Jill Rips


  • Deutscher Titel: Jill Rips
  • Original-Titel: Jill Rips
  • Alternative Titel: Jill the Ripper The Bone Ripper The Leatherwoman Tied Up
  • Regie: Anthony Hickox
  • Land: USA
  • Jahr: 2000
  • Darsteller:

    Matt Sorenson (Dolph Lundgren)
    Irene (Danielle Brett)
    Eddie (Richard Fitzpatrick)
    Frances (Kristi Angus)
    „Big Jim“ Conway (Charles Seixas)
    Mary (Sandi Ross)
    Max Peerse (Greg Ellwand)
    Mrs. Sorenson (Susan Kottman)
    Joe Jujavia (Victor Pedtrchenko)
    Serena (Kylie Bax)


Vorwort:

Ach, Dolph Lundgren… Prügelknabe zahlloser haupt- und ehrenamtlicher Filmrezensenten. In meinem Review zu Storm_Catcher hab ich mich ja schon ausführlich über die erstaunliche, da zumeist bergab gerichtete Karriere des schwedischen Hünen ausgelassen. Irgendwo ist mir der Kerl aber ans Herz gewachsen (wer könnte je seinen gummibärenvertilgenden Auftritt vor Jahren in WETTEN, DASS vergessen?), so dass es schon ein wenig wehmütig stimmt, dass Meister Dolph (immer noch der einzige Grund, sich JOHNNY MNEMONIC anzutun) seinen Abschied aus der filmdrehenden Zunft angekündigt hat. Was mir an Dolph immer so sympathisch war und ist, ist seine Selbsterkenntnis. Im Gegensatz zu den Kollegen van Damme oder Seagal war sich Lundgren immer bewusst, dass er zwar ein veritabler Fighter mit der nötigen Credibility (diverse Meistertitel) ist, aber halt auf seine „alten Tage“ kein dramatischer Schauspieler mehr werden wird (wer meine 2 Cents dazu hören will: trotz allem Gabashe halte ich van Damme für den besten Schauspieler unter der Action-Hero-Kategorie, including Arnold und Sly). Im „Herbst“ seiner Karriere verdingte sich Dolph nahezu exklusiv für die Billy-Billig-Low-Budget-Klitsche Phoenician Entertainment, wo die Herren Damian Lee (argh) und Jim „Noble Henry“ Wynorski ihre Tage damit verbringen, aus Tonnen von Stock Footage, Drittklässlerplotten, abgekupferten Ideenund Ehedem-mal-Stars (Ice T, Treat Williams, etc.) unschuldig-laue Filmware zu produzieren, die dann ahnungslosen Kabelsendern bzw. Videolabeln verhökert werden können.

Aus unerfindlichen Gründen verirrte sich das einstmalige hoffnungsfrohe Regietalent Anthony Hickox (WAXWORX 1+2, HELLRAISER 3, FULL ECLIPSE, PRINZ EISENHERZ [der deutsche…]) in diese Absteige und fristet nun ebenfalls sein Dasein mit der Herstellung von by default für diese Seiten taugliche Direct-to-Mülleimer-Ware. STORM CATCHER, von Hickox ebenfalls schon mit Lundgren heruntergekurbelt, erwies sich ja trotz all seiner (zahlreichen) Schwächen nichtsdestoweniger als recht unterhaltsamer Actionspass und bewies, dass Hickox nicht alles verlernt hat und förderte eine fast schon erstaunlich zu nennende schauspielerische Leistung des Herrn Lundgren selbst zutage. Da durfte man doch schon neugierig sein, wenn aus dem selben Hause und der selben Kombination Regisseur/Hauptdarsteller ein „düsterer Horror-Thriller“ in der Tradition von SE7EN & Co. versprochen wird. Hickox kennt sich im Horrorfach ja aus, also stehen die Vorzeichen ja nicht gar so schlecht, möchte man meinen…

Inhalt:

Unter eher unimpressiv-schlichten Opening Titles entdecken zwei Kinder eine handlich-verschnürte, ansonsten aber reichlich unbekleidete Männerleiche im winterlichen Hafen zu Boston (aus rational nicht nachvollziehbaren Gründen spielt unser heutiger Film im Jahre 1977… fragt mich nicht, warum – irgendeinen historisch-relevanten Ansatz scheint´s dafür nicht zu geben, ausser, dass man sich besser in Anachronismen verheddern kann). Der Tote ist bestens bekannt, zumindest beim ermittelnden Police Officer Eddie, es handelt sich um einen gewissen Michael Sorenson, der, ohne dass wir das irgendwann mal im Film näher erfahren sollten, offenbar so was wie ein Stadtrat war, auf jeden Fall nicht gänzlich ohne politischen Einfluss. Eddie riecht Ärger. Ein heruntergekommen wirkender Zaungast bei der Beerdigung entpuppt sich als Michaels Bruder Matt, Ex-Bulle und jetzt als Krediteintreiber (auch das ist mir nur durch diverses Sekundärmaterial im Internet ersichtlich geworden) in L.A. tätig, nebenbei hängt Matt an der Flasche. Obwohl Eddie sich am Friedhof vom wortkargen Matt mit einem saftlosen „bis-irgendwann-dann-mal“ verabschiedet, sitzen in der nächsten Einstellung beide fröhlich (so fröhlich man bei einer Einsargungsfete nun mal ist) in Mama Sorensons Wohnstube zur familiären Trauerfeier und analysieren (sort of) die anwesenden Gäste, u.a. den lokalen Grosskotz „Big Jim“ Conway, einen Bauunternehmer, der offenbar, so ist sich zumindest Matt, der immerhin so auf dem laufenden ist, dass er Michaels Eheweib nicht kennt, sicher, mit Michael wegen eines Tunnelbauprojekts über Kreuz lag. Matt jedenfalls hat für sich schon 2 + 2 zusammengezählt, erwartungsgemäss 4,72 rausbekommen (lame gag, ich weiss, dass der gute Dolph studiert ist…) und damit ausgeknobelt, dass Conway irgendwas mit dem Ableben seines Brüderleins zu tun hat. „In die Richtung solltest du ermitteln“, schlägt er Eddie vor, aber der wehrt dankend ab, „nein, lieber du.“ (Hm, ein Cop ermuntert einen Zivilisten, in einer Mordsache auf eigene Faust zu ermitteln?).

