Fantom Kiler

 
  • Deutscher Titel: Fantom Kiler
  • Original-Titel: Fantom Kiler
  • Alternative Titel: Fantom Killer |
  • Regie: Roman Nowicki
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1998
  • Darsteller:

    N.A. Andrej Jass
    N.A. Eliza Borecka
    N.A. Magda Szymborska
    N.A. Katarzyna Zelnik


Vorwort

Warum ausgerechnet Fantom Killer? Gibt´s nicht wesentlich interessantere Filme, die man besprechen könnte als ausgerechnet diesen? Mit Sicherheit. Aber warum immer nur die interessanten Sachen rauspicken? Ab und an scheint der Doc auch mal absichtlich in die Gülle fassen zu wollen. Schließlich weiß auch ich, obwohl in der Semi-Amateur-Splatterhorror-Szene nicht mehr so zu Hause wie noch vor einiger Zeit, dass Fantom Killer nach allgemeiner Ansicht nicht mehr als eine Ausrede ist, um diverse Morde an nackten Frauen zu zeigen. Wie üblich in unserer heutigen aufgeklärt-zivilisierten Zeit reicht dies natürlich mühelos dazu, um entweder zum Kult hochstilisiert oder als verdammungs- und verbietungswürdigen Machwerk bezeichnet zu werden. Yours truly, der Doc, der nur glaubt, was er selbst gesehen hat, musste sich daher irgendwann mal ein eigenes Bild von der Materie machen (und bei seinem allgegenwärtigen Ruf als Verfechter frauenfeindlichen Filmguts kann er das ja auch machen. Ist ja nicht so, als ob das Image noch weiter drunter leiden würde, hähä).

Recht spannend und bis dato wohl noch ungeklärt ist die Entstehungsgeschichte des Streifens und seiner beiden Nachfolger. Ursprünglich von einem englischen Label als polnische Underground-Amateur-Filme vermarktet, kam recht bald das Gerücht auf, es handele sich bei den Filmen vielmehr um heimlich in England gedrehte Underground-Filme, die nur, um der allmächtigen BBFC-Zensur und etwaigen strafrechtlichen Verfolgungen vorzubeugen, als polnische Filme getarnt wurden (unstritttig ist zumindest, dass die Filme auf Polnisch nachsynchronsiert wurden und wohl einige polnische Porno-„Stars“ mitwirken). Als Verursacher, sprich, Regisseur wurde von den einschlägigen Kreisen der englische Distributor, Trevor Barley, ausgemacht, der selbiges selbstverständlich mit Händen und Füßen abstreitet. Kann er ja machen, und tut im Endeffekt nix zur Sache – ob der Film nun aus Polen, aus England oder aus Vanuatu stammt, ist mir als Konsument verhältnismäßig wurst (wobei ich, ganz vorurteilsfrei, einem polnischen Film eine höhere Versagenschance einräumen würde als einem englischen. Aber das sind eben wieder nur meine mühselig erarbeiteten Vorurteile).

Zum Thema „polnische Synchro“ kann ich nix sagen, da mir hier die deutsche Fassung (auf DVD unter´s Volk gebracht von Dragon) vorliegt. Soll uns jetzt aber auch endgültig egal sein, schauen wir uns den Film einfach mal an. Bereuen werden wir es, schätze ich, früh genug…

Disclaimer: Es handelt sich mal wieder um eins meiner gefürchteten FSK-18-Reviews. Nasty language probably ahead.


Inhalt

Na denn. Nach einem durchaus fetzig geschnittenen Vorspann, der uns ein paar ausgewählte Szenen des nachfolgenden Spektakels präsentiert, als wär´s eine TV-Serie (wohlwollend fällt dabei erstmals der für eine Produktion dieser Größenordnung durchaus schnittige Soundtrack ins Ohr), stheen wir buchstäblich im Wald, wo zwei eher trübtassige polnische Kriminaler, bei denen´s weder für Starsky & Hutch noch für Derrick & Harry reichen würde, über einer nackten (selbstverständlich) und mit zahlreichen Messerstichen verunstalteten Frauenleiche brüten (dass die Frauenleiche im ehemals lebenden Zustand ein wohlgeformtes Gerät ist, dürfte sich ebenfalls von selbst verstehen). Kriminaler #2 (zwar bedienen sich die Herrschaften tatsächlich Charakternamen, aber das erschloss sich mir wirklich erst durch den Nachspann und da ich trotzdem nicht weiß, wer wer ist, wird´s bei solchen Bezeichnungen bleiben müssen. Don´t blame me, blame the filmmakers), dem Assi, erinnert der so grausam zugerichtete Leiche gleich mal an ein anderes unaufgeklärtes Verbrechen, das ungefähr ein Jahr zurückliegt und uns mit einem kurzen Flashback verdeutlicht wird: ein nacktes & gutaussehendes Frauenzimmer – [Ironie on]Ob das zu einem durchgängigen Thema wird?[Ironie off] macht ob Fesselung mit gespreizten Beinen einen eher unglücklichen Eindruck, und das mit Recht, denn der, der sie in der Mangel hat, ist ein besonders fieser Schüft – er scheint sie so irre gern zu haben, dass er zwei draus machen möchte: ihre Beine sind ersichtlich an zwei in entgegensetzte Richtungen strebende Kraftfahrzeuge gefesselt (hat da einer Hitcher gesehen?). In Ermangelungder Kompetenz für eine entsprechend graphische Splattereinlage wird uns das ganze durch einen Close-up auf ihr kreischendes Gesicht und eine Ladung spritzendes Kunstblut erläutert. Den zweiten Teil der Leiche, doziert der Chefermittler, habe man, ebenso wie den Killer, nie finden können. So´n Ärger aber auch. Die tote Frau wird in einen Leichensack gepackt…

