Hell Swarm – Die Todesbrut


  • Deutscher Titel: Hell Swarm - Die Todesbrut
  • Original-Titel: Hell Swarm
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  • Regie: Tim Matheson
  • Land: USA
  • Jahr: 2000
  • Darsteller:

    Billy Sabbath (Boyd Kestner)
    Ellie (Kathryn Morris)
    Darrius (Jesse Borrego)
    Julia Sabbath (Amanda Welles)
    Kirk Bluhdorn (Tim Matheson)
    Levi King (J .D. Hawkins)
    Jason (Joey Gibson)
    George Bernard (J.D. Evermore)
    Cleo (Luci Christian)


Vorwort:

Lasst mich dieses heutige Review mit einem von mir zwar schon mehrfach dahingenuschelten, nichtsdestoweniger weiterhin gültigen Statement beginnen: Es macht mich krank, wenn amerikanische Fernsehproduktionen ihren Weg in deutsche Videotheken mit einem grossen roten FSK-18-Papperl finden. Ich hab ja nichts prinzipiell nix dagegen, wenn unsere geneigten Videodistributoren sich im Fundus der US-TV-Ware bedienen, aber dann sollen sie herrgott nochmal ehrlich genug sein und den Schmu nicht zur Prüfung ab FSK 18 vorlegen, damit der Kunde, der auf der Suche nach neuem horriblen oder actionhaltigen Stuff durch die Regale streift, glaubt, er hätte was blutiges zu kucken. Womit ich ausdrücken möchte, dass Hell Swarm bequem ungeschnitten als FSK 16 und mit ein paar kurzen Cuts sogar als FSK 12 durchkommen würde. Es nervt einfach mit der Zeit…

Okay, das musste einfach mal gesagt werden. Der Film selber kann ja nix dafür, dass teutonische Marketingstrategen auf so dämliche Ideen kommen (aber vermutlich muss man mit allen Tricks arbeiten, um auch noch die letzten Ladenhüter aus Hollywoods Ramschabteilung an den Mann bzw. die Frau zu bringen). Widmen wir uns also Hell Swarm – der Coverblurb liest sich mal ganz interessant, Aliens, die sich über Sex mit Menschenfrauen vermehren, uns vernichten wollen und sich dafür Killerbienen zu bedienen gedenken. Das wird sicher kein Stimulus für den Intellekt, aber könnte doch zumindest ein kurzweiliges Vergnügen werden.

Inhalt:

Ich revidiere meine Ansicht gleich mit den Opening Titles – ich hasse diese pseudohippen hingezitterten Titelsequenzen, die mit Negativ-Bildern unterlegt sind (abgesehen passen die vielleicht noch halbwegs zu einem „new urban“-Film wie Killjoy und nicht unbedingt zu einem SF-Thriller). Was soll´s…

Wir steigen ein mit der anstehenden Exekution des Cops Billy Sabbath, und damit meine ich nicht, dass irgendeine Mafiabande zu einer Hinrichtung schreitet, sondern eine echte, staatlich sanktionierte formal saubere Exekution aufgrund eines echten amtlich beglaubigten gerichtlichen Todesurteils. Billy soll seinen Partner George Bernard umgebracht haben und der Gouverneur hat die Begnadigung mit der Begründung abgelehnt, dass an Polizisten noch höhere Ansprüche gesetzt werden müssen als an den gemeinen Pöbel (das wäre mal eine ganz neue Einstellung). Während vor dem Knast die üblichen Verdächtigen ihre Mahnwachen abhalten, fährt ein Lieferwagen bei der Firma Global Airfreight vor und die beiden Firmenangestellten, die das Gefährt pilotieren, liefern bei ihrem Chef ein seltsames Paket ab – in ihrem Beutel steckt nämlich ein abgetrennter Kopf, der sich, abgesehen von der Tatsache, vom Hals abwärts entkörperlicht zu sein, ansonsten ziemlich guter Gesundheit erfreut. Der Chef reagiert nicht ganz so, wie man das gemeinhin erwarten würde, nämlich bestenfalls leicht genervt und ordert, das Ding wegzuschaffen.

Indes hockt Billy Sabbath in seiner Todeszelle und start recht unenthusiastisch seine Henkersmahlzeit an (und kickt die offizielle Voiceover-Narration ein, die pathetisch feststellt, dass er der Gesellschaft und der Justiz keinen grossen Vorwurf machen könne, da er seine Geschichte selbst kaum glaube… hochgradig originell). In Form einer raffinierten (ich muss doch hoffentlich nicht mein altes Ironie-On/off-Tag verwenden) Parallemontage werden wir nun zum einen Zeugen der weiteren Hinrichtungsvorbereitungen, andererseits und das ist momentan erheblich interessanter, einen Flashback, was dem guten Billy den nun eigetntlich zugestossen ist und ihn diese doch leicht missliche Lage gebracht hat. Zusammen mit seinem Partner George und einem dritten Bullen namens Brad Dempsey, der ihm persönlich nicht länger bekannt ist, ging Billy undercover, um bei einem Rasta-Typen einen kombinierten Waffen- und Drogendeal durchzuziehen. George und Billy sollten die Verhandlungen führen, Brad Schmiere stehen und bei Gefahr im Verzug eingreifen. Der Rasta offerierte unseren Undercover-Cops Drogen und Bräute nach Wahl und zu Billys gesteigerter Überraschung war George nicht abgeneigt, nahm ne Nase Koks und ein Girl und verzog sich ins Nebenzimmer. Grr, ich schalte jetzt wieder auf Schreiben im Präsens um, das geht mir so auf´n Keks. Nach kurzer Zeit dringen aus dem Nebenraum Schreie und es klingt nach Keile und die Dame ist , wie´s sich anhört, auf der Empfängerseite derselben. Rasta-Typ schickt einen seiner Schergen, um nach dem Rechten zu sehen, dann fallen aber gleich ein paar Schüsse und ein Scherge fällt tot um. Billy löst den Alarm aus, um Brad zu holen, denn die Sache gerät leicht aus den Fugen, denn nun stürmt George all guns blazing aus den Nebenzimmer und erschiesst alles, was nicht bei eins in Deckung ist. Brad raucht draussen seelenruhig ´ne Fluppe. Billy stellt entsetzt fest, dass sein alter Kumpel nicht nur gnadenlos Mann & Maus in Ground & Boden schiesst, sondern sich auch als erstaunlich kugelfest erweist. Nachdem Billy letztendlich auch den Rastatypen exekutiert hat, wendet er sich Billy zu. In purer Notwehr ballert Billy drauf los und schafft es, seinen killwütigen Partner zu plätten.