Nachdem die Gäste sich verpisst haben, greift sich Matt die nächstgelegene Schnapsflasche und betrinkt sich solo, dann nutzt er das plötzliche Auftauchen von Michaels Witwe Irene zu einer Schauspiel-Szene, Matt heult rum, offenbart ein wenig von seiner dunklen Cop-Vergangenheit (einmal trieb er alle Nutten der Stadt zusammen und liess sie barfuss durch den Regen marschieren – wonder, what that does to your record…) und erfährt seinerseits, dass Michael und Irene nur schlappe 6 Monate verheiratet waren.

Später ist Matt dann bei der Obduktion dabei (hm, für´n Ex-Cop hat er viel Freiraum). Michael wurde verschnürt und dann mit einem Messer bearbeitet, da es keine Kampfspuren gibt, liegt auf der Hand, dass Michael sich freiwillig hat fesseln lassen, also spricht alles für ein ausser Kontrolle geratenes Sadomasospielchen, ein weiteres Indiz dafür – die Messerwunden sind nicht tief, da der Täter nicht sehr kräftig war.

Als nächstes wohnt Matt der Eröffnungsfeier des von Conway (wie wir uns zusammenreimen dürfen, gegen Michaels Widerstand) errichteten U-Bahn-Tunnels, den Conway wie zum Hohn auch noch auf den Namen „Sorensen-Tunnel“ tauft. Conway und Matt machen etwas Smalltalk („Sie haben doch ein Alkoholproblem, gelle?)“, ausserdem läuft Matt ein Ominous Looking Guy (mit einem extrem kriminellen Haarschnitt) über den Weg, der dann mit Conway tuschelt. Verdächtig, verdächtig. Im Tunnel ist es übrigens kalt, aber Irene, mit Matt unterwegs, macht das nichts aus.

Anderswo lässt sich wieder mal ein Kerl von einer in rotes Latex oder Leder (gehen wir mal spasseshalber davon aus, dass der Streifen tatsächlich 1977 spielt, dürfte Leder wahrscheinlichersein) versandfertig machen, sprich einschnüren und über Kopf aufhängen. Dass die gute Domina dann allerdings ihr Küchenmesser zückt und den Schmerzsuchenden zu tranchieren beginnt, dürfte allerdings auch diesem Kunden etwas zu viel value for money sein.

Nachdem Irene und Matt weiteren expositionsschweren Smalltalk halten, dem wir entnehmen, dass Irene ein Adoptivkind ist und ihre Adoptiveltern den Löffel bereits gereicht haben, bekommt die Sorensen-Family bekommt dieweil Besuch von Matts Ex-Chef und -Freund Max Peerse. Peerse führt sich ziemlich ungehobelt auf, indem er unappetitliche Details von Michaels Ermordung aufzufahren gedenkt, entgegen der weniger subtilen Hinweise von Irene und Matt, dass Mama Sorensen nichts über die näheren Umstände des Ablebens ihres Sohnes weiss und das auch so bleiben soll. Als nix anderes hilft, greift Irene zum Mittel des Tritts gegen das Schienbein (hm, muss lange Beine haben, das Madel, bei der Entfernung) und Matt schmeisst Peerse anschliessed handgreiflich raus. Gerade rechzeitig, um mitzubekommen, dass Opfer Nummer 2 gefunden wurde. Die Bekanntschaft mit Eddie ebnet Matt auch den Weg an diesen Tatort, wo Matt angesichts der schönen Bescherung die Möglichkeit des Sexualmords auszuschliessen beabsichtigt. Schliesslich ist dem Opfer der Kopf buchstäblich zermatscht, was bei Sexspielen seltener vorkommt, woraus Matt messerscharf schliesst, dass hier die Identifikation unmöglich gemacht werden soll. Leider muss Eddie unseren Sherlock Holmes enttäuschen, lediglich der glückliche Finder des Leichnams war dafür verantwortlich, dass Schädel und Inhalt ein hübsch goriges Mischmasch darstellen (der einzige heftige Gore-Anflug, übrigens), der hatte nämlich als Fahrer eines Trucks die Leiche erst entdeckt, als er drüberfuhr. Matt doesn´t buy that story, however. Matt und Eddie gehen einen saufen und Matt hofft, Eddie dabei Details über Michaels Verbindung zu Conway und dessen Ominous Looking Guy aus der Nase ziehen zu können. Als Eddie eher ungefragt auspackt, dass er Michael mit einer Nutte gesehen habe, haut ihm Matt erst mal eine aufs Maul (!?). Nachdem das geklärt ist, teilt Eddie Matt, damit der Plot in die Gänge kommt, mit, dass es sich bei dem Ominous Looking Guy um einen Zuhälter namens Joe Jujavia handelt, der vor 20 Jahren verdächtigt wurde, eines seiner Mädchen, eine gewisse Annie Vernon, totgeprügelt zu haben, aufgrund eines Alibis eines seiner anderen Pferdchen, einer noch gewisseren Mary O., nie belangt werden konnte. Matt stellt daraufhin Assoziationen an, denen kleinere Geister als er (so z.B. der durchschnittliche Zuschauer wie meinereiner) nicht folgen kann, und kombiniert, dass er Mary O. finden muss. (Hm, is it just me oder bewegt sich Matt bzw. der Plot auf VERDAMMT dünnen Eis?).

