Female Justice

 
  • Deutscher Titel: Female Justice
  • Original-Titel: Sworn to Justice
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  • Regie: Paul Maslak
  • Land: USA
  • Jahr: 1996
  • Darsteller:

    Jenna (Cynthia Rothrock)
    Briggs (Tony LoBianco)
    Nick (Kurt McKinney)
    Teddy (Brad Dourif)
    Mr. Young (Mako)
    Dr. Breitenheim (Walter Koenig)
    Eugene Cutter (Kenn Scott)
    Lorraine (Katie Mitchell)
    E.G. Whitman (Max Thayer)
    Megan (Mary-Margaret Humes)


Vorwort

Es ist mal wieder an der Zeit, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen – im Gegensatz zu scheinbar internetläufiger Ansicht betreibt der Doc hier mitnichten eine reine Horrorfilmsite und der Existenzzweck von badmovies.de ist auch nicht, eine lustige 131er-Revue abzufeiern und nur spläddahaltige Horrorflicks zu besprechen. Nö, es geht um Schundfilme aller Kategorien und eine Kategorie haben wir, wenn ich´s recht überblicke, in letzter Zeit geradezu sträflich vernachlässigt, was ausführliche Reviews angeht – nämlich die Schublade des B-Actionflicks. Wie´s Kollege Zufall so will, schneite mit dem letzten Sponsorenpackerl auch ein ganzer Schwung billiger DTV-Actionramsch ins Haus (darunter auch nicht weniger als fünf, weniger an den Inhaltsangaben als den Titeln unterscheidbare halbwegs aktuelle Nu-Image-Heuler. Da kann man sich doch schon drauf freuen oder auch nicht), also ist´s, um die bunte Mischung auf diesen Seiten mal wieder etwas bunter zu machen, mal wieder Zeit für ein entsprechendes Review.

Unser heutiges corpus delicti hat auch einen echten Star zu bieten – soweit man unter „Star“ bekannte Nase in Billigfilmen, für die sich nicht mal Michael Dudikoff die Springerstiefel schnüren würde, versteht: Cynthia Rothrock, die unverwüstliche Handkantenschwingerin und (sicherlich aber auch hauptsächlich mangels vertretbarer Alternativen) seit Jahr und Tag konkurrenzlose Königin unter den westlichen weiblichen Actionfilmstars. Die gute Cynthia kommt uns ja seit Mitte der 80er Jahre in zahllosen Martial-Arts-Kloppern unterschiedlichster Qualität unter die Augen und wenn man ihre Karriere analysiert, kommt man unweigerlich zu dem Ergebnis, dass die Highlights ihres Schaffens eindeutig die in Hongkong entstandenen Filme sind, ihre philippinischen Filme wie dort üblich nicht das Zelluloid wert sind, auf dem sie gedreht sind, aber zumindest halbwegs kompetente Kampfszenen aufweisen und ihre US-Werke größtenteils einfach „forgettable“ sind (weil im US-DTV-B-Movie-Bereich halt kaum ein Stunt Coordinator weiß, wie er gute Fights choreographieren kann und selbst wenn´s einer weiß, versaut´s der Kameramann oder der Regisseur. Kennt man ja).

Female Justice identifiziert sich recht eindeutig als US-Produkt, erweckt aber schon durchs eine nicht ganz unimpressive Castliste (für einen Film dieser Kragenweite) dezente Hoffnungen. Neben Madame Rothrock erwarten uns dort Kurt McKinney, der, wenn mich nicht alles täuscht, in No Retreat, No Surrender 3 (zu schlecht deutsch Kickboxer 2, und zwar nicht der von Pyun), Kampfkunstlegende Mako, Star Trek-Chekov Walter Koenig und der seit Jahrzehnten sträflich unterschätzte und sich zumeist im Horrorbereich (Spontaneous Combustion fällt da ein) beschäftigte Brad Dourif. Für einen vermutlich nicht wirklich teuren Handkantenklopper ist das nicht gar so übel und zumindest mehr Starpower, als der durchschnittliche Karateheuler gemeinhin auffährt. Nur leider, und das wissen wir ja alle, muss das ja noch lang nicht bedeuten, dass der Film was taugt. Na, dann schauen wir uns das Drama halt mal an.


Inhalt

Nachdem uns der Vorspann zwei alte chinesische Spruchweistümer um die Ohren gehauen hat (Motto sinngemäß „manchmal reicht das Vorhandensein von Gesetzen allein nicht aus“, wenn ich´s recht in Erinnerung habe), werden wir Zeuge, wie uns Cynthia zu später Stund´ zur heimischen Luxusvilla zurückkehrt, in ein business-kompatibles Kostüm gehüllt ist (aber trotzdem, wie praktisch im kompletten Film, viel Bein dank Mini zeigt) und in Nahaufnahme, sorry to say that, so gesichtsmäßig nicht wirklich taufrisch wirkt (hm, stifte ich Madame Rothrock eine Palette „Oil of Olaz“?). Dem gemütlichen Feierabend mit Schwester Shelly (oder Sally, so einig ist sich der Film da nicht… sind ja auch nur lässliche Details) und Neffe (ergo Schwester-Sohn) Michael haben die übelmeinenden Götter aber einen Einbruch vor die Nase gesetzt. Offensichtlich fühlten sich die Einbrecher von der Anwesenheit der buckligen Verwandschaft in ihrem Arbeitsfrieden gestört und schritten daher zur mordenden Tat. Cynthia, die hier, das kann ich ja gleich mal klären, Jenna heißt, findet ihren Neffen tot und ihre Schwester gerade beim Abkratzen. „Sorg dafür, dass das aufhört“, röchelt Shelly ihrem Schwesterherz noch ins Ohr und macht sich dann auf, damit sie zum Harfenkonzert auf Wolke 7 nicht zu spät kommt. Nun möchte Jenna gerne in Ruhe und unbelästigt ihrem Kummer heulenderweise freien Lauf lassen, blöderweise sind die Übeltäter noch im Haus und haben echt keinen Respekt vor ordnungsgemäßer Trauerarbeit, weswegen Jenna sich genötigt sieht, den maskierten Bösewichtern nahezubringen, dass man sich besser nicht mit einer Martial-Arts-Heroin anlegt – extreme reverse IKEAing ist angesagt (anders ausgedrückt: diverse Möbelstücke werden ohne Bedienungsanleitung in ihre Bestandteile zerlegt), wobei mich schon einmal mehr die Präzision wundert, mit der in Kämpfen auf Leben und Tod durch die Gegend geschleuderte Schurken zielsicher zentral die Platten arglos

herumstehender Glastische vernichten – müsste nicht der puren Wahrscheinlichkeit zuliebe mal einer auf´s Tischgestell krachen? Neben dem Glastisch müssen auch noch einige Vasen dran glauben, ehe die zahlenmäßige Überlegenheit der Schurken (drei gegen eine) sich auszahlt und der Anführer des Haufens mit sardonischem Grinsen im Gesicht Herr der Lage zu sein glaubt. Allerdings ist eine Kung-fu-Künstlerin, der man nur die Arme auf den Rücken gedreht hat, noch lange nicht unbewaffnet, schließlich hat frau noch die Laufgräten, die sich besonders dann unangenehm für den Gegner erweisen können, wenn am unteren Ende der selben High Heels montiert sind. Unser Oberschlumpf, äh, -schuft wird mit Sicherheit auf die nächste Unterschriftenleiste, die Waffenscheine für Stilettos fordert, seinen Servus draufsetzen – könnte mir schon vorstellen, dass so ein Pfennigabsatz blutig in den Oberschenkel gerammt Schmerz verursacht.