Zunächst sehen alle Beteiligten das Gemetzel als Amoklauf eines durchgeknallten Bullen – Billy kann sein trautes Eheweib Julia in die Arme schliessen und anschliessend aufbrechen, um Georges Wohnung auf der Suche nach Hinweisen zu durchkämmen. Dessen Wohnung sieht ungefähr so aus wie meine, ergo it´s a absolute mess. In einem Becher findet sich ein komischer grau-schwarzer Staub. Ausserdem ein mysteriöser Kerl, der eine Frauenleiche unter der Wohncouch hervorzieht, ein paar blöde Sprüche ablässt, Billys abgefeuerte Kugeln grinsend wegsteckt und sich mit der geschulterten Toten verzieht. Nicht das Ende der Überraschungen für Billy, denn kurz darauf wird er verhaftet – wegen heimtückischen Mordes an George – ein Zeuge hat ausgesagt, Billy hätte seinen Kumpel wegen Drogengeldern getiltet und 50.000 Dollar aus dem entsprechenden Deal hat man auch schon in seiner Wohnung gefunden. Und der Zeuge, der alles gesehen haben will, ist niemand anderes als Eigenlungenschädiger Brad. Billys diesbezüglichen Protesten, Brad sei überhaupt nicht präsent gewesen, laufen leer und so liegt uns Billy nun auf der Exekutionsliege und wartet auf die tödliche Injektion. Muss er nicht lange… der Doc stellt den Tod des Delinquenten fest. „Dann wie immer ab in die Kiste,“ brummt der Gefängnisdirektor und meint das wörtlich, Billy wird in eine 3,98$-Holztransportkiste, die man selbst auf den fünften Blick nicht mit einem Sarg verwechseln könnte, verpackt und —- bei Global Airfreight abgeliefert! Dort wird Billy reanimiert und ihm verklickert, dass er mitnichten im Jenseits, sondern nur aus einer tiefen Narkose erwacht sei. Verständlicherweise freaked Billy ob dieser Eröffnung geringfügig aus, und ich möcht´s ihm nicht übel nehmen, denn vielleicht hat er ja La femme Nikita, Codename Nina oder Black Cat bisher nicht gesehen. Billy verlangt nach Antworten und, tatsache, er bekommt sie, von Kirk Bluhdorn (wer hat sich hier nur die Namen ausgedacht?), dem Chef von Global Airfreight. Selbstverständlich sei Billy unschuldig und seine Schilderung der Wahrheit entsprechend, nur könne man das der Öffentlichkeit nicht zumuten und deswegen habe man die Hinrichtung offiziell vornehmen lassen, um Billy anschliessend für die eigene super-duper-Geheimbehörde, die unter Global Airfreight firmiert, rekrutiert, die nur einen einzigen Zweck verfolgt – Typen wie George zu eliminieren. „George war schon tot, etwas fremdes, nicht menschliches, hat von ihm Besitz ergriffen.“ Ham wa uns doch gleich gedacht, odda? Langer Rede kurzer Sinn – diese Wesen seien Millionen von Jahre alt und werden von den Global-Airfreight-Leuten eloquent „Nephilim“ genannt. Und Billy möge ihrem Verein doch bitte beitreten, um möglichst viele der schuftigen Körperklauer zu killen, ach ja, und eine Wahl hat er nicht, und selbstverfreilicherweise darf er schon gar nicht seine trauernde Witwe von seinem zweiten Leben unterrichten.

Anderswo verlustieren sich die Nephilim in einem Dance-Club, den sie unter eigener Regie führen, um auf diese Weise an die menschlichen Weibchen ranzukommen (hm, die normalen exotic-dance-Schuppen, die ich kenne, und ich kenne selbstverständlich keine, ziehen doch eher männliches Publikum?). Darrius und Brad, sein Stellvertreter, amüsieren sich jedenfalls königlich, trinken „Nephilim-Nektar“ (frage mich nur, warum zum Teufel die Nephilim, die gar nicht wissen, dass sie von der Nephilim-Jäger-Behörde, deren Existenz sie bislang nicht kennen, „Nephilim“ genannt werden, sich selbst als Nephilim bezeichnen…) und freuen sich allgemein darüber, dass sie „ihre“ Welt bald wieder erobert haben werden. Unheilsschwanger fragt Darrius Brad, ob er schon eine geeignete Location für ein Bienen-Experiment gefunden habe. Hat er, ein Kaff namens Eastbrook. Und freimütig gibt Darrius kund, dass er bereits alle anwesenden weiblichen Exponate geschwängert habe, mit Ausnahme einer gewissen Cleo und die sei die nächste auf der Liste. Sexprotz, elender.

Ellie und Levi, Billys ausgekuckte neue Partner, führen dem verblüfften Nicht-Toten das Gruselkabinett in Nährflüssigkeit vor sich hin schwimmender Nephilim-Köppe vor und teilen ihm mit, dass die Viecher verdammt schwer zu killen seien – abgetrennte Gliedmassen wachsen nach und wenn man sie nicht mit einem Blattschuss erwischt, heilen sie sich selber. Ausserdem seien sie äusserst fixe Reproduzierer, aber das hat uns Darrius ja schon erzählt. „Sie wollen ihre Welt zurück,“ erläutert Ellie, denn einen der Nephilim hätten sie tatsächlich verhören können. Gut so, sonst hätten unsere Helden überhaupt keinen Plan.

