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Berserker - Hell's Warrior

BERSERKER - HELL´S WARRIOR
Deutscher Titel: Berserker - Krieger der Hölle
Berserker

Südafrika 2001 - 85 min - FSK: 18 (KJ)

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Inhaltsverzeichnis

Credits

Besetzung:

Barek  (Paul Johansson)
Boar  (Craig Sheffer)
Anya/Brunhilda  (Kari Wuhrer)
Thorsson  (Patrick Bergin)
Clifford  (Nick Boraine)
Svein  (David Dukas)
Mord  (Garth Collins)
Kogla  (Dale Cutts)
Sigurdsson  (Anthony Bishop)

Crew:

Regie  Paul Matthews
Drehbuch  Paul Matthews
Kamera  Vincent G. Cox
Schnitt  Peter Davies
Musik  Mark Thomas
Production Design  Edward Alan Thomas
Spezialeffekte  Cordell McQueen, Graham Press, Tracy Williams
Produzent  Elizabeth Matthews, Paul Matthews
ausführender Produzent  Peter H. Matthews
Produktion  Peakviewing Transatlantic

Vorwort

Der eine oder andere wird’s ja sicher im Laufe der Zeit mitbekommen haben - ich werde hier so was ähnliches wie “bemustert” - d.h. weil ich ja nebenher noch für DVDMagazin.net (man kann den Sponsor schon mal zusätzlich pluggen) schreibe, bekomme ich ab und zu Rezensionsexemplare in die gierigen Griffel, nicht immer unbedingt das, was hier auf dieser Site eigentlich gefragt wird, aber ich bin ja nicht nur Experte für schlechte Filme (har-har) - die diesbezüglichen Tests könnt Ihr auch hier unter den Bits nachlesen.

Eins der Kennzeichen einer Vorab-Rezi ist gemeinhin die Eilbedürftigkeit - klar, die Labels sehen’s gerne, wenn die Besprechung zu ihrem neuen Produkt nicht erst drei Monate, nachdem die Scheiben in die Videotheken und Kaufhäuser gestapelt wurden, kommt Und so muss dann manchmal ein erlesener Trashfilm zugunsten von aktuellen Releases wie “Ginostra” oder “Nemesis Game” zurück in die Warteschleife. Manchmal allerdings, und damit schlagen wir dann langsam, sicher, aber elegant den Bogen zum heutigen Review, manchmal sind diese Eilaufträge richtig passend. Als ich letzte Woche angefragt wurde, ob ich schnell Berserker besprechen könnte, sagte ich ganz gewiss nicht “nö, lass stecken, hab kein Bock”. Irgendwo im finsteren Winkel meines Gehirns, in dem ich “useless trivial” abspeichere (also so ziemlich 99 % der genutzten Gehirnkapazität...) war mir so, als hätte ich schon was furchtbar schlechtes über den Film gelesen... Also her damit!

Heute Vormittag (bzw. gestern Vormittag, weil ich mit Sicherheit nicht in den nächsten 73 Minuten mit diesem Review fertig werde) konnte ich die Disc aus dem Briefkasten pulen. Erster Eindruck: weia, da versucht einer (und damit ist jetzt mal pauschal mcOne, der Distributor, gemeint) ja gar nicht, einen auf Herr der Ringe zu machen (folgerichtig schwurbelt der Backcovertext auch was von einem “epischen Fantasy-Abenteuer im Stile von Highlander; Conan und Herr der Ringe - Allmächtiger, steh mir be!). Die Besetzungsliste liest sich auch eher wie eine Drohung als ein Versprechen: Paul Johansson (wer???), Patrick Bergin (auch lang her, dass der was vernünftiges gemacht hat), Kari Wuhrer (zumindest lechz) und Craig Sheffer (Craig Sheffer???? Argh! Meine Nemesis! Mein Alptraum! Der, der ungestraft mit Sandra Bullock fummeln durfte. Vor der Kamera. In Fire on the Amazon! I still hate him for that!) Aha, produziert ist das ganze in Südafrika. Bürgt auch nicht gerade für Qualität.

Der Doc setzt seine skeptische Miene auf, zückt den Kugelschreiber und ist schon seelisch darauf vorbereitet, dass die nächsten 85 Minuten arg weh tun könnten...

Inhalt

Au! Auaa! Aua! Aber sie müssen doch nicht gleich so weh tun, und dann nicht noch gleich die ersten drei Minuten! Auaaa! Aua! Schmerz!

Alle, die Wale und Robben fangen, müssen Männer mit Bärten sein, Jan und Klaas und Patrick Bergin, die haben Bärte, die fahren mit...

Was soll der Tumult, hör ich Euch fragen - ich will’s Euch gerne sagen (ha, und ich reime noch dabei). Ich bin mit meiner nordischen Mythologie sicher nicht mehr gar so verheiratet wie im Teenie-Alter, als ich alles, was ich an Sagen und Legenden-Schmökern, ob griechisch, römisch, Freistil oder nordisch, kriegen konnte, begeistert gelesen habe, aber ich hab die Edda noch halbwegs in Erinnerung (und zur Not kann ich mich noch an die Thor-Comics erinnern). Und ich glaub nicht, dass da vorkam, was uns der Erzähler (sowieso immer ein schlechtes Zeichen, wenn ein 85-Minuten-Film uns seine Backstory per Erzähler-Prolog erzählen muss - ich hab dafür beim Herrn der Ringe Verständnis, wo ein paar hundert Jahre Hintergrund schnell mal in zehn Minuten abgehandelt werden müssen, aber hier ist’s ja nicht so, dass der Film nicht ein paar Minuten Zeit hätte, das etwas ausführlicher und sinnvoller abzuhandeln...), später in Personalunion unser Held, aufbinden will - Odin, seines Zeichens bekanntlich Chef von Asgard und der ganzen nordischen Götterbande, schiebt aus unerfindlichen Gründen einen Brass auf die Walküre Brunhilde - und weil Chefgötter im Gegensatz zu gemeinen Sterblichen wie unsereins durchaus Mittel & Wege haben, undefinierten Zorn auszuleben, verbannt er sie nach Midgard (sprich die Erde, für Unbelesene), kettet sie dort an einen Altar und umgibt selbigen mit höllisch heißem Höllenfeuer. Nur wer reinen Herzens und reiner Seele ist (as usual), kann die Flammen durchqueren und Brunhilde befreien (warum immer man das auch tun wollte) und anschließend Odin persönlich konfrontieren (again, warum immer man das auch tun wollte...). Etliche Krieger hätten sich an diesem Unterfangen versucht, seien aber schmählich gescheitert (bzw. verschmurgelt), was aber niemanden davon abhält, weiterhin für diese hehre Aufgabe zu trainieren. Das betrifft auch die Brüder Barek und Boar (und Barek ist unser Erzähler-Held), für die die Brunhilde-Legende Schicksal spielen soll: “Mein Sieg, seine Verdammnis”, wie Barek ausführt. Jetzt sind wir ungefähr so schlau wie ohne diesen ganzen Prolog, aber mein Gott, man muss ja irgendwie ein paar Seiten Drehbuch füllen, wenn man sonst schon keine Ideen hat.

Na gut, steigen wir in die Handlung ein. Wir befinden uns so um den Daumen gepeilt im 9. oder 10. Jahrhundert nach Christus, in Norwegen, wo die Wikinger hausen. Dem Stammeskönig Thorsson strebt nach Vereinigung aller Wikingerklans, selbstverständlich bevorzugt unter seiner Fuchtel. Sein hauptamtlicher Rivale ist ein gewisser Sigurdsson, und, das tut unserem Thorsson mächtig in der Seele weh, der hat rein taktisch-strategisch die besseren Karten (Patrick Bergin alias Thorsson hat nicht mehr zu tun, als hinter einem ziemlich angeklebt wirkenden Vollbart einen finsteren Blick zu schieben). Darum tut’s leider Odins Not, eine Allianz mit unsympathischen Gesellen einzugehen, nämlich den “Ausgestoßenen” Odinskriegern (hm. Sollte man als Wikinger nicht per se ein Odinskrieger sein?) um einen gewissen Mord (der Name ist Programm). Mit zwei Drachenschiffen läuft Thorsson samt Sohnemann Barek - dem die unheilige Allianz gar nicht in den Kram passt - und ein paar Dutzend ausgesuchten Kriegern im Hauptquartier der Odinskrieger ein. Als Goodwill-Geste überreicht Thorsson ein Geschenk: eine Leiche. Das ist normalerweise sicher nicht die absolut gewinnbringende und eisbrechende Geste, aber bei Mord und seinen Leuten hat’s seine Berechtigung - die sind nämlich Kannibalen und futtern bevorzugt das Fleisch ihrer gefallenen Feinde (wo das in der Edda steht, möchte ich auch gern wissen. Ich

Hm, sieht irgendwie aus wie´ne Steinzeitausgabe von Clark W. Griswold, ist aber der böse Boar!

lass mich gerne belehren). Der frische Kadaver verschafft Thorsson und seiner Delegation freies Geleit zum eigentlichen Ziel der diplomatischen Mission - Bareks Bruder Boar, der sich ein Bärenfell samt -kopf umgehängt hat und mächtig evil aussieht. Fällt sogar seinem Bruderherz auf, dass sich Boar ein wenig verändert hat, und ich rate mal in Blaue hinein, nicht unbedingt zum besseren... Auch die weibliche Gesellschaft, die Boar zur Seite steht,, ist eher zweifelhaft - zwei Walküren - ich wusste, ich hab damals beim Edda-Lesen nicht richtig aufgepasst. Ich Trottel hatte was in Erinnerungen, dass Walküren im Kampf gekillte Krieger gen Walhalla karren, aber nö, das muss ich völlig falsch verstanden haben. Walküren sind nämlich... Vampire! (An dieser Stelle darf ich wieder einmal auf die stirnförmige Delle in meiner Wohnzimmertischplatte verweisen, die jetzt wieder ein paar Millimeter tiefer ist). Und wer vom Vampir, äh, der Walküre gebissen wurde, der ist unsterblich und sowieso stark, unbesiegbar usw. Mit unserem Sagenschatz kann man’s ja machen... (Memo an Kollegen Hausrocker: das bitte unbedingt im “Ring der Nibelungen”-Roman akkurat einbauen. Wir leben und lernen ja schließlich). Als vom-wilden-Affen-, äh, von-der-heißen-Walküre-Gebissener hat Boar immerhin gelernt, wie man sich rasiert, während sein Bruder wie der Rest der Wikingerbande mit Gesichtsmatte rumläuft, die selbst Gimli als ungepflegt einstufen würde, ist des Boars Gesichtshaut zart und glatt wie’n Babypopo. Nicht nur deswegen gehen sich die ungleichen Brüder schnell ordentlich auf den gegenseitigen Keks, bis Papa Thorsson ein väterliches Machtwort spricht und sein Anliegen vorträgt, als braver Sohn möge Boar doch bitte seinem Erzeuger bei der allgemeinen Machtergreifung behilflich sein.

Boar fühlt sich davon aber nicht wirklich betroffen: “Mein Vater ist Odin!” (Und ich dachte, Zeus wäre der Kerl, der gerne Sterblichenfrauen schwängert...), mithin sei er ein Berserker und überhaupt und sowieso. Barek sieht sich zum zeitgenössischen Äquivalent eines “Lass ma abhauen, Alter, das bringt nix” genötigt, aber, vermutlich nur, um den ungeliebten Bruder zu ärgern, willigt Boar plötzlich und unerwartet ein. Erstens mal macht er sehr gern seinen Papa zum Wikingerkönig, zweitens fielen ja im Krieg naturgemäß etliche Leichen an und über die würden sich Boar und seine kannibalisch-verfressene Bande gern hermachen. Als Gegenleistung wünscht Boar nur sämtliche momentan noch Sigurdsson gehörenden Ländereien, und, als kleines Zuckerl, die Seele seines Bruders. Der hält von besonders von letzterem Teil des Deals verständlicherweise eher wenig, aber sein fürsorglicher Papa schlägt ein. “Das ist ein kleiner Preis zu zahlen,” freut sich Thorsson ein Loch in seinen Wikingerhelm und der arme Barek steht der Angelegenheit relativ geplättet vis-a-vis.

Jaja, ein "opulentes Fantasy-Abenteuer im Stil von Herr der Ringe" - wagen wir nie zu bezweifeln, liebe Werbeabteilung!

Nicht überraschend, dass Barek auf der Heimfahrt seinen Paps zur Rede stellt. Thorsson hat sich aber nun mal in den Kopf gesetzt, eine Nation der Wikinger zu erschaffen (Nationbuilder, elender... Das klappt doch heutzutage nicht, wie soll’s dann damals funktionieren...) und verrät Barek ein Geheimnis. Thorsson hätte echt moderner Politiker werden sollen, denn ähnlich wie die Amerikaner in heutigen Tagen (hm, ist das am Ende sogar noch ‘ne politische Anspielung? Nein, da trau ich dem Film wieder zu viel zu) meint er nämlich, Boar für seine machtpolitischen Zwecke benutzen und anschließend nach Gebrauch umweltschonend entsorgen zu können (wenn das mal nicht ins Auge geht). Barek ist skeptisch, das klingt für ihm nach einem ziemlich riskanten Spiel, zumal Boar ja den direkten Draht zu Odin hat, und dessen Zorn könnte üble Folgen haben.

Egal, Papa ist der Häuptling, Papa kriegt seinen Willen, Papa kriegt seine Entscheidungsschlacht gegen Sigurdsson, in die, wie versprochen, auch Boar seine blutrünstigen Truppen führt. Helms Klamm isses grade nicht, aber trotzdem ein munteres Hauen und Stechen. Boars kampferprobte Meuchelmetzler machen mit Sigurdssons Kämpen kurzen Prozess und der Rivale himself findet sein aus Thorssons Sicht sicher verdientes Ende durch die Axt eines namenlosen Boar-Gefolgsmann - die gräbt sich mittschiffs in Sigurdssons Wampe und lässt seine Gedärme rausquellen (iiih, wie eklig...). Auf ein Zeichen Boars kloppt sein Krieger dem eh schon seine Innereien festhaltenden Sigurdsson noch die Rübe vom Kopf und reckt das abgetrennte Haupt (bzw. eine äußerst lasche Faksimilie thereof) triumphierend in die Höh’, womit die Schlacht erfolgreich gewonnen wäre (hat ja auch gut und gern drei Minuten gedauert. Wahnsinn!)

Ich hab schon echter wirkende abgetrennte Köppe gesehen...

Ich hör Euch bis hierher reklamieren: jaja, schön und gut, bis dahin ist das aber doch ein zwar historisch-mythologisch zweifelhafter, aber dem Vernehmen nach zumindest zünftiger Wikinger-Schlagetot-Film. Ja. Bis jetzt. Aber ich hab ja auch erst ein Fünftel meiner Notizen abgearbeitet und die dicken Hämmer kommen noch - aber lange drauf warten müsst Ihr nicht, geht nämlich gleich richtig los... (aber davon, liebe Kinder, erzähl ich Euch morgen weiter, weil ich bin jetzt müde & geh schlafen).

Uaaah, guten Morgen, habt Ihr gut geschlafen? Also, weiter im Text. Die Schlacht ist bekanntlich gewonnen und Boar sucht seinen hofhaltenden Daddy auf, um den ausgedealten Preis einzufordern. Thorsson hat allerdings für Boars Ansinnen nur ein müdes Lächeln übrig. Kann er auch, denn Boar und seine wilden Kerle sind relativ unbefangen in eine Falle marschiert - Thorssons Krieger umringen Boar und seine Leute und halten sie mit Pfeil & Bogen in Schach. Ich weiß zwar nicht, was die Odinsrecken prinzipiell davon abhält, aus ihren verräterischen Waffenbrüdern Schaschlik zu machen, aber auf alle Fälle machen Boar und seine Genossen nur dumme Gesichter zum bösen Spiel. Thorsson legt noch eins drauf und beschimpft von seinem frisch besetzten Thron aus, weil er gerade mal dabei ist, Obergott Odin auf wüsteste Weise, das sogar Barek Angst und Bange wird - so was macht man nun mal nicht, Odin ist doch, was Götter angeht, einer der weniger spaßverstehenden welchen. Boar, der als dem Odin verschriebener Berserker auch nicht wirklich lustig findet, was Thorsson da so an Blasphemie vom Stapel lässt, zückt endlich sein Schwert, aber Thorsson lässt ihn und seine Krieger mit heißem Öl übergießen. Und das nicht nur, weil die Pommes-Friteuse dringend mal neu gefettet werden muss, nein, seine Bogenschützen haben Brandpfeile eingepackt und schießen die kannibalischen Bärenfellträger in Brand. Nun könnten die Odinskrieger in aller Ruhe abfackeln und die Wikingerseele, ganz besonders die von Thorsson, hätte ihre Ruh’, aber da hat er die Rechnung ohne Barek gemacht. Als der nämlich seinem Bruder bei der “menschliche Fackel”-Nummer so zusieht, klickt’s bei ihm. “Nicht schon wieder,” murmelt Barek (hm, ist das bei Boar Gewohnheit, sich anzünden zu lassen? Frühwikingischer Stuntman oder Jackass?) und beschwört, zu seines Vaters Entsetzen, Odin - wenn der Boar verschone, könne er ihn, Barek, haben. Odin lässt sich nicht lumpen, löscht mittels eines verbesserungswürdigen Spezialeffekts die Flammen, reanimiert mit einem nicht besseren Effekt den gut durchgebratenen Boar (inklusive Totalüberholung der Gesichtsbaracke, d.h. Boar sieht so taufrisch aus wie der junge Morgen), und, mit immer noch nicht besseren Spezialeffekten, materialisiert sich eine Horde zischender Walkürenvampire. Boar freut sich schon auf die gemeinsame Unsterblichkeit mit seinem Bruderherz, jetzt mischt sich aber der alte Sack- und Bartträger Thorsson wieder ein und beansprucht, an Bareks Stelle walkürisiert zu werden. Boar allerdings hält seinen alten Herrn für unwürdig (und vor allem, wenig vertrauenswürdig, und ich bin da voll auf seiner Linie). Ehe aber Boars Walkürenschar sich zahntechnisch an Bareks zartem Wikingerhälschen zu schaffen machen kann, beamt sich plötzlich eine weitere Walküre in den Ring - das dürfte nach meinem Dafürhalten die gute Brunhilde sein. Brüni und ihre Beißerchen interessieren sich heftig für Boar - der allerdings nun wiederum scheint Brünchen nicht recht leiden zu können und gibt seinem Bruder den Rat, der “Hexe” nicht zu trauen und sich nicht von ihr anpieksen zu lassen (hä? Verstehen muss man den ganzen Plot nicht, oder?). Trotz des brüderlichen Ratschlags lässt Barek sich von Brunhilde becircen und beißen. Okay, damit wäre also auch Barek ein Berserker, unsterblich, blabla usw. Nur scheint Barek im Gegensatz zu Boar und seiner Sippe kein Odinskrieger zu werden, weil Brunhild, verständlicherweise, wenn man sich an den Prolog erinnert, nun nicht gerade eingetragenes Ehrenmitglied im Odin-Fanclub Walhalla ist (ja, an einen von Flammen umgebenen Altar geschmiedet zu sein, ist vermutlich weniger lustig als es klingt, wenngleich bislang die Frage offen bleibt, wer sie befreit hat. Aber ich schätze, da fällt dem Film schon noch was ein). Boar, dessen Streben darauf gerichtet ist, irgendwann mal an der festlich gedeckten Gelagetafel zu Walhall’ zu speisen (wie er das als Unsterblicher richten will, ist dann auch wieder ‘ne Frage für sich) zieht ob der brüderlichen Entgleisung ‘nen Flunsch. Und nachdem wir aus dieser verwirrten und verwirrenden Situation eh nichts mehr gewinnbringendes ziehen können, zumindest nach Ansicht der Filmemacher, lassen wir die Wikinger Wikinger sein und schalten blitzartig um in die Gegenwart. Au backe, das nimmt nun wirklich Highlander Teil 29-Dimensionen an (und soviel bestimmt auch zu “epischen Schlachten im Herr der Ringe-Stil).

Barek geht´s wie mir - er bekommt gerade ein paar entscheidende Sachen nicht mit...

Ein Institut für die Verwahrung mittelschwer bekloppter Individuen (man wird uns später beiläufig erklären, dass es sich um ein solches in Stockholm handelt) - der Leiter der Klapse, ein gewisser Clifford (typischer schwedischer Männervorname, fürs nächste Kreuzworträtsel merken!) führt seiner neuen Chefpsychologin (jung, attraktiv, blond, langbeinig = ergo: wissenschaftliche Konifere, ganz klar. Und damit auch der letzte Drömel im Publikum mitbekommt, dass das Mädel mindestens einen Nobelpreisträgerin, wenn nicht tolleres ist, trägt sie ihr Haar züchtig zusammengebunden und hat ein Nasenfahrrad im Gesicht. Charakterisierung aus dem Z-Movie-Prospekt) stolz seinen hoffnungslosesten Fall vor - 6 Tote sollen auf sein Kerbholz gehen plus 10, seit er in dieser Anstalt eingesperrt sei (hm, das spricht irgendwie *gegen* die Institution und ihre Sicherheitsvorkehrungen, möchte ich mal sagen). Dr. Anya Green (die uns irgendwie... bekannt vorkommt) möchte den gemeingefährlichen Irren, der sich nicht nur für Napoleon, sondern auch sämtliche anderen Psychopathen der letzten 1000 Jahre hält (“delusion of grandeur”, diagnostiziert selbst Anya da), aber gerne freilassen, zumindest aber aus der Ultrahochsicherheitsverwahrung entlassen. Verständlich - denn wenn amnesty international mitbekommt, was die Schweden mit ihren nutcases anstellen, dann ade, lieb Vaterland; andererseits könnte sich die US-Armee für die hier praktizierte Methodik interessieren. Ein langhaariger Kerl in einer schicken Lederkluft hockt in seiner Zelle (wir identifizieren den betreffenden Insassen natürlich ohne große Probleme als bartlosen Barek). Ein raffiniertes lasergesteuertes Zugangssystem sorgt dafür, dass Barek, bis der sich ankündigende Besuch endlich vor der Zelle steht, von schweren Ketten automatisch in die Höhe gehoben und in eine Spread-Eagle-Position, in der er keinen großen Schaden anrichten kann, gewuchtet wird (inwiefern diese Art der Unterbringung für dauerhaften Aufenthalt geeignet ist, kann sicher diskutiert werden. Aufs Klo müssen sollte Barek jedenfalls besser nicht...). Clifford schiebt trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen erlesene Panik, als Anya sich entscheidet, mit Barek nicht nur per Interkom durch Glasscheibe, sondern face-to-face kommunizieren zu wollen. Anya betet Bareks selbstgeauskunftete Inkarnationsreihe herunter: “Charles XIII., Ivan der Schreckliche, Rasputin, Peter Kürten, der Vampir von Düsseldorf” (nicht Jack the Ripper? Ich bin enttäuscht!) - jeder Wahnsinnige des letzten Jahrtausends will er gewesen sein (das wird auch im weiteren Filmverlauf keinen Sinn ergeben, bin ich mir sicher). Barek murmelt sie auf Alt-Wikingisch an und überrascht uns weniger (Anya schon eher) mit der Erkenntnis, in ihr Brunhilde wiederzuerkennen “Du weißt, wer dich befreit hat,” schnauft Barek. Anya ist irritiert, sorgt aber dennoch dafür, dass Barek von seinen Ketten erlöst wird.

Ein Toter hing im Netz? Hannibal Lectors neues Appartment? Frühe Designstudie für Doc Ock?

Die Begegnung mit Barek verunsichert Anya immerhin genug, dass sie sich des Nächtens in ihrem heimischen Bettchen in einen Flashback träumen kann, in dem sie Barek (in Wikingerzeit) versichert, tierisch Muffensausen vor Odins Zorn zu haben. Weniger historisch angehaucht ist aber ihre Vision, dass Boar und seine Vasallen mit gezückten Breitschwertern daran gehen, die Klapsmühle zu entern, aber nicht als Patienten, sondern als blutrünstige Killer (und bei H&M eingekleidet haben sie sich vorher auch nicht mal, typisch Böse Buben, unsterblich sein and stuff, aber nicht mal zeitgemäße Klamotten anschaffen). Diese Vision entspricht natürlich der Realität - Boar und Co. meucheln und metzeln die Krankenhausbelegschaft weg, dass es eine wahre halsaufschlitzende Freude ist. Der clevere Barek reimt sich den sich über ihm zusammenbrauenden Ungemach zusammen und bastelt aus dem ihn persönlich nicht mehr tangierenden Kettensystem einen Türöffner. Diesen McGyver hätte er sich insofern sparen können, als Boars Getreue eh schon seine Zelle stürmen. Barek killt das Fußvolk seines Bruders recht problemlos und ziemlich brutal und stellt sich nach erfolgreicher Vernichtung-Verrichtung in die klassische Highlander-Pose. Mit “Belebung” ist aber auch in diesem Fall mal wieder nix (Jungs, ihr könnt’s euch sparen, sag ich doch, ihr kommt nicht vom Planeten Zeist).

Anya sieht sich wenig später das Ergebnis des allgemeinen Massakrierens an. Clifford hält die Blutnacht unbürokratisch für das Werk Bareks (und verpasst Anya kollegial-professionell durch die Blume noch ein “deine Schuld, deine Schuld, nänänä-nänänäää”), auch wenn er notgedrungen, offensichtlich nach Studium von Überwachungskameraaufnahmen, zugeben muss, dass noch ein paar Wikinger nachgeholfen haben. Anya schwingt sich säuerlich in ihre Kalesche und braust vom Acker, bis ihr auffällt, dass auf dem Rücksitz Barek hockt. Panik! Reaktionsschnell (immerhin) hält sie an, springt aus dem Auto und lässt die Zentralverriegelung ihr Werk tun (möchte man einer Blondine gar nicht zutrauen). Für einen aufrechten unsterblichen Wikingerkrieger ist das allerdings nur ein kurzfristiges Hindernis und weil das (miniberockte, da geniale Psychologinnen, die nachts zu einem Massaker in ihrem Krankenhaus gerufen werden, natürlich immer zum Minirock greifen) Blondchen nun aber doch nicht so intelligent ist, schleunigst stiften zu gehen, kann Barek sie erfolgreich vollabern. Seine Ansprache läuft mehr oder weniger darauf hinaus, dass Anya eben Brunhilde ist, ihn unbewusst in dieser Zeit aufgespürt und absichtlich befreit zu haben, sozusagen als nachträgliche Vergeltungsmassnahme für vor tausend Jahren geleistete Befreierdienste seinerseits... “Denk nach! Erinner dich!” fordert Barek die verblüffte Seelenklempnerin auf und tatsächlich, ein weiterer Flashback, und jetzt ein ausführlicher und langwieriger welcher, löst einige Ungereimtheiten auf, schafft aber auch problemlos genügend neue...

Professionelle Berufskleidung ist in der Psychologie-Branche das A und O. Kurzes Kleidchen, schick...

You see...seinerzeit, vor 1000 Jahren (und, das ist wichtig, vor den vorhin geschilderten Ereignissen), hatte sich Boar in den Kopf gesetzt, Brunhild zu befreien. Scheint aber nicht reinen Herzens und reiner Seele genug gewesen zu sein, jedenfalls erwies sich Boar als nicht feuerfest und verwandelte sich fix ein einen Wikinger-a-la-flambee. Glück für ihn, dass Odin seine renitenten Walküren nicht auf einsamen Bergesgipfeln verstaut, wo sie nur gefunden werden können, wenn der Tapfere Krieger TM bereits eine zehnjährige Suche und achtundsiebzig tödliche Prüfungen bestanden hat (wie das gemeinhin in solchen Angelegenheiten gehandhabt wird), sondern der Altar, an den Bruni gekettet ist, offensichtlich allgemein bekannt und als nettes Ziel für einen odinstäglichen Familienausflug mit Kind und Kegel fungiert. Will meinen: Papa Thorsson, Bruder Barek und ein paar andere Wikinger schauen gespannt zu, was Boar so anstellt. Barek kann nicht mit ansehen, wie Boar gut durchgebraten wird, stürzt sich heidenmäßig in die Flammen, zerrt den kokelnden Bruder in Sicherheit und stellt fest, dass ihm selbst das Feuer nichts antut. Wenn das schon so ist, denkt sich Barek, kann er auch gleich die Walküre retten und tut selbiges.

Boar hat die Flambierung überlebt, sieht jetzt zwar aus wie von innen nach außen gestülpt (Mr. Viking wird er nicht mehr werden...), und gibt sich in völliger Verkennung der Tatsachen der Illusion hin, ER hätte Brunhild gerettet. Weichkäse Barek, der Schattenparker, kann seinen Bruder so nicht sehen (mach die Tür zu!), und bittet Brunhild, als Walküre irgendwas mystisch-mythisches zur Wiederherstellung Boars zu unternehmen. Brunhild kann, da “meine Macht auch Grenzen hat” (so was aber auch!), nur anbieten, ihn per Biss in einen Berserker zu verwandeln. Das würde ihn körperlich heilen und unsterblich machen, aber halt auch blutrünstig und mordlustig (irgendwas ist immer). Mach hinne, fordert Barek und Bruni beißt (stell ich mir nicht sehr angenehm vor, in die Masse rohen blutigen Fleisches zu hacken). Bruni macht sich aus Furcht vor Odin ins Hemd - sie ist sich sicher, er wird seine Krieger (hint-hint: die Berserker!) auf sie hetzen. Soll sie sich mal nicht so haben, meint Barek, solange er da ist, wird ihr nix passieren (nun möchte man allerdings meinen, dass Odin, being God, immortal and stuff, den längeren Atem hat als der zu diesem Zeitpunkt noch stinknormal sterbliche Barek). Na gut, die beiden einigen sich darauf - ist Barek an Brunis Seite, kann Odin ihr nix, weil “Odin hat die Regeln gemacht, er muss sich auch dran halten!” (welche Regeln? Von was spricht der Kerl? Und warum sollte ein Gott sich immer an Regeln halten? Die schummeln doch immer!). Boy, is this stupid.