Hinterm Mond gleich links – Staffel 2


  • Deutscher Titel: Hinterm Mond gleich links - Staffel 2
  • Original-Titel: Third Rock from the Sun - Season 2
  •  
  • Regie: V.A.
  • Land: USA
  • Jahr: 1997
  • Darsteller:

    John Lithgow (Dick Solomon), Kristen Johnson (Sally Solomon), Joseph Gordon-Levitt (Tommy Solomon), French Stewart (Harry Solomon), Jane Curtin (Mary Albright), Simbi Khali (Nina Campbell), Elmarie Wendel (Mamie Dubcek), Wayne Knight (Don Orville)


Vorwort:

Auch in ihrer zweiten Serien-Staffel lernt die außerirdische Pseudo-Familie auf ihrer Mission zum Verständnis menschlichen Lebens eine ganze Menge dazu… aber erst muss Dick Solomon seinen bösen Doppelgänger ausschalten, der seinen Platz eingenommen hat. Doch auch danach wird’s nicht langweilig im Dachgeschoss des Dubcek-Hauses. Dick wird zum Football-Fan, glaubt, dass die Romantik aus seiner Beziehung mit Mary Albright gewichen ist, wird nach einer harmlosen Fußverletzung zum eingebildeten Kranken, versucht sich als Theater-Regisseur und kündigt im Streit um einen Parkplatz seinen Uni-Job – um in einem Burger-Restaurant zu landen. Aber auch die anderen „Familienmitglieder“ haben ihre Sorgen und Nöte: Sally versucht verzweifelt, einen Freund zu finden und landet nach einigen Irrungen und Wirrungen bei Officer Don, tauscht ihre Rolle als „Haushälterin“ mit Harry, der seinerseits ein Wiedersehen mit Vicki Dubcek feiert. Tommy muss erfahren, dass „cool sein“ nicht immer glücklich mach und, vor allem, die folgenschwere Entscheidung treffen, die Mission abzubrechen, als das unbekannte Phänomen des Träumens die ranghöheren Sally und Dick in die Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln treibt…

Inhalt:

Nun also die zweite Staffel der Hit-Sitcom „Hinter’m Mond gleich links“ – was soll ich dazu sagen? Ich bin ein Fan, seit ich bei meinem seligen US-Urlaub ein paar Folgen sehen konnte, und bin’s über die Jahre hin geblieben. Die Serie ist einfach ein Musterbeispiel für ein perfektes Zusammenspiel aus Wortwitz, Slapstick, gröberem „physischen Humor“ und parodistisch-satirischen Elementen , das sich nur ganz selten auf das (sicherlich lustige, aber erheblich gröbere) Niveau der „schrecklich netten Familie“, an deren Muster sich leider viel zu viele lasche Sitcoms der letzten 10-15 Jahre angehängt haben (funktioniert hat die Abkupferei eigentlich nur bei der besseren schrecklich netten Familie in „Auf schlimmer und ewig“). Durch den eigentlich simplen Kunstgriff, aus der üblichen all-american-family, die im Mittelpunkt beinahe jeder Sitcom steht, Außerirdische zu machen, die den simpelsten grundsätzlichen Dingen des täglichen Lebens verständnislos gegenüberstehen, schafft es die Serie, den American Way of Life zu karikieren, ohne dass es das amerikanische Publikum richtig gemerkt hat (und natürlich funktioniert die Satire meist auch auf hiesige Verhältnisse übertragen – so sehr unterscheiden sich „wir“ von „denen“ halt auch nicht mehr). Wie John Lithgow im Bonusmaterial richtig anmerkt, sind die Scripts von hoher Qualität – von den 26 Folgen der zweiten Staffel verdienen sich ungefähr 20 das Prädikat „großartig“ – speziell, wenn’s um die wirklich einfachen Dinge geht, sprudeln die Gags nur so (mir gefallen seltsamerweise ausgerechnet die 3D-Episoden zum Saisonfinale, wo’s ein bisschen mit visuellen Mätzchen übertrieben wird, aber zu wenig Story und zu wenig Lacher geboten werden; auf der anderen Seite kann man dort French Stewart in einer goldigen Musical-Nummer und Jane Curtin als Lederdomina bewundern, so what do I know?). Vieles wirkt im positiven Sinn improvisiert, ist aber, wie Lithgow versichert, Resultat der weithin unterschätzten harten Arbeit der Autoren.

Das komödiantische Timing ist brillant – die Chemistry im Cast ist überwältigend, John Lithgow, wie schon im Review der ersten Staffel erwähnt, ein einfach wundervoller Komiker und seine Co-Stars wachsen immer perfekter in ihre Rollen – Kristen Johnson, French Stewart und, in Staffel 2, vor allem Joseph Gordon-Levitt begeistern… Und die Paarung Jane Curtin/John Lithgow als „leading pair“ ist einfach unübertrefflich; die beiden sind so hervorragend aufeinander eingespielt, dass bereits kleinste Reaktionen großartige Wirkung beim Zuschauer entfalten.

Highlight-Episoden der zweiten Staffel sind, Liste unvollständig, „Viel Lärm um Dick“, „Harrys Wahlkampf“, „Wenn der Vater mit dem Sohne“, „Humor für Anfänger“, „Parkplatzprobleme“, „Romeo und Julia und Dick“ (mit einer der besten komödiantischen Leistungen von Lithgow), „Ich bremse für Dick“ oder „Dicks doppelte Wandlung“. Aber auch schwächere Episoden wie „Football-Fieber“ oder die obligatorischen Feiertags-Folgen (Thanksgiving und Weihnachten werden abgehakt) haben mehr als genug Lacher, um den Zuschauer die gut 20 Minuten pro Folge bei bester Laune zu halten. Einziger Totalausfall ist meines Erachtens „Meine Mutter ist ein Alien“, was aber daran liegen dürfte, dass ich prinzipiell „Baby“-Folgen nicht mag. Als Gaststars fungieren als er selbst der ewige Luke Skywalker Mark Hamill in „Sallys schneller Ruhm“ und „Cybill“-Co-Star Christine Baranski in „Dick, das Objekt der Begierde“.

Bildqualität: Zunächst soll angemerkt sein, dass die Sunfilm-DVDs nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen Verbrauchern für Verzweiflung sorgen, indem sie auf etlichen Playern nicht laufen. Abhilfe bringt, wenn möglich, ein Firmware-Update, also sollte man sicherheitshalber, bevor man sich finanziell verausgabt, schlau machen, ob man seinen Player im Zweifel selbst updaten kann. Dann bietet sich dem geneigten Zuschauer auch ein Bild – kein überwältigend gutes, aber ein weitgehend zweckmäßiges. Schärfe- und Kontrastwerte bewegen sich auf Durchschnittsniveau, die 3D-Episoden sind gut umgesetzt worden, störend ist nur eine ziemlich schwach ausgefallene Kompression mit vielen Nachzieheffekten.

Tonqualität: Sunfilm liefert die deutsche Synchro und die englische O-Ton-Spur, jeweils in Dolby Stereo 2.0. Obwohl die deutsche Fassung einigermaßen erträglich ausgefallen ist, macht „Third Rock from the Sun“ im englischen O-Ton einfach doppelt bis dreifach so viel Spaß. Die Sprachqualität der englischen Fassung ist ausgezeichnet, deutsche Untertitel werden angeboten.

Extras: Als Bonusmaterial gibt’s exemplarisch das Making-of einer Episode, die ungekürzten (und nirgendwo ausgestrahlten) Originalfassungen der 3D-Episoden, ein neues Interview mit John Lithgow und ein Highlight-Reel der zweiten Staffel. Einmal mehr allerdings appelliere ich an Sunfilm, die Untertitel für’s Bonusmaterial nicht von hirnamputierten Schimpansen durchführen zu lassen – „Beef and Broccoli“ übersetzt man wirklich nicht mit „Rindfleisch von Brackley“, liebe Leute (macht mir ein Angebot, für 1500 Euro/Monat übernehm ich den Job sehr gerne). Ein ausführlicher Episoden-Guide wird als Booklet mitgeliefert (das aber manchmal inhaltlich recht daneben liegt), für die 3D-Folgen legt Sunfilm eine 3D-Brille bei (offenbar ist noch nie einem Publisher der Gedanke gekommen, dass man sich DVDs eventuell nicht alleine ansieht. ZWEI Brillen wären doch eigentlich, bei einem geschätzten Herstellungsaufwand von 17,3 Cent, nicht zu viel verlangt, oder?)

Fazit: Auch die zweite Staffel von „Hinter’m Mond gleich links“ verdient sich meine uneingeschränkte Empfehlung – die Show hat ihren Rhythmus gefunden, die Darsteller SIND ihre Figuren, die Scripts sind clever und die Gags überragend. Da Sunfilm die Box zu einem recht günstigen Preis unter’s Volk bringt, muss der geneigte Fan zuschlagen – die Bildqualität ist dank der mangelhaften Kompression zwar steigerungsfähig und aufgrund der geschilderten Player-Problematik sollte man wie gesagt vor Kauf checken, ob der heimische Player die Discs auch verarbeiten kann, nichtsdestotrotz bieten die fünf rappelvollen DVDs verdammt viel Spaß für kleines Geld

4/5
(c) 2004 Dr. Acula


mm
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