Bruce Lee – A Warrior’s Journey


  • Deutscher Titel: Bruce Lee - Der Weg eines Kämpfers
  • Original-Titel: Bruce Lee - A Warrior's Journey
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  • Regie: John Little, Bruce Lee
  • Land: USA, Großbritannien, Hong Kong
  • Jahr: 1972/2000
  • Darsteller:

    Bruce Lee (Hai Tien), James Tien (Mr. Tien), Chieh Yuan (Yuan), Dan Inosanto (Dan), Ji Han Jae (4th Floor Guardian), Kareem Abdul-Jabbar (Mantis), Linda Lee Cadwell, Taky Kimura, Angela Mao, Taky Kimura, Mike Stone, Chuck Norris, Jiddu Krishnamurti, James Coburn, James Garner (alle sie selbst, überwiegend Archivmaterial)


Vorwort:

Eins vorweg, zuerst wollte ich den kompletten Gegenstand – Bruce Lees unvollendeten Film GAME OF DEATH – in einem Review abhandeln, nach reiflicher Überlegung erscheint mir der einzige gangbare Weg, um Dopplungen, ausschweifende Exkurse und übermäßige Selbstbeweihräucherungen (außer den NOTWENDIGEN Selbstbeweihräucherungen) zu vermeiden, die Sache in zwei Reviews aufzuspalten. In den nächsten Tage dürft ihr euch also auf ein weiteres Review aus meiner Feder freuen. Innerhalb dieses Reviews werde ich ebenfalls unterteilen – das originale Filmmaterial und die Dokumentation als solche werden jeweils ihr eigenes Treatment bekommen.

Inhalt: 1972 hatte Bruce Lee mit WAY OF THE DRAGON sämtliche (durch THE BIG BOSS und FIST OF FURY aufgestellten) Kassenrekorde gebrochen und drehte im Spätjahr 1972 ca. 40 Minuten seines neuen Werkes „Game of Death“ (die Imdb spricht von aktuell 54 existierenden Minuten, aber ich glaube da geht’s nur um alternative Takes). Die Dreharbeiten beendete er dann um stattdessen seinen größten Film, ENTER THE DRAGON – die erste asiatisch-amerikanische Ko-Produktion der Filmgeschichte – zu drehen, den er kurz vor seinem Tod noch fertigstellen konnte (und dessen Premiere er nicht mehr erleben durfte, als er im Juli '73 von uns ging). Sein letzter Tagebucheintrag lautete, GAME OF DEATH weiterzudrehen (was einige Wirrköpfe einen Zusammenhang mit seinem unzeitigen Ableben erblicken ließ). Manchmal wird behauptet, Bruce Lee hatte nie vor, GoD fertigzustellen, doch die Quellen sprechen eine andere Sprache (tatsächlich hätte er September 1973 erscheinen sollen).

Die gedrehten Szenen verstaubten so ihm Archiv von Golden Harvest, bis 1978 bekannt wurde, dass noch unveröffentlichtes Material von Bruce Lee existiert. Robert Clouse (bereits Regisseur von ENTER THE DRAGON) und Raymond Chow (der größte Produzent im HK-Cinema, aktiv bis 2001) witterten bei der immensen Nachfrage die große Kohle und kamen auf die glorreiche Idee, aus dem vorgefundenen Material von ca. 100 Stunden Rohmaterial nicht mehr als 11 Minuten und 7 Sekunden zu extrahieren und einen völlig neuen Streifen zu drehen, komplett mit neuer Handlung. Man hatte nur belichtetes Filmmaterial vor sich, aber kein originales Drehbuch bzw. Choreographieanweisungen (eine Sache, die mich nach wie vor Bauklötze staunen lässt – rauszufinden, dass Bruce Lee sich eine Pagode hochkloppt und einen Schatz finden muss ist nun wahrlich nichts, wofür man große Regie-Outlines des Meisters zu wälzen braucht, sogar GOODBYE BRUCE LEE, wohlgemerkt schon 1975 gedreht, ging im Prinzip von der richtigen Prämisse aus und die haben nicht persönlich mit Bruce Lee zusammengearbeitet).

Danach wurden die 35mm-Rollen im Archiv von Golden Harvest fehlplatziert und jeder meinte, dass damit alle jemals gedrehten Kämpfe von Bruce Lee gezeigt waren (u.a. auch Brandon Lee, der das komplette Material nie gesehen hat). 1994 wurden das originale Drehbuch und die Choreographie-Anweisungen wiedergefunden, erst 1999 dann die originalen 35mm-Aufnahmen. Erst in der hier vorliegenden Dokumentation A WARRIOR'S JOURNEY wurde das komplette Material zusammen mit der ursprünglichen Handlung der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Idee selbst ist nicht neu. Chang Chehs Schwertfilmepos BAO BIAO (1969) aka HAVE SWORD WILL TRAVEL (Drehbuch von Shaw Brother Kuang Ni) geht von einer vergleichbaren Prämisse aus.