Im nächstbesten Sadomaso-Schuppen (bzw. dem, was sich Produzenten und Autoren darunter vorstellen) labert Matt eine fette Nutte an, die ihm, nachdem er kurz ein paar irrelevante Thugs, denen Matts Fragerei auf die Nerven geht, vermöbelt hat, auch Mary O´s Adresse verrät.

Aus Marys Appartement dringen Männerschreie, Matt zückt seine Knarre, doch, humorös… es ist nur ein Kunde, der gerade beim Doktorspielen inkl. „Cutting“ ist, und „nicht aufhören“ schreit. Wa-ha. Ich lach mich tot. Okay, Mary O. ist also immer noch fett im Geschäft (und das fett ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen) und eher ungehalten, als Matt nach Joe Jujavia fragt. Immerhin hätte sich erst kürzlich auch ein platinblondes Girl nach dem guten Mann erkundigt, und Matt wird sie genausoviel sagen wie der, nämlich nüsch. Immerhin, Mary rückt damit raus, dass sie seinerzeit immerhin die Kinder von Annie Vernon adoptiert hätte (ich glaube, ich weiss, wohin das führt…). Dann verdrückt sie sich aufs Klo und lässt den dort eingesperrten Bluthund los, der Matt in den Arm beisst, ehe Matt ihm eins auf die Schnauze haut. Err… this is all rather stupid. „Ich finde Joe,“ verspricht Matt (Drohung oder Versprechen? You decide.)

Verletzt torkelt Matt durch die Nacht (just reporting) und stolpert an einem Zeitungsautomaten vorbei, die Schlagzeile des Blattes salbedert was von „Jill the Ripper“ daher (figures), allerliebst finde ich die lieb aufgeklebte Unter-Schlagzeile. Das Budget reichte nicht mal zum Drucken einer Zeitungsseite…

Daheim ist Mama Sorensen am Boden zerstört, hat sie doch mittlerweile auch die Zeitung gelesen (darauf hättet ihr auch kommen können, ihr Pfeifen. Schonendes Beibringen im Familienkreis wäre da wohl effektiver gewesen). Als Matt durch Michaels gepackte Sachen (hä?) wühlt, wird er von Mama ertappt, angemacht und rausgeworfen. This is a pretty dumb flick.

Okay, wir müssen weiterkommen. Matt kidnappt ohne grössere Probleme Conway, indem er den Platz mit dessen Chaffeur tauscht. Durch Veranstalten eines mittleren Demolition Derby in der Hafengegend beabsichtigt uns Matt ein Geständnis aus Conway pressen zu können (hm, als Ex-Cop sollte er wissen, was so ein erzwungenes Geständnis wert ist…). Naja, als Matt droht, den Wagen über die Hafenmauern zu steuern, knickt Conway ein und komplimentiert Matt in sein Büro, wo er ihm einen (für versteckte Kamera recht professionellen) Film von Michael vorführt. Versteht sich, dass Michael dabei schwer gefesselt ist und sich auspeitschen etc. lässt. Ya see, your Michael war doch ein SM-Junkie. Conway führt aus, dass ihm allerdings der Besitz dieses Films vollkommen ausreichte, um Michael zur Zustimmung zu seinem Tunnelprojekt zu bewegen. Mord war vollkommen unnötig. Dann vermöbeln einige herangerufene Henchmen Matt nach Strich und Faden und Joe Jujavia haut ihm zum krönenden Abschluss noch ´nen Spaten um die Ohren.

Ein nackter und verschnürter Matt wird von Joe durch den Hafen geschleift, aus dem Hintergrund meldet sich Red Scorpion, eh, meine die Ledermieze (wäre das Kostüm schwarz, säh sie aber wirklich wie´n eineiiger Zwilling zu BLACK SCORPION aus), zückt ihr Messer, holt aus und — Matt erwacht aus tiefer Bewusstlosigkeit (in der man offensichtlich träumt… you´ll never stop learning) und kuckt Irene ins Auge. Die wurde telefonisch informiert, wo man den derangierten Matt finden könne und darauf hingewiesen, dass das nächste Mal nix mehr zum finden übrigbleiben würde. Gut, ermittlungstechnisch ist Matt nu so schlau wie vorher. (Wobei mir zumindest auf Anhieb einfallen würde, Conway zur Herkunft seines tollen Films zu befragen – ich meine, Erpressung wäre doch was, womit man selbst den Bullen einen Fall konstruieren könnte).

