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CARNOSAUR 3
Carnosaurus 3
Carnosaurus 3

Deutscher Titel: Carnosaurus 3

USA 1996 - 77 min - FSK: 16 USA: R

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Inhaltsverzeichnis

Credits

Besetzung:

Col. Rance Higgins  (Scott Valentine)
Dr. Hodges  (Janet Gunn)
Polchek  (Rick Dean)
General Mercer  (Anthony Peck)
Sanders  (Rodger Halston)
Coolidge  (Terri J. Vaughn)
Ferguson  (Billy Burnette)
Rossi  (Morgan Englund)
Proudfoot  (Justina Vail)
Dolan  (Cyril O´Reilly)

Crew:

Regie  Jonathan Winfrey
Drehbuch  Rob Kerchner
Kamera  Andrea V. Rossotto
Schnitt  Louis F. Cioffi
Musik  Kevin Kiner
Production Design  Nava
Spezialeffekte  John Carl Buechler, Magical Media Industries
Produzent  Roger Corman
ausführender Produzent  N.A.
Produktion  Concorde-New Horizons

Vorwort

Wenden wir uns nach längerer Zeit mal wieder einem der Großmeister des Schlockkinos überhaupt zu - Roger Corman. Der gute Roger ist ja immer geschwind dabei, wenn es gilt, einen gerade angesagten Trend zu kopieren und in Konsequenz erfolgreich zu Tode zu reiten - es überraschte daher nur wenige Insider, dass Corman, als Spielberg seinerzeit Jurassic Park ankündigte, sofort sein eigenes Dino-Abenteuer Carnosaur in Produktion schickte und es tatsächlich schaffte, seinen Film noch vor dem Spielberg-Blockbuster in die Kinos zu bringen.

Nun ist Filmemachen kein Hochleistungssport (obwohl, in der Liga, in der Corman spielt, wohl eher schon) und Carnosaur wurde vom geneigten Publikum relativ schnell als das identifiziert, was es war - ein Schnellschuss, um zünftig Kasse zu machen. Und weil Mr. Corman nicht nur von der schnellen Truppe, sondern auch ein echtes Sparbrötchen ist, konnte er es bei einem Film natürlich nicht bewenden lassen - schließlich hatte man die Dino-Props schon mal angefertigt, die könnte man ja wiederverwenden (und die Aufnahmen sowieso, so mancher Carnosaur-Shot fand sich später in Fred Rays Spaßbombe Dinosaur Island wieder). Ein Sequel wurde also aufgelegt, wurde von den Leuten, die ihre Meinung öffentlich kund tun, als noch größerer Schund als der erste Teil bezeichnet, war aber auf dem Videomarkt offensichtlich lukrativ genug (und wie wir den alten Fuchs Corman kennen, wird er schon dafür gesorgt haben, dass die break-even-Zone nicht erst durch zehn Millionen Rentals erreicht wurde), um noch einen dritten Teil zu rechtfertigen, und mit dem haben wir es heute zu tun (mit Raptor gab’s dann später noch einen semi-offiziellen vierten Film).

Dass Roger Corman sein Investment von Sequel zu Sequel zurückschraubte, erkennt man schon an der Besetzungsliste. Teil 1 konnte noch mit Diane Ladd glänzen, Teil 2 hatte John Savage, Teil 3 hat Scott Valentine. Da ist doch ein gewisser Abwärtstrend erkennbar. Hoffnungsfroh stimmt allerdings, dass mit Jonathan Winfrey der Mann auf dem Regiestuhl sitzt, der mit den beiden Black Scorpion-Filmen bewiesen hatte, dass er flotte Comic-Unterhaltung abliefern kann. Na, dann wollen wir doch mal sehen...

Inhalt

Da geht es hin, das Budget, gleich in der ersten Szene...
Da geht es hin, das Budget, gleich in der ersten Szene...

Also finden wir uns irgendwo in der kalifornisch-nevadischen Wüste wieder und betrachten (aus teilweise schick gekippten Kamerawinkeln... das muss Roger Christian gesehen haben, bevor er sich an Battlefield Earth machte) einen Militärkonvoi, genauer gesagt, drei-vier Jeeps, die einen raffiniert mit Tarnnetz behängten LKW eskortieren (hm, ich weiß nicht, weshalb man sich eines "unauffälligen“ Trucks mit der Aufschrift "Hastenichtgesehen Orchideen“ bedient, wenn man dann Tarnnetz drüberhängt und mit großem Jeep-Aufgebot Begleitschutz fährt. Gibt dem Gedanken "Unauffälligkeit“ doch irgendwie kontra...). Nachdem zwecks komödiantischem Highlight einem der Soldaten die Blase drückt und er auf Anweisung seines diensthabenden Sergeant im Fahren pinkeln muss (ob die Besatzung des nachfolgenden Jeeps es wirklich so lustig findet, dass er hinten raus pinkelt und nicht zur Seite??), gerät der Konvoi auch schon unter feindliches Feuer. Eine Bande gar fieser schwarzverhüllter Terroristen (wären wir bei Joseph Lai, wären das jetzt Ninjas. Everything is better with Ninjas, ich wiederhole mich) sorgt für ordentlich Rambazamba, jagt die Jeeps in die Luft (dafür dürfte entweder ein Großteil des Budgets draufgegangen sein oder die entsprechenden Szenen hatte Corman schon auf Vorrat...) und metzelt die Soldaten bis auf den letzten Mann relativ humorlos nieder. Shit happens.

Anderswo, ebenfalls in recht wüster Gegend - dort haben Terroristen, die man aufgrund des identischen Modegeschmacks zunächst für dem gleichen Verein wie dem der Konvoiniedermetzler zugehörig halten könnte, ein Ölpumpstation/Bergwerksanlage/Kraftwerk/was-weiß-ich-denn-was-das-für-ein-Ding-sein-soll nebst drei Geiseln in die Gewalt gebracht. Colonel Higgins‘ Spezialeinsatz schreitet zur Befreiuungsaktion. So richtig schwer machen‘s die Terrorspezis den Elitesoldaten aber nicht (wenn ich als Terrorist von Welt einen Soldaten sehen würde, der in der von mir besetzten Anlage rumkraucht, würde ich den auf Sicht umpusten und mich nicht leise, still und heimlich anschleichen und von des Soldaten besten Kumpel überwältigen lassen. Bin ja aber nur mal wieder ich. Könnt Ihr froh sein, dass ich kein Terrorist bin). Egal, dank der Inkonsequenz der Bösen dringen die Guten Jungs TM ohne größere Probleme in die Zentrale des Was-auch-immer-Komplexes vor, worauf Colonel Higgins die Übung für beendet erklärt (au weia, das ist ja jetzt mal wieder eine völlig neue Erfindung). Den Verteidigern wird - wider Erwarten und zumindest bei mir auf grobes Unverständnis stoßend - ein Kompliment ausgesprochen, bevor der Colonel seine eigenen Jungs (und das Quoten-Mädel Coolidge, nicht nur weiblich, sondern auch schwarz und daher vermutlich nach B-Film-Logik nicht wert, sich eingehender mit ihr zu beschäftigen, cuz, you know, dead meat usw.) zur Schnecke macht - haben die es doch gewagt, satte fünfzehn Sekunden langsamer gewesen zu sein als bei der letzten Übung. "Und ihr wollt das A-Team sein?“ blafft Higgins (nein, können sie gar nicht, die haben weder einen verrückten Piloten noch einen goldkettenbehängten schwarzen Kleiderschrank! Also wirklich!), während die wahren Terroristen eine Polizeikontrolle durch couragiertes Abknallen des kontrollierenden Gesetzeshüter bewältigen (seht ihr, so wird das gemacht). Polchek, der Sprücheklopfer unter den Elitekämpfern, reißt ein paar dumme Witze, sehr zum Missfallen des Colonel, der ihn zu einem 10-Meilen-Marsch in voller Montur verdonnert (in diesem Falle: womit? Mit Recht. Polchek ist zu dämlich).

Polchek gibt uns den dezenten Hinweis, den Film doch lieber mit dem Esel zu suchen...
Polchek gibt uns den dezenten Hinweis, den Film doch lieber mit dem Esel zu suchen...

Die Terroristen fahren den gekaperten Laster plus den ebenfalls beschlagnahmten Streifenwagen in ein verlassenes Lagerhaus TM am Hafen von L.A. Dort soll die Beute inspiziert werden, aber Chefterrorist Dolan wundert sich - statt der erhofften atomwaffenfähigen Urans schlägt ihm aus dem Truck die eisige Luft eines Kühlwagens entgegen. Nähere Inspektion fördert einige Computer und, hinter einer Art Duschvorhang, drei leicht dösige Dinosaurier im Taschenformat (also: ungefähr mannshoch) zu Tage. Erstaunlicherweise quittiert Dolan die Tatasche, dass in dem Laster ein paar seit Quadrillionen Jahren ausgestorbene Reptilien hocken, mit relativer Nichtachtung, sondern scheißt lieber seinen Informanten zusammen (okay, mit drei Dinos kann man sicher weniger terroristischen Schaden anrichten als mit einer Atombombe... Aber nur knapp weniger). Soll sich der doch mal selbst ein Bild von der Bescherung machen, schlägt Dolan vor. Der nicht minder überraschte Informant steckt seinen Kopf ins Dino-Abteil. Das ist auch das letzte, was er tut. Dadurch auf den Geschmack gebracht (har-har) veranstalten die Saurier ein zünftiges (und größtenteils aus schicker, stylisher Dino-POV gezeigtes) Gemetzel.

Da der Terrortrupp mit vernachlässigbarem Erfolg versucht, seine Haut durch panisches Herumgeballere zu retten, fühlen sich dadurch die örtlichen Gesetzeshüter, die gerade auch ihren erschossenen Kollegen gefunden haben (hm, doch Amateure, die Terroristen - so was nimmt man mit und entsorgt es), angesprochen und eingeladen.

Auch Dinosaurier machen gern mal einen Abstecher ins Rotlicht-Millieu (ja, ich weiß, der war billig)
Auch Dinosaurier machen gern mal einen Abstecher ins Rotlicht-Millieu (ja, ich weiß, der war billig)

Der Verlust der geheimnisvollen Fracht hat sich mittlerweile auch in die entsprechenden Entscheidungsträgerkreise des Militärs herumgesprochen - General Mercer (der irgendwie aussieht wie Horst Tappert zwanzig Jahre jünger ohne Tränensäcke) zitiert Higgins zu sich und erteilt dem A-Team den dienstlichen Befehl, die Ladung wiederzubeschaffen. Leider kann er aber aus Geheimhaltungsgründen nicht verraten, um was genau es sich handelt, aber es handelt sich auf jeden Fall um einen solchen der nationalen Sicherheit (was es allerdings mit den "Weiss-Strahlungs-Emissionen“ auf sich hat, von denen der General daherfaselt, gehört auch zu den ungeklärten Geheimnissen).

Aus dem Lagerhaus taumelt der einzig überlebende, aber auch leicht angenagte und ziemlich hysterische Terrorist und wird von den Cops prophylaktisch festgenommen. Die bereits im Hubschrauber sitzenden Anti-Terror-Fighter des A-Teams werden informiert, dass die L.A.-Polizei die fiesen LKW-Klauer ausfindig gemacht habe (eh? Woher wissen die LA-Cops, dass es sich um die Terroristen handelt, die den Konvoi attackiert haben? Noch sind die nicht mal in dem Lagerhaus DRIN!). Der Gefangene fantasiere darüber hinaus irgendetwas von Monstern. Kann schon sein, nickt Higgins bedächtig, eventuell aufgrund radioaktiver Verseuchung mutierte Tiere (ich glaub, der hat in seiner Jugend zu viele Godzilla-Filme gesehen). Dieweil haben die Cops ihren Gefangenen gefesselt und geknebelt (!) und beschließen, das Lagerhaus zu stürmen (das, so schätze ich, war nicht die allerbeste Entscheidung des Tages). Drinnen stoßen die Ordnungshüter auf eine blutige Bescherung, allerhand zerfetzte und abgerissene Leichenteile und ähnlich Appetitliches. Hält den Kommandoführer der Gesetzesmänner nicht davon ab, das Ganze für das Werk ausländischer Krimineller, bevorzugt der Russenmafia, zu halten (eh, ja, reality check, please. Die Russenmafia ist zweifellos kein Knabenchor, aber sie reißen ihre Opfer selten bei lebendigem Leib in mundgerechte Stückchen). Aus einem zweiten im Lagerhaus abgestellten Truck dringen Rumpelgeräusche - der Sheriff hält das für ein Lebenszeichen der Täter und fordert diese zur sofortigen Aufgabe auf. Als sich darauf nichts tut, öffnet er den Laderaum des Trucks... Sagen wir‘s so, ich glaube, der hat sich böse Russen ein bisschen anders vorgestellt, weniger schuppig und mit weniger spitzen Zähnen. Chomp chomp chomp (allerdings - die Saurier sollen sich selbst in de zweiten Truck eingeschlossen haben? Halte ich für relativ, eh, bescheuert. Andererseits, spätere Entwicklungen werden zeigen-, nein, ich verrat‘s noch nicht).

Wenn Derrick beim Bund gewesen wäre: Unteroffizier Harry, fahren Sie den Panzer vor!
Wenn Derrick beim Bund gewesen wäre: Unteroffizier Harry, fahren Sie den Panzer vor!

So kann das A-Team, als es denn eintrifft, theoretisch die Überbleibsel zweier Gemetzel finden (in Ermangelung einer ausreichenden Anzahl an gorigen Props bleibt‘s aber optisch bei den Eindrücken des ersten). Der Kühlwagen wird als solcher identifiziert - auch den Anti-Terror-Experten wird klar, dass es sich nicht um einen Atomtransport gehandelt haben kann, der braucht nämlich kein "D2-Kühlsystem“ (und ich dachte immer, das wäre ein Handynetz). "Mal sehen, in welche Scheiße uns der General dieses Mal geritten hat,“ wird geknurrt - man folgt einer dekorativen Blutspur in einen mit allerhand Kisten und Schachteln vollgestopften Nebenraum. Perfekte Umgebung für ein paar Probeattacken der immer noch hungrigen Saurier. Coolidge erwischt es als erste (hab ich‘s nicht gesagt?), auch ein gewisser Ferguson wird verhackstückt (und den Schnipplern der FSK-16-Fassung muss entgangen sein, dass man da tatsächlich ein bisschen Gore sehen kann). Der Rest der Truppe rettet sich mit Müh‘ und Not.

General Mercer fliegt ein und hat die Expertin im Gepäck - Dr. Hodges, jung, weiblich, blond, attraktiv, Brillenträgerin - ergo: supergeniale Wissenschaftlerin (gotta love them B-movie characterizations). Die verrät dem verdutzten Higgins und seinen überlebenden Getreuen (immerhin zweien), dass man es mit genetisch reproduzierten Repliken längst ausgestorbener Reptilien zu tun habe. Die Terroristen, so fügt der General an, hätten wohl schlicht den Transport verwechselt. Aus Geheimhaltungsgründen könne er leider keine Verstärkung hinzuziehen, und, ach ja, man hätte die Biester ganz gerne lebendig wieder. Higgins bleibt begreiflicherweise die Spucke weg und findet auch Hodges streng wissenschaftliche Sichtweise, wonach man sich vom Genmaterial der Saurier Heilmittel für diverse Erbkrankheiten erhoffe, nur begrenzt tragfähig (na ja, sieh‘s so, Genosse, deine zwei Toten werden auf keinen Fall mehr irgendwelche Erbkrankheiten haben...). Mercer hält die Lage auch für taktisch günstig - die Dinos sind im Lagerhaus eingeschlossen, also, kein Problem (ist ja auch nur einer pro Mann...).

Nach der heißen Schlacht am kalten Buffet...
Nach der heißen Schlacht am kalten Buffet...

Hodges veranstaltet ein ordentliches Briefing (mit Hilfe von Fotos aus den bisherigen Carnosaurus-Teilen) - es handelt sich um zwei männliche Velociraptoren und einen weiblichen T-Rex, den man aber, weil‘s Spaß macht und Frohsinn bringt, genetisch zum Zwitter umgearbeitet habe, damit er sich fröhlich reproduzieren kann (Wissenschaftler können so blöd sein!) Im übrigen seien die Saurier schnell, intelligent (aufgrund menschlicher DNS... Ich wiederhole mich: Wissenschaftler können so blöd sein!), brutal, lernfähig, tödlich etc. Polchek und Sanders (der zweite überlebende Soldat) können sich während des Vortrags vor Lachen kaum halten (aber wohl mehr deswegen, weil Polchek Zettel mit so intelligenten Texten wie "sie hat sicher einen tollen Arsch“ schreibt... Ist ja wie in der fünften Klasse) und wären ansonsten eher dafür, die Viecher doch aussterben zu lassen - schließlich sei man eine Anti-Terror-Einheit und kein Tierpfleger-Kommando. Higgins sieht das wohl prinzipiell ähnlich, ist aber Kommiskopp genug, um einen Befehl auszuführen. Immerhin - die Dinos können vermeintlich das Lagerhaus nicht verlassen, weil zumindest an einer Seite von Wasser blockiert und die Viecher können nicht schwimmen. Da direkt neben an (wie praktisch) ein Fleischkühl-Lagerhaus steht, kann man sich dort mit dem notwendigen Ködermaterial versorgen - also, wieder rein ins Lagerhaus, wo die drei tapferen Helden von schlechten Dino-Effekten erschreckt werden und beinahe einen Trupp Marines erschießen (und umgekehrt) - Mercer hat doch Verstärkung organisiert (es wäre aber zu viel verlangt gewesen, wenn er das seinen Jungs gesagt hätte, nicht wahr? Lieber geht man das Risiko ein, dass die sich in einer angespannten Situation gegenseitig über den Haufen ballern. Solid military thinking, I suppose). Anyway, Captain Garcia und seine drei Krieger (Johnson, Rossi und die obligatorische taffe lady Proudfoot) unterstellen sich Higgins‘ Kommando. Polchek beeindruckt die Präsenz der Marines eher weniger.

Unter Hodges‘ fachkundiger Anleitung wird eine Falle vorbereitet - mit einem Fleischköder und einem Stahlnetz will man die Dinos einfangen. Higgins ordert aus Sicherheitsgründen die Errichtung einer Barriere und die Bereitlegung scharfer Munition und Handgranaten an, worauf Hodges fast der Dutt explodiert. Wie kann Higgins nur auf die Idee kommen, den armen Dinos womöglich ein Härchen zu krümmen (Klischee Nr. 924/b)! Während Polchek lustigerweise vorschlägt, es unter diesen Umständen mit Mausefallen zu versuchen (aber Lebendfallen, möchte ich dann doch bitten!), geht Hodges, weil Higgins ihren Argumenten wenig zugeneigt erscheint, greinend zum General petzen. Higgins folgt.

Gut, wir hätten zwei Anti-Terror-Kämpfer, vier Marines, ein Lagerhaus, in dem drei hungrige fleischfressende Dinosaurier rumlaufen und eine Falle für selbige vorzubereiten? Was würdet Ihr tun? Zehn der bewährt-berühmten badmovies.de-Gummipunkte (nicht vergessen, für 1 Mio. gibt‘s die aufblasbare Waschmaschine und für zwei Mio. beißt Pucki noch sein Autogramm rein) stehen auf dem Spiel... Richtig, Ihr würdet die Zeit nutzen, um die alte Rivalität Marines/any-other-combat-unit zu pflegen. Und so fordert Proudfoot den arroganten Polchek zu einer gepflegten Runde Armdrücken (und es ist nicht so, als ob Captain Garcia, der eigentlich ja so was ähnliches wie ein kommandierender Offizier sein sollte, da ernstlich was gegen hätte...). Naja, es liegt ja sonst nichts gravierend wichtiges an.

Dieweil zankt man sich (wo eigentlich? Sieht jedenfalls nach einem solide eingerichteten Büro aus) in Mercers Office. Hodges nörgelt und nölt über Higgins, dessen Sicherheitsvorkehrungen zwischen ihr, "meinem wissenschaftlichen Durchbruch“ (aha, daher weht der Wind, "MEINS“) und mindestens dem Nobelpreis stehen würden. Higgins weist darauf hin, dass es wohl sinnvoller wäre, im Extremfall die Dinos zu killen als sich fressen zu lassen, aber Mercer pflichtet, wie es seiner Aufgabe gemäß aller B-Film-Klischees dieser Welt ist, als unverantwortungsloser Militär TM Hodges‘ Meinung als unverantwortlicher Wissenschaflterin TM zu.

So lang man vom Dino nur die Hälfte seht, sind sogar die FX noch erträglich...
So lang man vom Dino nur die Hälfte seht, sind sogar die FX noch erträglich...

Das Fußvolk amüsiert sich dieweilen prächtig - nach langem Kampf ringt Polchek Proudfoot nieder und darf dafür nicht mal verdienten Applaus, sondern nur Spott und Häme ("hat aber lang gedauert“) einstecken. Und dann demoralisiert Proudfoot den armen Polchek noch damit, mit ihrem "schwachen Arm“ angetreten zu sein. Als Higgins das gemütliche Beisammensein bemerkt, ist er, und ich kann ihn da durchaus verstehen, schwer angefressen. Nicht nur, dass sein Vorgesetzter ihm schlichtweg "alles“ untersagt hat, treiben seine Untergebenen auch noch solche blöde Mätzchen ("I am being undermined by my own disciples,“ würde Space Mutiny-Schurke Kalgan jetzt sagen). Higgins ruft sein Team zur Ordnung und nun wird amtliche die Dinofalle gebaut - scheinbar ist der Name "A-Team“ nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn es wird geschweißt und technisch improvisiert, dass die Schwarte kracht und B.A. Baracus sicher stolz wäre. Der ausgeklügelte und von Hodges für gut befundene Plan besteht darin, einen Dino unter das Netz zu locken, selbiges fallen zu lassen und dem Saurier dann eine Ladung Tranquilizer, die - wie üblich - die obligatorisch referierte Elefantenherde fällen würde, auf den Pelz zu brennen. Das soll dann Scharfschütze Polchek besorgen. "Polchek???“ entsetzen sich die Marines. Der spielt Hodges noch ein wenig Schabernack, indem er so tut, als würde er sich versehentlich die Tranquilizer selbst reinhauen (haha, wie komisch), und dann ist lustiges Warten auf den Dino angesagt.

Polchek und Higgins nutzen die gespannte Wartezeit für ein wenig Smalltalk. Polchek, der sich ein wenig in Proudfoot verschossen zu haben scheint (offenbar ein Rasseweib nach seinem Geschmack), erkundigt sich, ob Higgins schon jemals mit einer Frau an der Front gewesen sei und wenn ja, wie das gewesen wäre. Das gibt Higgins Gelegenheit, eine langatmige und für den Film vollkommen belanglose Anekdote zum besten zu geben (ich würde das akzeptieren, wenn die Schlusspointe der Geschichte für unseren Plot von Bedeutung wäre, aber so ist das einfach nur die Grosse Charakterszene TM, die zwei Minuten Screentime füllt (Moral von der Geschicht‘ im übrigen: wenn du in Guatemala als Supersoldatin undercover gehst, solltest du deine Special-Forces-Tattoos überschminken, den bad guys könnte das auffallen. Meine Auffassung: gut, dass die aus dem Genpool raus ist).

"Gentleman, in ´Carnosaurus 2´ konnten wir uns noch gute Tricks leisten!"
"Gentleman, in ´Carnosaurus 2´ konnten wir uns noch gute Tricks leisten!"

Nachdem dieses erfreuliche Thema geklärt wäre, tappt auch endlich ein neugieriger Dinosaurier zur Fleischfalle und schnuppert ein wenig am dort aufgehängten rohen Steak. Polchek kommt allerdings nicht zum finalen Rettungsschuss, weil er gerade von einem zweiten Saurier am Kragen gepackt und weggezerrt wird. Higgins nimmt die Verfolgung von Raptor und potentieller Beute auf und tatsächlich gelingt es den beiden tough guys, den Saurier mit einigen Dutzend Kugeln zu fällen (ob das Dr. Hodges gefällt?) Die Marines versuchen dieweil, den fallenüberprüfenden Saurier mit dem Netz zu fangen, was aber daran scheitert, dass das freche Viech vorwitzigerweise einfach das Stahlnetz zerbeißt und das Weite sucht.

Das totale Fiasko der Operation Dinofang schreit nach einer Analyse: "Die wussten, was wir vorhaben!“ Dr. Hodges kann ihre Begeisterung über die gezeigte Intelligenz ihrer bissigen Lieblinge kaum verhehlen. Der Kadaver des erlegten Tiers wird untersucht - man hat dafür ein Behelfszelt auf dem Vorplatz des Lagerhauses errichtet - und Hodges stellt fest, dass sich die Zellen des gekillten Urviecs "wie beim abgetrennten Schwanz einer Eidechse“ regenerieren. Für Zuspätgekommene rekapituliert Hodges an dieser Stelle kurz die Geschehnisse der ersten beiden Filme und spekuliert dann, dass das verzwitterte T-Rex-Weibchen sich eventuell bereits vermehrt haben könnte - vielleicht sollte Polchek an die Jungen verfüttert werden . Und so schlappe vier Dutzend Eier könnte auch so ein Westentaschentyranno durchaus legen. Obligatorischer Polchek-Spruch: "Eier? Aber es ist doch noch gar nicht Ostern!“ Ein wahres Comedy-Talent, gebt dem Mann eine Show bei Sat.1.