Die zweite Runde im fröhlichen Wohnungsumdekorieren unter Gefechtsbedingungen wird in Angriff genommen, aber Jenna hat genug gespielt und entzieht sich den Zudringlichkeiten durch enen beherzten Sprung durchs (geschlossene) Fenster auf die Terrasse. Die Bösbuben zücken ihre Wummen und sorgen dafür, dass die örtliche Glaserei einen Großauftrag entgegennehmen kann, zerballern aber nur die Fensterscheiben und nichts, was Jenna so rein körperlich noch mal brauchen könnte. Todesmutig jumpt die Dame von der Terrasse (im vierten Stock, Kinderkram), ihr Dez schließt auf dem Weg nach unten mehrfach heftigere Bekanntschaft mit einem einerseits hochwillkommenen, da sturzbremsenden, andererseits halt auch viel zu harten Baum, klatscht auf den Boden, umklammert noch die Brosche ihrer Schwester und verabschiedet sich erstens in eine Bewußtlosigkeit und zweitens in eine Vision (von einem herkömmlichen Flashback dadurch zu unterscheiden, dass a – in schwarz-weiß und b – Szenen gezeigt werden, die Jenna nicht gesehen haben kann, nämlich Einzelheiten des Einbruchs und der Morde).

Fast forward two weeks. Erstmals seit den schrecklichen Geschehnissen in der Mordnacht sucht Jenna ihre ehemals traute Heimstatt auf, hat aber da auch keine Ruhe, denn der ermittelnde Detective Briggs macht ihr seine unerwünschte Aufwartung und belästigt sie mit dummen Fragen hinsichtlich der Identität der mörderischen Einbrecher (Jenna behauptet, dass die Täter maskiert waren, was aber mit Sicherheit nicht für alle zutrifft) und gibt uns erste dezente Hinweise auf die Profession unser Heroin: „Wir werden diese Kerle schnappen und einsperren,s ofern sie nicht wieder von einem Psychologen rausgepaukt werden“. Genau dieser Tätigkeit geht Jenna als Gutachterin nämlich nach. Jenna mag sich das nicht anhören, genauso wie die hastig herkonstruierte These des Bullen, Shellys Alki-Ex Donald wäre für die Meuchelei verantwortlich und scheucht den Detective höflich, aber bestimmt vom Acker. Traurig umklammert sie einmal mehr die Brosche ihrer Schwester und wird prompt per Vision Zeugin, wie die verbrecherischen Schufte die bedauernswerte Shelly vor dem Mord noch ordentlich verprügeln.

Nichtsdestotrotz fühlt sich Jenna gewappnet, den Herausforderungen des täglichen Arbeitslebens wieder entgegenzutreten und sich vorher bei ihrem Stammzeitungsfritzen, dem blinden und schon allein deshalb weisen asiatischen alten Sack Young etwas mystischen Nonsens anzuhören. Jedenfalls hält sie den Schwurbel, den Young von sich gibt, für solchen, was den ollen Gelben schwer verletzt: „Hast du denn durch deine Kampfkunst gar nichts gelernt?“

Lorraine, Jennas Chefin, sähe es eigentlich lieber, wenn unsere Heldin sich noch etwas Schonung auferlegen würde und stellt hierfür ganz uneigennützig sogar ihr Strandhaus zur Verfügung (ich hatte eindeutig immer die falschen Chefs). Jenna lässt sicha ber nicht abwimmeln und wird einem durchs Büro schlurchenden Rechtsverdreher (und Verleger) vorgestellt – Nick Langford ist ein schmuckes Mannsbild (und Spezialist für´s Urheberrecht, so illegal downloaders beware) und ehe noch jemand „Hallo, love interest“ sagen kann, sind die beiden auch schon instantly und truly madly deeply in love. Das kann aber momentan noch nicht vertieft werden, da Lorraine Jenna einerseits zu einer Party für den Staatsanwalt, der für´s Bürgermeisteramt kandidiert, einlädt, ihr andererseits aber eine stinklangweilige Routineaufgabe übertragen will. Jenna interessiert sich aber mehr für den Fall eines Copkillers, der möglicherweise oder auch nicht unzurechnungsfähig ist – der amtierende Anwalt Whitman hat bereits zwei Gutachter verschlissen.

Ersichtlich hat Jenna das Angebot, in Lorraines Strandhütte zu residieren, angenommen, allerdings hat die Wohnungsstifterin verhängnisvollerweise vergessen, den Kühlschrank zu füllen (die Leute denken aber auch nicht mit, tsk-tsk). Der Magen knurrt, also macht Jenna sich auf zum nächsten 7/11 und wartet mit ihren Sachen auf den Mann an der Kasse. Der ist aber nicht da, nur seine Baseballkappe. Kaum faßt sie die Mütze an, schon durchzuckt sie eine Vision – es ist deshalb nix mit Bedienung, weil der Laden gerade überfallen wird und ein paar Latino-Thugs im Hinterzimmer versuchen, die Safekombination aus dem Shopkeeper herauszuprügeln. Ehrensache für eine Kung-fu-Amazone, da erzieherisch einzugreifen. Im kompletten Widerspruch zu Ton und Stimmung des Restfilms wird die anschließende ausführliche Kampfszene „lustig“ zelebriert, d.h. mächtig tongue-in-cheek wie in den komödiantischeren Jackie-Chan-Kloppern. Umgehauene Bösbuben vollführen fallenderweise headspins, Jenna prügelt wirkungslos auf Brust und Bauch einen baumlangen Schwarzen ein, um ihm dann die Visage zu polieren, die Soundspur fiedelt Cartoon-Vogelgeräusche (und sogar ein Elefantentröten) ein, der Shopkeeper gibt „witzige“ Kommentare ab (im Original offensichtlich nicht in Englisch, da sich eingebrannte englische – und einmal sogar chinesische! – Untertitel einfinden) und die Methode, die drei Schläger mit einer Rolle Klebeband innerhalb eines flüssigen Kampfverlaufs zu verschnüren, tja, die könnte wirklich von Jackie himself sein. Bevor der Ladenhüter sich noch für den moralischen und sonsigen Beistand bedanken kann, ist Jenna auch schon wieder verschwunden und amüsiert sich back at home königlich über den spaßigen Abend (it sure beats Aerobic), bevor ihr einfällt, dass sie ja noch in schwerer Trauer ist und sich lieber wieder ein paar Visionen mittels der schwesterlichen Brosche hingibt (okay, ihr ist sicher durch den Vorfall im Laden aufgegangen, dass an ihren Visionen was dran ist und überprüft daher den sich ihr darstellenden Tathergang der Mordnacht nochmals).

Ihre neuentdeckten Fähigkeiten beeindrucken Jenna soweit, dass sie selbige einer wissenschaftlichen Untersuchung im psychologischen Instituts ihres väterlichen Freunds und Mentors Dr. Leo Breitenheim unterzieht. Da darf sie also unter strenger Aufsicht Spielkarten raten, Hütchenspielen (ohne Einsatz, wie feige) und ähnliche Scherze betreiben. Leo, Prototyp des zerstreuten Professors (dem man z.B. sagen muss, dass er seine Brille auf die Stirn geschoben hat) ist gänzlich bescheiden: „Ich bin ein Genie und ich sage, mit dir ist alles in Ordnung!“ Ihre plötzlich auftretenden paranormalen Fähigkeiten schiebt Leo, ganz Schulwissenschaftler, auf ein Schädeltrauma infolge des Sturzes von der Terrasse, der latent vorhandene, aber bislang nicht genutzte Bereiche ihres Brägen aktiviert habe. Und die Tatsache, dass Jenna beim PSI-Test das schlechteste bisher verzeichnete Ergebnis aller Zeiten erzielt hat, bringt Leo nicht etwa von seiner Theorie ab, sondern dient ihm eher als Beweis – weil Jenna ihre Fähigkeiten unbewußt ablehne, habe sie sich den Test quasi selbst sabotiert. Nicht völlig unverständlicherweise hält Jenna die Anmerkungen des Meisters für ziemlichen Schwurbel, bis… ein kleines Mädchen, eine der eher hoffnungslosen Patientinnen des Seelenklempners, das jegliche verbale Kommunikation verweigert, vorbeispaziert und ihre Jacke verliert. Jenna pickt die Joppe auf und wird sofort von einer Vision überfallen – die Rabeneltern des Kinds hatten es in einen engen, dunklen Raum gesetzt und ohrenbetäubendem Lärm ausgesetzt. Nachdem Jenna also so blitzartig dreihundert teure Therapiestunden unnötig gemacht hat (als echter Psychofritze sollte Leo sich jetzt eigentlich mit ´ner Keule bei ihr bedanken), doziert der Herr Psychiater, dass Jenna ihre Gabe gefälligst als Geschenk begreifen und am besten gleich bei ihm einsteigen solle, was sie ablehnt. Wie 4711, immer dabei, taucht plötzlich Nick auf, der rein zufällig Leos Verleger ist. Noch führt das aber zu nichts, denn Jenna hat was anderes vor.

Sie beschließt nämlich, ihre neugewonnenen Fähigkeiten gewinnbringend, d.h. rächenderweise, einzusetzen und beschäftigt sich dafür mit einem Ballschlagrundholz, mit dem der Oberschuft sie seinerzeit traktierte. Wieso sie sich allerdings vor dem Ausflug in die paranormalen Gefilde noch mit diversen farbigen Wässerchen betupft, kann mir niemand erklären (aber es wirkt halt mystisch, gelle). Die Vision stellt sich umgehend ein und führt Jenna auf direktem Wege zum Unterschlupf eines der bösen Raubmörder.

Dessen Anteil an der Beute scheint sich im überschaubaren Rahmen gehalten zu haben, jedenfalls versucht er gerade, seine klamme Haushaltskasse durch einen kleinen Straßenraub an einer arglos vorüberstrolchenden Passantin aufzubessern. Da drei Dollar aber die Mühe nicht wirklich wert sind, schreitet er zur Vergewaltigung (tja, Madame, selber schuld, hättest du mehr Geld dabei gehabt… ist ja auch wirklich unkooperativ). Jenna, die neugeborene Superheldin, kann natürlich nicht an sich halten, schreitet zur Rettung und teilt großzügig Dresche aus. Der Räuber flüchtet in sein Refugium, ein schäbiges Hotelzimmer, wo er das Radio einschaltet, einen mäßigen Rocksong hört und dazu heftig headbangt und ein Luftgitarrensolo hinlegt – zumindest solange, bis er bemerkt, dass Jennas Prügel ihm ein Aua im Rippenbereich verpaßt haben. „Man ist nicht mehr sicher auf den Straßen“, beschwert sich der Schläger (tja, es wird immer schwerer, seinem ehrlichen Broterwerb nachzugehen, ich sag´s euch), aber man ist auch nicht mehr sicher in seinen Hotelzimmern, denn selbstredend ist Jenna ihm gefolgt, verschafft sich Einlaß und kloppt und kickt solange auf den Bedauernswerten ein, bis er verscheidet (wie genau? Er blutet auf einmal recht unmotiviert aus einer Wunde mittschiffs, aber wie hat sie ihm die beigebracht? Sie kickt eigentlich ausschließlich gegen seinen Kopf! Aha, noch mal in Zeitlupe anschauen macht schlauer – irgendwie bringt der Kerl es fertig, sich auf ein paar Stuhltrümmern aufzuspießen).

Später – Jenna erhält Besuch von Briggs, der sich über ihre mittlerweile eindrucksvolle Sammlung parapsychologischer Literatur wundert und sie ansonsten fragt, was genau sie eigentlich in letzter Zeit so treibt (und nebenbei eine Warnung vor Ex-Schwager Donald ausspricht, den die Bullen zwar festgenommen, aber wieder freilassen mussten und der nach Briggs´ Ansicht sauer auf Jenna sein könnte. Technisch gesehen hat Jenna Donald nie verdächtigt, also eigentlich kein Anlaß für bad blood, abgesehen davon, dass Jenna, wie vormals etabliert, dafür zuständig war, dass Shelly Donald verließ). Im Zuge dieser unerwarteten Visite kommen wir in den Genuß der Szene, die wir in Cynthia-Rothrock-Filmen immer schmerzhaft vermißt haben (ungefähr so wie einen Gastauftritt von Daniel Kübelwürg in Emergency Room) – eine „lustige“ und gleichzeitig „erotische“ Szene. Jenna zieht sich nämlich während des Smalltalks um und Briggs spechtet mit dem alten Hilfsmittel „Spiegel“ ins Schlafzimmer und dreht seine Kuller mächtig raus (es ist auch nicht zu verleugnen, Cynthia hat ordentlich Holz vor der Hütte, wie der Bajuware zu sagen pflegt). Als Gratiszugabe für die Peep-Show verpaßt Jenna dem Bullen auch noch eine kostenlose Psychoanalyse: „Sie sind paranoid, niemand mag sie, ihr Leben ist im Eimer, machen sie eine Therapie!“

Jenna hat sich nicht für einen weiteren nächtlichen Rachefeldzug ins kleine Schwarze geworfen, sondern für eine weitere Party für Staatsanwalt und Bürgermeisterkandidat Dan in der Firma. Man amüsiert sich, bis Anwalt Whitman, der den Copkillerfall betreut (und ein ziemlicher Kleiderschrank von Kerl ist), der mit der stellvertretenden Staatsanwältin Megan debattiert und offnesichtlich diskussionstechnisch den kürzeren zieht und sich mit Jenna in ein Besprechungszimmer zurückzieht. Ihr Gutachten, meint er, ist zwar nett und hübsch, aber etwas zu wenig definitiv – ob man nicht ein paar der „wenns“ und „vielleichts“ durch „ists“ und „sichers“ ersetzen könnte? Dummerweise platzt Megan ins Gespräch (von Privatsphäre, verschlossenen Türen und/oder Anklopfen hält man im Staatsanwaltsbüro wohl nichts) und versteht dies als dezente Aufforderung zum Meineid (hey, hat dem guten „Oral B“ill Clinton auch nicht geschadet, und der war Präsi. Megan, die keine Umschweife darum macht, dass sie den Polizistenmörder Teddy Skaggs am liebsten persönlich in der Gaskammer festschnallen möchte, und Whitman werfen sich diverse Verbalinjurien an den Kopf, Jenna ist heftigst sauer, dass Megan ihr Käuflichkeit untersellt und verlässt wutig die Party, wird allerdings von Nick verfolgt, der heftig süßholzraspelt und dem fortschreitendes Einschleimen bei Jenna tatsächlich ermöglicht, das Weib zum Abendessen abzuschleppen. Die Szene wird argwöhnisch bis ärgerlich von Lorraine beobachtet…

Mittlerweile ist der Vigilant auch Tagesgespräch bei den Medien und wird im allgemeinen für einen kleinen, schlanken Mann gehalten. Die Verbrecherbande um Eugene Cutter, die auch für den Raub in Jennas Gemäuer und damit konsequenterweise dito für den Doppelmord verantwortlich ist, wird von gewisser Unruhe beherrscht, weil einer der Ihren den Abschied eingereicht hat. Cutter mahnt zur ersten Bürgerpflicht, auch wenn man ein Krimineller ist, nämlich der Ruhe, man hat nämlich geschäftliches zu erledigen. Nämlich einen dem Vernehmen nach illegalen Operationen nicht abgeneigten Werkstattbesitzer namens Pete dazu zu bewegen, seinen Laden den generalstabsmäßigen Autoschiebereien der Cutter-Bande gegen gewisses Entgelt zur Verfügung zu stellen. Pete hält Cutter und Co. allerdings für Amateure, mit denen er nichts zu tun haben will. Cutter muss ihm begreiflich machen, dass der soeben unterbreitete Geschäftsplan kein Vorschlag, sondern ein Befehl war und verleiht dem durch ein paar heftige Schläge, unverblümte Drohungen („ich töte deine Frau, deine Kinder und deinen Hund!“. Nein, nicht den Hund, bitte! Frau und Kinder gern, aber nicht Woofy! Wääh!!!) und, zu guter Letzt, couragiertes Abreißen eines Fingernagels (autsch, aber selbstnatürlich off-screen) Nachdruck.

Den Teil mit dem Abendessen haben die Filmemacher gottseidank aufgrund der vordringlicheren Ereignisse um Eugene verpasst und so konnte Nick Jenna schon in seine traute Wohnstube abschleppen, wo Jenna, im Umgang mit dem männlichen Geschlecht ersichtlich aus der Übung (mir würde uncharmantes einfallen, aber das lass ich jetzt mal) den nervösen Trampel gibt, diverse Nippessachen kaputt macht und ansonsten feststellt, dass ihr zukünftiger Lover der asiatischen Philosopie durchaus zugetan ist. Kein Wunder, ist er doch in Südostasien erleuchtet worden und seitdem im Einklang mit dem kosmischen Fluss usw. (und ich sach noch, nicht nach Poona fahren, nicht zum Backwahn, äh, Bagwhan). Weil er heimlicherweise in ihrer Personalakte geblättert hat, weiß er, dass sie Kung-fu beherrsct und bittet um eine Demonstration. Jenna weist darauf hin, dass sie leider Buddhas gerade nicht die passende Kleidung trägt, aber Nick ärgert sie solange, bis sie im Nebenzimmer aus ihrem Kostüm fährt und eine Negligé-Kata absolviert (Abt. Dinge, von denen Sie nicht wußten, dass Sie sie sehen wollten). Nick verblüfft Jenna durch korrekte Identifikation des von ihr ausgeübten Stils und gibt dann auf Wunsch seiner Gästin eine Kotzprobe seiner eigenen kampfkünstlerischen Fähigkeiten zum besten – sein Spezialgebiet ist allerdings weniger Kung-fu, denn (nein, auch nicht Mikado oder Tai-Ginseng) Tai-Chi, und da offensichtlich die weithin unbekannte Subdisziplin „romantisches Tai-Chi“, denn seine Vorführung endet mit einem In-die-Arme-nehmen-und-Kuss-aufschmatzen“. Und das kann letztendlich nur zum heißen Sex vor´m Kaminfeuer führen (also ehrlich – der nächste Regisseur, der es mir tatsächlich noch wagt, mit einer Kaminfeuersexszene unter die Augen zu treten, kann sich auf schon mal von seinen Schneidezähnen verabschieden). Ich denke, es geht Euch nicht wesentlich anders als mir, aber eine Softsexszene mit Cynthia Rothrock stand auf meiner „Things I have to see before I die“-Liste sicherlich nicht auf den oberen zwanzigtausend Plätzen und wenn, dann, ich lass mal wieder den Chauvi raushängen, nicht anno 1996, sondern anno 1986. Es tut mir ja sehr leid, aber auch weibliche Martial-Arts-Legenden werden nicht jünger. Gut, zumindest hat Cynthia diversen Altersgenossinnen voraus, dass sie durchtrainiert ist und ihren Körper weitestgehend vorzeigen kann, ohne sich schämen zu müssen (und soviel Anstand, dass der BH zwar im hohen Bogen wegfliegt, aber ihre Serienausstattung von Nick mit vollem Körpereinsatz bedeckt wird, hat die Szene auch), aber trotzdem… ich sag´s mal ehrlich – wenn ich mir nackte Weiber ansehen will, dann nicht unbedingt Cynthia Rothrock. Schön scheußlich ist übrigens auch die unterlegte Musik (gibt es eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass Softsexszenen grundsätzlich entweder mit belanglosem E-Gitarrengefrickel oder Pseudo-Mantovani-Orchesterschmu beschallt werden müssen? Tut mir leid, da vergeht einem doch alles). Die (immerhin halbwegs ästhetische und nicht übermäßig ausgewalzte) Softrammelei wird jedoch beobachtet – der Voyeur ist eine Voyeuse (oder Voyeurin?) , heißt Lorraine und köchelt auf Sparflamme vor sich hin.

Dieweil, vor dem „Frigate“-Club, dem bevorzugten Hangout von Eugene Cutter und seiner Schlägervereinigung. Detective Briggs fährt vor, und was ein harter Bulle ist, der vertraut nicht auf die Macht von Blaulicht und Sirene, sondern verschafft sich Aufmerksamkeit mit einem gezielt gegen eine Fensterscheibe des Etablissemangs geworfenen Steins. Sofort strömen an die drei Dutzend Kriminelle unter Führung von Eugene auf den Vorplatz. „Was ist das hier? San Quentin-Klassentreffen?“, scherzt Briggs, der, könnte man meinen, einen leichten Brass auf Eugene zu schieben scheint und, weil er wohl heute abend sein Workout noch nicht hatte, ein paar der Gestalten verprügelt. Eugene möchte wissen, was Briggs eigentlich will. „Den Weltfrieden“, meint Briggs artig, aber auch „Verbrecher mit mehr Stil“ und nicht Abschaum wie Cutter und seine Bande. Briggs gibt zu Protokoll, Eugene als Urheber der jüngsten Verbrechenswelle zu vermuten und schleift den aufstrebenden Jungkriminellen hinter einen Müllcontainer, um ihn dort, den Blicken des neugierigen Publikums entzogen, heftigst zu verdreschen (das riecht alles sehr nach „vorgetäuscht“ für mich. Ich glaube, ich ahne so einiges). Nachdem Eugene hinter dem Container wieder hervorrobbt, gibt Briggs noch ein „Ich bin das Gesetz“ zum besten, das Judge Dredd sicher nicht neidisch werden lässt, und verpfeift sich. Eugenes Bande möchte den Cop am liebsten killen, aber Eugene wehrt ab: „Noch nicht!“ Das ist alles mightily suspicious.

Mittlerweile haben bereits sieben Männer behauptet, der geheimnisvolle schlagzeilenmachende Vigilant zu sein. Jenna hingegen ist beschwingt und glücklich, was sogar dem blinden Young auffällt: „Deine Schritte klingen glücklich“, analysiert der Zeitungsverkäufer, ist aber in Sorge um ihre „Aura“, die nach Ärger aussieht. Jenna interpretiert das als Zeichen ihres Unbehagens der kommenden gerichtlichen Auseinandersetzung mit Megan über das Teddy-Skaggs-Gutachten. Und schon sitzt sie im Zeugenstand und diagnostiziert beim Copkiller ein Borderline-Syndrom, Amphetamin-Abhängigkeit und Halluzinationen zum Tatzeitpunkt, summa summarum, Unzurechnungsfähigkeit. Megan spielt die Moralkarte „das Opfer hatte Frau und Kinder“ aus und knallt Jenna die Tatwaffe, ein Messer, vor die Nase. Jenna kann sich nicht beherrschen und griffelt das Beweisstück an – prompt stellt sich eine Vision ein und der kann Jenna mühelos entnehmen (und dies auch sagen und als psychologische Expertise verkaufen), dass der arme Teddy von seinem Vater mißhandelt wurde und den Polizisten als seinen Vater, der ihn schlagen wollte, halluzinierte. Klarer Fall, unschuldig, der Mann. Megan und Jenna fetzen sich ein wenig, weil die Staatsanwältin das Gutachten für „gekauft“ hält, dabei hätte unsere Heldin ganz andere Sachen zu erledigen. Die von der Richterin angeordente Verhandlungspause ermöglicht diese Pläne aber.

Irgendwie (wie auch immer) verschafft sich Jenna ein Gespräch mit dem Angeklagten, der sich mit sonnigem Gemüt für das positive Gutachten bedankt und der Zukunft gelassen entgegensieht. Sollte er lieber nicht, denn Jenna hat nicht nur den Polizistenmord „gesehen“ – Teddy war zudem Mitglied der Bande, die Shelly und Michael umbrachte! Und mit dieser Tatsache konfrontiert sie Teddy. Skaggs winselt, dass niemand verletzt werden sollte, er abgehauen sei, als die Sache blümerant wurde und vermutet, dass „er“ Jenna geschickt habe (er being der geheimnisvolle mysteriöse Strippenzieher im Hintergrund). „Ich bin der Wurm in deinem fauligen Hirn“, ranzt Jenna etwas kryptisch uind beansprucht den Namen von „ihm“. Dumm nur, dass Teddy zwar weiß, dass „er“ der Boss einer Organisation von Ex-Knackis ist, die von „ihm“ an der kurzen Leine geführt und einen beträchtlichen Prozentteil ihrer Einnahmen an den Scheffe abführen müssen, aber nicht den Namen kennt. Eugene, berichtet Teddy, angesichts der Furie, die ihm am Schlawittchen packt, verständlicherweise mehr oder weniger freimütig, sei der Verbindungsmann. Befriedigt lässt Jenna Teddy los und lässt sich von Nick (der rätselhafterweise über ein Büro im Gerichtsgebäude verfügt??) entführen.

Die Nachrichten verkünden dann auch schon, dass ein anonymer Brief die Existenz eines Ex-Knacki-Verbrecherrings, der von einem Mitglied der Stadtverwaltung geleitet wird (hä? Ich gehe jetzt mal frisch fromm fröhlich frei davon aus, dass Jenna die anonyme Briefeschreiberin war, aber von einem Mitglied der Stadtverwaltung war doch nie die Rede?) gepetzt hat. Vigilantin Jenna, die auch schon wieder einen Plan der Verbrecher per Vision ermittelt hat, stürzt sich ins Getümmel, kommt aber zu spät, um bei einem Überfall auf einen Geldtransport den gewaltsamen Tod der Wachmänner zu verhindern. Trotzdem kann man ja mit den Ganoven spielen (zumal einer der Thugs ein Mitglied der Shelly-Mörderbande ist) und da Jenna mittlerweile auch technische Gimmicks wie Rauchbomben in ihren Modus Operandi einbaut und nicht nur kung-fu-kickenderweise Hintern tritt, sondern auch vor Bleiaustausch nicht zurückschreckt (d.h. diese Actionszene ist weniger Kampfsport als Shoot-out), gelingt es ihr, den speziell auf ihrem Kicker stehenden Übeltäter final mit einem fieserweise als Waffe eingesetzten Kraftfahrzeug plattzuwalzen.

Auch die Romanze mit Nick entwickelt sich zufriedenstellend weiter – d.h. die beiden sind so geil aufeinander, dass sie´s, ursprünglich vor Jennas Tür stehend, gerade noch durch selbige schaffen, bevor sie übereinander herfallen, sich die Treppe hoch gegenseitig die Kleider vom Leib fetzen (und Nippelfreunde aufgepaßt – auch wenn Cynthia die Unterwäsche anbehält, es handelt sich um einen Netz-BH und -Slip, also ist da durchaus was zu sehen) und nur mit Müh und Not noch den Weg auf die Matratzen finden (insert Pseudo-Mantovani-Ekelmucke here).

Nick ist Anhänger der Fraktion „Meditation danach ist besser als Zigarette danach“ und meditiert vor sich hin. Jenna begeht den strategischen Fehler, ihn dabei zu stören – Fehler deswegen, weil er gerade über sie meditiert. Ihm sind nämlich die blauen Flecken an ihrem Astralkörper aufgefallen und da er sich nicht an etwas ausgefallenere Sex-Spielchen erinnern kann, deucht ihm hierfür eine andere Ursache. Als cleverer Bursche hat er auch schon Jennas Vigilanten-Ausrüstung gefunden und die entsprechenden Schlüsse gezogen: „Was immer du auch tust, es ist falsch!“ Ein Mann mit Prinzipien! Prinzipien hat allerdings auch Jenna und schmeißt Nick hochkantig aus ihrem Domizil, verbunden mit der strikten Weisung, sich von Stund an von ihr fernzuhalten. Und es hätte sooo schön sein können…

Abt. Wir basteln uns eine Verdächtige. Megan sitzt in ihrem Büro und hegt den bescheidenen Wunsch nach Dingfestmachung des Vigilanten, „bevor er alles ruiniert!“ Uh-oh.

Jenna beabsichtigt indes, den nächsten Mörder ihrer Schwester kaltzustellen und sucht in entsprechend böswilliger Absicht die vorhin erwähnte Autowerkstatt auf, wo diverse Übeltuer mit den erforderlichen Wartungsarbeiten an den Klaumobilen beschäftigt ist, das Kommando führt Eugenes kleiner Bruder. Jenna schleicht sich ein und verschüttet gar fieslich Benzin, wird aber ertappt, damit wir eine ordentliche Kampfszene bekommen. Nach anfänglichem Shoot-out konfrontiert Jenna einen asiatischen Henchman, der sich als veritabler Fighter erweist, ein paar gute Moves drauf hat und so den martial-arts-technischen Höhepunkt des Films liefern kann, schlußendlich aber natürlich dennoch heftig auf die Zierleisten bekommt, allerdings größtenteils selbstverschuldet, da er mit einem aktiven Überbrückungskabel auf Jenna losgeht, sich allerdings nach erteilter Backpfeife selbst damit elektrokutiert. Nun beansprucht sie, Eugene vorgestellt zu werden, in Ermangelung seiner Anwesenheit dreht sie halt statt dessen den Bruder durch selbige, nämlich die Mangel (meine Scherze waren auch schon mal besser, oder? Nein, no answer necessary) und jagt den ganzen Schuppen dekorativ (mittels einer wirlich recht voluminösen Explosion, die ich einem Film dieser Größenordnung gar nicht zugetraut hätte, aber das wird sich noch aufklären) in die Luft. Lorraine beobachtet die ganze Szenerie aus sicherer Entfernung.

Eugene ist verständlicherweise geringfügig aufgebracht über die Spontaninszenierung eines „Flammendes Inferno“-Remakes und die damit verbundene Instant-Röstung seines Bruders, aber hauptsächlich darüber, dass ein schwaches Weib der maskulinen Macho-Bande diese schwere Niederlage verabreicht hat. Doch der mysteriöse Boss hat ihm ein paar wertvolle Informationen anvertraut – Eugene kennt die Identität der Vigilantin und freut sich schon auf ein persönliches ass-kicking.

Lorraine leistet Jenna moralischen Beistand in ihrem Trennungsschmerz wg. Nick – Jenna mag nicht mal von Nick, der darüber hinaus noch die persönliche Frechheit besitzt, in Begleitung von Megan in der Firma aufzukreuzen. Jenna eilt zum Hinterausgang, wo Lorraine sie mit ihrer Kalesche aufpicken will, läuft aber dabei noch dem Chinamann Young über den Weg, der bekundet, von Jenna zu träumen (tja, ich träum´ auch manchmal von Frauen, hehe) und befürchtet, dass sein Dreamgirl auf einem „Weg der Zerstörung“ sei. Nick stört die mystizistische Gardinenpredigt durch seine Anwesenheit und – Jenna begrabbelt Lorraines Handtasche, die die ihr vorher in die Patschhand gedrückt hat, erleidet eine Vision und zwar eine der bombenlegenden Sorte. Auch die schnelle Schnellreaktion ist nicht schnell genug – bis Jenna auf den Parkplatz gesprintet ist, hat sich Lorraines Flitzer bereits in einen Knalleffekt der feurigen Sorte verwandelt und seine Besitzerin an die Schwelle zum Himmelreich befördert. Für ein paar dramatische letzte Worte ist selbstverdingens noch Zeit. Lorraine gibt zu, Jenna gefolgt zu sein und ihre Vigilantentätigkeit an Nick verpetzt zu haben, aber nicht, weil, wie man leichthin annehmen könnte, Lorraine ihre gierigen Greifer selbst Richtung Nick ausgestreckt hat, sondern weil sie auf Jenna abfährt bzw. abfuhr! Das (Liebes-)Leben kann furchtbar kompliziert sein.

Das Geständnis veranlaßt Jenna mitnichten dazu, sich an Ort und Stelle mit Nick zu versöhnen, vielmehr macht sie ihn für alle Schwulitäten verantwortlich – nach ihrer quick zusammengereimten Theorie hat Nick ihre Geheimidentität brühwarm an Megan verpetzt und die dann den Staatsanawlt, nach Jennas bescheidener Meinung der ominöse Big Boss, informiert. Nick quittiert die wüste Hypothese mit einem angemessen perplexen Gesichtsausdruck. Lustigerweise hindert Jenna ihre Verschwörungstheorie nicht daran, sich von Nick seinen fahrbaren Untersatz ausleihen zu lassen. Auf dem Weg zum Parkplatz läuft Jenna Briggs in die starken Arme zum Ausheulen. „Ich beschütze sie“, verspricht Briggs gönnerhaft.

Damit wäre nach Ansicht der Filmemacher der Boden für den Showdown bereitet. Ihre übersinnlichen Fähigkeiten haben Jenna zum Hideout von Eugenes Bande gelotst, doch das vermutete Überraschungsmoment steht ihr nicht zur Seite, denn sie wird vom Bösbuben und seiner Burschenschaft bereits erwartet, und zwar nicht auf ein Kaffeekränzchen. Erfreulicherweise für Nick hat seine von Jenna zu Transportzwecken genutzte Schleuder einen GPS-Sender – ein gestohlen gemeldetes Auto und eine hilfreiche Polizeistreife später steht Nick auch schon vor dem „Frigate“-Club, wo sich Eugene gerade als mittelschwer bekloppt präsentiert, dieweil er Jenna die verkohlte, aber ordnungsgemäß bekleidete (und mit einem Toupet versehene) Leiche seines Bruders vorführt und sich in sadomasochistischen Fantasien ergeht, was er alles mit Jenna bzw. ihrem Körper anzustellen gedenkt. Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge, und da Jenna keine gesteigerte Motivation verspürt, sich von Eugene „das Fleisch von den Schenkeln“ reißen zu lassen, muss die kleine Privatfehde ersichtlich mit einem Martial-Arts-Zweikampf geklärt werden. Jenna hat in weiser Voraussicht ihre Stockkampf-Stöcke mitgebracht und Eugene wirbelt halbwegs gekonnt mit Nunchakus herum. Nach einer Weile Kämpferei, in der keiner der Kämpen entscheidende Vorteile erzieht, ballert jemand in den Raum – Briggs. „Ich bin froh, sie zu sehen“, atmet Jenna auf, aber wie wir usn sicher schon an unseren acht Fingern abgezählt haben, ist Briggs nicht die helfende Elfe und Retter in der Not, sondern der böse Oberschuft. Siehste wohl, Briggs brauchte nämlich gar keine Petzereien von Lorraine oder Nick (der also brav die Klappe gehalten hatte), sondern hat sich anhand Jennas plötzlichem PSI-Interesse durch eigene Geistesleistung erarbeitet, dass sie die Vigilantin war, die immer wusste, wo sie zuschlagen musste. Kurz malt sich Briggs aus, dass die Kombination seiner Verbrecherarmee und Jennas erstaunlicher Fähigkeiten ausgesprochen gewinnbringend hätte sein können, aber mein Gott, es hat halt nicht sollen sein, muss Jenna halt ins Gras beißen.

Einsatz für Nick, der heldenhaft eine Scheibe einwirft, was den offenbar nervenschwachen Briggs davon abhält, Jenna zu entleiben, sondern vielmehr eine größere Kampfszene lostritt (die übrigens auch die Bullen, die Nick zu seinem Auto geführt hat, auf den Plan ruft). Nick stürzt sich ins Getümmel und erweist sich als nicht nur versiert darin, Frauen mittels Tai Chi auf die Matte zu legen, sondern auch bösen Buben mit vollem Körpereinsatz die Fressen zu polieren. Briggs versucht sich feigerweise zu verdünnisieren, wird aber von Jenna verfolgt, dieweil Nick den Endkampf mit Eugene übernimmt. Nick gewinnt dank überlegender Tritttechniken die Überhand, was Eugene letztlich veranlaßt, mit einer abgebrochenen Milchtüte, eh, natürlich einer abgebrochenen Flasche überlegene Offensivbewaffnung einzusetzen, jedoch mit der Handhabung selbiger überfordert ist und sich mehr oder weniger selbst damit die Kehle aufschlitzt und, Schaden, Spott, Beschreibung usw., auch noch versehentlich vom ebenfalls der Gang angehörigen Barmann erschossen wird.

Müssen wir also nur noch Briggs besiegen. Jenna versucht ihn mittels gezielter Beleidigungen aus der Fassung zu bringen, aber mehr irritiert den Oberschurken der plötzlich auftauchende Nick, so dass er dem aufdringlichen Urheberrechtsanwalt sicherheitshalber eine Kugel verpaßt. Obgleich uns allen klar ist, dass man von einer Kugel in der rechten Schulter eher selten stirbt, platzt Jenna nun endgültig der Kragen, wirft Briggs ein haßerfülltes „Dreckschwein“ an den Kopf und kickt ihn dann, eher unspektakulär für einen Endgegner, wenn ich das mal motzenderweise anmerken darf, vom Dach. Briggs so ausgeschaltet, kann sich Jenna um den blutenden Nick kümmern und anerkennend feststellen, dass er sich für einen „Pazifisten“ gar nicht so übel geschlagen habe. Das kommt daher, erklärt Nick, dass er vor seiner Erleuchtung in Südostasien als Muay-Thai-Boxer um Preisgeld gekämpft habe.

Im Quartier der Staatsanwaltschaft herrscht eine eher seltsame Stimmung. Megan findet die Identität der Vigilantin, die durch die ganze Episode offensichtlich für die Autoritäten enthüllt ist, zwar zum Wiehern und würde sie sehr gern hops nehmen, nur leider ist die Öffentlichkeit geschlossen in den Vigilantenfanclub eingetreten, so dass Megan völlig klar ist, dass ihr Vorgesetzter Dan sich die Wahl zum Bürgermeister aber sowas von abschminken kann, sollte Jenna festgenommen werden. „Ich behalte sie im Auge“, schwört Megan für den Fall einer etwaigen Fortsetzung.

Die ist aber eher unwahrscheinlich, da Jenna mittlerweile auch den Pfad zum kosmischen Einklang mit dem Universum gefunden und ihren Job an den Nagel gehängt hat, um sich und ihre paranormalen Fähigkeiten zukünftig Dr. Breitenheim und seinen Kindern zu widmen. Und was die eher körperlichen Aspekte angeht – die Beziehung mit Nick ist wieder voll im Lot…

Female Justice ist relativ nah dran an dem hehren Ideal, ein gelungenes US-Veikel für Cynthia Rothrock (die übrigens auch als associate producer beteiligt war) zu sein. Aber ganz geklappt hat´s letztlich halt doch nicht und woran das liegt, wollen wir im weiteren Verlauf dieses Reviews ergründen.

Zunächst hätten wir mal das Script – das hat, so ungern ich das schreibe, weil ich ja normalerweise der erste bin, der sich beim gegenteiligen Zustand lauthals beschwert, zuviel Plot for its own good. Neben der Hauptstoryline, nämlich dem guten alten Rache- und Vigilantenspiel (nicht gerade sehr originell, aber bewährt, immer wieder gern genommen und eigentlich auch ein relativ sicheres Rezept für einen Actionreißer) nimmt die Love-Story zwischen Jenna und Nick für einen Actionfilm einfach zuviel Raum ein – ist zwar irgendwie ganz erfrischend, dass Cynthia Rothrock auch mal ihre sexy Seite ausspielen darf (wenn auch, wie angemerkt, vielleicht doch ein paar Jahre zu spät, der Body ist´s, um mit der E.A.V. zu sagen, zweifellos noch resch, aber das G´sichterl ist doch schon von ein paar Sommern gezeichnet), aber zwei ziemlich ausufernde erotische Szenen (plus der „erotische Gag“ mit Briggs) sind im Kontext eines Prügelfilms halt mindestens eine zuviel, alldieweil das Script trotz des breiten Raums, das es ihm gönnt, den Eifersuchts-Subplot um Lorraine, Nick und Jenna nicht wirklich ausarbeitet (also was denn nun, Herr Doktor? Zu viel Plot oder zu wenig? Der Setzer). Die zusätzlichen Storylines, die um den Copkiller Teddy Skaggs und die Dr. Breitenheim, wirken mehr wie ein verzweifelte Versuch, auf Teufel komm raus noch zwei Gaststars einzubauen, die keinerlei gesteigerte Bedeutung für die eigentliche Handlung haben (den Hinweis, den Teddy Jenna gibt, hätte man die Heroine recht unproblematisch auch anderweitig finden lassen können) und dienen letztlich hauptsächlich dazu, ein paar Minuten Laufzeit mit ein paar halbwegs bekannten Nasen zu füllen. Immerhin, und das ist ja auch schon ein Kompliment, sind diese kleinen Subplots halbwegs schlüssig (aber dennoch unnötig) in die Gesamtstory eingepaßt und stören nicht weiter, wohingegen die Lovestory/Eifersuchtsdrama-Kiste etwas aufgesetzt wirkt (wie schon gesagt, ist dieser Subplot nicht mit genügend Substanz unterfüttert – er gibt somit weder einen zufriedenstellenden red herring in die eine oder andere Richtung für die Hauptstory her, noch berührt Lorraines finales Liebesbekenntnis auf emotionale Weise, da dem geneigten Zuschauer der Charakter reichlich wurscht ist).

Die Idee, die Heldin durch Berührung von Objekten (Psychometrie, wie der Film hilfreicherweise aufklärt) übersinnliche Visionen erfahren zu lassen, ist einerseits auch nicht ganz neu, kommt dem aufgeklärten Konsumenten aber auf die Dauer eher wie eine bequeme Ausrede vor, sich nicht übermäßig mit dem Schreiben einer nachvollziehbaren und schlüssigen Story aufhalten zu müssen, da man die Protagonisten durch die Visionen eben einfach an jeden gewünschten und dramaturgisch gerade notwendigen Ort schaffen kann, ohne sich um logische Erklärungen kümmern zu müssen. Naja, der Zweck heiligt irgendwo die Mittel (wobei schon irgendwie wieder lustig ist, dass der DVD-Covertext sich heftigst darum windet, irgendwelche paranormalen Plotpunkte zugeben zu müssen). Zumindest einmal macht selbst die interne Logik des Films meiner Ansicht nach mächtig die Biege, und zwar bei der auch oben im Fließtext angesprochenen Szene, in der Jenna die Vision vom Bombenattentat auf Lorraine mittels Berührung einer Handtasche hat. Die Frage, an der ich mich aufhängen möchte – wie kann diese „Vision“ funktionieren? Die bisherigen (und auch zukünftigen) Visionen Jennas interpretiere ich so, dass sie Ereignisse sehen kann, an denen die Besitzer der jeweiligen Gegenstände persönlich beteiligt waren (sie hatte Teddys Messer, eine als Waffe verwendete Baseballkeule, die Jacke des Mädchens und „sah“ dadurch Geschehnisse aus der Vergangenheit des Besitzers) – Lorraine hat sich die Bombe aber kaum selbst unters Auto gelegt, oder? Ergo ist das in dem Zusammenhang nicht logisch (wenn sie die Tasche des Bombenlegers in der Pfote hätte, dann hätt´ ich dem Film das innerhalb seines „Universums“ abgekauft). Nun gut, das muss man wohl im Kontext eines billigen Actionreißers von der Stange als unangebrachte Beckmesserei sehen, aber das sind einfach Sachen, die mir selbst bei oberflächlicher Betrachung auffallen. Schwerer wiegt da schon rein plotrelevanztechnisch das Problem, wie Briggs es überhaupt schaffen kann, seine Verbrecherarmee aufzubauen – ich meine, was hindert Eugene und seine Leute, so rein von der praktischen Seite her gesehen, Briggs umzunieten und sich die Profite künftig zu 100 % in die eigene Tasche zu wirtschaften? Also kurz gefragt – wie hält Briggs seine Ex-Knackis bei der Stange? Cop hin, Detective her, eine solche „Organisation“ überfordert m.E. logistisch einen Solisten (oder hängt Megan am Ende doch drin? Das von ihr geführte Telefonat mit dem Tenor „er [gemeint ist damit der noch nicht identifizierte Vigilant] darf ´es´ nicht ruinieren“ könnte man so verstehen, aber im Nachgang gehe ich eher davon aus, dass sie mit ´es´ Dans Wahl zum Bürgermeister und ihr Nachrücken auf den Chefstaatsanwaltsessel meint). Verdammt, ich mach mir wieder Gedanken, die ein Film dieser Größenordnung nicht verdient hat.

Okay, verlassen wir also die Gefilde der Storyschelte und kümmern uns um die filmischen Werte. Die „Visionen“ sind recht hübsch in stilvoller schwarz-weiß-Fotografie und mit schnellen Schnitten gestaltet, das gefällt im Rahmen der bescheidenen Ansprüche. Die Kampfszenen sind für eine billige US-Produktion ziemlich gut choreographiert – mir persönlich wäre es zwar lieber gewesen, man hätte konsequent die Martial-Arts-Schiene befahren und auf die zwei Shoot-outs verzichtet, aber es sorgt für ein wenig Abwechslung für diejenigen Zuschauer, die sich bei Kung-fu-Kloppereien eher mal langweilen als bei Bleigewitter (obgleich man, rein objektiv, bei Martial Arts immer mehr zu kucken hat als bei eher sinnfreiem Geballere). Nicht ganz sicher bin ich mir, wie ich die „lustige“ erste Kampfszene bewerten soll – einerseits finde ich sie in der Tat recht erheiternd, weil sie doch recht stark an humorige Hongkong-Actionfilme erinnert (ein bissl übertrieben ist vielleicht wirlich die Soundkulisse mit den Cartoon-Birdie-Stimmen etc.), aber andererseits passt sie halt von Stil und Stimmung her überhaupt nicht in den ansonsten todernst gemeinten und gespielten Film (aber im Zweifel sind mir drei Minuten Komik am Stück lieber als ein über den kompletten Film nervender comic-relief-Sidekick o.ä.). Merkwürdig ist die Szene schon. Insgesamt sind die Kampfszenen erstens ein wenig zu unspektakulär, zweitens hätte ein wenig mehr Härte nicht geschadet (es ist wohl einmal wieder hauptsächlich der Selbstjustiz-Gedanke, der dem Streifen seine KJ eingebracht hat, denn sonderlich explizit sind die Gewaltszenen keinesfalls).

Paul Maslak (ich glaube jetzt spontan nicht, dass ich den Namen schon mal gehört haben müsste) inszeniert den Streifen insgesamt recht gefällig – Anzahl und Verteilung der Actionszenen sind dem Genrestandard angemessen (der Showdown ist mir insgesamt etwas zu knapp ausgefallen), die Kampfchoreographie ist, wie gesagt, in Ordnung und die Fights werden von der Kamera auch anständig eingefangen. Die beiden Beinahe-Softcore-Szenen sind mit einem gewissen Gespür für Ästhetik umgesetzt, bremsen aber das Tempo des Films, das sowieso trotz der Vielzahl der Kampfszenen aufgrund der etwas unübersichtlichen Plotsituation nicht gerade turboschnell ist, ziemlich ein. Handwerklich-technisch gibt´s aber relativ wenig zu kritisieren, auch wenn (die Aufklärung dieses Geheimnisses habe ich weiter oben ja schon angekündigt) der sicherlich eher preisbewußt produzierte Streifen möglicherweise seine aufwendigen Szenen aus dem Stock-Footage-Archiv von Cormans Concorde-New Horizons entlehnt (zumindest kreditiert der Nachspann solcherlei Vorgehen).

Unter „ärgerlich“ ist teilweise die musikalische Untermalung, besonders die schön-scheußlichen Orchesterstücke in den Sexszenen einzustufen.

Kommen wir zu den Schauspielern. Cynthia Rothrock hat hier, wie sich sicher schon rumgesprochen hat, ein wenig mehr zu tun als nur Hand- und Fußkanten rotieren zu lassen, auch wenn das natürlich weiterhin ihr Spezialmetier ist und ihr in dieser Disziplin kaum jemand etwas vormachen kann. Die ungewohnte Freizügigkeit der Rolle ist schon etwas verblüffend und, wie gesagt, sicher nicht das, weswegen ich mir einen Cynthia-Rothrock-Film ausleihen würde, aber was weiß ich, vielleich sitzen irgendwo im Keller Geeks an einem PC mit Netzzugang und versuchen verzweifelt, Cynthia-Rothrock-Nacktfotos downzuloaden (wir wollen aber völlig wertneutral festhalten, dass der Teint der Dame in den schwelgerischen Nahaufnahmen doch deutlich macht, dass sie ihren 29. auch schon ein paar Mal gefeiert hat). Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Neben Kämpfen und Sexy-Aussehen muss Madame Rothrock gelegentlich sogar ein wenig schauspielern, was nicht ihre allergrößte Stärke ist, ich hab aber auch schon deutlich üblere Performances gesehen.

Die Love Interest/Sidekick-Rolle mimt Kurt McKinney (No Retreat, No Surrender 3), wobei die Rolle an ihn auch kein größeres Anforderunsprofil als „gut aussehen“ und im Finale die Kampfkunst demonstrieren stellt. Das erledigt er jedenfalls recht souverän. Tony Lo Biancos Briggs ist mir in jeder Hinsicht ein wenig zu zurückgenommen, wohingegen Kenn Scott als Eugene Cutter ausreichend durchgeknallt-psychopathisch rüberkommt, um dem Film schurkenseitig den nötigen Drive zu verpassen.

Die „Gaststars“ werden in ihren Minirollen verschwendet. Der stets zuverlässige Brad Dourif hat vielleicht drei Minuten Gelegenheit, sein Können dezent aufblitzen zu lassen. Theoretisch wäre sein mental beeinträchtigter Copkiller eine reizvolle Angelegenheit, aber da der Film diesen Subplot wirklich nur für wenige Minuten anreißt, kann Dourif schwerlich größere Tiefe in den Charakter einbringen und muss es daher mit einer routinierten, aber auch nicht wirklich memorablen Looney-Vorstellung belassen. Walter Koenig (Star Trek, Babylon 5, Moontrap) hat gar noch weniger zu tun. In Punkto Screentime und Dialogzeilen geht´s ihm sicher nicht schlechter als Dourif, nur leider ist seine „zerstreuter-Professor“-Rolle noch unergiebiger für den Akteur, ausser zwei kurzen Lachern kann Koenig aus der Rolle keinerlei Gewinn ziehen. In der Mini-Rolle des Anwalts Whitman ist übrigens Cynthia Rothrocks Co-Star aus No Retreat, No Surrender 2 (dt. „Karate Tiger 2“) Max Thayer (deutlich „verbreitert“) zu sehen. Der altgediente Mako (Highlander III, The Big Brawl) bemüht sich, die chinesische Ausgabe von Stevie Wonder zu channeln.

Die DVD kommt aus dem Hause MCP/Valial Media und ist mal wieder eine absolute Sparausgabe, alldieweil der einzige anwählbare Menüpunkt „Film starten“ heißt – Kapitelmenü, Werbetrailer oder gar brauchbare Extras sind vom Publisher also als überflüssiger Tinnef eingestuft worden (diese glorreiche Auswahl von EINEM anwählbaren „Menüpunkt“ auf dem DVD-Cover als „interaktive Menüführung“ zu glorifizieren, zeugt schon von einer gewissen Frechheit seitens des Publishers) . Zumindest ist der Vollbildtransfer recht gut ausgefallen – Detail- und Kantenschärfe bewegen sich wie der Kontrast auf gut-durchschnittlichem Niveau, die Kompression verrichtet ihren Dienst unauffällig-gefällig im Hintergrund, Bildstörungen oder Verschmutzungen des Prints sind nicht zu bemerken.

In Sachen Audio gibt´s eine deutsche Tonspur in Dolby Digital 2.0 und sonst nichts, aber das ist in diesem Fall auch zweckmäßig und ausreichend (okay, ich hätte ja grundsätzlich immer gern eine O-Ton-Spur, aber man muss ja sehen, was man da vor sich hat, und das ist eine Grabbelkisten-Veröffentlichung). Rauschfrei, klar verständlich und einigermaßen gefällig abgemischt. Kann man sich anhören, ohne dass einem die Trommelfelle reißen und sich der Gehörgang aufkräuselt.

Letzte Worte: Wer keine Cynthia-Rothrock-Filme sieht, darf auch diesen verpassen, Fans der besten westlichen Handkantenschwingerin kommen bei Female Justice durchaus auf ihre Kosten. Von ihren US-Produktionen ist der Streifen sicherlich einer der besseren, aber mit Hongkong-Klassikern wie Righting Wrongs kann der Film einfach nicht mithalten – dafür fehlt ihm die Spektakularität in den soliden, aber eben nicht übermäßig aufregenden Fights. Ob die Aussicht, ungefähr 90 % der Hautoberfläche von Cynthias durchtrainiertem Körper einer näheren Augenscheinsuntersuchung zu unterziehen, für Euch Grund genug ist, Female Justice einem der insgesamt einfach fetzigeren asiatischen Rothrock-Vehikel vorzuziehen, müsst Ihr mit Euch selbst ausmachen. Mir wäre im Zweifel mehr, spektakulärere und etwas explizitere Action lieber gewesen. Aber das bin ja auch nur ich…

(c) 2005 Dr. Acula


BOMBEN-Skala: 5

BIER-Skala: 5


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