Was macht unser Matt also zuhause? Klar, erst mal ne Runde spannen, wenn Irene baden geht. Und dabei fällt unserem Helden auf, dass der Rücken der Holden erstaunlich vernarbt ist. Matt, Gentleman nicht so alter Schule, stellt Irene zur Rede und bekommt eigentlich nur bestätigt, was er eh schon weiss, nämlich dass sein verblichenes Bruderherz durchaus dem harten Sex zugeneigt ist. Erstaunlicherweise nimmt der Film sich jetzt tatsächlich zwei funktionierende Minuten (selten genug), indem Irene den reichlich konservativ (um nicht zu sagen spiessigen, um nicht zu sagen verklemmten) Matt aufklären darf, dass SM mitnichten nur den Sinn hat, jemand anderes oder sich selbst Schmerz zuzufügen bzw. zufügen zu lassen, sondern Rollenspiele, den richtigen Partner vorausgesetzt, der weiss, wann er aufhören muss bzw. wie weit er gehen kann, für beide Partner ausgesprochen lustfördernd sein kann (ich bin nun nicht jemand, der pausenlos in Leder rumrennt und auf der Suche nach Auspeitschungsopfern bin, aber durchaus jemand, der einem erotischen Fesselspiel nicht ablehnend gegenüber steht, so, hab ich mich wieder geoutet.) Anyway, eine derart verständnisvolle Sichtweise hätte ich einem ansonsten bislang reichlich öden Möchtegernexploitern nicht zugetraut. Blinder Autor findet auch mal ´n Korn. Interessant daran ist nur, dass Michael einer von der recht seltenen Sorte gewesen zu sein scheint, dem beide Varianten, also sowohl das dominante als auch das devote Element, zusagen. Naja, vermutlich mehr plot conveniance. In einer plötzlichen Eingebung (sprich, das Script will es so, obwohl Matt bis dato wirklich nicht den Anschein hat, als wäre er bei seinen geistigen Höchstleistungen schon so weit wie der durchschnittliche Zuschauer, der das Rätsel vermutlich schon längst ausgeknobelt hat) schlägt Matt die Polizei-Akte Annie Veron auf (ich will gar nicht wissen, wo er die her hat…) und theoretisiert ins Blaue, dass die Platinblonde (remember?) a) eine Tochter von Annie – die hatte zwei, Frances und Ursula – und b) etwas mit den Morden zu tun haben könnte (ja, das haben wir ja auch rausgefunden, auch wenn´s keinen gesteigerten Sinn ergibt). Wir sind natürlich schon zwei Schritte weiter, oder?

Matt macht sich auf in den nächsten Sexclub, denn er will nun die Platinblonde finden. Die Clubchefin Serena (Kylie Bax, in extrem scharfen Outfit…) geht mit Matt die SM-Checkliste durch… Disziplin? Ja. Fesseln? Na klar. Babysachen? Nö. Toilettentraining? Lieber nicht usw. Als Serena Matt seiner Domina zuführen will, rückt er damit raus, dass er was platinblondes haben will. Nahättestdasmalgleichgesagt, ab zu Kaite. Da Matt aber null Checkung hat, was nun so abgehen müsste, lässt er Kaite erst mal strippen. Die ist daraufhin sauer („ich bin keine billige Hure, ich bin Spezialistin!“) und ruft den Rausschmeisser. Nach einem kurzen Brawl erweist sich als glückliche Fügung (mann, diese Zufälle…), dass der Rausschmeisser, ein gewisser David Daniels, ein Ex-Boxer und alter Freund von Matt ist. Naja, sagen wir besser, ein flüchtiger Bekannter. „David Daniels? 1976er-Cruisergewicht-Champion?“ „Ich bin schon lange nicht mehr im Cruisergewicht.“ No kiddin´, Fatso. Da haste im letzten Jahr schwer zugelegt, wa? (Remember, wir sind angeblich 1977…). Na, und David Daniels weiss natürlich, wo Matt eine „freischaffende“ Platinblonde auftreiben kann. Na, was´n Glück, sonst müssten wir uns Matts mehr oder weniger verzweifelte Rechercheversuche noch ein paar Stunden mitankucken.

