2020 – TEXAS GLADIATORS


  • Deutscher Titel: 2020 - Texas Gladiators
  • Original-Titel: Anno 2020 – I gladiatori del futoro
  • Alternative Titel: One Eye Force
  • Regie: George Eastman, Joe D'Amato (nur einzelne Szenen)
  • Land: Italien
  • Jahr: 1983
  • Darsteller:

    Al Cliver (Nisus), Harrison Muller (Jab), Daniel Stephen (Catch Dog), Peter Hooten (Halakron), Hal Yamanouchi (Red Wolfe), Sabrina Siani (Maida), Donald O’Brien (The Black One), Isabella Rocchietta (Kezia)


Vorwort:

Wettlauf gegen die Zeit könnte man das nennen: ich habe dieses Review seit Urzeiten auf Halde, seit wann lässt sich leider nicht mehr 100%ig nachvollziehen, müsste 2011 gewesen sein, ich hab das, wenn ich mich recht erinnere, damals ziemlisch zügisch nach ENDGAME – DAS LETZTE SPIEL MIT DEM TOD (https://badmovies.de/reviews/endgame-das-letzte-spiel-mit-dem-tod) angefangen, aber irgendwie nie fertiggeschrieben. Nun geht das Jahr 2020 auf schnellen Socken dem Ende entgegen, wäre also toll das noch vor Jahreswechsel abzuschließen, schließlich verrät uns der Titel dieses Corpus delicti wie sich italienische Filmemacher der 80er sich dieses Annöchen mal vorgestellt haben. Nun muss man wissen, dass die beiden Streifen sehr viel miteinander zu tun haben, selbes Team, vergleichbarer Cast, back-to-back geschossen, damit wie prädestiniert für Badmovies.de. Wir erinnern uns, in ENDGAME verkloppte George Eastman zusammen mit Al Cliver unter tatkräftiger Unterstützung von Laura Gemser die Mutanten (d.h. die bösen Mutanten, Laura Gemser war ja ein „guter“ Mutant). Regie führte unser aller Liebling Joe D’Amato, das Ergebnis war für D’Amato-Verhältnisse tatsächlich nicht das schlechteste. Halbwegs routiniert gedreht, relativ viel Action, sympathischer Cast, trotzdem genug Bräsigkeiten, somit durften Trash-, Italo- UND Endzeit-Fans gleichermaßen auf die Kosten kommen.

Nun sitzt D’Amato wieder auf dem Regiestuhl (diesmal aber nur in den Actionszenen), George Eastman zwar nicht als Darsteller aber der dafür an der Non-Action-Regie, wieder Endzeit, wieder Aldo Florio am Drehbuch und wieder Al Cliver und Hal Yamanouchi am Start. Auf Laura Gemser werden wir zwar leider verzichten müssen, dafür sind andere Bombasten des schlechten Films mit am Start wie Peter Hooten (ORCA – DER KILLERWAL, KOMMANDO SCHWARZER PANTHER, FANTASIES), Harrison Muller jr. (BRONX EXECUTIONER, SÖLDNER-ATTACK und SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT, wann ich den endlich mal rannehme?), Sabrina Siani (ATOR – HERR DES FEUERS, MONDO CANNIBALE 3 und DAS SCHWERT DER BARBAREN) und last but not least Veteran aller Klassen Donald O’Brien (PACO – KAMPFMASCHINE DES TODES, TROLL 3 und FRANKENSTEIN 2000) als Bösewicht. Auch diese Besetzung kann sich sehen lassen, Gemse hin, Eastman her. Erstaunlicherweise hat der Film in gewissen Kreisen einen gewissen Stellenwert und sogar als einen der besseren Endzeit-Filme bezeichnen, andere hassen ihn abgrundtief (wie die Flausköbbe). Wo ich mich einordne, werden wir nach dem Review hoffentlich wissen.

Bleibt nur noch ein klitzekleines Problem, der Film wurde in verschiedenen Fassungen veröffentlicht. Mit liegen sowohl die deutsche DVD-Fassung vor von NEW als auch das englische Tape von VTC (auf dem erschien schon ENDGAME), beide sind unterschiedlich cut, die DVD noch mehr als das, das Review wird im Wesentlichen auf der VTC/Filmtown-Fassung basieren, die soweit ich sehe, komplett ist mit Ausnahme von zwei Szenen. Eine Uncut-Fassung war nicht aufzutreiben (ich weiß, ich hätte genug Zeit gehabt), in Deutschland gibt’s den Film als Bonusfilm zu URBAN WARRIORS, auf DVD schon länger. Eines kann ich euch schon mal versprechen – das Ding wird nichts für zartbesaitete Gemüter sein und das sogar in den Cut-Fassungen.

Inhalt:

Wo wir gerade von Zensur sprechen. Bereits nach ca. 15 Sekunden – ja, der Film kommt schnell zum Punkt – haben wir in der deutschen Fassung den ersten Schnitt. Jemand tötet jemand anderen durch Messerwurf in die Stirn. Komisch, dass gerade diese Szene daran glauben musste, denn andere Szenen, die wesentlich krasser sind, sind dringeblieben. Jedenfalls darf der Getötete doof aus der Wäsche kucken.

Wie auch immer. Wir befinden uns in der fernen, fernen Zukunft des Jahres 2020, d.h. so wie sich unsere Filmemacher das vorgestellt haben. Texas und der Rest der Welt kann nur noch hoffen auf die „Rangers“, die im postapokalyptischen Lone Star State Recht und Ordnung dort aufrecht zu erhalten suchen, wo es sie eigentlich nicht mehr gibt. Wie es so weit kam wird zwar nicht gesagt (das gesetzlich vorgeschriebene Voice-over fehlt), aber es war halt mal wieder Krieg der Unteilbaren und die letzten noch lebenden Menschen haben sich in ihre Reservate verzogen. Unser Heldenteam bekommt nicht so wirklich eine Backstory, unsere selbsternannte Broforce zieht offenbar von Ort zu Ort als Rächer der Enterbten und scheint sich irgendwie mit dem nötigsten zu versorgen, natürlich ohne böse Dinge zu tun, sie sind ja die Guten.
Was ich normal nicht tue aber hier fast nicht umhinkann, stelle ich unser Heldenteam vor: Da haben wir Nisus (Al Cliver), der hier mehr aussieht wie Nick Nolte und quasi der Anführer der Brigade ist, dann Jab (Harrison Muller) aka der Typ mit der 80er Jahre Krausel-Matte und quasi sein Stellvertreter, Catchdog – nein, nicht CatDog – (Daniel Stephen) mit einer eigenen Agenda auf dem Schirm, Halakron (Peter Hooten) als der Typ der erst später wichtig werden wird und last but not least Red Wolfe (sic, Hal Yamanouchi) als stummer Krieger der halt auch irgendwie am Start ist der sich für den Messerwurf verantwortlich zeigt.

Unsere Supermänner werden sogleich Zeugen, wie die wild gewordenen Mutanten stilecht mit globber-grünen Tromaville-Gedächtnisgesichtern eine Kirche angreifen und schänden. Da wir es alle ja sowieso nicht anders wollen darf das nicht ohne eine wundervoll geschmackbefreite Orgie an Brutalitäten über die Bühne gehen. So darf der ohne Umschweife Pfarrer vom Mob ans Kreuz genagelt werden (die karmische Strafe für jeden Pfarrer bekanntlich), D’Amato und Eastman haben die Doppeldeutigkeit hinter dem Wort „nageln“ messer- oder soll ich sagen nagelscharf auf den Punkt gebracht (gibt’s die im Italienischen auch?), spielverderbenderweise entzieht sich eine der Nonnen diesem so oder so gearteten Schicksal, indem sie sich mit einer herumliegenden Glasscherbe die Kehle aufschlitzt (aua). Diese Szene ist die eine in der englischen Fassung beschnippelte Szene, ich frage gar nicht erst warum gerade die. Wir sehen, wie sich einer der Perversen nekrophilerweise sogleich auf die Nonne stürzt, wir wollen ja keine Gemeinheit auslassen. Unsere Helden, die nun in voller Zahl agieren und aus Gründen gesteigerter Sexiness unisono oben ohne agieren, betreten nun die Kirche (und die offensichtlich haben alle durch verschiedene Eingänge die Kirche betreten, scheint ziemlich groß zu sein) und bringen sich gaaaaanz laaaaaangsam strategisch in Position. Wie in der Endzeit gesetzlich vorgeschrieben führen sie allerlei Kriegsgerät mit sich rum, etwa auch Munitionsgurte für nicht vorhandene Maschinengewehre etc. Drehen die heute noch einen Vietnam-Film? Sie sehen sich die Vergewaltigerei usw. aus sicherer Entfernung an und beschließen den Angriff zu einem Zeitpunkt, wo es den Opfern auch nicht mehr viel bringen wird. Helden die einen retten, sind ja auch etwas zu viel verlangt.

Mit Revolvern und Gewehren wird die Urgroßenkelbrigade des Marquis de Sade beschossen, was den Tumult erstaunlich schnell auflöst, man könnte meinen, die würden mehr Widerstand leisten. Mit Rauchbomben (!!!) nebeln sie die Wüstlinge ein und beginnen, sie gladiatorenmäßig zu verkloppen (wenn man nur Munition dabei hat, die nicht passt), nur ein Grüner erwehrt sich, kann aber durch geschicktes Augenausstechen zur Räson gebracht werden. Red Wolfe schlägt mit höchster Präzision mit seinem Katana um sich. Okay, das waren jetzt je nach Fassung 5 bis 7 Minuten reine Meuchelei, Leute mit gutem Geschmack dürfen jetzt wieder einschalten (oder ausgeschaltet lassen). Dass sie übrigens dem gekreuzigten Pfaffen nicht zu Hilfe kommen finde ich ganz schön pöh, als wir den zuletzt gesehen haben, hat er noch gelebt. Oder wurde der offscreen putt gemacht?

Alle noch bzw. wieder da? Dann ist Zeit, nach den Opfern zu sehen. Viel ist von der Glaubenskongregation nicht übriggeblieben, außer einem Berg entstellter Leichen. Jab findet eine Überlebende, die oben ohne auf der Bank liegt, deckt sie aber zu, um sie vor lüsternen Blicken seiner Mitgenossen zu schützen. Ich bilde mir ein, die Szene ist in der deutschen Fassung länger. Catch Dog findet ein Goldkettchen, das man vielleicht noch gebrauchen kann. Oben ohne und Goldkette passt gut zusammen, frag jeden beliebigen Gangster-Rapper. Jab wird von einem Outlaw in einen Hinterhalt gelockt, kann ihn aber mit seinem Revolver abknallen, bevor schlimmeres passiert. Catch Dog findet eine leicht bekleidete Blondine, die das Ganze zwar halbwegs unbeschadet überstanden hat, dafür aber völlig verängstigt ist. Sie wird uns später als Maida bekannt werden. Maida – maid, I see what you did there.

Da jeder der Ranger einen eigenen Raum untersucht (ich wiederhole mich: ziemlich große Kirche) und er mit ihr allein ist und offensichtlich schon lange nix derart Delikates mehr vor die Flinte bekommen hat, geht Catch Dog dazu über, diese Situation schamlos auszunutzen, der Sabber läuft ihm schon aus dem Mund. Er wirft seine Machete weg und kommt hyper gierisch auf die junge Lady zu, Nisus kommt ihm dazwischen und gibt ihm wegen Nichteinhalten des Ehrenkodexes usw. einen Tritt in die Schmisse, Catch Dog lässt sich das nicht gefallen und stürzt sich mit seinem Messer auf ihn, wird aber schnell überwältigt. Die besten Freunde der Welt, scheint mir. Halakron ist entsetzt, das mitansehen zu müssen und reißt Catch Dog sein offizielles Ranger-Halskettchen runter, damit ist er keiner der „Guten“ mehr und wird vom Rest der Truppe in die Wüste geschickt. Der Mann hat SEHR früh im Film die Seiten gewechselt.

Nisus nimmt sich des Mädchens an und ist sofort von ihr verzaubert. Er macht ihr klar, dass in dieser Zeit jeder Mann Blut an seinen Händen hat und man hart kämpfen muss, um in dieser Welt zu überleben. Maida will das nicht so ganz akzeptieren: Sie lehnt die Zerstörung ab und kann es nicht gutheißen, dass für ihn nur Auge um Auge Zahn um Zahn gilt. Sie schlägt stattdessen vor, Sachen aufzubauen. Wie du in einer solchen Welt was Vernünftiges aufbauen willst wie Bob der Baumeister, vor allem wenn du gerade so mal eben mit dem Leben davongekommen bist, musst du mir verraten. Man führt weiter Grundsatzdiskussion, Nisus meint, wer tötet, der muss auch getötet werden (das bedeutet in letzter Konsequenz, die Weltbevölkerung auf Null oder mit ganz viel Spitzfindigkeit auf Eins zu reduzieren, was Nisus vielleicht gar nicht mal so schlecht finden würde). Maida kriegt ihren Moralischen und meint, dass der Killer eines Killers auch ein Killer ist. Immer diese Spaßbremsen. Aber Nisus hält sie immerhin zugute, nicht wie ein Mann auszusehen, der tötet. Äh, liegt nicht der Verdacht schon durch seine Rolle als Ranger nahe? Er HAT definitiv jemanden getötet, das soll er ruhig zugeben. Und später wird sie das auch nicht mehr stören und sogar selbst zur Waffe greifen. Aus mir komplett unerfindlichen Gründen meint sie, dass Nisus vertrauenswürdig aussieht. Ich muss ernsthaft an ihrem Verstand zweifeln.

Entgegen meines ersten Gedankens weiß Maida TATSÄCHLICH, wo es die Dinge zum Aufbauen gibt. Die Leute, die man dafür braucht, sind gerade mal läppische drei Tage von hier entfernt. Erstaunlich, dass sie solche Dinge so genau weiß, aber man muss nehmen, was man kriegt.
Sie gehen also zu der besagten Stadt, ohne dass man uns den Weg dorthin zeigt. Die Stadt ist vom Atomkrieg erstaunlich unbeschadet geblieben ist und scheint auch andere Kleidungsvorschriften zu haben, sie arbeiten dort entgegen meiner ersten Vermutung tatsächlich (Al Cliver mit Latzhose Baustellenhelm rult!) und hier gibt es auch eine Kommandozentrale. Beobachtet werden sie von den Argusaugen einer grimmig dreinguckenden Motorradgang, die das schlimmste im Schilde zu führen versucht. Dieser fiesen Gang hat sich kein Geringerer als Catch Dog angeschlossen, was für ein Zufall, so sieht man sich wieder. Die harten Gangs, alle mit dem bekannten Endzeit-Look – Lederkluft, Augenklappe, Wumme – schauen bedeutungsschwanger einem UPS-Laster zu. Okay, die wollen unseren Helden ans Krawattel, haben wir kapiert. Der Professor vom Dienst ™ labert irgendwas, wie der Druck richtig eingestellt werden soll. Ein Arbeiter hat sich beim Druck jedoch verschätzt und bekommt den heißen Dampf ins Gesicht. Nisus und der Broff stürmen sofort hinzu. Hoffentlich lernt man daraus und nimmt beim nächsten Mal bloß noch kalten Dampf.

Während Nisus die Maschinen wieder richtig einstellt (watch his manpower!) hören wir wieder die düstere Endzeit-Mucke. Das Schild warnt uns schon: „Danger Exsplosive“ (Schreibung wie im Original) und weil’s so schön ist wird uns dieses Schild gefühlte 150 Mal gezeigt, denn warum einen Fehler einmal zeigen, wenn man ihn trölfzigmal zeigen kann. Maida – inzwischen mit familiärem Anhang – und die anderen harren in sicherer oder nicht so sicherer Distanz aus. Das Schild wird immer nasser und das Baro- oder Thermometer (lässt sich nicht klar eruieren) geht nach oben. Nisus dreht nun schon gefühlt eine Stunde am Ventil, nun hat sich doch endlich was getan, was genau kann ich nicht genau sagen, jedenfalls jeder eine Sirene los und ein (overimposetes?) Blaulicht. Jedenfalls sind jetzt alle happy und feiern ihren Helden, dass die Gefahr nun vorbei ist. Ja, Nisus ist toll, ich habe niemals daran gezweifelt.

Die Outlaws um Catch Dog starten ihre Zündapps, das Mädchen in der Schaltzentrale kriegt das über ihre Kopfhörer mit (wieso???) und schlägt sofort Alarm. Augenklappe stößt einen markerschütternden Kampfschrei aus und der Trupp fährt auf die Stadt zu, wo alle Männer inzwischen zu den Gewehren greifen. Die haben ein ganz schönes Arsenal, ist ja auch Texas, wo das Second Mndmnt auch in der Endzeit patriotische Geltung hat. Chaotische Unordnung, dann nimmt man hinter den Stacheldraht-Befestigungen Platz und wartet auf den großen Kampf. Die meisten kämpfen mit doch recht altertümlichen Waffen bis maximal 1930, ein Girl hat sogar eine fette Tommy Gun aus dem Gangsterfilm, leider nur mit Stangen- nicht mit Drum-Magazin. Einer ist ganz altmodisch und feuert ein spätantikes Maschinengewehr (ihr wisst schon, die Dinger zum Kurbeln, da ist Kaiser Wilhelm noch persönlich drangesessen). Die Biker haben sich inzwischen verhundertfacht, sind aber trotz zahlenmäßiger Überlegenheit Kanonenfutter für unsere Helden, Gestorben wird viel, aber eher unblutig (kostet ja alles Geld), nur zwei Typen werden völlig aus dem Rahmen fallend mit blutigen Einschüssen abgefrühstückt. Catch Dog und seine Ische sehen sich das aus sicherer Entfernung an.
Nisus packt sogar sein Sniper aus (das nenne Verbreitung!) und verpasst damit Dogs Weggefährtin ein drittes Nasenloch, die sich aber wenig überzeugend an die starke Schulter anlehnt, anstatt vom Bike zu kippen. Dogs Schulter muss magnetisch sein oder so was. Warum allerdings Nisus nicht einfach Dog weggepustet hat, vermag ich mir nicht zu erklären. Dog scheint das ohnehin kaum zu stören, er braust einfach mit ihr auf dem Sattel ab. Damit hat man zwar die Schlacht, aber nicht den Krieg gewonnen.

Werfen wir einen Blick in den UPS-Truck, darin befindet sich der offizielle Oberschurke des Films, „The Black One“, im Deutschen „der Schwarze Satan“ (zitter), kein Biker sondern ein ganz mieser, hinterlistiger, glatzköpfiger, faschistischer und hemmungslos überagierender Militärdiktator, der – öfter mal was Neues – die Weltherrschaft an sich reißen will. Der hat auch gleich seine Leibstandarte mitgebracht (zwar mit Gasmaske, aber ohne SS-Rune auf dem Helm wie in ENDGAME), diese bringen sich hinter ihren Plexiglasschildern in Position, wobei Plexiglas hier relativ ist, denn die tragen hier nur die Umrandungen mit sich herum. Den Konstrukteur würde ich gerne mal kennenlernen. Damit sind die Schilder NOCH lächerlicher sind als die dreieckigen in THE APPLE und das ist eine große Kunst. Nun könnte man meinen, dass Plexiglasschilder ohne Plexiglas in etwas so praktisch sind wie ein Klo ohne Klo, doch die Burschen haben einen hervorragenden Trick drauf, sie stecken ihre MPs durch die Löcher, was nichts daran ändert, dass die Kugeln unserer Helden (mit lächerlichsten Cartoon-Effekten), an einem offenbar elektrisch erzeugten Schutzschild abprallen. Irgendjemand hat das Schutzschild erstens eingebaut (was bestimmt nicht einfacher ist als durchgehend Plexiglas zu verwenden) und zweitens auf Fire-Through One Way Only eingestellt. Warum einfach, wenn man es auch kompliziert machen kann?

Nisus wird getroffen und geht zu Boden, während wir über sein Schicksal nur spekulieren können, packt einer der Mooks seinen Flammenwerfer aus (ich sehe und staune) und macht Ramba Zamba, was der Motorradgang die Gelegenheit gibt, die Festung durch sinnlose Biker-Stunts zu stürmen. Hat der Oberbösling mit ihnen einen Deal, dass sie sich für ihn in die Schlacht werfen? Scheint so, denn später rüsten sie sich auch zum Kampf wenn der Black One zum Angriff befielt, aber was haben sie davon? Nun haben die Pösen wieder die Oberhand und vergreifen sich gleich mal an der holden Weiblichkeit. Einer der Evil Guys (mit Bart und futuristischem Brustpanzer) begibt sich in ein Haus, wo die Mama ihren Sohn vor den sexuellen Avancen des Ankömmlings schützen möchte. Offenbar vergeblich. Woanders läuft eine Tussi mit dem geilsten Future-Outfit, das ich jemals gesehen habe (äußert knapp und man sieht die Titten durch), durch die Gegend und nimmt einem alten Tattergreis seine Spieluhr (!) ab. Einem Opa die Spieluhr klauen, das nenne ich mal ne miese Aktion. Der alte Lustgreis ist von ihr betört, sie legt ihn nichtsdestotrotz kaltblütig um. Jemand anders wird an einer Hochspannungsleitung gegrillt.

Nisus – schwer verletzt am Auge – rappelt sich wieder auf, muss aber in die Gesichter seiner gefallenen Gefährten blicken. Er schnappt sich ein Gewehr und schließt sich mit Maida (samt Balg) kurz und betritt auch kurz das Haus der älteren Frau mit Sohn. Der Sohn ist durch nicht näher geklärte Umstände hops gegangen, Nisus merkt, dass er nicht viel für sie tun kann und überlässt sie ihrem Schicksal, ein wahrer Held. Nisus wird von zwei Cowboys entwaffnet und in eine Prügelei verwickelt und brüllt Maida zu, sie soll abhauen. Sie kommt jedoch nicht allzu weit, da sie sich sofort den Gasmaskenträgern gegenübersieht. Nun blickt sie auch wenig erfreut Catch Dog ins Antlitz. Während Nisus nun im Kuhstall an einem Wagenrad (!) festgebunden wird, testet Augenklappe die Reißfestigkeit von Maidas Kleidung, sie wehrt sich nach Leibeskräften. Gemeinerweise wird nun Nisus aufgeweckt (dieser blöde Sekundenschlaf immer) und wird mit Messer an der Kehle gezwungen, sich anzusehen, was auch immer Augenklappe mit Maida anstellt. Bin ich froh, dass ich mir das nicht ansehen muss.

The Black One schwingt nun eine große Rede vor den besiegten Dorfbewohnern. Er und seine Männer sind die „New Order“ (als ob Hulk Hogan & Co. sich das einfach so widerspruchslos gefallen lassen würden) und sie sind die einzigen, die nach dem atomaren Fallout in der Lage sind, die Ordnung wiederherzustellen. Schließlich sind sie vom Schicksal dazu auserkoren, über diesen Planeten zu herrschen und schwört uns ein auf die Tugenden Fleiß, Zucht und Disziplin und darum hält er es auch für das Beste, dass ab jetzt alle für ihn Sklavenarbeit leisten (ja, der Typ ist Nazi, ich hab’s kapiert).
Einer der neuen Arbeitsdrohnen erlaubt sich anzumerken, dass es keinen rationalen Grund gibt, seine väterlichen Ratschläge zu befolgen, wird aber durch einen dumpfen Schlag in die Magengrube eines Besseren belehrt. Da sich nun niemand mehr findet, der dem Black One noch zu widersprechen gedenkt, hat er gleich noch mehr Gesetze für sie parat. Unter anderem werden unverheiratete Männer und Frauen voneinander getrennt, vermutlich für irgendwelche Herrenmenschen-Zuchtprogramme oder so. Nisus platzt der Kragen und so stürzt er mit Gebrüll auf die Gasmasken los, kann sie mit einem Satz überspringen (!) und sticht irgendwen ab (ist es Augenklappe?), er wird mit ein paar gezielten Schüssen schnell niedergestreckt. Na toll, jetzt haben wir keinen Helden mehr. Wie soll die Story nun weitergehen? Maila erweist ihm die letzte Ehre, Film aus, Ende.

Nein, noch nicht. Völlig ohne jeglichen Zusammenhang kommen wir zur plagiierendsten Szene des Films, in irgendeinem Saloon spielt irgendwer gegen irgendwen russisches Roulette (erinnert euch das an irgendwas?) Lasst mich raten: als erster stirbt der Typ mit dem roten Stirnband? Jupp, genauso ist es, er pustet sich mit Schmackes das Zerebrum aus dem Bimbus. Okay, ein Spatzenhirn weniger, damit ist der Welt sicher geholfen, aber das beantwortet noch nicht, was die Scheiße soll. Ein paar Leute flippern oder spielen Arcade-Games Marke frühe 80er, Playstation 5 sieht anders aus. Zwischendurch immer wieder Durchsagen bzgl. einer gewissen „Megaforce 3“ (autsch). Da taucht plötzlich Halakron auf, gedresst als fieser Cowboy, stilecht in der bewährten amerikanischen Kameraperspektive (mit Kanone). Auch Jab hat sich in diesen Saloon verirrt, steht aber etwas abseits an der Bar und genießt die Aussicht auf die vollbusigen Mädchen, der notgeile Sack. Halakron begibt sich davon unbeeindruckt zum Russisch-Roulette-Tisch und erspäht dort ein Kettchen, dass er an sich reißen möchte. Mich soll der Schlag treffen, wenn das nicht mal Catch Dog gehört hat. Der Überlebende des vorherigen Spiels meint, er hat es gewonnen, er hat sogar noch einen größeren Gewinn gemacht. Wenn er das alles beim russischen Roulette gewonnen hat, dann ist er entweder der größte Duselbauer auf Erden oder hat so viele Tricks drauf, dass Halakron sich am besten gleich so die blaue Bohne geben kann. Die Kamera schwenkt inzwischen auf die etwas trübselig dreinblickende Maida. Keine Ahnung wie die hierhergekommen ist. Hat er die vom Black One gestohlen?

Halakron ist blöd genug, zu spielen, solange der Preis stimmt. Er zieht ein Säckchen mit Diamanten (?) heraus und fragt allen Ernstes was das Spiel ist (du Bimmelkopp bist so DOOOO-HOOOOOF, „Fang den Hut“ wird’s wohl nicht sein). Der Typ lädt wortlos aber elegant die Kanone, das muss als Antwort reichen. Den ersten Versuch hat der alteingesessene Champion, hat jedoch Massel und kann die Faustfeuerwaffe weitergeben (ohne „Mau“-Schreie zwischendurch – ich bin schwer enttäuscht). Halakron hält das Ding rotzfrech in die Luft während er abdrückt, auch wenn keine Patrone rauskommt fühlen sich die anderen Leute etwas vergackeiert ob dieses Bescheißerles.

Halakron hat seine dreisten zwanzig Minuten und sagt, dass nun die Runde wieder am Gegner ist – Widerstand ist swaglos, denn Jab hat bereits seinen Schießprügel auf ihn angesetzt. Ich weiß nicht, ob ich das in einem feindlichen Saloon tun würde, aber sein Gegner ist verblödet genug, sich das Schießeisen an die Schläfe zu setzen und abzudrücken – sehr zur Freude von Halakron, denn sein Gegner perforiert sich eindrucksvoll ein neues Knopfloch ins Hirnkastel und dabei hätte er nur minimal anders zielen müssen und Jab getroffen. Ein riesen Depp und zurecht tot kann man da nur sagen, Darwin-Award des Jahres für diesen Dösbaddel. Da bricht im Saloon eine wilde Schlägerei los (wenn keiner Schusswaffen dabei hat, macht das sicherlich Sinn) als wären sie sie in Bad Spencer auf dem Tärenz Hill. Einen beabsichtigten Joke erleben wir jedoch, wo zwei Cowboyhut-Träger weiter Karten spielen, obwohl der Tisch schon zerdeppert ist. Joe und George, ihr seid Genies! Jab und Halakron haben mit den paar Flachzangen natürlich keine Probleme, werden aber vom Sheriff einkassiert, der sie für die ganzen Zerstörungen, die sie angerichtet haben, für muntere zehn Jahre Steinekloppen verknacken will. Illegales Glücksspiel scheint in dieser Endzeit hingegen keinen mehr zu jucken.

Der Black One kann die Angelegenheit gar nicht vergnusen, denn das sind bereits Anzeichen einer Revolte (der Kerl ist ganz leicht paranoid). Er händigt Catch Dog ein Säckchen mit, nein nicht Murmeln, Actionfiguren oder Krokodil aus, um ihn dazu zu motivieren, nun auch noch restlichen Rangers zu plätten. Catch Dog ist so eine miese Kameradensau, der würde wohl auch seine Mutter für drei Groschen ins Straflager der Geschändeten verkaufen. The Black One will auf keinen Fall, dass jemand der Helden irgendwelche Berge überquert. Catch Dog verlangt für diesen schweren Einsatz das doppelte seines üblichen Preises, unser Uniform-Junkie will das aber erst rausrücken, wenn die ganzen Ranger tot sind. Zähneknirschend akzeptiert Catch Dog.

Inzwischen sind Jab und Halakron im Steinbruch, wo sie wie Daltons Steine klopfen müssen, unter strenger Überwachung von einem Typen mit Cowboyhut UND Gasmaske (diese Kombination habe ich auch noch nicht oft gesehen). Die Gasmaske scheint aber einen Grund zu haben, denn er untersucht auch mit Geigerzähler die Felsen, was aber für mich dann die Frage aufwirft, warum 1. alle anderen hier komplett ohne Schutz rumlaufen und 2. ob ein Strahlenschutzanzug nicht auch ne töfte Investition wäre, wenn das Areal so gefährlich ist.

Der Wachposten macht ihnen die Fesseln ab und erklärt ihnen die Spielregeln für ihr Gastspiel, Fragen werden mit einem herzlichen Klaps in die Magengrube beantwortet. Also an die Spitzhacken und los, dankenswerterweise hat man ihnen immerhin ein Staubtuch spendiert, Corona kann kommen. Kaum haben sie angefangen, gibt es auch schon wieder Pause und für eine Minute was zu trinken (diese postapokalyptischen Arbeitslager haben eindeutig zu lasche Vorschriften), ein etwas älterer Gefangener ist den Strapazen nicht mehr gewachsen und schafft es nicht mal mehr bis zur H2O-Ausgabe, der Aufseher ordnet aber sadistischerweiser an, ihm nicht zu helfen. Jab kann sich eine solche Gemeinheit nicht ansehen und nimmt den Wassereimer, um seinem Mitgefangenen eine Kühlung zu verschaffen, wird durch die Peitsche des Aufsehers aber jäh dabei gestört. Er bezieht einiges an Dresche und wird dazu gezwungen, schätzungsweise fünf Zentner Salz zu fressen. Da haben sie ihm die Suppe aber ganz schön versalzen!

Wer sich gefragt hat, was Red Wolfe in der Zwischenzeit so treibt, der bekommt nun die Antwort. Er schleicht sich ninjaesk an einen Möchtegern Wild-Bill heran und säbelt ihm die Gurgel durch. Rettung naht offenbar. Jab ist an seinen Armen gefesselt und wartet auf seine Folterung (haben Eastman und D’Amato per Zeitmaschine die Vorabpremiere von RAMBO 2 gesehen?) Red Wolfe verschafft sich per Wurfmesser Zugang zur Höhle (woher er weiß, wo die Typen abgeblieben sind und was er die ganze Zeit über gemacht hat wissen nur Zeus & Co.) Dann murkst er hinterrücks noch einen Wächter ab und ja, er lässt das Messer wie im Slasher Licht reflektieren. Nachdem alle bis auf den Scheffe abgemurkst sind, nimmt man die Beine in die Hand zwecks Flucht, Jab ist weiterhin in seiner misslichen Lage gefangen, Scheffe trinkt vor Jabs Augen genüsslich sein Wasser, während Jab schon droht, vor Dehydrierung zu Staub zu zerfallen und der Aufseher pisst gepflegt in den Wassereimer. Nun hält er die Zeit für gekommen, Jab von dem köstlichen Getränk schmecken zu lassen, der tritt ihm jedoch in die Eier und nimmt in mit seinen Haxen in den Schwitzkasten (dann hättest du Trottel ihm vielleicht doch die Füße zubinden sollen!) Ein paar Tritte später ist er unschädlich. Halakron taucht auf und gibt Jab erst mal wohlmeinend was von dem Wasser (Narrhallamarsch!), was Jab aber ausspuckt und sich von Halakron wegtragen lässt.

Man begibt sich an Bord einer bewährten apokalyptischen Monsterkarre (aber nicht die aus ENDGAME, die hätte nämlich keine Türen) und braust ab in die texanische Steppe. Plötzlich taucht ein Biker auf, Jab – der Lucky Luke der Endzeit – hat bereits sein Gewehr geschultert und erledigt ihn mit einem gezielten Schuss, damit ist es aber nicht getan, da bereits die restliche Gang hinter ihnen her ist. Car Chase Time! Von unüberwindbaren Bergen umgeben sieht man sich in der Falle und fühlt sich genötigt, auszusteigen und per pedes das Weite zu suchen. Hinter den Felsen verschanzt kommt es zu einer wilden Schießerei, wo Catch Dog ein tragbares Laser-Geschütz auspackt (!!!), mit patentierten „Pjew pjew“-Soundeffekten, die am besten dann losrattern, wenn der Schütze grade nicht im Bild ist (spart Kosten fürs Aufkopieren der Laser-Effekte). Nach kurzem Hin und Her ist die Ballerei auch schon wieder zu Ende und man geht getrennter Wege, was dazu führt, dass zunächst mal so gut wie gar nichts passiert, Halakron labert ein bisschen mit Maida, aber das war’s auch schon. Mann, diese unfassbar schlechten schauspielerischen Leistungen, v.a. bei Maida, ächz. Jab stapft etwas durch das apokalyptische Felsen-Wasteland, bis er in der Ferne am Berg zwei Gestalten erblickt. Fast schon aufgegeilt zieht er seine Machete und macht sich auf die Pirsch.

Er tötet offscreen (nanu? Bisher war der Film doch auch eher freizügig in Sachen Gewalt) einen Henchman und nimmt ihn auf die Schulter, um ihn huckepack zu tragen. Ein anderer Mook vergräbt mit einem Tomahawk (!) Dynamit im Sand. Inzwischen schließen sich Jab und Halakron wieder kurz. Jab deponiert den von ihm getöteten Mook vor Halakrons Füßen, der ihm mit einem großen Stein (offscreen) den Schädel zertrümmert. Ich habe keine Ahnung, was diese Aktion gebracht haben soll. Nach meinem Dafürhalten war der definitiv schon tot, bevor Jab ihn aufgegabelt hat. Catch Dog schnappt sich inzwischen sein Gewehr und zerschießt damit das Dynamit (und ich dachte immer, dafür braucht man einen Zünder), sodass der halbe Berg einstürzt. Irgendein Typ, mit einer Zahnlücke so groß, dass man eine Boeing 737 durchschicken kann, findet das voll knorke. Soll er doch. Halakron erwürgt einen schlecht geschminkten Typen mit einem Stück Draht, muss aber feststellen, dass er sich am Beinchen verletzt hat. Catch Dogs Blick fällt auf den Heini mit dem zermanschten Schädel, er hat offenbar das Pendel bei sich, das Halakron damals beim Russischen Roulette gewonnen hat (hä?) und zerstört es mit ein paar gezielten Schüssen aus seinem Revolver während uns das grelle Sonnenlicht blendet. Fragt mich nicht, was das nun wieder gebracht haben soll, der Film wird echt immer blöder und blöder.

Er kann nun beim Black One die Meldung machen, dass man von ihnen nichts mehr zu fürchten braucht, sie sind alle unter einem Berg Steinen begraben. An der Stelle fällt es mir schwer durchzublicken, selbst ein Blinder mit Krückstock muss gesehen haben, dass die Rangers davongekommen sind, also entweder verarscht Catch Dog nun ganz offensichtlich den Black One (aber was hat er davon beide Seiten zu betrügen?) oder er hat nun doch wieder die Seiten gewechselt (davon haben wir aber nix mitgekriegt) oder er sitzt einer kolossalen Fehleinschätzung auf (und das KANN kein Mensch glauben, dass die Dynamit-Aktion die Rangers vernischtet hat). Alle Anzeichen sprechen dafür, dass Variante 3 zutreffend ist. The Black One bricht jedenfalls in ein unnachahmliches evil laughter aus, das derart schräg ist (im wahrsten Sinne des Wortes), dass es pures Gold ist (muss man gesehen haben, im Prinzip das Highlight des Streifens).

Unser Heldentrupp – bestehend aus Jab, Halakron, Maida und Red Wolfe (der bis jetzt immer noch kein einziges Wort über seine Lippen gebracht hat) stapft weiter durch die Botanik. Nach gefühlten fünf Stunden der Wanderung kommen sie plötzlich an eine Lichtung und werden unsanft begrüßt. Hatte der Film jetzt einen oder eher mehrere Durchhänger, jetzt schraubt er den Kackefaktor derart in die Höhe, dass einem die Luft wegbleibt. Denn unsere Helden treffen einen Stamm Indianer (!!!), noch dazu solche, die erkennbar von einem kaukasischen Schlag Menschen, bevorzugt Italienern mit schlecht sitzenden Perücken gespielt werden. Worte können nicht beschreiben, wie unfassbar scheiße das aussieht. Ich habe im italienischen Schotterfilm schon vielen bekloppten Shit gesehen, aber diesmal haben Joe und George den Vogel endgültig abgeschossen.

Die Ranger sind in ihrem Wald nicht willkommen und so bringen sie sie er mal zum Stammeshäuptling, d.h. alle bis auf einen, Red Wolfe hat sich mal wieder ins Unterholz verdrückt und sich so der Gefangennahme entzogen. Im Indianerdorf (das aus schätzungsweise maximal drei Tipis besteht) versucht Halakron gleich zu verhandeln bittet nur um ein paar Männer, um den Kampf gegen den schwarzen Mann und seine Schergen aufzunehmen, man ist ja schließlich ein Volk, ein Stamm etc. Die Indianer sind aber ein friedliches Volk und wollen keinen Streit, dennoch führt für Halakron kein Weg an ihnen vorbei. Wie wir und sie (?!) bereits wissen, haben des schwarzen Führers Sturmtruppen Schutzschilde, die sie gegen Kugeln immun machen. Die Indianer haben aber das passende Gegenmittel – Pfeil und Bogen (nein, unmöglich, das tut ihr mir nicht an, ARGH!!!)

Die Indianer werden daraufhin zwar hellhörig, bleiben aber vorerst bei ihrem Standpunkt, dass sie nichts zu gewinnen und alles zu verlieren haben. Jab wirft ein, dass man mit diesen Feiglingen nur wertvolle Zeit verschwenden würde, das packt die welchem Stamm auch immer die zugehören sollen bei der Ehre und man spielt dann bewährte „Einer von uns gegen einen von euch“-Spiel (wobei Red Wolfe jetzt plötzlich wieder mir nichts dir nichts dabeisteht, der Film ist doof). Jab hält Wolfe davon ab, in den Ring zu steigen, sondern will die Sache, als harter Bursche der er ist, selbst in die Hand nehmen. Jab bekommt es mit dem messernden Wortführer der Truppe zu tun (der das Messer immerhin fairerweise in den Boden gesteckt hat, damit beide es erreichen können, er war aber schneller). Jab kann nach anfänglichen Problemen die Oberhand gewinnen, verschont aber seinen Widersacher.

Damit hat er seine Tapferkeit unter Beweis gestellt und die Indianer erklären sich bereit, für sie das Kriegsbeil auszugraben, was unmittelbar bei unserem schwarzen Bösewicht Alarm auslöst. Die Kommunikationskanäle im postapokalyptischen Niemandsland sind wirklich beeindruckend, da können Twitter & Instagram nicht mithalten und das OHNE Fallout-Frühlingswind. Eine von Black Ones Amazoninnen will die Gelegenheit nutzen, um das ominöse Pendel zu stehlen (ich dachte, das ist im Arsch und wenn nicht, wie kommt es dann hierher? Oder gibt’s mehr davon?) Sie wird unterbrochen und an die Front zurückgeschickt, denn Kanonen wollen gefüttert werden. Black One ist etwas angepisst, dass die Ranger ihm jetzt doch das Leben schwer machen wollen und lässt seinen Frust sogleich an Catch Dog aus. Der hat’s auch nicht besser verdient. Und die Sirene ist so laut, dass sie glatt Black One’s Gebrülle übertönt.
Die Helden mit Indianern an Bord fahren auf ihren Pick-ups Richtung Dorf (ist die Monsterkarre in der Werkstatt?) Nach gefühlten anderthalb Stunden Knarrengepose mit den Bikern und Catch Dogs Führung stürmen die beiden Parteien aufeinander ein, wobei die Schildträger den ganzen Weg zu Fuß laufen müssen – es ist scheiße, ein gesichts- und plexiglasloser Mook zu sein.

Endlich am Ziel angekommen bilden sie eine Mauer, sogar der Kommandant persönlich inspiziert die vorderste Front (sportlich!) und spricht deutlich aus, was er von seinen Feinden hält („these primitives“). Er ist ob der Tatsache, dass man es nun mit Indianern zu tun bekommt, sichtlich angewidert, der alte Monopolist. Der ausgeheckte Plan, die Plexi-Schergen mit Pfeilen zu vernichten, haut hin (das ist so… argh!) Da die außerdem mit ihren Maschinenpistolen NIX treffen, können die Reiter locker durch die Barrikade durchbrechen. Ich lobe poetic justice, wenn ich sie sehe. Zu allem Überfluss klemmt jetzt auch noch die Laserwaffe von Catch Dog. Du weißt, du hast verschissen, wenn…

Alles rennt und hetzt, Jab stürmt das eine Haus, wo das arme kleine Girl von vorher noch numsitzt, wobei er erst an einer Amazone vorbeimuss, die er mit seinem Gewehr ins Jenseits befördert. Wolfe kloppt sich inzwischen wie ein Verrückter mit dem Typen, der den Lustknaben getötet hat. Wolfes Machete haut aber den stärksten Mann um und die gequälte Mutter nimmt Rache in Form einer Schrotflinte, mit dem sie ihm eins vor den Latz knallt. Die Lady ist tough (der Bluteffekt ist aber mal wieder mega-scheiße). Maida rennt in einem äußerst knappen Cowgirl-Outfit etwas ziellos durch die Gänge, bis sie auf Catch Dog trifft, der auch nicht so recht zu wissen scheint, wo er hinwill. Sie feuert auf ihn, er kann sich wegducken und bricht in ein manisches Grinsen aus als er feststellt, dass bei Maida Ladehemmung herrscht. Wie wir wissen, wer sich zu früh freut, freut sich meistens umsonst. Als er sich brüllend mit der Machete auf sie stürzt, springt ihr Halakron mit seinem Schießprügel zur Seite und mit einer weiteren Ladung Schrot erlöst sie ihn von seinem Leid.

Nachdem unsere halbnackte Kampfamazone von vorher auch noch dran glauben muss, kommt der obligatorische „Are you alright?“-Dialog mit Halakron. Der zu erwartende „Nicht Jab erschießen“-Joke darf natürlich auch nicht fehlen. Der aber zu meiner Überraschung DOCH erschossen wird – und zwar von unserer Plexiglas-Armee aus dem Hinterhalt. Jetzt treffen die also plötzlich doch und zwar aus einer beachtlichen Entfernung und sie hätten dabei auch Halakron und Maida erschießen müssen. Enter die Indianer, die mit ihnen kurzen Prozess machen (wobei WIEDER alle Kugeln ins Leere gehen, Indianer sind also gegen MP-Feuer immun, haben wir wieder was gelernt). Jab bekommt natürlich auch noch den obligatorischen „Die in your arms tonight“-Moment mit Halakron, wir wollen schließlich kein Klischee auslassen. Zum Andenken nimmt sich Halakron das Kettchen mit (dessen genaue Bedeutung für den Plot mir zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht klar ist).

Halakron, doof wie er ist, hält den Horror nun für überstanden, hat jedoch vergessen, dass auch der Black One noch unter den Lebenden ist und etwas ziellos durch die Häuserzeilen stapft. Will er den 4. Weltkrieg auf eigene Faust führen? Er schafft es immerhin aus dem Hinterhalt, inzwischen mit einem Schild ausgerüstet, Halakron anzuschießen. Maida feuert mit ihrer Shot Gun auf ihn, der Schutzschild hält dem aber mühelos Stand. Selbst Red Wolfes Feuersalven vom Balkon eines Hauses an können dem Black One nur ein müdes Arschbackenrunzeln abringen. Black One hat zwar eine Knarre, feuert damit aber nur auf den Balkon und nicht auf unsere völlig ohne Deckung dastehenden Halakron und Maida. Für den selbsternannten kommenden Weltherrscher reichlich deppert. Glücklicherweise fällt bei dem Schusswechsel eine Axt aus ihrer Verankerung, Halakron greift sich das Ding geistesgegenwärtig und wirft den Oberschurken damit ab, was ihn in die Knie zwingt. Das ging einfach.
Im Dorf herrscht allgemeiner Jubel und Trubel, auch die Indianer, die das Finale erstaunlich unbeschadet überstanden haben, dürfen mitfeiern. Das kann nur bedeuten: die Welt bzw. Sexas ist gerettet, Maida bleibt bei ihrem Kind im Dorf, die Indianer gehen zurück zu ihrem Wald und unsere Helden, von denen nur Halakron und Red Wolfe das Filmende erlebt haben, reiten raus in die weite Prärie.

Analyse

Fürchtet ihr den schwarzen Mann? – Nein, nein, nein. – Wenn er aber kommt? – Dann laufen wir davon! Während ich bei ENDGAME noch zubilligen musste, dass der Film bei weitem nicht so schlecht ist, wie wir es von Joe D’Amato gewohnt sind, stellen wir hier fest, dass alles beim Alten ist. 2020 TEXAS GLADIATORS ist eine über weiteste Strecken hochdebile Angelegenheit, die sämtliche Register des italienischen Dünnbrettbohrertums zieht. Leider kann 2020 in Sachen Unterhaltungswert mit ENDGAME nicht ganz mithalten. Insgesamt ist die Filmwelt nach der Apokalypse (deren Wesen uns nie näher spezifiziert wird), noch erstaunlich unzerstört und bewohnbar und das, muss ich zugeben, ist nicht unbedingt die schlechteste Idee. Während in anderen Endzeit-Heulern immer gleich alles am Arsch ist, haben wir hier noch halbwegs stabile Architektur etc., dass aber auch nicht ganz unkomplexe Technik wie die Nachrichtenübertragung noch anstandslos funktioniert, finde ich sportlich. Ein paar futuristische Elemente wurden dabei auch eingebaut (Catch Dogs Laserkanone und Halakron Monsterkarre), die jedoch deutlich geringer ausfallen als in vergleichbaren Konkurrenzprodukten. Das muss ich aber gleich wieder zurücknehmen für viele Idiotien des Skripts, die den Streifen wieder auf das Niveau führen, was wir von D’Amato kennen.

Zunächst mal bemerken wir, dass 2020 im Prinzip eine klassische Westerngeschichte ist, die man in die Endzeit verlegt hat. Damit hält der Film auch nicht lange hinterm Berg, sondern spielt seine Westernklischees freimütig aus. Da haben wir Prügeleien im Saloon, im Grunde friedliebende aber trotzdem im Weg stehende Indianer, Cowboys, Ranger, eine Chain Gang usw. Das ist mit Sicherheit dadurch gerechtfertigt, dass die Chose in Texas spielt, wo alles wieder in die Zeiten des Wilden Westens zurückfällt, aber natürlich so klischeehaft, dass eine Steigerung nur noch schwer vorstellbar ist. Zusätzlich „angereichert“ wird das Ganze noch um die Nazis in Form vom Black One und seinen Schergen (im Gegensatz zu Endgame benutzen sie keine derart plakative Symbolik, Black Ones Reden würden jedoch dem Führer persönlich warm ums Herz werden lassen). Ich denke, uns allen sollte klar sein, wie ernst wir diesen ganzen Quatsch nehmen sollten. Herausgreifen will ich noch mal die Indianer, die einem durch ihre lachhafte Darstellung die Schamesröte ins Gesicht treiben, aber überraschenderweise das Finale, soweit ich sehe, ohne nennenswerte Verluste überleben und sogar mit unseren Helden den Tag retten dürfen. Black One scheint sowieso ihnen wenig entgegenzusetzen zu haben, finde ich ja toll, aber ich meine wieso hat er sie nicht schon längst ausgerottet, wenn er doch schon aufm Weltbeherrschungstrip ist? Nicht dass ich das hätte sehen wollen, aber der Black One war doch jetzt nicht direkt für besondere moralische Skrupel bekannt?
Die Russisch-Roulette-Szene ist an Dreistigkeit bestenfalls noch durch Bruno Mattei und Claudio Fragasso bei CONTAMINATOR zu übertreffen, was Dreisteres fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Selbst Karl-Theodor zu Guttenberg würde sich verlegen in die Ecke stellen. Vielleicht sollte man die Macher des Films mal bei sich zu Hause auf ein Spielchen einladen und dann persönlich jede Runde aussetzen.

Das Drehbuch ist selbstverständlich Schweizer Käse: Warum zum Teufel sind die Schilder (OHNE Plexiglas) undurchdringlich gegen Kugeln aber wehrlos gegenüber Pfeilen und Äxten? Was soll der Steinbruch-Subplot, der für die Handlung schlicht und ergreifend keine Relevanz hat? Was genau hat sich Catch Dog dabei gedacht, als er dem Black One berichtet hat, dass die Rangers putt sind? Was hat es mit diesem blöden Umhänger/Pendel/wasauchimmer auf sich? Soweit ich sehe, soll es irgendeine wichtige Bedeutung für Catch Dog und dessen Beziehung zum Team zu haben, aber welche? Und warum sind dann alle anderen Charaktere, auch außerhalb des Teams, dahinter her?
Was durchaus eine zumindest mittelgroße Überraschung ist, ist Al Cliver mir nichts dir nichts mitten im Film umgebracht wird. Sollte er nicht eigentlich der Star sein? Somit hat der Film technisch gesehen keinen durchgängigen Protagonisten, erst im letzten Drittel kristallisiert sich Halakron als der Held raus. Das ist zwar ein überflüssiges Gimmick in einem Endzeit-Heuler, aber man nimmt was man kriegt. Sonst beschweren wir uns auch immer, dass Filme nie was Ausgeflipptes tun. Im Abspann bekommt Al Cliver trotzdem das Top Billing. In ENDGAME hat er doch auch bis zum Ende durchgehalten. Ein erstaunlicher Zug ist ebenfalls, Catch Dog gleich von Anfang an den Verräter spielen zu lassen und dies nicht erst mitten im Film zu etablieren, macht den Streifen aber auch nicht viel besser.
Die weiteren Charakterbeziehungen wollen mir ebenfalls nicht in den Kopf, nehmen wir Red Wolfe, ich meine der hat mit dem ganz Rest strenggenommen nix zu tun und taucht immer nur zu völlig beliebigen Punkten auf und veranstaltet Schaschlik, unterstütze ich ja im Prinzip, aber wieso das so ins Drehbuch reinschreiben?

Technisch müssen wir schon deutliche Abstriche machen. Ausstattung ist teilweise völlig daneben (die Schilder habe ich angesprochen, auch die Kampfanzüge der Truppen sind ziemlich übel), auch die restlichen Waffen rekrutieren sich aus Opas Mottenkiste. Besonderen Lächerlichkeitspreis gewinnt Catch Dogs Laserkanone, die ihm selbstverständlich nicht viel bringt. Für Fetischisten von post-apokalyptischen Kostümen wird wieder mal alles aufgeboten, besonderes Highlight sind die Kampfamazonen. Beim Schutzschild-Effekt muss man sich mal wieder auf die bewährte Cartoon-Trickkiste verlassen, auch das Set Design der Kirche lässt etwas zu wünschen übrig. Vieles spielt einfach nur in Wald und Wiesen bzw. in einer Industrieanlage, ich als Industrieanlagen-Fetischist finde das natürlich toll, aber alles in dem Film ist natürlich auf Sparflamme produziert, keine Location wird optimal genutzt, fast als hätte man es erwartet. Da nicht on location gedreht wurde darf natürlich niemand irgendwelche Wahrzeichen von Texas erwarten, aber wer hätte das auch getan?

Zum Gewaltfaktor muss ich noch einiges sagen, die dargebotenen Grausamkeiten sind in der Tat nicht ohne und verdienen wie selten die Klassifikation „selbstzweckhaft“, ja ich weiß, kommt in den besten Familien vor, aber hier muss man schon einiges vertragen können, wem MAD MAX schon zu prutal war, der wird hier sein blaues Wunder erleben. Für D’Amato ja nicht untypisch, wenn man den Rest seiner Vita kennt. Das gibt dem Film natürlich diesen Sleaze-Anstrich, allerdings verschießt der Film sein Sleaze-Pulver ziemlich schnell am Anfang, offenbar wollte man im Opening aufs Ganze gehen. Dafür verläuft der Rest des Films relativ unblutig, der Gedanke war wohl eher Geld zu sparen, die Effekte sind primitiv aber halbwegs wirkungsvoll, sprich man ist entsprechend angewidert, technisch überzeugend ist es nicht unbedingt. Manche Effekte taugen wiederum gar nix: Ganz mies ist die Erschießung per Shotgun gegen Ende, warum immer die arme unschuldige Tomatensoße dafür herhalten muss, weiß ich nicht. Tiefpunkt der Effektkunst dürfte das Einschussloch auf der Stirn von Catch Dogs Rockerbraut sein, das ist noch nicht mal Schnaas-Niveau. Die sexuelle Gewalt gegen Frauen bzw. gegen Wehrlose kann einem sauer aufstoßen, Menschen mit gutem Geschmack sollten gewarnt sein. Ja, man kann sich immer auf den Standpunkt stellen, dass in der Endzeit, wenn die Spirale der Gewalt mal losgetreten ist, solche Sauereien passieren, aber muss man das wirklich immer unbedingt sehen? Von Joe D’Amato wissen wir: Ja, muss man. Erstaunlich ist: beim Tod des Oberschurken wurde zuerst eine Variante gefilmt, wo er das Hackebeil in die Rübe gekriegt hat, doch das hat man durch eine entschärfte Version ersetzt. Meinten die im Ernst, DAS hätte die Grenze überschritten? Die Denkweise mancher Leute werde ich wohl nie verstehen.

Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank wie sie zu erwarten sind. Ihres ständiges Macho-Gepose (auf das George Eastman offenbar besonders viel Wert gelegt hat), wirkt ziemlich lächerlich. Darsteller-Riege strotzt nur so vor B-Prominenz:
Al Cliver (eigentlich Pierluigi Conti, geboren in Ägypten) war Star in allem was das italienische B-Kino bieten konnte und Standard-Darsteller bei Fulci, ich nenne jetzt mal nur WOODOO – SCRECKENSINSEL DER ZOMBIES, ÜBER DEM JENSEITS, SCHLACHT DER CENTURIONS, MURDER ROCK, WHEN ALICE BROKE THE MIRROR und DEMONIA, auch für Jess Franco war er am Start, etwa bei JUNGFRAU UNTER KANNIBLEN oder bei Deodato (WAVES OF LUST). Ich muss nicht zu viele Wort zu ihm verlieren, das können andere viel besser (z.B. hier: https://www.deliria-italiano.org/film-allgemein-f28/stars-exploitation-cliver-t1240.html). Seine Stahlfresse ist legendär und auch hier öfter zum Einsatz gebracht (aber ich bilde mir ein weniger als in Endgame). Er hat sich 1990 leider zurückgezogen und verdingt sich inzwischen ganz entgegen seinem Image als Schreiner und Möbelverkäufer.
Harrison Muller (Jab) kommt nur auf 10 IMDB-Einträge, am prominentesten wohl SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT, hier ist er mit perfekter 80er-Matte am Start.
Daniel Stephen (Catch Dog) hat immerhin eine Karriere, die die frühen 90er überdauert hat. Trashologen könnten ihn aus LAST WARRIOR – KÄMPFER EINER VERLORENEN WELT kennen.
Peter Hooten war in den 70ern TV-Darsteller (u.a. die Waltons), verdingte sich bei ORCA – DER KILLERWAL und (dem originalen) INGLORIOUS BASTARDS. Den stahlharten Waffenbruder gab er immer wieder. Aus dieser Sicht klar ein logisches Cast.
Hal Yamanouchi ist verdienter Trash-Veteran, wir kennen ihn alle aus SINBAD OF THE SEVEN SEAS (mit Lou Ferrigno) und FIREFLASH. Bei Endgame habe ich ihn schon entsprechend gewürdigt. Er muss hier nichts weiter tun als sein Schwert zu schwingen und tut das vorzüglich. Er ist bis heute aktiv.
Sabrina Siani (Maida) wurde immer wieder gecastet für Barbarenfilme (ATOR 1, SCHWERT DES BARBAREN), auch MONDO CANNIBALE 3 darf sie sich aufs Revers schreiben. Ende der 80er/Anfang 90er hörte sie mit der Filmerei auf. Danach verliert sich ihre Spur. Sie hat hier nicht mehr als zu tun als sich als Damsel in Distress konsequent retten zu lassen.
Über Donald O’Brien (hier konsequent falsch als „Donal O’Brien“ geschrieben) habe ich mich bei FRANKENSTEIN 2000 schon geäußert. Dem Mann war echt nix zu peinlich. Er spielte alles, was der Italoschmodder bereithielt, Spaghetti-Western (u.a. auch in KEOMA, den Tornhill wird’s freuen), Kannibalen (NACKT UNTER KANNIBALEN), Söldner (INGLORIOUS BASTARDS) und Action-Geballer (PACO). Ich habe sein Schauspiel in Frankenstein 2000 schon nicht wirklich als zurückgenommen in Erinnerung, aber wie er hier auf die Kacke haut, ist echt der Wahnsinn, seine Performance ist alleine schon ihr Eintrittsgeld wert, es hätte noch mehr davon sein dürfen. Natürlich passiert das alles jenseits von jeglicher Geschmacksgrenze, aber die hatten wir ja noch nie, oder? 1980 hatte er einen schweren Unfall und dadurch bedingt eine starke Gehbehinderung, 2003 starb er. Den Fans des Italo-Kinos wird er immer in Erinnerung bleiben und dieser Film hat sicher seinen Anteil daran.

Bleiben noch Eastman und D’Amato. Zu D’Amato – hier nur in den Actionszenen auf dem Regiestuhl – brauche ich nicht mehr viel sagen. Er war zeitlebens selbst für das Niveau des Italo-Trash noch erstaunlich unfähig, Endgame war da tatsächlich ein relativ positiver Ausreißer nach oben. Wir stellen fest, dass George Eastman, den wir natürlich alle als Menschenfreund in ANTHROPOPHAGUS kennen, es (wenig überraschend) auch nicht besser kann, der Film entwickelt natürlich zu keinem Zeitpunkt irgendwas wie einen Spannungsbogen oder so, wenn sich der Film nicht in seinen Gewaltszenen weidet dann hat er Mühen, irgendeinen Drive zu entwickeln, der größte Durchhänger befindet sich im Mittelteil. Ich denke man merkt, bei welchem Meister George Eastman gelernt hat. Doch 1. haben wir nichts anderes erwartet und 2. gehört das auch irgendwo zum „Charme“ dieser Werke mit dazu. Es war nicht die einzige Regiearbeit von George Eastman, auch LIZARD – DIE TOTALE MUTATION steht zu Buche, ebenso BESTIALITA, aber damit hat sich‘s. War vielleicht auch besser für manche.

Fassungstechnisch habe ich mich schon z.T. geäußert, beste Fassung ist derzeit die DVD von WGF/Schröder (dort als Bonusfilm zu Urban Warriors). Der Film ist komplett uncut, im Gegensatz zu „Limitierten Uncut-Edition“ (argh!) von NEW, die derart dreist auf dem Cover lügt, wie man es nur selten erlebt. Auch die alten Geiselgasteig-Tapes sind cut, aber die dürften sowieso unerschwinglich sein (würde mich mal der genaue Börsenpreis interessieren, die sollen doch immer so schweine-teuer sein). Wenn schon VHS dann kann man auch halbwegs mit dem britischen VTC/Filmtown-Tape (Grundlage des Reviews) leben, die Ansage, es würde nur eine Szene fehlen, scheint nach meinem Dafürhalten zu stimmen. Bild und Ton sind natürlich dem Alter entsprechend, aber bei solchen Filmen ist das auch nicht verwunderlich. Blaustrahl gibt es meines Wissens nicht.
Auf Video erschien der Film jeweils ungeprüft, die WGF/Schröder-DVD ziert das alte FSK-Logo („nicht freigegeben unter…“), d.h. der Film wurde damals, aber seitdem nicht wieder, FSK-geprüft. Die Indizierung wurde zu meinem Erstaunen anstandslos aufgehoben, sprich keine Folge-Indizierung ausgesprochen und das obwohl der Film nicht nur sehr brutal sondern auch ziemlich zynisch und gemein ist und sich die Gewalt nicht selten gegen Schwächere richtet. Und dass wo auch dagegen völlig harmlose Bruceploiter wie ABSCHIED VON DER KILLERKRALLE (Exit the Dragon, Enter the Tiger) folgeindiziert wurden. Wenn man glaubt, man hat die Zensoren endlich verstanden dann tun sie doch wieder was, was diesen Glauben völlig unterläuft.
Zum Produktionsjahr gibt’s wieder mal unterschiedliche Ansichten, während die Ofdb 1982 vermeldet ist sich die Imdb mit 1983 sehr sicher, ich habe mal 83 gelassen. Einen der Alternativtitel („One Eye Force“) verstehe ich übrigens auch nicht, ist doch gar kein Zyklop dabei?

Fazit: 2020 TEXAS GLADIATORS ist kompletter Trash, an dem sich objektiv kaum ein gutes Haar lassen lässt: beschissenes Drehbuch, miese Darsteller, lachhafte Ausstattung, D’Amato-typische Geschmacksentgleisungen der üblen Sorte und leider auch viele Längen. Allerdings stehen für den Trash-Fan ein prominenter B-Cast, viele unfreiwillige Lacher und Kopfpatsch-Momente (Russisches Roulette!) zu Buche, sodass man sich als Trashologe mal auf die Suche machen kann. Einen starken Magen sollte man aber mitbringen. Bewertungstechnisch nicht ganz einfach, für mich sind es nach allem Für und Wider so ca. 4 Bierchen, da der Film nicht wirklich ein Schenkelklopfer ist, allerdings bin ich bereit für Donald O’Brien ein Bier draufzuhauen, seine Show ist einfach nur zum Beömmeln. Für die nächste Trash-Party würde ich aber ENDGAME vorziehen. Your mileage may vary on this one. Es bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: War das Jahr 2020 wirklich so beschissen wie der Film das vorausgesagt hat? Antwort: Nein, war es nicht. Es war viel schlimmer. Das war mein kritischer Jahresrückblick.

In memoriam Doc, RIP (er wäre vorgestern 50 Jahre alt geworden).

  • Er hätte den Mund nicht so weit aufreißen sollen.

  • Al Cliver, Gesicht aus Stahl. Hier verzieht er wenigstens mal eine Miene.

  • Hal Yamanouchi. Erwartet bloß nicht, dass er auch nur einen Ton sagt.

  • Immer diese religiösen Fanatiker.

  • Mit der Maske kann er bei TROLL 2 auch mitspielen.

  • Kein Italoschmodder ohne Nunsploitation.

  • I guess he nailed it.

  • Mehr 80er als bei Jab geht nicht.

  • Das hätte ins Auge gehen können.

  • Unsere Rangers, da kannst du jede Broforce heimschicken.

  • Maida. Sie hält einen Charakter der von Al Cliver gespielt wird für vertrauenswürdig. Äh ja…

  • Erstaunliche Technologie für Endzeit-Verhältnisse.

  • „Tach Frau Hansen, Firma Röhrich Gas, Wasser, Scheiße…“

  • Wo Endzeit ist, sind Biker nicht weit. Wenigstens irgendwer, der Spaß dran hat.

  • Automatische Rechtschreibkorrektur ist in dieser Zeitlinie leider nie erfunden worden.

  • Cooler als Catch Dog geht nicht. Das Ding in seiner Hand soll übrigens eine Laserwaffe darstellen

  • Das mit dem dritten Auge hab ich mir immer anders vorgestellt.

  • Ich wusste doch immer, dass die nur Schlechtes im Schilde führen!

  • Unsere Helden waren Feuer und Flamme.

  • „The Black One“ – na ja, eine schwarze Uniform trägt er.

  • Plagiatsanzeige bitte jetzt abgeben.

  • Es kann wenigstens nicht viel kaputtgehen.

  • Die Lieferschwierigkeiten der PS5 machten sich bemerkbar.

  • An Covid-19 stirbt er jedenfalls nicht.

  • Rambo musste einen kleinen Abstecher nach Texas machen.

  • Und wenn alles kaputt ist, die futuristische Monsterkarre fährt immer!

  • Der Bösewicht ist wirklich ein sehr schräger Typ.

  • Indianer… nicht.

  • Das nenne ich mal ne schicke Kampf-Uniform.

  • So schlecht scheint er die Postapokalypse nicht zu finden.

  • Ein echter Bösewicht braucht keine Armee und kämpft allein.

  • „I’m a poor lonesome cowboy, far away from home…“

  • DVD von WGF/Schröder (mit Urban Warriors)

  • britisches Tape

  • deutsche DVD


BOMBEN-Skala: 8

BIER-Skala: 5


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