Fight to Win

 
  • Deutscher Titel: Eyes of the Dragon
  • Original-Titel: Fight to Win
  • Alternative Titel: Dangerous Passages | Paper Dragons | Die Todespranke des roten Drachen |
  • Regie: Leo Fong
  • Land: USA
  • Jahr: 1987
  • Darsteller:

    Bruce Cheung (Ryan), Cynthia Rothrock (Lauren), Richard Norton (Armstrong), Chuck Jeffreys (Michael), Troy Donahue (Rosenberg), Bill Wallace (Tankson), Hidy Ochiai (Sensei), Ronnie Lott (Randy), Juan Chapa (Larry), Shan Brassfield (Paul)


Vorwort

Abt. Trashfilmabende mit Jorge I

Mein Sozialleben findet nicht auf den Straßen meiner Stadt statt (meine Stadt ist scheiße). Meine Freunde treffe ich nicht in einer Disco (zu alt) oder in einer Kneipe (zu pleite). Ich brauche für meine Freizeit nicht mehr als meinen Bürostuhl und den flimmernden Monitor vor meiner Nase, hier habe ich meine Bibliothek, meine Musicbox und auch meine Freunde, mit denen ich über die sozialen Medien kommuniziere. Wenn ich nicht ab und an mal einkaufen müsste und nicht an die Notwendigkeit glauben würde, meinem alternden Körper Sonne, Frischluft und Bewegung zuführen zu müssen, ich wäre wahrscheinlich schon vor meinem PC festgewachsen. Tatsächlich erscheint mir, der hier in einer kleinen, öden Stadt im Norden Deutschlands wohnt, die Möglichkeit, per Facebook Gleichgesinnte aus der ganzen Republik, oder auch über deren Grenzen hinaus, kennenzulernen und diese Kontakte zu pflegen, mehr als reizvoll. Da man in diesem Fall nur selten die Gelegenheit hat, bei einem Bierchen vis-a-vis über die gemeinsamen Interessen zu plaudern oder etwa einem Kinobesuch zu frönen, eignen sich bspw. Watchparties ganz gut, um darin Abhilfe zu schaffen. In letzter Zeit hocke ich mich gerne mit meinem guten Kumpel Jorge aus Essen zusammen, um uns schlonzigen 80s-Trash vor die Synapsen zu kloppen. Da eigentlich alle Filme, die wir dafür auswählen, eine Daseinsberechtigung auf Badmovies hätten, habe ich mich dazu entschlossen, alle diese Filme auch hier zu besprechen, auch wenn ich zumeist bei der Sichtung keine Gelegenheit habe, um mir eingehende Notizen dazu zu machen. Da ich generell nicht so lange Texte schreibe, wie der Doc zu seinen besten Zeiten (dafür ist ja jetzt der Crook zuständig), bin ich zumindest bemüht, hierbei längere abzuliefern, als der Doc zu seinen schlechtesten (auch wenn er es dabei genauso auf den Punkt bringen konnte). Den Anfang macht heute ein Werk von Leo Fong, FIGHT TO WIN (bitte nicht mit dem Hongkong-Film CITY COPS verwechseln, bei dem auch Rothrock in der Hauptrolle zu sehen ist; der IMDb ist’s passiert, denn dessen Cover ziehrt den Eintrag des Fong-Films). Das ist ein Name, den ihr euch schon mal merken könnt, denn die Filme des Bruce-Lee-Kumpels und seiner Clique, zu der u.a. auch Martial Artist Ron Marchini zählte, sind schon ganz besondere Stinker. Dazu kommt noch, dass ich mir die Inhaltsbeschreibung aus den Fingern saugen muss, da die Tonspur teils dermaßen schlecht war, dass man schlicht gar nichts verstanden hat. Ich denke aber eh nicht, dass das groß was zur Sache tut.


Inhalt

Das angehende Kampfsport-Ass Ryan hilft im Dojo seines kranken Senseis aus, augenscheinlich nur, um die hübschen, jungen Ladies zu beeindrucken, während sein Kumpel Larry nebenan die Kiddies trainiert. Aber zumindest ist er zur Stelle, als ein paar böse Jungs Rabatz machen wollen. Dann bekommen wir die Geschichte von drei wertvollen Kampfsport-Statuetten zu hören, die als Preise in einem großen Turnier der größten Fighter aller Zeiten (das irgendwo in einem strunzgewöhnlichen Garten stattfand) ausgelobt wurden. Der Sensei besitzt eine, auch Ryan kann eine sein Eigen nennen. Und das soll schon bald wichtig werden, denn nach dem nächsten Turnier, wo das Dojo ein Team der verfeindeten Japaner nicht nur im „sich laut anbrüllen“ (wobei ich auch denke, dass es hier nur Unentschieden ausgegangen ist), sondern vor allem auch auf der Matte schlägt, was alle happy macht (nur nicht den Gegner), tritt auf dem Parkplatz ein Bösewicht namens Armstrong an Ryan und seinen Sensei heran. Er möchte, dass Ryan gegen seinen besten Kämpfer Tankson antritt. Als Einsatz für diesen Kampf soll seine Statuette herhalten. Der Sensei ist sich seiner Chance nicht ganz schlüssig, aber Ryan willigt ein. Man sollte es wohl als böses Omen werten, dass der Sensei gleich darauf im Auto einen Herzanfall erleidet. Also muss sich der demütige Ryan nun mit seinen Kumpels Larry, dem Sprüche klopfenden Michael und dem ein tolles Mickey-Mouse-T-Shirt auftragenden Paul auf den Kampf vorbereiten. Dieser wird auf Armstrongs Anwesen ausgetragen, und hier im Garten muss der nun im Rollstuhl sitzende Sensei mit ansehen, wie sein Schützling mal so richtig von Tankson die Hucke voll bekommt. Eine der beiden Statuetten ist futsch, während Armstrong seine Bilanz auf derer zwei erhöhen konnte. Doch die Schmach mag Ryan nicht auf sich sitzen lassen und will einen Rückkampf, doppelt oder nichts! Da Armstrong seine Drei-Statuen-Sammlung unbedingt komplettieren will, willigt er ein. Doch der Sensei ist besorgt, denn da er immer noch im Rollstuhl sitzt, glaubt er nicht daran, Ryan sorgfältig auf den Rückkampf vorbereiten zu können. Also zieht er seine ehemalige Meisterschülerin Lauren zu Rate, die ihm ein wenig Dampf machen soll. Da Lauren aber nur eine Frau ist und sich nach Ryans Meinung höchstens als Turnmatte eigne, muss die fesche Kampfsportlerin ihm erst einmal zeigen, was ne Harke ist. Außerdem teilt sie mit ihm ihre Erinnerungen, als sie als junges Mädchen mit dem Sensei trainierte. Derlei vorbereitet kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, und tatsächlich kann Ryan den Rückkampf in Armstrongs Garten knapp für sich entscheiden. Doch Armstrong, wer hätte das gedacht, stellt sich nicht als fairer Sportsmann heraus, kloppt Ryan eine in die Fresse und schnappt sich einfach die fehlende Statue, worauf er sich von Lauren eine fängt. Dennoch ordnet der Sensei den Rückzug aus dem Garten des Gangsters an. Sie entsinnen einen raffinierten Plan, um die Statuen aus dem Würgegriff des bösen Buben zu entreißen: Lauren, die schon in der Vergangenheit mal mit Armstrong auf Tuchfühlung gegangen war, ohne ihn zum Vollzug kommen zu lassen, verabredet mit ihm zum Schein ein amouröses Date in seinem Domizil, während die anderen sich am Eingang des Anwesens zusammenrotten und uns kurzerhand stürmen, wobei sie noch überraschende Hilfe durch den schießwütigen Randy erhalten. Und zu guter Letzt darf sich Ryan dann ein paar Tage später auch gegen Armstrong beweisen.

Besprechung:

Puh, ich muss zugeben, den Film beim Schreiben der Inhaltsangabe nochmal nebenher laufen gelassen zu haben (bei voller Lautstärke, meine Nachbarn mögen mir vergeben), denn ansonsten wären nicht mehr als zwei, drei kurze Sätze dabei rumgekommen. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass an vielen Stellen nicht nur Dialoge, sondern auch große Teile des feinen 80s-Breakdance-Scores des Streifens vom schlechten Ton komplett verschluckt werden. Und der gehört normalerweise ja zu dem Vergnügen, solche Streifen zu feiern, unbedingt dazu. Denn FIGHT TO WIN ist einer dieser Streifen der 80er, der mit viel Elan und wenig Geld realisiert worden ist. Als Dank der immens erfolgreichen Verbreitung des VHS-Video-Systems für angehende Filmemacher alles möglich schien, man nicht mehr nur auf die Hilfe eines Verleihers und der Gunst der Kinogänger angewiesen war, packten viele die Chance beim Schopf, um sich auf dem Markt zu beweisen. Dem Kreis um Regisseur und Kampfsport-As Leo Fong, einem Kumpel des großartigen Bruce Lee, ging es wohl genauso. Er hatte erste Erfahrungen beim Film auf den Philippinen gesammelt, wo er u.a. für NINJA ENFORCERS (1976) und BLIND RAGE (1978) vor der Kamera stand. In dieser Zeit lernte er auch langjährige Weggefährten wie den Karateka Ron Marchini, mit dem er einige Kampfsport-Bücher veröffentlichte, Schauspieler Cameron Mitchell, der sich in den 80ern daueralkoholisiert auf dem absteigenden Ast befand, und Kameramann Frank Harris, der sich später auch als Regisseur betätigte, u.a. bei den von Fong gescripteten Trash-Heulern KILL POINT (1984) und LOW BLOW (1986), beides genauso heiße Badmovies-Anwärter für die nächsten Monate.

Bei FIGHT TO WIN handelt es sich um eine der Kooperationen Leo Fongs mit dem Kampfsportler George Cheung, der hier nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch Co-Autor (und wohl auch Co-Regisseur) beteiligte. Die Story ist, wie man der Inhaltsangabe, denke ich, auch gut entnehmen kann, schon eher als dürftig zu bezeichnen. Folglich fiel es dem Team wohl auch nicht leicht, Material für einen abendfüllenden Spielfilm zusammen zu bekommen. Immer wieder sitzen die Darsteller zusammen und blödeln herum, immer wieder kommen Szenen mit Training, mit Sparring, dann ein Gespräch unter Freunden, und wieder Training, und wieder Sparring. Wer also gestandene Kampfsportler, und das sind hier wohl alle, beim Training, beim Sparring und beim sinnlosen Schwafeln sehen will, ist hier definitiv an der richtigen Adresse. Und sicherlich ist das auch ein Grund, warum auch FIGHT TO WIN erstaunlicherweise bei doch einigen Kampfsport-Fans sehr gut besprochen wird, wie ich in der Konsultation der wenigen vorhandenen Reviews zum Film erstaunt feststellen musste. Ich möchte ja nichts schlechtes über die hier versammelte Kampfsport-Prominenz sagen, all den ganzen Kämpfen, ob nun als Sparring oder Wettkampf, zu Ehren, und das sind über den Film summiert einige, man sieht schon häufig recht deutlich, dass die Kombattanden sich eben absichtlich nicht berühren, was eben die filmische Immersion immens schmälert. Und die hat es eh nicht leicht, da sich der Film aufgrund Budgetmangels auch keine ordentlichen Sets leisten konnte. In vielen Szenen wurden in einer Studiohalle halt Rigipswände hochgezogen und Möbel dazugestellt, was eben auch nur genauso aussieht. Da ist nichts so arrangiert, ausgeleuchtet und gefilmt, um ernstzunehmend den Anschein zu erwecken, es würde sich um eine echte Sporthalle, ein echtes Dojo oder ein echtes Irgendetwas handeln (wahrscheinlich fehlte schlicht die Zeit, um sich darum zu kümmern). Dagegen drehte man andere Szenen dann auf Parkplätzen, im Garten (so gut wie jede Rückblende spielt anscheinend in Armstrongs Garten) oder der als Festung des Baddies angemieteten Villa. In einer Szene doubelt sogar ein gut erkennbares Wohnzimmer ein Café, in dem Lauren und Ryan sich treffen (und die Rothrock auffallend mit ihrem Besteck über einen leeren Teller kratzt und so tut, als ob sie isst). Das ist oft genug recht lustig anzusehen, aber nach einer Zeit auch ziemlich öde, da vieles davon nur Füllszenen sind. Eigentlich ist fast jede Dialogszene redundant, denn die Darsteller sitzen fast immer auf dem Boden, an einer Wand oder am Krankenhausbett, um entweder Smalltalk zu führen oder von Sachen zu erzählen, die für die Geschichte an sich kaum von Belang sind. Es gibt auch einen schönen Schuss-Gegenschuss-Dialog zwischen Richard Norton und Hidy Ochiai im Garten, indem man Norton sieht, vor dem irgendjemand im Rollstuhl sitzt (wir sehen nur den Hinterkopf und erkennen nur, dass es eben nicht Ochiai ist), und natürlich Ochiai mit seinen Schülern, von denen einer GENAU hinter dem Rollstuhl steht (wodurch die Norton-Perspektive null Sinn macht), außerdem erkennt man, dass dieser Gegenschuss woanders und nicht einmal zur selben Tageszeit aufgenommen wurde. Und solche Anschlussfehler aus der Hölle, die den Trashfan grinsen machen, gibt es einige. FIGHT TO WIN fühlt sich zu keiner Sekunde irgendwie rund an, manchmal folgt die Kamera im Rücken der Kämpfer, bei anderen Stellen ist sie meterweit weg starr montiert worden, und an mehreren Stellen weisen starre Einstellungen sogar einen Fischaugen-Effekt auf. Unabhängig davon, ob Szenen unter freiem Himmel oder im Studio oder der Villa aufgenommen wurden, die Tonqualität ändert sich ständig. Dass Dialoge genauso verschluckt werden wie Teile des Soundtracks, hatte ich ja schon erwähnt, oftmals könnte man sogar glauben, dass es an den Sensibilitätseinstellungen des Mikrofons liegt, weil einige laute Umgebungsgeräusche dann doch glasklar zu hören sind. Es offenbaren sich an verschiedensten Stellen technische Inkompetenz und Schludrigkeiten, dass man von einem Filmgenuss kaum noch sprechen mag.