Erst mal eilt Matt aber wieder zu Mary O. (insert: noch eine humorige SM-Situation – not! Von einem Bondagespiel, in dem der „Sklave“ seinen Kopf ins Bratrohr steckt, kannte ich bislang jedenfalls noch nicht…- muss man glaub ich auch nicht ausprobieren), packt die Tante ein und eilt zu der von David angegebenen Adresse, wo eine gewisse F. Reed haust – und wie´s der Deibel so will, ist Reed der Name von Irenes Adoptiveltern (nicht zu lange drüber nachdenken). Jedenfalls soll Mary die Platinblonde als diejenige identifizieren, die bei ihr nach Joe (remember?) gefragt hat. Wie sie das machen soll, ist mir ein Rätsel, denn Matts doller Plan besteht darin, bei F. Reed zu klingeln, dann zu warten, bis sie ans Fenster im x. Stock geht, weil niemand reinkommt und Mary, die hundert Meter entfernt im Auto sitzt, soll ja oder nee sagen. Matt, du bist ein offizielles IQ-Wunder (zweistellig!). Anyway, aus irgendwelchen Gründen tauchen die Cops auf und verhaften Matt (weswegen? illegale Klingelstreiche? Na gut, zwei Hausfriedensbrüche bei Mary gehen auf sein Konto…), denn Max Peerse sind Matts private Ermittlungen ein Dorn im Auge. Kollege Zufall hilft mal wieder auf die Sprünge, denn gerade als Matt nach zehn Stunden wieder freigelassen wird, bringt ein Kurier einen Film von unserer Killerin. Matt überredet Eddie, ihn durch Peerses Bürofenster mitkucken zu lassen und so wird er auch „Zeuge“ eines weiteren Bondage-Mordes nach dem selben Schema wie bisher. Matt entscheidet sich nun endlich für Nägel mit Köpfen, geht zu Irene und sagt ihr auf den Kopf zu, dass er sie für Ursula, also die andere Reed-Schwester und damit Vernon-Tochter hält. Wie nicht anders zu erwarten, ist das vollkommen richtig und Irene/Ursula kann damit endlich ihre melodramatische Backstory erzählen. Ihr Adoptivvater hatte Frances sexuell missbraucht und auch auf sie Begehrlichkeiten geworfen, also nahm Ursula Reissaus nach New York, suchte sich ´n anständigen Job und stellte dann fest, dass Frances ihr gefolgt war, allerdings gleich zwecks besserer Verdienstquellen im horizontalen Gewerbe tätig wurde. Als Ursula/Irene dann Michael kennenlernte, hatte sich Frances bereits zur SM-Expertin weiterentwickelt und als Irene/Ursula dann Michaels Wünsche zu heftig wurden, stellte sie selbst ihren Männeken dem Schwesterherz vor, um sich dort auszuleben (hat ja auch funktioniert, kleiner Scherz am Rande, hehe). Wem das ganze arg konstruiert vorkommt – naja, mir auch …

Okay, Matt ist also damit offiziös hinter Frances her, aber anstelle mit seinen Kenntnissen vielleicht entweder zu den Bullen zu gehen oder vielleicht Frances direkt zu Hause zu konfrontieren, verfällt der Ex-Cop auf einen weiteren Wile-E-Coyote-Plan. Er lässt sich von Eddie verkabeln, sucht den nächstbesten Sexschuppen auf und wartet, bis Frances dort, ohne weitere Verzögerung, auftaucht und lässt sich abschleppen. Mit Eddie ist ein Codewort verabredet, falls die Lage zu brenzlig werden sollte. In Frances´ Luxusapartment (an dessen Inneneinrichtung wir aber endgültig bestätigt bekommen, dass wir uns in den 70ern befinden, hübsch eklig…) wird Matt ohne weitere Umstände gefesselt und kopfüber aufgehängt (tja, Leute, wenn ihr je sehen wolltet, wie Dolph Lundgren fast nackt mit einem Ring um sein Gemächte – zumindest das bleibt hinter Stoff – an den Füssen aufgehängt wird – this is your movie, folks!) – in einem Anflug von „Art“ filmt Tony Hickox diese Szene übrigens anfänglich auch auf dem Kopf stehend… zumindest ein Inspirationspartikel… Na gut, während Eddie über Funk mithört und verzweifelt darauf wartet, dass Matt das Codewort sagt, amüsiert sich Frances mit ihrem neuen Sklaven… er darf Stiefellecken, dann holt sie ein Paddle raus, setzt ihm eine Maske auf und holt ein Peitschchen… Schliesslich würgt sie ihm noch einen Knebel rein, was natürlich ein gewisses Problem darstellt, rein codeworttechnisch… Matt wird das ganze zwar zuviel, aber er ist halt nicht in der Lage, sich grossartig wehren zu können. Irgendwie schafft es Matt, das Codewort durch die Zähne zu nuscheln, als Frances sich ein neues Utensil holt. Eddie stürmt herein, zieht die Knarre und ballert Frances nieder. Doch, surprise, surprise… Frances hatte mitnichten das grosse Küchenmesser, sondern nur ein anderes Peitschenmodell geholt… Naja, jetzt isse tot und Eddie sucht schon mal nach einem passenden Messer, findet zwar nur ein besseres Taschenmesser und drückt es der toten Frances in die Hand. Hm, nennt man Manipulation, oder? Saubere Polizeiarbeit, in den 70ern ging sowas noch… Matt findet die versteckte Kamera, die auch sein Encounter mit Frances festhielt und Eddie vernichtet den Film, damit nichts die offizielle Notwehrversion stören kann (ich habe da ganz leichte moralische Bedenken).

Zeit für ein wenig Techtelmechtel mit Irene. Die beiden hüpfen im nächstgelegenen Motel in die Kiste, haben heftigen Sex, bei dem Matt diverse Flashbacks hat, die sich irgendwie um gefesselte Körper drehen (hm, do I sense a change of mind?).