Darrius setzt in dessen seinen ganzen nephilimischen Charme ein, um Cleo zu verführen. Den Spruch „Du bist was besonderes“ hören die Girls ja allgemein ganz gern, dito Cleo: „Manche sagen, ich sehe aus wie Neve Campbell.“ (Das sind aber dann die, die Neve noch nie gesehen haben… genauso gut könnte ich behaupten, Cleo sieht aus wie Barbra Streisand). „Wie wer?“ outet sich Darrius als nicht wirklich informiert über die gegenwärtige humane Filmszene.

Ellie versucht beim nachvollziehbarerweise etwas unglücklich wirkenden Billy die Freundschaftstour anzubringen und erzählt ihm, dass sie offiziell bei einem Geheimeinsatz in Nordkorea (aber das würde George Bush doch nieeee anordnen) draufgegangen sei und die gleiche Phase durchgemacht habe. „Sollten wir uns jetzt irgendwie verbunden fühlen?“ Nee, Billy ist nicht guter Laune und gibt Ellie einen ziemlich deutlichen Korb. Aber Ellie will das auch gar nicht: „Ich will nur sagen, dass wir hier etwas wichtiges machen!“ Das dachte sich Fox Mulder auch immer, und was hat´s ihm gebracht?

Bluhdorn brieft Billy über weitere wichtige Einzelheiten – die ersten Nephilim, mit denen man zu tun gehabt habe, seien Übernommene gewesen, also normale Menschen, deren Körper zu Hüllen für die fiesen Bösen wurden, jetzt aber tauchten vermehrt „Hybriden“ auf, Fortpflanzungsprodukte von Nephilims und Menschen, ohne jede Vergangenheit, aber innerhalb weniger Wochen voll ausgewachsen. In einem Industriegelände vermuten die Nephilim-Jäger nun einen „Inkubator“ und den sollen Ellie, Levi und Billy im ersten gemeinsamen Einsatz ausschalten.

Zwischenzeitlich zeigt uns Darrius, was er mit den Bienen gemeint hat, tatsächlich die gelb-schwarz gestreiften Honigsammler und Stachelträger, die man mit einem hochwirksamen Bakterium infiziert hat – probeweise gestochene Ratten seien zu hunderten innerhalb weniger Stunden krepiert. „Die Zeit für Menschenversuche ist gekommen,“ düstert Darrius und gibt sich danach noch bibelfest: „Das wird die erste von zehn Plagen, wir wollen gründlich sein.“ Nett von vorzeitlichen Kreaturen, dass sie sich nach dem Alten Testament richten. Und was sagen Moslems und Buddhisten dazu?

Indes entern unsere Helden den „Inkubator“, Billy bemerkt den Ammoniak-Geruch (hm, sind die im alten Lindestadion zu Nürnberg? Kleiner Insider-Joke) und Ellie stellt fachfräuisch fest, dass hier Frauen entbunden haben (deswegen liegt auch dat lecker Blut überall rum). Und damit Levi auch was zu tun hat, findet er haufenweise menschliche Knochen in einem Krematorium. Kombiniere, lieber Watson, die frischgebackenen Mütter wurden umgehend zu Holzkohle verarbeitet. Nein, diese Nephilim sind aber auch zu evil. Unsere Freunde entdecken ein gerüttelt Mass werdender Hybriden in verschiedenen Wachstumsstadien von Fötus bis fast-schon-erwachsen in Brutkästen und nehmen von einer weiblichen Hybriden ´ne Blutprobe. Findet die gar nicht lustig (piekst ja auch, und dat war nicht mal mit örtlicher Betäubung!) und geht auf Billy los. Man metzelt sie nieder, findet bergeweise den dunklen Staub, den Billy schon in Georges Wohnung fand und den Levi despektierlich als „Alien-Viagrä denunziert. Dann schreitet man zur Vernichtung, vergasen will man die armen Hybriden – schändlich! Angesichts von Hybriden-Babies bekommt Billy die moralisch angemessenen Gewissensbisse, aber man schreitet dennoch zur Tat, wird aber von endlich aufgewachten Nephilim-Wachtposten angegriffen, worauf sich ein mittelprächtiger Shoot-out abspielt. Wenn man die Nephilim richtig erwischt, so dass sie den Löffel reichen, spotzen sie einen ekligen schwarzen Globber und morphen in ein Halbverwesungsstadium (keine Angst, richtig eklig wird´s nicht, FSK 18 oder nicht). Ellie pflanzt noch ein paar Bomben, damit wir einen Brennenden Stuntman TM durchs Bild kullern lassen können, dann ist gut und Ellie und Levi bemerken, dass Billy die allgemeine Konfusion dazu genutzt hat, sich dünne zu machen. Wie nicht anders zu erwarten, führt ihn sein erster Weg zum treuen Weib, und die ist auch hoch erfreut, wenn nun nicht gerade absolut in-Ohnmacht-fallend-geplättet, dem vermeintlich von Staats wegen in die nächste Welt Beförderten leibhaftig ins Auge blicken zu dürfen. Billy erklärt ihr in knappen Worten, dass er nun Supergeheimagent sei (vielleicht sollte er dann aber seine Redseligkeit a bissl einschränken) und packt seine Alte (nicht, was Ihr schon wieder denkt) ins Auto (ha!). Mein Gott, ich muss ein bissl auf die Tube drücken, ich bin noch nicht mal bei Notizen-Halbzeit… Okay, Darrius inspiziert die traurigen Überreste seiner Nachkommenschaft – begreiflicherweise istz er ein wenig aufgebracht: „Sie haben unsere Kinder getötet!“ Das hält der stärkste fiese Schuft nicht aus und schwört blutige Rache (ich will nicht despektierlich sein – für den Kontext eines billigen Fernsehfilms ist das ein anständiger Versuch, den bösen Aliens „menschliche“ Gefühle zu verleihen, für einen Moment blitzt da nicht nur pure Bösartigkeit, sondern echte Trauer durch).

