Invasion of the Girl Snatchers


  • Original-Titel: Invasion of the Girl Snatchers
  • Alternative Titel: The Hidan of Maukbeiangjow Kaspar and Prudence Laugh Till It Hurts at the Killers of the Zombie Plot: A Musical
  • Regie: Lee Jones
  • Land: USA
  • Jahr: 1973
  • Darsteller:

    Prudence: Elizabeth Rush
    Kaspar: Ele Grigsby
    Freddie Fingers: David Roster
    Junior: Paul Lenzi
    Aph: Charles Rubin
    Sam Trowel/Utoya II: Hugh Smith
    Noname: Harlo Cayse
    Ruthie: Carla Rueckert
    Bunny/Rosebush: Ruth Horn
    Big Girl: Pepper Thurston


Vorwort:

Geld ausgeben macht Spass (ganz besonders dann, wenn man eigentlich keins hat, aber das ist wieder ein Thema für sich), und der pure Wille, ein paar Euros unters Volk, bzw. speziell ins Videodrom zu tragen, kann interessante Sachen bewirken, so z.B., dass man sich eines schönen Tages mit einer Tüte Filme im Gepäck auf dem heimischen Sofa wiederfindet und sich verzweifelt fragt, warum zur Hölle man sich Invasion of the Girl Snatchers gekauft hat, abgesehen davon, dass es a) ein Sonderangebot war und b) der Titel schräg-schlecht genug klingt. Mein Holländisch reichte immerhin, um ein paar grundlegende Themenbereiche (Aliens und Mädchenentführungen, duh! Das hätte ich mir aus dem Titel auch noch zusammenreimen zu können) festzulegen – so´n Holland-Tape braucht der Sammler hin und wieder in seiner Kollektion und wenn DIESER spezielle Film jemals eine deutsche Videoveröffentlichung erlebt hat, esse ich meine Castle Freak-Laserdisc, ungewürzt mit Hülle. Trau aber niemals einem Holländer, vor allem nicht, wenn er behauptet, der von ihm auf Video vertriebene Film sei tatsächlich „Horror“, der das „Terror Zone“-Label (unter dem die Cassette firmiert), rechtfertigt (schniekes Coverartwork, das selbige wie oben rechts ins Bild gesetzt, hin oder her).

Aber eigentlich muss ein Film mit DIESEM Titel doch ganz bestimmt was für hiesige Seiten sein, especially, wenn man schon nach zweiminütiger Internet-Recherche herausfindet, dass der Streifen in seinem ursprünglichen Leben den unaussprechlichen Titel The Hidan of Maukbeiangjow trägt (oookay, da ist Invasion of the Girl Snatchers auf JEDEN Fall eine deutliche Verbesserung… von dem Trailer-Titel will ich lieber nicht reden, der ist tatsächlich noch abgedrehter als The Incredible Strange Creatures Who Stopped Living and Became Mixed-Up Zombies – wenn ich das tatsächlich auswendig richtig hingekriegt haben sollte – und das will was heissen). Also Vorhang auf, Film ab…

Inhalt:

Hmm, bin ich versehentlich in einen Re-Run von The_Abductors geraten? Denn das erste, was wir (nach einer ausführlichen Fahrstudie eines VW Bus und zwei halbwegs anständigen Bikes) sehen, ist, dass drei finster aussehende Typen ein gefesseltes Girl in eine heruntergekommene Hütte schleifen. Beobachtet werden sie bei ihrem schändlichen Treiben vom personifizierten Alptraum eines jeden weiblichen Teenagers – der langhaarigen brillentragenden und vielleicht maximal achtzehnjährigen Bohnenstange Kaspar. Kasper schwingt sich ob der gewonnenen Erkenntnisse auf seine Möhre und tuckert, begleitet vom ersten von ungefähr achtundsiebzig kultverdächtig grottigen Country-Songs des Soundtracks und den Opening Titles, von dannen und landet in einem Motel, wo Sam Trowler, Privatdetektiv, und Ruthie, blondes Gift, ihn erwarten, seinen Bericht aber auf unbestimmte Zeit vertagen und uns erst einmal mit notwendigster Exposition versorgen. Sechs Mädel sind in letzter Zeit spurlos verschwunden, nur ein Mädel namens Natalie tauchte wieder auf, allerdings komplett geliefert mit totalem Gedächtnisschwund. Nichtsdestotrotz gibt es zwei Verdächtige, was irgendwie, fragt mich nicht wie, damit zusammenhängt, dass ein weiteres entführtes Mädchen auch wieder aufgetaucht sei (hmmm… also wieviel denn nu? Eine, zwei, trölfzig?), allerdings nicht als Agnes Ross, wie sie ihre Mama getauft hat, sondern als Susan Smith und Verlobte eines einflussreichen Senators. Rather mysterious, das ganze, weswegen auch immerhin Superdetektiv Trowler und sein Assi Kaspar auf den Fall angesetzt wurden, anstelle bleistiftsweise in solcher Hinsicht gemeinhin überschätzter Agenturen wie Polizei, FBI oder CIA. Gut, glauben wir dem Skript, arbeiten die zwei Verdächtigen mit einem allgemein bekannten und ob dieser Tatsache erstaunlich unbehelligten Mädchenhändler namens Freddie Fingers zusammen, dem nunmehr ein Auftrag über eine unbegrenzte Menge Mädchen erteilt wurde und der aus unerfindlichen Gründen bereit ist, mit Trowler zu kooperieren. Und zwar heute und sofort, da ist nämlich Abgabetermin. Das entsprechende Briefing erhalten Trowler, Kaspar und Ruthie per Mission Impossible-mässigem Briefing auf Cassette (inklusive allen üblichen Zutaten bis hin zu „Das Band zerstört sich innerhalb von fünf Sekunden selbst“, was es allerdings nicht tut, so dass Trowler es in seiner Hosentasche deponiert, um es später zu entsorgen).