Indes besucht eine mysteriöse Frauengestalt mit den ominösen Worten „Ich bin Margaret Reed“ die gute Mama Sorenson (DOOOM, aber glaubt nicht, das wir auf diese Szene weiter zu sprechen kommen).

Nach getaner Verrichtung fesselt Irene ihren Matt for the pure fun of it und macht finstere Andeutungen, die Matt natürlich nicht kapiert, sondern statt dessen über Frances´ Motivation spekuliert (die Pfeife glaubt ja tatsächlich, Frances wäre die Killerin, was wir natürlich besser wissen, schliesslich wäre dann ja sonst der Film schon aus). „Frances glaubte nicht an ihre eigene Stärke als Frau,“ schwadroniert Irene dazu. Then nothing happens. BASIC INSTINCT ist das nicht gerade…

Wieder zu Hause ist Irene nicht da (? – eigentlich war der Kenntnisstand, dass Irene Matt nach Hause fährt) und Mama Sorenson brieft ihren Jungen über den Besuch von Mrs. Reed und dem anschliessenden Verschwindibus von Irene, sie hätt´ noch was zu erledigen. Nun endlich fällt bei unserem Mattiboy der Groschen, bzw. das 10-Cent-Stück (hm, nennt man das eigentlich immer noch Groschen oder ist das jetzt der 5-Center? Fragen über Fragen) und er wühlt sich mal wieder durch die diversen Kartons Michaels persönlicher Habseligkeiten. Und, issesnichwar, was findet unser grosser Held? Die Antwort „platinblonde Perücke“ ist mal wieder gut für zehn der berühmten badmovie.de-Gummipunkte. SCHRECK! Matts Denkprozess führt zu dem Ergebnis, dass Irene jetzt noch Joe killen will, den vermeintlichen Mörder ihrer Mutter. Also bricht er mal wieder bei Mary O. ein und beginnt, als diese nicht gleich auskunftsfreudig ist, selbige zu würgen. „Mach mich nicht geil,“ stöhnt die dicke Mama. Matt durchwühlt die Wohnung, denn Joe hatte sich verdrückt, nachdem er eine Nachricht unter der Tür durchgeschoben bekommen hatte. Mary greift sich ne Knarre und feuert zwei Schüsse in Matts ungefähre Richtung (why? Don´t ask me). Matt zieht die seine und erschiesst Mary (why? Don´t ask me… is ja nicht so, dass er sie nicht auf andere Art und Weise von der Bleispritze hätte trennen können). Jedenfalls ist Matt wieder mal nicht schlauer geworden, denn er hat keine Ahnung, wo Irene und Joe sich aufhalten könnte, wenn da nicht mal wieder ein extrem glaubwürdiger Zufall zu Hilfe eilen würde. Matt erinnert sich an Irenes Bemerkung im U-Bahn-Tunnel, die Kälte mache ihr nichts aus. Diese lässig dahingeworfene Anmerkung führt Matt zur felsenfesten (und noch dazu richtigen) Überzeugung, dass man eben dort suche nüsse. Dort trifft er auf die bemesserte Irene, jedoch zunächst nicht auf Joe. Nachdem das übliche Talk-her-out-Gedöns nicht hilft, aber immerhin Irene mehr von ihrer schwammigen Motivation von sich gibt (ya know, mehr oder weniger das gute alte „ich wurde missbraucht und dafür müssen alle Männer zahlen“ mit dem kleinen Twist, dass speziell Zuhälter und Freier auf der schwarzen Liste stehen, denn sie sind daran schuld, dass Frances so wurde, wie sie ist) ist Joe dann doch noch zur Stelle (hat offenbar keinen Parkplatz gefunden, der Arme), schwingt irgendeine Keule und haut Irene k.o. Matt feuert in den wabernden Trockeneisnebel (bekanntlich in jedem U-Bahn-Tunnel zu finden) und schiesst Joe tot.

Eddie ist nur zu hilfsbereit, um Joe in Marys Wohnung zu drapieren, so dass dort alles nach tödlichem häuslichen Disput aussieht (ich kenn ja nicht die Kompetenz eines durchschnittlichen Bostoner Gerichtsmediziners 1977, aber sollte selbst ein weniger begabter Vertreter dieser Zunft rausfinden können, dass Joe erstens später starb als Mary und zweitens woanders? Doesn´t seem like the perfect cover-up to me… allerdings bin ich natürlich auch kein Cop). Allein kehrt Matt nach Hause zurück, wo er mit dem von ihm adoptierten Köter Marys traurig herumsitzt. Irene ist nicht dabei… THE END.
Bewertung

Y ack. Ich hab ja bekanntlich meist wenig Probleme, selbst beim noch so stussigsten Trashfilm einen gewissen Entertainment-Value zu erkennen, aber bei JILL RIPS fällt mir das verdammt schwer. Und das ist umso bitterer, als mit Dolph Lundgren und Anthony Hickox ja durchaus zwei persönliche Faves von mir in massgeblicher Position mit von der Partie waren. Das Endresultat ist aber mit enttäuschend sehr wohlwollend und mit totales Desaster schon eher treffender umschrieben.