Inhalt:

Die Dokumentation: Die Doku beginnt damit, wie die Hongkonger Filmszene Anfang der 70er ausgesehen hat und welchen Impact Bruce Lee hatte. Doch Bruce Lee wollte nicht die Dutzendware drehen, die ihm ab 1972 täglich angeboten wurde, sondern machte weiterhin sein eigenes Ding. GAME OF DEATH sollte sein Statement werden. Seine Idee war immer, seine Kampfsportphilosophie auf die Leinwand zu bringen, aber keiner seiner Filme bringt diese Message so sehr auf den Punkt wie GoD. Auch wenn seine anderen Filme philosophische Ideen transportierten, so glaube ich zumindest, dass Bruce Lee erst mal groß rauskommen wollte und jetzt erst den richtigen Zeitpunkt gekommen sah, dem Publikum seine Philosophie so deutlich zu zeigen. Bruce überließ dafür nichts dem Zufall, er übernahm die Aufgaben von acht Personen – Regisseur, Choreograph, Produzent, Drehbuchautor, zusätzlich Bühnenbild, Kamera und Lichttechnik und natürlich Hauptdarsteller. Mehr Bruce Lee geht also nicht (Neil Breen machte es später genauso, allerdings mit anderem Ergebnis). Man bemerkt ganz genau seine Akribie und seinen Perfektionismus in allem, was er tat.

Weiter geht es mit seiner Vision, keine mythischen Figuren kämpfen zu lassen (wie man es vorher nur allzu häufig gesehen hat, Kareem Abdul-Jabbars Auftritt mag man als eine Ausnahme werten), sondern richtige Menschen die Taten vollbringen zu lassen, um dem Publikum die Chance zu geben, sich mehr damit zu identifizieren. Bruce Lees Philosophie lässt keine festen Systeme zu sondern stellt sich vor die Aufgabe, sich immer flexibel seiner Umgebung anzupassen. Die Doku zeichnet sorgfältig seine Philosophie nach und der Audiokommentar von John Little gibt noch mehr Erklärungen dazu. Man sieht, dass die Macher eben nicht nur den Schauspieler Lee zeigen wollten, sondern seine rebellische Sprengkraft, seine unglaubliche Besessenheit und seinen ständig fragenden Geist, ohne die oft genannten Daten und Fakten mehr wiederholen zu müssen, als unbedingt notwendig.

Auch diejenige Kampfkunst, die er von seinem Lehrer Yip Man gelernt hat, Kung Fu (oder genauer Wing Chun) stellte er immer kritischer auf den Prüfstand. Anstatt einfach nur die Tradition zu wahren stellte er kritische Fragen, behielt nur die aus seiner Sicht realistischen Techniken, trainierte Vollkontakt und wählte einen wissenschaftlichen Ansatz (genauer nachzublättern in der essentiellen Doku WIE BRUCE LEE DIE WELT VERÄNDERTE), womit er seiner Zeit so weit voraus war, dass man sich auch heute noch ein paar Scheiben davon abschneiden darf (und zwar gerade heute, seufz). In seiner Zeit sah er in den Kampfkünsten viel überflüssigen Ballast und überkomplizierte, gekünstelte Techniken und Doktrinen, die die Leute auseinanderdividieren. Zunächst entwickelt er seine eigene Version des Wing Chun, doch auch die ist ihm bald zu restriktiv und er muss erkennen, dass die Schaffung eines ultimativen Stils zum Scheitern verurteilt ist – hierbei holte er sich Schützenhilfe beim indischen Denker Jiddu Krishnamurti (paraphrasiert: „sobald man die Wahrheit systematisiert hört sie auf, Wahrheit zu sein“) und er erschafft – nein, Stil darf man es nicht nennen – ein offenes System namens Jeet Kune Do (Weg der abfangenden Faust), die sich der Idee nach durch keine Schranken begrenzen lässt, auch wenn er die Namensgebung später bereut. Seine Schüler (ab 1967 nur noch Privatschüler da er seine Schulen schließt) sollen nicht einfach seinen Inhalte weitergeben sondern selbst suchen, was er gesucht hat. Sein Ansatz stößt bei den etablierten Martial Artists sauer auf, ebenso dass er auch Nicht-Chinesen unterrichtet (so weit überleifert wurde 1958 das allererste Mal in der Geschichte eine chinesische Kampfkunst an einen Nicht-Chinesen weitergegeben, jetzt ratet mal von wem?)

Schließlich kam er immer mehr zu dem Entschluss, dass er seine Erkenntnisse auf die Leinwand bringen muss. Schon in LONGSTREET hatte er viel von seinem Konzept veräußert (ich würde sogar so weit gehen, neben GoD ist das die stärkste Repräsentation seiner Ideen auf Zelluloid und wird sogar von Lee-Enthusiasten sträflich unterbewertet). Die Vorurteile Hollywoods ließen es aber nicht zu, dass ein Asiate eine Hauptrolle spielt, also startete er seine Filmkarriere in Hong Kong, um dann so berühmt zu werden, dass ihn auch Hollywood nicht mehr ignorieren konnte. Ein ambitioniertes Vorhaben, aber es hat funktioniert. Er flehte nicht um Verständnis und Mitleid für sein Volk, sondern zeigte, dass Chinesen auch Eier in der Hose haben, um damit gleichzeitig das Bild des Asiaten grundlegend und für immer zu verändern.

Game of Death: Wir erfahren genau, was das ursprüngliche Konzept war und was Bruce Lee und mitteilen wollte. Ich arbeite das der Reihe nach ab. Im ursprünglichen Film sollte Vollkontakt-Champion Hai Tien (gemimt von, wem auch sonst, Bruce Lee) unter Zwang eine Pagode betreten, um dort zusammen mit ein paar Komparsen der koreanischen Mafia in jedem Stockwerk einen Kämpfer einer anderen Kampfkunstdisziplin zu treffen und schließlich im obersten Stockwerk einen wertvollen Schatz zu bergen. Da die Kämpfer alle in ihrem festgezurrten System verhaftet sind (jeder repräsentiert einen anderen Stil) und Bruce Lee fähig ist, außerhalb der Box zu operieren, besiegt er sie mit der freien Form ohne Stil (ergo Jeet Kune Do) und die als unbezwingbar gegoltene Pagode findet ihren Meister.

Vorgeschichte (nicht gefilmt): Die erste Mission der Mafia, mit einem Team um einen Schüler von Hai Tien (Bruce Lee) scheiterte. Nun wird Hai Tien (im Folgenden als Bruce bezeichnet, schreibt sich irgendwie leichter) selbst dazu motiviert, an dem tödlichen Spiel teilzunehmen, indem seine Familie entführt wird. Mangels Alternativen willigt er ein und er begibt sich auf die Insel, mit ihm zusammen Stuntman Chieh Yuan, der den etwas geistig minderbemittelten Yuan spielt und Mr. Tien, gemimt von James Tien, der bereits hinlänglich bekannt ist aus THE BIG BOSS und FIST OF FURY, der eine eher zwielichtige Rolle einnehmen soll.
Außerhalb der Pagode (nicht gefilmt): das Team kämpft gegen eine Gruppe von 10 Karateleuten, alle Träger des schwarzen Gürtels (was heutzutage auch nicht mehr unbedingt zu den absolut höchsten Weihen qualifizieren muss... habe ich gehört). Gerüchten zufolge hätte kein geringerer als unser allseits geliebter Bolo Yeung (eigentlich kein Karate-Mann) die Gruppe anführen sollen – und wird prompt gekillt, Sauerei. Wie wir wissen, hat es nie einen Fight Lee gg. Bolo gegeben, man darf vermuten, dass Bolo vielleicht die Show gestohlen hätte.
1. Etage (Gate to Enlightenment, nicht gefilmt): Hwang In-shik ist Kick-Experte und repräsentiert das koreanische Tae Kwon Do. Er war bereits in WAY OF THE DRAGON dabei, als derjenige der zusammen mit Bob Wall Bruce Lee verkloppen will, dort allerdings als Japaner.
2. Etage (Temple of the Praying Mantis, nicht gefilmt): Taky Kimura, selbst Meisterschüler von Bruce Lee sollte Elemente des Wing Chun und des Gottesanbeterinnen-Stils zeigen (hauptsächlich Handtechniken). Bereits auf diesen Ebenen sterben einige aus dem Team und nur noch unsere drei Helden (Bruce Lee, Tien und Yuan) bleiben übrig.

3. Etage (Temple of the Tiger, gefilmt): Dan Inosanto, Meister für Escrima und Kali und tatsächlich Nachfolger von Bruce Lee, der das JKD bis heute unterrichtet (hier „Dan“ genannt), knockt Yuan mit dem „Todestanz“ aus und hält Tien auf Schlagdistanz. Enter Bruce Lee, der unten wohl noch was zu erledigen hatte. Dan klopft auf seinen Sticks einen aufreizenden Marsch, Bruce zeigt, dass er den Trick mit seinem Bambusstab auch kann (der Witz dabei ist, der Stab soll die Flexibilität verdeutlichen, die einstudierten Formen zuwiderläuft). Bruce liefert sich mit Dan ein Psychospielchen, mit dem er ihn letztendlich zermürbt. Bruce kann ihn mit seinem Bambus schnell entwaffnen und Dan muss zu härteren Geschützen greifen. Er nimmt ein Nunchaku zur Hand und Bruce tut es ihm gleich, indem er es aus dem Beutel rausholt. Dies ist übrigens der erste „Nunchaku vs. Nunchaku“-Kampf der Filmgeschichte, also genießt ihn. Wieder versucht sich Bruce Lee an psychologischer Kriegsführung, muss aber einen schweren Treffer mit der Chuck einstecken und beide führen einsilbige Gespräche. Dann folgt weiteres Nunchaku-Gewirbel und Bruce kann Dan mit einer Vier-Kick-Kombo, mit der Dan, da ja immer noch im Rhythmus seines Stils festgefahren, nie und nimmer rechnen konnte, auf die Bretter schicken. Er steht noch mal auf, sein Schicksal ist aber besiegelt. Bruce tötet ihn, indem er ihn in einer der gemeinsten Szenen, die er jemals gedreht hat, dem inzwischen wehrlosen Dan die Schnur seines Nunchakus um den Hals legt und ihn damit erdrosselt. Die (hervorragend eingesetzte) Wackelkamera macht die Szene noch um einiges intensiver.

4. Etage (Temple of the Dragon – manchmal als Temple of the Gold bezeichnet –, gefilmt): Bruce geht nun ein Stockwerk höher um sich mit dem nächsten Meister zu messen. Es handelt sich dabei um den koreanischen Hapkido-Meister Ji Han Jae (manchmal als Chi Hon Tsoi bezeichnet), der vor allem Würfe spezialisiert ist. Dieser Kampf war kontrovers, der er sehr viel Bodenkampf zeigt, was bis dato noch nicht zu sehen gewesen ist. Außerdem war Ji Han Jae so unerfreut über Bruce Lees Arbeitsweise, dass er nie wieder mit ihm zusammenarbeiten wollte. Am Anfang schaltet Ji Han Jae die rote Warnleuchte ein („as you gentlemen know red means danger“) und rät Bruce und seinen beiden Freunden mit den Worten „life is precious“ vom Betreten der Kampfmatte ab, weil er sie sonst killt. Zunächst wirft er Yang und Tien nach Belieben durch den Ring und Bruce sieht sich das aus sicherer Entfernung an. Als Bruce nun selbst in den Ring steigt, ballt sein Gegner die Faust und liefert sich einen offenen Schlagabtausch mit Bruce, der ihn versucht mit seiner Schnelligkeit zu überlisten. Dabei gelingt es JHJ sogar, seine Lieblingstechnik anzuwenden, d.h. Bruce immer wieder zu werfen, doch der kann ihm beim erneuten Versuch einen Handkantenschlag in die Magengrube versetzen und ihm im Bodenkampf die Eier weichklopfen. Das schmeckt ihm nicht und er wird sichtlich immer schwächer. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits im Stockwerk darüber Action, denn Bruces Freunde haben sich verbotenerweise nach oben geschlichen (das aber nicht überlebt, meinten sie, dass der nächste Kampf einfacher wird oder dass dort schon der Schatz wartet?) Schließlich dreht Bruce den Spieß um, indem er JHJ immer wieder wirft und zu verzweifelten Attacken (wie mit den gefalteten Händen, die nicht ganz der Leeschen Schule vom „non-telegraphic punch“ entsprechen) bringt, die aber ins Nichts führen. JHJ kann wieder etwas Oberwasser gewinnen und es kommt zu einer kurzen Patt-Situation, wo beide auf dem Boden liegen und sich gegenseitig anstarren. Bruce hat einen Geschwindigkeitsvorteil und nutzt einen zu langsamen Angriff JHJs aus, um ihm in extrem fieser Weise das Kreuz zu brechen, der daraufhin noch zappelt und vor sich hinzuckt. Wir sehen nicht wie er stirbt, wir können aber davon ausgehen.

5. Etage (Temple of the Unknown, gefilmt): Nun die oberste Etage. Bruce Lee – inzwischen mit den Kräften fast schon am Ende – muss es nun mit seinem letzten Gegner aufnehmen. Es ist niemand anderes als der berühmte Basketballer Kareem Abdul-Jabbar, der jahrelang Superstar in der NBA war und Schüler Lees wurde. Dieser Kampf soll die höchste Stufe der Martial Arts repräsentieren, denn er hat einen unbekannten Kampfstil, den noch nie jemand gesehen hat (er hat vage Ähnlichkeit mit Lees JKD). Außerdem hilft ihm seine enorme Größe (2,18 Meter, also ca. einen halben Meter größer als Bruce Lee, trotzdem konnte der ihm einen Kick am Kopf anbringen!) Dieser Kampf ist einer der bizarrsten Dinge, die Bruce Lee je gedreht hat. Jabbar („Mantis“, aber nicht Psycho Mantis) hat übermenschliche Stärke (er kann ausgewachsene Männer mit bloßen Händen hochheben), hat aber als fatale Schwäche eine enorme Lichtempfindlichkeit. Es ist bis heute unklar, was es damit auf sich haben sollte. Es gibt die verschiedensten Theorien (z.B. Vampir oder Genexperiment), aber nichts davon ist offizieller Kanon. Interessant ist in jedem Fall noch, dass Bruce Lee den Kampf zuerst gefilmt hat und festgestellt hat, dass er viel zu schnell ist. Sie mussten es also noch mal filmen und langsamer machen. Dem Publikum wären sonst alle Feinheiten und Techniken entgangen. Zum Fight: Bruce staunt selbst nicht schlecht, als er den Riesen vor sich sieht, der setzt sich völlig unbeeindruckt wieder in seinen Sessel. Bruce nähert sich ihm, doch er kommt nicht weit, denn er hat sofort eine riesige Fußspur auf dem gelben Anzug (Sakrileg!) Mantis' Schläge sind so hart, dass sie selbst einen Bruce Lee umhauen, mit einer Beinschere kann er ihn zumindest auf den Boden zwingen, doch den beeindruckt das nicht besonderes und Bruce muss sich was neues überlegen. Immer mehr zeigt sich Bruces technische Überlegenheit und er zwingt ihn immer wieder auf den Boden. Bruce sinniert darüber, dass es Mantis schwer fallen wird, immer wieder aufzustehen. Doch dann wendet sich plötzlich die Schlacht zu Bruces Gunsten. Mantis verpasst einen solchen Hieb, dass er gegen die Fenster kracht und das Papier rausreißt, wodurch grelles Sonnenlicht hereinfällt und Mantis ist geblendet und hilflos den Schlägen ausgeliefert. Er verpasst ihm jede Menge brutale Schläge. Mantis kann weiterkämpfen, ist aber durch das einfallende Licht deutlich geschwächt. Er scheint jetzt keine übermenschliche Kraft mehr zu besitzen. Spötter mögen behaupten, dass Kareem Abdul-Jabbar ohnehin keine besonders wirkungsvollen Techniken drauf hatte, aber Fridge Brilliance gebietet, dass jeder, der es bis auf die oberste Etage schafft, sowieso so ausgepowert sein muss, dass er locker in der ersten Runde k.o. geht. Bruce verpasst ihm einen Sprungtritt zum Kopf (wir erinnern uns an den Größenunterschied und bedenken, das funktionierte wirklich!), sodass Mantis tatsächlich seine Sonnenbrille verliert. Bruce greift zu einem ungewöhnlichen Mittel, er fragt ihn, warum er ihn nicht einfach vorbeilässt (kann man ja mal probieren), aber Mantis weigert sich mit den Worten: „you have forgotten, that I too am not afraid of death“. Bruce muss erkennen, dass es Mantis tatsächlich genuin egal ist, ob er lebt oder stirbt, sodass Bruce nun zum finalen Kill schreiten kann, das heißt er schleift ihn im Würgegriff aufs Bett, wo er ihm mit letzter Kraftanstrengung unter einem lauten Knacken das Genick bricht.
Epilog (teilweise gefilmt): Damit hat Bruce im Original die Pagode besiegt und sollte den Schatz bergen – tut dies aber nicht. Er lässt den (nur völlig unbewachten) Schatz links liegen und läuft einfach wieder nach unten und lässt die Gangster wohl den Rest machen, die meinen, es gäbe unten noch mehr zu kämpfen (das halte ich aber für eine unverschämte Übertreibung).

Fakten und Legenden: Das Material ist natürlich unvollständig und genauso gibt es tausende von Legenden. Einige davon sind leicht zu widerlegen (z.B. dass die Pagode mehr als 5 Stockwerke hat oder dass Bruce Lee Zombies, Mutanten, Samurais, Ninjas, Aliens usw. bekämpfen soll). Auch hält sich bis heute das Gerücht, der Film hätte ein Sequel von WAY OF THE DRAGON sein sollen (falsch, denn dort heißt Bruce Lee Tang Long). Auch die Behauptung von George Lazenby (ja, genau der), er hätte auftreten sollen als Mentor von Bruce Lee (!!!) muss man zumindest kritisch beäugen (Tatsache ist aber, dass Bruce Lee mit Lazenby kurz vor seinem Tod redete und höchstwahrscheinlich ging es um diesen Film).
Vieles bleibt aber im Dunkeln. Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass noch weiteres Material existiert, angeblich in den Händen von privaten Investoren (warum die das für sich behalten sollen erschließt sich mir nicht), aber es ist auch nicht unmöglich, dass noch mehr gefilmt wurde (so habe ich z.B. mal was von einem Parkplatzfight gehört). Von vielen Szenen existieren noch Standbilder, Setfotos und Alternativaufnahmen, aber es ist unklar, ob Bruce Lee diese Sachen wirklich in den Film einbauen wollte. Nach allem was wir wissen, wusste Bruce Lee bis zu seinem Tod einfach selbst noch nicht, was er mit vielen Dingen tun sollte.
Beispielsweise für Jabbars Charakter existieren zwei Aufnahmen, einmal mit Echsen-, einmal mit Albinoaugen. Was sollte das darstellen? Wir wissen es nicht. Ebenso das große Rätsel um den sogenannten Schatz, der niemals geborgen wird. Möglicherweise hätte Bruce Lee die letzte Einstellung (wo er einfach runterlatscht) noch abgeändert, um das zu zeigen, aber keine solche Szene wurde jemals gefilmt. Somit wurde ein Mysterium geschaffen: was ist im obersten Stockwerk der Pagode? Auch die Aufzeichnungen von Bruce Lee geben keine Antwort auf diese Frage. Fakt ist aber auch, dass Bruce ganz am Ende einfach fragt, warum ihn sein Gegner nicht vorbeilässt, d.h. er hatte definitiv im Sinn, nach oben zu gehen.

Der Film: Zum Material muss man wohl nicht mehr viel sagen. Bruce Lee ist und bleibt der Meister seines Fachs und das Ergebnis wäre ohne Zweifel einer der größten Filme des Genres geworden. Klar ist das Filmmaterial teilweise beschädigt, verschmutzt und unscharf, auch fehlt z.B. ein Dialog komplett (es gibt auch mindestens eine komplette Neusynchronisation des Films, die ich aber schwächer finde). Ob Bruce das so veröffentlichen wollte, wissen wir nicht, ich nehme aber an, dass es so (mit gewissen Glättungen in der Post Production) im Kino gelaufen wäre. Die Frage die oft genug gestellt wird: Wäre das sein bester Film geworden? Das ist ganz schwer. Ich würde ja gerne sofort zustimmen, aber es gibt möglicherweise ein Problem. Das Konzept ist zwar einerseits absolut genial und macht es möglich einen ganzen Haufen Kampfszenen zu zeigen und trotzdem philosophische Erwägungen zu bringen. Trotzdem besteht natürlich da die Gefahr, dass am Ende das Verhältnis Story/Action nicht mehr stimmt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Bruce Lee, der genau wusste, was im Film funktionierte und was nicht, das in den Griff gekriegt hätte (z.B. nach nem kurzen Intro mit dem Boden der Pagode starten und irgendwann mal 'ne Auszeit für die Story zu nehmen), aber wie gesagt, das ist alles rein hypothetisch. Bruce Lee wusste, wie unfassbar viel Potenzial in dieser Prämisse steckte und wie alle Beteiligten die Möglichkeit haben, alles frei rauszulassen. Leider bleibt's unkomplett, daher würde ich sagen, ich halte ENTER THE DRAGON für seinen besten Film, wenn auch seine beste Kampfszene (gegen Chuck fucking Norris) in WAY OF THE DRAGON vorkommt. Die Kampfszenen in GAME OF DEATH sind natürlich brillant. Die Szene mit Dan Inosanto gilt zurecht als eine der ewigen Fan-Favoriten und auch die Szene mit Ji Han Jae finde ich genial, gerade weil es Würfe und Bodenkampf zu sehen gibt. Der Schlusskampf rockt ebenfalls und das obwohl Jabbar bei weitem nicht so viel Kampfsporterfahrung hat wie die anderen beiden, aber da sieht man wie Bruce Lee es geschafft hat, auch ihn gut aussehen zu lassen und der Kampf lebt natürlich von seiner Dynamik David gegen Goliath und dem düsteren Szenario (und sogar 'ne Prise Blacksploitation gibt es – das sollte in ENTER THE DRAGON noch ausgebaut werden).