Der hochgradig inspirierte Plan unserer Freunde besteht darin, dass von Freddie Fingers zwecks Übergabe vorgesehene Girl (eeh… soviel zu „unbegrenzte Menge“, wa?) gegen Ruthie (sort-of blonde Schlampen-Version von Anke Engelke) auszutauschen, wobei Ruthie ein Ortungsgerät tragen wird – und zwar in ihrem BH! Kaspar ist beleidigt, weil er im entsprechenden Aktionsplan keine Rolle spielt und Ruthie dengelt ins Nebenzimmer, um sich umzuziehen.

Freddie Fingers trifft ein (IMMORTAL DIALOGUE: Sam – „You´re early!“ Freddie – „No, I´m Freddie!“), begleitet von seinem schwarzgewandeten und schweigsamen Partner Noname (eeeh jaaaa). Im Gegensatz zu allgemeiner Vermutung, z.B. des Publikums, ist der Deal mit Freddie noch lange nicht unter Dach und Fach, aber zum Glück ist der Gangster geldgeil und lässt sich für die schlappe Summe von 5.000 Dollar zum Seitenwechsel überreden (also scheint man in der Mädchenhandels-Branche doch nicht so viel zu verdienen, wie man als normaler B-Film-Konsument gemeinhin denkt). Die Käufer treffen auch ein und schnappen sich erst mal, da zwei zum Preis von einer auch nach ihrer Rechnung ein gutes Geschäft ist, die ursprünglich von Freddie ausgekuckte rothaarige Schnepfe, während Ruthie in ihrem Motelzimmer halbnackt, d.h. topless rumhüpft. Die Entführer dringen direkt in ihr Zimmer ein und betäuben das tumbe Blondchen beim Zahn-Test („Die Zähne sind das wichtigste überhaupt“ – dieser Film wurde Ihnen präsentiert von Dr. Best). Dann wird Ruthie gefesselt und zum Abtransport vorbereitet. Dummerweise und zwecks Erhöhung des Komedypopomedyfaktors sperren sich die Entführer aus und Ruthie kann Notsignale abgeben, die Sam und die restlichen Zimmernachbarn auf den Plan rufen. Das treuherzige Stubenmädchen öffnet natürlich aber zuerst den fiesen Kidnappern die verschlossene Tür und Ruthie wird trotz der recht gelungenen Einlage, den Telefonhörer des Zimmertelefons mit den Brüsten abzuheben, abgeschleppt.

Sam und seine Gesellen finden also nur noch ein leeres Motelzimmer und stürzen sich zwecks Verfolgung in ihre respektiven Fahrzeuge, wo Sam in seinem sein Ortungsgerät anwirft (das im Gegensatz zu dem in The Abductors auch tatsächlich so aussieht, als könnte es zumindest irgendeinen halbwegs sinnvollen Zweck erfüllen). Gar lustig wird´s, denn natürlich lotst das Gerät Sam samt Gefolge auf kürzestem Wege zurück ins Motel, wo auf dem Bett unschuldig der vor sich hin funkende BH herumliegt. „Ich glaube, ich muss weinen,“ seufzt Sam ob seiner schweren persönlichen Niederlage, und, bekanntlich hängen Spott und Schaden unmittelbar zusammen, in diesem Moment explodiert die Briefing-Cassette in seiner Hose (mehr als ein Ladykracher war das aber nicht…). Doch Kaspar greift tröstend ein – was er ja schon die ganze Zeit seinem Chef brühwarm erzählen wollte, er kennt den Hideout der Ganoven und hat sogar eine detaillierte Karte gepinselt. Sam rekrutiert Freddie und Noname, die Lage dort vor Ort auszuchecken (ich frage mich zwar, warum Freddie sich auf diesen Job einlassen sollte…), er wird folgen und Kaspar darf zuhause bleiben, zu seiner grossen Freude.

Zu Kaspars Glück taucht aber unmittelbar nach Abreise der drei anderen Kerle ein seltsamer Typ mit Cowboyhut auf, der wie ein dreissig Jahre jüngerer und ebensoviele Kilo leichterer Charlie Sheen aussieht und stellt sich als Freddies Bruder Freddie vor (wie wir später erfahren, heisst auch ihr Vater Freddie – keine besonders kreative Familie), der der besseren Übersichtlichkeit wegen von nun an auf den Namen Junior hören soll. Junior begehrt zu wissen, wo sich sein grosser Bruder aufhält und da kann Kaspar ja helfen…

Ruthie ist indes schon an ihrem Bestimmungsort angekommen und wird dort in immer noch halbnacktem Zustand an einen Tapeziertisch gefesselt und geknebelt. Unter diversen okkulten Symbolen hockt ein weissgekleideter Typ, unschwer als Guru, Priester einer exotischen Religion oder ganz einfach mittelschwer ausgeklinkt zu identifizieren, und stiert in Trance vor sich hin. Einer der Entführer weckt ihn per Hupe (!) aus seinem abwesenden Zustand, denn there´s work to do. Ruthie bekommt eine Injektion und wird an diverses elektronische Equipment (genauer gesagt: einen Oszillographen, sprich, dass was man sich anschafft, wenn man einen wirklich medizinischen Kasten, der Herz- und Atemfrequenz anzeigt, nicht leisten kann) angeschlossen, während der Guru-Priester einige seiner okkulten Zeichen auf Ruthies Möpse malt und extremen metaphysischen Schwurbel über einen geheimnisvollen „roten Stern“ (Belgrad?) und seine Bewohner, den Weg des Lichts und den der Dunkelheit absalbadert. Einer der Entführer hält der armen Ruthie die Nase zu und da der Mund ja auch verstopft ist, geht unser Lockvogel den Weg alles Irdischen und erstickt, was der Oszillograph auch durch entsprechende Null-Anzeige dokumentiert. Der Priester-Guru mythologisiert weiteren Dummfug über den „roten Stern“ und schon springt der Oszillo wieder an und Ruthie schlägt die Augen auf, alas, wie wir uns an unseren ölf Fingern abgezählt haben, ist Ruthie jetzt nicht mehr Ruthie, sondern von einem Roter-Stern-Einwohner übernommen. A fiendish plot is about to unravel – oder so… Priester und Entführer befreien das Mädel von seinen Fesseln (wobei sich der Chef-Entführer allerdings dermassen DÄMLICH anstellt, dass ich offiziell bezweifle, dass der Kerl sich ohne fremde Hilfe die Schuhe zubinden kann – selbst dem Regisseur wird das irgendwann zu peinlich und er schneidet relativ verzweifelt auf einen close-up um) und heissen den Neuzugang Willkommen.

