I.F.O. Air Racing


  • Deutscher Titel: I.F.O. Air Racing
  • Original-Titel: I.F.O. (Identified Flying Object)
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  • Regie: Ulli Lommel
  • Land: USA
  • Jahr: 1985
  • Darsteller:

    Max (Carey Shearer)
    Kim (Kim Kincaid)
    John Ferguson (Paul Rugg)
    Jacob (Marc Drotman)
    Chuck (Anthony R. Lovett (als Tony Lovett))
    Steven (Art Payton)
    Marion (Pat Munger)
    Britt (Kelly Zirbes)
    Ringo (Peter Dobson)
    O´Dell (Brian „Fats“ Bender)
    Harold (Doug Requa)


Vorwort:

Mal wieder was anderes … normalerweise beschäftigen wir uns hier auf diesen Seiten ja mit Filmen, in denen (zumindest gewohnheitsmässig) Kunstblut spritzt und allgemein Dinge vor sich gehen, die man als nicht jugendfrei erachtet. Im Zuge der doktor´schen Bemühungen um ausgewogene Kost fiedeln wir ganz unauffällig mal ein Filmchen ein, das mit dem entzückenden FSK-Siegel „freigegeben ab 6 Jahren“ ausgestattet ist. Nein-nein, nicht gleich weglaufen, der Film hat es in der Tat verdient, hier gewürdigt zu werden. Warum? Na, das erkläre ich Euch mal in Märchen-Form…

Es war einmal ein junger deutscher Regisseur, der zu den Kumpeln von Rainer Werner Fassbinder, der skandalumwitterten Ikone des deutschen Autorenfilms, gehörte und, nach ersten Gehversuchen, mit Die Zärtlichkeit der Wölfe eine sowohl bei Kritik als auch Publikum wohlgelittene freie Adaption des Lebens und Werks des Massenmörders Haarmann auf die Beine stellte. Nach nicht ganz so hochgeistiger Ware wie Jodeln is ka Sünd und einem Film über den Führer himself (Adolf und Marlene) beschloss unser Held, dass Deutschland für ihn zu klein geworden war und emigrierte gen Hollywood, um dort seine künstlerischen Ambitionen zu verwirklichen. Weil unser Freund aber doch nicht so talentiert war, wie er dachte und/oder er dort auch keine Filmförderung zur Verfügung hatte und sich die Kohlen für seine Streifen in Eigenverantwortung zusammenraffen musste, versandete er bald im Reiche der B-Movies, hatte mit dem kleinen Fetzer Boogeyman und der kruden, aber immerhin lustigen Horror-Plotte Brainwaves bescheidenen Erfolg, ohne gesteigerten Eindruck zu hinterlassen. In der Folgezeit schuf er so unsterbliche Werke wie den Top Gun-Abklatsch Warbirds und ähnlichen Junk. Der Name unseres Helden: Ulli Lommel.

Irgendwann zwischen seinen Horror- und Actionfetzern fand Lommel tatsächlich Zeit für ein jugendfreies Action-„Spektakel“ und genau das wollen (naja, müssen?) wir uns heute zu Gemüte führen: I.F.O. (Identified Flying Object bzw. I.F.O. Air Racing, wie sich der Streifen (nicht wirklich sinnvoll) in seiner Teutonen-Fassung nennt…

Inhalt:

Nach einer schauerlichen Titel-Sequenz (sieht mehr nach Urlaubsvideo aus, in das man mit einem 99-Marks-von-Conrad-Schnittpult ein paar Texttafeln eingefügt hat) und einem, hüstel, majestetischen Theme (das vermutlich majestetischer klingen würde, wenn´s sich nicht verdächtig nach Bontempi-Heimorgel anhören würde) befinden wir uns in einem Top-Secret-Air-Force-Laboratorium. Naja, sowas ähnliches. Glauben wir mal, dass die Air Force Multi-Millionen-Dollar-Aufträge an drei hergelaufene Pappnasen vergibt, die dann in einem angemieteten Hangar eines Provinzflughafens vor sich hin experimentieren… Woran bastelt das Nasenbärentrio John (offensichtlich der Chef der Truppe, da er andeutungsweise so etwas wie einen Brägen unterm Pony hütet), Jacob (dem ein paar Stunden auf´m Bauch-weg-Trainer gut tun würden) und Chuck (along for the ride, Bedeutung hat er keine gesteigerte)? Man mag es kaum glauben, ihr Projekt ist ein ferngesteuerter Mini-Hubschrauber (uargh, ich erleide gerade Flashbacks zu Defense Play, einem der dümmsten juvenile-techno-Thriller der 80er) mit gar erstaunlichen Fähigkeiten. Das Ding, das alberner aussieht als ein Bausatz von Fischer-Technik, kann nämlich bunte Cartoon-Strahlen verschiessen und damit die Zielobjekte – gemäss Programmierung – „unter Kontrolle bringen“ (per blauem Strahl, der das „Opfer“, in diesem Fall freiwillige Versuchsperson Jacob zum Schreien bringt) bzw. „entwaffnen“ (mir persönlich erschliesst sich zwar nicht ganz der Sinn eines programmierbaren Robot-Hubschraubers, wenn man das Ding dann trotzdem per Joystick vom Computer – hüstel, 1985 ist doch ganz schön lang her, man merkt´s an der Computertechnik – steuern muss, aber ich verpulvere ja auch keine Millionen in sinnlose Forschungsprojekte). Jedenfalls entwickelt der Mini-Hubschrauber ein unsympathisches Eigenleben, indem er sich nämlich den Abschaltbefehlen Johns energisch widersetzt, Jacob, Chuck und John mit seinen komischen Strahlen zappt, bis John sich zum Stromhauptschalter durchkämpfen und der kompletten Anlage den Saft abschalten kann. „Er scheint seinen eigenen Willen zu haben,“ nölt John in der After-Game-Analyse, „er hat sich selbst programmiert.“ „Vielleicht haben wir bei der Programmierung einen Fehler gemacht und eine tödliche Waffe erschaffen,“ räsoniert Jacob (so sind sie, die Forscher, basteln einfach wild drauflos und wundern sich, was am Ende ´bei rauskommt…). John packt den abgeschalteten Hubschrauber in eine Kiste und verordnet fürs erste strengstes Stillschweigen, auch und gerade der Air Force gegenüber. Intense stuff, ain´t it?

