Five Seconds to Spare

 
  • Deutscher Titel: Five Seconds to Spare
  • Original-Titel: Five Seconds to Spare
  •  
  • Regie: Tom Connolly
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1999
  • Darsteller:

    Max Beesley (William), Valentina Cervi (Madeline), Ray Winstone (Vincent), Andy Serkis (Chester), Sarah-Jane Potts (Twig), Gary Condes (Pedro)


Vorwort

Ich liebe ja obskure Filme („No Na Net“ werdet ihr jetzt denken, falls ihr meine anderen Bits und Reviews kennt). „Five Seconds to Spare“ ist aber nochmal ein besonderer Film aus meinem Giftschrank und das nicht nur wegen dem ungewöhnlichen Titel. Und obskure Bücher liebe ich fast noch mehr. So möchte ich schon seit Jahren endlich einmal Jonathan Coes Roman „The Dwarves of Death“ lesen. Als ich dann vor einiger Zeit im Wühltisch des DVD-Händlers meines Vertrauens das Kleingedruckte auf dem Cover studierte, stach mir der Name Jonathan Coe sofort ins Auge. Für die paar € hab ich die DVD dann mitgenommen. Eine kurze Recherche daheim vor dem Computer förderte dann noch zutage, dass es sich um eine Verfilmung des von mir immer wieder verschobenen Buches handelt. Ich hab dann erstmal den Vorsatz gefasst, trotzdem das Buch zuerst zu lesen. Daran konnte ich mich genau 7,5 Minuten halten und dann lag die DVD im Player. Tja, ob der Film hält, was der Ruf seiner Vorlage verspricht, werden wir ja bald sehen….


Inhalt

Zunächst sehen wir einen Mann namens Chester mit einer jungen Frau in einem Büro, die Frau namens Tanja liegt aufgrund einer Überdosis zuckend auf dem Boden. Chester stürzt sich auf sie und erklärt dem kurz danach eintreffenden Typ namens Vincent, dass er schon einen Krankenwagen gerufen hätte. Vincent nimmt die Nachricht gelassen zur Kenntnis, verklickert Chester jedoch, dass er sich doch bitte ehebaldigst in eine Staubwolke verwandeln möge. Chester schaut zwar etwas verdattert, tut aber trotzdem was Vincent gesagt hat. Sobald Chester weg ist, geht Vincent zur Tür, hämmert sie sich auf den SChädel bis er blutet und geht dann zum soeben eintreffenden Krankenwagen. Er versucht die Sanitäter zu überzeugen, dass in Wahrheit er das Opfer und keine junge Frau sei. Szenenwechsel Chester ist mittlerweile abgehauen. Er trifft sich mit einem jungen Mann namens William (Future-G sagt mir schonmal, dass der unsere Hauptfigur wird), den Chester, seines Zeichens Manager in der Musikbranche (wie es auch Vincent ist, btw), zum Kontakteknüpfen zu einem seiner Klienten mitnimmt. William ist nämlich ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent, das es mit seiner eigenen Band „Alaska Factory“ weit bringen will (Ok, genug in die Zukunft geblickt). Man fährt also zu einem dauerbreiten Typen namens Paisley (nebenbei erzählt Chester noch, dass er vor Vincent erstens gehörigen Schiss und zweitens Schulden bei ihm hat). Kurz nachdem alle angekommen sind, geht es auch schon zu Studioaufnahmen und William soll mit Paisley mitfahren. Der ist nicht wirklich davon begeistert einen Junkie als Fahrer zugeteilt zu bekommen, der ob seines Drogenkonsum nicht einmal geradeaus pinkeln kann, aber die anderen sind schon weg, bevor er zum Protestieren kommt. Paisley erzählt ihm dann bevor es losgehen soll von einer tollen Aktion, die er letztens abgeliefert hat. Vincent (den William übrigens auch kennt) sei nämlich ein nebenberuflicher Dealer. Und neulich habe sich jemand verwählt und bei ihm (also Paisley) für Vincent angerufen. Die Leute am anderen Ende der Leitung wollten ihm angeblich Stoff verkaufen und da Paisleys Hirn beim Wort „Stoff“ grundsätzlich aussetzt, ist er auf die Idee verfallen, den Leuten den Stoff abzuknöpfen ohne dafür zu bezahlen (die Idee, dass die ihn dafür ohne Narkose kastrieren könnten, ist ihm anscheinend nicht gekommen. Der denkt ernsthaft, die gucken dann nur traurig und fahren mit nem Schmollmund nach Hause, oder wie?). Da klingelt es plötzlich an der Tür. Paisley öffnet und staunt nicht schlecht, als er zwei Zwerge in schwarzen Regenmänteln erblickt. Seine Belustigung ist allerdings vorbei, als die Zwergen anfangen, mit Brechstangen auf ihn einzuprügeln. William versteckt sich reaktionsschnell, während Paisles blutig zu Tode geprügelt wird. Nachdem die Zwerge abgehauen sind, nimmt William Reißaus und rennt auf die Straße beinahe in ein Auto…. 3 Wochen zuvor: William ist soeben in London angekommen. Er bezieht seine neue Wohnung bei einer Mitbewohnerin namens Twig (die ihm wohl Vincent verschafft hat) und bekommt einen Job als Pianist in einem Einkaufszentrum. Dort lernt er auch Madeline kennen, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Dumm nur, dass die gute offenbar blind für seine Signale ist. Nach und nach werden auch die Figuren eingeführt, die wir schon aus den Geschehnissen zuvor kennen. Und so entwickeln sich die Ereignisse unaufhaltsam entwickeln. Dabei tun sich für William folgende Fragen auf: Wieso hat Vincent so eine Heidenangst davor, von seiner Vergangenheit eingeholt zu werden? Was hat die Sängerin einer 80er-Jahre Death Metal Band mit dem Namen „The Dwarves of Death“ damit zu tun? Und warum zum Teufel haben die „Dwarves of Death“ nur eine einzige Single herausgebracht, auf deren Plattencover auch noch zwei kleine Kinder drauf sind, die genau dieselben schwarzen Regenmäntel tragen wie die Minikiller am Anfang?

Dieser Film ist anders als die meisten Thriller die ich bisher gesehen habe. Der Film wirkt in etwa so, als ob Alfred Hitchcock auf Drogen versucht hätte, ein Drehbuch von Quentin Tarantino in Szene zu setzen. Das Ergebnis wäre „Five Seconds to Spare wohl nich unähnlich gewesen. Der Mord am Anfang ist sowas von bizarr, dass man icht weiß, ob man lachen oder weinen soll (im positiven Sinne). Tom Connolly scheint auch einer der wenigen Regisseure zu sein, der weiß, wie man einen Rückblendenfilm wirklich machen muss, ohne den Leuten gleich am Anfang zu viel zu verraten. Die Darsteller machen ihre Sache allesamt gut. Am bekanntesten dürfte Ray Winstone, der Darsteller von Vincent, sein. Der hat unter anderem in Scorseses „The Departed“ den Mr. French gespielt. Aber auch Max Beesley (der im wirklichen Leben Studiomusiker ist und unter anderem mit Jamiroquai und Take That gearbeitet hat) macht seine Sache nicht übel. Er spielt den William sympathisch und glaubwürdig. Valentina Cervi hat als typisches Love interest Madeline zwar nicht wirklich viel zu tun, aber sie fällt nicht negativ auf. Sie ist übrigens die Enkelin von gino Cervi, der in den Don Camillo Filmen den Peppone gespielt hat. Für die Musik hat man offenbar mehr als eine Band verpflichtet. Die bekanntesten sind wohl Placebo und die Fun lovin´ Criminals. Was will man mehr? Bild und Ton auf der DVD sind in Ordnung. Bildformat ist 4:3, was wohl auch das korrekte Bildverhältnis sein dürfte. Als Extras sind der Kinotrailer, eine Trailershow und als Bonusfilm ein halbstündiges Reisevideo über London mit an Bord. Kommen wir mal zu einem Negativpunkt: Ich habe immer wieder immense Probleme damit, den Film zum Laufen zu bringen und zwar auf mehr als einem Player. Mein DVD-Laufwerk spinnt (deswegen sind die Screenshots diesmal ausnahmsweise nicht von mir) & mein DVD-Recorder streikt gleich von Beginn an. Das nervt gewaltig. Es gibt aber auch noch eine zweite Version von dem Film mit einem etwas helleren Cover, vielleicht wurde da das Problem behoben.

Fazit: „Five Seconds to Spare“ hat das Zeug zum Kultfilm, den man nur hassen oder lieben kann. Die DVD ist – bis auf die Tatsache, dass sie mit meinem Player und meinem DVD-Laufwerk auf Kriegsfuß steht – ebenfalls ok. Von mir gibts eine klare Kaufempfehlung!

P.S.: DEr Titel stammt aus einem Songtext der britischen Band „The Smiths“. Das volle Zitat lautet: „If you have five seconds to spare, the i tell you the story of my life“.

4/5
(c) 2008 G


mm
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