Zu weiteren fröhlichen Country-Klängen erreichen dieweil Freddie und Noname das Feindesland, und das wird von zwei Henchmen bewacht. Zwar sind die gemeinschaftlich mit einer Machete und einer Kanone bewaffnet, aber leider haben unsere Mädchenentführer vom roten Stern bei der Rekrutierung ihrer Gefolgsleute einen Faktor sträflich vernachlässigt. Also, liebe megalomanischen Mitleser, die die Übernahme der Weltherrschaft anstreben und Personal suchen, hier ein Gratis-Rat: HEUERT ALS EURE SCHLÄGERTYPEN KEINE BUNDESLIGA-FUSSBALLSPIELER AN. Will sagen, sucht Euch Leute, die nicht beim leisesten Windhauch in ihre Richtung ohnmächtig zusammenbrechen. Will damit, um wieder zum Film zu kommen, sagen, dass der eine der Henchmen bei einem „Schlag“ („Streichler“ würde eher zutreffen) Freddies schneller umfällt als Andi Möller, wenn ihn Loddar Maddäus am Trikot zupft – immerhin fällt selbst Meister Freddie ob der geballten Kompetenz und Härte des prospektierten Schlägerteams nur noch ein „You ARE kiddin´ me“ ein.

Während Junior und Kasper seeehr unauffällig (mit ungefähr eineinhalb Autolängen Abstand) Freddie und Noname ins nunmehr freigegebene Areal folgen, versucht einer der gerade k.o. geschlagenen Thugs noch mal eben Freddie zu erschiessen, wird aber seinerseits, selbstredend schweigend und übercool von Noname geplättet.
Die Freddie-Brothers haben eine kurze familiäre Auseinandersetzung (das übliche „Was tust du hier?“-Geplänkel), vertragen sich aber schnell und so wird der Hideout der Entführer einer Untersuchung unterzogen, die sofort zwei gefesselte Girls ans Licht bringt, zum einen die rothaarige Freddie-Ware (die von ihm aber scheinbar weder wiedererkannt noch sonst wie beachtet wird) und die leichtfertigerweise von Kaspar losgebunden wird, worauf sie stiften geht, zum anderen ein dunkelhaariges Mädchen, das ob der Losbindung ebenfalls den Fluchttrieb einschaltet, von Junior aber überwältigt und ern eut gefesselt wird. KOMEDY ensues, als die Rothaarige Juniors Auto klaut und Freddie dies seinem Brüderchen mitteilt. Freddie befiehlt seinem Bruder, ein Motorrad der Entführer zu stehlen und das Auto wiederzuholen, während Kaspar auf das zweite Mädel aufpassen soll. (Würde man dem Mädchen sagen, dass Freddie, Kaspar & Co. technisch gesehen die GUTEN sind, würde die vermutlich gar nicht so widerwillig sein, andererseits würde ich Freddie und Noname auch nicht über den Weg trauen). Das Mädchen bettelt Kaspar an, es von seinen Fesseln zu erlösen, aber Kaspar ahnt, dass er fürchterlich eine aufs Maul bekommen würde (wovor er weniger Respekt hätte, hätte er die unheimliche Schlagkraft des Knaben zwei Minuten vorher gesehen…), wenn er das tut, tut ihr aber zumindest den Gefallen, für sie ein magisches Ritual zu beenden, was ausgesprochen wichtig und eilig sei (erstens Mal weiss ich nicht, ob ich das tun würde, zweitensmal, wie zum Geier hat sie das Ritual angefangen, denn sie wurde doch gefesselt aufgefunden???) Anyway, Kaspar komplettiert den magischen Kreis, hockt sich und gefangenes Girl hinein und wird von ihr angeleitet, diversen Hokuspokus mit verschiedenen Bekreuzigungen (allerdings muss sie ihm erst erklären, wie man sich korrekt bekreuzigt… ich geb´s zu, ich hab mit links-rechts auch immer meine leichten Schwierigkeiten…) zu treiben, dann betet sie noch ein christliches (naja, es richtet sich zumindest an „unseren“ Gott) Schutzgebet und verkündet, dass sie und Kaspar nunmehr in Sicherheit wären (I feel safer already!), denn die einzig wahre Gefahr droht ja nicht dem eh vergänglichen Körper, sondern einzig und allein der unsterblichen Seele (wäre ich jetzt Kaspar, wäre ich UNHEIMLICH beruhigt). Im übrigen stellt sich das Girl als Prudence vor, ohne Nachnamen.

Sam hockt während dieses ganzen Spektakels in sicherem Abstand in den Büschen und wird plötzlich von einem recht grossen und mit ebenfalls grossen weiblichen Attributen ausgestattetem Girl überrascht, die ihn mit den Worten: „Du hast einen guten Körper. Ich brauche ihn.“ begrüsst. Sackträger, der er nun mal ist, versteht er das ganze als plumpe, nichtsdestoweniger hochwillkommene Anmache und ist daher verständlicherweise etwas überrascht (aber nicht lange), dass die Maid sich ohne viel Federlesens auf ihn stürzt und ihn erstickt. Lasst mich raten, die gehört zu den BÖSEN, oder?

Prudence, immer noch gefesselt, plagt ein Krampf im Bein und da Kaspar immer noch unwillig ist, die Jungmaid loszubinden, muss er zur Massage schreiten. Bietet natürlich Gelegenheit für erkleckliche Komedy, da Kaspar vermutlich weibliche Wesen bislang nur aus grösserer Entfernung oder in Form von bunten Ausklappbildern gesehen hat und ihm die Massagearbeit höchst peinlich ist, zumal Prudence seine Hand auch seehr dezent in intime Regionen lotst. Junior, begleitet von seinem Country-Theme-Song, entdeckt indes zwar Blut, wo der niedergeschossene Thug liegen sollte, aber nicht den dazugehörigen Leichnam.

Wie wir schon immer vermutet haben, verbindet Intimmassage, Prudence und Kaspar sind nun offiziell Freunde und das Mädel auch überzeugt, dass Kaspar nicht zu den bösen Entführern gehört. Nachdem das geklärt ist, kann sie ihn ohne weitere Schwierigkeiten überreden, sie zu entfesseln und gemeinsam mit ihr das Weite zu suchen. Was sie finden, ist allerdings nicht das Weite, sondern der zurückgekehrte Junior, der seinem Cowboy-Image entsprechend, sowohl Prudence als auch den armen Kaspar fesselt. Freddie ist angefressen, dass sein Bruderherz ohne Auto wieder zurück ist, aber entsprechende Massregelungen müssen warten, da Noname Besuch bemerkt. Und zwar den vermeintlich totgeschossenen Schläger sowie Ruthie. Der Schlägertyp sieht nun verdächtig nach Zombie aus, und dieser Verdacht bestärkt sich dadurch, dass er auf Lappalien wie Unmengen auf ihn abgefeuerte Kugeln wenig bis gar nicht reagiert. Dramatische Stock-Music informiert uns, dass wahrhaft horribles sich gerade abspielt – Freddie schlägt dem Zombie mit einem Brett den Schädel ein, was aber auch nicht effektiv ist, denn der vielfach Geplättete schafft es trotzdem, Prudence zu würgen. Fred Junior greift beherzt zur Machete und entfernt den würgenden Arm vom Rest des Zombies (Ihr geht ja hoffentlich nicht davon aus, eine solche Szene in einem Film wie diesen tatsächlich im Bild zu sehen). Dann widmet er sich zu Kaspars ehrlicher Freude und Freddies Disgust, der das nämlich für Zeitverschwendung hält, der bewusstlosen Prudence und holt sie mit Mund-zu-Mund-Beatmung zurück ins Leben. Immerhin, ein severed-arm-prop, fake as hell, aber immerhin, kann die Produktion sich leisten, auch wenn es hauptsächlich für zwei cheap gags gebraucht wird – Freddie benutzt den blutigen Arm erst als Zigarettenhalter und verstaut sie dann in einem Schrank (!), um sich Ruthie zu widmen. Die hat eine „Botschaft“ für unsere Helden, nämlich eine Einladung zu einer Party. Sie selbst werde dabei nicht mitmischen, denn sie „muss die Prudence bewachen“. Freddie, Junior und Noname stapfen los, um dem vermeintlichen Gelage beizuwohnen. Kaspar hält Ruthie selbstredend für Ruthie und nicht das seltsame Wesen, das sie nun mal dank der absonderlichen magischen Prozedur ist – sie besteht darauf, ausschliesslich auf „die Prudence“ aufpassen zu müssen (nur mal eine dumme Frage – der Zombie und Ruthie sind doch – technisch gesehen – im selben Team. Warum soll Ruthie dann auf Prudence aufpassen und der Zombie versucht sie umzubringen??) und Kaspar ignoriert sie bestenfalls, jedenfalls denkt sie nicht daran, ihn von seinen Fesseln zu befreien. Prudence stellt fest, dass „sie“ Ruthie getötet hätten, was bei Kaspar leichte Verständnisprobleme auslöst: „Getötet? Sie sitzt da drüben!“ Nur Ruthies Körper, erklärt die Prudence, der Rest sei ein Alien!

D.h. wir bekommen tatsächlich etwas weitere Exposition, und die tut not. See, Prudence war einst Assistentin eines Magiers namens Aph (und ich dachte immer, Magier suchen sich etwas, naja, wohlklingendere Namen aus wie David Copperfield, der Grosse Houdini oder, eh, Hans Klok), und der habe irgendwann von haitianischen Voodoomeistern die Kunst der Seelen-Transfer-Technik erlernt. Dazu braucht man nur die Körper von Frischverstorbenen und kann diese dann wahlweise mit irdischen dämonischen Geistern (dann werden´s Zombies) oder ausserirdischen Wesenheiten von fernen Planeten bevölkern. Zwar habe sie sich schon vor Jahren von Aph und seinem Act getrennt, aber sie war blöd genug, einer Einladung ihres Ex-Chefs auf den Leim zu gehen und dabei sei sie dann entführt worden (hmmm… wer eingeladen ist, kann doch schlecht entführt werden? Höchstens gegen seinen Willen festgehalten… agreed, that´s a nitpick). Chef der Aliens sei Utaya und der sei bestrebt, mehr von seinen Kumpels auf die Erde zu holen, da seinesgleichen genauso im Chaos von Gut und Böse verstrickt seien wie wir Erdlinge – und Prudence versichert uns glaubhaft, wenngleich ohne jegliche philosophische Grundlage, dass es absolut nicht der natürliche Zustand einer Welt sei, dass es gute und böse Leute gibt. For no particular reason entledigt sich Ruthie ihrer Bluse und erfreut uns wieder mit dem Anblick ihrer blanken Brüste.

Trotz der Überlassung einer Karte stehen Freddie, Junior und Noname sprichwörtlich im Wald, haben aber das Glück, vom Sam-killenden Big Girl aufgegabelt und in die richtige Richtung geführt zu werden. Indes versucht Ruthie, wiederum aus Gründen, die der Welt im allgemeinen und dem Zuschauer, der verzweifelt versucht, heads or tails aus dem Streifen zu machen, verborgen bleiben werden, die Runenzeichen von ihrer Brust zu wischen. Prudence wird wieder von einem Krampf geplagt und nach diverser Komedy gelingt es Kapsar, Ruthie zumindest zu einem Massageeinsatz zu überreden.

Auch Freddie & Co. erfreuen uns mit humorigen Angelegenheiten, genauer gesagt, mit höchst amüsantem Wortwitz: „Aph expects your presence,“ meint nämlich das Big Girl. „But we don´t have no presents!“ versteht Junior das wieder völlig falsch. Hargh-Hargh-Hargh.

Nachdem nicht mal der beherzte Kampf mit dem Krampf Ruthie zur Freilassung der Gefangenen bewegen konnte, versucht Kaspar den nächsten Trick, die gute alte „Ich-muss-mal“-Routine. „Fest oder flüssig?“ fragt Ruthie. „Flüssig,“ entgegnet Kaspar. „That may be a hazard to the Prudence,“ räsoniert Ruthie und begleitet Kaspar daher zum nächstbesten Badezimmer. More Komedy, denn natürlich verweigert Ruthie dem armen Jung das Entfesseln der Hände (und wer uns Kerle kennt, weiss ja, dass wir die dazu brauchen), sondern verspricht vielmehr ihre Assistenz. „Dieses Gerät ist höchst interessant,“ stellt sie fest und da sie verdächtig nach unten ausserhalb des Bildes abtaucht, können wir uns ja denken, was sie meint. Die nähere Untersuchung des Geräts führt bei Kaspar zu höchst mensch- und männlichen Reaktionen, was Ruthie einen „Krampf“ vermuten lässt und sie hat gelernt, dass man Krämpfen durch heftige Massage zu Leibe rückt…

Indes sind die restlichen Protagonisten endlich in Aphs Quartier eingetroffen und der Magus empfängt seine Gäste mit einer weiteren grandiosen „hey-Leute-ich-bin-offiziell-bekloppt“-Rede. Junior stellt trocken fest: „I never work for a guy in a dress!“, aber Freddie ist pragmatischer, schliesslich habe Aphs Gespielin einen Balkon, „auf dem man Shakespeare spielen könnte!“ (Wäre noch witziger, wenn man glauben könnte, dass Freddie in seinem Leben jemals etwas von Shakespeare gehört hat). Aphs Predigt versteigt sich bis hin zur Behauptung, es handele sich bei ihm um den Sohn Jehovas persönlich (er hat Jehova gesagt! Er hat Jehova gesagt!), lädt die Jungs aber schliesslich doch ins Innere der Räumlichkeiten ein und wer erwartet sie dort — niemand anderes als SAM! (Welch Überraschung…). Sam erklärt, dass er nunmehr Utaya (remember? Alien-Oberhoncho?) sei und sich diesen Körper neu zugelegt habe (da sein vormaliger Körper der des Knaben war, der keinen Knoten aufkriegt, vermute ich stark, dass Sams dahingehende Abilitäten ein echtes Argument pro Körperwechsel waren) und schlägt Freddie einen neuen Deal vor, und dieses Mal geht´s nicht um lächerliche Summen wie 5.000 Dollar, sondern um EINE MILLIARDE DOLLAR! Uff. Who does this Utaya guy think he is? Friggin´ Goldfinger?? Und dafür soll Freddie nur einen Safe öffnen. Freddie verblüfft uns daraufhin mit der Erklärung, dass er kein Safeknacker (soweit sogut), sondern „explosives man“ wäre – ich dachte eigentlich bislang, der Knabe verdient seine Kohle mit Mädchenhandel?? Egal, Freddie (der uns an dieser Stelle kurz seine Familiengeschichte rezitiert) will damit ausdrücken, dass er zum Safeknacken Nitroglyzerin brauche. Kein Problem, sagt Utaya-Sam, haben wir. Junior hat sich indes eine herumstehende Flasche Hochprozenter gegriffen und gurgelt diese gemeinsam mit der schwer hypnogesaftet wirkenden Rothaarigen.

Okay, Freddie will wissen, was es mit dieser ominösen Milliarde auf sich hat, was im Umkehrschluss bedeutet, dass uns Utaya nun über seine tieferen Beweggründe ins Bild setzen wird. Aphs Fähigkeiten sind ein wesentlicher Bestandteil derselben und das triggert die mit Abstand lustigste Szene des Filmes. Kaum fällt nämlich sein Name, fühlt sich Aph, technisch gesehen wieder mal in seiner Trance, angesprochen und weckt SICH SELBST aus derselben, indem er sic mit der Hupe antrötet (! – Sieht wesentlich witziger aus, als es sich schreibt – a must-see). Aph setzt zu erneuten metaphysischen schwurbeligen Weitschweifigkeiten an, die aber selbst Utaya zu dämlich sind, der bringt´s auf den simplen Nenner: „Wir brauchen Körper. Und zwar in rauhen Mengen. Mit dem Knaben (gemeint ist Kaspar) könnte man anfangen!“ Freddie beauftragt Junior, Kaspar zu holen, der ist aber damit beschäftigt, den Rotfuchs abzufüllen – und da wir kaum an einer arglos herumstehenden Nitro-Flasche vorbeigehen können, ohne daraus etwas Komedy zu ziehen, süffelt das Mädel bei erstbester Gelegenheit die Flasche bis auf den letzten Tropfen leer. „Sie ist eine laufende Bombe,“ entsetzt sich Freddie, aber dafür gibt´s ja Aph und seine Wundertaten. Naja, so dolle isses nicht, was Aph so treibt, er hypnotisiert das Maderl einfach, sich Wasser zu suchen und dort zu ertränken (wenn das doch immer so einfach wär, mit den Frauen :-)). Rotfuchs geht auf die Suche und Junior macht sich endlich auf, um Kaspar zu holen. Da er aber nun unbedingt was zum Bespringen braucht und Prudence sich anbietet, bindet er Ruthie den Bären auf, SIE solle Kaspar zu Aph bringen und er werde Prudence weiter bewachen. Die Alien-Agentin tuckert mit Kaspar ab, Junior drückt ihr sogar seine Knarre in die Hand. Kaspar findet jedoch schnell heraus, dass den Aliens ein Crash-Kurs in Sachen irdischer Waffentechnologie nicht geschadet hätte – Ruthie hat nämlich keine Ahnung, was eine Pistole ist und wie man sie ggf. verwendet, was Kaspar natürlich intelligenterweise umgehend ausnutzt, um die Beine in die Hand zu nehmen (begleitet von funny-cue-music). Auch Prudence kann sich den Zudringlichkeiten Juniors durch beherzte Flucht entziehen – sie ergattert sogar ebenfalls eine Pistole, mit der sie Junior auch ordentlich einheizt, obwohl ihre Hände nach wie vor auf den Rücken gefesselt sind. Gut, das ist selbstredend eine hervorragende Möglichkeit, ein paar Screen-Minuten durch Chase-Comedy im Doppelpack totzuschlagen.

Utaya derweil ist immer noch am Erklären seiner finsteren Pläne – der bewusste zu crackende Safe sei im Besitz einer Agentur, die den Aliens auf der Spur sei und beinhalte Hinweise auf und die Karte zu ihrem Schlupfwinkel. Ich weiss nicht, wer blöder ist: Utaya-Sam oder Freddie, der allen Ernstes Utaya darauf hinweist, dass die einzig existierende Karte nirgendwo anders als in dessen eigener Hosentasche vor sich hin schimmelt (wodurch jetzt Utaya eigentlich durch nichts mehr daran gehindert wäre, Freddie und Freunde einfach als „Körper“ weiterzuverwenden). Kaspar hat das Pech, auf seiner Flucht direkt im Alien-Hauptquartier zu landen, wo er planmässig für die nächste Körperübernahmeaktion vorbereitet, d.h. an den Tapeziertisch gefesselt wird (für meinen Geschmack könnte Kaspar ein wenig mehr, naja, Widerstand leisten), wobei diese Aufgabe den Girls zufällt, die sich dabei ausgiebig über menschliche Krämpfe und die Möglichkeiten, selbige zu lockern austauschen, inklusive praktischer Erkundung am männlichen Belegexemplar. Junior hat Prudence erreicht und muss zu seinem Nachteil feststellen, dass es durchaus Revolver mit NEUN Kugeln gibt (er hatte nämlich die abgefeuerten Schüsse gezählt und fehl-kombiniert, dass nach sechs mal Schiessen nix mehr geht). Tja. Kugel Nummer 7 landet im Bauch des Charlie-Sheen-Imitats.

Kaspar sieht inzwischen so aus, als hätte ein ordentlicher Hand-Job zum üblichen Ergebnis geführt und soll nun von Aph einem Alien zugeführt werden. Aph allerdings weigert sich, er hält Kaspar für schlichtweg untaugliches Material, abgesehen von der schlechten Aura sei er schwach und verweichlicht. Kaspar, nicht dumm, steigt auf diese Masche voll ein, aber das hilft ihm nur peripher, denn wenn er nicht von Aliens übernommen wird, soll er halt ein Zombie werden (kein Wunder, dass die Alien-Henchmen-Brigade so schlapp ist, wenn sie nur solche Weicheier zombifizieren…). Dafür muss er aber erst mal gekillt werden, und das soll Ruthie übernehmen. Ruthie hält Kaspar pflichtbewusst die Nase zu (denn, so lernen wir, Ersticken ist die method-of-choice der Aliens, da die Körper dann unbeschädigt bleiben), hat aber nicht nur von irdischen Waffen keine Ahnung, sondern auch von irdischer Anatomie – ihr entgeht die Tatsache, dass unsereins bequem durch den Mund atmen kann, wenn die Nase dicht ist. Kaspar spielt die Leiche, wird allein gelassen und versucht mitsamt Tapeziertisch die Flucht.

Freddy und Noname haben indessen ihre geistigen Kalkulationen abgeschlossen und sich entschieden, nicht für „Verrückte“ arbeiten zu wollen und bereiten ihren Abflug vor. Utaya lässt sich sowas nicht bieten und spielt Messerwerfer (wär doch eigentlich was für Aph als Ex-Magier) – der schweigsame Noname reagiert, schiesst Utaya ein nettes Loch in die Stirn, fängt sich aber ein Messer in den Magen ein, um – welch Ironie – nun doch mal einen Satz von sich zu geben: „What can I say…“. Jeez. Inspired! Freddie haut Utaya noch for good measure einiges über die Rübe und düst mit dem verblutenden Noname gen Nirvana. Aph stolpert über den verblichenen Utaya und hält eine improvisierte Grabrede, wird aber vom zweiten Mitglied des ursprünglichen Entführerteams unterbrochen. Der nämlich stellt sich a) auf den Standpunkt, nunmehr der Boss zu sein und b) als eher weltlich orientiert dar – der Junge, offensichtlich nicht von Aliens übernommen, will hauptsächlich ins Mädchen-Business einsteigen und mit der gerade heranstaksenden und immer noch auf Wassersuche befindlichen Nitro-Roten will er anfangen. Aph grinst ein leicht böses Grinsen und hypnotisiert die Nitro-Tante dementsprechend.

Danach überrascht uns Aph mit einem plötzlichen erneuten Seitenwechsel, befreit den mittlerweile in einem Laken verhedderten und immer noch Tapeziertisch-spazierentragenden Kaspar und fährt mit ihm von hinnen, auch wenn Kaspar sich heftige Sorgen um Prudence macht. Die finden sie aber sofort am Strassenrand herumliegen – zwar ist Prudence ob Aphs Anwesenheit etwas panisch und flüchtet, aber Kaspar vermittelt ihr, dass alles in Ordnung ist. Nitro Girls Nach-Hypnose kann den Wasser-Such-Auftrag nicht überdecken und so lässt sie ihren Möchtegern-Besteiger stehen, der hinter ihr her hechelt, sie zu Boden wirft und BUUUUMMM (aber das haben wir ja sooo lange kommen sehen).