Anderswo ist die Schule aus, Sommerferien sind angesagt (nein, ohne Alice Coopers „Schools out for Summer“, die Lizenzrechte wären vermutlich teurer als der ganze Film) und Max, unser jugendlicher Held, eine gut sechzehnjährige Pickelfresse von Vollidiot, stolpert (sprichwörtlich) after school in das einzige (Tag und Nacht geöffnete, wie man uns öfters unter die Nase reibt) Restaurant (wo das fette Schwein O´Dell sich aufführt, als gehöre ihm der Laden, und drei- bis fünffache Portionen im Minutentakt ordert… soll vermutlich komisch sein) der Stadt, räumt dort erst mal eine Kellnerin samt diverser Esswaren ab und trifft dann seine Freundin Kim, die sich im Gegensatz zu Maxe freut, dass er keinen Ferienjob abgekriegt hat: „Da haben wir mehr Zeit für uns.“ Max will aber unbedingt Knete scheffeln, weiss der Geier wieso, und versucht sogar, Ringo, den Freund seiner Schwester Britt (die ihn natürlich, wir wollen ja gewisse Konventionen des Teen-Films einhalten, hasst wie die Pest, was ich aber bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann), der in O´Dells Kfz-Werkstatt schuftet, einen Aushilfsjob aus dem Kreuz zu leiern, vergeblich. Gefrustet schleicht sich Max heim, wo er die in Tränen aufgelöste Mama vorfindet – klarer Fall, den Helden als typischen Kleinstadt-Loser mit tyrannischer Schwester zu zeichnen, reicht nicht, nö, der Kerl braucht selbstredend noch die zusätzlichen verkorksten Verhältnisse einer in den Scherben liegenden Eltern-Ehe. Paps ist vorübergehend bis endgültig ausgezogen, hat aber zumindest für seinen Lieblings- (und einzigen) Sohn einen Ferienjob aufgetan.

Als Sohn von Welt würde ich ernsthaft darüber nachdenken, mich selbst zur Adoption freizugeben, denn der tolle Superjob besteht darin, dass Max am (besagten) Airfield den Besen schwingen und die Startbahn fegen darf. Tolle Beschäftigung für einen Sommer, da verkauf ich ja doch noch lieber im Dezember meine Weihnachtsbäume. Dem aufmerksamen Max entgeht nicht, dass John (seines Zeichens Kims älterer Bruder, so ist das in Kleinstädten, jeder mit jedem verwandt, deswegen sind die Typen dort wohl auch immer so debil) mit seinen Kumpels in einen streng (d.h. von einem gelangweilten zeitungslesenden Schwarzen namens Tony, aber immerhin mit Wumme am Gürtel) bewachten Seitenhangar verschwinden. Tony ist einfach zu übertölpeln und schon hat sich Max in den streng geheimen Hangar geschlichen und kann dort hören, wie John (etwas unglücklich formuliert, zweifellos) davon faselt, „ihn“ (gemeint ist natürlich der Hubschrauber) „umzubringen“, weil er missbraucht werden könnte (hätte der arme John einfach nur „zerlegen“ gesagt, hätten wir keinen Film). Jacob weist darauf hin, dass die Air Force keine 80 Millionen Dollar (WIEVIEL?????? Und alles, was ihr Zauberer zuwegegebracht habt, ist ein unkontrollierbares Spielzeug und zwei aufgemotzte C-64er? Gut, mich hat der US-Militäretat eh nie gewundert) für einen „neuen Rasenmäher“ ausgibt, worauf uns John wenigstens verrät, was die Militärs eigentlich erwartet haben – ein fernsteuerbares Spionage-Device, das sich im Zweifelsfalle selbst verteidigen kann (dafür ist so ein Minihubschrauber mit einer Reichweite von ca. 3 Kilometern, okay, es sind im Filmverlauf ein paar Yards mehr, aber trotzdem, sicher optimal geeignet). Jetzt aber sei das corpus delicti „am Leben“ (wenn ich nicht wüsste, dass Nummer 5 lebt! erst ein Jahr später entstand, tät ich sagen, wir sind in einem Rip-off. Sind wir natürlich auch so, aber nicht speziell von dem Film), „menschlich“, könne selbständig denken und überhaupt (wie ihr drei Schnarchzapfen sowas auch nur aus Versehen hingerotzt bekommen habt, möchte ich gern wissen). Einer Laune entsprechend taufen die Herren Forscher ihren Spielzeugkübel auf den schicken Namen „Rembrandt“ oder kurz „Rem“ und verpassen ihm für den Computer noch einen Lebenslauf („Geburtsort: Silicon Valley“. Sollte das ein Scherz sein, lach ich morgen drüber). Tony erwischt Max beim Lauschen, erschiesst ihn aber nicht, wie es für solche Dinge doch eigentlich Usus sein sollte, sondern klopft ihm nur freundschaftlich auf die Schulter. Ich weiss, das mit dem anständigen Personal ist ein alter Gag, aber er trifft immer wieder zu. Jedenfalls hat Max nix besseres zu tun, als von seiner tollen Entdeckung umgehend Kim zu berichten, während „Rembrandt“ in seiner Kiste inkoherentes Zeuch daherbabbelt (logo, reden kann der Wunderbrummer auch, wie´n Buch, und mit piepsiger Cartoon-Stimme).