Ein Film wie dieser braucht natürlich unbedingt comic-relief-Charaktere. Bitte schön, da sind sie – Adam und Wie-auch-immer-er-heißt, zwei Putzmänner auf einem Bahnhof. Besonders dank seines lächerlichen angeklebten Groucho-Marx-Schnauzers sieht Wie-auch-immer-er-heißt (ok, ich nenne ihn von nun an Groucho, also stay with me) aus wie der letzte Debile in einem Slapstick-Streifen vo 1882. Gut, sein Partner Adam macht auch nicht gerade den Eindruck, als wäre er der hellste Stern am Himmel. Kurz gesagt: gegen dieses Pärchen wirken Dumm und Dümmer wie Einstein und Heisenberg. Kein Wunder, dass es zu größerer beruflicher Karriere als Boden wischen in der Bahnhofsvorhalle (ein wahnsining aufwendiges Set von ungefähr acht Quadratmeter Größe, dessen beeindruckendste Dekoration ein „Kiosk“ ist, den die Beteiligten vermutlich aus einem Bastelbogen ausgeschnitten haben) nicht gereicht hat. Okay, theoretisch arbeiten die beiden lustigen Vögel also als Putzteufel, aber eben nur theoretisch, denn Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, wie wir alle wissen, und wenn man anstelle zu arbeiten genauso gut fantasieren kann, wie die gutaussehenden Passantinnen ohne Klamotten aussehen, liegt doch nahe, womit man sich die Zeit vertreibt. Und so handhaben sie´s dann auch – eine hübsche Brillenträgerin wird entsprechend freizügig beobachtet, wobei Groucho sich irrationalerweise einbildet, diese würde mit ihm flirten. Tut sie aber nicht, dafür rutscht sie wenigstens auf dem frisch gewischten (huch, doch gearbeitet?) Boden aus, fällt hin und gewährt den hilfreich-charmant zukuckenden Putzmännern tiefe Einblicke (schön, dass in diesem Paralleluniversum Frauen grundsätzlich keine Unterwäsche tragen). Da sich die Herren nicht gerade überschlagen, dem gefallenen Mädchen (ha, ich und meine Wortspiele) wieder auf die langen Beine zu helfen, kommt es zu einem Wortgefecht. Groucho hält sie für „überheblich“, sie dagegen will dafür sorgen, dass die Kerle gefeuert werden, scheuert Groucho noch eine und stolziert auf ihren Stöckelschuhen davon, nicht ahnend, dass Adam in einem unbeobachteten Moment ihren Schlüsselbund gemopst hat.

Offensichtlich fährt Madame ein Auto, das man ohne Zündschlüssel bediene kann. Jedenfalls fällt ihr der Verlust ihrer Schlüssel erst auf, als ihre Karre irgendwo inmitten der polnischen Wälder verreckt (okay, ich bin vermutlich mal wieder im völlig falschen Film, aber gut ausgedacht ist das alles nicht) und sie notgedrungen zu Fuß weitermarschieren muss (und der Regisseur verrät uns seine künstlerischen Ambitionen, indem er in diese Szene durch Grouchos Brillenglas überleitet). Für mehrere Minuten irrt unsere Freundin also recht ziellos durchs Gewölle, verfängt sich schließlich im bösartigen Astwerk, kratzt sich dabei a) blutig und b) die Bluse so kaput, dass sie sich des lästigen Textils gleich ganz erledigt und oben ohne weiterzieht. Nun stellt sich ihr ein Stacheldrahtzaun in den Weg. Selbigen zu durchklettern (was im Prinzip einfach wäre, weil zwischen den Drähten mindestens ein halber Meter Platz ist – da käme sogar der Hulk durch, ohne anzuecken) wird durch den engen langen Rock sabotiert, den das Mädel trägt. Also – runter damit. Bekanntlich unterwäschelos versucht sie sich an der total nackigen Zaunüberquerung. Weil weiblich und damit konsequenteweise auch dämlich hakt das Mädel ihre Haare im Stacheldraht ein. Günstige Gelegenheit für den im Hintergrund lauernden Killer, der sich in eine Art Invisible-Man-Gedächtnis-Outfit (andere Quellen zitieren Bava-Einflüsse) inklusive Gesichtsbandage gehüllt hat, sein Messer zu zücken, das Mädel von hinten zu packen und ein paar allgemeine Drohungen auszustoßen. Während er ihr das Messer an die Kehle hält und gleichzeitig an ihren Brüsten rumspielt, versteift (höhö) er sich auf die Theorie, sie lege es darauf an, „bestraft“ zu werden, denn sonst würde sie ja nicht um diese Zeit unbekleidet in dieser Gegend rumlaufen. „Hast du Lust auf aufregende sexuelle Erlebnisse?“ fragt Herr Killer zweideutig. Scheinbar schon, denn mit sichtbarer Gegenwehr übertreibt´s das Mädel nicht wirklich. Na, dann ist er doch gern bereit, ihr den „letzten Orgasmus“ zu verpassen – allerdings kapiert unser wirklich nicht gerade schnelldenkendes Frauenzimmer erst mit Verspätung, dass „letzter Orgasmus“ nicht bedeutet, dass sie sich von Stund an dem Zölibat unterwerfen, sondern vielmehr ihr Leben beenden soll. Nach einem ersten Stich in den Rücken macht sich der Killer richtig ans Werk und verpaßt ihr eine ganze Serie von Schnitt- und Stichverletzungen. Das Opfer allerdings hält einiges aus und kann nach der Zufügung von ca. 50 Stichwunden sogar noch dämlich fragen: „Was willst du von mir?“ In meinem Buch der doofen Frage verdient sich diese ganz bestimmt einen Top-Ten-Platz. „Ich bin der Todesengel“, erläutert der Killer in völliger Unbescheidenheit und jagt ihr sein Messer in die Intimzone (da muss er verteufelt gut zielen können). Das Girl stürzt endgültig zu Boden und der Killer wiederholt die Vaginalpenetration der etwas unangenehmeren Art ca. 20 mal (die Wirkung der Szene, ob das nun positiv oder negativ verstanden wird, überlasse ich dem Empfängerhorizont, wird allerdings stark dadurch abgeschwächt, dass das Tatmesser völlig blutfrei bleibt. Entweder hat der Killer das erste blutabweisende Messer der Welt erfunden, oder wir haben´s mit einer schlampigen Produktion zu tun). Sterbend versucht das Opfer noch, den Killer zu demaskieren, sploddert aber nur dessen hübsche weiße Gesichtsbandage mit Kunstblut voll. Sauerei, muss man doch auch wieder waschen.

Nach einem erneuten künstlerischen Zoom-out treffen wir unsere ermittelnden Bullenfreunde wieder, die das Resultat der Bluttat mit stoischer Miene begutachten und sich dabei gleich wieder an eine ein Jahr zurückliegende Mordtat erinner – wieder ein kurzer Flashback: ein kreischendes nacktes (aber das wußtet Ihr sicher schon) Frauchen wird mit einer Bohrmaschine bedroht. Hier blendet sich der Film aber schamhaft aus, bevor überhaupt an Blutverlust zu denken ist (und mich wundert schon, warum unsere Polizisten sich an Morde erinnern, die von der Methodik her überhaupt nichts mit denen zu tun haben, deren Ergebnisse sie gerade betrachten). „Sie verlässt die Welt mit mehr Löchern als sie geboren wurde“, kommentert Assi assig-zynisch-geschmacklos, bevor die Leiche eingesackt wird.

Bei der nächsten Killszene gibt sich der Streifen schon gar keine Mühe mehr, sie in irgendeinen dramaturgischen Kontext zu packen (außer der erneuten „künstlerischen“ Gestaltung, sie quasi „im Auge“ eines Charakters stattfinden zu lassen). Eine schwarzhaarige Brillenträgerin (hm, wittere ich hier einen Fetisch?) irrt in einer Art Baby-Doll-Nachthemd über einen Friedhof, rennt geradewegs in den Killer, der ihr erst die Wäsche vom Leib reißt (immerhin, sie ist das erste weibliche Wesen in diesem Film, das einen Slip trägt), ihre erogenen Zonen streichelt und ihr die Brille vom Gesicht wischt. Auf der Suche nach ihrem Nasenfahrrad kraucht sie durch´s Gras, während der Killer seine Würgeschnur aus den Untiefen seines Ledermantels zerrt, um sie damit zu erwürgen. Die Überleitung zur nächsten Komedy-Sequenz könnte kaum gelungener sein – ein Telefon wirbelt digital durch die Mordszene und entpuppt sich letztlich als jenes, das in Grouchos Büro (die Putzkolonne hat ein eigenes? Reschpeckt!) steht und klingelt. Groucho muss sich erst mal aus seinem Zubrovka-(der-mit-dem-Grashalm)-Vodka-bedingten Büroschlaf quälen – dran ist wohl sein Chef, der ihn informiert, dass Adam beurlaubt wurde, aber man schon eine neue Aushilfskraft angeheuert habe, die jeden Moment bei Groucho anklopfen müsste. Poch-Poch! (Soll ich mich jetzt vor Lachen biegen o.ä.?) Die Aushilfskraft entpuppt sich als attraktives blondes Mädchen, deren komplette Garderobe aus einem Mini-Top, das gerade mal eben so ihre Nippel bedeckt (oder auch nicht) und Shorts, die nicht mal bei einem De-Luxe-Kenny aus japanischen Monsterfilmen angemessen wären (sprich: noch weniger Stoff und sie könnte gleich nackt aus dem Haus gehen), besteht. Groucho ist angemessen beeindruckt und so geplättet, dass er nicht geistesgegenwärtig genug seine Pornohefte wegräumen kann. Macht aber nix, denn Blondie sieht sich auch gern nackte Frauen an. Dann macht sie sich aber an die Putzarbeit, bei der ihr bei jeder Gelegenheit die Brüste aus dem Top fallen. Das bewegt sich jetzt doch verdächtig am dramaturgischen Niveau der Sexy Sport Clips auf DSF.

Die Cops sitzen dieweil in ihrem Revier (hey, tatsächlich ein „establishing shot“ eines polnischen Polizeireviers, kaum zu glauben) und blasen Trübsal. Ihnen fehlen nämlich Spuren, Hinweise, Verdächtige, Motive – schlichtweg alles. Der einzige Zusammenhang scheint zu sein, das alle Opfer alleinstehende attraktive Frauen waren. „Und Nutten“, ergänzt der Assi. Hm, ich weiß nicht, wie Ihr das seht, abe das ist für mich doch schon mal ein Hinweis. Vielleicht war der Täter ein rachedurstiger Ex-Freier, auch wenn die Opfer offenbar nicht sexuell mißbraucht worden sind (falls man Messerstiche in gewisse Stellen nicht als „sexuellen Mißbrauch“ verstehen will). Dem Assi fällt da eine Person ein, auf die das Täterprofil (hä? Welches denn?) passen könnte. „ES IST NICHT MEIN BRUDER!“, rastet Kommissario Cheffe gleich mal aus. Ha, haben wir da einen kleinen Psychopathen in der Familie? Ja, er mag ein wenig seltsam sein und hat hatte in der Vergangenheit Ärger, aber der Mördre, da ist sich Herr Inspektor sicher, kann sein Bruderherz nie nicht sein. Assi weist darauf hin, dass der Bruder immerhin im Bahnhof arbeite und in der Nähe desselben hätten alle Morde sich zugetragen. Der Chef lässt sich schweren Herzens breitschlagen, seinen Bruder inoffiziell auszuhorchen, obwohl er nur „ein harmloser Idiot“ sei. Hm, Idioten, die im Bahnhof arbeiten, kennen wir ja zwei. Wer könnte unser Kandidat sein?

Dank der Überleitung auf Groucho könnte man glatt auf die Idee kommen, er sei gemeint. Ein Problem mit Frauen scheint er auch zu haben (vermutlich hauptsächlich das, dass die ihn nich ran lassen, wofür ich gewisses Verständnis aufbringe). Aber erst mal brauchen wir eine Comedy-Sequenz. Seine Aushilfskraft lässt ihn nämlich recht ungefragt wissen, daass sie dreimal in Folge Miss Po (ich wartete verzweifelt auf den Zusatz „-len“) war. Findet Groucho zwar irgendwie nett, aber nicht wirklich wichtig. Schon eher, dass sie ihm anbietet, ihm zu zeigen, wie er selbst zu einem straffen Hintern kommen könnte. „Wenn du mir zeigst, wie das geht“, interessiert er sich. Na, das macht unsere Miss Po doch gerne, auch wenn Grouch ihr versprechen muss, zweimal täglich zu üben. Groucho gelobt, weil er vermutlich im Drehbuch gespickt hat (die zwei Seiten kann man ja fix auswendig lernen) und weiß, dass sie sich bei den nachfolgenden Aerobic-Übungen von ihren engen Shorts und ihrem knappen Top behindert fühlen wird und ihre beiden einzigen Kleidungsstücke deswegen ablegt. „So geht´s“, grinst sie nackig (in Polen gibt´s echt keinen Anstand und keine Moral mehr, und sowas kommt in die EU, zürn-grummel…) – wenigstens gibt sich Groucho nicht die Blöße (ha! Ich schon wieder mit meinen Wortspielen!), sich ebenfalls zu entkleiden, sondern turnt die von ihr zelebrierten Becken- und Baucheinzieh-Übungen in voller Montur nach. Etwas unvermittelt beginnt die Schnepfe nun die König-Artus-Sage zu rezitieren (hm, das sollte doch als Indiz für die britische Herkunft des Films dienlich sein. Oder ist der alte Artus auch in Polen Allgemeinbildung?), genauer gesagt, den Teil um Excalibur und das Herausziehen des Schwerts aus dem Felsen. Uh-oh. Mir schwant übles. Erst recht, als sie einen Holzlöffel requiriert und „Der Löffel ist Excalibur und ich bin der Fels“ von sich gibt. Groucho kapiert im Gegensatz zu mir recht langsam, dass seine Hilfskraft ein praktisches Experiment ihrer Schließmuskelkraft demonstrieren will. Scheinbar macht sie so was öfter, denn ein Fläschchen mit Gleitmittel (damit erstens „meine Innereien geschützt bleiben“ und zweitens die ganze Sache eine größere Herausforderung für sie darstellt) hat sie ständig parat (wo hat sie das verstaut? Ihre Shorts haben keine Taschen, in die die Pulle passen könnte). Okay, der Sinn der Übung ist relativ eindeutig – der Löffel wandert Stiel voran in des Mädels Anus, wo sie ihn durch pure Kraftanstrengung behalten will, während sie Groucho eine Minute Zeit gibt, den Artus zu spielen (und ich dachte, ich hätte eine üble Fantasie), bei einem Wochenlohn Wetteinsatz. Gesagt, getan. Groucho stellt sich alarmierend blöde an und greift zu nach Ansicht des Girls unfairen Mitteln – er stützt sich mit beiden Quanten an ihrem Hintern auf und zerrt mit beiden Armen am Löffel (irgendwie schon ein Bild für Götter). Als sie für einen kurzen Moment die Phantomgestalt des Killers halluziniert (?), gelingt es Grouch aber (nach ca. 57 Sekunden) mit einem laut-vernehmlichen PLOPP den Löffel aus ihrem Rektalbereich zu entfernen. „Mein König Artus“, haucht sie hingebungsvoll…

Äh ja. Where was I?

Der Inspektor verhört indes seinen Bruder – nicht Groucho, sondern den beurlaubten Adam. „Ich bin nicht wieder drauf“, liefert Adam weitere unspezifizierte Hinweise auf eine möglicherweise gewalttätige Vergangenheit, aber der Inspektor lässt sich nicht erweichen und stellt knallharte Fragen wie z.B. „Wo warst du am Sonntag?“ Das kann natürlich nur durch einen sofortigen Flashback geklärt erden. Wie üblich stehen Adam und Groucho dumm rum, stellen sich Frauen nackt vor und rekapitulieren wissend, dass alle Frauen Huren seien oder zumindest solche werden wollten. Ja, ein nettes Frauenbild haben die Jungs. An dieser Stelle fällt dem Inspektor im Verhör ein, dass Adam beurlaubt worden sei, weil er „durchgedreht“ habe, genau „wie damals“. Wäre schön, wenn der Film seinen einzigen (huch? Ich verrate wieder Sachen…) red herring wenigstens ein bißchen unterfüttern würde, aber nö, wir blenden zurück in den Flashback, wo Groucho und Adam gerade eine Zeitung durchblättern und auf ein Foto der Schickse, mit der sie sich zu Filmanfang gekabbelt haben, stoßen – allerdings auf eins ihrer unbekleideten und verstümmelten Leiche (erstens mal – Presse war beim Leichenfund nicht anwesend und das Girl wurde umgehend in einen Bodybag gepackt. Soviel zu interner Logik. Zweitens – in welchem Land der Welt werden solche Fotos veröffentlicht? Das traut sich ja noch nicht mal die BILD! Leichen ja, nackte Frauen ja, aber doch nicht rolled into one). Ihre philosophischen Betrachtungen zu dem Thema werden durch eine junge Frau gestört, die sich nach einem Taxi erkundigt. Ein paar zweideutige Bemerkungen seitens Grouchos später ist die Sache handgreiflich geworden, sie verärgert abgewackelt und Groucho in Mordlaune.

Das Mädel findet ein Taxi (zumindest ein Auto, sagen wir mal so. Ein Taxischild o.ä. ist nicht zu erkennen, aber vielleicht ist das in Polen auch nicht Vorschrift. War noch nie dort). Der Fahrer ist … der Fantom-Killer in voller Montur inklusive Gesichstmaskerade! Und ich sach immer: passt auf, wenn ihr in Taxis einsteigt! Let the driver show his face! Nach einiger Fahrtzeit fällt sogar der Dame auf, das mit ihrem Fahrer so rein gesichtsmäßig was nicht stimmt. Er redet sich fachkundig auf einen Unfall raus, das ganze führt zu (reichlich uninteressantem) Smalltalk über Job und Beziehungen. Mitten in der Prärie bzw. im dunklen Wald (wo zum Geier will die Tussi hin? Nach Sibirien?) stellt der Killerfahrer fest, dass „der Motor heiß gelaufen“ sei und ein kleines Päuschen brauche. Na, wenigstens mal ´ne andere Ausrede als der leere Tank. Er steigt aus und tut so, als würde er im Motor herumwühlen und einen Keilriemenschaden diagnostizieren. Tja, und leider habe er keinen Ersatz dabei. Wenn Frau Fahrgästin vielleicht zufällig eine Ersatzstrumpfhose dabei hätte? Hat sie nicht, aber sie ist großzügig genug, das getragene Paar der guten Sache zu stiften, auch wenn das bedeutet, dass sie sich hüftabwärts aus ihrem Gewand (auch dieses Frauenzimmer trägt natürlich nur ultrakurze Shorts) schälen muss. Er verspricht auch, als perfekter Gentleman nicht zu kucken. Ihr fällt beim Ausziehen auf, dass sie kein Höschen anhat (! Was man nicht alles so bemerkt…)

Während er angeblich die Nylons in den Motor fummelt, macht sie sich (nachdem sie sich selbst ein bissl befummelt hat, wenn man schon mal nackig ist untenrum, kann man´s ja auch ausnutzen) daran, sich ihre Shorts wieder anzuziehen, doch – SHOCK – die sind weg! Mysteriös! Nach einer Weile dumm rumgucken lokalisiert sie die Hosen unter dem Auto. D.h. etwas Bodenkontakt ist angesagt. „Ich will mein Top nicht auch noch versauen“, stellt sie sachlich fest und zieht´s daher lieber aus (es hat schon schlüssigere Argumente gegeben, um eine Frau im Film ganz hüllenlos zu bekommen). Nun, für dich und mich und auch die meisten Frauen die, ich kenne, wäre es jetzt eine Sache von ungefähr 10 Sekunden, mal kurz unter die Karre zu greifen (zur Not schnell einen Ast gegriffen, mit dem man die Shorts an sich ranzieht, falls die Arme zu kurz sind) und das gute Stück an sich zu bringen. Unser Weibsstück braucht dafür aber wirklich geschlagene fünf Minuten, so dass ich durchaus der Meinung bin, sie verdient, was ihr zustoßen wird. Zunächst mal nutzt der Kameramann den uns verführerisch entgegengereckten Hintern zu einem Close-up auf ihre Rosette (deutlicher wird man das diesseits eines Hardcore-Pornos im Film nicht zu sehen bekommen), dieweil der Killer sein Handwerkszeug aussucht – er entscheidet sich heute für Hammer und Meißel (uff. Es gibt praktischere Mordmethoden, schätze ich). Und den Meißel setzt er genau wo an, liebe Freunde? Na, was haben wir gerade in Großaufnahme eingeblendet bekommen? Eben (und wieder mal ein Fall von Zielwasser trinken, sonst gibt´s ne schöne Bescherung). Doch in aller-aller-allerletzter Sekunde, ehe der Killer zum Schlag ansetzt (erstaunlich gneug, dass das Opfer-in-spé von der analen Gefahr nicht wirklich was mitzubekommen scheint. Aber die Operation „Shorts unterm Auto vorkramen“ scheint ihre volle zelebrale Aufmerksamkeit zu erfordern. Ist ja auch anspruchsvoll), materialisiert sich aus dem Nichts plötzlich ein anderes blondes Mädchen und bietet seine Hilfe an. Der Killer von Welt kann ist durchaus spontan, flexibel und in der Lage, seine Pläne kurzfristig an neue Situationen anzupassen. Er reißt der Neuankommerin erst mal die Klamotten vom Leib (die trägt auch nur ein Kleid und nichts untendrunter. Ich zieh nach Polen), was sein ursprüngliches Opfer übrigens nicht im Geringsten zu stören scheint; die ist ungefähr fünf Meter entfernt und sollte zumindest die Schreie des anderen Mädchens hören. Aber wie gesagt – sie ist ja ausgelastet mit der Shorts-Wiedergewinnung). Der Meißel wandert mit Schmackes in eine eher am unteren Rumpfende angesiedelte Körperöffnung (mei, muss ich mich heute wieder gedrechselt ausdrücken. Aber wenn ich „Fotze“ schreibe, hab ich den Jugendschutz am Hals). Ob´s wirklich nötig war, die Szene mit ein paar primitiv-lächerlichen digitalen Blutspritzern zu veredeln, lasse ich dahingestellt.

Der Killer schleppt sein gemeucheltes Opfer hinfort und die andere Schnepfe hat´s TATSÄCHLICH geschafft, ihre Shorts zu bergen (Applaus! Das war ein neuer Weltrekord). Jetzt fehlt ihr der Fahrer. Vielleicht versteckt er sich im Kofferraum? Nö, dafür findet sich dort ein Ersatzkeilriemen. Nun sollten eigentlich auch langsam bei der blödesten der Blöden ein paar Denkprozesse eingeleitet werden, aber unsere Freundin macht sogar noch die ebenfalls im Kofferraum deponierte Ärztetasche auf, findet dort Seile und Messer und denkt sich IMMER noch nichts dabei, sondern legt alles wieder schön zurück und macht achselzuckend die Heckklappe zu. Bitte bitte – die gehört aus dem Verkehr gezogen. Hach, meine Gebete werden erhört, da ist er schon, der Killer, reißt ein paar blöde Sprüche darüber, dass sie sich (da immer noch nackt) nicht erkälten oder ein Opfer der Moskitos werden soll und bietet ihr einen Overall an. „Ich muss erst mal in die Büsche“, entschuldigt sie sich und setzt das Vorhaben in die Tat um. Gleich neben an befindet sich ein Friedhof (auf Gräber pinkelt man nicht! Das gehört sich nicht und die Zombies haben´s auch nicht gern), wo sie gleich über die Leiche des anderen Mädchens stolpert. IEEEEK! Tja, Mädel, jetz´ is´ zu spät, da kommt er schon, der Killer, und seine Werkzeugtasche hat er auch dabei. In einem nicht erwarteten Anfall von „Suspense“ (oder Spielverderberei) blendet der Film an dieser Stelle aus…

Weil, wichtiger ist es doch, dass wir unseren alten Freund Groucho wieder sehen. Der hat sich in seine Miss Po mittlerweile schwer verliebt und ihr sogar einen Strauß Blümchen besorgt. Es ist nämlich ihr letzter Tag (o.ä.). Miss Po findet die Geste rührend, aber bevor er ihr noch ein weiteres Geständnis machen kann, erscheint eine dunkelhaarige Frau, die ich zunächst für Miss Pos Mutter gehalten habe (ja, tschuldigung), aber in Wirklichkeit ihre lesbische Liebhaberin ist; da bricht für Groucho eine Welt zusammen – zumal diese rücksichtslose Person sich auch gleich lang und breit darüber auslässt, dass dieser schmierige Typ sie ja nur ausnützen würde usw. usf. Da verwelken Groucho glatt die Blumen in der Hand und der Zorn qualmt ihm nahezu aus den Ohren; aber weil er halt ´ne feige Socke ist, kommt kein Wort des Widerspruchs über seine Lippen (und unter seinen angeklebten Bart).

Zuhause angekommen bestätigt Miss Po die Vorurteile, die ihre leicht auf Goth-Girl getrimmte Freundin hegte: „Ich hab geschuftet und er saß nur rum!“ Tja, Mädels, das ist der Lauf der Welt, so hat der liebe Gott das eingerichtet (und dessen Stellvertreter hier ist ja derzeit noch Pole, ergo QED, hähä). Offensichtlich war der ganze Aushilfsjobschmafusi nur eine Wette und die hat Miss Po tatsächlich gewonnen. Goth Chick überredet sie zu einem Double-or-Nothing-Spielchen. Verliert Miss Po, „gehörst du mir für eine Nacht“ (was inwiefern nach bisheriger Sachlage unterschiedlich ist von anderen Nächten? Ich meine, ihr seid Liebhaberinnen, oder?). Hm, was heißt „überreden“? „Wirmacheneinen Münzwurfokaywasnimmstduzahlleiderverloren!“Äh???? Miss Po darf sich schon mal fertigmachen, d.h. strippen (wer hätt´s gedacht), während sich Goth Chick ebenfalls entkleidet, als Domina outet und ihre Peitsche ausprobiert (und unser Regisseur endgültig hohe künstlerische Meriten verdient, indem er sich als Meister der Split-Screen-Technologie vorstellt). Goth Chick hat noch mehr Bondage- und SM-Spielsachen, wie einen dieser Nagelroller (da gibt´s bestimmt einen SM-Fachausdruck dafür, aber der ist mir momentan entfallen), den sie zwecks Stimmungshebung erst mal an sich selbst ausprobiert. Blöderweise steht plötzlich und aus dem Nichts der Killer vor ihr und schneidet ihr mit seinem Messerle die Rübe ab.

Miss Po, offensichtlich auch nicht gerade die größte aller Intelligenzbestien (trotz Kenntnis der britischen Sagenwelt), hält den ins Schlafgemach (hm, das würde ich mal ein „stilisiertes“ Set nennen – es besteht aus ein paar Säulen, einem Bett und viel schwarzem Hintergrund) staksenden Killer für ihre Goth-Herrin in disguise: „Heute so mondän!“ Der Killer beschäftigt sich zunächst mit dem Streicheln diverser Körperteile, bevor er (durchaus mit seiner eigenen Stimme. Entweder hält Miss Po ihre Goth-Geliebte für eine Stimmimitatorin oder sie ist wirklich gänzlich blöde), dass er ihr „eine Lektion“ ertielen werde. „Ich mag es, wenn du auf die brutale Tour kommst“, grinst Miss Po in Erwartung einer kleinen SM-Session. Findet der Killer auch okay, packt ein paar Hand- und Fußschellen aus und lässt sie sich erst mal ihre Beine an die Bettpfosten fesseln (spreadeagled, also) und fesselt ihr die Hände hinter dem Rücken. „Du spielst heute komische Spiele“, kommentiert sie neugierig. Da aber zerrt der Killer Goth-Girls abgetrennten Kopf aus seiner Arzttasche. KREEISCH! „Du kleine Schlampe wettest doch gern – tja, dieses Mal hat Kopf verloren“, kalauert der Killer noch schlechter als ich es gewohnheitsmäßig tue und packt dann „dein Lieblingsarbeitsgerät“ aus – einen Wischmop. Während sich Teile des Publikums sicher noch fragen, was man mit einem Mop bösartiges anstellen kann, erklärt der Killer auch schon, was er vor hat: „Das wird eine größere Herausforderung als dein Löffel! Hat Miss Po ein Versprechen abgegeben, das sie halten kann?“ Der Mann sollte nach Mengenrabatt in der Wortspielkasse fragen. (Soll das ganze jetzt bedeuten, dass Groucho der Killer ist? Aber andererseits hat Miss Po ja auch des Killers Silhouette beim Löffelspiel gesehen). „Mal sehen, ob dein Hintern dein Leben retten kann“, brummt der Killer, während wir in den vermutlich einmaligen Genuss einer Rektal-POV-Kameraeinstellung kommen (hey, da kann die Pornobranche noch was lernen!). Und rein mit dem Mopstiel in den Hintern (aua).

Parallelmontagen-Time – während wir einerseits sehen, wie der Killer Miss Po brutal anal mit dem Mopstiel vergewaltigt, wird uns andererseits der zeitungslesende und wodkasaufende Groucho gezeigt, der in einer Zeitung ein Bild seines Po-Girls sieht (Nachruf? Einfach so? Who knows?) und plötzlich einen Erstickungsanfall erleidet und verröchelt. In dem Augenblick, in dem Groucho seinen Geist aufgibt, zieht sich der Killer überraschenderweise von der zwar angeschlagenen, aber noch lebenden Miss Po zurück, was nicht nur sie verwunderte Blicke um sich werfen lässt.

Und dann schwenkt die Kamera malerisch über das Büro der Polizisten, wo neben ein paar Besenstielen die Montur des Killers über einer Garderobe hängt… Ende.

Ohjemine. Wie schon gesagt, es ist völlig egal, ob dieser Film aus Polen, England oder von den Galapagos-Inseln stammt – aber Scheiße bleibt nun mal Scheiße. Fantom Killer ist ein wertloses Stück Dreck, dass sich von den einschlägigen „Erotic Horror“-Videos, die man im Internet findet und deren unique selling point ist, dass der geneigte voyeuristische Zuschauer dabei zusehen kann, wie junge Frauen abgeschlachtet werden, nur dadurch unterscheidet, sich mit einem winzigen Feigenblatt von „Handlung“ und einem gewissen ironischen Grundtun eine minimale Legitimation als „Spielfilm“zu verschaffen. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass, vorsicht, explizite Sprache voraus, ein Großteil des Konsumentenkreises dieses Machwerks selbiges maximal als Wichsvorlage gebraucht.

Ich hab mir gerade deswegen überlegt, ob ich Fantom Killer mit einem Review auch noch „würdigen“ soll, aber letztlich ist es irgendwo Chronistenpflicht. Und andererseits – wie bei fast allen Filmen, denen ein gewisser schlechter Ruf vorauseilt, ist letztlich auch Fantom Killer das Gedöns nicht wert, das um ihn gemacht wird, und das sollte man dann schon sagen. Okay, natürlich ist der Film frauenverachtend (was anderes kann ein Film schon sein, dessen einziger Punkt es ist, nackte Frauen umzubringen?) und jenseits aller Grenzen des guten Geschmacks angesiedelt, aber wer angesichts der Mundpropaganda, die den Film umgibt, auf eine selbstzweckhaft-brutale Gore-Schlachtplatte spekuliert, ist einer Fehlinformation aufgesessen. Natürlich ist Fantom Killer ein Horrorfilm, aber das Schwergewicht liegt doch eindeutig auf der Präsentation nackter Haut (und einiger Einblicke, die man im normalen Slasherfilm sicher so nicht erhalten würde, siehe Rektal-POV und Rosetten- und Vaginal-Close-ups). Zwar wird durchaus auch mit Kunstblut um sich geworfen, aber da der Produktion sichtlich kein kompetentes SFX-Team zur Verfügung stand, beschränkt sich das eben auf Kunstblutspritzereien ohne großen Splatter- und Gore-Gehalt (die einzige Szene, die man letztlich wirklich als Gore/Splatter bezeichnen kann, ist im Showdown das „Köpfen“ des Goth-Girls, und selbst das ist relativ abgedunkelt gehalten). Die restlichen Kills sind zwar teilweise blutig, zeigen aber keine echten „Penetrationen“ in Form wirklich eindringender Messer o.ä. (und dass man schlichtweg vergessen hat, beim ersten Kill das Messer „blutig“ werden zu lassen, lässt auch tief blicken, dass es mit der Intention als Horrorfilm nicht wirklich weit her ist). In Punkto Sex ist der Film wesentlich deutlicher – gut, es gibt keinen wirklichen Sex im Hinsicht von Geschlechtsverkehr, aber zumindest bei der Löffelszene wird da wohl wirklich anal penetriert (nicht, dass das im Endeffekt irgendjemanden stimulieren könnte, zumal diese Szene nun eben doch auf den Lacher hin konzipiert ist).

Bezüglich Story verbietet sich eigentlich jede Analyse – genauso gut könnte ich einen x-beliebigen neumodischen Hardcore-Porno auf seinen Storygehalt abklopfen (das konnte man vielleicht noch in den 70ern bei Sachen wie Taboo oder The Devil in Miss Jones). Ersetze bei Fantom Killer Killszene durch Fickszene und du bist im Bilde. Der Versuch, eine Handlung in das Treiben zu integrieren, durch den Subplot um die ermittelnden Polizisten, ist nicht nur völlig misslungen, wiel völlig unausgegoren, und wird nach dem Verhör von Adam auch komplett über Bord geworfen. Insofern bietet der Streifen auch keine echte Auflösung an. Dramaturgisch also ein echtes Muster ohne Wert.

Es ist insofern ein bisschen schade drum, denn ich möchte den Machern gewisses Talent nicht absprechen. Für das anzunehmende Mikrobenbudget des auf Video gedrehten Streifens sieht er teilweise richtig gut aus. Die Kameraführung ist ein um´s andere Mal verblüffend gut und könnte, wenn der Film konsequenter auf Horror getrimmt worden wäre, durchaus Momente der Atmosphäre erzeugen; besonders im Zusammenspiel mit einem gelegentlich rasanten, videoclipartigen Schnitt und, das muss man bei einem Film aus dem (Semi?)Amateurbereich mal gesondert erwähnen, der hervorragenden Soundeffekt-Arbeit, die das Fehlen tatsächlicher blutiger Special-FX einige Male gekonnt kompensieren und an anderen Stellen für ein wenig humoristische Auflockerung suchen (es gibt ein paar ersichtlich als Gag eingesetzte Soundeffekte, die erheblich witziger sind als alles, was der Film an „gespieltem“ Witz einzubauen versucht). Wenn die beteiligten Herrschaften nicht auf Teufel komm raus die Taschentuch-Fraktion hätten bedienen wollen (also, die Leute, die sich auf alles einen abkurbeln, in dem Frauen nackt sind, gefoltert werden und/oder umgebracht werden), wäre da durchaus ein audiovisuell interessanter kleiner Horrorreißer drin gewesen.

Der professionelle Eindruck der Produktion wird leider durch die Präsentation auf DVD untergraben – die Montage des Films an sich ist primitiv – da geht zwischen den Szenen schon mal dreißig Sekunden nichts außer einem schwarzen Bildschirm, manchmal wird sogar eine laufende Szene durch eine Kunstpause unterbrochen. Vielleicht ist das angesichts der oben geschilderten „Vorgeschichte“ sogar beabsichtigt, um die „Authenzität“ als „polnischer Amateurfilm“ zu unterstreichen, aber es nervt beim Ansehen ein wenig, ebenso wie der ständige Wechsel des Bildformats von verschiedenen Widescreen- und Vollbildaspekten (das ist kein Problem einer speziellen DVD, sondern ist sowohl bei der deutschen Dragon- als auch der englischen Teraz-Scheibe so); womöglich gilt auch hier, dass dies beabsichtigt ist, um die Legende von der Underground-Produktion aus Polen aufrecht zu erhalten.

Schauspielerisch liegt alles durchaus auf Amateurniveau. Die Frauen müssen nicht mehr tun, als aus ihren Kleidern zu fahren und sich killen zu lassen (und schaffen es dabei trotzdem manchmal, sich ziemlich zu blamieren), die Kerle sind talentfreie Nasenbären (besonders die Polizisten), wobei auch das durchaus Absicht sein kann, will ich nicht ausschließen.

Die Ausstattung des Streifens ist durch die Bank billig (besonders der eher symbolische Set der Schlussszene hat´s mir angetan) und, wie auch andere Reviewer anmerkten, es ist schon recht lustig, dass der Vorspann DREI „costume designer“ kreditiert, und das in einem Film, in dem zumindest die weiblichen Ensemblemitglieder, und die machen ca. 70 % des Casts aus, beinahe ausnahmslos nackt rumlaufen.

Fazit: Fantom Killer ist ein Film für eine Zielgruppe, die ich eigentlich nicht erkenne (und auch nicht kennen will). Wer Sexfilme haben will, kann sich heutzutage problemlos mit Hardcore-Pornos eindecken, ohne dass man dabei gesehen wird (falls das tatsächlich noch ein „issue“ ist, in vermeintlich aufgeklärten Zeiten wie diesen), wer Horrorfilme haben will, wird an diesem keine Freude haben, weil´s kein Horrorfilm ist, zumindest keiner, der auch nur so tut, als würde er Spannung und Nervenkitzel erzeugen wollen, und auch für Bondage- und SM-Freunde ist der Streifen zu mau (auch da bietet sich das Internet an). Ich werde zwar sicher niemals in den Verdacht kommen, von der EMMA für einen Frauenrechtspreis nominiert zu werden, aber selbst mir, dem Liebhaber von Frauenknastfilmen u.ä. schurkisch-chauvinistischen Machwerken ist Fantom Killer zu hohl – ein bisschen Handlung hätte ich schon gern zu meiner geschmacklosen Frauenfolter, das schafft Jess Franco im Zweifelsfall doch auch (und manchmal sogar D´Amato). Eine selbstzweckhafte Fleischbeschau mit nicht nur frauenfeindlichen, sondern sogar frauenverachtendem (und sollte man an dieser Stelle sogar mal berechtigterweise das Unwort „menschenverachtend“ in den Raum stellen können?) Ton, der auch durch ein bisschen Primitivhumor nicht übertüncht werden kann, ist nun wirklich nicht das, womit ich mir gern meine Zeit vertreibe. In diesem Sinne – Fantom Killer ist reine Zeitverschwendung ohne Existenzberechtigung. Ich mag´s nicht mal als Trashfilm für ´ne Männerrunde empfehlen – ab in die Mülltonne!

(c) 2003 Dr. Acula


BOMBEN-Skala: 9

BIER-Skala: 1


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