Billy und Julia mieten sich in einem Motel ein, plantschen ein wenig im Pool, betreiben ein wenig ficki-ficki (TV-Ausstrahlungs-kompatibel), auch wenn Billy sein Weib damit überrascht, keineswegs mit ihr nach Mexiko durchbrennen, sondern vielmehr zurück zu seinem neuen Job eilen zu wollen. Aber für ´ne kleine Nummer ist ja immer Zeit.

Als Billy am nächsten Morgen zu sich kommt, ist Julie weg, dafür steht Brad vor ihm und hält ihm ne Knarre in die Fresse: „Du willst doch nicht noch mal sterben!“ Der Nephilim-Vertreter echauffiert sich über den Kindermord („Sie waren mehr wert als Menschen!“), verkündet Julia als Geisel genommen zu haben und rekapituliert kurz die Welteroberungspläne seiner Rasse. „Dann müsst ihr uns alle töten,“ stellt Billy die Machbarkeitsstudie der Fiesos in Frage, aber das haben die gar nicht nötig: „Wenn erst mal 20 Millionen tot sind, müssen wir nur noch zuschauen,“ grinst Brad und weist im übrigen darauf hin, dass Billy seine geliebte Julia nur portionsweise zurückbekommt, wenn er nicht gleich damit rausrückt, wer für die Nachwuchsvernichtungsaktion zuständig ist. Bevor die Situation ausartet, brechen aber zu Billys Rettung Ellie und Levi mit gezückten Knarren durch die Tür und sorgen für ein wenig Bleiaustausch. Brads Begleiter gehen globbernd drauf, Brad selbst rettet sich mit einem beherzten Jump aus dem Fenster des ersten Stocks (locker abfedernd, of course). Levi fängt sich zwar auch ´ne Kugel ein, trägt aber ´ne kugelsichere Weste (kluges Kind) und muss nur ein paar gebrochene Rippen verbuchen.

Billy ist erregt, will er doch sein Frauchen wiederhaben – Ellie muss ihn auf einen beunruhigenden Umstand hinweisen. Wie Billy denn meine, dass die Fiesen ihn gefunden hätten? „Genau wie ihr,“ verspekuliert sich Billy. „Wir wussten, wen wir suchen mussten,“ erklärt Ellie, „die nicht!“ Zusammenfaselnd gesagt: nach Ansicht von Global Airfreight spielt Julia fürs Gästeteam, was Billy latürnich gar nich glooben kann.

Ist aber so, wie wir beim Umschnitt in den Club der toten Dichter, äh, der Nephilim (ich hab mir bis jetzt noch jeden „Fields-of-the“-Gag verkniffen…), feststellen, dort ist eine mittelschwere Orgie im Gange (so explizit man das halt im prüden US-Fernsehen zeigen kann) und Julia ist zwar nicht mittendrin, aber immerhin dabei und berichtet Darrius fröhlich, von Billy schwanger zu sein. Wie schon gesagt, die *sind* fix… Und das es ein Sohn wird, ist ihr auch schon klar, und Darrius frohlockt, der werde sie nach seiner Geburt (immerhin, soviel Zeit lassen sich auch die Neffis) direktemang zu Billy führen. Der ist momentan damit beschäftigt, Bluhdorn zu erklären, dass seine Flucht wirklich keine so töfte Idee war und er gern weiter für die Agentur arbeiten würde. Nur die Verdächtigung, seine Lieblingsfrau wäre jetzt eine von den Bösen, die will er nicht akzeptieren. Bluhdorn ist ganz der Verständnisvolle… erst mal entspannen und ´ne Runde knacken, dann sieht die Welt ganz anders aus.

Cleo (Ihr erinnert Euch?) beichtet dieweil Darrius, ebenfalls trächtig, eh, schwanger zu sein und ist ganz zerknirscht, wie konnte das trotz Pille passieren etc. Aber Darrius ist nicht sauer und ´ne Abtreibung kommt gar nicht in die Tüte. „Ich kümmer mich um das Kind und um dich,“ falschzüngelt er.

Bluhdorn bestellt Ellie zu sich und erteilt neue Einsatzbefehle – sie soll mit Billy ein Lagerhaus nach Nephilim-Brutstätten durchspüren. Ellie wendet ein, die entsprechende Location bereits gefilzt zu haben. „Das weiss Billy doch nicht,“ knurrt Bluhdorn düster, und falls es jemand noch nicht kapiert haben sollte, legt er nach: „Wenn du zurückkommst, bist du ALLEINE!“ Bluhdorn hat nämlich bei nochmaliger Durchsicht seiner Personalakten festgestellt, dass Billy unkontrollierbar und ein Sicherheitsrisiko ist (sowas sollte man doch vorher abklären, oder? Bzw. wenn ich der Chef einer supergeheimen Behörde bin, die ihre Leute aus Todeskandidaten u.ä. rekrutiert, würde ich mir solche ohne Anhang aussuchen, das erleichtert die Sache ungemein).

Ellie und Billy machen sich an den neuen Einsatz, auch wenn Billy lieber sein treues Weib suchen würde als in einem recht leeren Lagerhaus im „schwarzen Salz“ der Nephis zu wühlen. Ellie bereitet den Mord vor, muss aber überrascht feststellen, dass Billy nicht gänzlich doof ist und durchaus weiss, was Sache ist. Nach einem kurzen Stand-off mit gezückten Knarren schlägt Billy vor, dass zukünftig Ellie ihren Krempel machen solle und er seinen. Dann schliesst er sie im Lagerhaus ein und türmt mit dem waffentechnisch bestens ausgerüsteten Agency-Van.