Wo anfangen? Beim Schwachmaten-Drehbuch, das verzweifelt versucht, Ideen, die in SE7EN, CRUISING, BASIC INSTINCT und, to a lesser extent, 8 MM (der Snuff-Angle wird überhaupt nicht weiterverfolgt, obgleich es hoch interessant wäre, wer und warum die heimlichen Aufnahmen angefertigt hat) wesentlich intelligenter (und Intelligenz hat bekanntlich nichts mit Budget zu tun) umgesetzt wurden, auszulutschen? Mann, meine Fresse, ich kann nicht behaupten, dass ich die Romanvorlage kenne, aber wenn die ähnlich schlecht ist wie das Filmergebnis, dann müssen die Rechte ziemlich billig gewesen sein. Schon allein der zeitliche Rahmen ist Blödsinn. Warum zum Geier muss der Streifen 1977 spielen? Wär´s nicht einfacher gewesen, die Handlung in die Gegenwart zu legen? Wer nicht nach ungefähr fünfundzwanzig Minuten rausgefunden hat, wer der Killer ist, der hat erheblichen Nachholbedarf an deutschen Vorabendkrimis (diese Schwestern-Geschichte ist ja unglaublich originell), die falschen Fährten, die der Streifen auslegt bzw. auszulegen versucht, sind painfully obvious (sie sind sogar so obvious, dass eigentlich sogar die typisch inkompetenten Film-Bullen eine Verbindung zwischen Conway, Joe und Frances und damit den Killings hätten herstellen können müssen)… Gar nicht reden woll ich von den diversen Zufällen, die unser, ähempt, Held braucht, damit er überhaupt irgendetwas „figured“ (am schlimmsten fand ich dabei den Boxer, angeblich ist Matt übrigens auch Ex-Boxer, das muss irgendwo im Roman oder in einer vormaligen Schnittfassung stehen, der rein zufällig als Bouncer im Club arbeitet, wo Matt Ärger bekommt, und genau die Informationen hat, die für Matts weitere Recherchen vital sind). Und ganz zum Schluss will ich noch kurz auf die moralischen Bedenken eingehen, die der Streifen bei mir auslöst. Damit meine ich nicht mal, dass Irene offensichtlich davon kommt (das haben wir auch schon woanders gesehen), aber… Matt und Eddie covern gemeinschaftlich drei von ihnen begangene Morde (gut, zwei davon könnte man mit etwas gutem Willen als Notwehr bezeichnen, wofür da also die Mühe?) – von den diversen anderen von Matt begangenen Verbrechen (Hausfriedensbruch in mehreren Fällen, Entführung etc. gar nicht zu reden (zur Ehrenrettung sei angemerkt, dass Peerse Conway überreden will, Anzeige zu erstatten… interessiert aber auch keinen mehr). Das „Mystery“ ist dabei noch so krampfhaft konstruiert, dass es schon wehtut, und dabei auch noch unlogisch.

Darüber könnte man ja mit etwas Goodwill noch hinwegsehen, da Hickox normalerweise selbst mit niedrigem Budget ein annehmbarer bis herausragender Regisseur ist (WAXWORX II dürfte bei jedem Horrorfan einen Ehrenplatz haben), aber seine inszenatorischen Fähigkeiten, die Hickox selbst bei STORM CATCHER zumindest gelegentlich andeutete (und da war das sicher kniffliger, da der Film weit weniger hergab und viel mit Stock Footage arbeitete – hier ist übrigens eine für Phoenician Entertainment erstaunliche Abwesenheit von Stock Footage jeglicher Art zu verzeichnen, vermutlich ein Hausrekord), hat er wohl vor der Arbeit an diesem Film an der Studiotür abgegeben. JILL RIPS ist langatmig bis langweilig, frei von jeglicher Atmosphäre (merke: dunkel ist nicht gleich düster, und das war ja wohl der Sinn), statisch, aktionslos, spannungsfrei und am allerwenigsten erotisch (die SM-Szenen schwanken zwischen beabsichtigt lächerlich – die bei Mary O. – und uninteressant-repetetiv), obwohl man dem Film immerhin zugute halten muss (sort of), dass er SM nicht von vornherein als negativ und pervers zeichnet (dafür ist Matt scriptmässig zuständig, aber dass er ein korinthenkackender Spiesser ist, in der Beziehung, hab ich ja schon angedeutet, und er wird ja ein wenig „bekehrt“).

Nun, zumindest einiges an Brüchen in Handlung und Character Development wird dadurch erklärt, dass Hickox laut Audio-Kommentar zur US-DVD (die ich nicht habe, sondern mich hier nur auf andere Internet-Quellen berufen kann) mächtig angefressen ist über diverse eigenmächtige Post-Production-Bearbeitungen seitens der Produzenten (wer mit dem staatlich anerkannten Nixkönner Damian Lee arbeitet, muss allerdings auf alles gefasst sein, also hält sich mein Mitleid in Grenzen), wodurch, glaubt man Hickox, einiges an wichtigen Charakter-Entwicklungen besonders bezüglich Matt, auf der Strecke blieb. Ausserdem, so Hickox, war der Film offenbar ein ziemliches Lundgren-Ego-Projekt, der heftigen Einfluss auf die Besetzung und die Zusammensetzung der Crew nahm. Aber selbst wenn man diese Behinderungen berücksichtigt, bleibt doch, dass JILL RIPS vermutlich auch in seiner vollständigen Form nicht viel mehr als eine öde spannungslose Schlaftablette von Möchtegernthriller ist, die man vielleicht mit dem ein oder anderen Gore-Effekt zumindest vordergründig hätte aufpäppeln können. Bis auf den einen zermanschten Schädel gibt der Streifen aber auch diesbezüglich nichts her, so dass das lukrative FSK-18-Papperl vermutlich mehr auf den sexuellen Inhalt des Films zurückzuführen ist als auf Splatter und Blut (in der Hinsicht bot sogar der FSK16-freigegebene, aber natürlich auch von einem Major veröffentlichte, SE7EN mehr).