Aber genug des Verrisses, an sich ist FIGHT TO WIN natürlich ein Film, der Trashfans durch seine Inkompetenz und den sich daraus ergebenden unfreiwilligen Humor gewiss auch entgegenkommt. Für Sport-, bzw. vor allem Kampfsportfans offenbart der Film dann sogar noch größeres Potenzial. Mit Cynthia Rothrock und Richard Norton, die hier sogar miteinander in mehrerlei Hinsicht auf Tuchfühlung gehen, stellt es den Debüt einer Martial-Arts-Kombo dar, die uns noch in einigen weiteren Filmen, u.a. CHINA O’BRIEN 1+2, erfreuen sollte. Rothrock spielte schon in Fongs ersten Streifen 24 HOURS TO MIDNIGHT (1985) die Hauptrolle, beide sollten auch in George Cheungs RAPID FIRE (1988) wieder mit an Bord sein. Cynthia Rothrock fühlte sich zu der Zeit darstellerisch in den Staaten anscheinend nicht sehr wohl, in ihren Hongkong-Streifen zur selben Zeit agiert sie auch abseits der Fightszenen sehr viel souveräner. Norton dagegen beschränkt sein Schauspiel darauf, finster dreinzublicken. Lustig wird es, wenn er sie beim Abendessen, durchaus körperlich, verführen will und sie ihm immer wieder abwehrt und unter ihm wegrollt. Am besten sind natürlich beide, wenn sie zuhauen oder -treten dürfen, auch wenn es hier häufig wohl nur eben die besten Choreographien zu sehen gibt, die man in den dreißig Minuten vor Dreh der Szene einzustudieren imstande war. Bill Super Foot Wallace hat nur zwei kurze Fightszenen, und richtig glänzen darf er nur in der ersten. Aber man bekommt zumindest ansatzweise einen Eindruck von seiner exzellenten Beinarbeit. Bei Hauptdarsteller George Cheung keimt in mir immer der Verdacht, dass der Konsum eines gewissen weißen Pulvers ihn dazu trieb, sich als Schauspieler zu versuchen. An Entschlossenheit mangelt es ihm sichtbar nicht, er ist sicherlich auch ein begabter Kampfsportler, aber sein Schauspiel beschränkt sich allzu häufig auf entweder einen gequält-gelangweilten Gesichtsausdruck oder eben ein selbstgefälliges Grinsen. Auch sein Charisma hält sich in überschaubaren Grenzen, dafür klingt er in vielen hitzigen Dialogen wie ein beleidigtes Kind, dem man gerade sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat, was durchaus den ein um anderen Lacher wert ist. An seiner Seite agieren Juan Chapa, der immer besorgt dreinblickt, Shan Brassfield, der ein Mickey-Mouse-Shirt trägt, und Chuck Jeffreys, dem man auch eine billige Martial-Arts-Kopie von Eddie Murphy nennt, dessen Kodderschnauze hier aber ein wenig unterbeschäftigt ist, bzw. auch dem schlechten Sound zum Opfer fällt. Karatemeister Hidy Ochiai siecht als Sensei lange Zeit nur im Krankenbett rum, kann aber dann überraschenderweise doch mit dem Rollstuhl herumgeschoben werden, und darf nur ganz am Ende mal kurz aktiv werden. In einem kurzen Cameo beim Sturm auf Armstrongs Anwesen ist dann auch noch NFL-Star Ronnie Lott (in den 80ern vier Super Bowls mit den San Francisco 49ers) zu sehen, der mal kurz mit seinem Motorrad auftaucht, einige böse Buben über den Haufen ballert, mit Chuck Jeffreys talkt und dann wieder verschwindet. An Prominenz mangelt es dem preisgünstig produzierten Streifen jedenfalls nicht, und zumeist ist es auch das, was seine (wenigen) Fans daran begeistert.

Fassung:

Die von Jorge und mir begutachtete Fassung stellt zudem noch ein Kuriosum da. Es handelt sich um einen sogenannten Composite Cut. Jemand, der sich „The Cactus Man“ nannte, hat anscheinend jeden Schnipsel, der während des Endschnitts auf dem Fußboden des Schneideraums gelandet ist, wieder in den Film integriert. Wir gehen mal stark davon aus, dass dahinter niemand anderer als George Cheung steckt, denn sein Name wurde zudem sehr offensichtlich in die Anfangscredits als Co-Regisseur unter Leo Fong kopiert. Nicht sehr subtil. Es mag durchaus angehen, dass er als Hauptdarsteller und Co-Autor Szenen mit konzipiert hat, auch einige selbst gedreht hat. Schließlich war er in seiner Zusammenarbeit mit Fong darauf auch noch als Regisseur aktiv. Auf jeden Fall merkt man sehr schnell, dass es seinen Grund hat, dass die entsprechenden Szenen und Szenenerweiterungen vor Kino- bzw. Videostart rausgeflogen sind. Manchmal haben ein paar Fights einige Schläge mehr, manchmal läuft eine Szene nur einige Sekunden länger, ohne dass etwas passiert. Gemein sind den Einschüben, dass sie nicht richtig maskiert sind oder Linsen nicht richtig scharf gestellt wurden, ein- oder zweimal sind auch schlicht mal Boom-Mics zu sehen. Besonders kurios wird es aber, wenn es zu alternativen Einstellungen kommt, die mit vorgeschobener Ankündigung an die Szenen drangetackert werden. Oder auch einfach mal in die Szene geschnitten werden, wie gegen Ende des Films bei einem Fight von Cheung und Ochiai gegen Richard Norton am Pool seines Hauses – eine essenzielle Szene für mich und Jorge, denn wir lieben Poolszenen -, in der Cheung in den Pool fliegt, aber es durch verschiedene Einstellungen zu Jump Cuts kommt und es außerdem ersichtlich wird, dass auch Stunt-Doubles zum Einsatz kamen. An einigen Stellen sorgt es sicherlich für noch mehr unfreiwillige Komik, was ja auch immer willkommen ist, aber i.A. wirkt das Editing noch weit hakliger, als es ohnehin schon ist. In Deutschland erschien FIGHT TO WIN unter dem internationalen Titel EYES OF THE DRAGON 1988 als VHS, wahrscheinlich ungeschnitten. Auf DVD sind dagegen nur schwer entstellte 16er-Fassungen erhältlich, von denen man wohl ehedem lieber die Finger lassen sollte. Der um einige Minuten ergänzte Composite Cut geistert im Netz herum, vielleicht findet man ihn auch auf YouTube.

Fazit:

Okay, das ist jetzt doch wieder weit länger und ausführlicher geworden als geplant. Die folgenden Berichte über die Trashabende mit Jorge werden wohl ein wenig kürzer ausfallen. Was lässt sich abschließend über FIGHT TO WIN resümieren? Als Film ist er sicherlich eher schlecht als recht, denn auch wenn er über weite Strecken solide gefilmt wurde, erkennt man fehlende Zeit und Mittel zu deutlich, ärgert man sich über verpasste Möglichkeiten, die Martial-Arts-Stars hier eventuell glänzen zu lassen, ohne den Ballast einer tiefgreifenden Story, romantischer Verwicklungen (okay, zwischen Cheung und Rothrock soll es im Film wohl ein wenig funken, aber dem wird einfach mal nicht weiter nachgegangen, und Eisblock Norton schmelzt genauso bei ihr dahin, was aber nur für eine Szene wirklich von Belang ist) oder irgendwelcher stunttechnischen Experimente. Hier regieren die reinen Martial Arts, es ist nur schade, dass sie scheinbar so wenig Zeit hatten. Wer also total auf die ganzen alten Recken abfährt und sich um die filmtechnische Seite nicht schert, dem wird es vielleicht sogar eine Freude sein. Wer den Film als trash-affiner Vielgucker mitnehmen möchte, sollte sich Unterstützung sichern und Getränke einkaufen, denn in beschwipster Runde dürfte FIGHT TO WIN seine Wirkung warhscheinlich am besten entfalten. An und für sich ist der Film nämlich eher eine Qual, bei aller Sympathie, die ich für diese Art, Filme zu machen, normalerweise hege, ein fünfzehnminütiges Best-of wäre die bessere Wahl gewesen.


BOMBEN-Skala: 8

BIER-Skala: 4


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