenbraut. Das ganze vollzieht sich auch noch ohne Ankündigung von einem Moment auf den anderen. Jaja, ich weiss, es ist ein WIP-Film, da ist nix mit character development etc. Ist ja auch recht, will ich ja auch nicht anders. Die Bösmänner haben Spass, ganz besonders Angus Duncan als oberdurchgeknallter Dr. John, dessen eigentliche Rolle sich mir verschliesst (wozu unterhält der Knabe eine Zuckerrohrplantage, wenn er doch eigentlich ein Drogenforscher ist? Und wie schafft er es, dass die Autoritäten ihm seine Arbeitskräfte zuschanzen? Wie kommt es zu seinen unerklärlichen Charakterschwankungen von absolutes Weichei bis knallharter sadistisches Killerschwein?) – jenseits von Sinn und Verstand chargiert Duncan, bis sich die Balken biegen. Der gute Mann kommt sicher nicht bedrohlicher rüber als eine Packung Toastbrot, aber he sure is having fun. Cliff Osmond als Burgos erfüllt die erforderlichen Klischees halbwegs adäquat.

Einen aktuellen Video- oder DVD-Release sucht der geneigte WIP-affecionado vergeblich – vielmehr scheint der Film weltweit, wie man so schön sagt, „rare as fuck“ zu sein (weswegen es mir nicht mal gelang, auch nur ein einziges Standbild zur visuellen Untermalung dieser Zeilen aufzutreiben). Der deutsche Videoprint Lost Women ist qualitativ eher übel, ein sehr unscharfes, kontrastarmes und gelegentlich flimmerndes Bild, aber da kann natürlich auch am Alter der Kassette (und ihrer Herkunft als ehemaliges Leihvideo) liegen. Nicht das, was ich mit dem Videobeamer auf eine Grossleinwand klatschen würde, aber fürs Ansehen auf der heimischen Glotze akzeptabel.

So, final words. Nach einem zünftigen Trashing des Films kann´s ja logischerweise nur ein Fazit geben – dieser Film ist ein Schlager. Ich hatte schon lange nicht mehr so einen infantilen Spass beim Gucken eines Frauenknastfilms (mittlerweile kennt man so viele, dass es da schon ein paar Besonderheiten braucht, um den Reviewer bei Laune zu halten). Der Streifen ist absolut schwachsinnig, doof und schundig, was die darstellerischen Leistungen angeht, und die platte Porno-meets-Pennälerulk-Synchro setzt dem ganzen den Vogel auf und passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Einzig die wohl beabsichtigten Comedy-Einlagen nerven auf die Dauer, aber der Rest des Streifens ist einfach so abgedreht idiotisch-schrill-schräg, dass man sich entweder irgendwo auf halber Strecke mit einem „leb wohl, do schnöde Welt“ ´nen Strick um den Hals legt und sich ob des Gebotenen entleibt oder, die cleverere Alternative, sich ein Sixpack aus dem Kühlschrank holt, sich einen schönen Seier ansäuft und sich dann vermutlich vor Lachen nass macht. Wenn das beabsichtigt war, dann doch ein Kompliment an die Beteiligten, wenn nicht, auch recht… Wer knallharte und bösartige Sleaze-Action a la Women_in_Cages oder zwar eher fun-orientiertere, aber noch halbwegs seriöse Ware wie die Jack Hill-Filme erwartet, ist hier aber ebenso fehl am Platze wie diejenigen, die sich mehr an italienischen Filmtrash gewöhnt haben. Sweet Sugar ist einfach anders, seltsam, bescheuert, aber irgendwie doch schon hochgradig unterhaltsam – allerdings, und das schränke ich hier ausdrücklich ein, gilt die launige BIER-Wertung ausschliesslich für die deutschsprachige Fassung. Für alle anderen Sprachen verbürge ich mich nicht…

(c) 2005 Dr. Acula


BOMBEN-Skala: 7

BIER-Skala: 8


mm
Subscribe
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments