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Teufel tanzt weiter, Der

(Weitergeleitet von Night of the Demon)
NIGHT OF THE DEMON

Deutscher Titel: Der Teufel tanzt weiter

Night of the Demon

USA 1980 - 96 min - FSK: 18 USA: R

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Inhaltsverzeichnis

Credits

Besetzung:

N.A.  Bob Collins
N.A.  Michael Cutt
N.A.  Rick Fields
N.A.  Jodi Lazarus
N.A.  Joy Allen
Crazy Wanda  (Melanie Graham)
Monster  (Shane Dixon)
Dr. Paxton  (Eugene Dow)
Dr. Harris  (Don Hurst)
Inspector Slack  (Terry Wilson)

Crew:

Regie  James C. Wasson
Drehbuch  Mike Williams, Jim L. Ball (story)
Kamera  John Quick
Schnitt  N.A.
Musik  Dennis McCarthy
Production Design  N.A.
Spezialeffekte  Susan Grott
Produzent  Jim L. Ball
ausführender Produzent  N.A.
Produktion  Aldan Company

Vorwort

Es gibt Filme, um die reißt sich der Doc nicht gerade - das sind dann die, die monatelang unbeachtet in irgendeinem Regal vor sich hin stauben und von denen ich hoffe, dass sie, bevor ich mich tatsächlich in einer schwachen Stunde dazu veranlasst sehe, sie anzuschauen, dem Laserrot oder Bandsalat, je nach Medium, anheimfallen. Aber es ist alt so im Leben - man kann den unangenehmen Dingen nicht immer ausweichen, und für die Zwangsverabreichung von Sachen, die ich eigentlich nicht sehen will, hat sich Forumskollege Razor zuständig erklärt. Sein erster Streich war Das Haus an der Friedhofsmauer, hier folgt sein zweites Attentat auf meine Nerven und mein Geschmacksempfinden... Der Teufel tanzt weiter.

Es soll Leute geben, die diesen Film seines deutschen Titels wegen tatsächlich noch für so etwas ähnliches wie ein Sequel oder zumindest ein Rip-off vom guten alten Tanz der Teufel (Evil Dead) halten. Diese bedauernswerten Menschen (oder, sollte man in TdT-Tradition von “menschenähnlichen Wesen” sprechen) werden von mir an dieser Stelle mal pauschal als “Nixchecker” gebrandmarkt und sind vermutlich auf Websites wie dieser, die sich doch eher an fortgeschrittene Filmkonsumenten wenden, falsch. Bei der Eindeutschung des Titels handelt es sich mal wieder nur um einen krampfhaften Versuch, einen Ladenhüter aus Hollywoods Armenhaus-Horrorküche dem treudoofen Videothekenpublikum unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu verkaufen. Mit Sam Raimis Kultfilm (den ich trotzdem, wie üblich an dieser Stelle mein Hinweis, für überschätzt halte) hat Night of the Demon, wie der zugegeben nicht wirklich treffendere Originaltitel lautet, nur gemeinsam, dass beide Streifen im Wald und im weitesten Sinne zumindest zeitweise in einer Blockhütte spielen.

Dem Doc waren vor dem zweifelhaften Filmgenuss zwei Fakten erinnerlich - erstens eine eher schauderhafte Rezension in Hölle auf Erden, und zweitens die Tatsache, dass es sich bei diesem Film um einen der so beliebten 131er handelt, sprich, also ein Lichtspiel, das aufgrund seiner menschenverachentenden Gewaltorgien dazu angetan ist, relevante Straftatbestände zu erfüllen. Na, das klingt doch schon mal wieder und ist außerdem ein Fall für meinen berühmt-berüchtigten (und sicherlich ungeheuer effektiven) Disclaimer, dass sich das nachfolgende Review ausschließlich an die Altersgruppe richtet, die bei Wahlen ihr Kreuzchen auf den Stimmzettel malen darf, sprich, über 18 ist. My conscience is clean (© Fred Olen Ray).

Inhalt

Schön, wenn sich ein Film alle Möglichkeiten, in meinem “book of cool” ganz weit vorn zu landen, schon mit der ersten Szene versaut - da sehen wir nämlich einen Kerl im Krankenbett, dessen Visage großflächig wegen seiner schrecklichen Verbrennungen (die jedenfalls behauptet sein Arzt) bandagiert ist und von einem Cop befragt werden soll - wegen “fünf vermisster Studenten” (ich ahne, ich ahne, dass der Film eine einzige gigantische Rückblende werden wird, und wir wissen alle, wie *sehr* ich diesen “Kunstgriff” liebe, nämlich ungefähr so sehr wie Darmfäule). Der Angekokelte ist ein gewisser Professer Nugent (Ted?) und Dr. Harris, sein behandelnder Medikus, kunftet aus, dass er schon jede Menge verrücktes Zeug, was den Verbleib seiner Studenten angeht, gelabert habe. Nugent ist auch gerne bereit, dem ermittelnden Polizisten seine Geschichte zu erzählen: “Alle Horrorstories über den Wald sind wahr! Dort lebt ein Dämon!” Na, sag und erzähl! Alles find wohl damit an, dass eines Tages ein Fischer brutal ermordet wurde. Seine Tochter beschloss, sich Nugents Expedition in die Wälder anzuschließen, um Beweise für die Existenz des fischermordenden Dämons zu finde (und damit schalten wir endlich um zum eigentlichen Film. Gebraucht hat’s diesen Prolog so dringend wie Fahrradgaragen für Aquarienfische).

Blut! Blut! Blut! Ja, lasst die Suppe fließen... (irgendwann MUSS ich´s doch auf den Index schaffen...)

Nach einigen erbaulichen Naturpanoramen, mit denen man herrlich Zeit totschlagen kann, sehen wir bewußten Fischer beim Fischen. Fischers Fritz fischt frische Fische, newa, doch es kann der Frömmste nicht in Frieden fischen, wenn es dem bösen Monster nicht gefällt. Dies kündigt sich durch schicke Monster-POV (ein ovaler Bildausschnitt wird von einem roten Farbfilter umgeben, very stylish, I suppose) an und rupft dem armen Fischersmann (wegen erfolglosem Versuch um Suspense als “Schattenspiel” auf des Fischers Zeltplane) einen Arm aus. Ui, das ist ja richtig Gore (na ja, irgendwelche Gründe muss es ja haben, dass die BPjM so sehr auf den Schinken steht) - malerisch sabbert Blut aus dem Stumpf und wir dürfen uns dazu die Titeleinblendungen ansehen (begleitet von wunderbarer - Achtung, das war Ironie! - easy-listening-Mucke mit vielen Hu-Summerinnen).

Anschließend finden wir uns in Super-8-Footage eines Familienausflugs wieder, aber wie uns der voiceover von Professor Nugent schnell ins rechte Bild setzt, ist das nicht die Rolle “Picknick am letzten Sonntag mit Tante Uschi”, sondern der einzig bildhaft dokumentierte Angriff des Monsters - Blair Witch-Feeling, als plötzlich der böse Dämon (zwecks Suspense immer noch nur schemenhaft zu erkennen) auftaucht und die gerade noch fröhlich winkende Familie eliminiert; inklusive zu Boden polterender Kamera...

Die Filmvorführung findet m Rahmen einer Uni-Vorlesung des Profs statt, die Studenten diskutieren angeregt mit ihrem Lehrmeister, wer was wie und warum für die grauenhaften Bluttaten, die angeblich vor drei Jahren mit eben dem armausreißenden Attentat auf unseren Fischerfreund begannen, zuständig ist. Während ich mich zum ersten Mal frage, was eigentlich das Fachgebiet unseres Professors ist (“Fortgeschrittene Monsterkunde”?) und eine hastig herumgereichte Zeitung über “Bigfoot”-Opfer spekuliert (oha), macht sich Carla, die zu Beginn angesprochene Tochter des Fischers, bemerkbar und erzählt von einer weiteren Untat des Dämons (ich liebe Flashbacks in Flashbacks).

Irgendwo im Grünen treibts, im gemütlichen Van, ein Pärchen wie die Kesselflicker (jep, gratitious breast shot here, whaddya think?). Wie üblich in solchen Filmen ist das Monster ein Moralist und schnappt sich den männlichen Teil der Miniatursexorgie, zerrt ihn aufs Dach des Vans, auf der anderen Seite wieder runter und klatscht ihn, zum Entsetzen seines Püppis, gegen die Seiten- oder Frontscheibe, an der er langsam und blutig runterrutschen kann. Die Tussi gibt dazu Geräusche von sich, die ich weniger als Entsetzenslaute interpretieren würde denn als versehentliches Weiterlaufenlassen des Rammelgeräuschstöhntracks. Unheilsschwanger zoomt die Kamera auf ein Freeze-Frame der aufgerissenen Augen der Schnalle (Fulci-Gedächtnis-Zoom?), das ungefähr zehn Sekunden lang im Bild bleibt. Intense. Dramatic. Edge-of-the-seat. Isses alles nicht.

Kommen wir nun zu einer Szene, die ich sofort für den großen Preis “am schlechtesten gespielte und synchronisierte Filmszene der 80er Jahre” nominieren möchte. Nugent kommt nach Hause und erklärt seinem seiner Forscherei offensichtlich skeptisch gegenüber eingestellten Weibchen (die ist also gar nicht so blöd, wie man meinen sollte, hehe), dass es ungeheuer wichtig sei, am damaligen Tatort gefundene “Fußspuren” zu untersuchen (eh, wenn ich das richtig verstehe, ist der Mord, auf den Nugent sich bezieht, vor DREI JAHREN passiert. Hat das mörderische Monster freundlicherweise einen Fußabdruck in Zement hinterlassen, für den Fall, dass etliche Jahre später ein verblödeter Uniprof den untersuchen will?). Sein Schatziputz stellt die rhetorische Frage, ob ihr Göttergatte nicht eher daran interessiert ist, mit ein paar schnuckeligen Studentinnen ein Wochenende in freier Wildbahn zu verbringen (wüßte sie, dass die betreffenden Geräte auch nicht gerade von der Mittelseite des Playboys entsprungen sind, täte sie sich weniger Sorgen machen) und kommt überhaupt zu der Schlußfolgerung des Jahres: “Es klingt alles sehr unwahrscheinlich!” Razor kann bezeugen, dass ich an dieser Stelle erste Anstalten unternahm, mir die Tischplatte über den Schädel zu ziehen (als wäre die Szene an sich nicht schon erstens doof und zweitens schauerlich gespielt genug, wird sie auch noch synchronisiert, als wären wir in einer 70er-Jahre-Familienserie a la Waltons. Entsetzlich. Bislang zumindest der größte Horror des Films). Nugent tut, was man an dieser Stelle als Mann tut, er springt in Bett und - probably - stopft seiner Holden das Mündchen.

Duke Carson hat eindeutig den Längeren...

Und so wird am nächsten Tag per Schlauchboot in die Wälder aufgebrochen. Man will dort einen gewissen Duke oder Luke Carson ausfindig machen. Der beobachtet die Reisegruppe schon aus dem Unterholz mit gezücktem Gewehr und spielt, als die Studenten- und Prof-Blase dessen Blockhütte erreicht, den Unkooperativen, bekundet, keine Zeit für Smalltalk zu haben, sondern jagen gehen zu müssen und buggered off. Seltsam, findet Nugent, hat Carson doch den Brief geschrieben. Eh? Welchen Brief? Da scheinen unseren Filmemachern irgendwie die Plotpunkte durcheinander geraten zu sein. Carson hat wohl einen Brief geschrieben, wonach der Mordtatort 13 Meilen von seiner Hütte entfernt sei (ja und? War ja wohl kaum eine Einladung auf ‘n Kaffeekränzchen... Und wäre vielleicht hübsch gewesen, wenn man das VORHER mal angedeutet hätte. So kuckt der Zuschauer wie ein Fahrrad). Höflich und wohlerzogen, wie der Prof und seine Bande nun mal sind, gehen sie vom stillschweigenden Einverständnis Carsons aus, ungefähr anderthalb Meter vor seiner Veranda ihre Zelte aufschlagen zu dürfen (also, ich hätte was dagegen!). Studentin Linda möchte gern das Tanzbein schwingen (!), aber die anderen haben keine Lust, zu Transistorradiocountrymucke abzuraven (könnte jemand Linda mal sagen, dass das kein Vergnügungstrip ist, sondern, ähempt, eine ernsthafte Forschungsexpedition?). Carson kommt zurück, grummelt angesichts des in seinem Vorgarten errichteten Campingplatz ein unfreundliches “Wie lange wollt ihr bleiben?”, aber Nugent besteht darauf, mit ihm sprechen zu wollen. Vermutlich in der Aussicht, dass er die nervigen Städter nur loswird, wenn er irgendwann mal auf diese erpresserische Offerte eingeht, knurrt Carson ein “nagutmorgenfrüh” durch die Zähne und schlägt hinter sich die Hüttentüre zu.

Zeit für eine zusammenhanglose Mordszene. Irgendwo pennt ein Kerl in freier Wildbahn in seinem Schlafsack, als plötzlich das Monster auftaucht (und der Film seine verzweifelten Bemühungen um Suspense sicherheitshalber eher früher als später über Bord wirft und das lächerliche Monstrum, den “Bigfoot”, oops, hab ich was verraten, einen Affenmenschen, der selbst in Harry und die Hendersons als zu lächerlich verworfen worden wäre, in voller Pracht und Größe ausführlich zeigt. Ich habe glaubhaftere Godzilla-Gegner-Suits gesehen). Bigfoot packt Kerl samt Schlafsack, schleudert ihn ein paar Mal über den Kopf (praktisch für die Filmemacher, dass der Typ im Schlafsack pennt, so kann man nämlich einfach irgendwas in einen Sack stecken und den Monsterdarsteller rumschleudern lassen, ohne sich mit komplexen Effekten o.ä. beschäftigen zu müssen), schließlich von sich (ist fast wie bei Yetisports hier...) und den unglücklichen Schlafsackbeleger direkt auf einen Ast (von ungefähr 1 cm Durchmesser!), der ihn durchbohrt (muss aus massivem Stahl sein, der Ast, Holz es sicher nicht aushalten, wenn ein 80-Kilo-Typ mit Schmackes auf ein zierliches Ästchen wie dieses prallt; das ist schon fast so “gut” wie im guten alten schlimmen Requiem der Teufel). Hin ist er, wer immer das auch war. Zunächst dachte ich, es wäre einer der Studenten, dem’s im Zelt nicht gefallen hat, aber da die anscheinend am nächsten Morgen vollzählig sind und auch keinen der Ihren vermissen (okay, ich würde nicht darauf wetten, dass die es wirklich mitkriegen würden...), scheint’s ein namenloses Opfer zu sein, weil wir alle fünf Minuten eine Gore-Szene brauchen und schon eine Weile keine mehr hatten. Meinetwegen. Whatever stirs your coffee (bei wem hab ich jetzt den Spruch wieder geklaut? Hausrocker?).

badmovies.de enthüllt: Yetisports testet seine Spiele live!

Noch ist aber Nacht - einer der Studenten (Roy heißt er, aber ich hab mir ehrlich bei allen der Studis gemerkt, wie die heißen. Ist auch so was von egal...) leidet unter Schlaflosigkeit plus fortgeschrittenem Gutmenschentum. Er latscht uneingeladen zu Carsons Hütte, um ihm etwas zu schenken (“weil sie uns hier übernachten lassen”). Weiß der Geier, ob Roy gerade ein paar Glasperlen einstecken hatte oder was auch immer er dem Waldläufer als Versöhnungsgeste in die Patschhand drückt. Carson ist erstaunlicherweise emotional überwältigt genug, um Roy auf einen Drink einzuladen (?) und seine langweilige Lebensgeschichte zu erzählen (er darf z.B. wegen seines schwachen Herzens nicht rauchen, was ihn aber nicht daran hindert, sich den ein oder anderen Mehrstöckigen hinter die Binde zu gießen. Inkonsequent.) - schätze, Roy bereut seinen nächtlichen Ausflug schon. Roy ist der offizielle “rational thinker” der Gruppe (d.h. er ist es in diesen zehn Sekunden des Scripts) und hält nichts von der Theorie, ein blutrünstiges Monster würde durch die Wälder strolchen (ist ja auch “unwahrscheinlich”, wie uns schon Mrs. Nugent erklärt hat). Da kommt er natürlich beim alten Lederstrumpf Carson an den grad Richtigen. Und so kann Roy seinen verblüfften Cronies bald schon ein paar aufregende Neuigkeiten erzählen: eine gewisse “Crazy Wanda” habe das Monster nicht nur gesehen, sondern würde auch noch leben (und das ist ja der Haken an der Monster-Spotterei).

Caught in the zipper? Ui, das tut weh...

Da Carson sich offensichtlich aus der Nase hat ziehen lassen, Crazy Wanda erledige ihre Einkäufe in Herbs Laden (was die deutsche Synchro erstaunlich einfältigerweise als “Herbs Kräuterladen” übersetzt - weil “Herb” = “Kräuter” zu deutsch, gelle. Der Shop bezieht seinen Namen allerdings aus der Tatsache, dass der Besitzer Herb heißt. Oh Herr, schmeiß Hirn vom Himmel, aber ziel gut!), brechen die Teenies und ihr Prof ihr Zelte im Wortsinne ab und eilen zurück in die Stadt, zum Laden. Und nicht nur zum Laden, in einer Proto-Curse of the Blair Witch-Sequenz befragen die neugierigen Studenten jeden Passanten, der nich schnell genug weg laufen kann nach Crazy Wanda (man könnte in der Tat auf die Idee kommen, die BW-Macher hätten sich das ein oder andere hier abgekuckt). Zusammengefaselt ergeben sich folgende Erkenntnisse: ja, Crazy Wanda kauft bei Herb ein, aber nur Bonbons, ihr Vater war ein gewisser Father McKindley, also offenbar ein (und noch offenbarer ein protestantischer) Gottesmann, sie verlor erst ihr Baby und dann auch noch die Sprache, und das Balg sei grob verunstaltet gewesen, weswegen McKindley, der dies als Zeichen des Teufels gedeutet habe, sich anschließend selbst verbrannt habe. Darüber hinaus erzählen die local yokels den Studenten noch diverse Stories vom Pferd, religiösen Fanatikern, denen McKindley angeblich vorgestanden habe, Menschenopfern, Kannibalismus und dem ganzen Schmu. Meine Güte, für einen Film, dessen Monster ein billiger Affenmensch ist, packt der auch jedes 70er-Jahre-Horrorklischee in sein Szenario. Das macht unsere Studis jedenfalls nervös genug, um sich darüber Gedanken zu machen, dass mehr als zwei Gewehre eigentlich auch nicht schlecht wären. Der Sheriff beobachtet die Truppe argwöhnisch, aber das ist auch alles, was er tut (wird auch im Restfilm nicht mehr vorkommen, der Gesetzeshüter, es sei denn, er ist identisch mit dem Cop aus dem Prolog, aber das interessiert mich nicht genügend, um nachzuschauen).

Die ganze Troupe rudert also zurück in die finsteren Wälder und schlägt begleitet von blöden Sprüchen a la “end of the river and end of the road” (dafür hat jemand seinen Namen als Autor hergegeben? Staun!) das Lagerfeuer aus. Da ohnehin alle schon ob der wilden Stories um verunstaltete Babies und kannibalische Religionsfanatiker ein wenig angespannt sind, hält der Prof es für eine ganz tolle Idee, an dieser Stelle und kurz vor Schlafenszeit noch schnell eine weitere “ach-ja-und-nicht-weit-von-hier-hat-das-Monster-einen-kalt-gemacht”-Geschichte zu erzählen (der Typ ist sicher ausgesprochen populär auf Pyjama-Partys). In dieser Story kurvt ein Motorradfahrer durch die Berglandschaft (ah ja, die Gegend ist also so verlassen und am Ende der Welt, dass man gut ausbaute asphaltierte Straßen durchgezogen hat. Und unsere Waldmeister von Studenten schippern mit’m Schlauchboot durch die Gegend. Idioten. Und für so was zahlt man Steuern...). Irgendwann plagt ihn der Drang nach einer Zigarette und blasentechnischer Erleichterung und er fährt rechts ran (aber er ist so schüchtern, dass er einen halben Kilometer in einen (ebenfalls nicht allzu unbefahren aussehenden) Feldweg bricht, ehe er zur Tat schreitet (ist in Amerika das Pinkeln am Straßenrand oder das Rauchen am Straßenrand verboten? Im Zweifel sicher beides). Nachdem ich mich köstlich über den dramatischen music cue amüsiert habe, der uns erfreut, als der Biker seinen Helm abnimmt (ungefähr so, als wäre die Szene auf einem Level mit Demaskierung von Darth Vader), macht er sich daran, die Blumen zu düngen. Dummerweise pinkelt er dem Bigfoot direkt aufs Gesicht (was liegt der auch da rum?). Bigfoot steht nicht auf Natursekt (aua, aua, aua, was mir das wieder für Suchmaschineneinträge bescheren wird) und rupft dem Biker den (sichtbaren!) Schniedel ab. Tja, wer ist nu der Angepißte? Bikerman schleppt sich zurück zu seinem Motorrad, damit er den herrlichen Chrom mit seinem crotch blood vollsauen kann... “Als sie ihn fanden, war er verblutet”, düstert Nugent und wünscht dann seinen Studenten noch eine angenehme Nachtruhe in der Wildnis. Prince Charming, that guy. I’d kill him (der pennt sicher mit einem fetten Grinsen ein, während vor allem die Mädels der Truppe von einem Angstschweiß in den nächsten rutschen werden).

Ich erklär´s euch jetzt zum letzten Mal - HIER GIBT ES KEINE ELEFANTEN!

Na, es überrascht mich jedenfalls nicht, dass der ein oder andere der Gruppe einen unruhigen Schlaf hat und deswegen von mysteriösen Geräuschen geweckt wird, nämlich der Professor selbst (ha, selbst reingelegt, was?) und einer der männlichen Studenten. Man hört Gelaber und Gelächter und beschließt, der nächtlichen Ruhestörung auf den Grund zu gehen. Und was soll ich Euch sagen, keine zwei Minuten Fußmarsch vom Lager entfernt findet eine offizielle schwarze Messe mit pseudolateinischem Singsang, einem Mädchen, das von einem Typen mit dem “Samen des Bösen” geschwängert werden soll und zwei-drei Dutzend Teufelsanbetern. Dank der miesen Bildqualität des mir zur Verfügung stehenden Filmexemplars kann ich allerdings nicht wirklich erkennen, was vor sich geht. Irgendjemand schießt, dann brennt’s plötzlich und die Satans- oder Whatever-Jünger nehmen unverrichteter Dinge die Beine in die Hand (nicht ohne dabei “Growlgrowlgronfgronf”-Geräusche von sich zu geben - oder ist das der Bigfoot? You can’t see fuck!). Die schändliche Störung der Zeremonie geht aufs Konto von Nugent und seinem Studi, die sich vermutlich (sehen kann man’s ja net) auf die Schulter klopfen (sure, hervorragende Idee, eine Bande potentiell wahnsinniger Menschenfresser auf sich aufmerksam zu machen. Survival instinct = Zero) und zurück gen Camp hiken, wo sie schon von den aufgescheuchten Restbeständen der Expedition erwartet werden. Nugent spielt den ganz Relaxten. “Kein Problem, nur ein paar Teufelsanbeter, wir haben sie verscheucht”, und das ungefähr in dem Tonfall wie “och, nix passiert, bin nur über meinen Schnürsenkel gestolpert”. Ein echtes Herzchen, unser Professor, aber er gibt seiner Rasselbande wenigstens noch den wohlmeinenden Tipp, “die Ohren offen zu halten” (das erinnert mich schon fatal an Dan Aykroyd in Ghostbusters: “Still! Ich riech was!”). Die Monster-POV macht uns deutlich, dass die studentischen Aktivitäten nicht unbeobachtet bleiben. Unsere Freunde verziehen sich wieder in ihre Zelte, es gibt ein paar nächtliche Geräusche, die aber niemanden entscheidend zu stören scheinen (soviel zum “Ohren offen halten”) und alle überleben die Nacht (langweilig).

Dafür gibt’s am nächsten Morgen den Schock! Einer der Studenten hüpft aufgeregt durchs Lager und macht Panik. Hat er auch irgendwie Grund dazu: “Das Boot ist weg!” Okay, “weg” ist vielleicht die falsche Bezeichnung (aber warum sollte man von einem Studenten im 38. Semester, so alt sehen nämlich die meisten der Studenten aus, auch erwarten können, “weg” und “kaputt” unterscheiden zu können), aber es ist immerhin “zerschmettert” worden. Wer oder was könnte das gewesen sein? Suizidgefährdete sollten nicht weiterlesen und/oder die Stelle im Film überspulen, denn einer der sowohl in Geographie als auch Zoologie hochbewanderten Studenten stellt allen Ernstes die Theorie auf, ein ELEFANT könnte dafür zuständig gewesen sein. Okay, ich weiß, es gibt das Klischee vom doofen Ami, der Finnland für die Hauptstadt von Norwegen hält, aber, aber, aber ich traue fast sogar George W. Bush zu, zu wissen, dass in Amerika außerhalb eines zoologischen Gartens oder eines Zirkus keine freilaufenden Elefanten hausen (oder sagen wir zumindest: selten, wer weiß, wer da drüben irre genug ist, sich einen Dickhäuter als Haustier zu halten). Zum Glück kann die Elefantenhypothese relativ schnell ad acta gelegt werden, da sich zweifelsfrei unelefantöse Fußabdrücke nahe am Tatort finden. Linda kreischt: “Wir sind gefangen!” (na ja, man kann sicher auch darüber diskutieren, ob man in einem weitläufigen Wald- und Flußgebiet tatsächlich “gefangen” ist. “Verloren” vielleicht...). “Wir könnten ein Floß bauen”, schlägt einer der männlichen Studenten vor (könnten, theoretisch, wenn ihr nicht entschieden zu blöde dafür wärt). In der allgemeinen Ratlosigkeit fällt einem anderen der Studis auch noch ein, dass peinlicherweise im Boot Radio und Munition gewesen und damit jetzt hops seien. So’n Ärger (warum habt ihr das Zeug auch nicht mit ins Lager genommen? Mann, hoffentlich kommt gleich Bigfoot und macht Hackefleisch aus euch).

Notgedrungen machen sich unsere “Helden” auf die wandernde Suche nach Crazy Wanda und ihrer Hütte. “Eerie” music nervt den Zuschauer, als ob die Blödpfeifen, die unsere Protagonisten sind, nicht schon nervig genug wären. Letztere unterhalten uns mit weiteren Expertentheorien über die Fußabdrücke: “Sie sind wie von einem Affen, aber irgendwie auch nicht”, wird festgestellt (als ob einer von euch jemals eine Affenspur gesehen hätte, pffz) und Nugent läßt geistigen Dünnpfiff über die “Gewichtsverteilung” der Fußspur ab, die eher auf einen Humanoiden schließen lassen würde. Oh, get on with the killings, these guys suck!

Ich erkenne Phallussymbolik, wenn sie mir ins Gesicht springt und DAS ist welche... Wanda saugt an einer Zuckerstange!

Na, werden meine Gebete erhört? Linda und ein Student, der doch noch einen Namen bekommt und Gary heißt, spielen Schach (!! Was die alles mitnehmen auf so einen field Trip) und labern dummes Zeug. Bevor sich das am Ende noch in eine Sexszene entwicklen kann, schalten wir kurz um auf die Monster-Cam. KREISCH! Irgendwas ist passiert (nein, wir dürfen es *nicht* sehen), der Rest unserer Truppe eilt herbei und findet Linda okay, aber ein bissl geschockt und Gary mit einer fetten Kratz- und Rißwunde auf dem Rücken. Abgesehen von Gary (der naturgemäß nicht ganz so guter Laune ist) sieht die versammelte Truppe die Angelegenheit sehr locker und wenig dramatisch. “Du musst schreckliche Schmerzen haben”, kommentiert Nugent schadenfroh (und die Synchro verpasst ihm dabei wieder diesen extrem mitfühlenden “na, hat’s wehgetan, hähähä?”-Tonfall). Pure Kameraderie! Das sind die Leute, mit denen ich in eine Extremsituation gehen möchte... Nugent kann der Attacke auf Gary etwas positives abgewinnen: “Es hätte sie beide töten können, hat’s aber nicht getan!” Ist aber nett vom Monster. “Es schützt nur sein Territorium!” Klar, ist die einzige Lösung (und erklärt vor allen Dingen, warum der Biker vorhin dran glauben musste...). Aus mir vollkommen schleierhaften Gründen sind sich alle einig, dass Wanda der Schlüssel zum Geheimnis sein muss (das ist unfair, die haben wieder zwanzig Seiten im Drehbuch vorgeblättert! Das giltet nicht! Kann ich ja auch nicht!).

Nach nur wenigen Minuten weiterer erfreulicher Naturaufnahmen (was man alles so mit 20 Minuten raw footage vom letzten Ausflug in den Yosemite-Park anstellen kann) erreichen unsere “Freunde” das McKindley-Haus, nicht aber ohne vorher an ominösen (und verdächtig nach Pappe aussehenden) Grabsteinen plus einer zusätzlichen Grabstelle, die aber nicht durch einen Gedenkstein, sondern nur eine in den Boden gerammte Y-Astgabel markiert ist, vorbeizudefilieren. Nugent klopft an der Hüttentür - Wanda späht vorsichtig-mißtraurisch heraus. Das Vertrauen des Mädels wird durch ein paar mitgebracht Zuckerstangen erkauft (schön, dass manche Leute bestechlich sind). Wandas zarte Türöffnung nehmen die Studenten und ihr Prof gleich mal als Einladung, die Hütte in Beschlag zu nehmen und sich dort häuslich einzurichten (also, höflich sind die jungen Leute heutzutage wirklich nicht). Wanda tut, was eine stumme Verrückte angesichts einer Invasion labernder Verrückter da nur utn kann, sie hockt sich in unseren Schaukelstuhl (und der Kameramann demonstriert, dass er ein großer Künstler ist und bietet Rocking-Chair-POV. Großes Kino!). Nugent textet die arme Frau mit einem Wortschwall über das Monster und seine grauseligen Taten zu. Beim Wort “Bigfoot” (oder “Großfuß”, wie es die deutsche Übersetzung so schön, eh, übersetzt) kriegt die gute Wanda eien Schreikrampf, panikt und rennt weg. “Das macht nichts,” befindet Sympathikus und Mr. Einfühlsamkeit Impersonated Nugent sachlich, während seine munteren Gesellen immerhin feststellen, dass mit Wandas Stimme eigentlich alles ganz normal zu sein scheint. Hoch anrechnen muss ich unserer Truppe, dass sie sich letztlich doch anstandshalber dafür entscheidet, nicht ungefragt in Wandas Wohnzimmer, sondern in bewährter Methodik anderthalb Meter vor der Haustür in den Zelten zu nächtigen.

Zugegeben, etwas unübersichtlich, aber Bigfoot hilft gerade nach, dass sich zwei unschuldige Pfadfinderinnen gegenseitig in die Plauze stechen...

“Mach das Radio an”, wird gefordert (hm, war das Radio im Boot wohl doch ein Funkgerät. Dass die so was überhaupt mit dabei hatten, wunder!). Aber anstelle guter Musik unterhält Professor Nugent lieber mit ein paar weiteren Horrorgeschichten - zum einen vom Holzfäller, der vom bösen Bigfoot mit seiner eigenen Axt entleibt wurde (schöner Zoom in eine klaffende Wunde, für die Gorefans), garniert mit einer künstlerischen Einstellung, in der die Axt direkt auf die Kamera einschlägt (der Gag, das Bild “splittern” zu lassen, wäre für ‘ne Parodie nett gewesen), zum anderen, weil doppelt genäht hält besser und der ein oder andere der Studis könnte nach nur einer Gruselgoregeschichte vielleicht noch ruhig und zufrieden pennen, die von den beiden Pfadfinderinnen, die für ihre Gruppe einen Pfad suchten (tja, nomen ist omen) und dabei dem Bigfoot in die haarigen Arme liefen. Bigfoot beweist Sinn für morbiden Humor, packt in jede Pfote eine Pfadfinderin und dengelt die beiden so gegeneinander, dass sie sich gegenseitig mit ihren eigenen Messern abstechen (für eine hirnloses Monster ist der Bigfoot ganz schön menschlich fies). Ich frage mich an dieser Stelle allerdings eins: wie kann der Prof die diversen Morde in all ihren splattrig-blutigen Details schildern, wenn’s doch für keine der Taten Zeugen gab? Ich mein, vielleicht sind die beiden Pfadfinder-Girls sich in die Haare geraten, weil sie beide in den gleichen Typen verknallt waren und haben sich deswegen gegenseitig gekillt (mein Gott, wir haben doch alle, d.h. wir 650 Kinobesucher, 2 LDK gesehen und wissen, wie leicht so ‘ne Tusse ausklinkt)... Also, im Zweifelsfall unterstelle ich Mr. Nugent eine kranke Phantasie (der hat eindeutig zu viele Metzelfilme gesehen...).

“Großfuß wird nicht mehr mit uns spielen”, schlussfolgert Nugent und entlässt seine Schäfchen mit diesen beruhigenden Worten in die Nachtruhe.

Die wird nicht lange dauern, weil die Monster-POV sich wieder mal meldet. Zunächst passiert aber erst mal nichts in rauen Mengen, ehe einer der Typen, der heißt wohl Pete, aus irgendwelchen Gründen allein in die Nacht rennt. Carla scheint ihm zu folgen, die Musik macht aufregende “weeahweeahweeah”-Geräusche (sprich: etwas furchtbar aufregendes wird jetzt geschehen), aber wie schon vorhin bei der schwarzen Messe seh ich auch jetzt wieder schwarz bzw. nix. Something-or-other scheint allerdings zu passieren und am Ende dieser undurchsichtigen Szene ist Pete entweder hinüber oder vom Bigfoot hinfortgezerrt worden. Auf jeden Fall ist er weg, tot, gestorben, over und out. Während Linda den obligatorischen hysterischen Anfall absolviert (sie ist mal wieder die einzige, die sich gesteigerte Gedanken um den Vermissten/Toten macht), weist Carla Nugent auf Fußspuren hin - ja, ich glaub, selbst der Dümmste unter den Studenten weiß inzwischen, dass hier ein Schrecken durch die Nacht schleicht, da helfen die Fußspuren jetzt auch nicht weiter. Doofe Weiber. “Ich will weg von hier”, schnieft Linda. “Ja”, stimmt Nugent zu, “ich spreche besser mit Wanda!” (HÄ? Inwiefern besteht da ein kausaler Zusammenhang? Okay, der Kerl ist Akademiker, da muss man mit allem rechnen).