Altitude


  • Deutscher Titel: Altitude
  • Original-Titel: Altitude
  • Alternative Titel: Hijacked
  • Regie: Alex Merkin
  • Land: USA
  • Jahr: 2017
  • Darsteller:

    Denise Richards (Gretchen Blair), Dolph Lundgren (Matthew Sharpe), Jonathan Lipnicki (Rick), Greer Grammer (Sadie), Kirk Barker (Terry), Chelsea Edmundson (Clare), John Posey (Captain), Chuck Liddell (Rawbones), Peggy Miley (Mrs. Walsh), Jordi Vilasuso (Luke Byres), Tom DeNucci (Burly)


Vorwort:

Das gute alte „Stirb langsam“-Format ist eine Erfolgsformel, die praktisch nicht umzubringen ist. Man nehme einen einzelnen Helden, der – hoffnungslos „outmatched“ – in einem begrenzten Umfeld gegen einen Trupp gut organisierter Fiesowatze vorgeht, um unschuldige Geiseln zu retten. Das ist edel und gut, und lässt immer noch genug Optionen offen, um die Formel zu variieren; wir können einen „everyman“ wie John McLane in den Mittelpunkt stellen oder einen leibhaftigen Supermann wie Casey Ryback, und schon entwickelt sich eine andere Dynamik.

Gut, die trope-etablierende „Die Hard“-Franchise hat sich mit Teil 3 ja von dieser Formel emanzipiert (und spätestens ab Teil 4 aus McLane genau die Sorte unbesiegbarer Superheld gemacht, die die ersten drei Filme zu kontrastieren versuchten), aber „Die Hard in/on a XY“, das wird uns sicher noch bis in alle Ewigkeit verfolgen (hey, selbst freakin‘ STARGATE brachte eine „Die-Hard-in-a-museum“-Folge). Was hatten wir nicht schon alles – Schiffe (zivil und militärisch), Züge, Hallenbäder, Flugzeuge… Ah, Stichwort „Flugzeuge“. Von allen „Die Hard“-Klon-Sagas ist das wohl eine der hartnäckigsten – wir hatten den patenten PASSENGER 57, den m.E. etwas unter Wert geschlagenen EINSAME ENTSCHEIDUNG, Wolle Petersens AIR FORCE ONE und sicher ein halbes Dutzend Wynorski-Produktionen, die nicht nur bei den Storys, sondern auch der Footage der genannten Vorbilder plünderten. Aber warum nicht noch eine Variante des Themas, ich hab da nix dagegen, und wenn Schwedenlümmel Dolph Lundgren mitspielt, kann das doch alles gar nicht so schlecht werden. Oder? ODER?

Dann also ALTITUDE…

Inhalt:

Zunächst mal befinden wir uns aber noch auf sicherem ebenerdigen Geläuf und lernen FBI-Agentin Gretchen Blair (Denise Richards, STARSHIP TROOPERS, JAMES BOND 007 – DIE WELT IST NICHT GENUG) kennen. Gretchens Spezialgebiet ist das Verhandeln mit Geiselnehmern (wobei ich hoffe, dass sie sich da nicht mit Vornamen vorstellt. Mir persönlich fiele es schwer, ein „Gretchen“ ernst zu nehmen). Heute hat sie’s mit einem schwierigen Fall zu tun. Ein Wutbürger ist ins Finanzamt eingedrungen und hat Geiseln genommen, weil es ihm zu bunt wurde, auf seine Steuerrückerstattung zu warten (dabei weiß doch jeder- im Nehmen sind die Finanzämter sehr ungeduldig, beim Geben haben sie Zeit, viiiiel Zeit). Gretchen ist klar, dass der Knabe auf eine Eskalation der Ereignisse völlig unvorbereitet war, jetzt mit der Situation heillos überfordert ist und eigentlich nur irgendein Schlupfloch sucht, um aus der ganzen Misere wieder rauszukommen. Gretchen wäre voll dafür, ihm dahingehend zu helfen und redet mit der Macht ihrer sexy Stimme auf ihn ein – sie ist praktisch soweit, ihn zu einem Date zu überreden, aber ihrem Einsatzleiter Haas (Anthony Dilio, NO TEARS FOR THE DEAD, AGENTS OF S.H.I.E.L.D.) dauert das alles erheblich zu lange. Er wäre stark dafür, dass bei erstmöglicher Gelegenheit ein Scharfschütze dem Geiselnehmer eine Kugel in die Birne jagt und dann alle nach Hause gehen. Gretchen realisiert, dass Haas ihr die Zeit nicht geben wird, den armen Kerl in eine friedvolle Aufgabe zu talken, also stürmt sie auf eigene Faust ins Gebäude und kommt gerade rechtzeitig, um den soeben ins Visier des Snipers gewanderten Geiselnehmer zu Boden zu tackeln, bevor er sich eine schwere akute Bleivergiftung einfängt. Gretchen bezahlt die Eigenmächtigkeit mit einem harmlosen Streifschuss und einem heftigen Anschiss von Haas. Okay, normalerweise sollte jeder froh und begeistert sein, dass die Situation sich in unblutiges Wohlgefallen aufgelöst hat, aber, ja, da steht eine klare und direkte Befehlsverweigerung im Raum und deswegen weist Haas in aller Ausführlichkeit darauf hin, dass er dafür sorgen wird, dass Gretchen den Rest ihrer Dienstzeit unter einem notfalls von ihm persönlich herangeschafften Berg Papierkram an einem Schreibtisch in DC verbringen wird. Happy Times!

Als Gretchen später die Maschine von L.A. nach DC besteigt, ist ihre Laune, nun, stark optimierungsfähig. Sie wird nicht strahlender, als sie feststellt, dass ihr gebuchter Fensterplatz von einem fetten Nerd (Jacob Dwight Ramirez, iZOMBIE, SUPERSTORE) in Beschlag genommen wurde, der ihrem freundlich vorgetragenen Ansinnen, seinen breiten Arsch auf den ihm per Bordkarte zugewiesenen Satz zu transferieren, ausgesprochen feindselig gegenübersteht. Damit kommt er Gretchen heute natürlich grad recht – Handgreiflichkeiten deuten sich an, als sie droht, ihm sein „blödes Katzen-T-Shirt“ vom Körper zu reißen, was ich aus allgemeinen filmästhetischen Gesichtspunkten eher nicht begrüßen wurde. Flugbegleiterin Clare (Chelsea Edmundson, THUNDER ROAD, HOWLERS) löst die Situation auf, indem sie den Nerd mit ein paar Gratis-Snacks besticht und Gretchen aus der Economy-Kabine hasselt. Gretchen fürchtet, streng der Maschine verwiesen zu werden, aber in Wirklichkeit ist sie Clares neue persönliche Heldin – welcher Flight Attendant hat sich noch nie gewünscht, einen nervigen Passagier anschreien und verprügeln zu dürfen? Zur Belohnung graded Clare Gretchen auf eigene Verantwortung in die Business Class up und platziert sie neben dem sympathisch-adretten Junggeschäftsmann Terry (Kirk Barker, ARTHUR & MERLIN, BLOODY TALES OF THE TOWER, THE GIRL’S GUIDE TO DEPRAVITY), der auch nicht unerfreut über die attraktive neue Sitznachbarin ist. Gretchen versucht zwar beim complimentary glass of Champagne klar zu machen, dass sie immer noch nicht auf Smalltalk aus ist, aber Terry ist so super-verständnisvoll, dass sich ein Gespräch entwickelt und er, über Gretchens jüngste berufliche Kalamitäten so weit unterrichtet, wie es die nationale Sicherheit erlaubt, ihr freundlich anbietet, ihn doch, anstatt den dead-end-desk-job anzutreten, der ihr bevorsteht, nach Paris zu begleiten.

Kurz vor take-off entert noch ein weiterer Passagier die Business-Class, ein baumlanger Muskelprotz nordischer Bauart, unschwer als unser aller Lieblingsschwede Dolph Lundgren (ROCKY IV, THE EXPENDABLES) zu identifizieren, der sich ein paar Reihen vor Terry und Gretchen in den Sessel plumpsen lässt. Terry macht der Neuankömmling offensichtlich nervös, aber noch wiegelt er Gretchen gegenüber ab. Das ändert sich, als die zweite Flugbegleiterin Sadie (Greer Grammer, Tochter von Kelsey, AWKWARD – MEIN SOGENANNTES LEBEN, EMMA’S CHANCE, THE LAST SUMMER) durch die Business Class scharwenzelt. Terry beginnt Blut + Wasser zu schwitzen und unterbreitet der verblüfften Gretchen ein unmoralisches Angebot. Satte 15 Millionen Dollar ist Terry geneigt auszuspucken, vorausgesetzt, Gretchen gelinge es, ihn lebend aus diesem Flieger zu bringen. Begreiflicherweise ist Gretchen arg verdutzt, aber Terry ist sicher – dieses Flugzeug wird in Kürze entführt werden. Okay, natürlich ist seine Begründung, dass Sadie seine missgünstige Ex ist, etwas dünn, aber sind FBI-Agenten post 9/11 wirklich darauf gedrillt, einen solchen Hinweis direktemang ins Reich der Fabel zu verweisen und statt dessen noch Terry zu warnen, dass man das auch als „Drohung gegen ein Flugzeug“ verstehen und für arg strafbar halten könnte? I don’t know. Jedenfalls verdüstert sich das Verhältnis Terry/Gretchen akut und jeder zieht sich in seinen virtuellen Schmollwinkel zurück.

Speedbird Airlines, die lustige Fluggesellschaft, gehört zu denen, deren CEO ein bis drei virale Kabinenvideos gesehen hat, jedenfalls muss der arme singuläre männliche Flugbegleiter (can that be Jonathan Lipnicki aus JERRY MAGUIRE, der hoch in der Cast-Liste als eine Figur namens Rick steht, ich mich aber schon zwei Minuten nach dem Film nicht mehr an irgendjemand namens Rick erinnern konnte?) die Sicherheitsanweisungen tanzen. Okay, hat er ja auch nur eine Waldorf-Schule von innen gesehen. Weiß man ja nicht.

Anyways, der Flattermann hebt erfolgreich ab und Gretchen entscheidet sich aus akuten Gesprächsverweigerungsgründen für ein Nickerchen. Der Schlaf der gerechten Gretchens mag erholsam sein, führt aber unvermeidlich zu einem schwerwiegenden Informationsdefizit. Was bekommt Gretchen denn nicht mit?

Z.B. dass Sadie zur hinteren Bordküche hüftelt und dort dem herumfuhrwerkenden Rick (?) erst die Rübe gegen eine stabile Kühlschranktür dengelt und ihm zusätzlich noch das Genick bricht. Das ist nicht nett. Auf dem Rückweg gen Business Class wirft sie zwei suspekten Elementen in der Economy vielsagende Blicke zu. Diese Elemente sind Rawbones (MMA-Badass Chuck Liddell, KICK-ASS 2, WAR PIGS) und Burly (Tom DeNucci, INFECTED, ALIEN WARFARE), unschwer als eingekaufte Muskelmasse ohne große Zerebralkapazitäten zu erkennen. Unterwegs schubst Sadie noch Clare in ein WC und drängt Luke Byres (Jordi Vilasuso, THE INVITATION, THIS MODERN MAN IS BEAT), den nicht nur Gretchen beim Einsteigen als den vorschriftsmäßigen Air Marshal identifiziert hat, ein vergiftetes Ginger Ale an. Wenigstens ist Luke nicht akut durstig. Ungeplant, aber nicht unerfreut trifft Sadie trifft auf Terry, der unvorsichtigerweise (andererseits – ist ja nicht so, als könnte er mal schnell aussteigen) einen Erkundungsgang angetreten hat. Sadie fährt mit Terry ohne größere Probleme Schlitten und kann ihn in der vorderen Bordküche fesseln. Der Schwedenbitter, hier Sharpe genannt, stößt hinzu. Man kennt sich, und man mag sich nicht. Terry hat offensichtlich irgendetwas, was Sadie und Sharpe gern hätten, und die Entführung soll ihn motivieren, jeneswelches herauszugeben. Terry weist auf einen empfindlichen Schwachpunkt des Plans hin – Flugzeuge zu entführen ist heute nicht mehr ganz so einfach wie früher, spätestens, wenn die Maschine irgendwo landet, und das muss sie ja wohl, da Sadie und Sharpe keine suicide bomber sind, wird sie von schussbereiten Spezialeinheiten umzingelt sein. Sharpe allerdings hat eine Weisheit auf Lager – die effektivste Entführung ist die, von der niemand weiß, dass es eine Entführung ist!

Nachdem Terry für den Moment keine Schwierigkeiten machen kann, kann Sadie das Cockpit entern. Das ist heutzutage ja nicht mehr einfach mit Tür aufreißen und reinpoltern erledigt, da muss man sich schon telefonisch und über Videokamera anmelden, aber selbstredend misstrauen Captain (John Posey) und sein Erster (Ian Niles) der eigenen Stewardess nicht. Und so kann Sadie dem Captain heißen Kaffee übers Gemächt schütten und in der eintretenden Verwirrung mit ihren tödlichen High Heels beide Piloten terminal ausschalten. So kann es sich Sharpe in aller Ruhe im Pilotensitz gemütlich machen. Das Flugzeug ist in böser Hand. Sharpe hält erst mal den eingeschlagenen Kurs gen DC.

Nach einer Weile wacht Gretchen auf und bemerkt, dass Terry abgängig ist. Nicht nur das, auch der Bordservice hat nachgelassen, wie ein Mitpassagier, der Bedienung per Rufknopf verlangt, quengelnd feststellt. Das gibt Gretchen zu denken und sie strollt mal durchs Flugzeug bis in die hintere Küche, wo ihr ein Blutfleck auffällt. Sie öffnet das entsprechende Fach und, heidewitzka, da rein gestopft ist ein toter Flugbegleiter. Schreck. Nun, wie wir wissen, hat auch Gretchen beim Boarding den Air Marshal erkannt, also wird sie unauffällig bei dem vorstellig. Leider ist Luke Byers eine ziemliche Nulpe, was Air Marshals angeht. Es ist sein erster Soloeinsatz und überhaupt erst sein dritter insgesamt, und als Gretchen ihm den Ernst der Lage verdeutlicht, geht ihm ordentlich die Muffe. Gretchen kann ihn grad noch daran hindern, sein Ginger Ale zur Beruhigung zu süffeln, denn sie geht zurecht davon aus, dass das Merkmal, an dem sie ihn erkannt hat (die unzureichende Tarnung der Schulterholster-Beule für die Dienstwumme), auch dem bösen Mädchen nicht verborgen geblieben sein wird. Bevor dieses mehr oder weniger dynamische Duo aber irgendwelche Aktivitäten entfalten kann, kommt Sharpe im Cockpit eine Schlechtwetterfront sehr gelegen. Die Flugkontrolle erlaubt den beantragten Sinkflug, und Sharpe macht den etwas spannender als es gemeinhin von Verkehrspiloten getan wird- Sturzflug! Natürlich Panik in der Kabine, die Sauerstoffmasken fallen aus der Decke, Aufruhr, Chaos… und die mit professionellen Sauerstoffmasken ausgestatteten Rawbones und Burly machen mit gezückter Artillerie (wie auch immer sie die an Bord geschmuggelt haben) deutlich, dass dieses Flugzeug hiermit offiziell gehijacked ist. Pardauz. Sharpe bringt den Flattermann wieder in die Horizontale, ohne dass dem zuständigen Fluglotsen irgendwelche Ungereimtheiten auffielen. Luke ist im Zuge dieser Lustbarkeiten seiner Bleispritze verlustig gegangen.

Nun sind zwei Bösewichter nicht enorm viel, um ein komplettes Flugzeug effektiv zu überwachen und so kann Gretchen etwas später wieder herumstromern, um die Lage zu peilen. Sie peilt erst mal Terry, dem es gelungen ist, sich aus seinen Fesseln zu befreien und der nun begreiflicherweise akuten Erklärungsnotstand bedienen muss. Er erklärt, dass Sadie und Sharpe früher seine Partner bei gemeinschaftlich gedrehten krummen Dingern waren. Er selbst sei der „confidence man“ gewesen, der seriöse Mann im Anzug, der potentielle Opfer in Sicherheit wiegen konnte, Sharpe ein Mechaniker-Genius, der alles, was irgendwie mechanisch ist, reparieren, zerlegen, wieder zusammenbauen, bedienen, fliegen oder fahren kann, Sadie hingegen der eigentliche Kopf der Operation. Nun macht mir das persönlich nicht ganz verständlich, welcher Art das Schelmerantentum des infernalischen Trios nun genau sein könnte, denn wiewohl der „confidence man“ für irgendeine großangelegte Betrugsnummer spricht, fallen mir auf Anhieb eher nicht so viele Betrugsnummern ein, für die man einen Supermechaniker brauchen könnte. Genauer wird der Streifen allerdings nicht, vermutlich, weil auch dem Drehbuchautor kein Verbrechen eingefallen ist, das eine solche Gang-Struktur benötigen würde. Jedenfalls war Terry eines schönen Tages dahinter gekommen, dass Sadie und Sharpe ihn auszubooten beabsichtigten, und so kam er seinen Komplizen einfach zuvor. Genauere Diskussionen müssen abgebrochen werden, da Rawbones nach Terry sehen soll, und es gelingt Gretchen in letzter Sekunde, eine Zugangsklappe zum Gepäckladeraum zu öffnen und sich und Terry dort zu versenken. Rawbones kuckt verdutzt, als von Terry an von Sadie angegebener Stelle nichts zu sehen ist.

Der Gepäckraum ist praktischerweise so ziemlich auch der beste Ort, an dem Gretchen sich wiederfinden könnte, denn in ihrem eingecheckten Koffer befindet sich ihre Dienstwaffe (Haas hat bereits erfolgreich so dolle an ihrer Sicherheitsfreigabe geschraubt, dass sie die Kugelgebe nicht mehr in die Kabine nehmen darf). Und auch Terry ist nicht unglücklich, denn das, was auch immer seine Ex-Freunde von ihm wollen, auch das ist im Gepäckraum. Gretchen staunt nicht schlecht, als Terry sich an einem Behälter mit „Hazardous Material“ zu schaffen macht. Beste Methode, um etwas an Bord zu schmuggeln, erläutert Terry, denn solche gefährlichen Stoffe werden nicht so genau durchleuchtet wie gewöhnliches Gepäck (hmpf. Ich will ja eigentlich hoffen, dass gefährliche Stoffe GENAUER untersucht werden als der Koffer mit fünf Stangen geschmuggelten Kippen aus Kasachstan). Im Behälter befindet sich, neben einem Beutel Fäkalien zur Tarnung, ein kleines Stofftäschchen, auf dessen Inhalt Gretchen einen großäugigen Blick werfen darf. DIAMANTEN! Nach Terrys bescheidener Schätzung im Wert einer „zehnstelligen Summe“. Oha. Woah. Mindestens EINE MILLIARDE? Okayokay, dafür kann man mal ein Risiko eingehen, aber es lässt mich noch mal und ausführlich darüber nachdenken, mit welcher Art von Kriminalität das Gaunertrio dieses erkleckliche Beute zusammengegeiert hat. Alas, this question will remain unanswered for all eternity.

Es schließt sich die Phase des Films an, in der der, äh, Plot, sich eine Auszeit nimmt und wir dafür gezeigt bekommen, warum (seufz) Gretchen unser offizeller McLane ist. Rawbones und Burly werden von der nicht ganz hirnbefreiten Sadie in den Gepäckraum gehasselt, und schnell sind zwei Tanzpärchen gebildet. Chuck Liddell, eh, Rawbones, schändet das Andenken des Sports Mixed Martial Arts dadurch, sich von der ungefähr halb so großen und ein Drittel so schweren Gretchen seinen Arsch reichen zu lassen (gut, am Ende fängt er sich eine fatale Kugel ein, aber trotzdem... das passiert im Infight, und in den sollte Gretchen doch nicht mal kommen). Auch Burly erweist sich als kein besonders haltbarer Gegner, und in der Passagierkabine gelingt es Luke unauffällig, sich wieder seiner Waffe zu bemächtigen.

Die Maus beißt den Faden nicht ab, solange Kalle Blomqvist am Steuerknüppel sitzt, sitzt er (und damit die Fraktion des Bösen) sprichwörtlich am längeren Hebel. Weil Gretchen vorübergehend durch ein schweres Gepäckstück ausgeknockt wurde, schleicht Terry sich wieder in die Kabine.

Und ich bin ehrlich auch gespannt, wie sich der Drehbuchschreiberling aus der Sackgasse schreiben will, in die er das entführte Flugzeug couragiert gesteuert hat. Der Flug befindet sich mittlerweile über den Rocky Mountains und hier setzt Sharpe zur Landung an (was auch dazu führt, dass ENDLICH der Blip auf dem Radarschirm der Flugkontrolle verschwindet und der Lotse sich erstmals verstärkt Gedanken un Flug Speedbird Wasauchimmer macht). Die Rockys sind nach dem Willen des CGI-Künstlers (hihi) ein Areal, das mich wehmütig an die hyperrealistische Grafik von RESCUE ON FRACTULUS denken lässt – ein einziges Nadelkissen aus Zacken und Zinnen, das mit der realen Geographie des Gebirgszugs weniger zu tun hat als Mario Barth mit der Bundeskanzlerschaft, in dem aber nichtsdestotrotz ein „Tal“ liegt, in dem willfährige Genossen der Fieslingsfraktion eine kilometerlange Behelfslandebahn planiert und selbige mit „Landelichtern“ aus ungefähr 5.000 Freudenfeuern beleuchtet haben (wobei… angesichts der wirklich aberwitzigen abscheulichen Qualität der Spezialeffekte muss man schon eine Menge guten Willen mitbringen, um die Sequenz als „Verkehrsmaschine landet auf Behelfspiste“ und nicht „farbverschobenes 64er-Demo“ zu interpretieren).

Das eröffnet dann auch die vermutlich dämlichsten zwanzig Minuten, die seit Erfindung belichtbaren Maqterials auf ebensolches gebannt wurden… Was also soll die Zwischenlandung? Sharpe, immer noch über die Bord-PA ganz der serviceorientierte Captain, erläutert den gestressten Passagieren, dass ein paar dringend notwendige Reparaturen vorgenommen werden müssen. Ja, sieht auch ganz so aus wie eine Boeing-Werkstatt. Dass die Mechaniker, die, angehasselt von Sadie, die einen knappen 6-Minuten-Zeitplan für den Pitstop einzuhalten gedenkt, Baklavas und Maschinenpistolen tragen, spricht auch eher gegen einen regulären Wartungstrupp. Dem geht zunächst mal Doofbold Terry ins Netz, dem Sharpe dann auch brühwarm die weiteren Schritte des bösen Pärchens auseinandersetzt. Ya see, es gibt ja, wie gesagt, das Problem zu lösen, dass die Maschine irgendwann mal wohl oder übel wieder auftauchen muss und wenn Sadie und Sharpe dann noch drinsitzen würden, wäre das irgendwie doof (abgesehen davon, dass sie die ausgekuckte Beute noch nicht haben, aber da denke ich schon wieder weiter als die Schreiberlinge). Deswegen beabsichtigt Sharpe, die Maschine nach dem erneuten Take-off gegen einen günstig herumstehenden Berg zu steuern, dieweil er und Sadie vorher mit dem Fallschirm raushüpfen (gut, Sadie könnte sich das eigentlich sparen und JETZT gleich aussteigen, aber okay)… Damit die Behörden beim Leichenzählen nicht durcheinander kommen, schleift der Reparaturtrupp gerade, wie Gretchen, inzwischen wieder bei Sinnen, bestürzt bemerkt, zwei Leichensäcke in den Frachtraum und, wie Gretchen persönlich überprüfen kann, haben die alle notwendigen Papiere dabei, um als Sadie bzw. Sharpe identifiziert werden zu können. Soweit, so gut gedacht, meint auch Terry, aber da gibt’s immer noch ein Problem – Flugschreiber, Voice-Recorder, Blackbox… die werden ein anderes Liedchen singen als die Mär vom Controlled Flight Into Terrain, die Sharpe sich ausgedacht hat. Aber auch daran wurde gedacht, denn das, was der Reparaturtrupp (zudem übrigens unter einer der Skimasken auch Nick Principe steckt, den wir alle als Killer Max Seed aus SEED II kennen und lieben und hier eine Rolle gefunden hat, die seiner angemessen ist) hauptsächlich gerade tut, ist couragiert die entsprechenden Geräte auszubauen und durch vorbereitete Ersatzteile zu, eh, ersetzen (ich bin mir nicht ganz sicher, ob und wie man eine Blackbox bzw. einen Flight-Recorder so manipulieren kann, dass sie einen Crash gegen einen Berg darstellen. Aviatik-Experten an die Front). Na dann ist ja alles geklärt.

Gretchen legt im Frachtraum die Aushilfsterroristen von der Maskenfront um, was Sadie und Sharpe augenscheinlich nur peripher tangiert (spart man sich den gewerkschaftlich vereinbarten Mindestlohn, nehme ich an), vielmehr wird zum Start geblasen. Gretchen rappelt sich wieder in die Kabine hoch, fällt mehr oder weniger zufällig in ein WC und entdeckt dort die gefesselte und geknebelte Clare, die wir längst vergessen hatten. Die kann sofort zu Hilfsdiensten herangezogen werden, e.g. die Evakuierung des Flugzeugs. Und spätestens jetzt wollte ich mir einen stumpfen Gegenstand mehrfach selbst über die Rübe zimmern… Es ist nämlich so, dass Clare die hintere Kabinentür aufreißt, die Notrusche auslöst und beginnt, die Passagiere WÄHREND DES GOTTVERDAMMTEN TAKE-OFFS dort hinauszuschubsen. Bei einer Geschwindigkeit von so ca. 200 km/h minimum. Auf eine unbefestigte Schotterpiste. An deren Rändern offene Feuer lodern. Sagen wir mal so… ich rechne nicht damit, dass irgendjemand ohne multiple Knochenbrüche davonkommt und, ich denke mal, so die Hälfte der so aus der Maschine gedrängten Passagiere wird draufgehen. Als letzte verlässt Clare den Flieger, ungefähr 0,5 Sekunden, bevor der Vogel abhebt. Jessas.

Doch damit ist der Dummheit noch kein Ende. Jetzt fällt nämlich unserem Air Marshal Luke ein, dass er offenbar schon vor Antritt des Flugs von Terry mit dem gleichen Auftrag bedacht wurde wie Gretchen, mithin ihn gegen erhebliche monetäre Gegenleistung zu schützen (was er bislang prima gemacht hat, ne?), bedacht wurde und nun nicht Sharpe oder Sadie, sondern hauptsächlich Gretchen als empfindliche Straßensperre zwischen ihm und Richtig Viel Zaster ™ ausmacht. Es kommt zu einem Kampf, dessen Rahmenbedingungen nicht nur durch den recht steilen Aufstieg der Maschine, sondern auch die immer noch geöffnete Kabinentür verschärft werden, aber am Ende setzt sich natürlich Gretchen durch und schmeißt Luke aus dem Flugzeug. R.I.P. Luke, you were a really really really big idiot.

Gretchen muss nun also Richtung Cockpit, aber bei dem, wie gesagt, der Berge wegen sehr steilen Anstellwinkel, in den Sharpe die Maschine zwingt, ist das nicht einfach und bedeutet im Klartext, dass sie sich von Reihe zu Reihe an den Metallbefestigungen der Sitze nach vorne hangeln muss.

Aber kürzen wir die Sache ab, ich hab das Gefühl, dass beim bloßen Niederschreiben dieses Showdowns meine Gehirnzellen Selbstmord begehen. Gretchen erreicht also ihr Ziel, Sharpe hat so etwas wie die vorgesehene Reiseflughöhe erreicht und bringt den Flattermann in die Horizontale, und hat damit auch Zeit, Sadie zu Hilfe zu eilen, als die von Gretchen angegriffen wird. Terry, ein halbes Hemd vor dem Herrn, verwickelt allerdings Sharpe in einen fight of his own und, weil wir uns sowieso längst im bunten Märchenland befinden, haut dem Hünen so heftig aufs Maul, dass der bewusstlos in seinem Pilotensitz zusammensackt. Sadie indes gelingt es, nachdem irgendwer doof genug war, nun die vordere Kabinentür zu öffnen, Gretchen rauszuschubsen, aber sie kann sich mit EINER HAND an einem Haltegriff festhalten und VON DRAUSSEN mit dem anderen Arm Sadie ins Freie ziehen, wo die arme böse Maid gegen die Tragfläche prallt und dekorativ mittschiffs geteilt wird (mir muss entgangen sein, dass Flugzeughersteller die Tragflächen auf Skalpellschärfe schleifen).

Nachteilig hieran ist nur, Sadie sich bereits einen Fallschirm umgeschnallt hatte und damit nur noch einer vorhanden ist. D.h. Tandemsprung ist angesagt… Das traute Paar steigt aus – Terry hat den Fallschirm um und Gretchen legt locker einen Arm um seine Schultern. Das reicht bekanntlich, erst recht wenn’s stürmt und schneit, um ausreichend an demjenigen befestigt zu sein, der den lebensrettenden Schirm über sich weiß. Während Sharpe grad rechtzeitig wieder zu sich kommt, um völlig bedient mitzubekommen, wie sich das Flugzeug durchaus wie beabsichtigt gegen einen Berg schraubt, gondeln Terry und Gretchen gemütlich gen Boden (wir erinnern uns: in die Wildnis der stürmischen und verschneiten Rocky Mountains. Vielleicht wär’s angenehmer gewesen, mit dem Flieger unterzugehen…). Gretchen verbietet sich noch ein Angrabbeln ihres Pöters (dabei wäre das wenigstens ETWAS mehr Sicherheit…) und Terry wiederholt sein Angebot, sie nach Paris mitzunehmen (hat eigentlich jemand noch die Klunker einstecken?). ENDE.

Uiuiuiui. Ich hab ja in meinem Leben so einige DIE-HARD-Klone gesehen und, wie oben gesagt, es hat praktisch noch keiner geschafft, die bewährte Formel totzuschlagen. ALTITUDE allerdings… ALTITUDE versucht sein Möglichstes, um ein dreißig Jahre immer wieder gern genommen- und gesehenes Subgenre im Alleingang abzumurksen.

Über wem kübeln wir hämisch den Eimer der Schuld aus? Fangen wir zunächst mal beim Autor an. Jesse Mittelstadt heißt der Gute, was auch noch ein ziemlich dämlicher Name ist, wenn man dem deutschen Idiom mächtig ist, und bis ALTITUDE war sein bis dahin größter claim-to-fame, eine Kurz- und eine Langfilmversion von ACROSS THE HALL, einem Horrorfilm mit Brittany Murphy, den ebenfalls der hiesige Director Alex Merkin inszeniert hatte, geschrieben zu haben, im Anschluss an ALTITUDE haute er, wieder für Merkin, den TV-Horror NO ESCAPE ROOM in die Tasten. Dieweil Mittelstadt das hiesige Script allein verfasste, ist er dennoch nicht Alleinschuldiger, entwarf er doch die Story gemeinsam mit dem Produzenten Tyler W. Konney (BLACK WATER, TRAGEDY GIRLS) und dessen Kollegen Richard Switzer (A MOTHER’S WORST FEAR, MONEY PLANE). Dass drei gestandenen Kerlen keine bessere Ausrede für einen DIE-HARD-Klon einfällt als die, die sie am Ende verfilmt haben.

I mean, letztlich gibt’s keinen vernünftigen Grund für die Bösewichter, ausgerechnet auf diesen hyperkomplizierten Plan einer Flugzeugentführung mit eingebautem Massenmord zu verfallen, nur um an Terry und an seine Diamanten ranzukommen – schließlich hatten sie Terry offenkundig gut genug unter Beobachtung, um seine Pläne langfristig vorherzusehen und ihren eigenen aufwendigen Gegenplan zu orchestrieren. Wär’s da nicht einfacher gewesen, den Idioten einfach von der Straße weg zu kidnappen und solange einzeln seine Fingernägel auszureißen, bis er damit rausrückt, wo die Diamanten sind? Speaking of that, woher zum Geier KOMMEN diese verdammten Diamanten – Glitzersteine im Milliardenwert liegen ja üblicherweise nicht auf’m Gehweg rum – und was genau war die kriminelle Operation, die Sharpe, Sadie und Terry gemeinschaftlich betrieben haben? Man kann sagen, was man will, aber was Hans Gruber für ein Typ war und wo seine Motivationen lagen, das wussten wir. Bei Sadie und Sharpe… ich meine, die müssen – auch ohne die Moneten für Terrys Klunker – praktisch unlimitierte Ressourcen haben, um ihren Plan durchzuführen. Wie? Woher? Warum? Mehr als die jeweils zwei Sätze, die Terry Gretchen gegenüber über seine früheren Freunde und Partner verliert, bekommen wir als Background nie geboten (was aber, fairerweise gesagt, natürlich auch für Terry gilt).

Natürlich kann man das ein wenig abschwächend damit entschuldigen, dass die bloße Tatsache, dass wir uns an Bord eines Flugzeugs befinden naturgemäß eine ganz andere Dynamik ins Spiel bringt als bei einer „Hausbesetzung“, die Motivation der Schurken damit also vielleicht nicht ganz SO wichtig ist – ich persönlich würde das nicht so unterschreiben, aber man kann, ist man ein anspruchsloser Geselle, zumindest auf den Gedanken kommen.

Was ab Bord des Flugzeugs dann passiert, ist eine Zeit lang einigermaßen erträglich. Okay, okay, ich will nicht darüber nachdenken, wie die Bösens ihre Schießprügeln oder Gasmasken an Bord bringen, ohne aufgefallen zu sein, oder warum ein Behälter mit biohazard-Material offensichtlich weniger streng kontrolliert wird als die Handtasche von Oma Klawuttke, aber es funktioniert kinda-sorta eine knappe Stunde lang. Die Methode der Flugzeugübernahme ist, akzeptiert man, dass Sadie eine Killerbraut ist, die mit ihren Stilettos tötet, viertelwegs glaubhaft, dass zwei Fieslinge reichen, um eine vollbesetzte Flugzeugkabine zu kontrollieren, kann man auch noch schlucken, und selbst der inkompetente Air Marshal ist keine völlig abseitige Idee (um so mehr aber sein heel turn im Schlussakt – ich wüsste nicht mal, *wann* Terry ihn rekrutiert haben könnte. An Bord der Maschine dürfte sich ihm keine Gelegenheit geboten haben, und ich nehme mal an, dass die zuständigen Behörden eher nicht Namen, Adressen und Flugpläne ihrer Luftsheriffs zur allgemeinen Erbauung verkünden). Bis zur Zwischenlandung des entführten Vogels sind meine Probleme also weniger solche des Inhalts, als der Umsetzung.

Alex Merkin ist nämlich, er möge es mir nachsehen, kein besonders guter Regisseur oder jedenfalls kein besonders guter Regisseur für Action-Thriller. Vielleicht sind seine Horrorfilme besser (zumindest haben die im Durchschnitt bessere Bewertungen in der IMDb), aber Actionrandale, das ist erkennbar nicht sein forté. Gut, man ist notgedrungen einigermaßen limitiert darin, was man an Bord eines Flugzeugs machen kann -weshalb die meisten DIE HARD-Klone zumindest eine Sub-Handlungsebene außerhalb des Gebäudes/Flugzeugs/Schiffs/Zugs aufmachen, die der Geschichte mehr Tiefgang verleihen, Kontext setzen oder einfach den Streifen visuell „aufbrechen“ kann, und wenn man dann eben auch noch mangels eines solchen B-Plots exklusiv im Flugzeug bleiben muss, dass nun auch an Sets, mit denen man arbeiten kann, nicht viel bietet, wird so ein Film schnell visuell langweilig (Gepäckraum schön und gut, aber nach einer Viertelstunde hat man so ziemlich jede Ecke dort und jeden rumliegenden Koffer persönlich kennengelernt). Da das Script nun auch nicht gerade eine Armee von Terroristen vorsieht, sind auch die quantitativen Möglichkeiten für Actionszenen einigermaßen mau, und die, die geboten werden, sind dann auch qualitativ nicht der Rede wert, weil Merkin und seine Leute (i.e. Kampf-Choreograph Mickey Cassidy, ein zwar routinierter, aber auch nicht unbedingt herausragend distinguierter Stuntman) auch nicht wirklich wissen, wie man effektiv eine Kampfszene in einem begrenzten räumlichen Umfeld inszeniert – das sieht dann oft nur aus wie lustiges Ringelreihen und gegenseitiges am Ärmel ziehen im Clinch und ist eben eher langweilig.

Wie gesagt, trotz dieser Schwächen funktioniert ALTITUDE in dieser Phase einigermaßen leidlich, wenn man akzeptiert, dass der Film eher auf den „hide-and-seek“- denn auf den „auf die Omme“-Aspekt der Formel abstellt, aber was den Film fulminant versenkt, ist der dritte Akt, ab der Landung in den Rockys (die ja schon an und für sich dämlich genug ist). Nicht nur, dass die letzten 20 Minuten, wie weiter oben ja ausführlich dargelegt, so himmelschreiend idiotisch sind, dass sich mir nur beim Gedanken daran die Zehennägel aufkräuseln, es ist dann auch noch so schlampig gemacht. Keine Ahnung, ob die Produzenten nach Drehende verblüfft feststellten, dass für die Post Production und die Visual FX nur noch dreidollarfufzich vom Budget übrig geblieben waren und die Umsetzung der Effekte darum an den Nostalgiker-Club der C64-Freunde vergeben werden mussten, oder es ihnen schlicht und ergreifend egal war, dass das alles einfach nur scheiße aussieht, aber auf jeden Fall… The Asylum würden es nicht wagen, ihrer zahlenden Kundschaft mit diesen FX zu kommen (ich möchte nochmal ausdrücklich auf die Lande- und Startsequenz in den Bergen verweisen – da ist keine Struktur, keine Textur, keine räumliche Tiefe in den CGI, das sieht aus wie das erste grobes Demo, in dem noch ohne Details eine vage Previsualisierung angedeutet wird, und der Produzent sagte „bassd scho, des nehma.“). Furchtbar. Furchtbar. FURCHTBAR. In den knapp 20 Jahren, in denen ich mich jetzt schwerpunktmäßig mit B-Movies beschäftige, hab ich nie beschissenere CGI gesehen. Und das will was heißen.

Tja, und dann hätten wir natürlich noch das erfreuliche Thema „Besetzung“ abzuhandeln. Lassen wir jetzt mal großmütig beiseite, dass wir bei einem auf dem Cover primär herausgestellten Dolph Lundgren irgendwie schon gefühlsmäßig davon ausgingen, er wäre unser McLane-Charakter (oder wenigstens der Oberschurke) – ich komme noch zu seiner Rolle. Ich will jetzt nicht wieder klingen wie ein frauenfeindlicher Antifeminist, aber… weder Denise Richards noch Greer Grammer (an der Stelle: Glückwunsch an Kelsey zur Produktion einer heißen Tochter, aber zwei Watschn für den elterlichen Geschmack, was Vornamen angeht) sind auch nur entfernt glaubhaft als die taffen Superfrauen, die sie verkörpern sollen. Okay, Denises Charakter ist FBI-Agentin, aber, wie uns der Prolog ja dankenswerterweise erklärt hat, ist Geiselnahme-Verhandlung. Sicher, sie wird eine Grundausbildung nach FBI-Maßstäben haben, aber sicher keine große Erfahrung auf dem Gebiet hand-to-hand-combat in Situationen auf Leben und Tod, und trotzdem fährt sie, maximal 60 Kilo schwer, mit Typen Schlitten, die zweieinhalb mal größer und schwerer sind als sie. Jaja, suspension of disbelief und so, aber das ist ein Film, der zumindest vorgibt, in einem einigermaßen realistischen Universum zu spielen, und da fällt es mir schwer zu glauben, dass jemand wie Chuck Liddell (zu dem auch gleich noch) Denise Richards nicht auf die Intensivstation *kucken* könnte, geschweige denn hauen… Und für die noch zierlichere Greer Grammer, die sich zumindest alle Mühe gibt, zumindest eine fiese Bitch zu spielen, gilt das gleiche – sie als die Anführerin einer skrupellosen Gangsterbande zu sehen, ist praktisch unmöglich…

Chuck Liddell – da hat man nun einen legitimen MMA-Badass im Cast, der in Fights ein bisschen Credibility reinbringen könnte, und was darf er tun? Sich von DENISE RICHARDS (also etwas, was Chuck Liddell normalerweise als zweites Frühstück nach den Steroiden am Stück verputzt) seinen Hintern servieren lassen. Meine Fresse. Tja, und Dolph? Ich meine, grundsätzlich bin ich immer FÜR Dolph in einem Film. Ein Film mit Dolph ist automatisch besser als ein Film ohne Dolph, das gilt für Actionfilme wie für kirgisische Bauerndramen oder Dokumentationen über Bleistiftherstellung, aber wer, zum Geier, es für eine gute Idee hielt, Dolph für 80 % der Laufzeit hinter den Steuerknüppel eines Flugzeugs zu setzen, muss dringend öffentlich gezwölfteilt werden. Eine einzige kurze Kampfszene gönnt man dem Schwedenbitter, und die verliert er dann auch noch gegen ein Halbhemd wie Kirk Barker, den vermutlich selbst ein geriatrischer Zwergpinscher zu Zahnstochern verarbeiten könnte. Ja, ich kann irgendwo auch verstehen, dass Dolph im Herbst seiner Karriere auch gerne mal ne Rolle annimmt, die nicht primär auf seine physischen Qualitäten abstellt, aber Herrgottnochmal ,dann doch bitte irgendetwas Gehaltvolles und nicht die zweite Geige für eine unglaubwürdige Oberschüftin. Der Rest des Ensembles ist nicht der Rede wert (namhaft ist eh nur noch Lipnicki, und, wie gesagt, ich hatte schon während des Films keine Ahnung, wen der spielen soll).

Bild- und Tonqualität der Blu-Ray sind adäquat, Extras gibt’s keine.

ALTITUDE ist von allen Möchtegern-DIE-HARDS also fraglos der schlimmste, den ich bislang mitansehen musste. Da ist mir jeder AIR RAGE, jeder MACH 2 aus der Wynorski-Stock-Footage-Werkstatt erheblich lieber. It’s stupid, it’s ugly, it’s grotesquely miscast. Avoid.

© 2020 Dr. Acula


BOMBEN-Skala: 8

BIER-Skala: 3


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