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ANTHROPOPHAGOUS 2000 Deutscher Titel: Anthropophagous 2000 Alternative Titel: Man Eater 2000, Cannibal 2000 Anthropophagous 2000 Deutschland 1999 - 78 min - FSK: ungeprüft Credits Besetzung: - Georg (Oliver Sauer)
- Rita (Cornelia de Pablos)
- Marc (Andreas Stoek)
- Nikos (Andreas Schnaas)
- Vincent (Andre Sobottka)
- Stan (Achim Kohlhase)
- Steven Bauers (Joe Neumann)
- Allan (Karl-Heinz Geisendorf)
- Mary (Maja Carstens)
Crew: - Regie: Andreas Schnaas
- Drehbuch: Karl-Heinz Geisendorf
- Kamera: Marc Trinkhaus
- Schnitt: Oliver Sauer
- Musik: Mark Trinkhaus
- Production Design: N.A.
- Spezialeffekte: Movie Magic
- Produzent: Sonja Schnaas
- Ausführender Produzent: N.A.
- Produktion: Anthroproject
Ralphs Review Abt.: Die Welt ist schlecht und viele Filme auch! Was macht man, wenn man eine depressive Woche hat, zu nichts richtig Lust, einem alles total auf die Nerven geht, man sich fragt, warum das Leben nur immer so ungerecht zu einem ist, während alle anderen Leute glücklich sind und nur die Sonnenseite der menschlichen Existenz kennen, und man dem Doc außerdem noch ein neues Review versprochen hat? Pilgert man zum Maharishi nach Indien um dem grinsenden Deppen seine letzten Kröten in den Rachen zu stopfen und sich dafür anzuhören, daß eh alles bedeutungslos ist und man deshalb sein Leid in Heiterkeit ertragen soll? (Wenn das so ist, warum hat der Kerl den Beatles sechsstellige Beträge abgeknöpft und auch behalten statt sie wohltätigen Zwecken zu spenden?) Oder bringt man sich besser gleich sofort um und spart auf diese Art und Weise viel Geld und das Anhören banaler Spruchweisheiten? Oder lebt man lieber weiter und trägt sein Geld in die nächste Videothek, um für Euch einen Film zu reviewen, der in etwa so ist, wie man sich gerade fühlt (nämlich einfach nur scheiße), und hofft auf bessere Zeiten? In Anbetracht der Tatsache, daß ja schon morgen alles besser werden könnte und es einfach ein schlechtes Timing wäre dann tot zu sein, entschied ich mich für letzte Option und, passend zu meiner seelischen Verfassung, für einen Film von Andreas Schnaas, und zwar für "Anthrophophagus 2000". Den kannte ich bislang nämlich nur vom Hörensagen und wollte es dabei eigentlich auch bleiben lassen, aber wenn der Sumpf, in dem man steckt erst mal tief genug ist... Wer mehr über Schnaas, der gemeinsam mit Olaf Ittenbach und Andreas Bethmann das "große Dreigestirn" des deutschen Amateursplatters bildet, wissen möchte, dem sei die Lektüre des hier kürzlich vom Doc veröffentlichte Violent-Shit-3-Reviews anempfohlen und darüber hinaus die Beherzigung seiner Wertung desselben. Hier sei noch angemerkt, daß es sich bei "Anthropophagus 2000" um ein Remake des legendären Joe-D'Amato-Opus "Man Eater" aka "Anthropophagus" aka "Der Menschenfresser" aus dem Jahre 1979 handelt, den schon Stanley Kubrik neuverfilmen wollte, aber an der Umsetzung der enormen künstlerischen Herausforderungen, welche die geniale Vorlage mit sich brachte, scheiterte und in Folge dieser Enttäuschung den Glauben an sich selbst und die Lust am Dasein verlor und unerwartet verstarb. Das Projekt ging dann weiter an Steven Spielberg, dem es aber ebenfalls nicht gelang den hohen Symbolwert des Stoffes, den D'Amato in der 1979er-Verfilmung derart brilliant und gewaltig eingefangen hatte, in eine zeitgemäße Bildsprache zu übersetzen und so gab auch er auf, obwohl bereits Woody Allen und Ingmar Bergmann ihre Mitarbeit am Drehbuch und Mel Gibson die Übernahme der Titelrolle zugesagt hatten. Und so konnte Andreas Schnaas die Rechte an dem Stoff preiswert erwerben und den Großen in Hollywood mal zeigen, was deutsches Kino nicht alles vermag. Okay, ich verarsch Euch. Ganz so war´s nicht, aber wie´s wirklich war interessiert eh niemanden, außer vielleicht, daß "Anthropophagus" den einschlägigen Quellen nach 1999 gedreht wurde und damit das direkte Nachfolgewerk von "Violence Shit 3" sein dürfte. Falls die nachfolgende Inhaltsangabe etwas verwirrend sein mag, so liegt das daran, daß Schnaas bei der Umsetzung seines Werkes sehr ausdrucksvoll das künstlerische Mittel der Stille verwendet hat. Soll heißen, der Tonspur für den Dialog ist derartig leise, daß man kaum verstehen kann, was gerade gesprochen wird und, wenn man wie ich die Kunst des Lippenlesens nicht beherrscht, sich die Handlung mehr oder minder aus der sichtbaren Aktion zusammenreimen muß. Aber was soll´s. "Metropolis" ist auch ein Meisterwerk, wer braucht schon hörbaren Dialog? - obwohl bei "Metropolis" ja wenigstens Schrifttafeln verwendet werden, die einem den Fortgang der Dinge erklären. Ich schätze mal, daß Schnaas auf Solche verzichtet, war eine bewußte Entscheidung, um den mitreißenden Fluß seiner mächtigen Bildsprache nicht zu unterbrechen. Dafür entschädigt er uns ja auch mit einer Filmmusik, die derartig laut aufgedreht wird, daß man permanent mit der Fernbedienung nachregulieren muß, wenn man keinen bleibenden Schaden am Trommelfell davontragen möchte. Der Zuschauer ist also interaktiv zur Eigentätigkeit aufgefordert – sehr innovativ. Mein Gott, diese Woche war wirklich nicht die beste meines Lebens... Und wie kommt man eigentlich auf die bescheuerte Idee, ein Remake eines D'Amato-Films zu drehen???? Inhalt Mitten im Wald. Drei Männer im schwarzen Anzügen, die aussehen wollen wie die Men in Black, aber tatsächlich aussehen wie irgendwelche Deppen, die wie die Men in Black aussehen wollen, treffen sich. Einer ist von Interpol, die beiden anderen von der italienischen Polizei. Mit einem imitierten italienischen Akzent, der in etwa so klingt wie der Kaja Yanars in der Rolle von Luigi in "Was guckst du", verkündet einer der Polizisten, daß man George in der Höhle noch nicht gefunden hat. Aha, die Jungs von Interpol suchen George. Die Pseudo-Men in Black betreten die Höhle. Es stinkt furchtbar, was in den verwesenden Leichenteile, die überall herumliegen, seine Ursache haben könnte. Einer der Polizisten gibt sein Mittagessen von sich. Er wird nicht der erste sein. Ich habe tatsächlich noch nie einen Film gesehen, in dem so auffallend viel und in Großaufnahme gekotzt wird wie in diesem. Ist wohl eine Metapher für den Kreislauf des Lebens oder für was auch immer. "Müssen schauen in Höhle!" (Dies war ein Originalzitat des Herrn in der Mitte.) Die Männer trennen sich und durchsuchen die Höhle. Der Typ von Interpol entdeckt in einer Kammer weitere Leichenteile und ein Tagebuch. Und schon gibt´s die erste Rückblende von mehreren (Greetings to the Doc!); wir hören aus dem Off, was der Interpol-Mensch da liest: "Ich war ein Industriekaufmann, der Reichste auf der Insel. Eigentlich kann man sagen, uns gehörte die Insel." Welche Insel? Die britischen Inseln? Die Norseeinseln? Die Sardellen? Die Insel des Dr. Moreau? Niemand weiß es. Dazu sehen wir eine Yacht durch einen See bei Hamburg schippern, aber so geschickt photographiert, daß es wirkt, als sei es die Südsee, Ostsee, Nordsee, das Wasser in meiner Kloschüssel, was weiß ich. An Bord ist eine glückliche Familie, Vater, Mutter, Kind (Mädchen, 8 Jahre alt oder so). Vati wird gespielt von Maître LeSchnaas lui-même, die Mutter ist im 12. Monat schwanger, das Mädchen quietschlebendig und alle fröhlich. Dann wird es Nacht. Ein Sturm bricht los, der Mast der Yacht bricht ebenfalls und schlägt dem Mädel mit voller Wucht auf den Kopf (Gore). Jetzt ist es weder quietsch- noch sonstwie lebendig und die Urlaubsstimmung der Eltern ziemlich versaut. Wir sehen den nächtlichen Mond, wie er langsam von Wolken verdunkelt wird, und hören dazu Schaasens Stimme: "Die Zeit hat keine Bedeutung mehr für mich. Hier beginnt und endet sie: Die Geschichte der Familie Karamankis." Mit diesen bedeutungsschweren Worten entläßt Schnaas seine Zuschauer in den Vorspann. Nach dem Vorspann finden wir uns an einem Strand wieder. Ein Pärchen vergnügt sich an selbigen. Er ist ein eher schwergewichtiger Zeitgenosse mit langen Haaren, was (Klischee komm raus) auf einen Heavy-metal-Freak hindeuten KÖNNTE (nicht muß!). Sie sieht hingegen aus, als sei sie direkt von der Love-Parade entlaufen, was ja nicht ganz unwahrscheinlich ist. Schließlich wurde der Streifen 1999 gedreht. Besonders auffällig an der Lady sind ihre weißen Turnschuhe mit hoher Sohle (waren die 1999 eigentlich nicht schon wieder aus der Mode?) die sie geschickt mit einem knappen Bikini kombiniert. Passend dazu ihre Ganzkörpertätowierung und die feuerrot gefärbten kurzen Haare. Wahrscheinlich wurde die Gute wirklich direkt von der Love-Parade zum Drehort gekarrt und mit Drogen gefügig gemacht. Das Päärchen verkrümelt sich in sein Zelt und Schnaas gönnt uns eine poetisch-erotische Erholungspause nach all dem Schrecken. Das Girlie entledigt sich ihres BHs und wir können ihre beidseitigen, wundervollen Brustpiercings an den Warzen bewundern, die ihr Lover auch sofort und in Großaufnahme abzulecken beginnt (was mit der filmenden Kamera in dem kleinen Zelt sichtbare Koordinationsschwierigkeiten mit sich bringt). Dann knetet er die Brüste seiner Freundin mit einer Sanftheit, die schon beim Hinschauen wehtut und mir ernsthaftes Mitleid mit der Schauspielerin einflößt. Schließlich setzt sich das Mädchen auf ihren Freund und es wird in dieser Stellung Geschlechtsverkehr imitiert, wobei es besonders auffällig ist, daß er wie sie sichtbar ihre Hosen anbehalten (das war jetzt kein Plädoyer für mehr Nacktheit in Filmen, au contraîre, sondern lediglich eine Feststellung). Während des Koitus knetet zuerst das Mädchen ihre Brüste selber, dann übernimmt ihr Freund. Dazu spielt Schnaas eine, naja, nennen wir es mal "interessante" Musik ein. Beide Partner erreichen den Orgasmus sichtlich gleichzeitig, was bei dem Langhaarigen zu einem deutlichen Erschöpfungszustand führt. Dennoch kommentiert er auf englisch, aber mit deutlich hörbaren deutschen Akzent: "Mary, you so wonderfull" (ausgesprochen: "Märie, ju su wunderfull"). Mary heißt sie also. Und Mary ist ganz im Gegensatz zu ihrem Freund gar nicht erschöpft, denn während dieser Matratzenhorchdienst ankündigt, zieht sie sich ihr Oberteil wieder an und macht sich auf in den nahen Wald, um Brennholz zu sammeln. Sie findet auch Brennholz. Als sie aber zum Zelt zurückkommt findet sie ihren Freund als ausgeweidete Leiche vor (Gore), eine Situation, mit der sie nicht so konstruktiv umgehen kann, denn sie läßt das Holz fallen und rennt schreiend aus dem Zelt. Leider direkt in die Arme eines Kerls, der uns zwar noch nicht in voller Pracht gezeigt wird, der aber eine Axt mit sich führt und auch bereit ist, sie zu benutzen. Und so wird Mary in ihre Filetstücke zerlegt (Gore). Und jetzt verstehen wir auch, warum die Besucherzahlen der Love-Parade zurückgingen. Kein Wunder, daß der Mast beim ersten Windhauch bricht. Der ist ja angesägt. Ein Bahnhof in der italienischen Provinz (und auch wirklich dort gedreht!). George (den Namen kennen wir ja bereits aus dem Vorspann, er ist der Hauptcharakter in unserem kleinen Spektakel) entsteigt dem eintreffenden Zug und wird vor dem Bahnhof von seinen Freunden mit einem Wohnmobil abgeholt. Die Namen der Freunde sind nicht alle verständlich. Deshalb seien die Angehörigen der Gruppe nach ihren hervorstechensden Eigenschaften charakterisiert: Der Asthmatiker(hat Asthma), der Gitarrist (spielt Gitarre), die Blonde (ist blond) und die Schwangere (ist schwanger). Lustigerweise sind die einzigen zwei Namen, die man versteht, Vince (Gitarrist) und Caroll (Schwangere), englische Namen. Auch "George" wird permanent englisch ausgesprochen. Das Wohnmobil hat aber ein KFZ-Zeichen der Hansestadt Hamburg (HH). Müssen wohl Engländer sein, die im hohen Norden der BRD leben. Sprechen Deutsch aber völlig akzentfrei. Müssen wohl schon sehr lange in Hamburg leben. Wer noch fehlt ist der Freund oder Mann der Schwangeren. Ich nenne ihn im Folgenden "den Arzt", weil er Arzt ist und keinen Namen hat – zumindest keinen, der verständlich ist. George ruft ihn per Mobiltelephon mal kurz an und muß feststellen, daß dieser noch nicht kommen kann, weil in der Unfallchirugie gerade unbezahlte Mehrarbeit geschoben wird, wie dieser sich mit hörbaren Hamburger Dialekt entschuldigt. Er werde aber mit dem nächsten Zug nachkommen. Die Schwangere ist sichtlich enttäuscht. Dennoch macht sich der muntere Trupp auf zu der einsam gelegenen Waldhütte, in der sie ihre Ferientage gemeinsam verbringen wollen. Zu rockigen Klängen sehen wir das Wohnmobil erst durch eine italienische Provinzstadt und dann über eine italienische Landstraße düsen. Irgendwann möchte sich die Schwangere dann mal übergeben (ich sagte ja bereits, es wird viel gekotzt in diesem Streifen) und zu diesem Zwecke hält das Wohnmobil am Straßenrand. Wer möchte das schon auf seinen Polstern haben? Die Schwangere steigt aus und gibt die Mittagessen der letzten drei Jahre von sich, während ein bedauernswertes Opfer ländlicher Inzucht urplötzlich dem Wohnmobil nähert (Schockmoment!) und wissen möchte, wohin die Reise gehen soll. George macht ihm in gebrochenen Italienisch klar, daß St. Lorenzo das Ziel allen Strebens sei. Dies löst bei dem Inzuchtopfer eine mittelschwere Panik aus und er möchte das Weite suchen, stößt dabei aber mit der Schwangeren zusammen, die sich immer noch erbricht, so daß der Knabe gleich eine ganze Ladung abbekommt. Das macht dem aber gar nichts aus. Vielmehr leckt er sich das Erbrochene genußvoll von den Armen ab und ruft dabei enthusiastisch sowie mit deutschem Akzent: "Mangare! Mangare!" Na, dann... Mitten im Wald. Zwei deutlich übergewichtige Wanderer haben sich verirrt und schaffen es auch mit Karte nicht, ihren Standort zu bestimmen. Also beschließen sie zu rasten und ihr Zelt aufzuschlagen. Derweil gibt das Wohnmobil seinen Geist auf. George, der Asthmatiker und Blondie beschließen im nächsten Dorf Hilfe zu holen, während die Schwangere und der Gitarrist beim Wohnmobil warten. Vorsorglich packt George noch schnell seine Pistole ein (ja, eine Pistole nehme ich auch auf jeden Italienurlaub mit und habe sie dabei, wenn ich nur einfach in ein abgelegenes Dorf gehe. Schließlich werden in Italien Touristen en masse ausgeraubt, geschändet oder von politischen Extremisten entführt). Die Gewissensfrage: Finden Sie DIESE Frau attraktiv? Auf dem Weg ins Dorf amüsieren sich alle noch ganz gut. Im Dorf selber kommen sie allerdings dann doch recht schnell ins Stutzen. Selbiges ist nämlich wie ausgestorben, nur die Katzen sind noch da. Die Gruppe trennt sich. Während George sich die Planquadrate A und B vornimmt, checken Blondie und der Asthmatiker C und D. Dabei kommen sich beide zum einen menschlich näher (vielleicht waren sie schon davor ein Paar, man versteht es nicht ganz, da Ton zu leise – aus Georges Reaktion auf ein späteres Ereignis ist aber zu schließen, daß sich beide erst an dieser Stelle näher kommen und dass dies für George ein eher deprimierendes Ereignis ist. Wahrscheinlich ist er selbst auf Blondie scharf). Zum Anderen kommen sie in ein Haus, in dem in einem Zimmer ganz doll viele verwesende und bereits von Spinnweben bedeckte Leichenteile malerisch drapiert sind. Blondie kreischt, der Asthmatiker bricht beinahe zusammen und erstickt, kann sich aber im letzten Moment mit Blondies Hilfe noch eine Dröhnung seines Sprays verpassen, was ihm wohl das Leben rettet – erst mal. Dann finden beide eine Zeitung mit einem Bericht über einen durchgeknallten Killer, der ein ganzes Dorf niedergemetzelt hat. Und jetzt dürfen Blondie und der Asthmatiker drei mal raten, um welches Dorf es sich da handelt (derweil rät der Rezensent, wie die Zeitung überhaupt ins Haus gekommen sein kann, wenn doch alle Dorfbewohner tot sind). Während die beiden noch raten, sieht der durch die Straßen des Dorfes schleichende George urplötzlich aus den Augenwinkel eine völlig in Schwarz gekleidete Frau. Da sie auf seine Ansprache nicht reagiert folgt er ihr in ein Haus, wo die Schwarzgekleidete aber dann wie vom Erdboden verschluckt erscheint. Dafür findet er in einem Zimmer ein Skelett und auf einer Fensterscheibe die mit Lippenstift geschriebene Aufforderung "Go away". Das gibt George schon zu denken, obwohl man es ihm nicht anmerkt. Überhaupt merkt man in diesem Film eigentlich nie einem Protagonisten nur irgendeine Reaktion an, zumindest keine, die in direkten Zusammenhang mit dem Filmgeschehen zu bringen wäre. Auch wenn jemand gerade mal eine zerhackte Leiche findet, gar selbst zur Leiche wird oder kopuliert wirkt das alles irgendwie seltsam teilnahmslos. Man wird den Eindruck nicht los, als würden die Schauspieler des Streifens hauptberuflich etwas völlig anderes machen --- und das ist auch ganz gut so (mal im Ernst, irgendwo im Internet hab ich gelesen, Schnaas hätte in "Anthropophagus" neben Amateuren erstmals auch professionelle Schauspieler eingesetzt. Ist doch ein Gerücht, oder?). Derweil beim Wohnmobil klimpert der Gitarrist auf seiner Gitarre herum und die Schwangere, die nicht nur schwanger, sondern auch darüber hinaus nicht gerade eine Spargelstange ist, schüttet sich Wasser über ihre geschwollenen Füße. Der Gitarrist entschließt, sich noch mal den Vergaser anzuschauen. Vielleicht bekommt er die Karre ja doch noch zum laufen. Das letzte, was er in seinem Leben sieht, ist denn auch der Vergaser unter der geöffneten Motorhaube, denn während er da so fröhlich vor sich hinfummelt, nähert sich von hinten ein nicht gerade wohlmeinender Zeitgenosse und rammt ihn ein Messer in den Nacken, welches aus des Gitarristen Hals wieder hervortritt (Gore). So etwas überlebt man gemeinhin nicht all zu gut und die Schwangere macht deshalb auch fleißig "Kreisch". Währenddessen reunieren George, Blondie und Asthma (ich bin zwischenzeitlich zu faul geworden, immer "der Asthmatiker" auszuschreiben) und stellen gemeinsam fest, daß es besser wäre, hier ganz schnell abzuhauen, denn irgendwie scheint das Dorf unter einem schlechten Stern zu stehen. Also suchen sie relativ rasch das Weite. Jetzt schalten wir wieder zu unseren beiden lustigen Wandervögeln um, die zwischenzeitlich ihr Zelt aufgebaut haben. Wanderer I meldet sein Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr an und meint damit nicht etwa seinen Begleiter, sondern einige "geile Bräute", die er an dem See zu treffen hofft, an dem die beiden eben noch vorbei gekommen sind (wir erinnern uns: beide haben sich im Wald verirrt und konnten sich auch an Hand ihrer Karte nicht orientieren. Ich hätte mal den See als Bezugspunkt genommen. Immerhin wandern die beiden in Italien und nicht in Norwegen, so viel Gewässer wird es in ihrer unmittelbaren Nähe höchstwahrscheinlich gar nicht geben). Zu seiner größten Verblüffung scheint die Aussicht auf mögliche Gelegenheiten sich koitual zu betätigen auf Wanderer II keinen großen Eindruck zu machen, denn anstatt seinen Freund zu begleiten möchte er viel lieber im Zelt bleiben und lesen. Das wundert wiederum Wanderer I und attributiert auf die sonst doch hohe Masturbationshäufigkeit seines Gegenübers ohne damit jedoch dessen Vorhaben des Müßigganges bei Lektüre zu ändern (der eigentliche Dialog ist, wie öfters bei Schnaas, etwas weniger elegant ausgefallen als hier wiedergegeben. Ich habe versucht, den Inhalt etwas zu versachlichen). Und so geht Wanderer I allein auf Brautschau. Zur selben Zeit finden sich Georg, Asthma und Blondie wieder an dem Ort ein, an dem sie sich von den anderen getrennt haben, und erwarten deshalb eigentlich, ein Wohnmobil, einen Gitaristen und eine Schwangere vorzufinden. Finden sie aber nicht, alles weg. Allerdings findet das unser wackeres Terzett, gerade dem Dorf der zerhackten Leichen entkommen, weder außergewöhnlich noch beunruhigend. Vielmehr kommentiert George (oder einer der beiden anderen, ich hab´s vergessen): "Sie haben wohl das Wohnmobil wieder ins Laufen gekriegt und sind schon vorgefahren." Er nicht. Also, jetzt laßt mal überlegen. Ihr fahrt mit Freunden in einem Wohnmobil ins Grüne. Die Karre verreckt. Einige von Euch gehen ins nächste Dorf um Hilfe zu holen, die anderen bleiben beim Auto. Einer der Zurückgebliebenen kommt auf die Idee, sich den Schaden mal genauer anzusehen und kann ihn sogar beheben. Wäre es jetzt nicht eigentlich naheliegend, auf diejenigen, die gerade unterwegs sind, zu WARTEN, um dann mit denen gemeinsam loszufahren, statt einfach ohne sie abzuhauen? Ich zumindest wäre ziemlich sauer, wenn man nicht auf mich gewartet hätte und ich nun zum Ausflugsziel latschen müßte. Deshalb kann ich auch nicht ganz verstehen, warum unsere drei Freunde das anscheinend völlig normal zu finden scheinen. Und nun noch was zum Grübeln: Wir wissen ja, daß es nicht so war, sondern daß der Gitarrist vom bösen Schmodderer geholt wurde. Das Schicksal der Schwangeren ist vorerst unklar, aber ich verrate Euch mal, daß sie zumindest jetzt noch wohlauf ist. Der Schmodderer hätte das Mobil also ganz gut dazu brauchen können, um die Leiche des Gitarreros und die sicher nicht sehr kooperative Schwangere ohne größere Komplikationen und möglichst konfortabel fortzubringen (nämlich an den Ort, wo wir unsere gebährwillige Freundin demnächst wiedertreffen werden). Aber wie um alles in der Welt hat der die Karre eigentlich ans Laufen gebracht? Hat er im früheren Leben mal eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker gemacht und hatte zufällig gerade einen Werkzeugkasten und möglicherweise auch Ersatzteile bei? Ist er vielleicht gar hauptberuflich beim ADAC, den gelben Engeln mit den blutigen Äxten? Fragt mich nicht. Unsere Freunde latschen jetzt also in die angepeilte Waldhütte, wo sie ihren Urlaub verbringen wollen. Die Idee, mit dem Mobiltelephon, das George besitzt (das wissen wir, weil er vor 20 Filmminuten damit ja telephoniert hat), die Polizei zu rufen, kommt allerdings niemanden. Warum auch? Ein paar zerhackte Leichen in einem menschenleeren Dorf --- ist schon beunruhigend, aber Mann – ist vielleicht auch italienische Lebensart, dolce vita und so. Nachher macht man sich noch lächerlich. Wanderer I untersucht derweil das erreichte Seeufer nach korpulationsgeeigneten und korpulationswilligen Zeitgenössinnen, findet aber niemanden und raucht deshalb erst mal eine Zigarette. Vielleicht kommt ja noch jemand. Kommt auch, allerdings ist es der böse Schmodderer, der die Gelegenheit nutzt, Wanderer I mal so richtig nach Herzenslust den Bauch aufzureißen (mit bloßen Händen), sich durch diverse Fettschichten zu arbeiten und dann seinen Darm herauszuholen. Mann, das schmoddert wirklich und es fällt auch gar nicht auf, daß der Bauch des Wanderers ein Gummiimitat ist. Seines Darmes entledigt ist Wanderer I natürlich weder fähig, sich vielleicht doch noch bietende Möglichkeiten, den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, wahrzunehmen, noch zum Zelt zurückzukehren. Und das beunruhuigt Wanderer II nach einiger Zeit dann doch so ein wenig. Also macht er sich auf die Suche nach dem Freund und findet relativ rasch, was der Schmodderer von ihm übrig gelassen hat. Leider ist dieser noch in unmittelbarer Nähe, so daß sich auch für Wanderer II die Frage, wie er wieder nach Hause zurückkommt, so nicht mehr stellt - im Zweifelsfall in einem Zinksarg (Gore). Zwischenzeitlich sind George, Blondie und Asthma im Waldhaus angekommen, welches übrigens äußerst luxuriös ausgestattet ist. Keine Klitsche, sondern schon gehobene Mittelklasse, äußerst geräumig, elektrifiziert, voll eingerichtet – nur halt mitten im Wald. Sie wundern sich ein wenig darüber, daß Gitarrero und die Schwangere noch nicht eingetroffen sind, insbesondere weil, sie mit dem Wohnmobil ja lange VOR ihnen hätten eintreffen müssen. Aber so richtig beunruhigt das auch wieder niemanden. "Die kommen schon noch", meint George und schlägt vor, daß jetzt alle erst mal schlafen gehen. Ich frage mich ernsthaft, was er eigentlich glaubt, was die Vermißten zur Zeit so treiben? Schon deshalb, weil keine Nachricht von ihnen eintrifft und immerhin hat George ja ein Mobiltelephon (wir erinnern uns). So von der Telephonzelle mal ein kurzer Anruf "He, wir haben uns spontan entschlossen nach Milano weiterzureisen und haben das Wohnmobil mitgenommen. Ihr könnt also sehen, so ihr bleibt" wäre doch eigentlich kein Problem. ja, der Film ist zum Würgen. Mitten in der Nacht wacht Blondie von einem Geräusch im Keller des Hauses auf und möchte mal nachschauen. Nun benutzt sie aber, um die Teile des Hause, die sie durchschreiten wird, zu illuminieren, nicht etwa das durchaus vorhandene elektrische Licht. Vielmehr dachte sich Schnaas wohl, so eine kleine optische Hommage an Jean Rollin wäre nicht übel, und deshalb läuft Blondie mit einem fünfarmigen Kandilaber durch die Hütte. Sorgt so schön für gothische Horroratmosphäre – zumindest bei dem Maître aus Frankreich, bei dem hübsche junge Damen ja gerne mal minutenlang mit brennenden Kerzenleuchter in der Hand durch alte Schloßgänge laufen und das wirklich Charme und Stil hat. Wenn wir aber wissen, daß eigentlich elektrisches Licht zur Verfügung steht und Schnaas bei der Auswahl seiner weiblichen Rollen auch nicht gerade das selbe glückliche Händchen für wirklich attraktive junge Damen wie Rollin hat, wirkt die ganze Szene schon ein wenig, äh --- lächerlich? Die nächsten Minuten des Films sind auf Grund des mangelhaften Tons nicht ganz verständlich, deshalb beschreibe ich einfach mal, was ich sehe ("Sehen statt Hören" hieß ja auch eine Sendung für Hörgeschädigte, die in den 80ern regelmäßig Sonntags vorm Kinderprogramm um 17.30 Uhr im WDR lief – ich bekam immer nur den Schluß mit, hab es aber trotzdem gerne gesehen. Dannach lief dann "Catweazle", übrigens sehr viel erschreckender als ein Film von Andreas Schnaas). Also, da im Keller treibt sich nicht etwa der Schmodderer rum, sondern eine blinde junge Frau, die wohl zu Selbtverteidigungszwecken ein Messer mit sich führt. Wer die Dame ist und welche Funktion sie in der Handlung eigentlich einnimmt hab ich nicht verstanden, ist wohl auch nicht so wichtig. Zuerst erschreckt Blondie sich und macht "Kreisch!!!", gewinnt dann aber rasch die Fassung wieder, denn irgendwoher scheint sie die Blinde zu kennen. Von dem "Kreisch!!!" alarmiert kommen jetzt aber George und Asthma, was wiederum die Blinde erschreckt, so daß sie recht unkoordiniert einfach mal zusticht und Asthma eine schwere Wunde verpaßt, die wie Hund blutet. Und das auch noch lebensgefährlich. Die anderen versorgen Asthmas Wunde prophylaktisch und George ruft mit seinem Mobiltelephon den Notarzt, der auch umgehend eintrifft, um die Wunde Asthmas professionell zu behandeln. So zumindest hätte ich die Handlung fortgesetzt. Schnaas hingegen: Die anderen versorgen Asthmas Wunde prophylaktisch, George ruft nicht mit seinem Mobiltelephon den Notarzt, der umgehend nicht eintrifft, um Asthmas Wunde professionell zu behandeln. Er denkt nicht mal daran, das Mobiltelephon zu benutzen, um vielleicht festzustellen, daß er "kein Netz" hat, Funkloch oder sonst was. Er benutzt auch nicht das Festnetztelephon, daß in der nobel ausgestatteten Hütte sicher vorhanden sein dürfet (es gibt ja auch Elektrizität) um dann zu bemerken, daß "die Leitung tot" ist (das wäre handlungsmäßig ja mal etwas ganz Neues und Überraschendes gewesen). Nö, er sagt, er gehe ins Dorf zurück und schaue nach, was er da so an Medizin und Verbandszeug finden würde, und macht sich auf den Weg. Hab ich bislang eigentlich mal angemerkt, daß dieser Film wirklich grottendoof ist? Wenn nicht, hol ich es jetzt nach: Leute, der Film ist grottendoof. Im Grunde gibt es in diesem Streifen keine Minute, die nicht dazu geeignet wäre, eimerweise Spott darüber zu ergießen. Allerdings wurden in über 500 Reviews bei badmovies.de jeder Spruch sicher schon mal gebracht und grottendoofe Szene zu Hauf durch den Kakao gezogen. Ich würde eh nur wiederholen, was schon 1000 mal gesagt wurde. Also verkneif ich es mir einfach und beschränke mich im Sinne der Kürze auf bloße, journalistisch-nüchterne Wiedergabe der Ereignisse. George läuft also durch den Wald Richtung Dorf und fühlt sich dabei, zu Recht, verfolgt. Derweil wechselt Blondie Asthmas Verband und bietet ihm darüber hinaus Beischlaf an. Zwar war Asthma vor 5 Minuten kaum noch fähig eigenständig zu gehen, den Akt der Korpulation bewältigt er aber, auf einem Stuhl sitzend mit Blondie auf dem Schoß, doch noch ganz gut. Beide korpulieren übrigens ohne sich dafür auszukleiden und überhaupt ist diese Geschlechtsverkehrsimitation eine "Meisterleistung" an schauspielerischen Unvermögen, denn Asthma wie Blondie legen dabei einen Gesichtsausdruck zu Tage, den ich etwa haben würde, wenn mir drei Skinheads mit Stahlkappenspringerstiefel über einen längeren Zeitraum hinweg permanent in die Magengrube treten würden. Und wieso unternimmt niemand was dagegen??? Zwischenzeitlich findet George in der verlassenen Dorfapotheke, oder wo auch immer, Medikamente und Verbandszeug und kehrt zur Hütte zurück. Dort findet er folgendes Bild vor: Blondie raucht eine Zigarette und Asthma macht sich gerade die Hose zu, also deutliche Hinweise auf eine postkoitale Situation. George, der wohl doch auf Blondie scharf ist, ist dermaßen erschreckt, daß er die Medikamente fallen läßt. Trotzdem wird im Folgenden nicht mehr darüber gesprochen (zumindest nicht, daß es hörbar wäre), was vielleicht darauf hindeutet, daß es für George so schlimm dann doch nicht war. Möglicherweise schwärmt er ein wenig für Blondie, seine eigentliche Traumfrau ist und bleibt aber dennoch Brigitte Lahaie, Mutter Beimer, Viki Leandros oder was weiß ich wer. Ist aber auch egal. Erinnert Ihr Euch noch an den Freund/Mann der Schwangeren, den Arzt? Der sitzt nämlich am nächsten Tag (zumindest ist es wieder hell geworden) im Zug Richtung Italia und bereitet sich durch die Lektüre der Zeitschrift "Eltern" auf seine neue Vaterrolle vor. Blondie, George, Asthma und die Blinde haben sich ebenfalls wieder aufgemacht, wohl Richtung Dorf. Was sie da wollen? Keine Ahnung. Asthma beginnt langsam schlapp zu machen und George stützt ihn freundschaftlich. Das mit Blondie war wohl wirklich nichts Ernstes. Der Arzt kommt derweil am Bahnhof an, schnappt sich einen Leihwagen und fährt los Richtung Waldhütte. Im Dorf hängt sich die schwarzverschleierte Frau (wir erinnern uns) ein Schild mit der Aufschrift "Go away" um den Hals und springt vom Dach eines Hauses auf die Straße, was sie nicht so richtig überlebt, und das justament in dem Augenblick, als unsere vier Freude da eintreffen. Blondie bekommt einen hysterischen Anfall und George entsichert sicherheitshalber seine Wumme. Warum die Frau gesprungen ist, wird nicht erklärt. Vielleicht wollte sie sich in einer ultimativen Handlung selbst existenziell und authentisch erfahren oder sie hatte ganz einfach nur den Film satt. Wir werden es nie erfahren. Dafür finden unsere Vier in einem Haus noch ein paar Leichen und außerdem ein Tagebuch. Dasjenige, welches wir schon aus der Eröffnungsszene kennen (wir erinnern uns wieder schmerzlich). Der Arzt fährt zwischenzeitlich Richtung Hütte und liest dabei, hinterm Steuer, Zeitung (!!! – der Typ will wohl sein eigener Kunde werden). Die Headline lautet: "Ist Nikos wirklich tot? Millionär wird mit Morde in Verbindung gebracht". Nikos ist Nikos Karamankis, den wir zu Beginn des Filmes samt Familie kennen gelernt haben. An der Waldhütte angekommen stellt der Dottore dann fest, daß gar niemand da ist, was ihn schon ein wenig verwundert. Unsere fröhlichen Vier lesen derweil das Tagebuch. Gar gräußliche Dinge werden offenbar: "Meine Frau, meine Tochter und das Ungeborene sind tot." Und weiter gibt der Schreiber der Zeilen kund: "Ich brauche Fleisch. Blut und Fleisch sind wie Liebe!" Aha. Wie wir noch sehen werden, erweist sich Schnaas als großer Charakterregisseur. Da schmoddert jemand nicht einfach nur ´rum, er hat auch eine psychologische Motivation: Der Schmodderer ißt Menschenfleisch, weil dies wie Liebe ist. Wenn man das D'Amato seelig mal gesagt hätte. Ich würd ja gern... Während der Tagebuchlesung entfernt sich Asthma aus irgendeinem Grunde, der wegen des miesen Tones nicht verständlich ist, von der Gruppe und vergißt dabei sein Asthmaspray auf der Fensterbank, was uns Schnaas mit einer speziellen Großaufnahme des vergessenen Sprays dankenswerter Weise noch einmal verdeutlicht. Ich frage mich allerdings, wozu? Denn im Folgenden spielt das vergessene Spray überhaupt keine Rolle, so wie auch der Umstand, daß der Asthmatiker Asthmatiker ist, für die Handlung des Filmes überhaupt keine Bedeutung hat. Genauso gut könnte er Diabetiker sein oder kerngesund. Das Handicap, daß der Charakter als Asthmatiker hat, wird von Schnaas nirgends auch nur ansatzweise in der Handlung benutzt. Im Wald treffen Asthma und der Arzt aufeinander. Was sie da machen? Keine Ahnung. Asthma sagt dem Arzt, er wisse, wo die Schwangere sei. Woher er das weiß? Keine Ahnung. Warum sich Schnaas erdreistet, einen solchen Müll auf die Menschheit los zu lassen? Keine Ahnung! Beide machen sich gemeinsam auf den Weg. Dabei stürzt Asthma und verletzt sich, der Arzt geht allein weiter und läßt in einem Anfall von größter Menschenfreundlichkeit seinen verletzten Kumpanen allein und wehrlos zurück. Kaum ist der Arzt weg, kommt denn auch der Schmodderer und macht Asthma platt (Gore). Wir steuern zielsicher auf das Finale zu. Daran zu bemerken, daß die Handlung zunehmend sinnloser und unverständlicher wird. Das nun Folgende ist eigentlich so gut wie gar nicht mehr nachvollziehbar. Ich versuche trotzdem, alles so klar wie möglich zu schildern, auch wenn es mir langsam zum Halse raushängt. Der Arzt findet eine Höhle, in der er auch seine Freundin, die Schwangere antrifft. Die liegt da zwischen ein paar Leichenteilen einfach so rum und das war´s dann. Der Arzt möchte mit ihr das Weite suchen, wird aber vom bösen Schmodderer daran gehindert, den wir nun in seiner ganzen Pracht bewundern dürfen. Andreas Schnaas aka Nikos Karamankis ist nämlich gar gräulich zurecht gemacht. Das Haupthaar lang und auf der Stirn schon schütter. Das Auge glühend vor Wahnsinn und das Antlitz von Pusteln übersehen, so als hätte er einen technischen Einsatz in Tschernobyl hinter sich. Und mit irrer Stimme (wie Schnaas den nun Folgenden Monolog hinbekam ohne dabei zu lachen ist mir ein Rätsel) erzählt er uns aus dem Off nun die ganze schreckliche Wahrheit, die zugleich in einer Rückblende (nochmals greetings to the Doc) auch gar hübsch visualisiert wird. "Ich hatte auch einmal ein Kind", gibt Schnaas, Pardon, Nikos, mit Anspielung auf die Schwangere kund. Blöderweise ist das Kind aber bei dem den Film eröffnenden Schiffsunglück drauf gegangen. Nikos und seine damals schwangere (wichtig!) Frau konnten sich auf ein Rettungsboot in Sicherheit bringen und nahmen die Leiche ihrer Tochter mit. So trieben sie denn nun in brütender Sonne tagelang über das weite Blau des Ozeans, ohne daß ein anderes Schiff oder eine höhere Macht zu ihrer Rettung herbei gekommen wäre. Und eigentlich hätte die Leiche des Mädchens auch so langsam mal zu riechen anfangen müssen, das nur mal dazu gesagt. Irgendwann stellte Nikos dann fest, daß die Nahrungsvorräte aufgebraucht waren und jetzt nur noch eines an Bord sei, daß zum Verzehr geeignet war. Genau, das tote Töchterlein. Mama reagiert auf dieses Ansinnen verständlicherweise, um es mal gelinde zu formulieren, irritiert und läßt sich auch nicht davon überzeugen, daß Nikos, durchaus mit der Wahrheit im Einklang, schlüssig darlegen kann, daß wenn man sich nicht zur Einverleibung der Tochter entschließen könne es für die nächsten Tage so überlebenstechnisch recht mau aussähe (ich frage noch mal: beginnt die Leiche nicht langsam mal zu stinken?). Es kommt zu einem Handgemenge zwischen Nikos und seiner Frau bei dem er sie durch Zufall ersticht. Dumm gelaufen. Außerdem dreht er nun, unter dem Eindruck der schrecklichen Ereignisse und unter Einfluß der heißen Sonne die seine Gehirnzellen brät, völlig ab. Zuerst nagt er Töchterlein herzhaft den Arm ab und dann seiner gerade verblichenen Gemahlin (die in der Geschmacksnote sicher etwas erträglicher sein dürfte als die schon seit Tagen tote Tochter) eine Brust (Gore + Nudity! Wow!). Der Schiffskoch empfiehlt. Nachdem Nikos dem Arzt diese gar scheußliche Begebenheit berichtet hat, überkommt ihn wohl erneut der Hunger. Also beißt er dem praktizierenden Allgemeinmediziner ein Ohr ab und metzelt ihn dann unter Zuhilfenahme eines Messers gleich völlig hin und weg (Gore). Ein großer Meister des Zeltbaus, fraglos. Und now, dear Readers, kommt die Szene, auf die Ihr alle sicher gewartet habt, nämlich die Zitation der Fötus-Sequenz, durch die es der Original-Film von Joe D'Amato ja zu einer gewissen Berühmtheit in einschlägigen Kreisen von Gore-Fans und Jugendschützern gebracht hat und die in keiner Diskussion über die Frage, ob der Konsum von Gorefilmen nun bleibende Schäden hinterläßt, als leuchtendes Beispiel für absolute Geschmacksverirrung und menschenverachtende Grausamkeit fehlen darf: Nikos reißt der Schwangeren den Bauch auf, zieht ihr den Fötus aus dem Leib und beißt demselben die Schädeldecke ab. Dabei keucht er fanatisch: "Fleisch! Fleisch!" Das war´s. Zwischenzeitlich im Dörfli. George hat das Tagebuch zu Ende gelesen und er, Blondie sowie die Blinde kommen darin überein, daß es nicht gar zu falsch sei, sich so schnell als möglichst zu verdünnisieren. Sie treten also die Flucht durch die Heide an, bei der die Blinde Nikos zum Opfer fällt, sich Blondie und George aber erst mal in Sicherheit bringen können. Ich betone, erst mal. Es kommt zu einer mitreißenden Charakterszene zwischen George und Blondie, die nur darunter leidet, daß man mal wieder nicht verstehen kann, was eigentlich gesprochen wird. Als Blondie aber anfängt, George zu ohrfeigen, wird klar, daß es sich schon um Dinge von einer gewissen Wichtigkeit handeln muß und irgendwann kann der ohrgespitzte Zuschauer sogar verstehen, daß sie ein Auto suchen, es aber nicht finden können (und in der Tat ist, wenn der Schmodderer hinter einem her ist, ein einsatzbereites Auto schon etwas Feines). Dann laufen sie weiter durch Hain und Flur und stoßen dabei tatsächlich auf ihr Wohnmobil, welches aber immer noch nicht fährt (und wir fragen uns einmal mehr, wie Nikos es geschafft haben kann, das Ding trotzdem von der Stelle zu bewegen – durch Lösen der Handbremse und Schieben?). George und Blondie laufen weiter. Es wird Nacht. Sie kommen zu einem Haus, das ihnen nicht den gehofften Schutz bietet, denn Nikos ist auch schon da. Blondie wird kalt gemacht (Gore). George hingegen erinnert sich seiner Pistole und schießt Nikos über den Haufen. Anlaß genug, zur Zitation der zweiten legendären Sequenz des originalen D'Amato-Streifens überzugehen, die auch nicht viel geschmackssicherer ist als die Fötus-Sequenz. Der sich im Todeskampf windende Nikos reißt sich den eigenen Bauch auf, zieht seinen Darm heraus und macht sich mit irren Blick an die Verspeisung desselben. Man könnte natürlich versuchen, in diesem Akt der Selbstverspeisung irgendeinen höheren Symbolwert zu sehen, allein mir fällt keiner ein. Das ist krank, mehr nicht. Das sieht auch George so, denn er muß sich erst mal kräftig übergeben. Ich sagte ja schon, in diesem Film übergibt sich dauernd irgendwer. Der Zuschauer übrigens 80 Minuten lang. Im Todeskampf schafft es Nikos aber immer noch, George mal eben das Bein zu brechen und sich wieder aufzurichten. Eigentlich sieht er schon wieder ganz fit aus, doch da macht Schnaas nun was ganz Geniales und uns als Zuschauer Erschütterndes und emotional tief Bewegendes. Er beweist uns, daß ein Mann auch Gefühle haben kann, selbst ein Mann wie Nikos Karamankis, der hauptberuflich seine Mitmenschen verspeist. Denn urplötzlich fällt sein Blick auf eine Photographie seiner Tochter, die er in der Hemdtasche mit sich führt, und irgendwie wird ihm unter Tränen klar, daß in der letzten Zeit in seinem Leben so einiges schief gelaufen ist. Eigentlich wäre jetzt eine psychotherapeutische Behandlung mehr als angezeigt, in der Nikos sehr viel aufzuarbeiten hätte (ich frag mich gerade, wie die zu Unrecht vielgepriesene, da völlig wirkungslose Verhaltenstherapie dieses Problem eigentlich zu lösen versuchen würde – schrittweise Entwöhnung von Menschenfleisch durch positive Verstärkung erwünschten Verhalten wie dem Verspeisen eines Lamm-Döners statt des Therapeuten?). Doch kommen ihm dabei jetzt höhere Mächte in die Quere, die sich schon etwas anderes für den Fortgang seiner irdischen Existenz ausgedacht haben, nämlich deren Abschluß. Es öffnen sich die Himmel und Nikos hört die verklärte Stimme seiner Tochter zu ihm sprechen: "Wir lieben dich Nikos. Komm zu uns!" Gerührt von diesem Erlebnis erkennt Nikos nun seine wahre Bestimmung und fleht George an, ihn zu erlösen. George kommt diesem Wunsch gerne nach (nein, das habe ich mir jetzt nicht ausgedacht – das hat Schnaas wirklich so auf Zelluloid gebannt – ich hab´s auch nicht geglaubt, als ich es gesehen habe). Es graut schon der Morgen und wir sehen, wie George sich mit seinem kaputten Bein durch die Landschaft schleppt. Dann schalten wir zurück in die Höhle und sehen den in dem Tagebuch lesenden Interpol-Beamten, den wir schon von Beginn des Films kennen. Wir begreifen, daß alles, was wir nach dem Vorspann gesehen haben, eine Rückblende war, die so sicherlich nicht in Nikos Tagebuch gestanden haben kann, da er bei einem Großteil des in der Rückblende Gezeigten gar nicht dabei war und wir überhaupt gerne mal wissen möchten, wie das Tagebuch in die Höhle gelangt sein kann. Zumindest wurde nirgends angedeutet, daß George es aus dem Haus im Dorf, wo er es gefunden hat, mitgenommen hat. Der Interpol-Mensch klappt das Tagebuch zu, stutzt und sagt dann urplötzlich, in hellster Panik: "Irgend etwas stimmt nicht mit dem Schluß! Ich muß hier raus!" (Dieses Gefühl hatte ich allerdings auch den ganzen Film über.) Also rennt er eilends Richtung Ausgang, kommt aber nicht weit, denn urplötzlich kommt von irgendwoher ein Schuß, der ihm den Kopf zerfetzt. Was das Ganze soll erschließt sich mir im mindesten nicht, aber etwas Gutes hat es schon: der Film ist aus! Analyse "Anthropophagus 2000" zu reviewen fällt mir gar nicht so leicht. Zwar bietet der Film eigentlich so viel Angriffsfläche, daß man sich seitenweise darüber auslassen könnte, aber ich habe ja schon in der Inhaltsangabe darauf hingewiesen, daß in über 500 Reviews auf Badmovies.de jeder Witz über blamable Machwerke und die Unfähigkeit ihrer Schöpfer eigentlich schon gerissen wurde, so daß zumindest mir kaum noch etwas Neues einfällt. Überhaupt habe ich den Eindruck, daß sich bei badmovies. de Reviewer und Community so langsam davon wegbewegen, jeden x-beliebigen Scheiß, der uns unterkommt, zu reviewen oder zu diskutieren. Stattdessen sehe ich den Trend, verstärkt Filme zu besprechen, die abseits vom Mainstream liegen (und das nicht etwa nur, weil sie so auffallend schlecht sind), vergessene Perlen wiederzuentdecken oder unabhängigen Filmemacher, die etwas KÖNNEN, im Rahmen unserer Möglichkeiten durch Besprechungen oder Diskussion im Forum etwas Öffentlichkeit zu verschaffen. Das soll jetzt nicht etwa bedeuten, wir alle seien plötzlich seriös geworden (wäre ja auch furchtbar), aber doch, daß die Seite zwischenzeitlich ein gewisses journalistisches und filmhistorisches Profil gewonnen hat, hinter das wir eigentlich nur zurückfallen sollten, wenn wir es gut begründen können. Denn wer hier vorbeischaut, der findet nicht nur Informationen über Trash und Schmodder, sondern auch wertvolle und engagierte Berichterstattung über Filme, die in Zeitschriften wie "Cinema" wohl nur selten besprochen werden – was nicht gegen, sondern für diese Filme spricht. Man denke nur an die regelmäßigen und informativen Kinobits vom Doc (abschleim, arschkriech, taschetrag, Geld entgegennehm). Das Review eines Films von Andreas Schnaas, der außerdem noch ein Remake eines Streifens von Joe D'Amato ist, ist also eigentlich ein Rückfall und auch nicht sonderlich originell, denn der Doc hat Schnaas mit dem "Violent Shit 3"-Review ja eigentlich schon eine Präsenz auf dieser Seite verschafft und mehr als mit einem Film bräuchte jemand wie Schnaas hier eigentlich auch nicht vertreten sein. Die einzige Rechtfertigung dafür, "Anthropophagus 2000" zu reviewen, ist, daß hier der in der Filmgeschichte seltene Fall vorliegt, daß ein wirklich beschissener Film ein Remake erfahren hat, daß noch beschissener ist als das Original. Und das will nun wirklich was heißen, wenn das Original von Joe D'Amato stammt. Wenn ich in der Einleitung von dem Trias des deutschen Amateursplatterfilms Bethmann-Ittenbach-Schnaas gesprochen habe, so ist Schnaas eindeutig der untalentierteste der Dreien. Zwar sind auch Bethmann und Ittenbach unfähig auch nur fünf Minuten Film am Stück zu produzieren, die irgendwie spannend, mitreißend oder wenigstens durchschnittlich langweilig zu nennen wären. Aber immerhin sehen ihre Filme noch halbwegs nach Film aus. Soll heißen: wenn auch sämtliche Schauspieler Knallchargen und die Drehbücher triefensder Schwachsinn sind, so sind ihre Filme zumindest doch in technischer Hinsicht halbwegs erträglich. (Kann man über Schnaas' Werk inzwischen allerdings auch sagen - man gucke sich "Daemonium" oder Nikos the Impaler an - Gregor.) Gerade Ittenbach hat in diesem Bereich ein erstaunlich professionelles Niveau erreicht und seine Gore-Künste sind wirklich erstklassig ohne dabei ins Geschmacklose abzugleiten. Ich habe zwar in meinem Review von Garden of Love kein gutes Haar an Ittenbachs Leistungen als Regisseur und Drehbuchautor gelassen, doch in technischer Hinsicht ist seine Arbeit inzwischen einwandfrei und was seine Kreativität als Effektekünstler anbelangt halte ich ihn sogar für einen der ganz Großen. Und jetzt, im Vergleich dazu, Andreas Schnaas. Um noch einmal Kaja Yanar zu zitieren, diesmal ins einer Rolle als Türsteher Harkan: Kameraführung Arsch, Schnitt Arsch, Dramaturgie Arsch, Drehbuch Arsch, Regieleistung Arsch, Schauspieler Arsch, Bildqualität Arsch, Tonqualität Arsch, selbst Gore-Effekte Arsch - alles Arsch. Mal im Ernst Leute: Warum sollte ich eigentlich an einen Amateur-Film andere Maßstäbe anlegen als an einen professionell produzierten Film? Gut, was die rein technische Seite anbelangt seien Abstriche gemacht, da möglicherweise die nötigen finanziellen Mittel ganz einfach nicht zur Verfügung stehen (obwohl Ittenbach gerade in diesem Bereich hervorragendes leistet). Aber es gibt etwas, daß nicht mit Geld zu kaufen ist und bei dessen Einsatz Amateurfilmer genauso zu beurteilen sind wie Professionelle – und das ist Talent. Ich habe nichts dagegen, daß irgendwelche Leute privat einen Film drehen und ihn ihren Freunden vorführen. Die Freunde mögen sie vielleicht nachsichtig beurteilen und dabei sogar Spaß haben. Wenn sie damit aber an die Öffentlichkeit gehen, dann kann man von ihnen erwarten, daß sie zumindest vorhandene Mittel optimal nutzen. Beispielsweise ist ein gutes Drehbuch keine Frage des Geldes sondern des Talentes des Autors. Warum sollte ich da an Schnaas und Konsorten niedrigere Ansprüche haben als an Ernest Lehmann? Sie verschwenden, wenn ich ihre Filme sehe, immerhin meine Lebenszeit, und ob ich ein Drehbuch auf der qualitativen Höhe eines Ernest Lehmanns schreibe ist nicht abhängig davon, ob ich von Alfred Hitchcock dafür bezahlt werde, sondern davon, ob ich Talent habe. Talent habe ich aber oder ich habe es nicht, völlig unabhängig von dem Honorar, daß ich für meine Arbeit erhalte. Und so hätte der Drehbuchautor von "Antropophagus 2000" wohl auch kein Drehbuch zumindest auf dem Niveau der Verlaufsvorlage einer Folge von "Richter Alexander Hold" auf die Reihe bekommen, wenn Hitchcock es bei ihm bestellt hätte. Und das, was hier vorgesetzt wird ist nicht nur todlangweilig, bar jeder Spannung und völlig uninteressant, es ist auch unschlüssig bis dort hinaus. Ich habe bereits in der Inhaltsangabe auf die schlimmsten Schnitzer hingewiesen, beispielsweise auf den Umstand, daß George ein Mobiltelephon besitzt, es aber in Situationen, wo es sich geradezu aufdrängen würde es zu benutzen, kommentarlos NICHT eingesetzt wird: so wenn man z.B. Leichen findet (Polizei anrufen), von einem wahnsinnigen Killer bedroht wird (ebenfalls Polizei anrufen) oder jemand gerade halb am verbluten ist (Notarzt anrufen). Oder das der Asthmahtiker zwar als Asthmahtiker eingeführt wird, dieses Element später aber gar nicht mehr benutzt wird. Zwar verliert er irgendwann sein Asthmaspray, worauf in einer Extra-Einstellung der Zuschauer geradezu mit der Nase drauf gestoßen wird. Bevor daraus aber Spannung bezogen werden könnte, z.B. dadurch, daß Asthma einen Anfall bekommt und sein Spray nicht findet (okay, spannend ist das auch nicht wirklich, weil wir es schon 1000 mal gesehen haben, aber immerhin...) wird er bereits vom Schmodderer kalt gemacht. Warum wird da also ein Handicap etabliert, wenn es später gar nicht verwendet wird? Irgendwo im Internet habe ich gelesen, in "Anthropophagus" ließe Schnaas im Gegensatz zu seinen früheren Filmen der Charakterentwicklung seiner Protagonisten mehr Raum. Hab ich, ehrlich gesagt, nichts von bemerkt, oder ist damit gemeint, daß Asthma mit Blondie eine Nummer schiebt und George damit fünf Minuten lang Probleme hat? Na, toll! Das ist nun wahrlich echtes Drama! Auch der Versuch, die Taten Nikos durch das Erlebte irgendwie psychologisch zu motivieren überzeugt zumindest mich überhaupt nicht. Natürlich ist es schlimm, wenn man versehentlich seine schwangere Frau umbringt, warum man deshalb aber zwanghaft die Föten anderer schwangerer Frauen essen muß (und das versucht der Film doch zu suggerieren), wird mir absolut nicht klar, und ich habe Pädagogik mit Schwerpunkt Psychologie studiert. Das ist einfach Schwachsinn, mehr nicht. Und wenn ich, wie Schnaas, über die Möglichkeit verfüge, mit professionellen Mitteln einen Film zu schneiden ist es nicht einzusehen, warum mir ein Schnitt wie in "Antropophagus 2000" vorgesetzt wird. Rhythmus oder kreativer Einsatz des Schnitts gleich Fehlanzeige. Mal für Schnaas zum Mitschreiben: Schnitt gibt dem Filmschaffenden die Möglichkeit, eine Handlung, die in Echtzeit lange dauert, aber völlig uninteressant ist, zu raffen und auf ein nötiges Minimum zu beschränken. Wenn ich also zeigen möchte, daß Erna für Willi kocht, dann brauche ich nicht den gesamten Kochvorgang von einer halben Stunde und mehr zu zeigen. Es genügt völlig, wenn ich in einer Einstellung von ca. fünf bis zehn Sekunden Dauer zeige, wie Erna in der Küche hantiert und der Zuschauer weiß: Aha, Erna kocht. Und nach diesen 10 Sekunden kann ich schon Erna und Willi beim Essen zeigen und wie Willi an dem Gift, daß Erna dem Fraß beigemischt hat langsam, aber sicher krepiert. Schnitt ermöglicht also filmisches Tempo durch Straffung von Aktion womit erreicht werden kann, daß eine Verfilmung von Jules Vernes Roman "Um 80 Tagen um die Erde" nicht 80 Tage sondern nur zwei Stunden dauert. Schnaas hingegen präsentiert uns mehrfach völlig banale Abläufe in epischer Breite. So erhalten wir Gelegenheit, dem turtelnden Pärchen am Strand direkt nach dem Vorspann bei ihrem Spaziergang in voller Länge zuzuschauen, unterbrochen von heftigem Rumgeknutsche, was die Sache auch nicht kürzer macht und die Geduld des Zuschauers arg strapaziert. Wäre die Sequenz wenigstens ästhetisch und schön gefilmt, so daß so etwas wie Atmosphäre aufkäme - aber auch das bekommt der Schnaas ja nicht hin. Letztlich wirkt "Anthropophagus 2000" über weite Strecken künstlerisch so gekonnt wie ein Urlaubsvideo und ich habe jetzt nicht gerade den Eindruck, als hätte Schnaas dies bewußt als künstlerisches Mittel eingesetzt (frei nach dem Motto: "Der Film ist nicht schlecht – er ist dokumentarisch!"). Die Schauspieler --- das Thema streifen wir besser nur, anstatt es zu vertiefen. Die professionellen Schauspieler, die Schnaas angeblich eingesetzt haben soll habe ich vergeblich gesucht. Und ich habe lange überlegt, ob ich es schreiben soll, denn ich habe wirklich Angst, ich könnte damit eventuell die Gefühle von Betroffenen verletzten, trotzdem möchte ich es mal ganz vorsichtig probieren: Die Anzahl der Mitwirkenden, die sichtliche Figurprobleme haben, ist erstaunlich groß. Wie bereits gesagt, ich möchte damit niemanden zu Nahe treten und ich selbst könnte auch gerne mal wieder 5 Kilo verlieren. Zudem gibt es viele brilliante Schauspielerinnen und Schauspieler, die auch nicht gerade der Schlankesten welche sind und dennoch nicht unästhetisch anzuschauen sind. Allerdings tragen sie in ihren Rollen zumeist auch Kleidung, die für sie vorteilhaft ist. Soll heißen Marianne Sägebrecht tritt nicht im bauchfreien Top auf oder Ottfried Fischer in enganliegenden Muskelshirt. Und erst recht drehen sie keine Softcore-Szenen. Überhaupt ist die Softcore-Sequenz im Zelt gleich nach dem ewigen Strandspaziergang der eigentliche Höhepunkt des Films, wenn auch nicht gerade im Sinne von qualitativ. Ich bin ja durchaus kein Verfechter von Nacktszenen, was hier gezeigt wird kann man sich aber unbesorgt ansehen, denn es ist einfach nur zum Schießen komisch. Man kann sich gar nicht entscheiden, wer sich da mehr zum Otto macht, der übergewichtige Schwermetaller (ich weiß nicht, ob er wirklich Metall-Fan ist, er erfüllt äußerlich aber jedes Klischee) oder das rothaarige Girlie mit der Ganzkörpertätowierung und den Brustwarzenpiercings. Reine Augenweiden sind beide nicht, wobei das Girlie wahrscheinlich noch bescheuerter aussieht als der Schwermetaller, denn der ist nur etwas pummelig, ansonsten aber halbwegs unauffällig, das Girlie hingegen... also, diese Mädchen mit ihren Plateuturnschuhen und ihrem gewollt hysterischen Benehmen waren es, die mir die ausgehenden 90er Jahre vermiest haben. Diese beiden Zeitgenossen dürfen wir also, Schnaas sei Dank, beim Koitus zusehen, was schon ziemlich amüsant ist. Noch amüsanter ist aber das Vorspiel, daß irgendwie wie gewollt und nicht gekonnt aussieht, entweder weil die Darsteller sich dann doch geziert haben oder aber, und das vermute ich noch eher, es mit der Kamera und möglicherweise noch den Beleuchtungsinstallationen in dem kleinen Zelt kaum genug Bewegungsfreiheit für "Aktion" gab, was man dann auch deutlich sieht (achtet mal auf seine verzweifelten Versuche, ihr die Brustwarzen zu lecken!). Wie bereits gesagt, ich bin der Letzte, der jemanden das Anschauen von Softcore ans Herzen legen würde, hier mache ich aber auf Grund des hohen Spaßfaktors mal getrost eine Ausnahe. Diese Szene ist das einzig wirklich sehenswerte an dem ganzen Film, eben weil sie so völlig mißglückt ist, Schnaas sie aber sichtlich mit einem Aplomb zu inszenieren versucht, als handele es sich hier wirklich um Erotik oder gar erotische Kunst. Der meint das tatsächlich ernst und das ist ja das Lustige an der Sache. Und ich betone noch mal: keine Diskriminierung möglicher übergewichtiger Mitmenschen beabsichtigt - nur die von Girlies und die ist nun voll und ganz beabsichtigt... Was die Tonqualität anbelangt, so habe ich mich ebenfalls bereits ausgiebig über den Umstand beklagt, daß man vom Dialog so gut wie nichts mitbekommt. Hier wäre eine Nachsynchronisation und sei sie, wie bei Schnaas üblich, auch noch so mißlungen, immer noch besser gewesen als das, was abgeliefert wurde. So wäre wenigstens die Handlung halbwegs nachvollziehbar geworden (wenn wohl auch nicht spannender). Bildqualität --- naja, Gnade vor Recht. Geht so und mehr war finanziell wohl auch nicht drin. Aus der Bildqualität sollte man, so lange man wenigstens noch irgendwas sieht, einem Amateurfilmteam keinen Strick drehen. Gore: Naja... Geschmoddert wird viel, aber kaum auf Ittenbach-Niveau. Schnaas Künste beschränken sich darauf, Schaufensterpuppen rot anzumalen, ihnen eine Gummimaske vom Gesicht zu ziehen, Äxte in sie reinzuschlagen oder ihnen den Bauch aufzuschneiden und was Leckeres vom Metzger um die Ecke hereinzulegen was man später dann wieder rausholen kann. Ich meine, in einigen Szenen sogar rohe Bratwürste erkannt zu haben. Alles in allem: 10 Bomben hat sich "Anthropophagus 2000" redlich verdient. Der Schnaas kann´s einfach nicht. Bierskala drei Bier, aber auch nur dank der Softcoreszene. Die ist als Einlage für einen feucht-fröhlichen Trashabend zur späten Stunde durchaus geeignet. Ansonsten ist das Ding ein rechter Schnarcher, schon weil man kaum etwas versteht und das nervt auf die Dauer einfach nue. Und der Unfähigkeitsfaktor hat sich spätestens nach ca. 10 Minuten abgenutzt. Da ist sogar das Original von D'Amato empfehlenswerter. Hoffen wir also, das morgen wirklich alles besser wird. Bewertung BOMB-SKALA          