Interpretation: Was Bruce Lee wollte, mag im Detail unklar sein, aber die grobe Richtung steht außer Zweifel, und da will auch mal nicht so sein. Es gibt verschiedene Theorien was das McGuffin im obersten Stockwerk ist (teilweise von Bruce Lees Schülern selbst verbreitet): Gar nichts, eine Schriftrolle mit einer besonderen Botschaft, ein Spiegel (um zu zeigen dass man nach all dem Kämpfen SELBST der Schatz ist), aber nichts davon ist Kanon. Gemeinsam haben alle diese Theorien nur, dass es keinen geldwerten Schatz gibt, sondern nur einen, dessen ideellen Wert der wahre Kämpfer mit dem reinen Geist verstehen kann, kaum aber die koreanische Mafia. Dass Bruce Lee einfach den Schatz ignoriert, kann nur bedeuten, dass es letztendlich scheißegal ist, was auf der obersten Etage ist und wer trotzdem danach fragt, hat es nicht begriffen (wobei es mich trotzdem interessieren würde, männo). Da steckt natürlich immer der philosophische Gedanke drin „it's the journey that counts, not the reward“. Bruce Lee hat sich bis zuletzt nicht darauf festgelegt und falls eine klare Vorstellung davon hatte, sie mit ins Grab genommen.
Was mich von Anfang an immer drangekriegt ist, ist die Frage, ob die Wächter jemals ihre Stockwerke verlassen. Soweit wir sehen tun sie dies nicht, aber Fragen, wie sie dann z.B. ihr tägliches Leben führen usw., sind trotzdem im Ansatz verfehlt: die Wächter sind Allegorien, Metaphern für etwas anderes. Sie repräsentieren ihren Stil und der ist nun mal unflexibel und starr wie sie selbst. Man kann sogar so weit gehen und sagen, sie dürfen aus diesem Grund ihr Stockwerk nicht verlassen, denn dann würden sie ja über ihren Tellerrand hinausblicken (Dan weist Bruce im Kampf daraufhin, sie sollen sich so weit wie möglich von der Treppe fernhalten, aber mehr als auf ihren guten Willen hoffen kann er nicht). Sie schließen sich somit auch nicht mit den anderen Wächtern zusammen (wir erfahren noch nicht mal, ob sie sich überhaupt jemals über den Weg laufen – es sei denn man glaubt die Gerüchte, dass z.B. Dan Inosanto und Ji Han Jae vor der Pagode gemeinsam kämpfen, aber wieder: nur Gerüchte). Auch ist es völlig unklar, warum sie die Sache überhaupt mitmachen; sie leben nur dafür, ihr Stockwerk zu verteidigen (wenn man außerdem in Erwägung zieht, dass die Wächter ganz unten die schlechtesten Überlebenschancen haben...) Sie zeigen keinerlei Angst vor dem Tod.
Das ist eine weitere und neben dem bekannten eine ziemlich unterschätzte Bedeutungsebene, auf die auch John Little im Audiokommentar hinweist: es geht um die Kunst des Sterbens (wer LONGSTREET gesehen hat, dem wird dieser Punkt bekannt vorkommen). Nicht nur, dass die Sets und Fights immer dunklerer und düsterer werden (bei Dan wirkt alles noch relativ hell, Ji Han Jae muss schon das Warnlicht einschalten und der lichtscheue Jabbar tummelt sich in einem sehr dunklen Raum), jeder Fight wirkt entrückter und von seiner Umgebung abgeschlossener und isolierter (hier mag man auch sich vor Augen führen, dass im originalen Drehbuch die Pagode erst aufgeschlossen werden muss). Bruce (alias Hai Tien) hat sich in dem Moment, wo er am Spiel teilnimmt, sich damit abgefunden, dass er töten muss um vorwärts zu kommen und dass es ihn selbst jederzeit treffen kann. Die Wächter scheinen überhaupt nichts anderes zu kennen, als auf den Tag der Entscheidung zu warten, auch wenn sie relativ fair kämpfen (nur Jabbar tötet zwei Leute, zumindest was wir sehen). Sie fühlen sich überlegen, aber im Moment der Niederlage zeigen sie keinerlei Angst vor dem Tod und sie nehmen ihn mit steigender Höhe als logische Konsequenz ihrer ganzen Existenz hin (Dan ist noch extrem angepisst von Bruce, Ji Han Jae ist schon entsprechend gefasst und Jabbar ist es völlig egal, ob er draufgeht). Bruce weiß um dies, und tut ihnen den Gefallen. Sie haben die Kunst des Sterbens schon gemeistert und Bruce Lee tut es ihnen gleich. Die Kunst des Sterbens ist (neben dem ehrlichen Ausdruck der Persönlichkeit durch die Martial Arts) der Schulterschluss, den Bruce mit den Wächtern verbindet – trotz aller Unterschiede zwischen den beiden Parteien. Die Frage nach dem Warum stellt sich nicht, ebensowenig wie die Frage was draußen passiert. Die Pagode ist ein in sich geschlossener Kosmos für die Kampfkünstler. Besonders herausgreifen will ich hierbei noch mal die Szene mit der Warnleuchte. Ji Han Jae warnt sie vor seinen Skills mit keinen schwächeren Worten als „life is precious“. Dies ist extrem bizarr, denn erstens sollte er bereits wissen, dass die Burschen was am Kasten haben, zweitens sind sie zu dritt gegen einen und drittens ist er in jeder Sekunde bereit, sein Leben zu geben für eine unspezifizierte Sache und völlig ohne dass wir seine Motivation erfahren. Dass gerade dieser Charakter diesen Satz sagt, ist so strange und bizarr, dass man das kaum in Worte fassen kann. Und doch wird klar, worum es hier eigentlich geht, es geht um den Wert des Lebens an sich, den Wert des Menschens, der sein Leben einer bestimmten Sache (ergo der Kampfkunst) verschreibt. Hier muss man sein eigenes Wertesystem überdenken. Warum kämpfen wir den Kampf den wir kämpfen (ich meine mit „wir“ jetzt alle die sich den Kampfkünsten verschrieben haben oder die ähnlich gelagerte Skills entwickeln)? Was ist unser Platz in dieser Welt, mit der ständigen Drohung, dass sofort alles vorbei sein kann (nicht vergessen, 1970 hatte sich Bruce Lee selbst schwer verletzt und es war nicht klar, ob er jemals wieder laufen können wird)? Bruce Lee hatte den philosophischen Gedanken, dass am Ende alles wieder zum Anfang zurück geht. Werden wir einen Weg finden, uns ehrlich auszudrücken, wie Bruce Lee meinte?

Der Weg zurück: Die Doku gibt uns die Möglichkeit, solche Gedanken zu fassen, Abzüge gibt’s höchstens dafür, dass so gut wie gar nicht auf die Mysterien, die uns der Film aufgibt (der oberste Stock und die Echsenaugen) eingegangen wird. Auch die vielen Legenden und Gerüchte, die sich um den Film ranken, hätte man besser beleuchten können. Man kann natürlich immer diskutieren, ob manche Punkte zu kurz kommen oder zu ausführlich sind, aber irgendwas ist ja immer. Z.B. das absolute Vakuum, das Bruce Lee nach seinem Tod hinterlassen hat, hätte man bringen können (ein insgesamt noch relativ unerforschtes Gebiet). Das Thema ist so komplex, da muss man einfach selbst Recherche betreiben. Man könnte sich nun auf den Standpunkt stellen und sagen, der Film hätte sich NUR mit GoD befassen sollen und da sage ich ja, aber wie gesagt, man kann's halt nicht jedem recht machen. Wie dem auch sei, die Doku nimmt Bruce Lee und auch sein Publikum maximal ernst und versucht, so viel wie halt in einer Stunde möglich ist, von seinem Glanz weiterleben zu lassen. Die Leute reden immer wieder davon alle Szenen in einen einzigen Film zusammenzuschneiden, ja das wäre gut, aber dazu hat man wohl nicht genug Material, es sei denn, man verwendet wirklich jeden Schnipsel. Auch von einem Remake wird immer wieder geredet, aber ob das klappen kann... es müsste völlig ohne Wire Fu und CGI auskommen und den realistischen Anspruch wahren (gerade das war die ganz große Stärke des Meisters, die perfekte Balance zwischen Realismus und was im Film gut aussieht zu finden) und bräuchte einen Star, der dem gewachsen ist. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, will ich nichts dagegen haben. Wenn.
Doch eine Sache muss ich noch loswerden und das ist so übel, dass sich mir die Zehennägel aufdrehen: die Tatsache dass der Audiokommentar abbricht, BEVOR das OF beginnt, mit dem fadenscheinigen Argument, man solle ja den unbelaberten Genuss gewährleisten, ist ein ziemlicher Hammer – ist das nicht gerade der Sinn eines Audiokommentars, uns die Szenen zu belabern? Wer das Footage pur genießen will, der kann es doch einfach abschalten? Gerade das hätte die Chance geboten, zu den Rätseln was zu sagen, und auch zu den Kämpfern, zu den Hintergründen etc. Das ist ziemlich ärgerlich und hätte nicht sein müssen.

Die mir vorliegende DVD kommt aus dem Hause Warner Brothers und hat das bekannte Snap Case (ich hasse die Dinger, weil man die so leicht kaputt machen kann). Wie angesprochen gibt’s einen hervorragenden Audiokommentar (mit einer heftigen Einschränkung), und auch das Feature „The Story“, wo die originale Handlung noch mal nachgestellt wird. Von der technischen Seite her kann man nicht meckern. Der größte Teil (ohne „The Story“) wurde auf der Special Edition (DVD) zu ENTER THE DRAGON wiederveröffentlicht, somit kann man auch damit gut leben.
Aus mir völlig unerklärlichen Gründen bekam die Scheibe hier FSK 12 und das ist nun wirklich ein heftiges Ding. Haben die das nicht bis zu Ende gesehen? Nicht nur dass viele Genick-/Rückgratbrüche und brutale Schläge/Tritte usw. zu sehen sind, zu diesem Zeitpunkt war MEIN LETZTER KAMPF definitiv noch auf dem Index und bekanntlich sind alle inhaltsgleichen Medien automatisch indiziert. Die FSK hätte also FSK 18 oder gar keine Freigabe hergeben dürfen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber anscheinend macht es einen gewissen Unterschied, ob die Szenen im Film oder in einer Dokumentation zu sehen sind und somit kann ein und dieselbe Szene verschiedene Freigaben erhalten, je nach Kontext (somit kommt man doch zum niedrigeren Papperl). Im Prinzip ist das eine gute Idee, denn das heißt, dass sie die Leute in der FSK (denen ich im Gegensatz zur MPAA tatsächlich Filmsachverstand zuspreche) sich über das Gedanken machen, wie eine Szene wirkt und nicht einfach nur Bluttropfen, Nippel oder Schimpfwörter zählen. Ähnlich gelagert ist der Fall beim TEXAS CHAINSAW MASSACRE, wo die geschnittenen (und damals noch 131er-relevanten) Szenen als Bonus-Szenen auf die DVD geklatscht wurden und nie staatsanwaltschaftlich behelligt wurden. Ist mir direkt ein Rätsel, warum die Publisher diesen Umstand nicht gewinnbringender eingesetzt haben?

Verdict: Die Doku ist absolutes, essentielles Pflichtprogramm für jeden, der sich auch nur minimal für die Materie erwärmen kann (und alle anderen sollten sich gefälligst in den Arsch treten). Es gibt den ein oder anderen Kritikpunkt meinerseits, aber was soll's. Die Szenen sind natürlich das Herzstück des Teils und man muss sie einfach sehen und schätzen. Es kann also nur ein Fazit geben: anglotzen, anglotzen anglotzen! Und nachdem das geklärt ist, erzähle ich euch, was Clouse und Chow daraus gemacht haben...

5/5

Lesetipps:
http://www.fanpop.com/clubs/bruce-lee/articles/141995/title/game-death-1972-original-plot
http://cityonfire.com/game-of-death-game-over/
http://www.bruceleedivinewind.com/unknowntruth.html
http://jkdlibrary.com/kareem-abdul-jabbar-about-bruce-lee-and-the-game-of-death/374/
http://cityonfire.com/bruce-lee-a-warriors-journey-2001-aka-game-of-death-footage/
http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Film/GameOfDeath

(c) 2017 Diamond Bentley


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