Aph brabbelt ein weiteres weitschweifiges Schlusswort a la „Jehovas Wege sind unergründlich“ und dann ist der Spass auch schon vorbei…

Heissa, und ich hatte schon gedacht, ich finde gar keine völlig verqueren und abseitigen Ultra-Low-Budget-Filme mehr… Invasion of the Girl Snatchers ist zweifellos eines der skurrilsten Machwerke, das mir in letzter Zeit vor die Glotzbuchten kam – endlich ein Film, der es in seiner Gesamtwirkung mit den klassischeren Ed-Wood-Werken aufnehmen kann.

Und wie es sich für solch einen Streifen gehört, ist schon die Entstehungsgeschichte interessant… Carla Rueckert und Don Elkins, die Scripter dieses Films, waren und sind in ihrem richtigen Leben selbsternannte UFOlogen, die sich seinerzeit (also Anfang der 70er Jahre) mit der Idee zu einem eigenen Buch über das Thema trugen, mit selbiger erfolglos bei Verlagen hausieren gingen und irgendwann gefrustet dazu übergingen, ein Drehbuch aus dem Stoff zu machen. Auch das fand keinen Abnehmer, bis die beiden auf den Trichter kamen, selbst eine Produktionsfirma zu gründen und den Film selbst zu machen. Lee Jones, ein Mann aus dem Dunstkreis des verlässlichen Schundlieferanten William Girdler (Grizzly, Day of the Animals willigte schliesslich ein, den Film zu drehen, vorausgesetzt, Rueckert und Elkins würden Sex und Gewalt ins Script einbauen, um den Film besser verkaufen zu können. Dem Wunsch kam man nach und so entstand für kaum Kohle und hauptsächlich mit einheimischen Akteuren ein weiteres klassisches Stück regional filmmaking aus Florida. Die UFOlogen-Biographie der Autoren ist nicht nur für den heimtückischen Originaltitel, sondern auch für die flammenden Reden von Aph verantwortlich, die, wie Rueckert gerne zugibt (ein ausführliches Interview mit interessanten Anekdoten findet sich in englischer Sprache auf der grandiosen Website williamgirdler.com, praktisch wortwörtlich aus einer obskuren zeitgenössischen UFO-Bibel entlehnt sind. Angesichts der sheer insanity, die der Film in jeder Sekunde ausstrahlt, wundert es auch nicht, dass Rueckert in diesem Interview auch angibt, dass „eine Menge Gras am Set geraucht wurde“. Ja, man merkts…

Praktisch alle Aspekte an Invasion of the Girl Snatchers sind herzig-drollig. So z.B. das völlig sinn- und verstandlose Drehbuch, das an keiner Ecke und an keinem Ende auch nur ein Minimum an Sinn macht. Was die Aliens eigentlich wollen, erfahren wir als geneigtes Publikum nie – wollen sie die Weltherrschaft an sich reissen oder was? Genauso wenig erhalten wir Aufklärung darüber, wieso Aph bei dem ganzen Treiben eigentlich mitmischt und wieso er schlussendlich die Seiten wechselt, und schon gar nichts verrät man uns über Prudence. Warum ist sie einerseits vital für die Pläne der Aliens, dass sie Ruthie zu ihrem Schutz abstellen und wieso versucht der Zombie sie andererseits zu killen? Welche Bedeutung hat sie überhaupt in der Handlung? Was soll das Einwerfen von „weisser Magie“ und christlichen Schutz-Gebeten gegen eine ausserirdische Bedrohung? Wieso lässt sich Freddie einerseits überreden, Sam Trowel (und WER zum Geier ist dieser Sam eigentlich und wer beauftragt ihn? Als „first, last and only line of defense“ scheint mir Sam ausgesprochen ungeeignet zu sein…) zu unterstützen, um dann beim ersten höheren Angebot der Gegenseite erneut umzuschwenken? Und wieso verdienen überhaupt Sprengstoffexperten ihr Geld mit Mädchenhandel? Und damit hab ich sicher nicht alle Plotholes aufgegriffen. Gut, das Script könnte Ed Wood persönlich in einer durchzechten Nacht verfasst haben, aber offensichtlich wurde allen Beteiligten schnell klar, dass man hier mit Ernsthaftigkeit nichts bewirken kann, und so entschloss man sich kurzerhand und zum Wohle des Zuschauers, die ganze Sache auf den Lacher hin anzulegen. Und tatsächlich sind etliche der Lacher wirklich beabsichtigt (oder sollten es zumindest sein) – und in den humorigen Elementen findet sich sogar die ein oder andere wirklich gute Idee, so z.B. dass die Aliens ebensowenig von menschlichen Körperfunktionen wissen wie von Waffen und schon als reichlich naiv-töricht rüberkommen – das ist nicht nur ziemlich witzig (auch wenn der Gag mit den „Krämpfen“ ein wenig overdone wirkt… insgesamt vier Einfiedelungen dieses Themas sind mindestens zwei zuviel), sondern actually rather clever (wobei man auch hier ein wenig zu viel des Guten tut, indem man die Aliens schlussendlich als absolute Volltrottel dastehen lässt… wie war das noch mit der Karte zu ihrem Hideout, die angeblich in den Händen einer Agency ist? Puuh!). Aber auch die Freunde unfreiwilligen Humors kommen bei den Kampfszenen, die man mit gutem Willen als „symbolisch“ bezeichnen kann, auf ihre Kosten (übrigens ist es auch ziemlich bemerkenswert, dass wir es mit einem, naja, strenggenommen schon Science-Fiction-Film zu tun haben, der ohne jeglichen Spezialeffekt auskommt – wenn wir mal von dem abgetrennten Arm absehen… selbst Eddie Wood fühlte sich dazu berufen, wenigstens mal ein UFO bzw. eine fliegende Radkappe ins Bild zu setzen).