(Abschweifung am Rande: immerhin ist das deutsche DVD-Cover – obwohl am sonsten das gleiche Motiv – nicht ganz so dusslig wie das oben abgebildete amerikanische… von wegen „America´s most wanted serial killer“… allein schon die Assoziation zum guten alten Jack Ripper ist eine mittelschwere Frechheit).

Wenn also schon Drehbuch und Regie nicht viel taugen, können selbst talentierteste Darsteller selten noch viel retten. Naja, und wo wir schon dabei sind, vor talentierten Darstellern wimmeln tut JILL RIPS auch nicht gerade. Wenn Dolph Lundgren der beste Schauspieler im Ensemble ist, wirft das nicht immer das beste Licht auf die Kollegen… Dolph versucht nach Kräften zu spielen, aber – es bleibt halt beim Versuch, manch dramatische Szene kann man ihm einfach nicht abkaufen, zumal sein Charakter trotz angedeuteter Ecken und Kanten einfach flach bleibt. Scheint doch so zu sein, dass der alte Schwede mehr bei der Action-Ware bleiben sollte…

Wie erwähnt, wenn ein Dolph Lundgren, der versucht, schauzuspielen, trotzdem das darstellerische Highlight ist, sollte man über die Kollegen und Kolleginnen eigentlich nicht mehr viel Worte verlieren. Der No-Name-Cast bleibt durch die Bank im besten Falle farblos (so z.B. Danielle Brett, die zumindest in ein-zwei Szenen gewisses schauspielerisches Potential andeutet) bis hin zu plain annoying (Sandy Ross, Victor Petdrchenko). Zumindest optische Highlights bieten Kylie Bax in ihrem mehr-oder-weniger-Cameo-Auftritt als Domina Serena und Kristi Angus als Frances.

Angesichts dieser bis dahin eher desaströsen Ergebnisse verwundert es nicht, dass die Musik uninteressant bis einschläfernd ist, der Schnitt gelegentlich chaotisch (manche Szenen finden nie Anschluss, so z.B. die nie aufgeklärte „Mrs. Reed kommt zu Besuch“-Szene) und der Film nie den Eindruck übertünchen kann, dass wir es hier mit ultrabilliger Ware zu tun haben (obgleich JILL RIPS für einen Kinoeinsatz konzipiert zu sein scheint, ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es dazu wirklich gekommen ist).

Der deutschen RC-2-DVD aus dem Hause Ascot wurde dann der angemessen lieblose DVD-Transfer verpasst. Bild und Ton sind zwar akzeptabel (wobei eine Vollbildversion geliefert ist, obgleich es einen Widescreen-Print zu geben scheint), aber in der soliden Tradition deutscher DVD-Veröffentlichungen (es gibt löbliche Ausnahmen, I know) hat Ascot keine Kosten und Mühen gescheut, um mit absolut Null Extras aufzuwarten. Keine englische Tonspur, nur ein Trailer (immerhin) und eine Programmvorschau mit zwölf weiteren enorm aufregenden Trailern aus dem Ascot-Programm.

Es tut mir irgendwie weh, dieses Review eines Filmes, dessen zwei Hauptbeteiligte eigentlich by default bei mir einen Stein im Brett haben, mit folgenden warnenden Worten zu beenden: JILL RIPS ist ein absolut miesepetriger Dünnbrettbohrer-Schnarchzapfenfilm, der trotz seiner eigentlich „fesselnden“ (pun intended) Thematik jeden Langeweilepreis der Welt gewinnen könnte, bodenlos einfallslos inszeniert und abgrundtief übel gespielt ist. Einzig Dolph-Lundgren-Komplettisten, Leute, die absolut jeden SM-thematisierenden Film haben müssen (obwohl selbst die bahnbrechend schlechte Anne-Rice-Adaption EXIT TO EDEN mit Rosie O´Donnell und Dan Aykroyd tausendmal mehr Unterhaltungswert hat) und diejenigen, die das erwähnte Aha-Erlebnis mit einem kopfüber baumelnden Dolph haben müssen, können überlegen, ob sie sich das Teil vielleicht mal ausleihen sollten. Aber selbst diese Zielgruppen werden letztendlich erleichtert sein, wenn sie feststellen, dass der Film nur 90 Minuten läuft und nicht die auf dem Cover angedrohten 111 (wo Ascot ziemlich unverschämterweise die Laufzeit sämtlicher dreizehn Trailer eingerechnet hat). Forget it! (Pff. Wo jeder Film mit Dolph automatisch super ist… wenn ich dir über’n Weg laufe, hau ich dir eine rein -Future Doc).

(c) 2002 Dr. Acula


BOMBEN-Skala: 3

BIER-Skala: 6


mm
Subscribe
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments