Cop Car


  • Deutscher Titel: Cop Car
  • Original-Titel: Cop Car
  •  
  • Regie: Jon Watts
  • Land: USA
  • Jahr: 2015
  • Darsteller:

    Kevin Bacon, Shea Whigham


Vorwort:

Die zehnjährigen Burschen Travis und Harrison entdecken beim Spielen auf der Weide einen augenscheinlich verlassenen Streifenwagen. Nach den anfänglichen Mutproben und der schließlich getroffenen Feststellung, dass der zur Bullenschleuder gehörige Bulle offenbar nicht wiederkommt, beschließen die beiden Jungs, sich den Wagen mal für eine kleine Spritztour auszuleihen. Nach Brettern über Felder, Gräser und Steine führt der Weg die Knirpse tatsächlich auf den Highway…

…indes der rechtmäßige Fahrer der Kalesche, der korrupte Dorfsheriff Kretzer, nach der Entsorgung einer eher weniger dienstlich angefallenen Leiche zurück zu seinem Parkplatz dackelt und dort ein streifenwagenförmiges Luftloch vorfindet. Was insofern peinlich ist, als sich im Kofferraum der Mühle noch ein zweiter Begräbniskandidat befindet. Nachdem sich Kretzer – nach längerem Fußmarsch – wieder erfolgreich motorisiert hat, beginnt er die Fahndung. Und unsere beiden Autodiebe haben inzwischen festgestellt, dass sie einen Passagier im Kofferraum haben und der ist zwar reichlich angeschlagen, aber noch recht lebendig und verständlicherweise nicht sonderlich gut auf den Sheriff zu sprechen…

Inhalt:

Das Problem an Ideen ist, dass nicht jede automatisch gut ist und noch nicht mal jede *gute* Idee automatisch auch praktikabel für einen Film ist. „Cop Car“, der diesjährige FFF-Abschlussfilm, sieht auf dem Papier (und auch nach dem Trailer) nach einer wirklich putzigen Idee für einen launigen Action-Abenteuer-Streifen aus, doch sitzt man dann erst mal im Kino, stellt man rasch fest, dass der Einfall nicht für 90 Minuten trägt. Und wenn man drüber nachdenkt, wie’s der Wortvogel gemacht hat, ist einem auch schnell klar, warum das so ist. Zu ungleich sind Protagonisten und Antagonist, zu lange muss die Konfrontation zwischen den Parteien hinausgezögert werden, zwangsweise müssen mehr Figuren eingeführt werden, damit dem „Cop Car“ nicht schon zur Halbzeitmarke der dramaturgische Motor verreckt.

Zwar ist das alles von Jon Watts, den Sony offenbar gerne als Regisseur für den nächsten Stand-alone-„Spider Man“ haben möchte, und der wohl aus dem Umfeld der Satireseite „The Onion“ kommt, sehr sauber, glatt und gefällig inszeniert, doch fehlt ihm halt der rechte Zug, der rechte Hook für die Story, die über ihr grundsätzliches Gimmick hinaus nicht viel zu bieten hat und deswegen auch im Schlussakt zu einer eher gewöhnlichen Rachegeschichte verkommt, in der die eigentlichen „Helden“ zu Statisten werden.

Keine Frage, Kevin Bacon ist als Arschloch-Sheriff eine Schau, die Kinderdarsteller sind erfreulich unnervig, und Shea Whigham („Boardwalk Empire“, „The Wolf of Wall Street“, auch kein heuriger Hase also) macht einen guten Job, daran liegt’s nicht.

Vielmehr daran, dass „Cop Car“, pardon the pun, nie wirklich den Drive entwickelt, den sein Trailer verspricht. Der Streifen ist nicht wirklich schlecht, aber man wird das Gefühl nicht los, dass das ganze Konzept maximal 45 Minuten her gibt und krampfhaft auf abendfüllendes Format aufgeblasen wurde, zu Lasten von Dramaturgie und Spannung. Kein offensiver Blindgänger, da hatten wir im diesjährigen Jahrgang ganz andere Knallkörper, aber dann doch eine milde Enttäuschung.

2/5
(c) 2015 Dr. Acula


mm
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