Im Gegensatz zu landläufiger Meinung über Teenie-Girls interessiert sich der Käfer tatsächlich für die wilde Story, die ihr Boyfriend ihr auftischt und spekuliert fröhlich mit, dass ihr eigener Bruder vielleicht sogar ein echtes Alien gefangen halte (das hält selbst Max für ein bissl zu dick aufgetragen). Anyway, Kim gelobt, bei ihrem Bruderherz zu spionieren, wie denn der Zugangscode zum Hangar sei. Wenn man vom Esel (in diesem Falle passt´s ja) spricht, taucht John auf und ist relativ sauer auf Kim, die ohne seine Genehmigung spät abends mit Max durch die Gegend tourt und verpasst ihr Hausarrest (scheinbar gibt´s bei John und Kim keine elterlichen Instanzen mehr). Beim Nachhausekommen stört Max auch noch (unlustiger-running-gag-weise durch Stolpern) den schwesterbesteigungswilligen Ringo und pflanzt sich nachdenklich auf die nächtliche Veranda, was eine gar raffinierte Parallelmontage auslöst, in der wir minutenlang zu einem ausgesprochen oberscheusslichen Song (zu dem Ulli Lommel höchstselbst die bewegenden Lyrics wie „heaven is near with nothing to fear“ – pure poetry, I tells ya – verbrochen hat) abwechselnd einen Segelflieger in broad daylight über irgendwelche Stock-Footage-Landschaften gleiten und Max´ traurige Visage bei Nacht beobachten dürfen. Wenn sich hier ein tieferer Sinn verbirgt und ihn jemand enträtselt hat – schreibt´s auf ´ne Postkarte und schickt selbige an den Stamm der Uga-Ugas auf Neuguinea. Vielleicht interessiert´s die. Diese Sequenz dauert ungelogen über drei Minuten ohne Dialoge, ohne irgendwas, was für die nachfolgende „Story“ auch nur ein Fitzelchen Bedeutung… am Ende dieser Pasage ist man echt heilfroh, dass der Film schon zu einem Drittel vorbei ist.

Am nächsten Tag kommt Max in gehobener Stimmung am Airfield an (warum eigentlich?), bekommt von Kim die Kombination für den Zugangscode telefonisch durchgesagt (Trübtasse John hatte diese als Telefonnummer getarnt auf seinem Heim-PC… offenbar hat der Dösbaddel aber übersehen, dass es in Amiland keine achtstelligen Telefonnummern gibt), lenkt mit ein paar gezielten Steinwürfen Tony ab und ist schon im Hangar (man sollte meinen, die Air Force würde 80-Mio-Dollar-Projekte ein wenig, eh, naja, sicherer, äh, sichern). Weil Max entweder völlig blöde oder auf dem falschen Dampfer ist, er würde eine Person suchen, kreischt er im Hangar ein paar mal „Wo bist du?“ durch die Gegend, woraufhin Rembrandt in seiner Kiste düdelfrüp-Geräusche macht. Nähere Untersuchung muss Max vertagen, weil John und seine Compadres den Hangar entern und sich allgemein uneins sind, was sie mit ihrem Spielzeug anfangen sollen. John wäre wie gesagt dafür, den Flattermann zu terminieren, Jacob hängt der These nach, dass man eine Erfindung wie diese nicht geheimhalten solle und Chuck hat keine Meinung (er hat ja auch keinen Charakter, also ist das logisch). John ruft daher seinen Kontakt bei den Uniformträgern, einen Colonel Schiessmichtot an und erkauft ein ganzes Wochenende Bedenkzeit mit einer Mär von technischen Problemen (ein wenig unterwandert von einem deutlich vernehmbaren und fröhlich angestimmten „Idioten“ aus Rembrandts Kiste… uff, doof, das). Jacob nagelt die Kiste entschlossen zu („ein weiterer Nagel in seinem Sarg,“ merkt John hilfreich an). Dann verzupfen sich die drei wieder und Max kann endlich die Kiste aufmachen – in der „Rem“ friedlich liegt, possierlich seine Kamera-Objektiv-Augen ausdrucksvoll rollt (shoot me now, please) und sich höflich vorstellt: „Ich bin Rembrandt, kurz Rem, erwarte Eingabebefehle!“ Und weil Max nur grosse Augen macht, diktiert der kleine Hubschrapp ihm die passenden Befehle in die Tastatur (fast wie bei Spock´s Brain…). Max liest sich ein wenig ins Handbuch „Mini-Hubschrauber für Dummies“ ein und lernt, dass Rem „Gedanken beeinflussen“ und „Körper transformieren“ kann – boah ey, tät ich mal sagen, gar nicht schlecht für ein besseres Jugend-forscht-Projekt dreier Dorfdeppen (wie und warum Rem zu diesen Fähigkeiten kommt und wie er dies bewerkstelligt, lässt Lommel sicherheitshalber im Dunklen). „Sie haben das Program unterschätzt,“ kommentiert Rem (und wenn er Achseln zum Zucken hätte, tät er die jetzt zucken lassen) und lässt sich von Max mal ausprobieren. Rem schwirrt joystickgesteuert durch den Hangar und zappt aus purem Spass anner Freud (durch die Wellblech-Wand des Hangars!) Tony in die süsse Bewusstlosigkeit. „Ich bin hier nicht sicher,“ stellt Rem fest und Max, der den kleinen Burschen längst in sein Herzelein geschlossen hat, schwört, dass „sie dich nicht umbringen werden“ (hall-oo! Das Ding ist eine MASCHINE!) Max packt Computersystem und Hubschrauber auf sein Fahrrad und biked off (ja, er ist ein Idiot, und ja, das ganze entwickelt sich gefährlich in Richtung des blödesten E.T.-Rip-offs seit dem spanischen Schmarrn mit „Trompy“).