BIER-SKALA    (c) 2008 Ralph Fischer Docs Review Abt. Was interessiert mich mein dummes Gewäsch von gestern? Ich hatte ja eigentlich nach dem, eh, zweifelhaften Genuss von Violent Shit 3 das Gelübde abgegeben, nie nie nie nie wieder einen Schnaas-Film besprechen zu wollen, aber erstens kommt es zweitens anders, als man drittens denkt, wie man so schön zu sagen pflegt. Ein offensichtlich sadistisch veranlagter Mitleser stellte mir nämlich selbstlos die Red-Edition-DVD von Anthropophagous 2000, verbunden mit der dringlichen Bitte um baldmöglichste Würdigung, zur Verfügung. Man erkennt, wie verzweifelt die Finanzlage des Docs sein muss, wenn er nicht einmal einer Gratis-Schnaas-DVD aus dem Weg geht (für die der Satz "geschenkt ist noch zu teuer" erfunden wurde). Naja, jedenfalls lag die Scheibe nun bei mir rum und ich versuchte angestrengt, ihr aus dem Weg zu gehen (bei DVDs von den Laserparasiten besteht ja die berechtigte Hoffnung, dass die sich von selbst auflösen, wenn man sie lang genug liegen lässt). Das ging ein paar Wochen lang gut, bis der geschätzte Gastreviewer Ralph anfragte, ob man denn nicht Anthropophagous 2000 auch einer reviewtechnischen Untersuchung unterziehen sollte. Anstelle nun, wie es die Reaktion eines vernunftbegabten Wesens gewesen wäre, ob dieser Meldung zum freiwilligen Gastreview Freudentänze aufzuführen und aus meiner DVD ein schönes Frisbee für Pucki, den badmovie-Kater, zu basteln, schlug ich, blöde, wie ich nunmal bin, spontan vor, ein Doppelreview in Angriff zu nehmen (die Tatsache, dass ich mir für ein solches den Film tatsächlich * ansehen * muss, ist mir in dem Moment offenbar vorübergehend entfallen). Egal, gesagt, getan, ein paar Tage später schickte Ralph mir sein Review (das ich pflichtschuldigst bisher nicht gelesen habe – man will ja kreativ bleiben) und setzte mich dadurch enorm unter Druck. Es liess sich nicht mehr länger hinauszögern... zum Glück opferte sich Evil Mod razor und offerierte moralische Unterstützung in Form physischer Präsenz beim Filmkucken (auch wenn sich seine Aufmerksamkeit mehr auf den aktuellen SPIEGEL richtete), ich musste also nicht allein leiden. Ok, also zum Film. Andreas Schnaas, das haben wir ja schon an anderer Stelle geklärt, gehört zu den deutschen, ähempt, Independentfilmern, deren Popularität mir aufgrund ihrer immer wieder bescheinigten (und nicht nur von mir) Inkompetenz ein völliges Rätsel ist. Aus unerfindlichen Gründen verkaufen sich seine Machwerke wie die Violent Shit-Trilogie nicht gerade wie geschnitten Brot, aber offenbar gut genug, um dem Maestro ein geregeltes Einkommen und hin und wieder eine warme Mahlzeit (wenn amn sich an Violent Shit 3 erinnert, sogar viele viele warme Mahlzeiten) zu spendieren. Ich werd´s nie verstehen. Nun, unser Freund Schnaas fühlte sich eines schönen Tages (und länger kann die Drehzeit gar nicht gewesen sein) berufen, Joe D´Amatos kultisch verehrten Goreschnarcher Man Eater (aka The Grim Reaper aka Anthropophagous) zu remaken. Das ist, worüber wir uns sicher einig sind, ein Unterfangen, das ungefähr so nötig ist wie eine Geldspende an den FC Bayern München, zumal selbst viele D´Amato-Fans auf dem Standpunkt stehen, dass Man Eater keins der Highlights in der langen Karriere des umtriebigen Italoschmodderanten ist, sondern seinen legendären (und mächtig verbotenen) Ruf zwei-drei berühmt-berüchtigten derben Ultragoreszenen verdankt. Hm, na, das passt ja irgendwie wieder, denn dass Schnaas außer derben Ultragoreszenen irgendwas drauf hat, muss er mir erst noch beweisen. Kann er ja dann gleich mal versuchen. Inhalt Irgendwo stehen in einem Waldstück drei Anzugträger rum und reden dummes Zeug. Viel präziser kann ich aufgrund der katastrophalen Tonqualität (Herr Schnaas hat sich dieses Mal ´ne Nachvertonung gespart und einfach den Live-Ton genommen, der dank des überragenden Equipments nur dann zu verstehen ist, wenn der entsprechende Darsteller seinen oralen Einschnitt zufällig Richtung Mikro hält) nicht werden. Recht lustig ist, dass einer der drei Gesellen verzweifelt versucht, einen "südländischen Akzent" zur radebrechen ("Müssen schauen in Höhle" - irgendwie zerstört es die "Illusion", dass der Darsteller die einzelnen Worte in klarem, verständlichen Deutsch formuliert, nur halt die Grammatik verballhornt). Die Anzugträger, die sich wichtigtuerisch irgendwelche Dienstausweise an die Brusttasche getackert haben (und einer von denen ist doch der Opa aus Violent Shit 3, oder irre mich mich) latschen treudoof in die Höhle, wo sie gleich mal der Schlag trifft – Leichenteile, halbmumifiziert-skelettierte Kadaver, ein richtig appetitlicher Anblick, weswegen der nervenschwächste der Anzugträger gleich mal seinen Mageninhalt ausleert (merke: es ist kein deutscher Amateurfilm, wenn nicht mindestens einmal on-screen gekotzt wird. Super). Oberanzugträger (VS-Opa) zupft aus einer der Leichen ein Büchlein und beginnt interessiert zu schmökern (ich würde zum Lesen ja wenigstens an die frische Luft gehen... ist auch hell draußen, in der Höhle verdirbt man sich doch die Augen). Nein, das ist kein Schnaas-Film, das ist ein vergessener Rollin! Ooookeeh, alle zusammen... Flashback-Movie! Yippie! (Was hab ich verbrochen?) Wie wir auch bereits aus Violent Shit 3 wissen, ist Herr Schnaas entweder stolzer Besitzer einer Segelyacht oder zumindest vertrauenswürdig genug, sich ein Schifflein bei einem gutgläubigen Skipper auszuborgen. Und ebenfalls wissen wir aus Violent Shit 3, dass der Meister das Stilmittel des voice-overs für ein probates hält (der Suckiness-Faktor des Films in den, ähm, vorurteilslosen Augen des Docs erhöht sich soeben um 2 Punkte). "Ich war einst ein Industriemagnat", tönt es von der Erzählspur, und als solcher tuckert Nikos Wasweißdennichos mit seiner Familie durchs Mittelmeer (für ´nen Industriekapitän ist das Boot nun aber wieder ausgesprochen mickrig. Dem Onassis wird nicht gerade der neidbedingte Angstschweiß auf die Stirn treten, wenn er die Jolle sieht. Falls er sie überhaupt sieht, wenn er mit seinem 100-Meter-Kreuzer drüberbrettert...). Die Familie besteht aus seiner erstaunlich unattraktiven Ehefrau (und das "erstaunlich unattraktiv" beruht nicht nur auf der Tatsache ihrer Schwangerschaft. Man-Eater-Fans wissen, worauf das hinausläuft) und seiner Tochter, die sich alle Mühe gibt und ihre drei Dialogzeilen tapfer auswendig gelernt hat (und auch ungefähr so motiviert vorträgt). Eines schönen Tages geriet die Yacht, so versichert uns zumindest Nikos glaubhaft, in ein "schweres Unwetter" (aus der "ein Requisiteur schüttet aus der Gießkanne Wasser über die Protagonisten"-Variety). Der Mast bricht und donnert der kleinen Tochter auf die Rübe (bzw. auf das fake-head-prop, das in die Kamera gehalten wird und ein wenig schmoddert). Das wär vielleicht nicht passiert, wenn Nikos´ Yachtpfleger den Mast vorher nicht angesägt hätte (und das ist jetzt nicht nur ein billiger Gag, sondern reine Tatsache. Wunderbar zu sehen, dass der Mast ´ne Sollbruchstelle hat). Tragisch, tragisch. "Hier beginnt und endet die Geschichte der Wasweißdennichos-Familie", sülzt Nikos melodramatisch und Schnaas hält es nun für angebracht, den Vorspann abzuspulen (der Nachspann wäre mir, ehrlich gesagt, jetzt schon lieber). Anschließend werden wir Zeuge, wie das vermutlich hässlichste Pärchen der Welt einen mediterranen Strand abschreitet. Der männliche Part ist von der "fat man in a speedo"-Sorte (d.h. genau das, was man normalerweise wünscht, nicht an öffentlich zugänglichen Stränden sehen zu müssen... der schleppt mit Freude seinen Ranzen vor sich hier), der weibliche Part ist noch schlimmer – es handelt sich um ein schon im Werkszustand nicht gerade zu den Supermodels zu zählendes asiatisch aussehendes Frauenzimmer (vermutlich im Versandhaus bestellt), welches sich aber zur allgemeinen Stimmungshebung beinahe ganzkörpertätowieren und jede Menge Metall in den Körper hat implantieren lassen. Ich entschuldige mich vorab, dass ich jetzt vermutlich persönlich beleidigend werde (jetzt erst? - der Setzer), aber diese Frau erregt bei mir spontanen Brechreiz, die ist ungefähr so sexy wie eine offene Eiterwunde. Um so grauenhafter, dass diese beiden sich in ihr Igluzelt zurückziehen und ungefragt in eine ausgiebige Softsexeinlage ausbrechen – auf den Anblick hätte ich dankend verzichten können (auf jeden Fall gewinnt Schnaas den Preis für die widerlichste Sexszene, die ich seit langem erdulden musste... ein übergewichtiger Kerl nagt einer potthässlichen Frau an den Nippelpiercings rum. Klasse. Wenn ich sowas sehen will, und das will ich nicht, hol ich mir das für lau aus´m Netz...). Börks. Mir wird übel. Diese Szene wird, ich nehme an, nur um mich persönlich anzuwidern, förmlich mit Nahaufnahmen (zum Glück wenigstens hardcorefrei, könn´ wa am Ende noch froh sein, dass nicht der selbsternannt deutsche Joe D´Amato, Andreas Bethmann, Regie geführt hat. Obwohl... bei Bethmann sähen die Frauen wenigstens besser aus und er hat inszenatorisch mehr auf dem Kasten) zelebriert (aber vielleicht sollte man den beiden sagen, dass die Erfolgsquote beim Rammeln höher ist, wenn man die Hosen auszieht. Sowohl Dickie als auch das Bilderbuch mit Titten behalten Strandbermuda bzw. Bikinihöschen an. So wird das nie was mit euch). Nun, ich empfehle dem geneigten Publikum jedenfalls, hier den Vorspulfinger glühen zu lassen (und wenn Euch Eure geistige Gesundheit lieb ist, dann spult gleich vor bis zum Nachspann. Oder drückt gleich auf STOP. Oder gar nicht erst auf PLAY), auch auf die Gefahr hin, dass Euch entgeht, wie Dickie verzweifelt versucht, den Eindruck zu erwecken, er wäre ein englischsprachiger Tourist. Die Olle will nämlich spazierengehen und Feuerholz für ein zünftiges Lagerfeuer suchen, aber Dickie ist zu faul, der will pennen ("Oh noh, bähbie, ei stäh hier!") [wäre ich jetzt ganz böse, würde ich vermuten, diese Dialogzeile ist nur deshalb auf Englisch, weil die illustrierte Frau im realen Leben der deutschen Sprache nicht mächtig ist und man ihr ja irgendwie mitteilen musste, dass das ihr Stichwort ist]. Der wandelnde Anlaß zum Schwulwerden latscht also los und sammelt ein paar Äste ein, kommt zurück und... findet ihren geliebten Schwabbel hingemordet im Zelt wieder (wie nicht anders zu erwarten, ein ziemlich extremer, aber auch extrem schlechter Goreeffekt). Der reißt das Maul aber ganz schön auf... Diese Entdeckung führt natürlich zum üblichen hysterischen Anfall, der aber nur zur Folge hat, dass der noch lauernde Killer auf das weibliche Grauen aufmerksam wird, und sich erste Sympathiepunkte dadurch verdient, meinen Frauengeschmack grundsätzlich zu teilen und das tätowierte Ungeheuer demonstrativ mit seinem Hackebeilchen zerlegt (wie gehabt – heftiges Goregeschmodder und Blutgesudel, das technische Niveau ist, äh, mäßig und allgemein dauert die Sequenz ungefähr fünfmal so lange wie es sein müsste). Nachdem der Killer ihr ein halbes Dutzend Mal die Axt in den Rücken gehagt hat, hackt er ihr noch ein paar Finger ab und reißt ihr dann mit bloßen Händen Gesichts- und Kopfhaut ab (der ist kein Grieche, der ist Indianer, der skalpiert seine Opfer). Wir schalten um an einen italienischen Provinzbahnhof (jaja, Schnaas scheut keine Kosten & Mühen und dreht on location in der Toskana. Da kann man auch schön Urlaub machen). Einer unserer Protagonisten kommt mit dem Zug an und trifft sich vor dem Bahnhof mit einer Bande unsympathischer Gesellen, die vermutlich den Satz cannon fodder darstellen, durch den Nikos sich fürderhin metzeln darf. Namen sind bekanntlich Schall und Rauch, werden daher auch vom Script als nicht wirklich notwendig erachtet – man darf mitraten, wenn man zufällig mal dank der miserablen Tonqualität einen Namen versteht, wem er zuzordnen ist. Aber netterweise sind die Figuren allesamt auf einen Charakterzug reduzierbar, an dem man sie erkennen kann. Wir hätten also folgende Kameraden: - Unseren Neuankömmling, der von Stund an das Wohnmobil der Blase lenken wird (fragt sich, wie das Wohnmobil nach Italien kam, wenn er der einzige Chauffeur ist) und deswegen von mir einfach als "Driver" bezeichnet wird
- Eine hochschwangere Frau, die ich, wäre ich uncharmant, als Sumpfkuh titulieren und die kein normaler Mensch auf eine gemütliche Urlaubsreise im Wohnmobil mitnehmen würde
- Eine zickige Blondine, die im weiteren Filmverlauf noch auf den Namen Rita getauft werden wird
- Einen lächerlichen Althippie namens Vince, der keinen Schritt ohne seine Akustikklampfe tut
- Einen Herren mit sich langsam zurückziehendem Haupthaar, der hustet, röchelt und alle Nas lang ein Asthmaspray inhaliert und deswegen im folgenden "Asthma" heißen wird
Man vermißt noch ein paar Kumpels. Mary und Fred, so verlautbart es, sind noch mal an den Strand gegangen und werden später nachkommen (wohin auch immer). Ich schätze, Mary und Fred sind die gerade Verhackstückten. Da hat der Killer doch noch ein gutes Werk für die Urlaubsplanung der anderen getan. Man stelle sich vor, man müsste vierzehn Tage lang die Tattoos der Ollen ankucken. Kriegt man ja Ausschlag. Außerdem fehlt noch der Boyfriend/Ehemann/temporäre Bespringer der Schwangeren, der sich aber per Handy meldet. Er ist beruflich verhindert, da Arzt, dem man gerade noch einen Notfall auf den OP-Tisch geknallt hat (und der sich erkennbar ums Verrecken keine drei Zeilen Dialog merken kann. Das hat sogar die achtjährige Nikos-Tochter geschafft. Schäm er sich), und wird ebenfalls später dazustoßen. Also schwingt man sich ins Wohnmobil und düst los (übrigens – das schreib ich Amateurfilmern immer wieder ins Stammbuch – GEBT EUREN FIGUREN KEINE ENGLISCHE NAMEN, WENN IHR MIT AUTOS MIT HAMBURGER KENNZEICHEN RUMFAHRT). Der Soundtrack fiedelt in ohrenbetäubender Lautstärke (die deswegen so ohrenbetäubend ist, weil man die Anlage ja voll aufgedreht hat, um wenigstens ab und zu mal einen Brocken Dialog verständlich in die Ohrmuschel gelotst zu bekommen) ein "Metalgitarrenriff" an (natürlich entblödet sich der Film nicht, so zu tun, als würde Vince es mit der Akustischen anstimmen) und die Kamera zoomt bedeutungsschwanger auf ein "Viva Lenin"-Grafitti an der Bahnhofsmauer. Oh weia, versuchen wir uns jetzt noch an politischen Botschaften? (Natürlich nicht, denn ich gehe mal stark davon aus, dass das Grafitti schon vor dem Film an der Wand klebte.) Es wird kurz etabliert, dass Asthma schwangerer Kuhs Bruder ist. Ich erwähnte gerade, dass man im richtigen Leben das hochschwangere (mindestens 13. Monat) Frauenzimmer gaaanz sicher auf so einen Camping-/Wohnmobilausflug mitnehmen würde. Warum? Genau, weil der Kuh alle fünf Minuten schlecht wird und sie deswegen bei eingelegten Zwangsstopp auch fröhlich-dekorativ in den Straßengraben göbelt (es reicht). Ein zufällig vorbeilaufender Bettler (der auch die "ich-tu-so-als-könnt-ich-die-Sprache-nicht"-Schule der fremdländischen Akzente besucht hat), bekreuzigt sich gleich mal, als Driver ihm bescheidet, nach Porto Dingenskirchen fahren zu wollen ("nix fahren Porto Dingenskirchen!"). Driver, Rita und Vince finden den Herzkasper, den der Bettler beinahe erleidet, voll lustig. Der Bettler tankt sich auf die andere Seite des Wohnmobils und findet dort die kotzende Kuh. Und nun wird´s wirklich eklig: Kuh kotzt dem Bettler auf die Handflächen und der schlabbert den Kram mit "hmmm... mangiare!" fröhlich rein. Das ist die Stelle, an der ich, hätte ich mir nicht diese Scheiß-Chronistenpflicht auferlegt, endgültig ausgeschaltet und die Disc entweder rituell zerbrochen oder mit ´ner 55-Cent-Marke an die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Tiergarten geschickt – ich bin prinzipiell gegen Zensur, aber hiermit disqualifiziert sich Schnaas nicht nur als Filmemacher, sondern auch als Mensch, und da gilt auch keine "ist doch nur Funsplädda"-Ausrede, das ist widerliche Untermenschenideologie (ganz abgesehen davon, dass sich mir, und ich bin nicht zartbesaitet, beim bloßen Gedanken an die Szene, der Magen umdreht und ich überlege, ob ich der demonstrierten Kotzeritis nicht gleich praktische Anwendung folgen lasse). Schnaas, du hattest eigentlich eh keine Chance bei mir, aber jetzt hast du´s dir endgültig verschissen (pardon my french): You are an idiot. Abt. Dumme Gesichter nach dem Sex Okay, zurück zur Scheiß-Chronistenpflicht. Irgendwo in der Nähe tappern zwei Wanderer durch Feld & Wälder und haben sich dabei verfarnzt. Meinetwegen. Die Wohnmobilbelegschaft muss den nächsten unplanmässigen Halt einlegen, weil der Sprit alle ist. Die erwartungsgemäß auf ihn niederprasselnden Vorwürfe kontert Driver mit einem aufbrausenden "kann ich doch nichts dafür, wenn die Tankanzeige kaputt ist". Vielleicht nicht, aber er hätt ja auch mal drauf achten können. Da man sich in unmittelbarer Nähe des Reiseziels wähnt, wird beschlossen, zu Fuß weiterzugehen. Die schwangere Kuh ist aber zu blöd, um aus dem Wohnmobil unfallfrei auszusteigen und verstaucht sich eine Laufgräte. Vince opfert sich als Anstandswauwau, der bei der tierisch Verunglückten ausharren wird, bis Driver, Asthma und Rita mit einer Tasse Benzin zurückkommen (an Mary und Fred denkt übrigens schon lang keiner mehr von denen. Auch in Zukunft übrigens nicht mehr). Driver greift ins Handschuhfach und packt seine Pistole ein (??? Will er den Sprit nicht kaufen, sondern klauen? Woher hat er die Wumme überhaupt?). Das nahgelegene Dorf (heißt nicht Porta Dingenskirchen, sondern Porta Sanlorenzo, falls jemand die Locations besuchen will) ist bis auf zwei Miezekatzen (von denen komischerweise nur eine im Nachspann namentlich genannt wird...) aber entvölkert. Ob der Bettler mit den ekligen Ernährungsgewohnheiten am Ende doch nicht ganz falsch lag? Ach, daran verschwenden unsere Helden keinen Gedanken, sondern entern ein Haus, in dem dann auch prompt diverse Leichenteile rumliegen. Rita macht "AH!" (das ist der kürzeste Entsetzensschrei der Filmgeschichte. Scream Queen wird man so aber nicht), Asthma hustet und die Kamera zeigt uns eine Zeitung: "Wahnsinniger löscht Dorf aus!" (ist Italienisch, und wird auf Deutsch und Englisch untertitelt. Da denkt einer an die internationale Vermarktung. Wär mir lieber, er würde an einen Berufswechsel denken). Während wir noch überlegen, warum offenbar everyone weiß, dass hier ein massenmördernder Maniac rumrennt und ganze Dörfer entvölkert, unsere Doof-Touris aber ungehindert von eventuell ermittelnder Polizei an den Tatorten rumstolpern können (und uns dann noch die berechtigte Frage stellen, WER * NACH * den Morden die Zeitung da hingelegt haben sollte...), verfolgt der Fahrer eine mysteriöse schwarzgekleidete verschleierte Frau. Die begibt sich in einen Schuppen, er hinterher. Im Schuppen findet Driver eine rot (in Blut?) ans Fenster gepinselte Botschaft: "GO AWAY!" (keine deutschen Untertitel? Schnaas, du lässt nach). Die Lady walked geheimnisvoll off. Das hätt´ sie ihm eigentlich auch einfach SAGEN können. Immer diese Umstandskrämer. Am Wohnmobil klampft Vince auf seiner Klampfe, Carol (so heißt die Kuh, erfahren wir jetzt doch schon) nölt rum. Vermutlich nur, um ihren Quengeleien zu entgehen, verfällt Vince plötzlich auf die Idee, den Vergaser des Fahrzeugs untersuchen zu wollen (das hätte er auch schon vorher machen können, aber da war ihm das Gitarrezupfen wichtiger). Er macht die Motorhaube auf... und die Hupe geht los. Es ist ein wenig verwirrend – drückt Sumpfkuh Carol auf die Hupe oder wurschtelt Vince im Motorraum am falschen Kabel (siehe Anmerkung am Ende des Absatzes)? Es ist ja auch egal, weil Vince vom bösen Killer umgebracht wird (er rammt ihm einen improvisierten Speer in den Nacken) und verstaut ihn im Motorraum (soviel Platz ist da doch gar nicht???), wo ihn Carol nach enervierendem Genöle und noch enervierenderem Hupenlärm findet (und die ist ganz allein ausgestiegen, ohne sich mindestens drei Beine zu brechen? Respekt). [Noch mal zur Hupe, wie versprochen. Carol scheint sich über den Lärm der Hupe aufzuregen, also nicht ursächlich dafür verantwortlich zu sein. Das lässt darauf schließen, dass die Hupe losgehen "soll", als der Killer Vince in den Motorraum stopft. Dummerweise beginnt das Gehupe aber, BEVOR Vince überhaupt eine Flosse in den Motor steckt, oder gar der Killer ihn umbringt.] Während wieder Driver zu Asthma und Rita stößt, schlagen die Wanderer ihr Igluzelt aus (es würde mich schwer wundern, wenn´s nicht das selbe wäre wie bei Dickie und Brechreiztussi) und labern unverständliches bis doofes Zeug. Der kleine Dicke der Wanderer entscheidet sich für einen Spaziergang, sein Kumpel mag nicht mit, der ist faul (das ist irgendwie ein recurring theme, oder?). Asthma, Rita und Driver latschen zurück zum Wohnmobil. D.h. dorthin, wo das Wohnmobil ihrer Ansicht nach abgestellt war, sich jetzt aber nur noch ein wohnmobilförmiges Luftloch befindet. "Sie haben wohl Benzin bekommen", kombiniert Driver, ohne sich zu wundern, warum Carol und Vince dann nicht auf ihre Kumpel gewartet haben. Rita, being all woman and stuff, reklamiert akute Erschöpfungszustände (schon die Absätze abgelaufen? Tja, festes Schuhwerk ist halt ´ne feine Sache, wenn man´s hat), muss aber trotz schmerzender Quanten weiterlaufen. Ich will den Film ja mit Gore-Pics nicht übermäßig würdigen, aber die Qualität der Effekte muss ich exemplarisch herausstellen. Der kleine dicke Wandersmann steckt sich am See ´ne Kippe an (ist das nicht ein schöner Reim?). Der Killer schleicht sich in Form langweiliger POV an, schubst den Wanderer ins Wasser und bemüht sich, ihn zu ersäufen, dann fällt dem Regisseur allerdings ein, dass ´ne Wasserleiche erheblich zu ungory ist und lässt den Killer seinem Opfer daher mit einem Ast den Schädel einschlagen. Das schmoddert dann schon besser. Der Kamerad des Wanderers wacht auf und vermißt seinen Gefährten: "Hey, du Scheißkerl, wo steckst du schon wieder?" Es geht nichts über den angemessenen Umgangston. Der Killer ist mit dem Scheißkerl aber noch beschäftigt und plättet ihn endgültig, indem er ihm Steine in die Augen und den Rest der Visage kloppt (sieht bewährt beschissen aus, wir wollen ja nicht etwa den Qualitätsstandard der FX heben). Beim Metzgermeister war Herr Schnaas auch vor Drehbeginn und so kann der Killer dem bedauernswerten Opfer die Gedärme bzw. irgendwelche Schlachterabfälle rausziehen. Sein Freund, der sich unvorsichtigerweise auf die Suche gemacht hat, findet die traurigen Überreste inmitten diverser sudeliger Schweineinnereien. Auch der Killer ist noch da und knackt dem entsetzten Leichenfinder einen Arm erst um und dann ab (ist zwar ein schlichter Effekt, aber zumindest einer, der ansatzweise funktioniert, auch weil nicht mit hunderttausend Litern Ketchup rumgesuppt wird). Dann packt der Killer seines neuen Opfers Zunge und zieht und zerrt dessen gesamtes Innenleben durch die Freßluke nach draußen (dank des miserabel aussehenden Dummyheads würde das theoretisch auch fast zur Erheiterung beitragen, wenn´s Kollege Schnaas sich nicht bereits mit mir verdorben hätte). Rita, Asthma und der Driver haben indes per Fußmarsch eine Hütte erreicht (ist es die Hütte, in der sie ihren Urlaub verbringen wollten? Keine Ahnung, möglicherweise sagt irgendjemand was entsprechendes, aber man versteht´s ja net) und beschließen, a) auf bessere Zeiten zu warten und b) schlafen zu gehen. Besteht ja keinerlei Anlaß zur Sorge, dass man ein vermutlich von einem Massenmörder entvölkertes Dorf, in dem Leichen en gros rumliegen, in der Nähe hat und die Freunde verschwunden sind. Der Driver kann nicht schlafen und beschäftigt sich mit Laubsägearbeiten (?), Rita wacht aus unerfindlichen Gründen auf und spielt ihre Lieblingsszene aus einem Jean-Rollin-Film nach (d.h. wenn ich mir sicher gehen könnte, dass ein Mann wie Schnaas von einem Kunst-Horrorfilmer wie Rollin schon mal gehört hat) – sie läuft mit einem Kerzenleuchter (aber ohne wallendes Nachtgewand, also noch verbesserungsfähig) durch die dunklen Gänge (die Hütte scheint ein mittleres Schloss mit riesigen Kellergewölben o.ä. zu sein), bis sie in eine Katakombe schlurcht und dort vom Anblick eines verstaubten Klaviers erschreckt wird ("AH!". Der durchdringende Kampfschrei schon wieder... ). Asthma ist Rita sicherheitshalber gefolgt, was aber für ihn persönliches Pech ist, alldieweil sich eine Gestalt aus den Schatten schält und ihm ein Messer in die Schulter rammt. Jetzt wird´s wieder ein bissl verwirrend (rein ton- und verständnistechnisch): Die mysteriöse Attentäterin ist ein im Schockzustand befindliches Frauenzimmer, wird von Rita als Henriette (oder so) identifiziert (wobei ich den Namen im Nachspann nicht gefunden habe, aber ich bleib dabei. Man hört, was man hört) und ist angeblich die Schwester von irgendjemandem (von Carol? Dann wäre sie theoretisch aber auch Asthmas Schwesterherz. Spricht dann nicht für innige Geschwisterliebe. Oder doch von Rita? Oder von Heidi Klum? Mir doch egal). Driver wird von der ganzen Aufregung von seinen Schnitzereien weggelockt und macht ein dummes Gesicht, man versteht von der allgemeinen Debatte des Tons sei Dank keine Silbe, bis Henriette, von Rita fachfräuisch psychologisch betreut, damit rausrückt, dasss sie "ihn" (den grauenerregenden Killer, latürnich) "spüren und riechen" kann. Ich spüre und rieche eigentlich nur, dass dies ein himmelschreiend schlechter Film ist, den ich am liebsten an der tiefsten Stelle des Marianengrabens versenken möchte. "Er" riecht übrigens nach Blut (ich glaub, der riecht noch nach ganz anderem Müffel). Driver verpisst sich, um im Dorf nach Medikamenten zu suchen (ehm, mir fällt grad ein... der Kerl hat ein HANDY. Wie wär´s, wenn er es mal benutzt? Notruf ist immer und überall koschtnix. Und die gemietete Hütte hat auch keine Hausapotheke, geschweige denn ein Fernofon? Ach, Schnaasbaby, it is SO godawful). Nikos beim dramatischen Auftritt. Shakespeare-verdächtig. Und es wird noch dümmer. Rita versorgt notdürftig Asthmas gar grässliche Wunde (der soll sich mal nicht so haben, davon stirbt man nicht), was komischerweise beide geil macht und ehe wir uns´s versehen, poppen die zwei (okay, ich bin mir nicht sicher, ob Asthma deswegen so stöhnt, weil ihn der Sex so anregt, oder ob er damit nur ausdrücken möchte, dass ihm die Schulter weh tut, nach dem Motto: "Argh, geh runter von mir, schmerz-keuch-röchel!"). Driver, der den Fußmarsch zum Dorf und zurück, nebst angegliederter Durchsuchung der Ortschaft nach Aspirin und ein paar Bandagen, erstaunlich flott bewältigt hat, ertappt eine Freunde quasi inflagranti und ist darüber SO tierisch sauer, dass er Asthma wutig die erbeuteten Pillen vor die Füße wirft. Dem haste´s aber gegeben, Meister. Und warum bist du eigentlich so sauer? Selber scharf auf Rita gewesen (okay, die IST das attraktivste, was in diesem Film rumkreucht, aber das heißt auch nicht viel)? Oder gar auf Asthma? Carols Schwängerer gibt´s übrigens auch noch – der hockt im Zug und ist offenbar voller Begeisterung über das demnächst hereinbrechende Glück der Elternschaft, jedenfalls liest er bereits Bücher wie "Kinder verstehen" (äh, den Schmöker hab ich schon mal gesehen. Der handelt von KINDERN, nicht von Babys. Damit kannst du dir noch drei-vier Jahre Zeit lassen, Meister. Aber vielleicht ist er ja ein langsamer Leser). Das blenden wir nur kurz ein, damit wir nicht vergessen, dass es den Kerl auch noch gibt. Am nächsten Morgen latschen Driver, Asthma, Rita und Henriettchen los. Wohin? Warum? Ich hab nicht die geringste Ahnung. Es ist mir auch wurscht, es wäre mir sogar sehr recht, wenn sie hinter der nächsten Kurve Nikos ins offene Beil laufen würden und zerstückelt würden, dann wären wir nämlich dem Filmende näher gekommen. Asthma pfeift auf dem letzten Loch und würd gern schlapp machen (ist das Asthmaspray alle?), aber Driver erlaubt es ihm nicht: "Der macht uns sonst fertig, einen nach dem anderen!" (Could he HURRY? Mich macht ansonsten der Film fertig.) Der Elter-in-spe ist mittlerweile am Bahnhof angekommen und mietet sich ein Auto. Kann er ja machen. Muss es mich interessieren? Auch die mysteriöse Madam in Schwarz gibt´s noch. Die hängt sich in einer Kirche, einem Kloster oder sowas in der Art ein Schild um den Hals. Ihr Timing ist bemerkenswert, denn sie stürzt (bzw. ein lächerlicher Dummy) sich gerade im passenden Moment aus dem Fenster, als Driver & Co. darunter vorbeilaufen. Pladatsch. Rita springt der Draht aus der Mütze (ist das jetzt auch die Schwester von irgendjemandem? Ich würd´s Euch ja gern verraten, ich versteh nur kein Wort vom Dialog), allgemeine Panik bricht aus (wobei sich lustigerweise keine Sau um das Schild kümmert, das sich die Selbstmörderin umgehängt hat. Ich dachte eigentlich, das könnt´ ein Plotpoint werden), aber der Driver entscheidet kraft seiner ihm von-wem-auch-immer-verliehenen Autorität, dass man das Gebäude mal untersuchen sollte. Er stolpert also rein und prompt wieder über diverse verhackstückte Leichen. Gähn. Der werdende Vater sorgt indessen für Gefahr auf italienischen Landstraßen, alldieweil er während der Fahrt Zeitung liest (ich wär dafür, er fährt jetzt einfach gegen den nächsten Baum. Kürzt die Sache ab). Selbige stellt ihm und uns die Frage: "Ist Nikos wirklich tot?" [schunkel]Lebt den der alte Maneater noch, Maneater noch, Maneater noch...[/schunkel]. Der Artikel spekuliert über einen etwaigen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des Multimillionärs und der grauenvollen Mordserie (die aber, wie erwähnt, diejenigen, die von Rechts wegen ein gewisses Interesse daran haben könnten, nämlich den Gesetzeshütern, mit völliger Nichtachtung gestraft wird. Die, stupid movie, die!). Driver findet im durchsuchten Gemäuer ein paar Fotos (of fuckin´ what? Könnte man die uns wenigstens mal zeigen?) und ein Tagebuch. Das dürfte dann selbiges von Nikos sein, der sich hier wohl seine Wohnstube eingerichtet hat (das wird von Sekunde zu Sekunde hirnamputierter). Ist es auch, denn der Driver blättert ein bissl durch die Seiten und findet heraus, dass Nikos dort (in blumiger Prosa) gesteht, seine Familie ermordet zu haben (darüber kann man, wie wir noch feststellen werden, zumindest eingeschränkt diskutieren), dieweil der zukünftige Papa (ich glaub, der heißt Stan, aber sicher bin ich mir da nicht), nachdem er kurz in der (scheinbar tatsächlich) angemieteten Finca vorbeischaut und sich über die herumliegenden Medikamente gewundert hat (wieso eigentlich? Seiner Ollen ist doch laufend übel, kann doch sein, dass die ´ne Pille braucht oder drei), sich mit seiner Kalesche irgendwo durch die Prärie dübelt, bis ihm plötzlich Asthma panisch vor´s Auto läuft (hä? Wo kommt der jetzt her? Plödplödplödplödplöd). Stan klemmt sich Asthma unter´n Arm und rennt los. Freeze! Miami Vice! Unerfreulicherweise (cuz she´s a really lousy actress) weilt Carol noch unter den Lebenden (wir wissen ja als alte Man Eater-Experten auch, warum). Sie befindet sich in einer gastlichen Höhle (die wir, being really aufmerksam and stuff, natürlich als die aus dem Prolog identifizieren) und dummfragt, ob sie jemand hören kann. Asthma ist mittlerweile endgültig fertig mit der Welt und kollabiert mit den üblichen "kümmer dich nicht um mich, rette die anderen"-Sprüchen auf den Lippen (wie kommt er darauf, dass Stan irgendjemanden retten könnte?). Stan kommt diesem Wunsch nach und verpasst so, dass Nikos sich bedrohlich an den röchelnden Asthmatiker ranpirscht. Carol schreit sich indes in der Höhle die Seele aus dem Leib (pffzt. Die Tussi bringt ihr Maul nicht auf. Pucki miaut lauter, wenn er was zu futtern will. Wäre ich in einer Höhle gefesselt und panischerweis in Angst, von einem Wahnsinnigen zu Ragout verarbeitet zu werden, ich könnt´ mir überlegen, die Dezibelanzahl meiner Stimme geringfügig zu erhöhen. Will sagen: SCHREI HALT, DU KUH! DANN HÖRT DICH VIELLEICHT AUCH JEMAND). Dieweil Asthma sein trauriges Erdendasein gepfählt beendet (ok, ok, Nikos the Impaler, schon klar), entdeckt Stan tatsächlich die Höhle (ich glaub nicht, dass er ihr Piepsen gehört hat. Reiner Zufallstreffer, I betcha) und darin Carol: "Da bist du ja!" (vorzutragen in einem Tonfall, als hätte er sie fünf Minuten lang bei ´ner Cocktailparty gesucht und am nächstbesten Freischampusausschank gefunden). "Da bist du ja" trifft leider, für Stan, nicht nur auf Carol, sondern auch auf Nikos zu, der sich ungefragt in der Höhle materialisiert. Nikos hat inzwischen in den Darth-Vader-Röchelkeuchmodus umgeschaltet, Stan ist aber durch die Lektüre einschlägiger toskanischer Tagszeitungen über die Motivation des Mörders im Bilde: "Ist es das Kind? Ist es das, was du willst?" (Ich weiß zwar nicht, woher er das wissen will... ist das ein normaler psychologischer Vorgang nach Verlust eines ungeborenen Kindes?). "Ich weiß, wer du bist", behauptet er zudem, "ich hab alles über dich gelesen!" (wie gesagt, Tageszeitung rult. Kann man nur froh sein, dass er ein halbwegs seriöses Blatt erwischt hat und nicht die BILD). Damit trifft er seltsamerweise einen Nerv in Nikos´ empfindlicher Seele: "Ich hatte auch einmal ein Kind", röchelt der Madman melodramatisch (soll ich jetzt Mitleid kriegen?) und flüchtet sich in einen Flashback (und da wir uns ja in einem solchen befinden, ist´s mal wieder Flashback-im-Flashback. Der Doc tanzt eine begeisterte Polonaise durch´s Wohnzimmer). Ein Rettungsboot schwimmt im Mittelmeer – die teure Yacht ist also offenbar abgesoffen. "Die Sonne liess unser Fleisch schmelzen", behauptet Nikos in der dazugehörigen Narration. Vorräte hat man nicht, mal kurz SOS zu funken, ist dem Käpt´n Nikos auch nicht eingefallen, die Lage ist also hoffnunglos, aber nicht ernst. Nikos reibt sich zum Ausgleich der ausgeschwitzten Flüssigkeit Salzwasser auf die ausgemergelte Haut, auch wenn sein treuer Besen dienstbeflissen moniert, dass dies aus gesundheitlichen Erwägungen eher kontraproduktiv ist. "JA ICH WEISS", brüllt Nikos seine Schnalle an. "Tage vergingen", erklärt Nikos (ich hab mir sagen lassen, dass das Mittelmeer eins der am dichtesten befahrenen Gewässer ist. Okay, es kann natürlich blöd laufen, aber SO WEIT WEG von der Küste kann´s ja gar nicht sein, sonst würde Nikos in der "Gegenwart" nicht in der Toskana rumhüppen + killen). Aufgrund der katastrophalen Versorgungslage wirft Nikos das ein oder andere gierige Auge auf seine (inzwischen verstorbene) Tochter. Sein Weibi hält es für eine unangebrachte Idee, zum Zwecke des eigenen Überlebens die Leiche der Tochter zu verspeisen (die hat auch nie Alive gesehen, wa?), und weil Nikos das Gesülze seiner Alten auf die Nüsse geht, sticht er sie ab. "Oh Gott, was hab ich getan?" Aber Magenknurren setzt sich gegneüber schlechtem Gewissen in der ersten Runde durch KO durch und er beginnt, sein Frauchen zu verspeisen (klar, die ist auch frischer). Zweierlei versteht sich von selbst: die Szene ist erbärmlichst geschauspielert, die Effekte sind gewohnt schlecht und es bietet sich Gelegenheit, einen Nippel freizulegen, bevor Nikos herzhaft reinbeißt (okay, dreierlei versteht sich von selbst. Und jetzt Ruhe, bevor ich den kompletten "Nobody expects the spanish inquisition"-Sketch zitiere. Ach, wie gern würd ich jetzt Python sehen). Nach dieser tragisch-melodramatischen Einlage erinnert sich Nikos an seinen Job als Menschenfresser und beißt sich ein Stück leckeren Schmackofatz aus Stan, sticht ihm dann noch in den Hals und wendet sich endlich Carol zu, damit wir absolvieren können, worauf wir mehr oder weniger schon seit 70 Minuten warten – die berühmte Fötusszene. Nikos schneidet Carol chirurgisch vermutlich eher bedenklich mit einem spitzen Stein den Wanst auf (Kaiserschnitt ist das aber nicht) und zieht eine beschmodderte Babypuppe heraus. Wir wünschen guten Appetit. Tricktechnisch ist das natürlich ungefähr so realistisch wie die Augsburger Puppenkiste (und ich überlege mir, ob das Baby "in echt" wirklich schreien würde. Aber da fehlt mir die Erfahrung). Nicht, dass jemand glaubt, die FX würden besser... Driver hat indes endlich die anregende Lektüre des Tagebuchs erledigt und ist somit auf dem gleichen Wissensstand wie Stan vor seiner Ermöderung und quittiert dies mit einem gelangweilten "oh nein". Mit Rita und der Jette (oder wie immer sie auch heißen mag. Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ich mir das nur der Charakternamen wegen noch mal mit Ton anschauen werde) sucht er das Weite. Jettchen reißt sich, warum auch immer, los und seilt sich ab, sinkt heulend gegen ene Mauer und wird vom offensichtlich in alter Jason-Manier fröhlich herumteleportierenden Nikos mit unerträglich schlechten Goreeffekten abgemurkst (der Wrestling-mäßige Backbreaker, den ihr angedeihen lässt, ist aber schon wieder irgendwie drollig). Die Blonde gekillt schleppt sich Nikos zurück in seine Wohnhöhle. Zwischenzeitlich ist dem Driver eingefallen, dass er keinen echten Plan hat: "Was machen wir denn jetzt?" (ein gutes Buch lesen, eine Käfersammlung anlegen, poppen, mit dem vorhandenen Handy um Hilfe rufen oder einfach VERDUFTEN, und zwar pronto... die Möglichkeiten sind vielfältig). Er entscheidet sich dafür, der hysterischen Rita eine runterzuhauen (okay, prinzipiell auch nicht verkehrt) und sie anzuschreien: "Wo ist der Wagen?" (Woher zum Geier soll Rita das wissen, die war ständig bei dir, du Vollpfosten.) Muss sie auch gar nicht wissen, über das Wohnmobil stolpern die Flüchtigen eh bei nächster Gelegenheit. Nützt nur nichts, denn das Ding fährt keinen Meter (jetzt würd mich aber schon mal interessieren, WIE das Wohnmobil sich ohne Sprit von seinem ursprünglichen "Parkplatz" hierhin bewegt hat. Oder war Nikos unterwegs tanken?). JETZT fällt dem Driver sein Mobiltelefon ein (okay, now it´s really stupid. Täte er es jetzt nicht aus der Jackentasche ziehen, der normale Zuschauer hätte längst vergessen, das es existiert). Dass es nicht fuktioniert (tja, in der Toskana gibt´s wohl noch zu wenig Mobilfunkmasten), hätt´ man beiläufig schon ´ne halbe Stunde vorher etablieren können, dann wär´s jetzt nicht zu dämlich. Hysterisch wird weitergerannt, bis zu einem Haus. Nikos, als Slasher von Welt wie gesagt mit den Segnungen der Telepathie und Teleportation ausgerüstet, weiß, wo er gebarucht wird, und packt Rita. "Hilfä, ich stärbäh!", proklamiert Rita (just do it) und Driver fordert halbherzig: "Lass sie los!" (Vermutlich ist er insgeheim auch ganz froh, die Schnalle loszuwerden). Das mit dem Loslassen scheint Nikos falsch zu verstehen (mich wundert eh, dass der als Grieche deutsch kann), reißt ihr den Kopf (bzw. ein typisch lachhaftes fake-head-prop) ab und schmeißt es dem Driver vor die Füße. Nikos hat sich selbst zum Fressen gern... Der verdient sich nun weitere Verdienstmedaillen dafür, dass er sich * jetzt * daran erinnert, im Besitz eines funktionstüchtigen Schießprügels zu sein (ich wusste es, er HATTE was gegen Rita) und jagt Nikos ein paar blaue Bohnen in die Plauze, womit wir zur zweiten legendären Man Eater-Szene, dem "Nikos mampft seine eigenen Gedärme", kommen (über die Güte der FX breite ich den Mantel des gnädigen Schweigens, die Widerlichkeit bleibt aber intakt). Driver kommt das Kotzen (mir auch. Ist ein sehr kotzintensiver Film), Nikos scheint´s richtig zu munden, dann bricht er zusammen. Ich würde nun meinen, selbst ein monströser Menschenfresser müsste krepieren, wenn er wesentliche Teile seiner internen Organe verspeist, aber das sieht Kollege Schnaas anders. Nikos springt auf und haut den Driver k.o. Eine Fulci-Gedächtnis-Einstellung später (Nikos marschiert, seine Beute im Schlepp, hintergrundbeleuchtet bei Dunkelheit eine Treppe runter) versucht er, den Driver zu ersäufen, hört aber plötzlich die Stimme seiner von ihm gefressenen Ehefrau, die ihm ins Gewissen redet: "Glaubst du wirklich, du könntest uns mit deinen grausamen Taten ins Leben zurückbringen?" (Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass das Nikos´ Intention ist.) Zumindest ist Nikos ebenso verwirrt über den dunklen Sinn der Worte der akustischen Vision und hält inne. Was der Driver nutzt, um das zu liefern, was wir noch dringend brauchen – eine kleine Karate-Einlage (nicht mal Jackie Chan könnte den Film jetzt noch retten. Wozu auch?). Dabei gelingt es ihm, eine (gerahmte!!!!) Fotografie von Nikos´ kleinem Töchterlein zu zerdeppern, die der in der Brusttasche seines Arbeitsanzugs spazierenträgt (! - bei all den mörderischen Aktivitäten, die Nikos so entfaltet – das Ding müsste doch schon längst zu Bruch gegangen sein). Jetzt ist es Zeit für Große Gefühle TM, denn das rührt Nikos nun wirklich zu Herzen, Tränen und einer tiefenpsychologischen Selbstreflektion. Zumal da schon wieder diese Stimmen fordern: "Wir lieben dich, Nikos, komm zu uns!" (Es soll die Stimme der Tochter sein, aber warum die ihren Papa als "Nikos" anredet? I don´t know.) Das haut den stärksten Maneater um. "Erlöse mich", bittet Nikos mit gefühlserstickter Stimme und Driver lässt sich nicht lumpen, packt eine arglos herumstehende Schaufel und hackt Nikos damit die Rübe ab, bevor er ins Morgengrauen davonstakst. Beenden wir die Screenshots versöhnlich. Der Shot ist wirklich nice. Womit wir zurück am Anfang und in der Höhle mit dem Anzugträger wären. Der hat, so will man uns glauben machen, die ganze Plotte im Tagebuch gelesen und kommt, wie der aufmerksame Zuschauer, zu dem Schluss, dass das irgendwie nicht so ganz hinhauen kann, insbesondere das finale furioso: "Wer soll den Schluss geschrieben haben?" (In der Tat, eine Frage, die sich zu stellen, naja, nicht wirklich lohnt, aber aufdrängt.) Über die Antwort kann er im nächsten Leben nachdenken, denn kaum tritt er vor den Höhlenausgang, um seine Kollegas zu treffen, bläst ihm eine Ladung Blei die Omme weg. Ende. (Aaaah ja. Dideldideldum. Ich nehme an, das soll versinnbildlichen, dass nunmehr der Driver durchgedreht ist und Leute killend durch die Wälder streift.) Analyse Uah. Überstanden. Ich hasse diesen Film. Und ich beginne langsam, eine persönliche Antipathie gegen Andreas Schnaas zu entwickeln. Ich glaube nämlich, der macht Filme nur, um damit unschuldigen Menschen auf die Nüsse zu gehen. Und ganz speziell mir. Sofern man das, was Schnaas auf DVD pressen lässt, überhaupt Film nennen kann, und zu dieser Klassifikation kann ich mich nach zwei bislang gesichteten Werken nicht durchringen. Wobei Antropophagous 2000 doch immerhin etwas für sich verbuchen kann – nämlich die ernsthafte Überlegung, ob ich erstmals nachträglich die Bewertung eines Films korrigieren soll (ich hab mich im Endeffekt dagegen entschieden, weil die Bewertungen durchaus spontan meine Gefühle nach Sichtung wiedergeben sollen). Gegen Anthropophagous 2000 wirkt Violent Shit 3 ja glatt wie Citizen Kane (wenigstens aber wie Burning Moon - macht Violent Shit 3 im Endeffekt auch nicht besser, gibt aber einen sanften Anhaltspunkt darauf, wo sich Anthropophagous 2000 im direkten Vergleich einordnet. Nun kann man sich prinzipiell darüber streiten, ob D´Amatos Man Eater nun wirklich ein so verdienstvolles Werk ist, dass ein Remake sich als unbedingt notwendig aufdrängt (ich behaupte mal vorsichtig: nö, isser nich). Der D´Amato-Film hat zwar sicherlich seinen Platz in der Ruhmeshalle legendärer Schmodderanten-Filme, aber kaum aufgrund seiner Qualität, sondern seiner zwei-drei Extrem-Gore-Einlagen und einer nicht zu verachtenden Marketing-Kampagne (selbst D´Amato-Fans werden zustimmen, dass Buio Omega z.B. ein besserer Film ist, was immer DAS auch wieder bedeuten mag). Bei aller Häme, die ich normalerweise gern über Joe D´Amato ausschütte – die Widmung "In Loving Memory", die Schnaas seinem Werk voranstellt, hat nicht mal der alte Aristide verdient. Inwiefern sich die Story an das hält, was Man Eater vorgab, vermag ich nicht zu beurteilen – dass ich Man Eater gesehen hab, ist mindestens 15 Jahre her (vermutlich eher noch länger. Dafür hab ich den Film so gesehen, wie man solche Filme eben sehen muss: als Videokopie der fünften Generation, bildqualitativ Mischung aus Schneetreiben, verstellter DDR-Fernsehempfang und schwerer Sehnervschaden) – * erinnern * kann ich mich nicht mehr wirklich dran (was auch nicht für den Film spricht, denn selbst vom "guten" alten originalen Gesichter des Todes, den ich zu vergleichbarer Zeit – und in vergleichbarer Qualität – gesehen habe, sind wenigstens ein paar Images hängengeblieben). Die wesentlichen Elemente, für die das Original berüchtigt ist, spult die von Karl-Heinz Geisendorf "erdachte" Plotte, treudoof ab (namentlich: Fötusszene, Eigengedärmmampf – dürfte eh das sein, was die meisten potentiellen Zuschauer mit dem Original verbinden). Abgesehen davon "funktioniert" (bzw. eher nicht) die Story als völlig handelsübliche Slasher-Geschichte. Ein Haufen Charaktere befindet sich an Punkt A, ein irrer Killer bringt sie der Reihe nach um. Hurra. Ich will mich überhaupt nicht lange mit der Analyse aufhalten (das wird der Kollege Ralph sicher mit feiner rhetorischer Klinge erledigt haben), schon gar nicht mit der Analyse der Story, die ja mit absoluter Sicherheit das aller-allerwichtigste war, über das sich Schnaas und seine Mitstreiter die kollektiven Brägen zermartert haben, aber es ist schon bemerkenswert, * wie * DOOF die Geschichte ist, wenn man drei bis vier Sekunden drüber nachdenkt. Das beginnt schon mit der Grundvoraussetzung, dass Nikos offensichtlich jahrelang unbemerkt in der Toskana (zugegeben nicht gerade das Zentrum der Welt, aber auch nicht gerade der letzte unerforschte weiße Fleck der globalen Landkarte) sein Unwesen treibt (wenn´s ihn dort an Land gespült hat, hätte er theoretisch ins nächste Krankenhaus gehen , sich seine Delle kurieren und sein Industriekonglomerat weiter führen können. Aber ich vergaß, er ist ja "verrückt" durch die wochenlange Sonnenstrahlung auf dem Mittelmeer und das Mampfen seiner Familie), geht damit weiter, dass Nikos scheinbar in aller Seelenruhe ein komplettes Dorf niedergemetzelt und gefressen hat, das allgemeiner Wissensstand ist (zumindest schreiben die Zeitungen drüber. Und wie DIE Zeitung, die ebenjenes vermeldet, NACH Nikos´ dortigem Massenmord ins Dorf kommt, möchte ich gar nicht wissen), scheinbar die italienische Polizei nach Ansicht des Autoren anderweitig beschäftigt ist, als sich um den Fall zu kümmern (naja, kommt vielleicht in der Toskana zu oft vor, als das sich die Bullen jedes Mal ´nen Kopf deswegen machen könnten. Ein Grund mehr, dort nicht zu urlauben), setzt sich über den kuriosen Charakter der "Lady in black" fort (ich weiß bis jetzt noch nicht, wer das war, warum sie sich gelegentlich zeigt, und wieso sie sich schlußendlich umbringt – und was auf dem Schild steht, das sie sich um den Hals gehängt hat, interessiert wohl ausschließlich mich. Okay, beim Screenshot-Machen hab ich´s zumindest andeutungsweise gesehen – steht wohl auch "GO AWAY" drauf. Rätsel gelöst) und hanebüchen eingeführte Charaktere wie die Wandersleut und die komische Schwester fort, und endet nicht bei dem Faktum, dass der Driver fast über die komplette Filmlaufzeit verdrängt, dass er ein Handy hat. Ganz davon abgesehen, dass sämtliche Charaktere durch die Bank unsympathische Idioten sind, denen man einfach nur ein blutiges Ende wünscht (es hilft auch nicht, dass sie von Unsympathen gespielt werden), und die praktisch pausenlos dumme Sachen machen. Ein halbes Anerkenntniskärtchen verleihe ich für den Versuch, dem Nikos-Charakter etwas tragischen Tiefgang zu verleihen, nehme es aber für die unbeholfene Ausführung gleich wieder weg. Nein, ich will nicht mehr drüber nachdenken. Warum auch? Hat ja von den Machern auch keiner getan. Das Script ist ganz großer Mist, und was mir alles aufgefallen ist, hab ich ja schon in meiner Inhaltsangabe zusammengefaselt. Ich bin froh, wenn ich das Kapitel Anthropophagous 2000 endlich hinter mir habe, und das ist nach Möglichkeit in ca. 30 Minuten, wenn dieses Review fertig ist. Danach will ich nie wieder etwas hören oder sehen, das mit diesem Film zu tun hat (naja, maximal noch den dazugehörigen Thread im Forum). Kommen wir also nahtlos zu den filmischen Aspekten, bevor mir die Galle schon im Story-Department hochkommt. Anthropophagous 2000 sieht in etwa so aus, wie man es von einer auf Billig-Video ohne vernünftiges Equipment geschossenen Amateurproduktion erwarten kann (ich weiß nicht, wie hoch das Budget wirklich war. Die IMDB munkelt was von 50.000 DM, aber das KANN ich nicht glauben, es sei denn, man rechnet die drei Wochen Toskana-Urlaub für Cast & Crew in die Produktionskosten mit ein. Für das Geld kann man, mit gutem Willen, RICHTIGE Filme drehen, die auch so aussehen, als wären sie welche). Hin und wieder hüpft Kameramann Mark Trinkhaus eine Einstellung vor die Linse, die mit besserem Equipment gar nicht mal so schlecht aussehen würde (die ein oder andere Landschaftseinstellung oder Aufnahme des verlassenen Dorfes könnte unter der genannten Voraussetzung funktionieren), aber größtenteils sieht´s einfach wie ein Urlaubsvideo mit Gorepassagen aus. Wenn Schnaas nicht gerade wie ein Irrer mit Blut & Eingeweiden um sich wirft, kann man den Film sowieso völlig vergessen – erstens tut sich in den Non-Gore-Szenen nichts, was man wissen müsste, sollte oder auch nur – aufgrund der Tonproblematik – verstehen könnte; wie man einen Film sinnvoll dramaturgisch aufbaut, wird Schnaas vermutlich nie begreifen (okay, damit ist er in guter Gesellschaft mit dem Meister Ittenbach, der steht aber in jeder anderen Hinsicht Lichtjahre über Schnaas), aber ebenso vermutlich juckt ihn das nicht die Bohne (warum sollte es auch? Solange er mit seinen Schwachsinnsfilmen gutes Geld verdient... zumindest das kann ich verstehen). Trotz der nur 78 Minuten Laufzeit wirkt Anthropophagous 2000 aufgeblasen – jede, und ich meine wirklich JEDE Szene dauert einfach zu lange, egal ob das auf epische Länge gestreckte Belanglosigkeiten wie "Stan liest im Zug", "irgendwer läuft irgendwohin" etc. betrifft oder die noch zu würdigenden Goreschmoddereien. Auf´s wesentliche gekürzt könnte man aus dem Film einen zwanzigminütigen Kurzfilm schneiden und hätte nichts weltbewegendes verloren (okay, das hätte man auch nicht, wenn man den Film auf 0 Minuten schneiden würde. Vielmehr hätte man da gewonnen, nämlich reichlich Lebenszeit). Stellt sich also hauptsächlich die Frage nach dem Gore. Ja, ist vorhanden, reichlich und extrem derb. "Leider" halt auch extremst schlecht. Das ist wieder so ein Punkt, der Schnaas von Ittenbach unterscheidet – Ittenbach KANN Gore-Effekte, Schnaas kann sie nicht. Der kann nur mit irgendwelchen beim Metzger gekauften Fleisch- und Wurstteilen um sich schmeißen und das ganze mit Hektolitern Ketchup oder ähnlichen Blutersatzflüssigkeiten garnieren. Theoretisch sollte niemand davon schlaflose Nächte bekommen, weil´s einfach so dermaßen fake aussieht, das es nicht ernstzunehmen ist, widerlich sind sie oft und gern trotzdem. Eigen ist den Gore-Szenen, wie gerade schon angedeutet, dass sie einfach zu lang sind – nicht unbedingt wegen ihrer Wirkung (die wirken sowieso nicht), sondern auch dadurch, dass man viel zu viel Zeit hat, sich darüber klar zu werden, wie schlecht sie eigentlich sind (z.B. gleich die Zerhackung der hässlichen Tattooschlampe zu Beginn: dadurch, dass der Killer nicht nur ein-, sondern mindestens viermal in ihren "Rücken" hackt, wird der Effekt kaum härter, sondern nur durchschaubarer). Was ein paar seltsame "visual FX" wie die komische "Beleuchtung" von Nikos´ Gesicht angeht, weiß ich nicht mal, was die bedeuten sollen. Ich will´s auch gar nicht wissen (und es ist auch völlig irrelevant, so dass ich es in der obigen Inhaltsangabe nicht erwähnt habe, es fiel mir sogar erst wieder ein, als ich einen entsprechenden Screenshot auf dem DVD-Cover bemerkte). Nicht vergessen möchte ich die mir tierisch auf den Senkel gehende Kotzeritis des Films – es gibt fast keinen Charakter, der sich nicht mindestens einmal plakativ übergibt. Das ist nicht nur ein Schnaas-Syndrom, das hab ich schon bei einigen Amateurfilmern beobachtet. Was hat das Kotzen an sich für eine Faszination an sich? Besondere Ekligkeitsgrenzen lotet natürlich die Szene aus, in der Carol dem Bettler auf die Pfoten kotzt und er den Rotz gierig in sich reinschlabbert. Da wird mir in der Tat jetzt (drei Tage später, nur beim drüber nachdenken) wieder schlecht. Das ist zweifellos die widerlichste Filmszene, die mir jemals untergekommen ist. Wie ich Schnaas kenne, ist der auf ein solches "Kompliment" wahrscheinlich auch noch tierisch stolz (kleine Abschweifung: es gibt Regisseure, die Ekel durchaus gewollt als Stilmittel einsetzen, wie z.B. Cronenberg in Die Fliege. Aber auch die setzen Ekel nicht nur um des Ekels willen, sondern verbinden damit eine, wie auch immer geartete, Aussage. Und wenn Schnaas mir ernsthaft erzählen will, mit der In-die-Hand-kotz-Szene wollte er irgendetwas aussagen, das über "ich bin ein Schweinepriester" hinausgeht, kann er das gerne tun, nur glauben werd´ ich es ihm nicht. Hab ja schon oben angesprochen, was ich von der Szene halte). Wo wir gerade bei Ekel sind... ausschließlich unter diesem Aspekt ist auch die ausführliche Softsexszene zu bewerten, wobei ich mich schon frage, welche Art Erotikverständnis man haben muss, um DIESE FRAU auch nur ansatzweise sexy zu finden. Da seh ich ja noch lieber Aktfotos von Angela Merkel (okay, das war übertrieben, but you catch my drift). Die Szene könnten Fundamentalchristen als Werbematerial einsetzen, um Teenager vom Sex abzuhalten ("YOUR GIRLFRIEND COULD LOOK LIKE THAT UNDERNEATH!"). Abgesehen davon konnte ja schon D´Amato, der echte, selten erotische Szenen inszenieren, aber Schnaas, der diese Szene auch noch mit vollem Gusto und close-ups inszeniert, als wäre es das Highlight des Films, täte Erotik nicht erkennen, wenn sie ihm mit 90-60-90-Maßen einen Nackt-Lapdance hinlegen würde. Oder, in einem Wort: EEEEK! Schauspielerische Leistungen sind nicht zu begutachten, obwohl einige Castmitglieder sogar Erfahrung in richtigen Produktionen haben. Eines dieser "prominenten" Ensemblemitglieder ist Cornelia de Pablos als Rita, die tatsächlich sowas wie eine ernstzunehmende Schauspielerin ist und neben zwei TV-Filmen u.a. Auftritte in den Kinofilmen Crazy und Harte Jungs absolviert hat. Was jemanden, der offenbar tatsächlich eine professionelle Karriere hat, dazu reitet, in einem Schnaas-Gorefilm mitzuspielen, übersteigt meine Vorstellungskraft und kann nur mit Unzurechnungsfähigkeit begründet werden (und ihre kurzen Entsetzenskiekser, die als "Schreie" durchgehen sollen, sind im Kontext eines Horrorfilms schon arg peinlich). Den Helden (von mir als "Driver" bezeichnet, er heißt wohl in der Tat im Film Georg) mimt Oliver Sauer, der auch "echter" Schauspieler ist und als solcher in der kurzlebigen ARD-Serie Mobbing Girls und ab und an als Gast in Serien wie Küstenwache oder Die Sitte zu sehen ist. Bei ihm bemerkt man ab und zu leichte Anflüge von Schauspielerei, aber die gehen auch wieder vorbei. Der dritte "große Name" im Cast ist Andreas Stoek (Marc, der Asthmatiker, wenn ich richtig gerechnet habe). Er debütierte einst in Niki Lists umwerfendem Müllers Büro, spielte in einigen TV-Filmen wie Anwalt Abel und Menschenjagd und darf sich rühmen, in Tykho Moon mit Stars wie Julie Delpy und Michel Piccoli die Leinwand geteilt zu haben. Erschreckend ist aber, dass diese drei "Profis" - mit der Ausnahme von Sauer, der einige passable Szenen hat - sich kaum von der Laienspielschar abheben, die sie umgibt (Violent-Shit-3-"Fans" erkennen Joe Neumann wieder, der hier den rahmenhandlungprägenden Interpol-Agenten mimt), Andreas Schnaas selbst hat sich die Titelrolle auf den Leib schneidern lassen (zumindest fällt hier sein in Violent Shit 3 schon irgendwie irritierender Leibesumfang nicht auf) und zumindest seine große Szene, in der er so tut, als würde er mindestens Macbeth spielen, ist fast schon lustig. Den Gipfel des Antischauspiels erklimmt aber fraglos das "Liebespaar" aus der Strand-Szene (da kann sich auch echt noch mal das Mittagessen durch den Kopf gehen lassen). Erschienen ist der ganze Schmu als Red Edition bei Laser Paradise. Die Bildqualität ist in etwa so, wie man sie von einem budgetlos gedrehten Videoschmarrn erwarten kann – Camcorder-Look rult (oder auch nicht), auf 1.85:1-Widescreen hat man den Schotter dann auch gleich maskiert (deswegen sieht´s auch nicht filmischer aus). Immerhin ist das Bild, im Gegensatz zu Violent Shit 3, wenigstens einheitlich schlecht. Die Tonqualität ist grausam – zwar rauschfrei, aber gut die Hälfte der Dialoge (minimum) versinkt in purer Unverständlichkeit. Wozu auch nachvertonen, tät ja Geld kosten, und wen interessieren schon die Dialoge? Als Ausgleich dafür ist die Musik zu laut (schlecht ist sie überdies, aber das verwundert ja auch keinen mehr). Als Bonus gibt´s deleted scenes, die LP meinetwegen auch hätte behalten können (ein paar zusätzliche Gore-Frames). Ich hab mal grad kurz rüber in Ralphs Review gespickt und er spricht eine Sache an, die mir auch durchaus am Herzen liegt. Gerade in Fan-Foren wird oft und gern mit der Keule "aber das ist doch ein Amateurfilm, den darf man nicht nach den gleichen Maßstäben bewerten" geschwungen. Ich sage: DOCH, darf man. Muss man. Nach welchen Maßstäben denn sonst? Wenn jemand ein talentloser Haufen Zellgewebe ist, der sich bemüßigt fühlt, die Welt mit seinen filmischen Visionen zu behelligen, dann ist´s mir als Konsument verdammt noch mal völlig egal, ob er dafür 100 Millionen Dollar oder 3 Euro 27 zur Verfügung hat. Ich bin natürlich etwas gnädiger, wenn´s eine Low-Budget-Produktion ist, bei der aus finanziellen Gründen vielleicht nicht alles hundertpro professionell ist, aber Meister Schnaas z.B. verkauft seine Filme ja für teuer Geld, d.h. die kosten (bei Neuerscheinen, nicht wenn sie von verzweifelten Händlern, die auf tonnenweise Exemplaren sitzen, praktisch für umme verramscht wreden) genauso viel, wenn nicht mehr, wie die restaurierten neuen Releases der MGM-Genre-Klassiker, also hab ich jedes Recht, als kritischer Konsument laut und deutlich zu verkünden, dass ein Film wie Anthropophagous 2000 nichts anderes ist als gequirlte, pürierte und anschließend in Scheibenform gepresste Exkremente. Ganz speziell, wenn andere ambitionierte Independent-/Amateurfilmemacher immer wieder zeigen, dass man auch für wenig Geld, wenn man etwas Talent mitbringt und sich Mühe gibt, durchaus sehenswertes auf die Beine stellen kann (womit ich mein weises Haupt einmal mehr respektvoll gen Transcendental Picture und Lee/Leroc neige. Was diese Teams für erheblich weniger Asche auf die Beine stellen, ist, mal ganz ungeachtet jeglicher inhaltlicher Wertung, zigtausendmal ansehnlicher als Schnaas). Langer Rede kurzer Sinn - Anthropophagous 2000 ist ein wertloses Stück Müll, das sich ausschließlich in seinen selbstzweckhaften Gore-Eskapaden und sonstigen Widerlichkeiten suhlt. Ich wiederhole mich – ich bin ein entschiedener Gegner von Zensur, aber sollte sich eine wohlmeinende Staatsanwaltschaft bemüßigt fühlen, diesen Film einer Prüfung nach § 131 StGB zu unterziehen (und wie die ausfallen wird, kann man sich auch ohne große juristische Bildung ausmalen) und aus dem Verkehr zu ziehen, werde ich dem nicht nur gleichgültig gegenüberstehen, wie bei so manchem Werk von Ittenbach, sondern mich ein ganz klein wenig (und heimlich, denn wenn man das zugibt, ist man ja unzweifelhaft Faschist) drüber freuen – und das nicht, weil meine DVD dann als "Sammlerobjekt" was wert wird... Over and out, und damit hat sich das Kapitel Schnaas nun endgültig erledigt (tja, und leider kann ich Forumsuser Deader nicht enttäuschen – er hat die Bewertung akkurat vorhergesagt). Bewertung BOMB-SKALA          
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