Tja, und was unsere liebe gute alte Freundin Nudity angeht… selten war sie more „gratitious“ als hier… wenn Carla Rueckert ihre Bluse auszieht, dann tut sie das aus keinerlei drehbuchmässiger Veranlassung, sondern nur, um nackte Tatsachen ins rechte Licht zu setzen (lustigerweise sprang Carla Rueckert, eigentlich ja Autorin des Films, nur ein, da Pepper Thurston, die eigentlich für die Nacktrolle eingeplant war, kurzfristig davon Abstand nahm – in oben erwähntem Interview erwähnt sie auch die lustige Geschichte, dass die Crew während der Szene, in der sie nackt auf den Tapeziertisch gefesselt ist, für zwei Stunden Mittagspause machte und sie dort vergass… nun war das Gemäuer, in dem gedreht wurde, spinnenverseucht und sie hatte etlichen achtbeinigen Besuch zu verkraften… low budget moviemaking is not always fun, I suppose). Im übrigen ist der Film ein wahres Paradies für Bondage-Affecionados, da die weiblichen Ensemblemitglieder nahezu ständig in irgendeiner Form gefesselt sind (Prudence ist während ihrer gesamten Screen-Time vielleicht eine Minute lang ungefesselt, für Kaspar gilt allerdings nahezu ähnliches, so at least a bit of equal rights…).

Handwerklich ist der Film erwartungsgemäss ein ziemliches Schlachtefeld mit ärmlicher Kameraführung, gelegentlich stark ersichtlich „gestageden“ Szenen und dabei auch ohne jeglichen Spannungsbogen inszeniert (da inklusive der handelnden und ausführenden Personen kein Mensch befriedigend zusammenfassen könnte, worum´s in dem Film eigentlich geht, ist das auch kaum anders zu erwarten), manchmal wird auch in Punkto Komedy (meine Unterscheidungskriterien zwischen Komedy und Comedy dürften bekannt sein… für Newbies sei nur gesagt, dass Komedy im grossen und ganzen unlustige Comedy ist) etwas übertrieben. Lustig sind die Country-Songs des Soundtracks, die sich aus Theme-Songs für bestimmte Charaktere und die Handlung kommentierenden Songs zusammensetzen. Negativ fällt auf, dass gelegentlich Sound- und Musikeffekte zu laut gemischt sind und Dialoge übertönen.

Eh, und jetzt erwartet Ihr vermutlich ein Wort zu den Schauspielern. Folks, es hat schon seine Gründe, warum man von den Leuten nie was gehört hat, aber das macht einen Gutteil des Reizes dieses Films aus. Elizabeth Rush (Prudence) macht ihre Sache recht gut und deutet zumindest gewisses schauspielerisches Talent an, Ele Grigsby (Kaspar) scheint mehr oder minder sich selbst zu spielen (so deute ich zumindest so manchen Gesichtsausdruck in vermeintlich peinlichen Situationen). Ganz gross ist Charles Rubin als Aph, ein wahrer Meister des ausdrucksstarken Absonders abstrusester Dialoge (und sein Glanzauftritt mit der Selbst-Tranceerweckung ist eigentlich schon alleine die Investition in das Tape wert) – love that blank stare of his. Charlie-Sheen-Look-a-like Paul Lenzi bleibt ein wenig blass, dafür gibt David Roster eine larger-than-life-Vorstellung als Freddie Fingers und ganz gross ist Harlo Cayses Il Silencio-Gedächtnis-Performance als Noname. Carla Rueckert verschanzt sich hinter ihrer Sonnenbrille und überlässt das Schauspielen zumeist ihren Brüsten. Auf jeden Fall macht dieser Cast Spass, das ist wahres Trash-Movie-Feeling.

Wie schon gesagt bin ich nunmehr stolzer Besitzer des holländischen Tapes von „Video Network“ aus der „Terror Zone“-Reihe (und trotzdem… Horror ist es nun absolut nicht :-)). Die Bildqualität ist so schäbig, wie man es von einem No-Budgeter erwarten kann, aber erträglich genug, der englische Ton recht gut verständlich und die holländischen Untertitel trotz Vollbildtransfer nicht allzu störend.

Wort zum Sonntag: Invasion of the Girl Snatchers ist ein grandioser Trashfilm, der das Herz eines jeden Schundfilmfans höher schlagen lassen wird. Ein Drehbuch ohne Sinn und Verstand, realisiert von Leuten ohne ersichtliches Talent, gespielt von ambitionierten Amateuren, garniert mit jeder Menge Bondage- und Nudity-Situationen von der überflüssigesten und daher charmantesten Sorte. Kurzweiliger Spass ist jeder B-Film-Party mit diesem Tape garantiert und ich kann Freunden des wirklich „klassischen“ Trash nur empfehlen, sich auf die Suche nach diesem obskuren kleinen Filmchen zu machen – eine Perle jeder aufgeschlossenen Schotter-Sammlung.

(c) 2001 Dr. Acula

  • Die Kombination goldene Stiefel/roter Bauarbeiterhelm - oder soll das ein Hut sein? - finde ich reichlich bemerkenswert... hätte ich höchstens den Village People zugetraut

  • Wenn David Copperfield das in seiner Show mit Claudia Schiffer machen würde - oder noch besser mit Heidi Klum -, tät ich mir glatt ein Ticket kaufen

  • Tröstet Euch... ich hab auch erst nach fünf Minuten Film zweifelsfrei festgestellt, daß es sich bei diesem Subjekt um ein männliches Wesen handelt. I hate the Seventies.

  • ´Ja, Blackie, ich glaube auch, daß Herschell Gordon Lewis dieses Teil hier vergessen hat... wir könnten´s uns nämlich nicht leisten!´


BOMBEN-Skala: 9

BIER-Skala: 8


mm
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