„Ich war so allein, dass es wehtat,“ schwadroniert der schwülstige Voiceover (was weh tut, sind Zeilen wie diese!) und zur allgemeinen Selbstfindung kurvt Billy erst mal ein paar Tage ziellos durch die Gegend (immerhin war er clever genug, sich ein neues Auto zu besorgen), bevor er daran geht, die bevorzugten Kneipen Brads zu überwachen (in der sehr vagen Hoffnung, der Alien-Brad teilt die Lebensgewohnheiten seines vormaligen Körperbesitzers). Tatsächlich läuft ihm Brad eines Tages über den Weg, als der sich in eine Luxuskarosse schwingt. Brad nimmt die Verfolgung auf und entdeckt so ein Fabrikgelände mit diversen Grosssilos, wo Brad Darrius trifft und beide in Zufriedenheit über den Fortgang ihrer Bienenoperation schwelgen, schon 8 Millionen von den Majas hat man und sie sind ordentlich aggressiv (afrikanische Killerbienen, zweifellos, nicht zu verwechseln mit den hart arbeitenden amerikanischen Honigbienen). Danach fährt Brad, um die ganze Perfiderie des heimtückischen Nephilim-Planes mal ins rechte Licht zu rücken, zu einer Samenbank, wo er nicht zum ersten Mal eine kleine Spende hinterlassen will (die arbeiten aber auch wirklich mit allen Tricks, die Bösen). Billy stellt Brad in der Wichskabine mit den sprichwörtlich runtergelassenen Hosen. In der unvorteilhaften Lage ist Brad zu gern bereit, Billys Wunsch nachzukommen und ihn zu Julia zu führen – not. Sein Versuch, Billy mittels einer in einer als Fantasieanreger genutzten Pornozeitung versteckten Knarre zu plätten, schlägt aber fehl – wer dran glauben muss ist Brad, denn Billy hat seine eigene Munition probehalber mit Zyanid gefüllt und darauf reagieren die Nephis angemessenerweise mit sofortiger Löffelreichung. Und sogar weitere Anhaltspunkte hat unser Held, denn ihm fällt Brads Handy in die, äh, Hände und die prominenteste Nummer auf dem Display ist die von Darrius…

Indes gehen teuflische Dinge vor sich. In der Tarnung als Beauftragte der Gesundheitsbehörde reisen Ellie und Levi ins Katastrophengebiet von Eastbrook – dort ist Mann & Maus (und auch Frau, Kind, Hund & Katz) auf offener Strasse tot umgefallen – ein Bild des Grauens bietet sich den Nephi-Jägern (sort-of). Blöderweise entgeht beiden, dass sämtliche Leichen reichlich auffällige Insektenstichverletzungen aufweisen (Kompetenz ist was anderes…) und ein Bienchen piekst den armen Levi (wenn man auch keine richtigen ABC-Anzüge trägt, sondern nur Kapuzen-Masken – ihr wollt´s ja nicht anders!). Der kriegt sofort Schwindelanfälle und Fieber… (und dass sich Ellie da kein Zusammenhang aufdrängt, lässt nicht auf gesteigerten gesunden Menschenverstand schliessen, oder?).

Billy spielt inzwischen mit seinen erbeuteten Waffen, bereitet sich auf einen Ein-Mann-Feldzug vor und wird in seiner voiceover-narration peinlich-philosophisch (ich erspare Euch Details).

Julia bringt dieweil einen gesunden Hybriden-Jungen auf die Welt und Darrius schleppt Cleo zum Arzt seines Vertrauens. Cleo weist darauf hin, dass sie im ersten Monat ist und daher ihrer Ansicht nicht unbedingt geburtseinleitende Massnahmen erforderlich sind, aber wann hier geworfen wird, bestimmt Darrius – Cleo wird auf´ne Liege geschnallt und ebenfalls von einem kleinen Hybriden entbunden und nach Vollzug der Angelegenheit umgehend per Gift umgebracht (nennt sowohl den Film als auch mich pervers, aber das klaut mir leider eine Drehbuchidee, die ich seit Jahren mit mir rumschleppe – bei mir wär´s im anderen Kontext gewesen und überhaupt als finale Szene gedacht, aber ich fühle mich schon ein wenig ge“rippt“… dass mir Hollywood jetzt schon die Ideen klaut, die ich noch nicht mal aufgeschrieben habe, ist doch wirklich frech!). Darrius schwafelt ein bissl generic madman-babble, entscheidet aber schlussendlich, am Frühlingsanfang, zur Frühjahrs-Tag- und Nachtgleiche die Bienen loszulassen (das begründet er auch, aber auf ziemlich idiotische Art und Weise… hat die Tag- und Nachtgleiche irgendwas mit dem Ausschwärmen von Bienen zu tun? Lesen hier Imker mit? Hallo?) Die Nachricht vom Abnippeln Brads erweist sich als leichter Stimmungsdowner.

Levi kratzt derweil stufenweise ab – immerhin haben Globals Leib- und Magendoktoren rausgefunden, dass die stechwütige Biene mit einem äusserst tödlichen Bakterium infiziert ist (trotzdem hielte ich zur Ausrottung der Menschheit einen „airborne“ Virus für praktischer). Levi röchelt ein paar sentimentale letzte Worte wie „Lasst sie nicht gewinnen“ und haucht dann seinen Odem aus. Ellie krakeelt nach Reanimationsmassnahmen, aber der Doc erklärt: „Er hat keine inneren Organe mehr!“ Tja, da tut man sich mit´m Wiederbeleben schon schwer…

Brads Handy führt Billy zu Darrius´ Club und das erste, was ihm dort ins Auge springt, ist sein angeblich gekidnapptes Eheweib, wie es mit Darrius über die Operation am ersten Frühlingstag telefoniert. Er stellt sie zur Rede, aber Julia schaltet sofort auf die „oh-gottseidank-ich-bin-durch-die-Hölle-gegangen“-Routine um. Billy bleibt zunächst skeptisch, da sogar unser Blitzmerker feststellt, dass Julia nicht wirklich opfermässig aussieht, aber nach einem zart gehauchten „Ich liebe dich“ ihrerseits senkt er gerührt seine Knarre. Trottel. Er hat´s gar nicht anders verdient, als das Julia ihm nach einem angetäuschten Kuss ordentlich in den Hintern tritt und durch ein Fenster schmeisst. An der Feuerleiter baumelnd gelingt es ihm aber tatsächlich, einen Schuss abzusetzen und seine Ex-Frau in den Orkus zu jagen (und wär´ er Arnie Schwarzenegger, tät er es mit einem coolen Spruch) und zu flüchten, ehe Darrius auftaucht.

Der Verlust Julias tangiert Darrius eher peripher, er hat anderes zu erledigen, nämlich die Initiation eines Haufens Neu-Hybriden, darunter Billys und Julias gemeinschaftliches Erzeugnis. Darrius füttert die Neuen mit dem „schwarzen Salz“, das u.a. gegen das von den Bienen übertragene Bakterium immunisiert. Er erklärt den noch Unbeleckten, was Sache ist, nämlich das sie bald als Herrscher über die Welt wandeln werden usw. und gibt ihnen schlussendlich noch biblisch auf den Weg, hinzugehen und sich zu mehren (nicht ganz so blumig, aber die Aussage kommt hin). Für Billy junior, Jason getauft, hat Darrius aber eine Spezialaufgabe – als Sohnemann des Erzfeindes Billy verfügt Jason über die Erinnerungen seines Daddys und über diesen Weg möchte Darrius die Nephilim-Jäger aufspüren. Zwar kann Jason nur zusammenhanglose Bilder mental abrufen, aber das reicht, um ein Image von Global Airfreight darzustellen und die Nephis dorthin zu führen.

Und so sieht Billy (da das Budget für entsprechende Actionszenen bereits erschöpft ist) in den Nachrichten, dass Global Airfreight durch ein angebliches Tanklaster-Unglück absolut und total zerstört und auf die Grundmauern niedergebrannt wurde, satte hundert Tote hätten die Rettungsmannschaft aus den Trümmern gepuhlt. Billy erleidet einen emotionalen Ausbruch (d.h. er schreit einmal „Neeein!“) und ist ziemlich am Boden zerstört (ganz wie die Vierma, gelle), sieht sich die Sache kurz vor Ort an und zieht sich dann für eine gepflegte Depression in seine Bude zurück. Es kann der Heldehafteste nicht in Frieden vor sich hin leiden, wenn es Ellie nicht gefällt, die steht nämlich plötzlich vor ihm – aus zweierlei Gründen bricht Billy nicht in helle Begeisterungsstürme aus. Erstens hält er sie prophylaktisch für eine Nephilim, was Ellie ausräumen kann, zweitens hat er ihr nicht ganz verziehen, dass sie ihn vor kurzem noch hatte umbringen wollen. Ellie redet sich in ihrer Verteidigung beinahe um Kopf und Kragen („Ich wollte dich eigentlich nicht töten oder vielleicht doch…“), konzentriert sich dann aber aufs Wesentliche und berichtet, Billy von der rauchenden Global-Airfreight-Ruine gefolgt zu sein. Sie selbst sei während der Explosion nicht dagewesen, aber alle anderen hätte es erwischt, alle Wissenschaftler, Bluhdorn usw. Als sie dann noch damit rausrückt, dass Levi an einer Bienen-Infektion eingegangen ist, verrichtet Billys Gehirn mühselig ein wenig Denksportarbeit – da war doch was mit Bienen… und Frühlingsanfang ist – SCHLUCK – heute!!! Die beiden rasen zur von Billy ausfindig gemachten Fabrik, wo Darrius schon mit schwurbeligen Worten den Beginn eines neuen Zeitalters einläutet. Billy und Ellie brechen mit ihrer Kalesche durch das Tor, überfahren einen notdürftig als Nephilim-Wächter dekorierten Crashtest-Dummy und brechen eine zünftige Schlacht vom Zaun, ballern alles nieder, was sich bewegt, werfen mit Handgranaten um sich (fliegende StuntmenTM) usw. Die Nephilim fallen wie die Fliegen, nur Darrius nicht, der klettert auf ein Silo, um eigenhändig die Bienen zu befreien. Ellie schiesst ihm in den Arm, aber es gelingt ihm tatsächlich, die Silo-Kuppel zu öffnen und Bienen schwärmen aus. Billy schiesst Darrius vom Silo, wird aber von einer Biene gestochen. Darrius klebt am Boden und grinst Ellie an: „Du bist tot.“ Ellie korrigiert den Nephilim und exekutiert ihn an Ort und Stelle, der Nephilim-Leader kotzt seinen Globber und morpht in den Tod.

Da rennt aber noch einer von den Nephilim… Billy spurtet hinterher und stellt den Flüchtenden, es ist Jason. Jason stellt sich als Billys Sohn vor, was der stolze Vater nicht glauben will. Jason „beweist“ dies, indem er von der heissen Liebesnacht seiner Zeugung im Motel berichtet (´n Gentest ersetzt das grade nicht). Zur Vater-Sohn-Versöhnung bietet Jason Billy eine Ladung des „schwarzen Salz“ an, um den Bienenstich zu neutralisieren. Billy ist ein wenig schlauer geworden, ergo vorsichtig, hebt aber das Salz auf und fängt sich dafür eine Kugel ins Knie ein. Jason schwingt sich in eine Karre und gibt Gas, Billy hinterher. Die beiden liefern sich eine ungeheuer aufregende Autoverfolgungsjagd, versuchen sich gegenseitig von der Strasse zu schubsen usw. Das hab ich bei den Dukes of Hazzard schon mitreissender erlebt. Schliesslich wird´s Billy zu bunt, er parkt off-road, packt die Bazooka aus und jagt seinen Sohnemann in die Luft (wenn das das Jugendamt erfährt, nennt man doch wohl Rabenvater). Als Billy die Wreckage untersucht, findet er zu seinem Disgust keine Leiche, sondern nur brennende Fussspuren, die zu einem Fluss führen. Als Ellie dazustösst, gibt er trotzdem – wider besseres Wissen, für mein Dafürhalten – zu Protokoll, seinen Sohn umgebracht haben zu müssen (müssen zu haben, gemusst zu haben? Verdammt, deutsche Grammatik). „Du hattest keine Wahl“, versichert Ellie, „es ist unsere Welt, nicht ihre!“ Billy schluckt das schwarze Salz und fühlt sich danach in der Lage, „ein paar Bienen zu töten!“

„Wir haben die Schlacht gewonnen, aber noch lange nicht den Krieg,“ schwurbelt Billys voiceover, „ich habe meine Frau, meinen Sohn und meinen besten Freund getötet (you´re quite on a roll, Billyboy!). Aber wie sagt man: Im Frühling wird das Leben neugeboren…“ (uffza). Ende.
Bewertung

Wenn es amerikanische Fernsehfilme oder Serien-Piloten (Hell Swarm spielt sich nach allen Regeln der Kunst wie der Pilotfilm zu einer annoncierten Endlosserie) nicht gäbe, müsste man sie glatt erfinden – was würden wir ohne diese uninspirierten, inhaltlich zusammengeklauten, belanglos hölzern gespielten und ultrabillig wirkenden Videopremieren nur aus unseren Videotheken ausleihen – am Ende noch richtig gute Filme? Gott behülf!

Naja, es hat aus obigem Gelaber ja sicherlich jeder entnehmen können, dass Hell Swarm nach dem Setzkastenprinzip aus Elementen von Body Snatchers und X-Files (wo man sogar noch den Subplot um die Bienen klaute, beim X-Files-Film waren´s halt Wespen), garniert mit einem Schuss Nikita und einer Prise Killerbienen zusammengestückelt ist – wobei der vom Titel und auch der Zusammenfassung auf der Videobox so herausgestellte Bienen-Faktor im fertigen Film selbst eher unterberücksichtigt bleibt – wenn alles, was im weitesten Sinne mit den Bienen zu tun hat, auf sechs oder sieben Minuten Screentime kommt, ist das sicher eine optimistische Schätzung. Sicher kann man drüber diskutieren, ob´s heutzutage, nach mehr als hundert Jahren Filmgeschichte, überhaupt noch neue originelle Ideen gibt, aber es muss doch möglich sein, auch im Genre- Bereich SF/Fantasy/Horror Geschichten aufzutreiben, die nicht schon zigtausendmal durchgelutscht wurden und nun wirklich weder Hund, Katze noch Maus hinter´m sprichwörtlichen Ofen vorlocken.

Aber der Film hat auch spezifischere Probleme – bei einem Streifen, bei dem ich wohl als geneigter Zuschauer der menschlichen Seite die Daumen drücken soll, ist es sicher nicht so clever, wenn die Aliens (ich weigere mich eigentlich ein wenig, sie so zu bezeichnen, denn wenn ich den Background der Nephilim richtig verstehe, sind die durchaus von Haus aus auf der Erde ansässig, so dass ihr „Anspruch“ eine gewisse Berechtigung haben mag – ist ja fast wie beim Infra Superman) insgesamt glaubhafter, überzeugender und (bis zu einem gewissen Punkt) sympathischer rüberkommen als ihre menschlichen Konterparte – immerhin verfügen die Nephilim über „menschliche“ Regungen, die z.B. Alienjägerchef Bluhdorn völlig abgehen. Merket auf, oh Ihr Drehbuchautoren: Wenn Eure nichtmenschlichen Antagonisten „menschlicher“ wirken als die Helden, habt ihr ein Problem am Hals. Das Drehbuch selbst leidet an seiner Episodenhaftigkeit, ein richtiger roter Faden will sich trotz des zentralen Charakters Billy nicht einstellen, was auch daran liegt, dass Billy eine ziemliche Pappnase ist, sowohl was seine Rollengestalt angeht als auch die Darstellung der selben durch Boyd Kestner – die recht traurige deutsche Synchronisation trägt ihren Teil dazu gewiss bei. Diverse dusselige Dialoge (und ganz besonders der enervierende Voiceover-Kommentar), ein auf jeder Menge Zufälligkeiten aufgebauter Plot und verschiedentliche Schwachmatigkeiten, die zu unbeabsichtigten (aber auch nicht wirklich erheiternden) Lachern führen, belegen die nächsten Plätze auf der Problem-Hitparade von Hell Swarm. Wo sich aber auch ganz erheblich die döselige Regiearbeit vom Tim Matheson einreiht – gut, mit einem Schnürsenkel-Budget, wie es heutzutage den meisten amerikanischen Fernsehfilmen und -serien zur Verfügung steht, ist´s nicht ganz einfach, einen aufregenden, spannenden und aktionsgeladenen Film abzudrehen, aber ein wenig mehr Mühe könnte man sich doch geben. Nicht jeder leidlich knallende Kugelaustausch ist gleich ein packender Shoot-out der John-Woo-Schule, da gehört schon etwas mehr Pfiff und inszenatorisches Können dazu, als zwei Parteien ein paar Knarren in die Hand zu drücken und sie aufeinander ballern zu lassen, da muss man auch ein wenig mit Kameraführung und Schnitt arbeiten und das liegt Matheson völlig fern – er verliert sich lieber in diversen videoclipmässigen Flashback-Einspielen, ohne dabei eine auch nur irgendwie geartete Virtuosität zu zeigen. Das ganze wirkt mehr wie „Ich hab so was mal in´nem anderen Film gesehen und probier das jetzt auch“. Dafür, dass Hell Swarm immerhin schon Mathesons vierte Regiearbeit darstellt, ist das ganze ziemlich einfallslos, wobei ihm natürlich, wie schon angesprochen, die extrem billige Ausstattung (vermutlich ging ein Löwenanteil des Budgets für den einen – in Zahlen: 1 – Neuwagen drauf, den die Produktion in die Luft jagen durfte) keine Unterstützung bietet. Als einzige durchweg gelungene Szenen kann man die Exkursion der Nephilim-Jäger in den „Inkubator“ (zumindest so lange, bis die Sequenz in einen einfallslosen Shoot-out ausartet) und Cleos „Birth&Death“-Szene, die aufgrund ihrer Unspektakularität (eh, ist das ein deutsches Wort?) eigentümlich berührend wirkt (aber ich bin sicher, dass diese Szene mehr oder minder ein Abfallprodukt des geringen Budgets darstellt).

Tim Matheson leistet auch schauspielerisch keine besonders grossartige Arbeit – für einen Veteranen, der seine Karriere mit Die Leute von der Shiloh Ranch und Bonanza begann und sich dann über Rollen in Animal House und 1941 immerhin in die zweite Garde Hollywoods hochdiente, wenngleich er zumeist fürs TV arbeitete (trotzdem lieferte er prägnante Auftritte z.B. in Fletch ab, grosse Popularität verschaffte ihm die Hauptrolle in der King-TV-Verfilmung Sometimes They Come Back), wirkt Matheson hier müde, ausgebrannt und unmotiviert. Würde Matheson nicht eine Hauptrolle in der vielfach ausgezeichneten Polit-Serie West Wing spielen, täte ich ihm glatt zum Karriereende raten, wenn man selbst in einer eigenen Regiearbeit derart blass daherkommt wie er hier.

Boyd Kestner, und der spielt hier immerhin die Hauptrolle, macht´s allerdings nicht besser. Der Spezialist für Nebenrollen in Grossproduktionen (u.a. G.I. Jane, The General´s Daughter, Hannibal oder Black Hawk Down) ist nicht in der Lage, einen ganzen Film auf seinen Schultern zu stemmen – ihm geht sowohl Screenpräsenz, Charisma als auch emotionale Bandbreite ab – Kestner stapft durch den ganzen Film mit stoischer Steven-Seagal-Gedächtnis-Mimik (besonders hübsch zu beobachten in der Hinrichtungs-Szene – man sollte meinen, ein Delinquent würde der ganzen Sache irgendwie etwas aufgewühlter entgegentreten). Kathryn Morris, die aus ihrer Filmographie sicher gern das Vanilla-Ice-Egodenkmal Cool as Ice streichen würde – ansonsten war sie u.a. in The Prophecy II und in Kurzauftritten in den Spielberg-Werken A.I. und Minority Report am Start -, verfügt zumindest über eine gewisse sympathische Ausstrahlung, aber schauspielern an sich ist ihre Sache wohl auch nicht so ganz. Womit sie in guter Gesellschaft mit „Juliä Amanda Welles ist – die allerdings hat nun wirklich kaum Nennenswertes in ihrer Vita, es sei denn, man rechnet zwei Guest-Star-Auftritte in Walker, Texas Ranger und die Rolle als „J.R.s Sekretärin“ in einem späten Dallas-Fernsehspecial zu hochkarätigen Einsätzen. Welles hat in ihren gemeinsamen Szenen null chemistry mit Kestner und ähnelt ihm auch in der nicht vorhandenen Versatilität, was unterschiedliche Gesichtsausdrücke angeht. Spass macht zumindestens die Vorstellung von Jesse Borrega als Nephilim-Führer Darrius, der einmal mehr als B-Movie-Schurke gnadenlos ausnutzt, dass man als Akteur mit der Schurkenrolle in einem Billigfilm zumeist mehr anstellen kann als mit der des Helden. Borrego, der immerhin vier Jahre lang in der TV-Serie Fame zappelte und hollywood-technisch eine Nebenrolle in Con Air aufweisen kann, nutzt jede Möglichkeit zu herzallerliebstem scenery chewing und wird nur von der deutschen Synchronisation etwas behindert. Ansonsten merkt man Borrega den Spass an.

Paramount Pictures hat Hell Swarm auf die nichtsahnenden deutschen Videothekenkunden losgelassen. Wenn man vom blöden marktschreierischen FSK-18-Gag absieht (in Hell Swarm tut sich bis auf die unspektakulären Shoot-outs kaum was verwerfliches), hat man es mit einer soliden Videopräsentation zu tun – TV-herkunftsbedingt in Vollbild in ansprechender Bildqualität.

Fakt ist allerdings, dass kein Mensch auf Gottes Erdboden Hell Swarm braucht – der Film ist unspannend, unspektakulär, ziemlich bräsig gespielt und wird keine einzige Zielgruppe zufriedenstellen, weder Action-, SF- noch Horrorfreaks werden mit Hell Swarm anständig bedient. Es tut sich einfach über 85 Minuten, die verdammt lang werden können, kaum etwas von Interesse – zwei Shoot-outs allein und ein gut aufgelegter Schurkendarsteller sind halt noch nicht abendfüllend – komprimiert auf 45 Minuten hätt´s vielleicht für ne ganz passable Folge einer Mystery-TV-Serie gereicht, aber für einen ganzen Film ist das alles (trotz der ellenlangen obigen Inhaltsangabe) ein wenig sehr mager. Kann man in der Videothek bedenkenlos im Regal stehen lassen und sollte einem die Kassette auf einer Börse oder im Gebrauchtregal begegnen und ist man dabei, sich vom roten FSK-Kleberl verführen zu lassen – just ignore it, sondern geht nach Hause und schaut Euch eine x-beliebige (haha) Folge Akte X an (Colony/End Game z.B.) – davon hat man wesentlich mehr.

(c) 2004 Dr. Acula


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BIER-Skala: 2


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