Willkommen!
 

Redneck Zombies

REDNECK ZOMBIES

Redneck Zombies

USA 1987, 90 min, ungeprüft

Inhaltsverzeichnis

Credits

Cast:

Lisa M. DeHaven (Lisa Dubois)
James H. Housely (Wilbur)
Martin J. Wolfman (Andy)
Anthony Burlington-Smith (Bob)
Darla Deans (Theresa)
Boo Teasedale (Sally)
Tyrone Taylor (Sdt. Tyrone Robinson)
Bucky Santini (Ferd Mertz)
W. E. Benson (Jed „Pa” Clemson)
Zoofoot (=Pericles Lewnes) (Billy Bob „Elly May” Clemson)
William-Livingston Dekker (Jethro Clemson)
P. Floyd Piranha (=Ed Bishop?) (Junior Clemson)
Alice Fay Stanley (Imelda „Ma“ Clemson)
Shmerd. J. (Byrd)
Berd. Jr. (Schmyrd)
Sandy Bishop (Miz Ashley)
Alex Lewnes (Fester)
Matthew A. Goldberg (Matt)
Benjamin K. Goldberg (Ben)
J. Nick Albero (Jake der Metzger)
Michael Poole (Jakes Kunde)
E. W. Nesneb (Tabakmann)
Frank Lantz (verrückter Anhalter)
Allan Hogg (Colonel Sir)
Jim Bellistri (Loren, der schwule Soldat)
Peter Kief (Sherman)

Crew:

Regie: Pericles Lewnes
Drehbuch: Zoofeet, P. Floyd Piranha, Fester Smellman
Kamera: Ken Davis, Peter Kief, Robert Richter, Frank Hill, Pericles Lewnes, Edward Bishop, George Scott, James Housely, Front Row Productions
Schnitt: Edward Bishop
Musik: Adrian Bond
Production Design: N.A.
Spezialeffekte: Edward Bishop, Pericles Lewnes, George Scott
Produzent: Pericles Lewnes, George Scott
Ausführender Produzent: Edward Bishop
Produktion: Full Moon Pictures (nicht zu verwechseln mit Full Moon Entertainment), Trans World Entertainment



Vorwort

Disclaimer: Das ist ein FSK18-Review. Wer runterscrollt, bestätigt damit, das 18. Lebensjahr vollendet zu haben. Bei Zuwiderhandlung wird der Betreffende ganz schlimm verprügelt.

Rücksturz in die Achtziger: Der Marylander Pericles „Peri“ Lewnes war Anfang dieses glamourösen Jahrzehnts nicht nur Wrestler, sondern auch Filmstudent und landete schliesslich zusammen mit seinen Kumpels Edward Bishop und George Scott in der schillernden Welt von Doku, Industriefilm und TV-Werbung. Ähnlich wie weiland der grosse George A. Romero entwickelten sie aber (nicht zuletzt unter dem prägenden Eindruck von eben dessen „Dawn of the Dead“) bald grössere Ambitionen und kratzten ein hirnfetzendes Budget von 5000 Dollar zusammen, um an Wochenenden einen eigenen kleinen Zombiefilm zu drehen.

Als Fans des Ausflusses der berühmt-berüchtigten Klitsche Troma Entertainment (uh oh) legten sie den Rohschnitt Lloyd Kaufman vor, der den Streifen prompt ins Programm aufnahm; damit wurde „Redneck Zombies“ angeblich zum ersten professionell vertriebenen auf Video gedrehtem Werk. Kaufman verpflichtete Lewnes hernach als Effektkünstler für Streifen wie Troma's War oder „The Toxic Avenger Part II & III“, der gute Mann (Lewnes, nicht Kaufman) durfte aber für ganze zwanzig Jahre keine eigenen Spielfilme mehr inszenieren – jedenfalls, bis er Loop in die Welt setzte (dem Anschein nach ein eher unterwältigender David-Lynch-Abklatsch). Wenn das mal kein Leistungsausweis ist.

Okay, tun wir so, als wüssten wir nicht, was wir zu befürchten haben, und drücken wir die Play-Taste…

Inhalt

Fängt ja schon mal gut an, nämlich mit einer gewissen (und mässig attraktiven) Lisa Dubois, die katatonisch in einer Gummizelle sitzt. Dies aufgrund einer „akuten affektiven paranoiden Psychose […] mit Komplikationen von schizophrenem melanomischem Ödem“. Sagt jedenfalls ihr Arzt.


Und wer würde ihm widersprechen. Das ist übrigens Lisa.


Besagte Lisa verabschiedet sich in eine Rückblende (juhui!) und damit in eine Zeit, als sie noch bei geistiger Gesundheit und sich des kommenden Verderbnisses nicht bewusst ist. Sie nimmt zusammen mit einigen Kumpels an einer Wandertour ins Hinterland von Maryland teil. Anführer ist der ortsansässige Wilbur, welcher die erschöpften Städter mit dem Versprechen vorantreibt, sie zu einem Platz zu führen, der „schöner ist als ein Debütantinnen-Arsch im Mondlicht scheint“ und wo es „einen Teich zum Reinpissen“ gibt. Neben Wilbur und Lisa besteht die Landpartie aus folgendem Kanonenfutter:

  • Andrew. Ein Sauberkeitsfanatiker, führt einen Vorrat an Deosprays mit, mit dem man zwei bis drei Löcher in die Ozonschicht sprühen könnte.
  • Bob. Quoten-Neger und Eddie Murphy für ganz, ganz Arme. Will seine Freundin von den Vorzügen des Oralverkehrs überzeugen (tun wir das nicht alle?): „Es ist gut für die Haut, es ist ein natürliches Amphetamin und ich kann mit gutem Recht behaupten, dass es exakt nach Ananas-Daiquiri schmeckt.“
  • Theresa. Die Quoten-Negrette, geht mit Bob – keine gemischtrassigen Paare hier.
  • Eddie. Nicht sehr gesprächig, was auch schwierig ist, wenn man ständig eine Flasche Alk an den Lippen hängen hat.
  • Sally. Könnte äusserlich Lisas Schwester sein (nur echt in fett) und bekommt nicht wirklich irgendwelche Charaktereigenschaften mit.


Die versammelte Bande. Wilbur testet seine intellektuellen Grenzen aus,
indem er die Karte liest.
Bob negert herum. Andrew und sein Deospray.


Der angedachte Rastplatz stellt sich tatsächlich als äussers idyllisch und beschaulich dar. Man richtet die Zelte auf, sitzt am Lagerfeuer und raucht Joints. Die Freuden des Camper-Lebens.

Was unsere Freunde nicht wissen: Während sie in der Natur lustwandeln, fährt ganz in der Nähe Soldat Tyrone Robinson in einem offenen Jeep ein Fass hochgefährlichen und völlig ungesicherten nuklearen Sondermüll durch die Gegend.


Was soll denn schon passieren Vor allem, wenn der Fahrer aufmerksamkeitsfördernde
Kräuter raucht.
<-- Das ist übrigens Hoss, sein Hund.


Als Tyrone dem Vierbeiner seinen Joint freundschaftlich hinhält, verbrennt er sich die Finger und legt mit dem Jeep einen Schlenker hin, aufgrund dessen das Sondermüll-Fass von der Ladefläche und einen Abhang hinunter rollt. Robinson eilt eiligst hinterher.


„Glück gehabt, nichts passiert!“ „Aber was ist das?“
„Ach du Scheisse!“ Ich stell vor: Ferd (sic), der fette Hinterwäldler.
Während Robinson das Hasenpanier ergreift,
überlegt der lesetechnisch überforderte
Redneck, was er mit dem Fass anfängt.
Doch die Entscheidung wird ihm abgenommen…
…als ihm Jed Clemson (zweiter von links) und
(von links nach rechts) seine drei Söhne, Junior,
Jethro und Billy Bob (der allerdings Elly May
genannt werden möchte) ihrerseits ihre Gewehre
unter die Nase halten. -->


Die vier Pansen sind nicht gut auf Ferd zu sprechen, weil er auf ihre Destille geschossen hat – dabei war das doch nur ein Unfall: „Ich bin über die Strasse gegangen und mein Gewehr fiel runter und es ging los. Drei- oder viermal“.
Immerhin lassen sie sich damit besänftigen, dass er ihnen das neu erbeutete Fass als Ersatz für die alte Destille überlässt.
„Einverstanden, aber wenn du uns unsere Destille noch einmal vermasselst, Ferd Metz, kriegst du eine Schrotladung dahin wo die Sonne nicht hin scheint!“
„Meinst du in die Antarktis?“

Die vier degenerierten Produkte jahrhundertelanger Inzucht verziehen sich auf eine Waldlichtung und richten die neue Schnapsbrenne ein (nachdem sie – zum grössten Teil aus Versehen – ausgeleert haben, was sie für Flüssigdünger halten). Schliesslich wartet die Kundschaft bereits. Doch vor der Arbeit kommt das Vergnügen, genauer gesagt, der Tabakmann kommt vorbei.


Das uneheliche Kind vom Elefantenmenschen
und Jason Voorhees.


Selbiger verkauft den Jungens Kautabak, Nachschub für Papa Jeds Pfeife und salbadert Düsteres vor sich hin: „Es kommen dunkle Zeiten auf euch zu.“
Sofern diese Szene einen tieferen Sinn hat, so verschliesst sich mir dieser.

Schwamm drüber. Die Destille nimmt jedenfalls den Betrieb auf. Das fertige Gesöff füllen die Clemsons in eine Reihe von Marmeladegläsern ab, die jetzt nur noch irgendwie zu den erwähnten Endverbrauchern geschafft werden müssen. Diesen Zonk zieht Billy Bob, äh, Elly May. Während er pflichtschuldigst losdackelt, nehmen sich sein Vater und die Brüder einen zur Brust – um sich daraufhin in einem Exzess psychedelischer C64-Videoeffekte (meine Augen, meine Augen!) in, Horrorschock, blutrünstige Zombies zu verwandeln! Aaahhh!


Entweder ist der Bildschirm kaputt oder
Lewnes läuft am Farbregler Amok.
Saftig.


Nicht wissend, was für ein brandgefährliches Zeug er da vertreibt, fährt Billy Bob/Elly May los. Unterwegs nimmt er einen Anhalter mit.


Sieht doch vertrauenswürdig aus. Oh Shit!


Nachdem ihn besagter Anhalter mit dem Einwegrasierer geschnitten hat (Tobe Hooper bedankt sich für die liebevolle Hommage), wirft Billy Bob/Elly May ihn aus dem Auto (der Verrückte lässt allerdings ein Glas von dem Schnaps mitgehen) und fährt endlich zu den Kunden. Als da wären:


Smerg und Bernie, die sich Tittenfilmchen im
TV ansehen. („Ich liebe Tittites.“ – „Ja, ich
liebe auch Titties.“)
Oha, das ist sehr… äh… örks.
Miss Ashley, die das Zeug ihrem Kleinkind
ins Nuckelfläschchen füllt.
Parenting Fail.
Zwei Kinder, die den Schnaps heimlich trinken,
nachdem Elly May „Daddys Lebenselexir“ vors
Haus gestellt hat.
Jake, der freundliche „Freelance Butcher“.
<-- In Jakes Wohnzimmer.
Besser keine Fragen stellen.


Nach getaner Arbeit kehrt Billy Bob/Elly May nach Hause zurück, wo er feststellen muss, dass irgendwer Perky, das Hausferkel, zerfleischt hat.


Was für eine Schweinerei. Die Täterin: Mama Clemson, die in der
Zwischenzeit ebenfalls vom Schnaps genascht hat.
Sieht nicht gut aus für Billy Bob/Elly May.


Preisfrage: Wisst ihr, wer ganz in der Nähe der Clemson’schen Freiluft-Schnapsbrennerei seinen Drogenrausch ausschläft?


Ganz genau, Wilbur, Lisa und Co.
(Man beachte das Mikro am oberen rechten Bildrand.)


Irgendwann wacht Sally auf und macht sich mit einer Rolle Toilettenpapier gen irgendwohin auf (um zu scheissen). Sie betritt die Lichtung mit der Destille. Doch wer nähert sich da heimlich?


Dreh dich um, dreh dich um!


Jethro macht mit ihr, was ein Redneck-Zombie am besten kann. Das heisst, er skalpiert sie mit blossen Händen und reisst ihren Körper in Fetzen. Autsch. Aufgeschreckt durch ihre Schreie erhebt sich Theresa, die Quoten-Negrette, und sieht allein nach dem Rechten, nachdem es ihr nicht gelungen ist, ihre zugedröhnten Wanderkumpels zu wecken. Sie findet sich ebenfalls auf besagter Lichtung wieder.


Und das ist, was sieh sieht.


Zutiefst erschrocken und in Panik verfallen, ergreift Theresa die Flucht, nur um ausgerechnet Ferd in die Hände zu fallen.


„Zombie? Was für ein Zombie?“ „Ach, dieser Zombie…“


Heldenhaft, wie er ist, wirft Ferd Theresa dem untoten Jethro vor die Füsse, um sich aus dem Staub zu machen, während die Negrette gefressen wird. Der Fettsack landet schliesslich auf der berüchtigten Lichtung, muss den Drang unterdrücken, Sallys übrig gebliebene untere Hälfte zu begatten, und genehmigt sich einen Schluck von der Zombie-Plörre.


„Nur immer her damit!“


Die drogenumnebelten restlichen Wandergesellen wachen auch schon auf und machen sich auf die Suche nach Sally sowie Theresa, finden allerdings nur noch die traurigen Überreste der beiden Mädels vor – erstere auf einem Feldweg, zweitere auf der inzwischen inflationär genannten Lichtung.


Was liegt denn da? Zombies essen nie alles auf.


Auf der Lichtung finden die Dumpfmuffe dann auch die Destille; Andrew hat sofort den vollen Durchblick: „In diesem Fass waren Chemikalien und diese Chemikalien sind jetzt im Schnaps. Man denkt eigentlich, dass es sie töten müsste, aber ich schätze, es verwandelt sie in grauenhafte Wahnsinnige.“
Lisa: „Du meinst, dieser Schnaps ist...“
Andy: „Richtig: Monsterschnaps.“
Nachdem ein kleiner Streit zwischen Bob und Wilbur geschlichtet ist (ersterer wirft zweiterem vor, ihnen die ganze Scheisse mit voller Absicht eingebrockt zu haben), ergreift wiederum Andy das Wort, weiss er doch genau, was in dieser Situation zu tun ist.


Da wird er von Zombie-Jethro angegriffen. Zum Glück kann er ihn mit einem Deospray abwehren.
Wilbur gelingt es, den Pansenzombie mit
einer Schaufel zu köpfen.
Und er stellt fest, dass der Deospray anscheinend
eine verheerende Wirkung hat.


Man trifft die Entscheidung, sich in einem nahe gelegenen Minenschacht zu verstecken (!), und man nimmt Jethros Leiche mit, damit Bob an selbiger eine Autopsie durchführen kann (!) – denn schliesslich ist er nicht nur Quoten-Neger, sondern auch angehender Tierarzt. Darauf weist er auch hin: „Ich obduziere Katzen, Mann!“
Wilbur: „Dann denk doch, es wär ne grosse Katze!“
Da sich Bob morgens Acid reingepfiffen hat und total high ist, stellt sich das als eher mühselig dar.


Return of the Psychodelic Video Effects
from Hell
Immerhin geht er die Sache streng wissenschaftlich an.


Schlussendlich kommt Bob zu dem Ergebnis, dass die Zombies schmelzen, wenn man sie mit Deodorant besprüht, das Aluminium-Chlorhydrat enthält. Mit dem Zeug ausgerüstet, flüchten er und seine Kumpels aus dem Minenschacht, als die feststellen müssen, dass selbiger schon die ganze Zeit mit Zombies kontaminiert ist (die aber bis jetzt gewartet haben, um dramaturgisch „geschickt“ einzugreifen).

Preisfrage (Teil 2): Erinnert ihr euch noch an Tyrone Robinson, den Soldaten? Der hat in der Zwischenzeit seinem Vorgesetzten Col. Sir (sic) gebeichtet, dass er das Fass an einen Hinterwälder verloren hat. Der Vorgesetzte ist wenig begeistert.


Seine Kollegen nennen ihn Col. Sunshine.


Robinson kriegt den Auftrag, dass Fass wiederzubeschaffen, und zu diesem Zweck zwei Helfern an die Seite gestellt. Der eine heisst Sherman, der andere Loren.


Von links nach rechts: Loren, Sherman, Robinson.
Loren ist möglicherweise ein bisschen schwul.


Unterwegs im Hinterland, platzt plötzlich ein Reifen – Tyrone ist über ein heimtückisch platziertes Glas nebst Einwegrasierer gefahren. Da taucht bereits der Besitzer selbiger Gegenstände auf, der inzwischen zombifizierte verrückte Anhalter von vorhin:


Igitt. Loren begrüsst ihn freundlich.
Sherman kriegt indessen die Halsschlagader
ausgerissen.
Zum Glück kommen ein paar freundliche
Eingeborene zu Hilfe…
…und killen Loren. Robinson flüchtet und trifft erneut auf Ferd.
Der freut sich sichtlich… …oder auch nicht.


Mit den Zombie-Horden haben es inzwischen auch unsere Wandergesellen zu tun, zum Glück stellen sich die Deosprays als effektive Waffe heraus. Können unsere Freunde es schaffen?


Naja, es sieht… …nicht gerade danach aus.
<-- Och, ist der süss!


Ähem. Am Ende ist jedenfalls nur noch Lisa übrig und sucht hilfesuchend Unterschlupft in einer einsam herumstehenden Hütte – das Heim der Clemsons. Dort findet sich dann auch die ganze zombifizierte Sippe wieder (abzüglich Jethro) und macht Lisa das Leben schwer. Dafür macht sie den untoten Inzestkrüppeln den Garaus.



Lecker. Lisa entkommt also erneut, nur um dem fetten Zombie-Ferd in die Hände zu fallen. Selbiger vergewaltigt sie (!).


„I came!“


Sie erledigt ihn, indem sie ihm einen abgenagten Maiskolben ins Auge sticht (?), wird vom sich aus dem Nichts materialisierenden Tabakmann aufgelesen und landet, wie wir es noch vom Anfang des Filmes in Erinnerung haben, in der Klapse.


Mit einem Zombiefötus im Bauch.



Analyse

Eins muss man dem Film lassen: Troma steht drauf und Troma steckt drin. Ob das aber eine gute Sache ist…

Nach eigenen Aussagen war es Lewnes und seinen Kumpels damals durchaus klar, dass sie nicht hoffen konnten, mit ihrem Filmchen an die Qualität der Vorbilder à la Romero heranzureichen (ach!). Aber immerhin konnten sie versuchen, die offensichtlichen Schwächen in Story und Inszenierung durch ein konsequentes Mehr an Splatter zu kompensieren. Und das haben sie dann gemacht. In „Redneck Zombies“ wird sinnbefreit rumgeschmoddert, was das Winzbudget hergibt: Skalpierung, Enthauptung, Glieder ab- und Menschen in der Mitte durchtrennen, Augen ausschlürfen, Messer, Löffel und Maiskolben in Köpfe stecken – hier gibt es alles, was das Gorehound-Herz begehrt, und wem das nicht reicht, der kriegt eine Zombie-Vergewaltigung oben drauf. Die Effekte sind eher simpel getrickst und zum Teil von erschütternder Unqualität, aber dank Gedärm, Kunstblut und Schleim in rohen Mengen ist für den Ekelfaktor gesorgt.
Wirklich beschissen ist das Zombie-Make-up. Kein Wunder angesichts dessen, wie es gemacht wurde: Gemäss Lwenes hat man den Darstellern, nachdem man ihre Augenpartie schwarz geschminkt hat, das Gesicht mit Honig eingeschmiert und Cornflakes darüber verrieben. Instant Zombie. Eine filmische Leistungsverweigerung sonderhausen.
Mit seinem Minimum an Story, dem Maximum an selbstzweckhaften Schrott-Effekten (auf welche die Kamera geradezu penetrant draufhält) und der holprigen Video-„Ästhetik“ wirkt der Streifen wie die Urmutter der Camcorder-Schmodderfilme, wie sie insbesondere im deutschen Independentfilm à la Schnaas, Rose und Co. das Bild beherrschten. (Die Menschheit hat es echt verdient, dass 2012 die Welt untergeht.)

„Redneck Zombies“ verkommt nur deshalb nicht zu einer reinen Suddeleien-Orgie, weil Lwenes und Co. den Streifen mit einem Humor „aufwerten“, der wie die Faust aufs Auge zu Troma passt. Soll heissen, der Film ist politisch unkorrekt und grenzdebil. Sehr politisch unkorrekt und sehr grenzdebil. Manchmal sogar lustig (ein Teich zum Reinpissen, das Augenschlürfen, Eddies Alkoholkonsum). Mehrheitlich ist der Streifen allerdings eine schmerzhafte Humorerfahrung. Nicht nur, weil sich das Rumgepanse auf Kellerniveau und drunter bewegt, sondern auch, weil es zudem bei der Inszenierung hakt – lustige Komödien sind schwierig, wenn das Timing reine Glückssache ist.

Schwankend dazu das komische Talent der Darsteller. Bucky Santini als der fette Ferd ist halbwegs witzig, ebenso Tyrone Taylor als Soldat Tyrone Robinson (wobei ersterer eine etwas breitere Darstellungspalette hat – dafür darf er Taylor dann auch die Augen ausstechen) und die Darsteller der Clemson-Familie geben sich so richtig schön überzogen (William E. Benson, der Darsteller des Familienvaters, gehört übrigens zu den wenigen, die jenseits dieses Filmes Auftritte hatten, und ist in „The Toxic Avenger Part III“ zu sehen); kann man sich drüber amüsieren, sofern man eine gewisse Immunität gegen hemmungsloses Chargieren hat.
Aber der Rest des Castes bewegt sich allenfalls im Segment „schnarch“ und Anthony Burlington-Smith ist als Bob der formvollendete Anti-Komiker. Grauenhaft.

Artwork der Astro-DVD

Bei der Vielzahl an Geschmacklosigkeiten in Sachen Effekte und Humor lässt sich übrigens dennoch nicht verhehlen, dass der Streifen mit seinen 90 Minuten recht zäh ist. Das Tempo ist grundsätzlich ein eher gemütliches und Lawnes tendiert zur Zeitfüllerei – schon die Anfangsszene im Krankenhaus zieht sich ewig hin, ebenso Elly Mays Herumfahrerei, die Verwandlung der Clemsons und der Drogentrip Bobs (der Regisseur scheint geradezu vernarrt in seine grauenhaften Steinzeit-Video-Effekte). Den herzlich überflüssigen Tabakmann schliesslich hätte man sich gänzlich sparen können, ohne dass irgendwer traurig gewesen wäre.

Einzig der Soundtrack begeistert, nämlich mit einigen Country-Songs diverser Künstler; das Highlight ist sicher der „Reckneck Zombie Blues“. Der Score von Adrian Bond hingegen ist von der eher grauenerregenden Sorte (im Sinne von ohrenbetäubend schlecht). Der hat erst wieder als Filmkomponist gearbeitet, als Lewnes mit dem erwähnten „Loop“ ins Regiefach zurückgekehrt ist (ein Synonym?).


Die DVD

Ich hab hier die Veröffentlichung der guten Leute von Astro vorliegen; extra für diese Version hat Lloyd Kaufman ein halbwegs lustiges Intro eingesprochen. Der Film selbst ist in Englisch oder Deutsch verfügbar (keine Untertitel).
Das Bonusmaterial ist reichlich. Neben dem Trailer und einer (eher vergessenswerten) Slideshow gibt es das „Original-Vorwort“ von Lloyd Kaufman für die Troma-DVD, ein weiteres (und saukomisches) Vorwort von Steve Blackhart (wer auch immer der Kerl ist), sowie Interviews mit den Machern Pericles Lewnes und Ed Bishop. Da kann man nicht klagen. Ausser über die deutsche Synchro, die offensichtlich von Orang-Utans gemacht wurde (da wird „Acid“ mit „Säure“ und der Filmtitel „Deliverance“ mit „Die Befreiung“ übersetzt).


Das Fazit

„Redneck Zombies“ ist ein exkrementeller Film voller Geschmacklosigkeiten, debilen Humors und so blutrünstiger wie ekliger Splatter-Effekte qualitativ schauderhaften Zuschnitts. Als Urmutter sinnentleerter Camcorder-Schmoddereien erhebt sich der Film kaum über die Werke eines Schnaas oder Bethmann, sorgt aber immerhin handwerklich und humortechnisch, trotz aller Einwände, für einen halbwegs unterhaltsamen Abend – sofern man sich von den Längen, den Augenkrebs verursachenden Videoeffekten oder dem ohrenfolternden Score nicht abschrecken lässt und allgemein nicht mehr alle Tassen im Schrank hat (für normale Menschen entspricht eine Sichtung einer analen Drillbohrer-Penetration oder Schlimmerem). Zumindest die Countrysongs lassen sich schmerzfrei ertragen und wären eine eigene CD wert.


© 2010 Gregor Schenker (Manhunter)

Bewertung

BOMB-SKALA
Bild:bomb.jpgBild:bomb.jpgBild:bomb.jpgBild:bomb.jpgBild:bomb.jpgBild:bomb.jpgBild:bomb.jpgBild:bomb.jpg

BIER-SKALA
Bild:bier.jpgBild:bier.jpgBild:bier.jpgBild:bier.jpg

KLEINKINDZOMBIE-SKALA
Bild:Kleinkindzombie.jpgBild:Kleinkindzombie.jpgBild:Kleinkindzombie.jpgBild:Kleinkindzombie.jpgBild:Kleinkindzombie.jpgBild:Kleinkindzombie.jpg



Review diskutieren

Andere Meinung? Diskutiere diesen Film im Badmovies.de-Forum!

Bonus-Galerie

Und weil es so schön ist, hier noch eine Auswahl der schönsten Eddie-Screenshots: