A Savage Beast Goes Mad

 
  • Original-Titel: Kurutta yajû
  • Alternative Titel: Crazed Beast |
  • Regie: Sadao Nakajima
  • Land: Japan
  • Jahr: 1976
  • Darsteller:

    Tsunehiko Watase (Shin)
    Jun Hoshino (Mitoko)
    Takuzô Kawatani (Saburo/Sabu)
    Masako Araki (Masae/Fumiko)


Vorwort

Abt. Obskure Actionkost aus dem Land der aufgehenden Sonne

Manchmal findet man Sachen, die einen komisch vertraut vorkommen, auch wenn man sie definitiv vorher noch nicht kannte. Das nennt sich dann Déjà Vu. Solch ein Gefühl ist mir nicht fremd, das passiert mir tatsächlich öfters. Das kann mal bei einem Buch sein, dass ich lese, einer Unterhaltung, die ich mit Freunden führe, eine Serie, die ich schaue, oder, wenn auch eher selten, bei einem Film, den ich gerade sehe. Dieses Phänomen geht ja gemeinhin auf das Vermögen des eigenen Gehirns zur Assoziation zurück, der Kopf schafft durch Zuordnung des Gesehen/Gehörten/Gelesenen einen Kontext, den es eigentlich gar nicht gibt. Manchmal ist nur schwerlich auseinanderzuklabüstern, wie das im einzelnen Fall zustande kommt. Manchmal, wie hier, aber auch nicht. Denn A SAVAGE BEAST GOES MAD (im Übrigen ein Titel, der eigentlich nicht viel über den Inhalt aussagt, eigentlich sogar eher unpassend scheint; aber wer weiß schon, was sich die Verleiher damals dabei dachten) erinnert u.a. stellenweise an Spielbergs frühen SUGARLAND EXPRESS, den ich erst Anfang der 90er gesehen hatte und mir eine wohlige Erinnerung beschert. Die Thematik eines Busses, der unter der Kontrolle von Räubern auf der Flucht ist und dessen Fahrgäste um ihr Leben fürchten müssen, erinnert natürlich auch nicht von ungefähr an Jan de Bonts Megahit SPEED, auch wenn hier keine Bombe und keine Geschwindigkeitsuntergrenze im Spiel ist; der Zwang, immer weiter zu fahren und nie anzuhalten, wird hier nichtsdestotrotz transportiert. Und genau diese Tragik – Tragik deshalb, weil in solch einem Kontext schnell klar ist, dass es, gerade wenn man die vermeintlich Bösen als eher traurige und planlose Gestalten kennenlernt, eigentlich kein Happy End geben kann – zeichnet eben diesen Film wie auch des Spielbergs Frühwerk aus.


Inhalt

Der größte Unterschied zwischen Japan und dem Rest der Welt ist sicherlich, dass im Land der aufgehenden Sonne selbst Busse und Bahnen pünktlich fahren. So ist die Schuld, beinahe zu spät zu kommen, auch nie beim Fahrer zu suchen, sondern eben der jungen Frau, die auf den letzten Drücker angelaufen kommt und sich gerade noch zwischen den anderen Fahrgästen an Bord zwängt. Doch längst nicht jeder ist, trotz dieser außerordentlichen Pünktlichkeit, Bus-Fan, schon vorher erleben wir eine Frau am Telefon überrascht, als ihr Gesprächspartner davon kündet, dass gleich der Bus einfährt, und sie ihm entgegnet, warum er denn kein Taxi nehme. Und sie soll recht behalten, er hätte mal lieber das Taxi nehmen sollen. Denn in einem Bus ist man auf Gedeih und Verderb auch den anderen Fahrgästen ausgeliefert, was schon zu unschönen Alltagssituationen führen kann. Richtig enervierend kann es dann werden, wenn zwei glücklose Bankräuber das Vehikel entern und kurzerhand alle anderen Fahrgäste als Geiseln nehmen. Der mit Messern bewaffnete Sabu und sein mit einer Pistole herumfuchtelnder Kumpel Toshio wären wohl weit entspannter, wenn die Flucht vor den Alarmsirenen des Geldinstituts von der angenehmen Arbeitslast des Fortschleppens prall gefüllter Geldsäcke begleitet worden. Doch dem ist leider nicht so, weswegen sich in ihren Köpfen Frustration und Panik breit macht, die sich schnell auf ihre Mitfahrer überträgt. Ihr größtes Problem ist dabei nicht, dass sie ihre Mitfahrer auch mit Drohgebärden kaum zur Räson zu bringen vermögen oder nicht wirklich einen Plan haben, wo die Reise jetzt hingehen soll. Das Problem ist der Mann am Steuer, der Busfahrer. Denn sie wissen nicht, dass er an einem schwachen Herzen leidet und es mit ihm im dichten Verkehr von Kyoto, wie man inzwischen in der Zentrale diskutiert, zu einer Katastrophe kommen könnte, sollte er während der Fahrt einen Anfall erleiden – er ist eine tickende Zeitbombe! Doch bis dies geschieht, versucht ein Fahrgast den Helden zu spielen, worauf er von Sabu niedergestochen wird, was den Unmut der anderen Fahrgäste natürlich steigert und sie beinahe anfangen, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen – eine alte Hausfrau und eine junge Dame mit nervigen Schoßköter tun sich hier besonders hervor –, was die Situation kaum vereinfacht. Da der Bus inzwischen seine Route verlassen hat, wird die Suche nach ihm unter den mehr als tausend anderen Bussen für die Polizei zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und ganz allmählich spielt sich ein anderer Mann, der uns später als Shin vorgestellt wird, in den Vordergrund, der auffällig unaufgeregt in der letzten Reihe des Busses mit seinem Gitarrenkoffer sitzt. Bei einem Handgemenge geht dieser Gitarrenkoffer zu Boden, und es wird klar, dass auch er ein Ding gedreht hat, allerdings mit mehr Erfolg als die beiden glücklosen Geiselnehmer – der Koffer ist voller Juwelen. Der Stuntfahrer hat wegen Augenproblemen seinen Job verloren und mit seiner Partnerin Masae (oder Fumiko, wie sie in meinen Untertiteln genannt wird, bzw. ich hoffe, dass ich ihre Rolle richtig benenne) einen Juwelier ausgeraubt, um sich zur Ruhe zu setzen. Als die Polizei den Bus dann doch entdeckt, setzen die Nerven und das Herz des Fahrers schließlich aus, und Shin muss das Steuer übernehmen. Eine gnadenlose Jagd beginnt, in die sich schließlich auch Masae/Fumiko einmischt…

Besprechung:

Holla, die Waldfee! A SAVAGE BEAST GOES MAD (immer noch ein doofer Titel) macht in seinen knappen 78 Minuten Laufzeit ordentlich Dampf, auch wenn der Film sich erst sehr spät zu einer nervenaufreibenden Verfolgungsjagd mit der Polizei entwickelt. Er rückt den Bus sehr geschickt anfangs in den Fokus des Geschehens, fängt Bilder des normalen Alltags ein, bis er seine beiden Entführer als Raubritter der eher traurigen Gestalt einführt und an Bord des Verkehrsmittels erst einmal das Chaos die Führung übernimmt. Immer wieder schaltet das Skript rüber in die Unternehmenszentrale der Verkehrsbetriebe, die recht schnell von der Situation in Kenntnis gesetzt werden, aber keinen Plan haben, wie sie nun vorgehen sollen, da ein Bus unter mehr als tausend, deren Wege sich im Verkehr auch immer wieder kreuzen, eben sehr schwer zu finden ist. Der herzkranke Busfahrer ist dazu noch ein Risikofaktor, von dem nur sie wissen, die Entführer eben nicht. Das erinnert in seiner Unterteilung an etwa den 74er-Thriller STOPPT DIE TODESFAHRT DER U-BAHN 1-2-3 und funktioniert zuverlässig gut. Auch die Unruhe unter den Passagieren sorgt für zusätzliche Reibepunkte. Damit dreht der Film die Spannungsregler ziemlich schnell in die Höhe, bis sich diese in der ersten Eskalation ein wenig entladen. Dann schaltet Regisseur Sadao Nakajima merklich einen Gang zurück und rückt immer weiter Shin in den Fokus. Wenn der Film dann zur Rückblende ausholt, um seine Geschichte zu erzählen, haben wir die Halbzeitmarke schon geknackt. Während wir über die Hintergründe der glücklosen Bankräuber nicht viel mehr erfahren, wird seine Geschichte auserzählt. Als er wegen eines Unfalls beim Filmdreh gefeuert wird, ist er gleich doppelt im Arsch. Das schon fortschreitende Augenleiden muss dringend operativ korrigiert werden, aber es ist ihm dadurch auch nicht mehr möglich, zu arbeiten und das benötigte Geld dafür aufzutreiben. Er will deswegen auch Miyoko/Fumiko in die Wüste schicken, sie sei ohne ihn ohnehin besser dran. Doch da sie das kategorisch ausschließt, weiht er sie in seinen Plan ein und beschließt, nach erfolgreicher Geldbeschaffung mit ihr das Land zu verlassen. Er landet zur falschen Zeit am richtigen Ort und zwar, nachdem das Herz des armen Busfahrers, der eigentlich gar nicht mehr seinen Dienst ausführen dürfte, am Steuer des Busses, was die Situation an sich generell nicht viel verbessert, aber zumindest in dem Moment allen das Leben rettet. Doch zuvor muss er den Bus verlassen und ihm dann wieder hinterher jagen, weil eben noch die Juwelen an Bord verblieben sind. Von hier an tritt A SAVAGE BEAST GOES MAD (ist vielleicht Shin damit gemeint?) unbarmherzig aufs Gaspedal, immer wieder auch angetrieben von einem mitreißenden Fusion-Score, es entspinnt sich eine wahnwitzige Jagd und schon rast der Film dann auf die Zielgerade zu. Die Polizei hat den Bus, trotz Wechsel der Nummernschilder bei einem kurzen Zwischenstopp, aufgespürt und hängt mit einigen Motorrad-Polizisten an ihm dran. Unter diese mischt sich auch Miyoko/Fumiko, in der Hoffnung, Shin aus dem potenziellen rollenden Sarg herauszuholen. Hier wird der Film dann vom Entführungsthriller zum Chase-Movie mit jeder Menge anfallenden Blechschäden. Es tut sich auch einer der Motorrad-Polizisten als besonders hartnäckig hervor, was noch kurzfristig zum Running Gag ausgebaut wird.

Es ist vor allem faszinierend anzusehen, wie der Film in seinen verschiedenen Elementen so hervorragend funktioniert. Der Thrill, die Action, das Drama und die absurde Komik, die Nakajima immer wieder passgenau herausarbeitet, gehen hier Hand in Hand, ohne dass sich eines davon je wie ein Fremdkörper anfühlen würde. Die Entführer agieren dermaßen planlos, man hat schon schnell Mitleid mit ihnen, auch wenn Sabu einen Mann, der ihn überwältigen will, schwer verletzt. Denn auch er verfällt immer mehr in Panik, während die gebeutelten Fahrgäste in den ruhigen Momenten sogleich damit beginnen, sich gegenseitig auf den Senkel zu gehen, was hin und wieder in handfesten Streit ausartet. Die Szenen in der Schaltzentrale der Verkehrsbetriebe lenken dann wieder die Aufmerksamkeit auf das Schicksal des armen Busfahrers, der eigentlich gar kein solch schweres Gefährt mehr lenken dürfte, aber aus Mitleid seines Vorgesetzten, der ihn nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen wollte, eine im Normalfall stressfreie Strecke übernehmen durfte. Schnell finden sich hier auch Frau und Tochter des Mannes ein, der die Nerven behalten muss, um keine Herzattacke und keinen folgenschweren Unfall zu riskieren. Hier offenbart sich ein menschlich leicht nachvollziehendes Drama, welches durch seine möglichen Auswirkungen auf die Situation gleichzeitig als Spannungstreiber dient. Das ist schon sehr geschickt geschrieben und wird ebenso gekonnt durchexerziert. Auch unser Held Shin, der ja erst spät in den Mittelpunkt tritt, bekommt vom Skript das nötige Profil verpasst, um ihn zu verstehen und mit ihm zu fühlen. Er hat zwar auch ein Verbrechen begangen, allerdings gänzlich ohne Waffengewalt und bedrohendes Auftreten. Das macht es auch leichter, Sympathien für ihn zu entwickeln und nachzuvollziehen, warum Miyoko/Fumiko unbedingt bei ihm bleiben will. Zwar zieht der Film im letzten Drittel dann eine gewaltige, teils schon absurde Blechlawine hinter sich her, doch gerade wegen dieser Sympathien, dieser Schicksale, die einem eben nicht egal sind, bleibt die Spannung immer erhalten, es fällt einem leicht, hier bis zur finalen Tragödie mitzufiebern. Wenn am Ende dann die Fahrgäste vor der Presse sitzen und in stiller Übereinkunft Shins Geheimnis für sich behalten, was durch die Ehrlichkeit eines unschuldigen Kindes kurz torpediert wird, weiß man nicht, ob man nun lachen oder weinen soll. Und das ist für einen solch kurzweiligen, immer zwischen Tragik und Komik balancierenden Action-Thriller ein großes Kompliment.

Es hilft sicherlich enorm, dass der Film technisch derart kompetent in Szene gesetzt wurde. Die Kamera hat genauso einen Blick für das Stadtbild und die Gefahr, die ein mehrere Tonnen schwerer Bus abseits seiner Route hier im Straßenverkehr darstellt, wie auch für die intimen Augenblicke der Eskalation im Bus, wo sie immer nah an den Beteiligten bleibt. Der Schnitt ist vorbildlich, hektisch, wenn es angebracht ist, ansonsten sehr dynamisch und dem Fluss der sich entwickelnden Jagd angepasst. Hierbei braucht sich der Film hinter Jan de Bonts SPEED, der beim Thema Actionfilme mit Bussen wohl jedem als erstes in den Kopf schießt, nicht zu verstecken, auch wenn 18 Jahre zwischen beiden Filmen stehen. Aber ich würde jetzt nicht davon ausgehen, dass de Bont nun A SAVAGE BEAST GOES MAD tatsächlich gesehen hat; die Prämissen sind ähnlich, aber nicht in dem Maße, dass sich eine Kenntnis des Vorläufers bedingt. Ich gehe aber davon aus, dass der japanische Regisseur Sabu im Hinterkopf hatte, als er sein Debüt DANGAN RUNNER (1996) drehte. Es kommt hier zwar kein Bus vor, doch bietet der Film eine Verfolgungsjagd zwischen einem kleinen Angestellten, einem Junkie und einem Yakuza, die sich über den Film zum Selbstzweck, zur Flucht vor den eigenen Dämonen entwickelt. Denn genauso entwickelt sich die Flucht in A SAVAGE BEAST GOES MAD nicht in die Richtung eines konkreten Ziels, sondern einzig der Weiterfahrt, der Überwindung der sich häufenden Barrikaden und des eigenen Überlebens. Den entführten Fahrgästen ist letztlich vollkommen egal, ob die Verbrecher gefasst werden, das Prinzip von Gut und Böse wird schon während der Fahrt dekonstruiert. Auch in Sachen der absurden Komik, die immer wieder aufkommt, gleichen sich die Filme. Allerdings zieht Sabu die Grundidee in DANGAN RUNNER dann auch konsequent durch, gönnt seinen Protagonisten bis zum Ende keine Ruhepause. A SAVAGE BEAST GOES MAD weiß die seine dagegen auch gut zu nutzen, um seinen Antihelden einzuführen und zu beleuchten.

Regisseur Sadao Nakajima (*1934) war mir bisher kein Begriff, seine Filmografie umfasst die übliche Mischung aus Yakuzafilmen, historischen Action-Stoffen und einigem Pinky Violence, eben das, was man von einem Regisseur erwartet, der seit Ende der 60er bei Toei angestellt ist. Mit Actionstar Sonny Chiba drehte er u.a. die Anthologie MEMOIR OF JAPANESE ASSASSINS (1969), den Action-Krimi OKINAWA YAKUZA WAR (1976) und die Historien-Action DER SHOGUN UND SEIN SAMURAI (1979), die tatsächlich alle noch auf meinem Ungesehen-Stapel liegen (Schande über mein Haupt). Interessant hört sich auch die Filmreihe über die Verbrecherbande THE VIPER BROTHERS (1971-75) an, die mir bisher nirgendwo über den Weg gelaufen ist, zumindest aber in der OFDb Erwähnung findet, was allgemein voraussetzt, dass man ihr irgendwo auch habhaft werden kann; leider erzählen einen die Einträge nicht, wie oder wo. Zu seinen Pinkfilmen zählt auch Christina Lindbergs (THRILLER – EN GRYM FILM) dem Vernehmen nach eher unerfreulicher Ausflug nach Japan mit JOURNEY TO JAPAN (1973). In solchen Momenten wird mir klar, dass ich in Bezug auf das japanische Kino immer noch viel nachzuholen habe. Nakajima kam mit seinem Film DIE SEBURI-ERZÄHLUNG 1985 sogar mal nach Deutschland zur Berlinale, wo der Film für den Goldenen Bären nominiert war, auch wieder etwas, das ihn mit dem schon erwähnten Kollegen Sabu eint, der sogar schon viermal eingeladen wurde.

Hauptdarsteller Tsunehiko Watase (1944-2017) gibt seinen Antihelden Shin in der ersten Hälfte betont lässig, die Art, wie er sich in der letzten Reihe hinter Hut und Sonnenbrille nicht vom aufziehenden Chaos vor sich mitreißen lässt, lenkt schon bisweilen die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf ihn. In seiner Rückblende gibt er sich resigniert, und wenn er dann am Ende hinter dem Steuer des Busses sitzt, während alle Hoffnung, der Entführer und auch der Entführten, auf ihn ruhen, nähert auch er sich, je mehr er dank nachlassender Sehkraft den Überblick verliert, merklich seiner Schwelle zur bloßen Panik. Am Ende wartet auch auf ihn kein Ritt in den Sonnenuntergang, aber, soviel sei hier verraten, eben auch nicht Gefängnis oder Tod. Watase wurde im Mystery-Thriller Jiken (1978) als bester Nebendarsteller mehrfach ausgezeichnet. Und er spielte passenderweise von 1992-2015 die Hauptrolle in 37 Episoden der TV-Filmreihe TAXI DRIVER NO SUIRI NISSHI (übersetzt etwa „Gedanken aus dem Tagebuch eines Taxifahrers“). Bis auf Sabu(ro) hab ich leider Probleme die übrigen Rollen zuzuordnen. Dieser wird vom im China während des 2. Weltkriegs geborenen Takuzô Kawatani (1941-1995) gespielt, einem, wie man den IMDb-Eintrag entnehmen kann, sehr zuverlässigen Nebendarsteller, der in drei Jahren (1978, 1986, 1989) für insgesamt neun Rollen für den Japanese Academy Award nominiert war, aber die Trophäe nie mit nach Hause nehmen durfte. Hier gibt er den nah am Zusammenbruch befindlichen Räuber tadellos, rührt mit seinem tragischen Ende, dem dann sogar seine Mutter beiwohnen muss. Die anderen Darsteller geben sich genauso keine Blöße, da fällt keiner großartig ab.

Fassung:

Soweit ich das überblicken kann, ist A SAVAGE BEAST GOES MAD nur in Japan auf VHS wie auch auf DVD erschienen. Wer nach einem Bootleg mit englischen Untertiteln sucht, wird gewiss auch fündig werden. Ich würde mich persönlich auf ein Release des Films durch Arrow Video oder Eureka Entertainment, und natürlich noch lieber durch Rapid Eye Movies sehr freuen; die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Fazit:

Mit 78 Minuten erfreulich kurz gehalten und prall gefüllt mit Action, Drama und absurdem Humor dürfte A SAVAGE BEAST GOES MAD sicherlich auch Nicht-Japan-Fans abholen können, sofern die sich durch die Sprachbarriere nicht schrecken lassen. Er steht den Blechlawinen amerikanischer Filme dieser Zeit in nichts nach, erzählerisch ist er denen sogar weit voraus. Die gegensätzlichen Elemente des Films stehen sich zu keinem Zeitpunkt im Weg, sie sind im Gegenteil sogar so gut verzahnt, dass sie die Wirkung untereinander maximieren. A SAVAGE BEAST GOES MAD ist in gleichen Teilen spannend, ätzend komisch und dabei auch hochdramatisch. Wer den Film in die Finger bekommt, sollte ihn unbedingt mal antesten, ganz egal, wo die eigenen Präferenzen liegen, denn hier bekommt man einen Genre-Mix geboten, dessen Spagat von anderen Filmen oft versucht wird, aber nur sehr, sehr selten gelingt. So geht großes Unterhaltungskino!

4/5


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