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Bionic Ninja

BIONIC NINJA
Deutscher Titel: Bionic Ninja - Die Formel des Todes
Bionic Ninja

Hongkong 1988 - 85 min - FSK: 18

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Inhaltsverzeichnis

Credits

Besetzung:

Tanner  (Mike Abbott)
Brad  (Marko Ritchie)
N.A.  Christopher Trevail
N.A.  Jonathan Woodhouse
N.A.  Maria Wu
N.A.  Morna Lee
N.A.  Mike Tien
N.A.  Joseph Hor
N.A.  John Wong
N.A.  Bob Lee

Crew:

Regie  Godfrey Ho
Drehbuch  Godfrey Ho, Benny Ho
Kamera  Raymond Cheng
Schnitt  Vincent Leung, Homer Kwong
Musik  Stephen Tsang
Production Design  Anthony Chang
Spezialeffekte  Simon Chu
Produzent  Joseph Lai, Betty Chan
ausführender Produzent  N.A.
Produktion  IFD Films & Arts Ltd.

Vorwort

Joseph Lai-Lai-Lai, lalala-lala-la... huch, Ihr seid schon da? ´tschuldigung, war noch so in Gedanken...

Okay, ich weiß, dem ein oder anderen kräuseln sich bei der Erwähnung des Namens "Joseph Lai" mittlerweile die Fußnägel auf, aber, wie ich den Reaktionen im Forum ja durchaus auch entnehme, es gibt den einen oder anderen, der mir auf dem Weg zur Lai-Heiligsprechung folgt. Abgesehen davon macht´s einfach auch ziemlich viel Spaß, die Lai-Reviews zu schreiben (jedenfalls mehr Spaß, als sich zu biederen TV-Thrillern u.ä. Schmalspurkost seitenweise Geistesblitze abzukrampfen).

Da ich bei meinen treuen Lesern mittlerweile solide Grundkenntnisse über Leben und Werk von Joseph Lai voraussetzen kann (Newbies finden in der Hall of Fame einen ganzen Schwung von Reviews, um sich da auf den gleichen Level zu bringen), brauche ich heute auch mal keine epische Einleitung. Nur soviel: Es scheint tatsächlich mehr als drei Leute zu geben, die sich Lai-Filme (ob versehentlich oder nicht) als deutsche DVDs kaufen, denn sonst würden die Label ja nicht pausenlos "neue" auf den Markt werfen (auch wenn mich wirklich mal die Auflagenhöhe interessieren würde). Ziemlich frisch ist auch die Veröffentlichung von Bionic Ninja (allein bei dem Titel stellen sich bei mir schon wieder die Nackenhaare auf. Zwar gehe ich mit Meister Lai völlig darin konform, dass mit Ninjas alles besser ist, aber das "bionic"... shudder. Na, solang mir im Vorspann keiner erzählt, dass man einen Ninja mit Bionik im Wert von 6 Mio. Dollar aufgepäppelt hat, soll´s mir recht sein) von Best Entertainment (ja, ich weiß, momentan bin ich sowas ähnliches wie der Best-Hauptrezensent. Was kann ich dafür, wenn die soviel releasen, was hierher paßt?), schelmischerweise wieder als geschnittene 16er und (hoffentlich) ungeschnittene 18er Edition auf dem Markt. Eine gute Fee (im Klartext: mein verehrungswürdiger Sponsor Carsten) zauberte mir die 18er-Scheibe ins Haus – wer kann dazu schon "nein" sagen, zumal mein Lieblingsknuddelschurke Mike Abbott wieder mal eine gewichtige (hüstel) Rolle spielt? Eben, ich zumindest nicht. Ein weiteres Faktum: wir müssen mal nicht raten, wer der Regisseur ist, denn Godfrey Ho gibt´s ausnahmsweise mal zu (zumindest, was die Screen Credits angeht, im echten Leben, stell ich mir vor, sieht das anders aus). Also, lehnt Euch zurück, nehmt Euch ´n Bier, ich schätze, es wird seltsam werden...

Inhalt

Du weißt, du befindest dich ein einer echten Prestige-Produktion, wenn dir anstatt einer ordnungsgemäßen Titeleinblendung ein Ausschnitt aus dem alten deutschen Videocover um die Ohren gehauen wird. Ungelogen, so beginnt unser Film... it sets the mood, wie der Anglophile sagt.

Ungelogen, das ist, nach zehn Sekunden Schwarzblende, der erste Frame, den uns der Film vor den Latz ballert... you know you´re in for a treat...

Unspektakulärer geht´s weiter. Nach den üblichen Hongkong-Impressinonen für die sonstigen Credits flüchtet ein junges chinesisches Huhn vor einem chinesischen Tunichtgut ein Treppenhaus hinunter. Letzerer erwischt sie allerdings und aut ihr ordentlich was vor die Kauleiste (hm, ist der Film wirklich ungeschnitten? Von einem Schlag bekommt doch selbst das glaskinnhafteste HK-Chick nicht blaue Flecken und blutige Wunden am ganzen Körper?).

Ein anderes China-Girl sucht am Hafen einen öffentlichen Fernsprecher auf und wird dabei von einem kaukasischen Typen kritisch beäugt (allein aufgrund letzterer Tatsache schließen wir, dass es sich dabei um zumindest teilweise neue Footage handelt). Unser Mädel ruft bei der "Bonnie & Brad Detective Agency" an (klingt genau nach der Sorte Amateure, die ich im Krisenfall gaaanz sicher engagieren würde. Wenn´s denn wenigestens Bonnie & Clyde wären...). Allerdings geht keiner ran, da das Büro bis auf ein Six-Pack Coca Cola (hey, Product Placement in Lai-Filmen? Boah) und Sylvester-Stallone-Rambo-Poster verwaist ist. Das Mädel hängt notgedrungen auf (und wir bemerken einmal mehr, dass Lais Regisseure Einstellungen klingelnder Telefone für den Gipfel cinematischer Kunst halten müssen) und schlappt zum nächsten Postamt, um dort einen geheimnisvollen Umschlag in einen Briefkasten zu werfen - och nöö, bitte nicht den selben MacGuffin wie in Red Heat Conspiracy. Das wird ja langsam langweilig. Aber doch, so ist´s. Und der verfolgende Kaukasier ist genauso dämlich wie sein Kollege im referierten Film, würd´ er das Mädel umnieten, bevor es den Umschlag einwirft, könnten sich alle Beteiligten die nächsten 80 Minuten sparen (und der Reviewer sich z.B. einen vernünftigen Film ansehen, Bamboo House of Dolls z.B.)...

Im Detektivbüro klingelt erneut das Telefon und endlich erbarmt sich eine Flitzpfiepfe, die, so fürchte ich mal, unser, hüstel, Held werden dürfte, mal ranzugehen (vorher war er offenbar neues Cola einkaufen o.ä.). Ja, das ist Brad, und die Anruferin ist Bonnie. Da wir selbige nicht sehen, sondern nur ein Foto, das bei Brad auf´m Aktenschrank steht, eingeblendet wird, gehen wir mal stark davon aus, dass Bonnie und Brad die welterste Detektivbürogemeinschaft sind, die in verschiedenen Filmen agiert (Future Doc: genau so ist es – Bonnie ist die Protagonistin des Originalfilms, was man schon unschwer daran erkennt, dass sie Chinesin ist). Bonnie hätte einen neuen Job aufgerissen, aber Brad ist der motivierteste B-Movie-Held der Filmgeschichte. Er will Urlaub machen, hat keinen Bock und seine werte Partnerin kann ihm mit neuen Aufträgen und Klienten mal ganz gepflegt in die Tasche steigen (und der Tonfall, in dem er ihr dieses vermittelt, lässt auf ein wunderbares Betriebsklima schließen... ich hoffe, die beiden haben getrennte Büroräume). Aber es ist doch ein wichtiger Auftrag, gibt sich Bonnie hartnäckig – ein gewisser Tanner sei dabei, irgendeine Szene aufzumischen (was für eine Szene, hab ich trotz dreimaligem Rückspulen und in die Boxen kriechen beim besten Willen nicht verstanden), und über den sollen sie Informationen sammeln. "Laber mir nicht die Ohren voll", ist Brad weiterhin nicht interessiert, er will in die Südsee jetten. "Das soll´s momentan schneien", klärt Wetterfee Bonnie ihren Partner auf, der aber hat die Schnauze voll von ihren Belehrungen und knallt den Hörer auf die Gabel. Ja, der Mann ist mir bereits jetzt so sympathisch wie Fußpilz.

Immer wieder gern gesehen: Gewalt gegen Frauen...

Das Telefon klingelt erneut. Brad ist stinkig, da er vermutet, Bonnie wäre noch immer am Apparat, aber es ist das Mädel von vorhin, Pam heißt sie und ist recht aufgelöst. Stört Brad immer noch nicht wirklih, auch ihr verklickert er, urlaubsreif zu sein und dringend zu seinem Flieger zu müssen. Ein Held. Eigentlich soll er aber auch nur Bonnie ausrichten (Pam hat gerechtfertigterweise sichtlich kein gesteigertes Vertrauen in Brad), dass sie, also Pam, von einem gewissen Decker verfolgt werde, der ihr ans Leben wolle. Bevor Brad sich das noch notieren kann (dass er irgendwelche Aktivitäten diesbezüglich einleiten will, möchte ich mal für ein Gerücht halten), hat Decker Pam aber schon am Kragen gepackt und vermutlich gekillt. Die abrupte Gesprächsbeendigung hält nun selbst Brad für eine angemessene Ausrede, seinen faulen Arsch aus seinem Bürostuhl zu bewegen und zu einer Investigation zu schreiten (gottseidank hat Pam ihm noch erzählt, dass sie von einem öffentlichen Fernsprecher in unmittelbarer Nähe des Detektivbüros anrief. Warum sie dann allerdings nicht gleich das Büro aufgesucht hat, wird ein Geheimnis bleiben, das sie ins kühle Grab mitnimmt). Brad findet die entsprechende Telefonzelle und Pams Handtasche. Dazu zieht er einen eher indifferenten Gesichtsausdruck.

Dieweil brütet ein dynamisches Duo chinesischer Cops (Männlein und Weiblein, Namen kriegen die beiden nie, also sind sie von nun an Bulle und Bullette. Einwände gegen diese Namensgebung nimmt Ihre örtliche Polizeidienststelle entgegen. Oder auch nicht) über garstigen Bildern einer übel zugerichteten Frauenleiche (ist das die Schnepfe aus dem Treppenhaus-Prolog? Ist es Pam? Ich weiß es nicht, und es wird uns auch niemand aufklären). Scheint nicht der erste Fall zu sein, denn die beiden spekulieren, ob sie´s mit einem wahnsinnigen Serienmörder zu tun haben, denn "nur ein Irrer bringt so was fertig". Bullette fällt auf, dass dieses letzte, unidentifizierte Opfer ein Muttermal unter der rechten Achsel hat und spekuliert, dass dieser Umstand irgendeine Bedeutung haben könnte (hm, er könnte zumindest bei der Identifizierung hilfreich sein. Dass ein Serienkiller es auf Mädel mit Muttermalen unter der rechten Achsel abgesehen hat, halte ich dagegen für doch eher unwahrscheinlich). Der Bulle outet sich als ein nervenschwacher welcher, der angesichts der blutigen Bilder zu dem Schluß kommt, dass das Bullendasein ein "Scheißberuf" sei (wie ich immer wieder sage: Hätt´st was g´scheit´s g´lernt...)

Anderswo spielt eine Horde chinesischer Beauties alberne Pool-Spiele, d.h. die Mädels spritzen sich mit Wasser voll, schubsen sich gegenseitig in den Pool und kichern dabei doof. Nur eine Lady beteiligt sich nicht an der Plantscherei, sondern pflackt auf einer Liege und lässt sich´s gut gehen. Da klingelt´s an der Gartentür (eine schwere zweiflügelige Angelegenheit von mittleren Festungsausmaßen. Wer immer der Besitzer dieser Anlage ist, er legt keinen Wert auf Spanner). Die Lady lässt ein Girl namens Jenny öffnen und sich verleugnen. Draußen allerdings steht eine aufdringliche junge Dame, die wir, da wir für solche Dinge ja ein Gedächtnis haben, als Bonnie identifizieren und die darauf besteht, mit "Miss Chen" sprechen zu wollen. "Miss Chen" ist also erstens die örtliche Chefin und zweitens die Dame auf dem Liegestuhl. Miss Chen grummelt ob des ungebetenen Besuchs, dass nur "ausgewählte Schülerinnen in diesem Camp ausgebildet werden". Nein, zu Hilfe, zu Hilfe, ich mag keine chinesische Ausgabe von Girls Camp sehen müssen... "Ich hab was zu bieten", behauptet Bonnie und wirft sich in ein paar lächerliche Posen. Die reichen Miss Chen erkennbar, um festzustellen, dass Bonnie ausgewählt genug ist und akzeptiert sie sofort als neue Elevin (wofür auch immer). Die Infiltration (und um eine solche wird´s sich angesichts Bonnies Stellung als Privatdetektivin, zumindest im Rahmen der neuen Plotline, ja wohl handeln) ist geglückt. Schwer war das aber nicht...

Ein Kuschelninja zum Knuddeln - Mike Abbott, Greatest Villain of them all...

Miss Chen takelt sich für einen lauschigen Abend auf (und wir erfahren, dass sie mit Vornamen Judy heißt. Danke, das tippt sich doch schneller, hat ja nur die Hälfte Buchstaben). Doch Ringo, ihr Loverboy mit der verschlagenen Visage (ich möchte mal fast wetten, dass der ein Schurke ist) muss das romantische Beisammensein leider aufgrund dringlicher geschäftlicher Termine absagen (als Gentleman von Welt tut er das aber wenigstens nicht per Telefon, SMS oder Brieftaube, sondern persönlich). Judy ist tieftraurig bis beleidigt, aber Ringo versichert ihr ungeheuer glaubhaft, nur sie zu lieben usw. usf., verpisst sich aber dennoch umgehend und lässt die Geliebte einsam und verlassen an der Gartentür zurück. Tragisch.

Aaaah, da ist er, der Kuschelbär unter den Ninjas, Mike Abbott, und es überrascht mich nicht im geringsten, dass er erstens der böse Tanner ist und zweitens hinter einem Schreibtisch hockt und ein paar Untergebene zur Minna macht. Decker rapportiert, pflichtgemäß Pam eliminiert zu haben. "Und der Film?", erkundigt sich Tanner (ah, wir präzisieren unseren MacGuffin). "Da haben wir vielleicht ein Problem", druckst Decker herum und muss schließlich zugeben, dass er schnarchnasig genug war, Pam den Film postalisch verschicken lassen gehabt zu haben (eh, jetzt hab ich mich glaub ich irgendwo in der Grammatik verheddert. Bitte um Verbesserungsvorschläge für diesen Satz). Immerhin hat Decker eine Visitenkarte der Bonnie & Brad-Agentur gefunden (dabei hat Pam ihre Handtasche doch verloren?). "Immer dieser Brad", grunzt Tanner (aha, er kennt den Kerl also, was aber nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Schließlich klingelten vorhin keine Glöckchen bei Brad, als Bonnie Tanner erwähnte. Klingt alles wieder mal mächtig logisch). Decker verspricht, das unbürokratisch zu regeln. Besser wär das, warnt Tanner, ansonsten werde er sich nämlich überlegen, ob er "dein Arschloch als Dichtungsring" verkauft (huch? Und ja, der Streifen befleißigt sich einer pseudowitzigen flapsigen Synchro). Decker verpfeift sich und Tanner wird angerufen, und zwar von einem gewissen Mr. Tiger, der berichtet, dass Ringo sich auftragsgemäß an Judy rangeschmissen habe (und dabei erfahren wir nun wieder beiläufig, dass Judy eine Modelschule betreibt. In welchem B-Film der jüngeren Geschichte war eine Modelschule jemals etwas anderes als eine Tarnung für ein Bordell/Mädchenhändler o.ä.?). Schön, meint Tanner, aber man hat andere Probleme, nämlich die Tatsache, dass Pam verräterisch gehandelt habe und man deswegen mal die ein oder andere Lektion austeilen müsse. "Niemand kann es mit dem großen Tanner aufnehmen", plustert ebenjener sich selbstgefällig auf, "ich kenne die Bedeutung des Wortes ´Problem´ nicht!" (Man schenke dem Kerl einen Duden).

Alle paar Wochen muss man den Dreck, der sich angesammelt hat, einfach rausfegen...

Brad telefoniert mit Bonnie und teilt ihr mit, dass Pam verschwunden ist. "Da hab ich mal eine Informantin, und dann wird sie umgebracht", seufzt Bonnie mäßig ergriffen (bitte haltet Euch diesen Satz im Gedächtnis, wir werden ihn noch zur späteren Verwendung brauchen). Brad hat immerhin seine Urlaubspläne zurückgestellt (elender Workaholic), um den von Pam als Verfoler ausgemachten Decker mal zu überprüfen (aber überarbeite dich nicht, Junge). "Für dich wär das ein Klacks", schmachtet er aber sicherheitshalber sein Rambo-Poster an (dabei isser doch... nein, das wär ein Spoiler).

In der Modelschule schwingen die Girls ihre Stelzen mehr oder weniger rhythmisch zwecks Aerobic (Aerobict, sierobict und du robicst jetzt a.... sinnlose Reinhard-Fendrich-Reference) – wir wollen mal darüber hinwegsehen, dass die Räumlichkeit mehr nach Miss Chens Wohnzimmer als nach einem ernstlich hierfür zu verwendenden Tanzstudio aussieht. Den Mädels entgeht so natürlich, dass zwei Blödmänner (und damit sind sie absolut umfassend beschrieben) durch den Garten krauchen, ein paar spannerhafte Blicke durchs Fenster werfen und sich dann selbst in einlassen und verblüffen die Girls mit der knallhart recherchierten Feststellung: "Wir suchen ein Mädchen!" (Ähhh...) "Was sind wir, Transvestiten?", erkundigt sich eins der Mädel nach kurzer Bedenkzeit, aber die beiden Deppen suchen ein bestimmtes Mädchen namens Annie Chung (man sollte vielleicht gleich präzise Fragen stellen, dann klappts evtl. mit den sinnvollen Antworten). Judy verweigert die Auskunft und als die Dumpfheiner versuchen, handgreiflich zu werden, stürzt sich das halbe Dutzend Frauenzimmer mit gespreizten Fingernägeln und unter Zuhilfenahme sämtlicher unfairer Tricks (wie drei gegen einen etc.) auf die Idioten. Natürlich kommen zwei ausgebildete Profiganoven (die ja unzweifelhaft zumindest laut Script auf Tanners Lohnliste stehen) mit ein paar 50 Kilo leichten Grazien rein kampftechnisch nicht zurande (okay, es ist auch unfair, dass die Mädels sich einfach mal hochspeeden lassen. Macht den Kampf auch nicht eben realistischer). Die Kerle flüchten ins Freie an den Pool, wo fröhlich weiter gebalgt wird (Bonnie kuckt dabei amüsiert zu und greift nur in Notfällen ein, z.B. hängt sie einem der Kerle einen Schwimmreifen um den Hals, wodurch der Typ natürlich so gehandicapt ist, dass er von zwei anderen Girls vertrommen werden kann). Vor einem der Pfeifen baut sich ein Mädel mit herausgestreckter Brust auf, was den Kerl so schockiert, dass er panisch zurückweicht (Tittenangst?) und in den Pool stürzt. "Ich kann nicht schwimmen", kreischt er wie nicht anders zu erwarten, nur um angesichts eines Rudels Weiber, das sich auf ihn zu stürzen gedenkt, beherzt ans rettende Ufer zu kraulen und mit seinem Kollegen das Weite zu suchen. Diese Gangsterbosse in Hongkong – greifen immer die letzten Versager als Personal ab... Kaum sind die schwächlichen Kerle geflohen, gibt Judy kleinlaut zu, dass Annie eine Schülerin von ihr war (welch Enthüllung).

Und, so´n Zufall, da schleppt sich gerade ein heftig verprügeltes Frauenzimmer vor die Tür, schafft´s gerade noch, die Klingel zu betätigen und bricht demonstrativ zusammen. Klare Sache, das ist die gesuchte Annie (schon Pech, wenn die Verfolger die Verfolgte überholen. Das, so wussten schon Clever & Smart, gilt es bei einer Verfolgung tunlichst zu vermeiden). Annie wird verarztet und in ein weiches Bett gesteckt, wo sie ihre dramatische Story erzählen kann. Die beiden Schlappschwänze von eben, so gibt sie an, hätten sie so zugerichtet (das spricht nicht für dich, Babe. So, wie die beiden Knaben sich gerade angestellt haben, sollten die ein echtes Problem damit haben, einem durchschnittlichen Vorschüler sein Pausenbrotgeld zu klauen), und wollten sie – shudder-gasp-wince – killen! Und warum? Nur so aus Spaß? Nein, Annie hat keine Lust mehr, auf den Strich zu gehen. Allgemeines Entsetzen unter den anderen Maiden. Wieso Strich? Hä? War Annie nicht glücklich verliebt? Ja, war sie, in einen Typen namens Little Dragon (ich bezweifle, dass der Name in seinem Perso steht und wenn doch, wandere ich sofort nach Hongkong aus), und am Anfang sei auch alles ganz doll gewesen... Trigger Flashback-Sequence here.

Der Kleine Drache bereitet die Defloration vor. Macht das eigentlich Spaß, wenn die Braut unter Drogen steht?

Die Rückblende wird von Annie per voiceover kommentiert und, der Music Supervisor wildert mal wieder in den illegalen Archivbeständen, von einer Instrumentalversion der Human-League-Ballade "Human" beschallt. Wir sehen Annie und den kleinen Drachen (ist das nicht eigentlich nach typischer HK-Terminologie Bruce Lee?) in einem Schlafzimmer tanzen (mehr "unrhythmisch rumhampeln", Annie erledigt diese Disziplin auch ungefähr so motiviert, als würde sie gerade ihre Einkommensteuererklärung zusammenschustern). Dragon, so erklärt uns Annie per voiceover, habe sie schamlos unter Drogen gesetzt, um bei der beabsichtigten Defloration auf geringeren Widerstand zu stoßen (ein echter Schuft). Eine kurze Softsexszene inkl. Beaver schließt sich an. "Von diesem Tag an lebten wir zusammen", erläutert Present Annie (also, eine richtige Intellenzbestie scheint sie mir auch nicht zu sein. Ihr ist zwar offenbar klar, unter Drogen gesetzt worden zu sein, glaubt aber dennoch Dragons Heiratsversprechen? Naives Frauchen), und zwar in der Form, dass er sie als Sklavin gehalten habe. "Ich mußte alles tun, was er verlangte", schluchzt Annie (tja, nennt man "Ehe", harhar). Der Fiesling habe sie drogenabhängig gemacht und auf den Strich geschickt, um ihre Sucht zu finanzieren (naja, das ist zumindest vom wirtschaftlichen Standpunkt her gut gedacht). Eines schönen Tages, der kann wohl noch nicht lange her sein, entschied sie sich zur Flucht und haute deswegen Dragon einen gläsernen Aschenbecher über die Rübe (und davon scheint der Kerl tatsächlich eingegangen zu sein. Halten auch nix mehr aus, die Verbrecher. Bei einem Marmorascher hätt´ ich´s ja noch verstanden).

Chefdynamiker Brad in Action!

Klare Sache, denken die Modelschülerinnen, da müssen die Bullen ran. Kommt gar nicht in Frage, wehrt Judy ab, denn die Bullen würden Annie wg. Prostitution und Drogensucht einknasteln (das, so vermute ich mal stark, ist ´ne Schutzbehauptung, selbst ein rigides Strafrechtssystem sollte für Annie da doch einen soliden Ausnahmeparagraphen aus dem Hut zaubern können). Bonnie will die Annie angetane Gemeinheit nicht ungesühnt lassen und fragt sie, ob sie sich daran erinnern könnte, wo sie gefangengehalten wurde. Annie hat aber die gute Ausrede, im ständigen Drogenrausch gewesen zu sein und daher keine Einzelheiten zu Protokoll geben zu können, auch nicht, als die Mädels sie ziemlich unfreundlich anpfeifen, sich doch gefälligst zu erinnern (also, Psychologinnen werdet ihr auch nicht mehr, Babes).

Die beiden gerade verprügelten Volldrömel berichten dieweil ihr Fiasko ihrem Chef – und das ist, tadadatamm, niemand anderes als Judys geliebter Ringo (oooh, surprise-surprise). Die beiden erwinseln sich eine allerallerallerletzte Chance, Annie zu finden und, so lautet Ringos harscher Befehl, platt zu machen.

Erinnert sich noch einer der Leser an den Filmtitel? Bionic Ninja lautet der, ich helf Euch ja gern auf die Sprünge. Gut, dass wir mit Bionik kaum rechnen durften, war ja klar (schließlich gab´s in Red Heat Conspiracy auch keine Verschwörung, in War City Platoon keinen Krieg in der Stadt, in Savage Temptation keine Verführung und in High Sky Mission keine Fallschirmspringer o.ä.). Aber wenigstens ein paar Ninjas wären doch nett, oder? Joseph Lai ist mit Euch, liebe Brüder und Schwestern, und er weiß, was wir erwarten.

Brad fuchtelt irgendwo auf einem kleinen Plateau über Hongkong (dass Joseph Lai sicherlich in seinen sämtlichen Hongkong-basierten Filmverhackstückungen verwendete) mit seinem Ninja-Schwert herum, schlägt ein paar Saltos und tut allgemein so, als wäre er ein halbwegs vernünftiger Martial Artist. Hinter der nächstbesten Deckung hockt aber der böse Decker und ballert auf unseren Hero, der, being superior athlete and stuff, den Kugeln aber mühelos durch ein paar hübsche Flips ausweicht und eine Rauchbombe in Richtung des fiesen Attentäters wirft. Ehe wir auch nur Piep sagen können, haben beide Kontrahenten sich in ihre Ninja-Selfs transformiert - wow, wer sich heutzutage alles Ninja nennen darf... bei Brad hab ich ja damit gerechnet, aber dass Pickelfresse Decker auch einer ist – und er muss ja ein echter Ninja mit Gütesiegel sein, denn er trägt (hurra) das von Richard Harrison hoffähig gemachte Stirnband mit Ninja-Schriftzug (dito Brad. Sind scheinbar in die selbe Ninjaschule gegangen). Zwecks besserer Übersicht trägt Brad einen roten und Decker einen quietschgelben Ninjadress. Die beiden liefern sich ein wenig beeindruckendes Ninjaduell, bis es Decker wohl zu langweilig wird und er sich per Rauchbombe wegteleportiert. "Versager", kommentiert Brad überheblich (war jetzt nicht unbedingt so, dass er viel besser gewesen wäre...).

Everything´s better with Ninjas TM

Ringo beschäftigt sich dieweil mit Judy, der die ganze Angelegenheit mit Annie offenbar nicht so sehr ans Herz geht, als das sie nicht mit every sign of enjoyment duschen könnte (und wir dürfen wirklich alles sehen – für einen HK-Film, der m.E. einige Zeit vor der Einführung des Cat.III-Ratings entstand, ist der Originalstreifen erstaunlich freizügig). Ringo gesellt sich mit unter die Brause und wir gleiten in eine weitere Softcoreszene (ich wiederhole mich: erstaunliche explizit für einen solchen Film, Ringo lutscht sogar an Judys Nippeln – dzdzdz).

Die beiden Idioten brechen dieweil, während die Chefin des Etablissemangs ersichtlich anderweitig beschäftigt ist, in die Modelschule ein und stürmen den Schlafsaal (scheinbar pennen die Mädels wirklich in einem Raum, und zwar, wenn ich das richtig beurteile, auch nicht gerade luxuriös auf Matratzen auf dem Boden. Diese Modelschulen sind hab ich mir doch elitärer vorgestellt – doch Big Brother-beeinflußt?), worauf sofort eine Kissenschlacht entbrennt (ehrlich!). Bonnie, die bei Annie wacht, fühlt sich genötigt, nun doch ernstlich in den Kampf einzugreifen und ihre beeindruckenden (naja, sort-of) Kung-fu-Künste zu zeigen (der unübersichtliche Schnitt der Kampfszenen trägt aber nicht zum Sehvergnügen bei). Das hätte die dusselige Kuh aber mal besser gelassen, denn während sie damit beschäftigt ist, rumzukloppen, muss es wohl einem der nächtlichen Eindringlinge gelungen sein, in Annies Gemach vorzudringen und dort, wie von Ringo gewünscht, die Schickse zu plätten. Dumm gelaufen, Miss Bonnie. Du bist ´ne ganz dolle Detektivin.

Okay, ´ne Leiche am Hals ist was handfestes, jetzt lassen sich die Bullen nicht mehr vermeiden. Bulle und Bullette machen Judy die angemessenen Vorwürfe, sie nicht vorher informiert zu haben. Im Zuge der peinlichen Befragung rückt Judy damit heraus, dass Annie die Modelausbildung wegen eines angeblich erlesenen Jobangebots einer Werbeagentur geschmissen habe, sie aber leider nicht wisse, welche Firma genau dieses Offerte unterbreitet habe. Dass sie dabei semihysterisch und nicht wirklich voll überzeugend rumheult, verleiht ihrer Aussage, zumindest nach Ansicht von Bullette, keinen gesteigerten Wahrheitsgehalt. "Und das sollen wir ihnen glauben?", zickt sie die am Boden zerstörte Judy an. Momentan bleibt ihr aber nix anderes übrig.

Schalten wir mal wieder um zu unserem Ninjafreund Brad. Der hat sich gerade ein Sixpack Löwenbräu (hochkarätiges Product Placement, wo man nur hinsieht) gekauft und geht seine Post durch. Der letzte Umschlag, den er in die Hand nimmt, ist – na endlich – der ominöse Brief von Pam mit dem bewußten Film. Pams Begleitbrief erläutert, dass Judys Modelschule in Wahrheit das Front End für einen Mädchenhändlerring sei (als hätte ich´s mir gleich gedacht), Judy mit Ringo zusammehänge, Ringo wiederum unter Tigers Fuchtel stehe und Tiger seinerseits dem guten alten Tanner berichtspflichtig sei (wie sich das alles nahtlos ineinanderfügt... ich bin tierisch beeindruckt). Die Fotos auf dem Film würden angeblich genügend Beweise liefern, um die ganze Blase "für immer" hinter Gitter zu bringen (Mädchenhandel ist sicher ein gar schändliches Verbrechen, aber dass es für "lebenslänglich ohne Begnadigungsmöglichkeit" reicht, halte ich, bei allem nicht gerechtfertigten Vertrauen in das HK-Strafrecht, für übertrieben). Gerade hat Brad fertiggelesen, da hat sich auch schon Decker in seinem Büro materialisiert und fordert ultimativ die Herausgabe des Films. "Leck mich am Arsch", bescheidet Brad diese freundliche Bitte in perfektem Konversationston abschlägig, worauf Decker ihn mit einer MPi zu erschießen gedenkt. Sowas ähnliches wie eine Actionszene folgt, die aber selbst für Lai-Verhältnisse als uninspiriert eingestuft werden muss und dadurch beendet wird, dass Brad Decker einen Shuriken vor den Latz ballert. Muss ein vergifteter Wurfstern gewesen sein, denn Decker verröchelt, obwohl es sich um eine bestenfalls lächerliche Fleischwunde handelt, sofort und auf der Stelle (da fragt man sich, warum die Ninjas sich mit der Schwertfuchtelei und Kung-fu aufhalten, wenn sie Instant-Killer in Shuriken-Form dabei haben. Sind doch alles schamlose Selbstdarsteller, diese Ninjitsu).