Auf dem Heimweg encountered Max die intellenzmässig auch nicht übermässig wohlsituierte Dorfpolizei in Form des netten-Kumpel-Cops und des Arschloch-Cops. Netter-Kumpel-Cop will Max den Gefallen tun und die schweren Kisten im Streifenwagen für ihn transportieren, Arschloch-Cop interessiert sich mehr für den Inhalt – die erste Kiste beinhaltet den Computerkrempel, worauf Arschloch-Cop wg. seiner Technologiefeindlichkeit jegliches Interesse verliert („sogar auf dem Revier steht so ein Ding rum,“ grummelt er in seinen nicht vorhandenen Bart. Boy, this film hasn´t aged well). Zuhause machen sich die Eltern wg. ein paar dringlicher Gespräche bezüglich der anstehenden Scheidung vom Acker und so kann Max in Ruhe die geklauten Systeme aufbauen (und die allerliebsten 64er-BASIC-Programme analysieren… dass ich auf meine alten Tage noch mal „POKE“-Befehle sehen werde, hätt´ ich auch nicht gedacht). Rem wartet aber nicht darauf, bis Max ihm einen Auftrag erteilt, sondern choppered schon mal ganz allene los, ist völlig aus dem Häuschen („Wow! Mein erster freier Flug!“ Gegen den Kerl ist Nr. 5 ein zurückgenommener Schweiger), wird aber von Max angesäuert zur Ordnung gerufen: „Wenn ich Linkskurve sage, fliegst du nach links, okay?“ „Vielleicht,“ grinst (bzw. würde-grinsen-wenn-er-eine-Visage-hätte) Rem. Max macht dem Ding klar, dass es besser wäre, nicht durch unvorschriftsmässiges und unkontrolliertes Rumschwirren aufzufallen (soweit ganz vernünftig) und erteilt ihm anschliessend Starterlaubnis, die Stadt zu erkunden (ja, ich patschte mir ans Hirn… welchen Teil von „nicht auffallen“ hat Max bei seiner eigenen Gardinenpredigt nicht kapiert?).

Rem schwirrt also ab, beobachtet von Max abwechselnd über die Bordkamera-Perspektive oder das gar süsse Computerdisplay (das einem abgetippten Basic-Listing für den Brotkasten aus dem Jahre ´84 keine Ehre machen würde), kuckt mal kurz in O´Dells Werkstatt vorbei und möchte dann Maxens Eltern kennenlernen. „Die lassen sich scheiden,“ grumpt Max. „Warum?“ will Rem wissen und weist unbürokratisch darauf hin, dass er über ein paar Fähigkeiten verfügt, die in dieser Hinsicht nützlich sein könnten. Ich weiss ja nicht, wie Max und Rem die Eltern aufspüren (ist nicht so, dass sie gesagt hätten, wo sie hinfahren), aber es gelingt dem kleinen Spybot, die Eltern – plus schockerienderweise deren jeweilige LiebhaberInnen – in einem Restaurant aufzuspüren. Mum und Dad kotzen sich gerade wegen ihrer Liebschaften ein wenig an (ich weiss nicht, bringt man zu solch klärenden Gesprächen eigentlich die ehebrecherischen Betthasen grundsätzlich mit?), aber Rem bestreicht die Gesellschaft mit „Liebesstrahlen“ (ich kotz mich an) und plötzlich wieder jungverliebt stellen Mama und Papa fest, dass ihre Geliebten doch eigentlich ein ideales Pärchen abgeben würden (Herr Lommel, bitte melden sie sich bei mir und holen sich ihre Watsch´n für Publikumsverblödung ab – ich könnte eigentlich auch nur den Kommentar wiedergeben, den ich in meinen Notizen gemacht habe: AGAAGAWAGA!). Im Vorbeiflug weckt Rem auch den immer noch eingeschläferten Tony (naja, von seinem Soll-Zustand kaum zu unterscheiden) wieder auf und macht sich dann auf die scenic route (das Ding hat entweder doch ´ne grössere Reichweite als ich dachte oder Lommel beim Einbauen seiner Stock Footage die Geographiekenntnisse vergessen… der Bryce Canyon ist mit´m Auto schlappe drei Tagestouren von good´ole California entfernt, hindert Rem aber nicht, den kleinen Schlenker dorthin auf´m Rückweg einzubauen… naja, der kleine Schrotthaufen wünscht sich ja auch, über „ungewöhnliches Terrain“ gesteuert zu werden).

Es ist ja immer ein lustiger Spass, die eigene Freundin auszuspionieren, das denkt sich auch Max und lotst Rem zum John&Kim-Heim. Wo John und Chuck gerade übereinkommen, Rem (von dessen Diebstahl sie ja noch nix wissen) umzubringen (mein Gott, sagt halt „zerstören“, umbringen, ist doch idiotisch). „Es ist unkontrollierbar, es ist bösartig, es ist ein Monster,“ tiradisiert John. „Es schwebt grad vor´m Fenster,“ füge ich an dieser Stelle hinzu. John und Chuck verfallen in eine streng wissenschaftliche Panik, sülzen nur noch Gestammel wie „Oh, äh, argh, eh, ugh, arf“ und rennen wie die aufgescheuchten (und schon geköpften) Hühner vor´s Haus. Wo Rem, der sich von Maxens Steuerung schon wieder individualisiert hat, ein Exempel statuiert und sie magnetisch an die Hauswand pinnt (eh, wie???) und mit einem Verblödungsstrahl bearbeitet (eine Vorführung des Films hätte auch gereicht, aber so geht´s schneller), so dass John und Chuck fürderhin mit wirren Frisuren als totaldebile augenrollend-grimassierende Jim-Carrey-Vorgänger durchs Geschehen strolchen und fünftklassige gehirnamputierte-Wissenschaftler-Jokes darbieten, gegen die Professor Bunsenbrenner aus der Muppet-Show ungefähr so aussieht wie Goethe im Vergleich mit Konsalik. Immerhin kann Kim so, von Max angerufen, relativ unangefochten dem brüderlich auferlegten Hausarrest (er winkt ihr noch oberdämlich hinterher wie ein zurückgebliebener Zweijähriger) entrinnen.

Nach einer weiteren mehrminütigen „flying montage“ (d.h. mehr oder weniger zusammenhanglose Aerial Views aus Stock Footage) kommt Kim bei Max an, wo er ihr alles, soweit er es begriffen hat, erklärt. „Er fügt niemandem Schaden zu,“ versichert Max (wir könnten darüber sicher ein Weilchen diskutieren, Freundchen). Kim hat nichts gegen eine kleine Demonstration, auch wenn das bedeutet, dass Max Rem aus L.A., wohin sich der kleine Müllkübel mittlerweile durchgeschlagen hat, zurückbeordern muss. Zunächst mal erschreckt Rem in dem 24-h-Restaurant ein paar Rednecks (es gibt eine Art nie zu Ende gedachten Subplot, wonach Max von den Cowboys schikaniert wird. Führt nirgendwohin, also ignoriere ich den Schmu), deren Oberhellchen den ungefähr 30 cm langen Klein-Mäxchen-Hubschrauber für eine „fliegende Untertasse“ hält – Meister, ich glaub, du brauchst ´n neues Nasenfahrrad von Fielmann. O´Dell, die fette Qualle, leistet den nicht wesentlich intelligenteren Beitrag, Rem für einen „russischen Spionage-Satelliten“ zu halten (klar, die schwirren ständig in ca. 2 m lichter Höhe vor amerikanischen Fressanstalten rum). Als die Fettbacke Kuchen ordert, lässt Rem seinen Infantilitäts-Strahl sprechen, der O´Dell dazu veranlasst, den ganzen Kuchen der Serviererin ins Gesicht zu mantschen (ha-ha, luschtich). Kim flippt vor Begeisterung aus und will Rem unbedingt auch behalten (logen, das Ding ist ein Freudenbringer für die ganze Familie). Während Rem sich aber wieder mal Max´ Kontrolle entzieht, ruft Jacobs Eheweib Miriam (die in dem Restaurant arbeitet) ihren Männe an und erzählt dem wildes Geblubbere über die unheimliche Begegnung der doofen Art (ich flashbackte unvermittelt zu Plan 9 und stellte mir Criswells Narration vor: „A woman, terrified by the sight, calls her husband!“).

Die Redneck-Cowboys veranstalten dieweil ein nächtliches Picknick mit Akustikgitarre und auf selbiger geklampften Country-Songs, wobei auch Ringo und Britt (die sehen eigentlich nicht so aus, als wären sie die entsprechende Zielgruppe) anwesend sind. Rem swooshed vorbei wie der TIE-Fighter auf Urlaub und verursacht blitzartig allgemeine UFO-Panik (während Max sich mehr oder weniger verzweifelt mit den POKE-Befehlen der Rem-Programmierung rumschlägt). Im Vorüberflug hebt Rem spasseshalber den Deppisierungs-Strahl für O´Dell auf (I´m gettin´ more and more impressed: Rem kann sichtlich sogar die Zeit zurückdrehen, denn plötzlich ist der Kuchen wieder heile auf´m Teller anstelle weiträumig verteilt im Face der Kellnerin… this is gettin´ dumber any second). Jacob ahnt, was Sache ist und sucht John auf, der mit Chuck aber immer noch im fortgeschrittenen Dumm und Dümmerer-Stadium und wenig kooperativ ist (die beiden grimassieren Jacob wüst an und machen „wau-waü-Geräusche. Erwähnte ich, dass das vermutlich witzig sein soll? For the record, it´s not). Max und Kim machen sich Sorgen, weil Rem auf die Kommandos nicht mehr reagiert. Kim will ihm den Saft abdrehen, aber „das könnte sein Ende bedeuten“, heult Max (ich hab von Kids gehört, die ihre Spielsachen lieben, aber das geht langsam eine Ecke zu weit). Rem veranstaltet dieweil weiter Chaos und Panik und hebt einen Polizeistreifenwagen ein paar Meter hoch in die Luft (eh, ich möchte schon mal gern wissen, wie er das macht… glaub kaum, dass John und seine Vollidioten in der Lage waren, dem Hubbi einen Kraftfeldgenerator oder telekinetische Kräfte zu verpassen… naja, wie schon mal erwähnt: „we just make some shit up“.). Während die simpel gestrickte Dorfbevölkerung weiter die bösen Ausserirdischen („und kleine grüne Männchen, ich hab sie genau gesehen,“ wie eine Zeugin hilfsbereit ausführt) für verantwortlich hält, unternimmt Rem einen weiteren kleinen Ausflug nach L.A. (insert more time-wasting aerial views here), kichert sich in Ekstase (ja, die Maschine kichert!) und macht witty remarks über die „Schachteln“, in denen wir Menschen hausen und ihre „primitiven“ Verkehrsmittel (dieses Gerät hat ein leichtes Ego-Problem, denke ich. Geb Rem ein paar Jahre Zeit und er kommt als V´Ger wieder). Dennoch hält Rem L.A. für eine „interessante Stadt“, in der man „probehalber mal wohnen“ sollte (ich steh schon mit´m Strick um den Hals auf der Trittleiter, noch ein Spruch und ich springe). Glücklicherweise macht sich Rem, bevor ich meine Selbstmordabsichten umsetzen kann (ha, keine Chance, Leser, so leicht werdet Ihr mich niht los), auf den Rückweg.

Indes hat Jacob aber den geheimen Hangar erreicht und schaltet die Hauptstromversorgung ab (möchte wissen, wer sie überhaupt wieder eingeschaltet hatte… schliesslich hat John der Kiste schon in der Anfangssequenz den Strom abgedreht und zumindest on-screen hat niemand mehr dort damit gearbeitet… und wieso ist das Ding überhaupt abhängig von der Stromquelle im Hangar, wenn der ganze Kontrollkrempel längst in Maxens Bude steht???) und ruft den Colonel an. Rem rapportiert plötzlichen Energieverlust und fängt an, wie ein kleines Kind, das nach Mama heult, Max um Hilfe anzubetteln: „Tu doch was, ich schaff´s nicht mehr nach Hause!“ (excuse me, das ich nicht in blankes Mitgefühl ausbreche. Da heul ich lieber über Edgars selbst inszenierten Stromschlagabgang in Electric Dreams). Irgendwie – fragt mich nicht wie, warum, wann und womit – hat die Air Force Rem plötzlich unter sowas ähnlichem wie Kontrolle und zwingt ihn zur Landung auf einem Militärstützpunkt („ich brauche dich“, kreischt Rem und ist ansonsten vollkommen desorientiert und babbelt inkoherenten Blödsinn). Der Colonel ist angesichts des Resultats seines 80-Mio-Investments nicht wirklich in Grund und Boden beeindruckt (wenn er aber wüsste, was das Ding alles kann… tonnenschwere Fahrzeuge in die Luft hieven, Leute verblöden lassen, die Zeit zurückdrehen… ist für 80 Mille eigentlich ´n cooler Deal): „Sowas krieg ich für 29.95 in jedem Spielzeugladen!“ Jacob ist niedergeschmettert, kann sich aber trotzdem noch drüber wundern, warum Rem nach Max schreit.

Der, alles per Rem-Cam mitverfolgt, will sich prompt, um zu verhindern, dass sein Lieblings-Toy „umgebracht“ wird, mit Kim zur Rettung aufmachen, kommt aber grad mal bis zur Haustür, denn davor steht schon das FBI und nimmt unseren Teen-Hero fest. „Mach dir keine Sorgen, du hast nichts zu befürchten,“ tröstet der herbeizitierte Daddy (hm, ich kann mir vorstellen, dass die Air Force das geringfügig anders sieht). Max wird zum Stützpunkt gekarrt, ringt dort einem Anzugträger das „Versprechen“ ab, dass Rem „nicht umgebracht“ wird (ich kann´s nimmer hören) und will ein letztes Mal mit Rem sprechen. „Die werden mich doch nicht verschrotten?“ erkundigt sich Rem besorgt (wenigstens der redet nicht von „umbringen), „die wollen mich wegbringen, kommst du mit?“ Max ist emotional zu überwältigt, um sinnvoll erwidern zu können und belässt es bei einem „Auf Wiedersehen!“ (mir kommen die Tränen der Rührung).

Der Colonel persönlich befragt Max – „Weisst du überhaupt, was das Projekt gekostet hat?“ (80 Mio, ja, hat man uns ja oft genug erzählt). „Tut mir leid,“ kleinlautet Max, aber der Colonel ist gar nicht böse, sondern dankbar: „Wenn du nicht gewesen wärst, hätten wir diesen Idioten noch mal 80 Millionen reingestopft! Wenn´s nach mir geht, schicken wir dich mit einem Klaps nach Hause!“ (Der Typ zerstört mein Idealbild eines stahlhart-mürrischen Kommiskopfs). „Dann werden sie Rem nicht umbringen?“ vermutet Max (der Zusammenhang erschliesst sich mir nicht wirklich, aber who cares?). „Umbringen?“ Der Colonel hält dies für den grössten Witz des Jahrtausends und lacht sich MUWA-HAA-HAA-mässig halb tot (ich vermute aber weniger weil er mit Rem noch was vorhat, sondern mehr, weil er „umbringen“, wie moi, für einen total unangebrachten Terminus hält), Max stimmt erleichtert ein und fällt dem verdutzten Army-Brass freudestrahlend um den Hals, rennt nach draussen und brüllt dem gerade abtransportiert werdenden Rem ein „Wir sehen uns wieder, alles Gute!“ (wie kommt er nur darauf??? Bestenfalls mottet die Air Force Rem irgendwo in einem Bunker ein und trägt dafür Sorge, dass Max einen Radius von 1000 Meilen um die Stelle nicht betritt) hinterher. Ist der Film damit vorbei? Ja! Danke dafür…
Bewertung

Wenn es jemals einen offiziellen Wettbewerb um den stolzen Titel „Deutscher Ed Wood“ geben sollte, ist das Ulli Lommels eindrucksvolles Bewerbungsvideo. Es gibt Gerüchte (die ich allerdings nicht verifizieren konnte, weil die Website, auf der ein entsprechendes Interview zu finden sein sollte, nicht mehr existiert), wonach Ulli Lommel ABSICHTLICH einen „scheusslichen“ Film inszenieren wollte (dann frage ich mich allerdings ernstlich, wieso er das Ding selbst geschrieben und produziert und sogar für einen – letztlich nicht realisierten – Kinoeinsatz vorgesehen hat) – wenn man das Geschehen rekapituliert, möchte man eigentlich for Lommel´s sake hoffen, dass diese Gerüchte stimmen – ansonsten ist er wohl wirklich seit seinen Autorenfilmerzeiten nicht nur vor die Hunde, sondern auch vor die Kakerlaken gegangen. Waren seine kleinen bescheidenen Horrorreisser zwar meist auch dämlich, aber zumindest noch flott und unterhaltsam, ist I.F.O. nur noch dämlich, und zwar nicht so dämlich, dass man drüber lachen kann (wie eben die Ed-Wood-Filme, vieles von Freddie Ray oder Wynorski), sondern nur noch Gehirn-aus´m-Schädel-reiss-dämlich und die Tatsache, dass der Streifen als Film für ein kindliches Publikum gedacht ist, entschuldigt in der Hinsicht auch nichts (so retarded können die Kleenen gar nicht sein, als sie den Film nicht mühelos als achtzigminüten unappetitlichen Haufen kinematischen Dünnpfiffs identifizieren können.

Okay, es mag noch kein strafwürdiges Vergehen sein, sich an einem E.T.-Rip-off zu versuchen (wobei mir selbst der hässliche Alien aus der Spielberg-Factory eh nicht mal als Knirps sonderlich ans Herz gewachsen war), aber den Versuch, eine knuddelige cutesy-poopsy-Handlung a la E.T. mit in den 80er angesagten Techno-Thrillern vom Schlage Blue Thunder oder WarGames (zwar auch an ein jugendliches Publikum gerichtet, aber immerhin kompetent gemacht, gespielt und mit ´ner Aussage… den kann man sich auch heute noch ansehen und schmunzelt nur über die seinerzeitige Technologie) zu kombinieren – ich weiss nicht, wie man auf den Gedanken kommen konnte, das sei ´ne gute und verfilmenswerte Idee… ehrlicher (und vermutlich auch gewinnbringender) wär´s gewesen, Lommel hätte seinen Techno-Ansatz über Bord geworfen und sich doch einfach ein ausserirdisches Viech ausgedacht und in die Plotte integriert, dann wäre der ganze Krempel vielleicht noch etwas, hüstel, glaubwürdiger. Zumindest könnte ich einem ausserirdischen Lommel, äh, Lümmel vom andern Stern die diversen Superfähigkeiten der aus Mikrochips aus 64er-Zeiten und Technik-Bausatz zusammengeschraubten Klapperkiste mit Rotor eher abkaufen – was mutet uns das Script diesbezüglich nicht alles zu… Gedankenbeeinflussung, Körpertransformation, Zeitumkehreffekte, Telekinese, und das alles ohne Sinn und Verstand und nicht ansatzweise mit einem einzigen Wort erklärt, das über „hm, ham wir wohl unser Programm unterschätzt“ hinausgeht. Es ist doof. Es ist dämlich. Es ist idiotisch. Es ist niederschmetternd intelligenzbeleidigend (und das gilt auch und insbesondere für die Zielgruppe von 10-12-jährigen Kiddies).

Abgesehen davon bemüht sich der Streifen, die üblichen Klischees solcher Filme nach Kräften abzuspulen, jedoch ohne auch nur in Ansätzen Interesse aufkommen zu lassen – dafür sind die Charaktere zu schablonenhaft (Eigenschaften? Wer braucht Eigenschaften? Max ist farblos, Kim ist farblos, John ist farblos, Jacob ist farblos, Rem ist… bescheuert) und die Situationen, in die sie „geworfen“ werden, entweder zu belanglos oder zu dick aufgetragen – beides hat im Endeffekt die gleiche Wirkung – no involvement (ich frage mich eigentlich nur eins: welches die blödeste Szene des Films ist – Rems Kittung des ehelichen Zerwürfnisses, die Zeitumkehrung mit O´Dell oder die Verblödisierung von John und Chuck). Angedeutete Subplots wie Max´ Ärger mit den lokalen Tunichtguten, seine Hassliebe mit Britt und Kims Trabbel mit John führen nirgendwohin. Rem als „Superwaffe“ ist angesichts des Problems, einen „kindgerechten“ Thriller zu drehen, ungefähr so bedrohlich wie Plumpaquatsch (und quasselt ungefähr auf selbigem Niveau angesiedeltes dummes Zeuch). Das alles fügt sich nicht zusammen, das ist so mitreissend wie der Wetterbericht von 1977 in zwölfter Wiederholung, es ist schlicht und ergreifend… ta-da-da-taaa… himmelsturzstrunklangweilig.

Auch weil Ulli Lommel, wie könnte es anders sein (und wie sollte es anders sein, wenn´s tatsächlich wie oben angedeutet Absicht war, dass der Film so wurde, wie er ist), nichts einfällt. Und zwar in jeder auch nur annähernd in Betracht zu ziehenden Hinsicht. Visuell sowieso nicht (haben wir aber gar nicht anders erwartet), abgesehen vom inflationären Gebrauch von Stock-Footage-Luftaufnahmen mehr oder weniger beeindruckender (und zusammenpassender) Landschaften, aber auch nicht in Punkto Tempo, Timing und ganz allgemein Struktur – bis der Film in die Puschen seiner Story kommt, ist er (gottseidankaberauch) schon wieder halb vorbei. Die bemühten Witzchen wird kein Sechsjähriger, der jemals einen Tom&Jerry-Cartoon gesehen hat, auch nur annähernd der Lustigkeit bezichtigen, da kommt nie so rechter Flow, so rechter Schwung auf – grade bei einem „Kinderfilm“ (und wir alle wissen ja, welche durchschnittliche Attention Span ein Knirps vom zielgruppengerechten Altern ist) ist es doch notwendig, das Publikum durch Interesseweckendes bei Laune zu halten – sollte man tatsächlich ein Kind dazu zwingen, sich diesen Film in voller Länge, ohne Werbepausen und ohne Chance auf Entrinnen anzusehen – ich glaub, nach spätetens fuffzehn Minuten kräht der Kurze nach einem Malbuch, seinem Plüschtier oder einem Einlauf (hm, vielleicht ist das auch das geeignete Anwendungsgebiet: „Nimm brav deinen Lebertran oder du musst dir I.F.O. ansehen!!!“ Obwohl… das ist dann wohl ein Fall für´s Jugendamt).

Markerschütternd ist die musikalische Untermalung (und dann erdreistet sich der Komponist noch, den Namen meiner Heimatstadt zu tragen. Saftsack!), die vermutlich auf dem selben 64er entstanden ist (obwohl, Rob Hubbard hat aus dem Brotkasten mehr Sound-Power rausholen können) wie die primitven Computerdisplays und die allerliebsten BASIC-Programme. Einen Ehrenpunkt als grauenerregendster Filmsong seit Menschengedenken verdient sich aber fraglos der von Ulli Lommel getextete Song zur Segelflieger-Montage (was der Segelflieger an sich mit dem Film zu tun hat… eh, Fragezeichen?) – der Text ist herzig-blöde.

Erwartungsgemäss gruselig sind demzufolge auch die darstellerischen Leistungen – wie schon oft an dieser Stelle erwähnt, es gibt Scripts und darin befindliche Dialoge, an denen sich selbst Mimen vom Schlage eines Robert de Niro sämtliche method-acting-Zähne ausbeissen würde und I.F.O. gehört zweifellos dazu, aber trotzdem ist es ein wenig arg bescheiden, was das Ensemble abliefert. Hauptdarsteller Carey Shearer (blass bis zur Unkenntlichkeit) hat´s demzufolge erst neun Jahre später wieder zu seiner nächsten (und letzten) Filmrolle in einem mir total unbekannten Film namens Fearless Tiger geschaft, sein Co-Star Kim Kincaid (kann mich schon gar nicht mehr an das Mädel erinnern) tauchte weder vorher noch nachher erneut vor der Kamera auf (und womit? Mit Recht! Es gibt Leute, die sind nicht fürs Schauspielermetier gescahffen).

Der einzige, der so was ähnliches wie eine Karriere vorzeigen kann, ist Paul Rugg (hier zumindest lebhaft, aber trotzdem nicht gut), aber auch nicht als Schauspieler, sondern als Sprecher für jede Menge Zeichentrickserien, hauptsächlich aus dem Spielberg-Stall, wie z.B. Animaniacs, wobei sein grösster Wurf zweifellos die Titelrolle in dem hübsch-chaotischen Animaniacs-Spin-off Freakazoid! sein dürfte. Ab und an bekam er dort Gesellschaft von seinem hiesigen Co-Star Marc Drotman (hier übergewichtig und sonst kaum was). Tony Lovett (Chuck) schrieb später u.a. die Zombie-Parodie Night of the Living Babes. Brian „Fats“ Bender (O´Dell) ist einfach nur eklig.

Beschert wird uns I.F.O. von dem wenig diskriminierenden Billiglabel CTI. Die Präsentation der Disc ist eher noch schlichter als sonst, man beschert uns keinen Original-Ton, sondern nur einen (zumindest halbwegs anständig, da verständlchen und sauberen, kaum rauschenden) deutschen 2.0er-Dolby-Mix und einen ziemlich miesen Vollbildtransfer (Pan & Scan, wie schon aus dem Vorspann und einigen späteren Szenen, in denen Charaktere aus dem Bildauschnitt rutschen, ersichtlich – schätze mal, das Originalformat dürfte bei ca. 1.66:1 gelegen haben) voller Kratzer und Verschmutzungen und von stark verbesserungswürdiger Schärfe und Bildauflösung. Mehr hat der Film aber auch nicht verdient.

I.F.O. Air Racing (seinen Titel bezieht I.F.O. aus den Tatsachen, dass John und seine Forscher als ungemein cleveren Codenamen für ihr Projekt „Flying Object“ ausgekuckt haben und dass amerikanische Modellflieger ihre Geräte gerne als „IFOs“ bezeichnen) ist letztendlich also ein totaler Rohrkrepierer – zwar prinzipiell eine Fundgrube für jeden aufgeschlossenen Trash-Fan, weil so ziemlich alles an dem Streifen vollkommen idiotisch ist, aber leider auch ein todlangweiliger Daumenlutscher von Stinkkäse, der einen, sobald man mal geschnallt hat, wie doof das ganze Treiben eigentlich ist, vielleicht einmal „gefesselt“ vor der Glotze hält, weil man augenrollenderweise auf den nächsten geistigen Totalaussetzer des Drehbuchs/Films/Darstellers-nach-Wahl wartet, aber den sich kein Mensch ein zweites Mal ansehen wird. Schon gar nicht zu empfehlen ist der Einsatz des Streifens als Kinderfilm – das darf man nicht mal dem allernervigsten Kurzen antun, das wäre ein echter Fall von Kindsmisshandlung (manchmal haben die Moralstrategen doch recht – manche Filme sind gefährlich für Kinder, dieser auf jeden Fall, er verblödet). Unerschrockene Gemüter und Lommel-Fans alter Stunde, die nicht glauben können, wie tief ein einstiger Hoffnungsträger des Autorenkinos gesunken ist, können mal reinkucken…

(c) 2003 Dr. Acula


BOMBEN-Skala: 8

BIER-Skala: 3


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